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Full text of "Deutsche Medizinische Wochenschrift 1895 21"

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DEUTSCHE 



MIT BERÜCKSICHTIGUNG 


DES 

DEUTSCHEN MEDICIN AL WESENS 

NACH AMTLICHEN MITTHEILUNGEN, 

DER ÖFFENTLICHEN GESUNDHEITSPFLEGE UND DER INTERESSEN DES 

ÄRZTLICHEN STANDES. 

BEGRÜNDET VON DR P. BOERNER. 


HERAUSGEGEBEN VON 

PROF, m A. EULENBURG und DR JUL. SCHWALBE 

IN BERLIN. 


EINUNDZWANZIGSTER JAHRGANG. 


LEIPZIG und BERLIN. 

VERLAG VON GEORG THIEME. 

1895. 




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UNIVERSETY OF MICHIGAN 







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UNIVERSITY OF MICHIGAN 



INHALTS-VERZEICHNISS. 


Beiträge aus Kliniken, Krankenhäusern, aus medicinisehen 
und naturwissenschaftlichen Instituten. 


Ans der chirurgischen Abtheilung des Krankenhauses in Altona- Er- 
“TrTuse «7 6 V " u ’* des Gehverbandes, von Profesfor 

AUS Dr e w. Fische’r P 861 1 ' n 41tona: Ucber Kindergonorrhoe, von 

' " S itlde S |> ad d SCh i? EraI ! kenhau8e in Barmen: Ueber einige neue Ver 
bände an den Extremitäten, von Oberarzt Dr. L Heusner 867 

dir'.MiIchlsSure 1 för°rfi^^- VerS ' 10tS j^“'av in Be rlin: Die Bedeutung 
Dr. Klemperer 218 D K“ 086 des Magencarcmoms, von Priv.-Doc. 

3 mjäktsä fewssjs ä“* 

, ftfalöEF 1 »-“ 

' ES i; 1 i. B.Hi., 

Aber MilchsäureffdhmL“ h d D ^ Magenkranke nebst Bemerkungen 
Aus der lil“ 2 ” ? i ( S ! l Pn rK 0C ' Dr ' Bosenheim 238. 260. 
BeberdieBesichtiW K H^ U 5 d Gniversitätspoliklinik in Berlin: 
skopie, von Priv-Doc T^b'“ nebst .Bemerkungen über Gastro- 
Aus der T l T -Th. Rosen heim 740. 

Beiträge zur Oesonhiuw»«!^^ und Universitätspoliklinik in Borlin: 
A»s der ifr med?ciÄen kS Ta Th; Rosenheim 836 . 
ieber den Einfluss von I' n jy® r ffltätspoliklinik in Berlin: 

™ Infectionskrankhe?ten F von p” d Laukoc y‘ ose r »®f den Verlauf 
^ Siebter 240 . “ ’ ™ n Pnv -- D °c. Dr. Doewy und Dr. 

Eine neue m elektrische n Stirn ik B Un d Un j™ rsit »lspoIiklinik in Berlin: 

v,an,pe fttr Ha,s ’ Nase 

Autoskopie 6 d^Luftvve^'^on n"* Gniversitittspoliklinik in Berlin: 

Am dem Laboratorium 0 “ ? r : A - Kirstein 634. 

Daher Aenderungen dw fflSS“ 11 “ U ? iv . e 1 it!ltskiinik >■> Berlin: 
halten der Leukoevten vnü^P * CS< n DZ fe 1 Sonderungen im Ver- 
^ ug P -P-Riehter 52öf ’ n Pnv -'Uoc. Pr - A. Loewy und Dr. 

Frage der Ur Sparoto^a D exnWnf Ch ^ rit4kra S kenhaUSe in Berlin: Zur 
Aus der Klinik für KmderkrflnWWf t0na ’ TS? ® tabsarzt ^ Ti 1 mann 822. 
^ber die Erfolge de^SISJS,!? ^^kjankenhauso in Berlin: 

toSÄ »'- 0. dorD,phtherie ’ "» Geh ' 

'hmnischer M,tte] 0 D hrdten! n t ra n i r ha r° !? ® e . rlin; Ei " F a» von 


10d md6r 

congenitaJen Defect de,^ÄÄt^fi^e^erl 1 ": Ueber 
Aus fer ITniversitätspoliklinit 0I LP r - 9: J oachimsthal 437. 

Uber angeborene P Defecto h«? 1 *! ortho P a fische Chirurgie in Berlin: 
ac himsthal 873. 6feCto d lan S en Röhrenknochen, von Dr. G. Jo- 


AllS BeTeu I t U nnl tU dp f f *S fecti T^ ankbeit ® n « Berlin: Ueber die klinische 
Bedeutung des Elsner sehen Typhusnachweises, von Professor Dr 
ij. urieger ooo. 

Aus dem pharmnkologischen Institut dor Universität Berlin: Die Ver¬ 
schiedenheit des Problems der Harnsäureauflösung bei gichtischen 

ÄZTdeTsohn m reti0nen “ denHaraw '« en - von Priv.-Doc. 

Aus dem pharmakologischen Institut der Universität Berlin: Die diure- 
sohn 6^ rkUng d6r Llthlumsa,ze ’ von Priv --Doc. Dr. M. Mendel- 

Aus dem städtischen Krankenhaus am Friedrichshain in Berlin: Ueber 
oplenektomie bei Milzechinococcus, von Geh.-San.-Rath Prof. Dr 
hi. nann 441. 

Aus dem städtischen Krankenhaus am Friedrichshain in Berlin- Zur 
hrage der ergebnislosen Lumbalpunction, von Med.-Rath Prof Dr 
r. Fürbnger 739. 

: Aus äem städtischen Krankenhaus am Friedrichshain in Berlin: Ein Fall 

' ™. n Aneurysma arteriovenosum traumaticum der linksseitigen Schlüssel- 

| bemgefässe, von Dr. Wedekind 257. 

i Aus dem städtischen Krankenhaus am Friedrichshain in Berlin: Ueber 

] Encephalitis haemorrhagica. von Dr. Freyhan 643. 

| Aus dem städtischen Krankenhaus am Urban in Berlin: Ueber acute 
Leukämie, von Prof. Dr. A. Fraenkel 639. 663. 676. 699 712 

Aus dem städtischen Krankenhaus am Urban in Berlin: Klinische und 
anatomische Mittheilungen über indurative Lungenentzündung, von 
Prof. Dr. A. Fraenkel 153. 177. 190. 

Aus dem städtischen Krankenhaus Moabit in Berlin: Ueber die chemische 
irkung der Elektrolyse auf toxische und immunisirende Bacterien- 
substanzen, von Dr. Krüger 331. 

Aus dem Krankenhaus der jüdischen Gemeinde in Berlin: Ueber die 
Entstehung von Darmstenose nach Brucheinklemmung, von Dr. Maas 
ob5. 

Aus dem Krankenhaus der jüdischen Gemeinde in Berlin: Einige Fälle 
von Exanthemen nach Behandlung mit Diphtherieheilsorum, von 
Dr. Zielenzigor 575. 

Aus dom pharmakologischen Privatlaboratorium von Prof. Dr. L. Lewin in 
Berlin: Ueber das Tropfengewichfc flüssiger Arzneimittel, von Dr. 
Eschbaum 363. 

Aus der Poliklinik für Magen- und Darmkrankheiten von Dr. I. Boas in 
Berlin: Zur Kenntniss des Mageninhalts beim Carcinoma ventriculi. 
von Dr. B. Oppler 73. 

Aus ^er Augenklinik von Prof. Dr. Schüler in Berlin: Bemerkungen 
über einige äussere Krankheiten des Auges, von Dr. W. Albrand 
403, 418. 

Aus der Poliklinik für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten von Priv.-Doc. 
Dr. B. Baginsky in Berlin: Ueber eine unter dem Bilde einer 
Ohrenerkrankung verlaufende Neurose des Kiefergclenks, von Dr. 

A. Bruck 530. 

Aus der Poliklinik des Priv.-Doc. Dr. L. Casper in Berlin: Ueber acute 
Spermatocystitis. von Dr. Rehfisch 334. 

Aus der Poliklinik für Hautkrankheiten von Dr. M. Joseph in Berlin: 
Ueber Makrocheilie, bedingt durch syphilitische Erkrankung der Lippen- 
schleimdrüson, von Dr. Tdiimm in Leipzig 389. 

Aus der chirurgischen Universitätsklinik in Bern: Methode und Erfolge 
der Magenresection wegen Carcinom, von Prof. Dr. Kocher 249. 
269. 287. 



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UNIVERSITY OF MICHIGAN 



IV INHALTS-VERZEICHNISS. 


Aus der chirurgischen Universitätsklinik in Bern: Ucber Thyreoidismus, 
von Dr. 0. Lanz 597. 

Aus der medicinischen Universitätsklinik in Bonn: Ein Fall von Magen¬ 
schleimhautatrophie nebst Bemerkungen über die sogenannte schleimige 
Degeneration der Drüsenzellcn des Magens, von Priv.-Doc. Dr. Sch mid t 
300. 

Aus der chirurgischen Universitätsklinik in Bonn: Ueber den Gang bei 
angeborener Hüftgelenksluxation, von Prof. Dr. Trend ölen bürg 21. 

Aus der chirurgischen Universitätsklinik in Bonn: Ueber die Operation 
der Unterschenkelvaricen nach Trendelenburg, von Dr. Perthes 253. 

Aus der geburtshülflich-gynäkologischen Universitätsklinik in Bonn: 
Totalexstirpation statt Castration, von Prof. Dr. Fritsch 377. 

Aus dem pathologischen Institut der Universität Bonn: Ueber muskulären 
Schiefhals, von Prof. Dr. Koester 117. 

Aus dem Diakonissenhause „Marienstift“ in Braunschweig: Cerebrale 
Kinderlähmung auf svphilitischer Grundlage, von Oberarzt Dr. 

F. Franke 876. 

Aus dem bacteriologischen Institut in Bromen: Dio Ergebnisse bei der 
allgemeinen Anwendung des Diphtheriehoilserums in Bremen in der 
Zeit vom 8. October 1894 bis 31. Januar (30. April) 1895, von Dr. 
H. Kurth 426. 443. 464. 

Aus der medicinischen Universitätsklinik in Breslau: Bactoriologisclie 
Blutuntersuchungen beim Abdominaltyphus, von Dr. M. Tliiemich 
550. 

Aus der Universitäts-Frauenklinik in Breslau: Dio leitenden Gesichts¬ 
punkte für die operative Behandlung der chonisch entzündeten Adnexa 
uteri und der Beckeneiterungen, von Prof. Dr. Kttstner 185. 206. 

Aus der Universitäts-Frauenklinik in Breslau: Zur Diätetik der ersten 
Lebenswoche, von Dr. Keil mann 339. 

Aus der Universitätsklinik für Augenkranke in Breslau: Ephedrin-Homa¬ 
tropinlösung, ein Mydriaticuin von rasch vorübergehender Wirkung, 
von Priv.-Doc. Dr. Groenouw 161. 

Aus dem pharmakologischen Institut der Universität Breslau: Beiträge 
zur Lehre von der acuten und chronischen Kupfervergiftung, von 
Prof. Dr. Filehne 297. 

Aus der chirurgischen Abtheilung des Allerheiligen-Hospitals in Breslau: 
Ein Fall von Heilung einer grossen Knochenhöhle in der Tibia durch 
Plombirung mit Kupferamalgam, von Dr. Heintze 406. 

Aus dem Malteserkinderhospital St. Anna in Breslau: Klinisches und 
Experimentelles über Carboisäurevergiftung und ihre Einwirkung auf 
die Athmungsorgauo, von Dr. 0. Silbermann 681. 

Aus der Augenklinik des Prof. Dr. H. Cohn in Breslau: lieber Ent¬ 
fernung von Eisensplittem aus der Tiefe des Auges mit dem Elektro¬ 
magneten, von Dr. H. Goldschmidt 40. 64. 

Aus der Universitätskinderklinik in Budapest: Meiuo Erfolge mit Beh- 
ring’s Diphtherieheilserum, von Prof. Dr. Johann Bokai 233. 

Aus dem Stefanie-Kinderhospital in Budapest: Die Dauer der Intubation 
bei geheilten Diphtheriekranken vor der Serumbohandlung und jetzt, 
von Prof. Dr. J. Bokai 755. 

Aus dem Barmherzigenkrankenhause in Budapest: Ein Fall von sub¬ 
phrenischem Abscess, von Prof. Dr. E. Jendrässik 658. 

Aus der .pädiatrischen Universitätsklinik in Christiania: Ueber Immuni- 
sirung bei Diphtherie, von Prof. Dr. Johann essen 201. 

Aus der pädiatrischen Universitätsklinik in Christian ia: Ueber Injoetionen 
mit antidiphtherischem Serum und reinem Pferdeserum boi nicht di¬ 
phtheriekranken Individuen, von Prof. Dr. A. Johann essen 855. 

Aus dem städtischen Epidemiekrankenhause in Christiania: Zur Frage 
der Bedeutung des Auftretens der Loeffler’schen Diphtheriebacillcn 
bei scheinbar gesunden Menschen, von Dr. Aaser 357. 

Aus dem pharmakologischen Institut der Universität Dorpat: Ueber den 
jetzigen Stand der Frage nach den pharmakologischen Wirkungen des 
Kupfers, von Prof. Dr. Kobert 5. 42. 

Aus dem St. Vineenz-Hospital in Duisburg: Eine neue Methode zur 
Behandlung des Plattfusscs, von Dr. F. Scliultze 455. 

Aus dem pathologisch-anatomischen Institut der Universität Florenz: 
Ein Fall von infectiösem Icterus levis, von Prof. Dr. G. Banti 493. 

Aus der medicinischen Abtheilung des Hospitals zum Hoiligen Geist in 
Frankfurt a. M.: Ein Fall von Morvan’scher Krankheit bezw. 
Syringomyelie, von Dr. Carl Müller 210. 

Aus der gynäkologischen Universitätsklinik in Freiburg i. B.: Diagnose 
der frühesten Schwangerschaftsperiode, von Geh. Med.-R. Prof. Dr. 
Hegar 565. 

Aus dem physiologischen Institut der Universität Freiburg i. B.: 
Einige Bemerkungen zu der Notiz des Herrn Dr. Benario: Citrophen, 
ein neuos Antipyreticum und Antineuralgicum, von Priv.-Doc. Dr 

G. Treupel 538. 

Aus der medicinischen Universitätsklinik in Giessen: Nachprüfung der 
Grützner’schen Versuche über das Schicksal von Rectalinjectionen 
an Menschen und Thieren, von Dr. Joseph Swiezynski 514. 

Aus der Universitätsfrauenklinik in Giossen: Dio Ausschabung bei ekto¬ 
pischer Schwangerschaft, von Prof. Dr. Löhlein 361. 

Aus dem hygienischen Institut der Universität Giessen: Ueber die 
Aetiologie einer im Verlaufe von Rachendiphthorie entstandenen Otitis 
media, von Dr. Kutscher 162. 

Aus der medicinischen Universitätsklinik in Göttingen: Ueber dio 
therapeutische Verwendung des Urotropin (Hexamethylentetramin), 
von Prof. Dr. A. Nicolaier 541. 

Aus der pädiatrischen Universitätsklinik in Graz: Ueber die antitoxischen 
Eigenschaften des Blutserums bei Kindern, von Dr. W. Orlowski 400 

Aus der medicinischen Universitätsklinik in Greifswald: Ueber 100 mit 
Diphtherieheilserum behandelte Fällo von echter Diphtherie von Dr 
Börger 870. 


Aus der chirurgischen Universitätsklinik in Greifswald: Notiz über mon- 
articulären Gelenkrheumatismus, von Prof. Dr. L. Heidenhain 496. 

Aus der Universitätsaugonklinik in Greifswald: Ein Fall von einseitigem 
Weinen hei Facialisparalyse, von Dr. V. Francke 532. 

Aus dem hygienischen Institut der Universität Greifswald: Ein Fall 
von Wunddiphtherie mit Diphtheriebacillen boi gleichzeitigem Vor¬ 
handensein von Diphtheriebacillen im gesunden Rachen, von Dr. 
Schot tmüller 272. 

Aus der medicinischen Universitätsklinik in Halle: Injectionen in ein 
Endotheliom mit Emme rieh'schein Krebsserum, von Dr. Roine- 
both 794. 

Aus der medicinischen Universitätsklinik in Halle: Die Entstehung des 
Venenpulses bei Communication der Vorhöfe und gleichzeitiger Iu- 
sufticienz der Mitralis, von Dr. Roineboth 870. 

Aus dem alten Allgemeinen Krankenhaus in Hamburg: Ein Fall von 
Hacmatoma durae matris auf luetischer Basis, von Dr. R. Hahn 91. 

Aus dem neuen Allgemeinen Krankenhaus in Hamburg: Diphtherie- 
reeidiv hei Behandlung mit Behring’s Heilserum, von Dr. 
C. Goebel 29. 

Aus dem neuen Allgemeinen Krankenhaus in Hamburg: Untersuchungen 
über die Residuen recenter Syphilis bei Weibern bezüglich ihrer 
Häutigkcit und ihrer diagnostischen Bedeutung, von Dr. 0. Palmer 76. 

Aus dem hygienischen Institut in Hamburg: Zum Stande der bacterio¬ 
logischen Gholeradiagnosc unter besonderer Berücksichtigung der 
Pfeiffer'sehen specitischen Cholerareaetiou, von Prof. Dr. Dunbar 137. 

Aus dem israelitischen Krankenhaus in Hamburg: Ein Fall von Creolin- 
vergif'tung. von Dr. Fritz Pinner 680. 

Aus dem Marienkrankenhaus in Hamburg: Ueber die traumatischen 
Erkrankungen der Wirbelsäule, von Dr. H. Kümmell 180. 

Aus dem Stadtkrankenhaus in Hannover: Ueber zweiundfünfzig mit 
Heilserum behandelte Diphtheriekinder, von Dr. van Nes 373. 

Aus der chirurgischen Universitätsklinik in Heidelberg: Ein Fall von 
einseitigem Descensus testiculorum (Ectopia testis transversa), von 
Priv.-Doc. Dr. M. Jordan 525. 

Aus der chirurgischen Universitätsklinik in Heidelberg: Ueber den 
plastischen Ersatz der Augenlider, von Priv.-Doc. Dr. M. Jordan 744. 

Aus der Ambulanz für orthopädische Chirurgio und Massage der chirur¬ 
gischen Universitätsklinik in Heidelberg: Zur Kenntniss der Sco- 
liosis nouropathica, von Priv.-Doc. Dr. 0. Vulpius 583. 

Aus der Universitätskinderklinik in Heidelberg: Erfahrungen über Di¬ 
phtherie seit der Anwendung von Behring’s Heilserum, von Prof. 
Dr. Vierer dt 169. 

Aus der Universitätskinderklinik in Heidelberg: Weitere klinische 
Untersuchungen über Resorption und Ausscheidung des Kalkes, von 
Dr. J. G. Rey 569. 

Aus dem Bürgerhospital in Köln: Ein neuer Geradehalter, von Dr. 
K. Gramer 93. 

Aus dem Augustahospital in Köln: Stoffwechselversuch bei Schilddrüsen- 
fütterung, von Dr. Bleibtreu und Dr. Wendelstadt 346. 

Aus dem pathologischen Institut der Universität Königsberg: Aethor- 
narkose und Pneumonie, von Prof. Dr. Nauwerck 121. 

Aus dem pathologischen Institut der Universität Königsberg: Tufluenza 
und Encephalitis, von Prof. Dr. Nauwerck 393. 

Aus dem pathologischen Institut der Universität. Königsberg: Das Blut 
bei acuter Leukämie, von Priv.-Doc. Dr. Askanazy 872. 

Aus dem hygienischen Institut der Universität Königsborg: Die 
Durchführung der bacteriologischen Diagnose bei Diphtherie, von 
Prof. Dr. v. Esmarch 7. 

Aus dem gerichtsärztlichen und dem physiologischen Institut der Uni¬ 
versität Krakau: Ueber Veränderungen der Athmungsorgano infolge 
von Carbolsäurevergiftung. von Dr. Ti. Wachholz 146. 

Aus der Universitätsfrauenklinik in Leipzig: Beitrag zur Kenntniss des 
Papilloma neuropathicum, von Dr. H. Albers-Schönberg 350. 

Aus dem Kinderkrankenhause in Leipzig: Die Serumbehandlung der Di¬ 
phtherie, von Prof. Dr. Soltmann 53. 

Aus dem Ivinderkrankenhausc in Leipzig: Zur Perityphlitis im Kindes¬ 
alter. von Dr. Schäfer 220. 

Aus der Univcrsitätsfraueuklinik in Marburg: Die Desinfeetion des Fingers 
und der Hand vor geburtshülfliehen Untersuchungen und Eingriffen, 
von Geh. Med.-Rath Prof. Dr. Ahlfeld 851. 

Aus der Universitätsaugenklinik in Marburg: Beitrag zur Blepharoplastik, 
von Prof. Dr. W. Uhthoff 473. 

Aus dem Diakonissenhause in Marienburg: Beitrag zur Casuistik der 
Fremdkörper in der Harnblase, von DiO Hochmann 35G. 

Aus dem Diakonissenhause in Marienburg W.Pr.: Ueber Flecktyphus, 
von Krcisphysikus Dr. Richter 554. 

Aus der Ohrenabtheilung der königlichen chirurgischen Universitätspoli- 
klinik in München: Ein einfaches Verfahren zur mechanischen Thei- 
lung der chronischen, nicht eiterigen Mittolohraffectienen (Massage 
des Trommelfells und seiner Adnexe), von Priv.-Doc. Dr. Haug 77. 

Aus dem Knappschaftslnzareth in Neunkirchcn: Entfernung einer 7'/a cm 
langen, l 1 o cm breiten Messerklinge aus dem rechten Oberkiefer, neun 
Jahre nach der Verletzung, von Dr. Kirchgässer 31. 

Aus dem Stadthospital in Odessa: Ueber die Peritonitis chronica fibri- 
nosa, von Dr. ß. Goldenberg 30. 

Aus dem Stadthospital in Odessa: Eiu Fall von Morbus Weilii, von Dr. 
B. Goldonberg 243. 

Aus der Provinzialirrenanstalt in Osnabrück: Ein Fall von chronischer 
Trionalvergiftung, von Dr. H. Reinicke 211. 

Aus der modicinischen Universitätsklinik in Prag: Ueber einen mit 
Tizzoni’s Antitoxin behandelten Fall von Tetanus puerperalis, von 
Cand. med. K. Walko 591. 


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UNIVERSETY OF MICHIGAN 



INHALTS.-VERZEICHNISS. 


Aus der medizinischen.Universitätsklinik in Rostock: Bemerkungen 
einem Fall von Akromegalie, von Dr. Ho ff mann 308. ö 

Aus der chirurgischen Universitätsklinik in Tübingen: Zur Krol • 
behandlung mit Erysipelserum, von Prof. Pr. Bruns 313 ' J ' v 

Aus der medicinisch-propädeutisclien Klinik in Turin* Zur Fra<n . 
Wasserretention im Fieber, von Dr. S. Riva Rocci und G. Cavallero 

Aus der Uüivereitätsklinik für Dermatologie und Syphilis in Turin* Ein 
hdl von Quecksilbenntoxication mit Scliarlacherythem nach hoch 
dosirier Sublimatmjection, von Dr. V. Allgeyer und Dr. F. Sprecher 

Aus der inedicinisch-diagnostischon Klinik in Warschau* BlutbclY, , i 1( .: 

der asiatischen Cholera, von Dr. E. Bicrnacki 795 u ■ u 1 

Aus dem St. Annen-Kinderhospital in Wien: Ucber 100 mit Behrin-’ s 


a behaml,!,t<! FäU0 ™ “Pbttorie, von IW Dr. Wider- 

AlIS Ä2Ä? fttfS D^fet? 


Alphabetisches Verzeichniss der Originalartikel. 


"ÄÄKÄ 1 ' W-. D, ,1. 

Atortus, (Iber tubaren, von Dr. J. Zcdol in Bremen 499 519 

558. kl ' mat,scIler Curort ’ Dr. P. Honigmnnn in Wieg- 

le^et^der La l«\ “ ««Ule-Wittekind 8(14. 

439 Deutsche, von Prof. Dr. A. Eulenburg in Berlin 

Pnei ' m °” iC “ <"> d - von Dr. Gros, 

Li 

° ffieDClatUr ’ dic 'on Prof. Dr. K. v.Bnrdeleben iu 

schaft angenommene^, 1 ‘von^Prof Dr I{°Ko-s ,laton, . isc D on . G csc' 11- 

' “ e Sll”vr m vo„T'“wed ^A-h* f 8 “ Ät 
Antipvretica und 4n lin V kdeklnd Jn Berlin 257. 

^ Treupel f„ FreibnYg i. B ^“' Keüntniss ^ von Priv.-Doc. 
‘"«l iu der ’ von Dberstahs- 

BerfetÄ Ae ” derun S <!n m d <™ neuen, von Prof. Dr. L. Lewin in 
Ara Sn1'63. ber ^ ^opionse^ichfc flüssiger, von Dr. Eschbnum in 
in Berlin dt*' ^ d<?D Berliner Ortskrankenkassen, von Dr. Ilenius 
sepüsche Antitoun- resp. Snbcutanspritze. vou Dr. G. Mover in Berlin 

«ff 6 äusscrc Krankheiten des, vonDr.W.Al- 

mwteo^onVr“^^^ Tiefc niit d om Elektro- 

Augenlider, über den plastischen 10 Bres ' au 40 - ß4 - 

d »n in Heidelberg 744 Ereatz dcr ’ von Priv.-Doc. Dr. M. Jor- 

„9 5 r ' A ' Kirstein in Berlin 634. 

Kcagens, von Dr. G. C.v«mT“i?^"8l“ triumh - v « ,obro “ id als 


Koagen’s, von Dr. G. S‘v»mT“i?^" 5 ^“ Wumh - v P ob ' ro “ id als 

ß ipri£ JdCS L ° effler ' Sebe “ V °“ Pr ° fcSSOr 
B^ffe'“ 35 ' 1 d ' 6 K ° Ch ' Scl ‘ e ’ von Dr- Lange-Hcrmstädt in 

bawbbs^YV^^' Prof- Dr. E ulenburg in Berlin 669. 
B 4ebe im K rr“V r fin7 1 9 r ““ d GobS ™“«“=D von Professor 
»riefet f„ 3 ' WZte ’ T<>n KrelSPhySikU3 Dr ' S oh'ogtendal in 

Dlopfef la / d F r6 f\f“ d B“dVa e U he“^ 5 k 0 ° blensta rchaltigen Soolbädern. von 

;-o„ b T, Ghthoff “ 473. 

^ ^ destimrtesU " sser ’; 

ter |; eu J 0 ^ten, von^riv^Doc 11 h f Aenderun £ en Verhalten 1 
ßl utser r J fierim 526. ^ Dr * A * L <>ewy und Dr. P. F. Rieh- 

Dr ' OrlowsU in a "\WMhau n 40 o' S ‘ !nSdiaftC “ bd Kind “ r "- v »n 


“• - p —- 

“Äftvs '■»— »• 

’• En ' SegDUn? “ Hem ‘ Dr - Nobl, von Dr. F. Block in Hannover 524 

! 

| 683 IU, ' C ’ lre DoBibrbcbkeit bei Klystiere», von Dr. Herlyn in Emden 

“ÄÄSS & Atbmungsorgane infolge 

; L : pä s? o%tsr» - 

&ÄT Ke ““ tniSS deS «•*•*<**. bei, von br. B. Opp- 

ÄtatÄ ter G ~°- 

"Ä nsTfene'tVwr 188 “^' ZUr G '* ebieh ** des ’ ™ Kreis- 
i iM, rS 3 Ä «5 *659 

i Gt;- P der * vo^^docent 

I s e o.hau i 79ä efUndC bd d ° r asiati schen, von dY e. Biernacki in War- 

- Dboleradiagnose, zum Stande der bacteriologiscben. unter besonderer B« 

j H g nburg e i 37 rülffer ’ SCben Ckolorare! « !ti on, von Prof. Dr. Dun- 

Cboleragift und Choleraantitexin von Dr. Ransom in Halle a S 457 

CU,0 theUun' 1 ™S e Dr S ^'‘"“pticum und Antincuralgicum, vorkuflgf Mit- 
ttieilun 0 \on Dr. Ben ano in Frankfurt a. M. 423 ö 

’ ta ÄÄÄ®*“ MitthCil ““ g über ’ TO “ Dr ' R ^^ort 

. ein neues Antipyreticum und Antineuralgicum, einige Bemerkuno- Pn 

ÄKWf ™ »’ Ä" 

- t , ;.“*:rsÄ E M s «ii'“* - •« 

Berichtigung zu der Entgegnung des Herrn Dr. Benario von Dr 
H. Seitort in Dresdon-Radebeul 736. euano, von Lir. 

C01n iin d 413. tleUU1 ’ Über daS ’ V °“ Privatdocc “ t Dr. F. Hirschfeld in Bei- 

COrS ii. aä!“*® V °“ Mod - Rath Prof - Dr. FOrbringer in Berlin 

Creolinvcrgiitung ein Fall von, von Dr. F. Pinner in Hamburg 680 
Cjstoskopie zur Teciinik der, von Dr. H. Lohnstein in Berlin 59°' 

Crvn kvTSir Ung '- d ffi P f e Ton Dr- Saake in SchOningen 369. 

C ‘ ^Wiesbaden ^ hen ' Bemerkun S en zura - von Prof. Drfw. Preyer 


DamMissen, Ge d en k rode bei Enthüllung der Gedenktafel im Lungegaards- 
Hospital m Bergen, von Prof. Dr. 0. Lassar in Berlin 612 
Darnistenosc nach Brucheinklemmung, über die Entstehung von, von Dr. 
Alaass m Berlin 36o. 

Dermoidcystcu, retrorectale und ihre Exstirpation, von Dr. Schulze in 
Wittenberge 3o2. 

Desccnsus testiculorum (Ectopia testis transversa), ein Fall von einseiti- 
gern, von Pnvatdocent Dr. Max Jordan in Heidelberg 525. 
Uesinfection der Hände, die neuesten oxperiinentellen Grundlagen der, von 
Med.-Rath Prof. Dr. Fürbringer in Berlin 39. 


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VI 


INHALTS -VERZEICHNISS. 


Desinfection des Fingers und der Hand vor geburtshülflichen Untersuchun¬ 
gen und Eingriffen, von Geh. Med.-Rath Prof. Dr. Ahlfeld in Mar¬ 
burg 8ol. 

Diabetes mellitus, Mittheilungen über, von Dr. Teschenmüller in Neuen¬ 
ahr 276. 

- übei ! das Verh alten des Patellarreflexes bei, von Dr. Grube in 

Neuenahr 375. 

Diphtherie, die Durchführung der bacteriologischen Diagnose bei, von 
Prof. E. v. Esmarch in Königsberg i. Pr. 7. 

’ Erfahrungen der Anwendung von Behring’s Heilserum, von Prof. 
Dr. Vierordtm Heidelberg 169. 

— ’ Erfahrungen Uber das Heilserum bei einer Hausepidemie von. von 

Prof. Dr. W. Nolen in Leiden 371. 

—, Erfolge der Heilserumbehandlung der, von Geh. Med.-Rath Prof. Dr 
0. Heubner m Berlin 687. 

—, Incubationsfrage der, von Dr. Carstens in Leipzig 573. 

—, Immunisirung bei, von Prof. Dr. Johann essen in Christiania 201. 

i von Dr. Rubens in Gelsenkirchen 758. 

~i Serumbehandlung der, von Prof. Dr. Soltmann in Leipzig 53. 

—, herumtherapie der, im Kinderkrankenhause zu Amsterdam, von Dr 
H. Timm er m Amsterdam 607. 

—, hundert mit Behring’s Heilserum behandelte Fälle, von Prof Dr 
Widerhofer in Wien 17. , . . 

77 niit Diphthcrieheilscru.il behandelte Fälle, von Dr. Bürger in 
Greifswald 870. Ä 

—, Werth des Ausstrichpräparates bei der Diagnose der, von I)r. phil. 
und med. Plaut m Leipzig 291. p 

— mit hochgradiger Larynxstenose. ein mit Behring schein Heilserum ge¬ 

heilter Fall von. von Dr. Th. Lange in Halle 115. 

— der Augen und des Rachens, behandelt mit ßehring’schem Heilserum, 

von Dr. J. IJoppe m Elberfeld 199. 

Diphtheriebacillen, zur Frago der Bedeutung des Auftretens der Loefflcr- 
schen her scheinbar gesunden Menschen, von Dr. Aaser in Christin- 
nia öo7. 

Diphthenebacillus, die ätiologische Bedeutung des Loefflcr’schen, von Prof 
Dr. C. Fraenkel m Marburg 172. 

Diphtheriebehandlung mit Behring’s Serum, 35 Fälle aus der Privatpraxis, 
iv , von . r * Bachmann m Salzhemmendorf 609. 

Diphtherieepidemie, bekämpft mit Behring’s Serum, von Kreispbysikus 
Dr. Kichter m Marienburg 115. 

Diphtheriefälle, Ober zwei mit Heilserum und nachfolgender Tracheotomie 
Ä und geheilte, von Dr. v. Jacobson in Pr.-Stargardt 215. 
Diphthenekmder, Ober zweiundlönfzig, mit Heilserum behandelte, von 
Dr. van Nes in Hannover 373. 

Diphtheriekranke, die Dauer der Intubation bei geheilten vor der Serum- 
, b f ha . ndlu ?j? un . d v °n Prof. Dr. J. Bökai in Budapest 755. 
Diphthorierecidiv bei Behandlung mit Behring’s Heilserum, von Dr. 

L. Goebel m Hamburg 29. 

Diphthenesammelforschung der Deutschen medicinischen Wochenschrift 
Diphthe^eserum.» Anlagen zur^Geivinnung in den Höchster Farbwerken, von 

I eh s"zegO g inTudap I ; a st e 858" n «iphtherie mit, von Dr. 

’ Ä Berlin“577 8d ‘ iChen NebenwirkuD S en des - von Dr. P. Mar- 
—, Erfahrungen in Hallo a. S. wiihrend der Zeit vom 11 November lfm 
SanitätsfarDr S sX Ä“ ^schafften, von 

' ?s!fäy e F r ’ 

m m m m ApriI) 1895 ’ von ür - H - in bS 

Berlin f 7 3 anthemen nach Behandlung mit, von Dr. Zielenziger 

~ nach Behandlung mit, von Dr. Colla in Wriezen 51 

~. Fall von Nachwirkung des. von Dr. V. Habel in Trnnni.nl« 51 ’ 

, Dyectionen bei nicht diphtheriekranken Individuen, von P professor 
A Johannessen m Christiania 855. rrolessor 

Ho ^ pit v ern von Gertrud Gordon in Paris 49 

Ärrrffii.-;: «■ 


r Dr. 


E. 


Bacteriensubstanzen 8e vOT C Dr.^ lr Kr n ^ger^in X Beriin n 331 mmU “' S ” Cn8e 

Elephautiasis^uistik, ein Beitrag^UT iÄSSSÄ Dr. Uthe- 

^“ Ce § h OppenheFm!“Berib 85 CUten " iCht eit6rigen ’ TOn Professor Dr. 
ba , emorr ;> a gica, von Dr. Frevhan in Berlin 643 
Wirkuug! a vo°n P Priv n r)oc X ^oe n™” T0 % ras ? h ™robergehender 

C. Ftt rer 

Exophthalmus, Bemerkungen über, von Dr. H. Salomonsohn in Berlin 


Fersenbein, über die Compressionsbrücho des. von Dr. F. Bähr in Han¬ 
nover 518. 

Facialisparalyse, ein Fall von einseitigem Weinen bei, von Dr. V. Francke 
in Greifswald 532. 

Fieber, zur Frage der Wasserretention im, von Dr. S. Riva-Rocci und 
G. Cavalloro in Turin 529. 

| Finger, die spontane Contractur der (Refractio aponeureuroseos palmaris 
von Dupuytren), als ein trophischor Proccss centralen Ursprungs, von 
Dr. W. Bieganski in Czenstochau 497. 

—v — ;-- — v kurze Bemerkung zu dem Artikel Bieganski’s, von Dr. 

F. Bähr in Hannover 540. 

Fingergymnastik, Apparate für, von Dr. 7 hilo in Riga 258. 

Flecktyphus, von Kreisphysikus Dr. Richter in Marienburg W.-Pr. 554 

Friedrich-Wilhelms-Institut, Festrede zur 100jährigen Stiftungsfeier des, 
von Generalstabsarzt der Armee, Prof. Dr. v. Coler in Berlin 811. 

—, zum 2. Decembor 1895, Erinnerungsbilder zur 100 jährigen Stiftungs¬ 
feier des, von Oberstabsarzt Dr. Schjerning in Berlin 814. 

G. 

Gehirnchirurgie. Beiträge zur, von Dr. F. Haenel in Dresden 601. 

Gehverland. Erfahrungen über die Verwendung des, von Prof. Dr Krause 
in Altona 187. 

Gelenkrheumatismus, eine Notiz über monarticulären. von Prof Dr 
L. Heidenhain in Greifswald 496. 

Geradehalter, ein neuer, von Dr. K. Gramer in Köln 9? 

Gesehwülste über dio Entstehung der, von Prof. Dr. Ribbert in Zürich 
9, 24, 4o, 62. 

Gewebssafttherapio im allgemeinen und Spermintherapie im speciellen zur 
physiologischen Chemie der. von Prof. Dr. A. Poelil in Petersburg 
47o. ö 

Gicht, zur Pathologie und Therapie der, von Priv.-Doc. Dr. Klein Derer 
m Berlin 655. 

Gonococcenabscess. subcutancr am linken Ellbogen, von Dr Hoch mann 
m Marienburg 863. 

Gonococcus, Beitrag zur Cultur des. von Dr. Hammer in Heidelberg 859 

Graf f, von San.-Rath Dr. Busch in Crefeld 578. 

H. 

Haematoma durae matris auf luetischer Basis, ein Fall von, von Dr R 
Hahn m Hamburg 91. ' ' 

Harnblase, Beitrag zur Casuistik der Fremdkörper in der, von Dr Hoch- 
mann m Marien bürg 356. 

Harnröhre und ähnliche Höhlen, ein einfaches Instrument zum Einführen 
von Salben in die, von Dr. K. FriedJieb in Homburg 407. 

Harnsäureaiitlösuug bei gichtischen Ablagerungen und bei Concretionen 
in den Harnwegen, die Verschiedenheit des Problems bei, von Priv- 
Doc. Dr. Mendelsohn in Berlin 283. 

von Prof. Dr. 0. 


TJ 41 7-.uoioouu 411 AJCIIIII <500. 

mutkrebs, zur Arsenikbehandlung des, Klarstellung- 
Lassar m Berlin 424. 6 

Hautsyphilid, über eine eigenthümliche Lokalisation des tertiären, von 
Dr. Wermann in Dresden 877. 

Hebammenpraxis, Einschränkung der inneren Untersuchung in der, von 
Dr. I. Bau mm m Breslau 482. 

Hebammenwesen, über die Organisation des, von Prof. Dr. Schatz in 
Kostock fa/1. 

Hernia obturatoria incarcerata, ein Fall von, von Med.-Rath Dr. Gerd es 
in Jever öo. 

Herniotomie incarceriiter Hernien im Kindesalter, zur Statistik und Pro- 
gnose der, von Dr. C. Storn in Düsseldorf 356. 

Hinken, über intermittirendes („Claudication intermittente“ Charcot’s) 
und Arteriitis der Beine von Dr. S. Goldflam in Warschau 587 
Hirnchirurgie, Beiträge zur, von Dr. C. Jo61 in Gotha 124. 

Hoppe-Seyler +, von Prof. Dr. I. Munk in Berlin 563. 
Htlftgeienksluxation, über den Gang bei angeborener, von Geh. Med.-Rath 
Prof. Dr. Trendelenburg m Bonn 21. 

Hüftverrenkung, zur orthopädischen Behandlung der angeborenen (Luxatio 
congenita coxae), von Dr. Dolega in Leipzig 604. 

H7P men dl 730 ’ Beitrag zur Behandlun g der, von Dr. L. Heusner in Bar- 

f. 

Teterus, der fieberhafte, eine Proteusinfection, von Stabsarzt und Priv.-Doc. 
Dr. H. Jaeger in Stuttgart 667. 

Proteusarten und der infectiöse, von Prof. Dr. G. Banti in Florenz 

- mfectiosus und Icterus infectiosus levis, von Stabsarzt und Priv.-Doc. 
Dr. H. Jaeger in Stuttgart 848. 

ImmunftiitT ,fn a j U T VOn in . fec ^ iöse ? a ’ ™n Prof. Er. G. Banti in Florenz 493. 

nunkt Ä T tionstheoneen vom biologisch-chemischen Stand- 
TnfJ.Wb ^ C ^ tet ’ V P n Prof - Dr - A - Poehl in Petersburg 88. 
^fectionskrankheiten, über den Einfluss von Fieber und Leukocytose auf 

Berlin 240 ’ ^ Pnv - Doc - Dr ’ Loe ^ Dr. Richter in 

“ den °h e ? en We gen bei, von Priv.-Doc. Dr. W. 

-GUDlinski m Berlm 411. 

Influenza und Encephalitis, von Prof. Dr. Nauwerek in Königsberg 393 . 
Inflnen™^ 0 ? ® bers tobsarzt Dr. Pfuhl in Hanuovor 459. 

fl s“o”p L C p OS 32i ° m Be ' trag zur Casuistik von Dr. Leiser in 
Injectionsspritzo, eine neue, von Dr. S. Rosenberg in Hamburg 408. 


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INHALTS. VERZEICHNISS. 


Innere Untersuchung in der Geburtshülfe, Einschränkung der, von Dr. M. 

Sperling in Königsberg i. Pr. 878. 

Inunctor. Salbenreiber, von Dr. A. Haidenhain in Berlin 327. 

-, Berichtigung, von Dr. Ziemssen in Wiesbaden 360. 

Internationaler hygienischer Congress, aus der XIX. Scction des von 
Dr. George Meyer in Berlin 454. 

Irrenanstalten des Orients, von Dr. A. Moll in Berlin 133. 162. 

—, die staatliche Beaufsichtigung der, von Geh. Med.-Rath Dr. 0. S ch wa rt z 
in Köln 185. 

Irrenrechtsrofonn, der Fall Weber-Andernach und seine Anwendung auf 
die Frage der, von Geh. Reg.-Rath Prof. Dr. Finke ln b uro- in I 
Bonn 749. b ! 

J. 

Jodoformin (geruchloses Jodoform), von Dr. Iven in Beuel a. Rh. 59G 
—. Bericht über die Anwendung von, von Dr. Trostorff in Bochum 849 
Jodsaure Verbindungen, über die klinische Verwertbbarkeit der vorläufige 
Mittheilung von Dr. J. Ruhemann in Berlin 610. ’ b 


Kalk, weitere klinische Untersuchungen über Resorption und Ausscheidun* 
des, von Dr. J. G. Rey in Aachen 569. ö 

Kehlkopfspritze zu submucösen Iiyectionen, vonDr.Rinck in Elberfeld 424 
Keratitis, die Heilung der traehomatösen und skrophulösen durch Lid- 
lockening. Blepharochalasis, von Dr. Gustav Schwabein LeiW317 
Kiefergelenk, über eme unter dem Bilde einer Ohrcnerkrankung vorlaufende 
Neurose des, von Dr. A. Bruck in Berlin 530. 

Kindergonorrhoe, von Dr. W. Fischer in Altona 861 
Kinderlähmung, cerebrale auf syphilitischer Grundlage, von Dr F Front * 
in Braunschweig 876. ' ' n 

Kochsalzklystiere, ihre Wirkung auf den Darm, von Dr. Da über in Würv 
bürg o43. v ’ 

Kohlenoiydrergiftung durch Resorption von der Leibeshöhle aus von Dr 
E. Richter in Greifswald 516. 

Koüiotomie ein Fall von complicirter, von Dr. E. Witto in Berlin 501 
hrankenaufnahme m die öffentlichen Hospitäler Berlins, Regelung der 
von Dr. J. Schwalbe in Berlin 488. 0 0 

Crefeld'292 SteUung der Aerzte in den ’ vott San.-R. Dr. Busch 

KrankeupflegcgerMhschaften, über Anstalten zur Verleihung von, von Dr 
Frh. v. Reitzenstein in Freiburg i. B. 97 . 

Krebsserum, klinische Erfahrungen über die Heilung des Krebses durch I 
T Pr ° '.. Dr ‘ Emmerich und Dr. Scholl in München 265 h 
? £Ä ham “” g T TOn S rof - Dr - Bruns in Tübingen 313. “4 
^i« b l' a r d k” S S" 1 ’ V ?“ Dr - Fr eymuth in Danzig 333. 

Sch!n k ™ h nr B \v“ e p kU . ngen ZU ' T] lera P io Ton Emmerich und 
Dr. W. Petersen m Heidelberg 314. ! 

~ v^Prof 1 p^ 6 ‘ S , Herr ? Bruns über die Wirkung des, i 

- die FLltLSi * m A me S\ c } ? nd Dr. Scholl in München 358. ! 

’ von Pm? n g v er kntischen Bemerkungen des Herrn Petersen 

0n .L „ Emmerich und Dr. Scholl in München R7R ’ 

' *“HSSdÄ <A 4 ?% BeriChÜg “ S in Sach0n des ’ Ton Dr - w - Petersen 
‘'SbäML M Brustkrebs, von Dr. R. Schüler ' 

™ ZfYif fIT'-Z bell jT lta Fslle von Krebs und Sarkom 

- tat 

' bef Manchen Th" *" Dars,c11 “^ d «b ™n Dr. Scholl in Thnlkirchen 
• i^ectionea in ein Endotheliom, von Dr. Reineboth in Halle „. ,S. 

Se.'über D die L intaC^“ i? Bcckcnhoim-Frankfurt n. M. 114. 

™ Dr. Foss in PotsYara "°4 " ,son,eren * ^sonders dos Entewl. 

“''wktgen^e^ttÄt vT d rf n 

Knpfervergiftune' ? \ R ' Kobert 111 Dorpat 5. 42. 

von Prof. ßr. Filefne^n Breslaul^.^ 1 ’ aCUten UDd chro,li -' zh ‘ n ' 


Behrend intolberg 7 Yg Sgang ln Genesung, ein Fall von, von Dr. 
r " P B°eri,“ ia 8a pl0 ™ t0 ^ ZUr ’ Frag8 der - von Stabsarzt Dr. Ti 1 mann in 

. § 100*'desTraflesetebSches“’ daS T s “ rz , t , lich . e Attest der, und der 

rebenswoche, zur Diätetik der *rcf V ° D Davidsohn in Berlin 422. 

kiSpSöVSÄ 7»."™ ““*• r '” r 

j?erg i. P r . 872 aCUter ’ ' 0n Pr *' r .-Doc. Dr. M. Askanazy in Königs- 

u “ ßfrim 873 UI1Ke “ ZU vors, « ll en<iem Aufsatz, von Prof. Dr. A. Frnonkel 

1 jnflTEiShSrtrmt S, . ttber C ie Wirkun ? dos. Ein Boi- 
I'itMüS in «“?°ver P 694 Blut ' mtereurf iung, von Dr. B. Schür- 

Soh » in Berlin w*' 110 Wirknng der - ™n Priv.-Doc. Dr. Mendel- 


de^ssioseu, von Med.-Rath Professor 

ung trrfe: ü,w 

LU T h Bd-aiidiUttsverzicherun^Se^o^Dr. Ascher 

~ ~G»rt-ersZ/ r i. So g hT W.ick.r in 

LU “ g Ä n 753 eine nCUe HeilStätte ,flr ’ ™ n Pr ° f ' Dr. A. Eulenburg i„ 
Lupu n scr yt h 0 ma^esdise 0 ld,,, Beitrag zur Therapie des, von Dr. E. VoH- 

M. 

Magendarmcanal, zur chirurgischen Behandlung der Stenosen des von 
Oberarzt Dr Lauenstoin in Hamburg 581. '° U 

Mag Mü? C " e ’ U . b , er ein,g0 °P crativ behandelte, nebst Bemerkungen über 
Milchsauregährung, von Priv.-Doc. Dr. Rosenheim in Beriin 9 -iS 5ßn 
Magenkrankheiten, über die chirurgische Behandlung der, von Priv -Doc‘ 
Dr. Th. Rosenheim in Berlin 11 . 26 47 von rin. jjoc. 

Magenres^ction wegen Carcinom. Methode undErfolge der, von Professor 
Dr. Kocher m Bern 249 269 287 ^ruiessor 

MagenscWeirahautotrophie ein Fall' von, nebst Bemerkungen über die so- 

i des ^ 

! ^krankung der Lippenschiei,,,- 

B r,US ™ d - 
j Sn 6 i 3 ,dil,m ’ Zulassun & dei< Frauen zum, von Dr. llenius in 

I Mcdi T Ci " i f heS Frauenstudium in den europäischen und aussereuropäischen 
j Ländern, die Entwickelung und der gegenwärtige Stand des von 
I Dr. Agnes Blühm in Berlin 648. 

| ~ X in fc pIris 536 Und Prüfun ^ swesen in Frankreich, von Gertrud G ordon 

i Mdchsäure, ihre Bedeutung für die Diagnose des Magencarcinoms. von 
Priv.-Doc. Dr. Rlemperer m Berlin 218. 

Militärärztliche Bildungsanstalten in der Gegenwart, die preussischcn. 

1 M . vo . n ?b ei Stabsarzt z. D. Dr. P. Sperling in Berlin 817. 

1 Min nf"n S n Un ? 1 ?, raD . nen T ! al ? 1 e ’ öber natürliche und künstliche, von 
i Df- 0 . Dornbluth m Freiburg i. Schl. 470. 

Missbildung, über eine seltene der unteren Extremität, von Dr R Vit¬ 
ra an n in Köiugshütto O.-S. 876. 1 

Mitteloliraffectionen, ein einfaches Verfahren zur Behandlung eines Theiles 
der chronischen nicht eiterigen (Massage des Trommelfelles und seiner 
Adnexe), von Priv.-Doc. Dr. Haug in München 77 . 

Mittelohreitorung, ein Fall von chronischer, Gliosarkom der Vierhü-el 
iod in der Chloroformnarkose, von Stabsarzt Dr. Pas so w in Berlin 733 ’ 
Morbus Basedow», über Diagnose lind Therapie des, von Dr. Buschan iii 
otettin 336. 

Diagnose und Theorie, Entgegnung von Dr. F. Lemke in Ham¬ 
burg 3/5. 

, Schlusswort zu der „sachlichen“ Erwiderung des Herrn Dr. Lemke 
von Dr. G. Buschan in Stettin 422. 

“ Bemerkungen zum, von Dr. Fürst in Berlin 338. 

Morbus Weilii. ein Fall von, von Dr. B. Goldenberg in Odessa 243 
Morvau sehe Krankheit bezw. Syringomyelie, ein Fall von, von Dr. 

Carl Müller in Frankfurt a. M. 210. 

Myxödem, drei Fälle von geheiltem, von Prof. Dr. E. Mendel in Berlin 101 . 
Hrahing eines operativ entstandenen, durch Fütterung mit Sehafs- 
sehilddrilse, von Dr. Palleske in Neustadt i. M. 103. 


, Naevi, Zinkchlorid zur Entfernung von 668 . 

Neo-Vitalismus, von Hofrath Prof. Dr. E. Rindfleisch in Würzburg 617. 

Nephrolithiasis im Anschluss an Brechdurchfall, von Prof. Dr. II. Eich- 
horst in Zürich 791. 

Nervenpräparate, über Färbung von, von Dr. Flatau in Berlin 212 . 

Netzhautablösung, über ein neues Heilverfahren bei, von Prof. Dr. Deutsch- 
mann in Hamburg 345. 

Netzhautentzündung bei angeborener Lues, von Prof. Dr. J. Hirschbern¬ 
in Berlin 409. 430. ° 

Neuritis und Polvneuritis, über puerperale, von Prof. Dr. Eulen bürg in 
Berlin 118. 140. “ e 

°. 

Oberkiefer, Entfernung einer 7* 3 cm langen, l 1 3 cm breiten Messerklinge 
aus dem rechten, neun Jahre nach der Verletzung, von Dr. Kircii- 
gässer in Neunkirchen 31. 

Oberkieferresection, über den Versuch einer blutlosen durch temporäro 
Constriction der Carotis nebst Bemerkungen über blutlose Operationen 
an den für die Esraarch’sche Umschnürung nicht zugänglichen Kör- 
perregionen, von Dr. E. Senger in Crefeld 355. 

—, Versuch einer blutlosen, Bemerkungen zu der Notiz des Herrn Dr. 
v. Besser, von Dr. E. Senger in Crefeld 469. 


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VIII 


INHALTS - VERZEICHNISS. 


Oesophagoskopie, Beiträge zur, von Priv.-Doc. Dr. Th. Rosen he im in 
Berlin 836. 

Oesophagusstricturen, zur Aetiologie der; zugleich ein Beitrag zur Ent¬ 
stehung des Pneumothorax durch innerliches Trauma, von Dr. Busse 
iu Bremen 368. 

Ohrenchirurgie, Beiträge zur, von Dr. L. Grünwald in München 746. 
766. 778. 

Orthopädischo Mittheilungen, von Dr. Heusner in Barmen 388. 

Orthopädisches Kinderpult mit verstellbarem schiefem Sitz, von Dr. J. 
Wurm in Berlin 647. 

Osmose und der osmotische Druck des Blutplasmas, von Dr. H. Köppe in 
Giessen 545. 

Osteom der Orbita, von San.-Rath Dr. B. Steinheim in Bielefeld 863. 

Otitis media, über die Aetiologie einer im Verlaufe von Rachendiphtherie 
entstandenen, von Dr. Kutscher in Giessen 162. 

Otitiscbe Sinusthrombose mit allgemeiner Pyäinie, Beitrag zur operativen 
Behandlung der, von Dr. Reinhard in Duisburg a. Rh. 203. 

Ovariotomie, über Parotitis und Psychose nach, von Dr. Everko in 
Bochum 319. 

IN 

Pankreatinverdauung des Sputums zum Sedimentiren der Tuborkelbacillon. 
von Dr. Spengler in Davos-Platz 244. 

Papilloma neuropathicum, Beitrag zur Kenntniss des, von Dr. H. Albers- 
Schönberg in Leipzig 350. 

Pasteur f, von Geh. Med.-Rath Prof. Dr. Loeffler in Greifswald 719. 

Peptonurie, über, von Geh. Med.-Rath Prof. Dr. Senator in Berlin 217. 

Peritonitis chronica fibrinosa, von Dr. B. Goldenberg in Odessa 30. 

Perityphlitis im Kindesalter von Dr. Schäfer in Leipzig 200. 

Pharmakologie und IToxikologie, Bericht übor, von Prof. Dr. L. Lew in 
in Berlin 127, 148. 

-, kritischer Bericht über, von Prof. Dr. L. Lewin iu Berlin 771. 

Plattfuss, eine neue Methode zur Behandlung des, von Dr. Ferd. Schultzc 
in Duisburg 455. 

Polikliniken, gegen den Missbrauch der, und Anderes, von Dr. J. Schwalbe 
in Berlin 506. 

Polymyositis subacuta suppurativa, ein höchst eigenthümlicher Fall, von 
Dr. H. Neumann in Potsdam 386. 

Prostatahypertrophie durch Castration geheilt, ein Fall von. von Dr. R. 
Lütke ns in Celle 82. 

—, ein Beitrag zur Behandlung der. von Dr. Manasse in Berlin 391. 

Prüfungsordnung, Entwurf einer Neugestaltung der medicinischen durch 
das „praktische Jahr“, von Prof. Dr. P. Krablor in Greifswald 804. 

-, Bemerkungen zu vorstehendem Entwurf, von Professor Dr. 

A. Eulen bürg in Berlin 805. 

Psychiatrie, über den Entwicklungsgang der, und über die Bedeutung des 
psychiatrischen Unterrichts für die wissenschaftliche und praktische 
Ausbildung der Aerzte, von Prof. Dr. Meschede in Königsbercr i. Pr. 
37, 60. 

Quecksilbergebrauch, einige Bemerkungen über Veränderungen der Haut 
nach, und über einen Fall von Digitalisexanthem, von Priv.-Doc. Dr. 
Friedheim in Leipzig 182. 

Quecksilborintoxication mit Scharlacherythem nach hochdosirter Sublimat- 
injection, von Dr. V. Allgeyer und Dr. F. Sprecher in Turin 636. 


K. 

Rachen und Kehlkopf, über Verwachsungen im, infolge von Lues, von 
Priv.-Doc. Dr. P. Hey mann in Berlin 477. 

Rectalinjectionen an Menschen und Thieren, Nachprüfung der Grützner- 
schen Versuche über das Schicksal von, von Dr. J. Swiezynski 
in Warschau 514. 

Recurrenslähmung. zwei Fälle von, von Dr. Treitol iu Berlin 322. 

Röhrenknochen, über angeborene Defecte langer, von Dr. G. Joachims¬ 
thal in Berlin 874. 

Rumpfhalter zum Festbalten bei chirurgischen Operationen in Seitenlagc. 
transportable, von Dr. R. Lehmann in Dresden 615. * 


Säuglingsalter, Ernährungsweise und Infectiouskrankheiten im, von Priv.- 
Doc. Dr. H. Neumann in Berlin 841. 

Samariterversammlung in Cassel, zur Geschichte der, von Dr. J. Schwalbe 
in Berlin 469. 

Scheide, über das Verhalten pathogener Keime zur. von Prof. Dr. Düder- 
lein in Leipzig 157. 

Schiefhals, über muskulären, von Prof. Dr. K. Köster in Bonn 117. 

Schienenhülsenapparate und ihre Verwendung in der Orthopädie, von Priv - 
Doc. Dr. Hoffa in Wllrzburg 251. 274. 

Schiffsärztliches, eino Berichtigung an Herrn Prof. Dr. A. Gärtner von 
Dr. E. Pittsburg, Pa. 523. 

Schilddrüsenfütterung. Stoffwechselversuch bei. von Dr. Bleib treu und 
Dr. Wendelstadt in Köln 346. 

Schlaf, Hypnose und Somnambulismus, von Dr. M. Hirsch in Berlin 595 

Schulkurzsichtigkeit, Beitrag zur Heilung der, von Dr. E. Scheck in 
Berlin o33. oo7. 

Schulnberbflrduug, zur, von Prof. Dr. A. Eulenburg in Berlin 718 

T: °' n “ al *«/■ von Prof. Dr A. Eulenburg io Berlin 803. 

ScnuWberbUrdungefragt*, zur, von Oberstabsarzt Dr. Hcrter in Frankfurt 

Schwangerschaft, die Ausschabung bei ektopischer, von Prof. Dr Loli lein 
m Oiessen 3ol, 


1 Schwangerschaftsperiode, Diagnose der frllheston. von Geh. Med.-Rath 
Prof. Dr. Hegar in Freiburg i. B. 565. 

Schwarzwasserfieber an der afrikanischen Westküste, von Dr. F. Plehn. 
ehern. Regierungsarzt von Kamerun 397. 416. 434. 

—, Behandlung mit grossen Chiningaben, von Dr. B. Küchel in Köln 446. 

—, ein Beitrag zur Kenntniss dos, von As9.-Arzt Dr. Doering in 
Berlin 761. 

- ist Gelbfieber, Erwiderung auf Dr. E. Below’s Aufsatz, von Dr. 
F. Plehn. eliem. Regierungsarzt von Kamerum 485. 

—, zur Chiuinbohandlung des, von Stabsarzt Dr. Steudol in Karlsruhe 668. 

Entgegnung von Stabsarzt Dr. Kohlstock in Berlin 766. 

Scoliosis neuropathica, zur Kenntniss dor, von Priv.-Doc. Dr. 0. Vulpius 
in Heidelberg 583. 

Selbstdesinfection. ein chemischer Beitrag zur Stütze des Princips dor, 
von Dr. A. Edinger in Freiburg i. B. 381. 

Serumtherapie. Leistungon und Ziele der. von Prüf. Dr. E. Behring in 
Marburg 623. 

Sinnesphysiologie, einige neuere Ergebnisse aus dem Gebiete der. von 
Prof. Dr. r. Grützner in Tübingen 69. 

Sonderfach- und Heilkunde, von Prof. Dr. J. Hirsehberg in Berlin 
96. 110. 

Speichelsteine, zur Diagnose, von Dr. Lindemann in Münster i. W. 683. 

Spermatocvstitis, über acute, von Dr. Reh fisch in Berlin 334. 

Spiritus-Glühhchtfrage, zur, von Stabsarzt Dr. Pannwitz in Berlin 561. 

Splenektomie bei Milzechinococcus, von Prof. Dr. E. Hahn in Berlin 441. 

Spülbecken für urologische und verwandte Zwecke, ein neues, von Dr. 
v. Sehlen in Hannover 651. 

Stirn-, Hand- und Stativlampe für Hals. Nase und Ohr. von Dr. A. Kir- 
i stoin in Berlin 462. 

Stirnhöhlenempyem, zur Behandlung des. von Dr. J. Herzfeld in 
Berlin 195. 

Sublimatinjectionen. zur Methode der intravenösen, von Dr. Lieh ton¬ 
st ein in Liegnitz 423. 

Subphronischer Absccss, ein Fall von. von Prof. Dr. E. Jendrassik in 
Budapest 658. 

Südafrikanische Verhältnisse, einige Bemerkungen über, von Dr. Bokofzcr 
in Rummclsburg b. Berlin 684. 

Syphilis bei Weibern, Untersuchungen über die Residuen recenter bezüg¬ 
lich ihrer Häufikeit und ihrer diagnostischen Bedeutung, von Dr. 0. 
Palmer in Hamburg 76. 

—. zur Kenntniss der Motilitätsstörungen hei der hereditären von Dr. Reu¬ 
ter in Greiz 517. 

T. 

Tabes dorsalis mit. Kiefernokrose. ein Fall von. von Dr. Kali sc hei- in 
Berlin 304. 

Tannin und Kaliumpermanganat, ein Fall von acuter Vergiftung nach 
gleichzeitiger externer Anwendung von. von Prof. Dr. Harnaek in 
Halle 156. 

Tetanusgift, Kritik der neueren Arbeiten über die physiologischen Wir¬ 
kungen des, von Priv.-Doc. Dr. Gumprecht in Jena 693. 

—. B ;merkung zu der Kritik der neueren Arbeiten über die physiologischen 
I Wirkungen des, von Priv.-Doc. Dr. Gumprecht, von Prof. Dr. 
Goldscheider in Berlin 735. 

Tetanus puerperalis, über einen mitTizzoni’s Antitoxin behandelten Fall, 
von Cand. med. K. Wal ko in Prag 591. 

Thiersch, Karl, ein Nachruf von Geh. Med.-R. Prof. Dr. v. Bardelebon 
in Berlin 311. 

| Thomsen’sche Krankheit, über, von Prof. Dr. A. Eulenburg 691. 
j Thyreoidismus. von Dr. 0. Lanz in Bern 597, 

I Thyroidintabletten, über den Missbrauch der. von Prof. Dr. A. Eulen- 
i bürg 539. 

' —» Missbrauch der, in eigener Sache, von Prof. Dr. A. Eulenbur^ j n 
Berlin 578. ° 

Thyroidinwirkung, Beitrag zur, von Dr. Becker in Gensingen 600. 

: Thyroidismtis. zum sogenannten, von Dr. G. Busch an in Berlin 736. 

™*kia. ein Fall \on Heilung einer grossen Knochenhöhle in der, durch 
Plombirung mit Kupferamalgam von Dr. Heintze in Breslau 406. 

—. über congenitalen Dofcct der, von Dr. 0. Joachimsthal in Berlin 437. 

libien, über einen Fall von congenitalem Defect beider, von Dr. Wail z 
I in Hamburg 405. 

1 Totalexstirpation statt Castration, von Geh. Med.-Rath Prof Dr F rituell 
m Bonn 377. 

Transplantation eine neue Methode zur Ueberhäutung von Wundflächen 
und Mundhöhlen durch Epithelaussaa, von Dr. F. v. Mangoldt in 
I ^ Dresden 798. 

Iransplantationsmethode, die v. Mangoldt’sehe, nach Radicaloporationen 
chronischer Mittelohreitorungen, von Dr. Mann in Dresden 800. 

Irional als Schlafmittel, von Dr. M. Steiner in Rosenberg O.S. 214. 

Jnonalvergiftung, ein Fall von chronischer, von Dr. Reinicke in Osna- 
, brllck 211. 

i Tuberkelbacillen im Sputum, zum Nachweis von, von Prof. Dr. v. Rind¬ 
fleisch in Würzburg 810. 

1 Tuberkulin, Erfahrungen aus der Praxis über das Koch’sclie. von Dr. 
P. Krause in Vietz 94. 108. 129. 

! iyphusnachweis, über die klinische Bedeutung des Elsner'schen. von 
Prof. Dr. L. Brioger in Berlin 835. 

U. 

1 L:icus ventriculi, zur Behandlung des frei in die Bauchhöhle perforirten. 
von Dr. C. Pariser in Berlin 450. 466. 

Unterschenkelvaricen, über deren Operation nach Trendelcnbiii ,or von 
Dr. Perthes in Bonn 253. 


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INHALTS - VERZEICHNISS. 


t?nterstfltzungskassen in Deutschland, die ärztlichen, von Dr. J. Schwalbe 
in Berlin 781. 

rnterstotzunffswesen, ärztliches im „L T nited Kingdom“, von Dr. 1 Kl- 
kind in London 880. 

[ r retheren. der Katheterismus dor, von Priv.-Doc. Dr. Leon Casner 
in Berlin 104. 1 ' J 

Irogenitalappat. yaricöse Blutungen am, als Geburtscomplicationen von 
Dr. A. Thiele in Kappel-Chemnitz 844. ’ ' <m 

LTotropin. über die therapeutische Verwendung des. Hexamethylentetramin 
von Prof. Dr. A. Nicolaier in Göttingen 541. " 1 

I'lpnis. die leitenden Gesichtspunkte für die operative Behandlung ,u,. 
d Tn entzündeten Adnexe des, und der Beckeneiterungen! von 
Prof. Dr. Kflstner m Breslau 185. 206. ’ 

V. 

Vaginofixation nach Döhrssen’s Methode, über einen Fall von infra- 
peritonealer, von Dr. P. Krause in Vietz a. Ostbahn 593 
\ encnpuls. Entstehung des bei Communication der Vorhöfe und gleich- 
r 7 ; ei ^ Gr . I ? sufficieDZ der Mitralis, von Dr. Reineboth in Halle 870 
Verbände, einige neue an den Extremitäten, von Oberarzt Dr. L. Heusner 
m Barmen 86 i. 

Verbandstoffe, über Stenlisirung von, von Priv.-Doc. Dr. Turner und 
Dr. Krupin m St, Petersburg 335. na 

VdCr Lilic ™j l, “ tiv »- von Priv.-Doc. Dr. Slocwcr in Greife- 


1 W^S^VotD^a^gin. Nicderiös"ni < tz e 48?. Urth gTOM ® ° Cl ' 

w 

iS “» ... p„,. 

WÜ 562. er N ° tiZ Über die ’ von Prof - Dr- H. Kayser in Bonn 

3 ir Kü & m t'e,?tHtb^ U T 8 t 8Cll6n Erkr “ k ™ ge " d "- ^ H. 

UI in™D re Z s U d r er r D!6. der Desinfoctiu " s “ i gkeit dor, von Dr. Fr. Haenol 

WU Dr ak brTTo?n:rr^inLtrtf i «“-‘ o i d 0 P-ati 0 n passend, von Prof. 

ZCll Geh e M”plf C D‘rw 0b ? r H Zden Ba V ad Wesen der. von 
80) 846 ' Dr Waldeyor m Berlin 703. 727. 764. 776. 

Zunge, eine Dormoidcysle der, von Dr. Diimstrey in Leipzig 573. 


Allgemeines Sachregister, 1 ) 


Abbazia 524. 

550 

Abortivei, starkwandiges 61 V g * 

Abort us. tu barer 499 (O.-A). 519 (O.-A). 

‘ ™iege™56 L rke ™ barkeit des Sehpurpnrs mit Hälfe des Augen- 
Abscesse. Behandlung acuter 18 L 
7- su bphrenische 658 (O.-A.). 139 V 

AcSS° 137 L Iind0 A " SSChab "”S 120 V. 

Aconitum septentrionale 772 (0 -A ) 

Adenocarcmom der Leber mit Cirrhose 137 1 
AdÄ 

Adnexoperatio^ 119 V^ Bedeutun " fttr die innere Medicin 165 V. 

7j c °nservative vaginale 112 V 

■ • SUCh “ g deS entzündlicher 

-‘"SÄ, 658 (0 - A) - 

soft 

Aerztekommission und Standesv ertretung 344. 718. 

bandlungen der U ° 4 G B^cnsversicherungsgesellschaften, aus den Yer- 
Hamburger 135. 

i edeutschen 20 °- I 

- Sachverstänr4nthir h L e enscbaffc 13 L. ; 

- sSSSXSStHp* V ° d “ ßl ° D ™ r 68L. InValiditiUSVerSiChC - ! 

««U* reussen und den Nachbarstaaten 438 (O.A.). \ 

^28. 376. 736 *** dem Goscha ftsausschuss der Berliner 83. 167 2C3 I 
" Syndikate 22 L f 

^ Berliner 216. 

A^tli t | ler tientt aTf e Kssä hland 781 <°- A ‘>- 805 «».-A.) 

- - - CMcagoer Ä.** f» 55 L. 




. ' der Fried 

ärztliches Stiiftii.m •”* *” “ iJeuustaa t w. 

- LntersinS“ m A.^^ika 136. 

A'ethcrlt^?^-'" E ” gland ^ ( °- A ) - 

-— - ° rofonn ’ Emfl “ss auf die Nieren 151 L. 


,t -- IUI lj. 

Ul,er »'»rbeil^“ ng 0 " A ' Meu ‘«‘ Originalartikel. V. Vereinsbeilage, 


Aetherinhalation, tödtliche Nachwirkung 18 L. 

Aethermaske, Modification der Julliard’schen i8 L 
Aethernarkose, Atropin vor der 247. 

xr 6 Bronchitiden und Pneumonieen bei der 462 (O.-A) 

, Verhältmss zum eingeathmeten Aetherdampf 10 L 

— und Pneumonie 121 fO.-A.). 

Aetherspray bei Coccygodynie 375. 

Akä!' SC J° Laufbahn und ihre ökonomische Regelung 183 (O.-A) 
Akademisches Taschenbuch für Mediciner 264. 654 ^ ‘ 

Aknapie 178 V. 

Akromegalie 383 (O.-A.). 145 L. 158 L 
Aktmomykoso der Wangenhaut 8 V. 

— der Coecalgegend 54"V. 

—, Entstehung durch eingedrungene Fremdkörper 87 L 
Albuminurie, merciirielle 189 Vf 
Aleuronatbrod 50 L. 

Alkoholmissbrauch 175 V 

i““bl B 6: handIUng ‘ >hlag “°" ÖSW E “' z «naun g en mit 4M L. 
-capitis et barbae 247. 

Ambolm7sTon Z 746 eS ° be '" UDd Unterkief6re ’ Missbildungen am 114 V. 

Ambulatorische Verbandmcthodo in der Kriegschirurgie 11 L 
Ammoniak, Ausscheidung und Bildung von 165 V 
Amputationsstümpfe des Unterschenkels, tragfähige 80 V 
Amyloidreaction 107 L. 

Anämie, Blutpräparat von pemieiöser 91 V. 

—, Knochenmark bei pernieiöser 62 L. 

—, pernieiöse 93 L. 

—, spinale Erkrankungen bei schwerer 111 V. 

’ unmittelbar lebensrettende Transfusion bei schwerster 186 Y 
j —’ verhalten des arteriellen Blutdrucks bei 167 V. 

Anämische Processo, Rückenmarksveränderungen bei 156 V 
Analgonorrhoe 87 L. 

Anatomie, Grundriss der pathologischen von Schmaus 142 L 

35 ^ uch der ^meinen und speciellen pathologischen, von Ziegler 

~ Lehrbuch der pathologischen, von Birch-Hirschfeld 21 L. 153 L 
—, Lehrbuch der praktischen vergleichenden, von Vogt und Yung 33 L 
Anatomische Nomenclatur 425 (O.-A.). 568 (O.-A) 104 V 
Anatomischer Atlas von Toi dt 149 L. 

Aneurysma arterio-venosum traumaticum der linksseitigen Schlüsselbein- 
gefässe 257 (O.-A.). 

— der Aorta 59 V. 

— der Herzwand, Herzruptur infolge von 189 V. 

— im Pharynx 138 V. 

— im Unterleib 47 L. 

—, intrathoracisches 45 V. 

Angiomalacie, das elastische Gewebe der 79 V. 

Angiosarkom der Leber, Exstirpation eines primären 32 V. 

Ankylosirtes Kniegelenk 88 V. 

Annalen der städtischen allgemeinen Krankenhäuser in München 150 L. 
Annus pract.icus der jungen Aerzte 506. 804 (O.-A.). 805 (O.-A.). 810. 
Anpassung beim Menschen 121 V. 


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X 


INHALTS-VERZEICHNISS. 


' der Jodpräparale 1G7 Y. 


Antalgica 222 (O.-A.). 

Antipyrotiea 222 (O.-A.). 

Antisepsis mit besonderer Berücksichtig 
Antitoxinspritze, aseptische 439 (0.-A.)° 

Anurie bei Diphtherie 69 L. 

Anzeigepflicht der Aerzte 686. 

Aorta, Durchbruch eines Carcinoms nach der 130 V. 

—, Klappenanomalie der 114 L. 

— und Arteria pulmonalis, congenitale Communication zwischen 99 L. 
Aortenaneurysma 59 V. 

Aortenklappeninsufficienz, präsystolisches Geräusch hei 93 L 
Apnakia traumatica 196 V. 

Apolysin 866. 

Apothekenreform 670. 

Apothekenwesen, reichsgesetzliche Regelung des 580. 

Apotheker, Niederlassungsfreiheit der 638. 

Apothekerberuf in Frankreich, Gesetz über die Ausübung 49 
Apparat zur Messung der respiratorischen Aufnahme und Abgabe von 
uasen nach dem Prmzipe von Regnault 29 L 
Appendicitis 44 L. 

—, die verschiedenen Formen der 164 V 
Arachnoidea, Sarkom der 23 V. 

Araslae des Johannes de Sancto Amando 133 L. 

Arbeiten aus der psychiatrischen Klinik in Breslau 50 L 
Arbeiterkrankenversicherung in Berlin im Jahre 1893 198 
ArgentumcaseYn bei Gonorrhoe 737. 

Argonin 668. 

— bei Gonorrhoe 737. 

Armee, gesundheitliche Maassnahmen in der 820 (<) -A ) 

Arm- und Bruststärker, Largiader’s 36 L 
Arsenik bei Hautkrankheiten 132 L. 

Arsenikbehandlung des Hautkrebses 424 (0 -A ) 108 V 
Arsenvergiftung, chronischo 54 L. 

Arteria mammaria interna sinistra, Unterbindung der 196 V 
memngea media, Hämatom der 100 L. 

Arterienwand^das C e]asti™he 1 Gewebe O dei' S 79 C V^*' l,nUn '’ S *'^ (inOm0 " V ’ 

Arteriitis der Beine 587 (O.-A.). 

Arteriometer 49 L. 

Arthrodese im Fussgelenk 160 V. 

Articulationsstörung 117 V. 

Arzneibuch, die Aenderungen in dem neuen 268 (0-4 ) 

—, die maximalen Dosen des 329 (O.-A.). 

T" ^ ür ‘das Deutsche Reich, Commentar zum 141 L. 

Arzneidosenlehre und dosologische Arithmetik 97 L 
Arzneimittel Anleitung zur Erkennung und Prüfung aller im Arzneibuch 
für das Deutsche Reich aufgenommenen 153 L 
—, das Tropfengewicht flüssiger 363 (O.-A.). 

Arzneiverordnung, Compendium von Li obreich und Lan^gaard 702 
A fnJ [ 'e ror dnunge n für Krankenkassen, Ersparnisse bei 96 V 
— für Krankenkassenärzte 102 L. ' 

I R e a r bow S1 882 gUIlg Sparsamer Verschreibungsweise 102 L. 

i r j! hl ’ d i e freie > 34 (O.-A.). 52. 84. 100. 116. 151. 247. 296 309 5» i 
Ascites infolge von Lebercirrhose 82 V w J * 

—, tuberkulöser 4 V. 

Asepsis, feuchte der Bauchhöle 119 V. 

Asphyktische, Wiederbelebung von 52 V 
Ataxie der oberen Extremitäten 128 L 
Athembahnen, spinale 94 V. 

Athemmechanik im Gebirge 178 V. 

Athetose. doppelseitige 114 V. 

Athraung Apparat zur künstlichen 177 V 
7;, bei Neugeborenen und Wiederbelebung Asphyktischer 5* V 
Athmungsgymnastik, Lehrbuch von Hughes 26 L 
Athmungsorg^ue.Jeräuäerungeu iufolge von Carboisäurevergiftung 146 

16tt a,ten deS arterieIle " BUltd ™ ck ^ »eim Cheync- 
AtLn öSn WC /9 e L einSChlieSSliCh deS Gehörs ’ «nd Therapie der 

AtrYI° tiSCh a Und . b JPer%reoÜsche Thiere 177 V 
Atropin vor der Aethernarkose 247. 

Auge, die wichtigsten Geschwülste des 91 L 

einige äussere Krankheiten des 403 (O.-A.) 418 (0 \ 1 

Entzug pn^seusplittern mit -Sem 

—, Fadenwurm im menschlichen 189 V 

wÄÄ v estructiver Pr — d - «v. 

AuÄraüleÄS“ t»&tofe“ g 9i® Unfallsbeschä 'ä>gnngen der 91 
— Operationen 91 L. 

Augendiphtherie 199 (0-A ) 

~ g Ä k l U 2 T£. der H ° pfen ”' beit( ' r 87 L. 

A ' lg in*BeSn l 61 k nfundzw4nz >füShrigcr Bericht über die Hirschberg'sehe 

82 L - 


40 (O.-A.). 


[ L. 


Augenwinkel der rechten Seite, Carcinom des äusseren 46 V. 
Auscultation und Percussion 150 L. 

Aussatz, s. Lepra. 

Ausschabung bei ektopischer Schwangerschaft 361 (O.-A.). 

—, blinde oder Abtastung 120 V. 

Ausstrichpräparat, Werth des bei der Diagnose der Diphtherie 291 (O.-A.). 
Auswanderungsbestrebungen im Körper 153 V. 

Autointoxicationslehre, ihre Bedeutung für die Pathologie 167 V. 
Autoskopie 634 (O.-A.). 

Azotometer, ein neues 548 (O.-A.). 

B. 

Bacillus Finkler-Prior 151. 

prodigiosus und Erysipelstreptococcen, Behandlung inoperabler Tumoren 
mit Toxinen von 87 L. 

Bactcrienbofund bei Melaena neonatorum 95 L. 

Bacteriengehalt der Luft in Schulräumen 156 V. 

Bacteriengifte 29 L. 

Bacterienkunde, mikro-photographischer Atlas der 35 L. 
Bacteriensubstanzen, die chemische Wirkung der EIektrols r se auf toxische 
und immunisirende 331 (O.-A.). 

Bacterienwachsthum auf eiweissfreiem Nährboden 17 L. 

| Bacteriologie, Lehrbuch von Günther 686. 

: Baeteriologische Diagnose bei Diphtherie 7 (O.-A.). 4 Y. 

I — Untersuchungsstationen in Berlin 136. 

I-in Paris 264. 

j Bacteriologischer Praktikant, Taschenbuch von Abel 6 L 
Bacteriopathologie der Zahnpulpa 159 L. 

Bacteriurie 37 V. 0 
Bäder dos Kaukasus 147 V. 

’ au ^ den Kreislauf gesunder und kranker Menschen 

Bäderalmanach 456. 

Bädertag, schlesischer 232. 

Bahn- und Babnkassenärzte des Direktionsbezirks Halle 376 
Ballonspritze, Halter für die Koch’sche 35 (O.-A.). 

Baineologische Gesellschaft, sechzehnte Versammlung der 184 
v. Bardeleben f 669 (O.-A.). 

Barlow’sche Krankheit 35 V. 

Basedow’sche Krankheit, chirurgische Behandlung 80 V 

Ba“lt e S che di ä 0 T ti0n d6S eingeklemmle " LeisteilbrucI ' s 14(i L 

Bauchhernien und Bauchnaht 119 V. 

Bauchhöhle, feuchte Asepsis der 119 V. 

—, Eröffnung zwischen Blase und Gebärmutter 792 (0 -A) 

—, bchussverletzung 101 V. 

Bauchnaht und Bauchhernien 119 V. 

Bau- und Wohnungshygiene 154 L. 

Becken, das enge in Norddeutschland 164 V 
Beckeneiterungen 185 (O.-A.). 206 (O.-A) 

—, Klemmenbehandlung bei 112 V. 

Beckenorgane^Bedeutung der Kolpotomia anterior für die Operation an 

I Beckenwand, partielle Resection der vorderen wegen Knochensarkoms, 
Ersatz des entfernten Knochens durch Transplantation eines Stückes 
der Tibia 115 V. 

| Beine, Arteriitis der 587 (O.-A.). 

I Belastung der Soldaten auf Märschen, zulässige 112. 

| Bergfahrten und Luftfahrten, Einfluss auf den Organismus 139 V 
I g|g 376 736 Sfcandesvereine ’ Geschäftsausschuss der 83. 167. 263. 

— Krankenhäuser, Krankenaufhahme in die öffentlichen 488 (0 -A) 

| — medicmische Gesellschaft 1 V. 5 V. 21 V. 26 V 35 V 42 v kn v 
199 ^V. 75 V * 91 V * 113 V ' 124 V - 133 V 138 V. 186 V 189 W 

— physiologische Gesellschaft 54 V. 94 V. 109 V 142 V 157 V 
Berufsgeheimniss der Aerzte 503 (O.-A.). 

—, Verletzung des 8 V. 

Berufskrankheiten der Buchdrucker 650 (0 -A ) 

Bewegung und Empfindung 176 V. ' 

Bibliotheca medica 37 L. 

Bibliothek mcdicinischer Classiker 22 L. 

Biologie, Zeit- und Streitfragen der 6$ L. 

Bmd des W 79 b V ra Herzfleisch ’ diffuse Vermehrung und klinische Bedeutung 

Bindegewebsfasern, Histogenese der 104 V 
Binoculärer Farbencontrast 177 V. 

Bitartrate of Lithia gegen Gicht 145 V. 

Bitemporale Gesichtsfelddefecte 166 L 
BiasengeschwUlste 50 V. 

intravesicale Operationen von 169 V 
Blasennaht, primäre 146 L. 

Blasenresection 115 V. 

Blasentuborkulose 115 V. 

Blasentumoren 88 K. 

Blasenurethralwand, Defect der hinteren 8 V 
Blausäure, Entgiltung der 774. 

B!eiverg 1 F ftog h T d 5 1 V g kohIensäurehal «g 8 " Soolbadom 607 (O.-A.). 
Blennorrhoea neonatorum 6 V 71 L 
Blepharochalasis 817 (O.-A.). 

Blepharoplastik 473 (O.-A.). 


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INHALTS-VERZEICHNISS. 


Blincldannkrebs mit Invagination des Coecums 127 V. 

Blindgewordene und Schwachsichtige, Schreibunterlagen für BO. 

Blut bei acuter Leukämie 872 (O.-A.). 873 (O.-A.). 

-. Einwirkung des Höhenklimas auf die Zusammensetzung des 133 V 
—. Messung der Stromgoschwindigkeit des 172 V. w 

—. Pathologie des 78 L. 

—, prognostische Bedeutung der Megaloblasten im anämischen 148 V 
—, Zersetzung von todtem durch destillirtes Wasser 106 (0 -A) 

— Neugeborener. Schutzkörper im 171 V. ' ' 

— und Gewebe. Wirkung der erhöhten Eigenwärme auf 78 V 
Blutalkalescenz. ihre Aenderungen bei Aenderungen im Verhalten der 

I.eukocyten 520 (O.-A.). 

Blutbefunde bei der asiatischen Cholera 795 (O.-A.) 

Blutdruck bei Anämie und dem Cheyne-Stökes’sehen Athnrau«. 

phiinomen, Verhalten des arteneilen 167 V. 

-, Registrirung des arteriellen 176 V. 

Blutdruckmesser 49 L. 

Bluterkrankungen. Krankenpflege und allgemeine Behandlung der i*o i 
Blutgefösspräparate 48 V. & — • 

Blutgerinnung 176 V. 

Blutlose Operationen an den für die Esmarch’sche Umschniirun- nicht 
zugänglichen Körperregionen 355 (O.-A.). ö Ult 

Blutmenge. Messung der cireulirenden 176 V. 

Blutplasma, osmotischer Druck des 545 (O.-A.). 

Blutserum bei Kindern, antitoxische Eigenschaften dos 400 (O.-A ) 
Biutseruuithcrapie, von der Kuhpockenimpfung bis zur 281 (O.-A.) 306 

Blutungen am Urogenitalapparat, varicöse 844 (O-A 1 
Blutuntersuchung 694 (O.-A) '' ‘ 

SSSÄ V. im Abdomkalt « l ' us - buctcriologisd .0 550 (O.-A.). 
Bothriocephalusansimie 148 V. 14 L. 

Braun sehe Narkosenlälimupg 62 V. 

Brechdurchfall Nephrolithiasis im Anschluss an 791 (0-A) 

British medical Association 151 V. 178 V. ’ 

Bromäthervergiftung 8 V. 

Bromalin 115. 

Bromdämpfe. Vergiftung durch 199 V 
Bromkaliintoxication 753 
Bromoform 668. 737. 

Bronchialstenose, syphilitische 189 V. 

Bronchitiden bei der Aethemarkose 462 (0 -A 1 
Bronchitis, Kreosotdämpfo gegen putride 540*. " 
brucheinklemmung, Darmstenose nach 365 (0 -0 ) ‘>9 V 
ruchschnitt von hinten 139 L ' 

dlT lao v - 

157 v 

.«slWUnd JfbtelfeUramn, chirurgische Behaudluug der Erkrankungen 

im J ,ie ” stc der Medicin 832. I 

Bmtorgane des Kindes 83 V. 

Brustraum. Tumor im rechten 25 V ' 

XSÄi' ,Settbn ***» Bluhmg ans einen tnherkulöson ! 


XI 


f V n tJ ad in Happoltsweilcr (Ober-Elsass) 343 (0 \ t 

Oblt' beider 8 V. 

isolirten 355 (O.-A.). 408. 469^ le UTC! >ection durch Cunstriclion der 
— externa, Unterbindung der 94 L 

88 »-*•>• *> U 54 I, 87 I„ 

, Cataract, s. Star. 

Catguteitcrung 88 V. 

Cavernöses Lymphangiom 60 V. 
entralhtllfskasse für die Aerzte Deutschlands 754 

feldeinscl^ä^k^g^bei K E^rankungen n fes U 98 ^ oncenlrisi,h,! 


in der 


C*jÄtÄ n §^ d f 18 Erall,ra ”* *• Menschen 80 (O.-A.». 
SfVto bei Svphiiis 115 

IfflV. lhre Sch “ dhchkeit und Schutz der Wohnungen vor ihnen 
1 ancer 26 L. 

Ausheilung durch 42 V 43 V 

apd are ektrome.tercurven 176 V 43 V> 

176 V. 

[ ■arbolsäurckiystiere 683 (O.-A.) 

(O.-A.). Veränderung f]( ‘ r Athmungsorganc infolge von 146 

Uircmom 26 L. ’ ' 

deS 87 V - 

^üistogeneseTeslHU 0 ^ 130 V ‘ 

; JÄS 190 V ‘ 67 L - 87 L - I 

- f* tfickdS?!,^ U 26 n v mkels der rechteB Scitc V. I 

'| es foecum 53 V 197 \- ! 

- d«n hlkopf8 19 V“ 7 ' 

f U .^ Lterus 56 V. 199 v i 


v ' \ ebe HtragbiS'kei e j Auftret(3n zweier primärer 99 L. 

g f 1 (°- A 0. 108 V. 

Besichtigung der 740 (O.-A.). 


| Charity-organisation and medicine 344 

I 1 hem 7 ‘ 5 e -Bddnngselemonte und erziehlicher Werth des Unterrichts 

I Z’ g rund -" ss . der organischen, von Oppenheimer 153 J 
, Repetitorium der von Arnold 21 L * L ' 

Chemiker, Handbuch der Praxis des, von Elsner 77 I 
I n!f " USC10 1 Apologie, Grundzüge der von Halliburton 34 I 
1 hiasma, die Kreuzung der Nervenfasern im 149 V ’ 

| —. Spinnenzellen im 109 V. ' 

Chininbehandlung des Keuchhustens 375 

1 «“ssä: ssf&sa , 

m <• " * 

~ “.7 —- von Tillmanns 15 L. 

, s JB^bus of lectures on tbe practice of sur^erv 46 L 
Chirurgische Diagnostik, Handbiich von La, derer 35 L 

- Krankhoiten im Kiudesalter 7 L. U 

Nachbehandlung 46 L. 

— Operationen von Kocher 36 L 
— von v. Winiwarter 36 L 

Ghloralose, Physiologie und Therapie der 53 L ) - { . . .). 

( h oroform und Aethcr. Einfluss auf die Nieren 151 h 
thloroformnarkose Essig gegen das Erbrechen nach 18 E 
, ioa in acr i,io (O.-A) 

“H.ÄÄSt'fl L anscheineDd consta " tCT 
U Sü0,bilder, ‘ 507 l0 - AA 

Chokoladenfette, Ausnutzung und Verwendung beim Kinde 737 
Cholecystoduodenostomie 63 L 

Cholelithiasis 224 (O.-A.). 241 (O.-A.). 278 (O -A.). 323 (O-A ) 

—, Diöerentialdiagnose 164 L. v 

Cholera 42 V. 

— im Deutschon Reiche im Herbst 1892 und im Winter 189‘> 93 14 

— — — — während des Jahres 1894 685 

— seit Ende 1894 769 . 

— 1894/95 in Brasilien 770. 

—. Aetiologie der indischen 118 L. 

—, Blutbefunde bei der asiatischen 795 (O.-A.). 

~• Infection und Immunität bei der asiatischen °1 L 
—, Kochsalz bei 15 V. 

I — und Wohnungsdichtigkeit 155 V. 

— infantum \ erhalten des Darmepithels beim Säugling bei 33 V 
Cholerabacillen, Zusammensetzung der 119 L 

i Choleraconvention 151. 

Choleradiagno.se, bacteriologische 137 (0 -A ) 1*>5 \* 
i Choleragift und Choleraantitoxin 457 (Ö.-A.). 

Choleramfection und Choleraimmunität, intraperitoiieale 93 L 

K^tr.Äirv k der 

Cholerareaction, die Pfeiff'er’sche specitische 125 V 
Cholesteatom 189 V. ' 

— des Schläfenbeins 190 V. 

Cholesteatombildung bei Otitis media purulenta chronica 95 L 
Chorea chronica 48 V. 

-progressiva (Huntingdon) 186 V. 

— gonorrhoica und Peliosis 26 V. 33 V. 35 V. 

Ciliarnerven. sogenannte vordere 150 V. 

Circumrenale Blutergüsse bei subcutanea Nierenverletzungen 124 V 

SiSS"“ f 3 4?-A>- 523 (O.-A.). 538 (O.-A.). 653 (O.-A.). 736 (Ö,Aj. 
Civilstand der Stadt Frankfurt a. M. 310. 

Claudication intermittente Charcot’s 587 (O.-A.). 

Coca’inyergiftung von der Nasenschleimhaut aus 200 V. 

Coccidien, eine Krankheit des Menschen, hervorgerufen durch 14 V 
Coccygodyme. Aetherspray bei 375. 

Codex alimentarius Austriacus 882. 

Coecalgegend, Aktinomykose der 54 V. 

Coecum, Blinddarmkrebs mit Invagination des 127 V. 

—, Carcinom des 53 V. 

Coeliotomie, vaginale 112 V. 

Colloidkörper, synthetische 144 L. 

Colotomie 107 L. 

Coma diabeticum 413 (O.-A.). 105 V. 122 V'. 


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Original from 

UNIVERSETY OF MICHIGAN 



X1T 


INHALTS-VERZEIOHNISS. 


Compendium der Arzueiverordming von Liebreich und Langgaard 702. 

— der Dermatologie von Brocq und Jacquet 119 L. 

— der Hydrotherapie für Aerzte. von Schilling 134 L. 
Compensationslehre 79 V. 

Compressionsbriiche des Fersenbeins 518 (O.-A.). 

Ooncordanciac des Johannes de Sancto Amando 133 L. 

Congenitale Missbildung im Gesicht 124 V. 

Congress der anatomischen Gesellschaft 104 V. 

— — British medical Association 151 V. 178 V. 

Deutschen Gesellschaft für Chirurgie 79 V. 80 V. 

-für Gynäkologie 111 V. 118 V. 

— — otologisehen Gesellschaft 120 V. 

— Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte 103 V. 173 V. 

— - Physiologen, dritter internationaler 172 V. 176 V. 

des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege 179 V. 188 V. 
für innere Medicin, dreizehnter 67 V. 77 V. 

— — —, XIII. Band der Verhandlungen des 702. 

, vierundzwanzigster ophtkalmologiseher 148 V. 

Conjunctiva bulbi, papulöses Syphilid der 138 V. 

—, syphilitische Schleimpapeln der 148 L. 

Conjunctivitis petrificans 149 V. 

— purulenta 151 V. 

Contracturen 157 V. 

Cornea, Entstehung der Grübchen auf nach Durchschneidung des Tri¬ 
geminus 177 V. 

—, Sensibilitätsprüfuug der 150 V. 

Corpus ciliare, Gummigeschwulst des 151 V. 

Corpuscarcinom des Uterus 56 V. 

Coxitis 163 V. 

Creoliuvergiftung 680 (O.-A.). 

Cruralbruchpforte, durch Periostkuocheulappcn verschlossene 03 V. 

Curare. Immunisirung der Frösche durch Salamanderblut 177 V. 
Curettement, Uterusdurchbohrung boi 144 V. 

Curpfuschcrei in der Provinz Pommern 670. 

Cyankalium und Kalium hypermanganicum, chemischer Antagonismus 
zwischen 104 L. 

(’y an Vergiftung, chemisches Gegenmittel bei 104 L. 

Oystadenom des Hodens mit Metastasen 32 V. 

Cystitis colli gonorrhoica 737. 

— gonorrhoica 118 V. 

— Hämaturie infolge hämorrhagischer nach Tripperiulection 42 V. 
Cystoskopie bei Anomalieen der weiblichen Genitalien 120 V. 

—, zur Technik der 59 (O.-A.). 

Cytisinvergiffcung 369 (O.-A.). 

Czynski Process in München 31 (O.-A.). 


D. 

Danielssen, Gedenkrede zu Ehren von 612 (O.-A.). 

Darier’sehe Dermatose 60 V. 

Darm Selbstinfection aus dem 28 V. 

— und Peritoneum, Erkrankungen des 102 L. 

—, Wirkung der Kochsalsklystiere auf den 543 (O.-A.). 

Darmepithel beim Säugling, Verhalten bei Cholera infantum 33 V. 
Darminhalt Neugeborener vor der ersten Nahrungsaufnahme. Bactericn im 
115 L. 

Darminvagination 86 V. 

Darmcanal, Entstehung der geschlossenen Follikel des 104 V. 

—, Polypenbildung im 144 V. 

Darmnaht 169 V. 124 L. 

—, Knopf von Murphy zur Vereinfachung der 83 V. 

Darmresection, doppelte 47 L. 

Darmschlingen, Vereinigung von 63 L. 

Darmstenose nach Brucheinklemmung 365 (O.-A.i. 29 V. 
Decidualzellensarkom des Uterus 135 V. 

Deltoideus, Paralyse des 754. 

Dermatol bei Ekzemen 562. 

Dermatologie 37 L. 

—. Compendium von Brocq und Jacquet 119 L. 

—, die mikroskopische Technik im Dienste der 111 L. 

Dermatolzinkpasto bei Ulcus eruris 562. 

Dermatoneuroson 132. 

Dermatose, Darier’sche 60 V. 

Dermoidcyste der Zunge 573 (O.-A.). 

Dermoidcysten des Ovariums 3 V. 

—, retrorectale, und ihre Exstirpation 352 (0 -A ) 

Desinfection der Hände 39 (O.-A.). 851 (O.-A.). 23 L. 15(i L. 
Desinfectionsanstalt in Hamburg 95 V. 

Desinfectionsfähigkeit der Wunden 126 (O.-A.). 

Desinfectionswesen der Stadt Düsseldorf 60* V. 

Desinficiens, ein neues 97 V. 

Determinismus und Zurechnungsfähigkeit 158 L 
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie 79 V. 86 V. 

- — für Gynäkologie 111 V. 118 V. 

— otologische Gesellschaft 120 V. 

Deutscher \ erein für öffentliche Gesundheitspflege 179 V. 188 V 
~ ~ gegen den Missbrauch geistiger Getränke 686. 

Diabetes 92 L. 

—, Behandlung 78 L. 

—, Beziehung der Kohlehydrate zum 41 L. 

— msipidus und Myxödem syphilitischen Ursprungs 124 L. 

— mellitus 276 (O.-A.). 312. 


Diabetes mellitus, Aetiologie des sogenannten 139 L. 

— . Frühdiagnose des 79 V. 

— . respiratorischer Stoffwechsel im 16 L. 

—, Verhalten des Patellarreflexes bei 375 (O.-A.). 

Diätetik, Handbuch von Munk und Uffelmann 216. 

Diarrhoe, infantile, Behandlung mit Taunigen 166 L. 

Diastolische accidentelle Herzgeräusche 120 L. 

Dickdarm, multiple adenomatöse Polypen des 107 V. 

Dickdarmkrebs, Rcsection ohne Recidiv 26 V. 

Digestionsorgane. Beziehungen zum Utems 166 E. 

Digitalisexanthem 182 (O.-A.). 

Diphtherie, Aetiologie und Pathogenese 26 L. 44 E. 

— , Aiiune bei 69 L. 

—. Bacteriologie und bacteriologische Diagnose 7 (O.-A.). 4 V. 105 L. 106 L. 
—. Beziehungen der sogenannten Rhinitis fibrinosa zur echten 160 V. 

— . Heilserumbehandlung der 16 (O.-A.). 17 (O.-A.). 29 (O.-A.). 36. 49 (O.-A.). 

51. 53 (O.-A.). 67 (O.-A ). 115 (O.-A.). 116. 165 (O.-A.). 167. 169 (O.-A.). 
199 (O.-A.). 201 (O.-A.). 215 (O.-A.i. 230 (O.-A.). 233 (O.-A.). 248. 
264. 371 (O.-A.). 373 (O.-A.). 408. 426 (O.-A.). 443 (O.-A.). 464 (O.-A.). 
575 (O.-A.). 577 (O.-A.). 607 (O.-A.). 609 (O.-A.). 623 (O.-A.). 687 
(O.-A.). 755 (O.-A.i. 758 (O.-A.). 870 (O.-A.). 1 V. 5 V. 67 V. 77 V. 
155 V. 161 V. 171 V. 173 V. 200 V. 128 E. 161 E. 

— . Immunisirung bei 201 (O.-A.). 408. 758 (O.-A.). 

. Incubatiousfrage der 573 (O.-A.). 

— , Lähmung nach 103 V. 

— . Sublimatglycerinlösung bei 375. 

— . Tracheotomie bei 165 L. 

—. Werth des Ausstrichpräparates bei der Oiagnose der 291 (O.-A.). 

— der Thiere 173 V. 

Diplitheriebaeillus, der Loeffler’sche 172 10.-A.). 357 (O.-A.). 
Diphtheriefrage 36 V. 

Diphtheriekranke, Intubationsdauer boi geheilten vor der Scrumbehandhmg 
und jetzt 755 (O.-A.). 

Dipktkerieprophylaxis 68 L. 

Diplitherierccidivo 29 (O.-A.). 

Diphtheriesammelforschung in Deutschland 1. 233. 248. 472. 509 (O.-A.i. 
33 V. 41 V. 146 V. 
in der Schweiz 866. 

Diphtherieserum, Art der Gewinnung in den Höchster Farbwerken 13 (O.-A. ). 
—. Veikauf des 200. 790. 

— und reines Pferdeserum. Iujectionen bei nicht dipktheriekraukeu Indi¬ 

viduen 855 (O.-A.). 

Diphtheriestatistik von London 480. 

Diphtherievirus, Ptomai'ne und Toxine des 151 V. 

Diplegia spastica cerebralis 114 V. 

Diuretiea bei Herzkranken mit Compeusalionsstöriingen 145 L. 

Diuretische Wirkung der Lithiumsalze 166 V. 

Doppelmissbildung 196 V. 

Drüsenepithelkrebs des Kehlkopfes 19 L. 

Drüsenzellon des Magens, schleimige Degeneration der 300 (O.-A.). 
Dünndarmstück, Ausstossung eines 754. 

Dupuytren'sche Contractur 497 (O.-A.). 540. 

Dura mater, Hämatom der 109 V. 

Dyspepsie, Behandlung der sauren mit Magentahielten 615 (O.-A.). 
Dystrophia muscularis progressiva 162 V. 

E. 

EeGiondrosis physalifora, experimentelle Erzeugung der 79 V. 

— — spheno-occipitalis 114 L. 

Echinococcus der Milz, Splenektomie bei 115 V. 124 V. 
Eehinococcenkrankheit, Verbreitung in Vorpommern 16 V. 
Echinococcusblasen bei Hemiplegie 72 V. 

Ectopia testis transversa 525 (O.-A.). 

Eigenwärme, Wirkung der erhöhten auf Blut und Gewebe 78 V. 

Eihäute und Embryo, Verwachsungen der 138 V. 

Eingeweide, Verlagerung der 142 V. 

Einklemmung. Studien über die innere 155 V. 

Einseitiges Weinen bei Facialisparalyse 532 (O.-A.). 

Eisenbahnbeamte. Sehvermögen der 36 L. 

Eisensplittor, Entfernung aus dem Auge mit dem Elektromagneten 40 
(O.-A.). 64 (O.-A.). 151 V. 

Eisentlierapie 694 (O.-A.). 77 V. 

Eiterniere 83 V. 

Eiweiss. Krystallisation des 172 V. 

Eiweissfreier Nährboden, Bacterienwaehstbum auf 17 E. 

Eiweisskörper, Chemie der 109 V. 

Eklampsie 119 V. 

Ektopische Schwangerschaft, die Ausschabung bei 361 (O.-A.). 

Ektropium 118 V. 

Ekzeme, chronische schuppende 562. 

—, intertriginöse 562. 

—, umschriebene 562. 

Elektrische Licht- und Kraftanlagen, Grundzüge der Sicherheitstechnik 
für 85 L. 

— Schwankungen 177 V. 

Elekt-rodiagnostik und Elektrotherapie 127 L. 

Elektrolyse, chemische Wirkung auf toxische und iniuiuiiisirende Bactericn- 
substanzen 331 (O.-A.). 

Elektrophysiologie 101 L. 

Ellbogen, subcutaner Gonococcenabscess am linken 863 (O.-A.). 
Elephantiasis und Neurofibrome. 108 V. 

Elephantiasis-Casuistik 826 (O.-A.). 


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UNIVERSITY OF MICHIGAN 



INHALTS - VERZEICHNISS. 


Elfenbeinprothesen, eingeheilt« 88 V. 

Elfenbcinstifte. Ersatz von Röhrenknochen durch 91 V. 

Elsner'scber Typhusnachwois 835 (O.-A.). 

Embolische Verstopfung der Lungenarterien 101 V. 

Embryo und Eihäute, Verwachsungen der 138 V. 

Empfindung und Bewegung 176 V. 

Empyem nach Pneumonie 68 L. 

Encephalitis, die Prognose der acuten nicht eiterigen 85 <0 a \ jo r 
69 V. "' ' 

— hhemorrhagica 643 (O.-A.). 

— und Influenza 393 (O.-A.). 459 (O.-A.). 

Enchondromc. multiple 155 L. 

Encyklopädische Jahrbücher der gesammten Heilkunde 141 L 
Endocardaffectionen bei Tuberkulösen 89 L. 

Endocarditis, acute ulceröse. erzeugt durch Diphtheriebacillen 39 I 
—, ulceröse 131 V. 

Endometrische Bestimmungen in der Speiseröhre 148 V 
Endometritis 118 V. “ 

—. Beziehungen zu den Fortpflanzungsorganen 118 V 

— cervicalis 118 V. 

Endoskopie der hinteren Harnröhre 18 L. 

Endoskopische Täuschungen 80 L. 

EndotMioni. Injectionen mit Emm er ich VW* Krahhsenin, in ein 7!« 

Enteritis membranacea 68 L. 

Enterol, 167 V. 788 (O.-A.) 

Enstehung und Vererbung individueller Eigenschaften und Krankheiten 

Entwickelungsreize, äussere Einflüsse der 25 L 
Entziehungscuren, Anstalten für 645 (O.-A.). 

'“''wbänfen 48 e L ndl " nfe ' phIe? " 10nl,ser n '" 1 mit Alkohol- 

Entzöndungslehre, Beiträge zur* 13 L 
Enurese 408. 

Eosinophile Zellen im malignen Lymphom 144 L 
Ephedrawirkung 866. ' 

Ephedrin-Honiatropinlösung 161 (O.-A ) 

Epididymitis 653. 

“ iWelS der eharjngotomin suhh.voidea dl V . 

Strontiumbromid bei 86 L. 

- . Trepanation bei 130 L. 

erbr ®^^h Beziehungen zwischen 143 L. 

Ep IcDt k°e^ UI 8H " 1 UF m Com P res sion beider Carotiden 8 V. 

Eni em ihp ^ , i Cr u 3 e , nk “ X f tl0nen bei einem 116 V - 1 

für 850. 

798 (O.A.). 800 hät g V ° n Wundflnrhcn und Wund höhlen durch 
tpithelien. Schlussleisten der 58 V 

SfÄf Höbb ‘ n i“ Warzenfortsatz 2 V. I 

sehe Plexuslähmung 85 V 

:n, KatechU d nn.ff" nde ° “It kranken Menschen «I L. 

-! Xnta“ TO V r menschl,chen 89 L - ■ 

841 iO.-A.i. | 

try-sipelserum. s. Krebssenim. I 

hrytbropsie 148 V 
tseridin 737. 

Chl °rolb™m„-k#@ <« L. 

FvST S laucoma töse 150 V. 

Exophthalmus 452 (O'-A) 
pulsinender 67 V ’ ’’ 

Exostose 4 V 


XIII 


i Fibrinverdauung 176 V 

i p!f rome ><“■• Haut und 'der Nerven «13 V. 
ribroinyom des Lterus Einfln«« 0 ,,r n 

Geburt 152 L ' " f Co,u ‘°l )tl,,n * Schwangerschaft und 

I Fieber 66 L. 

—, Einfluss auf Infectionskrankheiten 240 iO- \ ) 

— , Wasserretention im 529 (O.-A.). “ 

’• 1 in f! r i t spontane Contrnctnr der 497 (O.-A.). 540 

i ,,n d -Hand, Desinfection bei geburtshülflielnm IT, f i 

I _ griffen 851 (O.-A.). b minsnuitJichcn Lntcrsuchimgon und Ein- 

| Fingergymnastik, Apparate für 258 (0 -A ) 

Flecktyplius oo4 (O.-A.) 

Flcischmüchsänre in pathologischen Harnen 3 1, 

bmchiTilis hei 46 V. 

Fötits'ufcct'on mit dem Streptococcus, intrauterine 20 r 

fg&SSj&St' “»* «•- V. 


4,.nijmarsaniratsnienst 71 L 

Frauen^ l^niversitlitsstudium der 472. 524. 6,3 (O.-A,). 648 770. 

Frauciicaseln und KuhcaseYn 24 L. 


obere Sn!«i4? g der unteren 876 (O.-A.). > 

K«remitäte„ ‘ ,l ' r 888 

-• Verbände an de» 867 (0 A-) '163 V. 


Padenwurin ‘im 6 ’ e * nsed, iges Weinen bei 53‘> (0 - \ ) 

FarbSte S“ hGn Au ^ e «» V 

Farbenlehre 91 ° CUblrer 177 V - 

Favus he B rp2ticus U 84 y ückbiIdun & elastischer 9 1,. 

FerieniobnS 01 d ^a S £ rkom 87 V. 

Ferripyrin 280.' auemde Erfolge der 140 L. 

d es 518 (O.-A.). 

p tt 119 K ’ UDd Einfluss der Pankreasexstirpation auf dieselbe 

relt ?ewebsnekrose in 

Fotg^ t °j lea - le 41 V. 98 y Um das Pankreas - multiple 11 V. 

P^tt^ekl^se ^ Vl{>ruS ^ rüsen d os Magens und in den Brunn ersehen 
Zuwanderung 79 y 


,, , . T ‘ jvuuuujjein 

r rnticnleiden, Massagehchandlnng imri, Thure Brandt hei ifi 1 
h rauemmlch. ihre Verändern. hkoh und Ein«»,, i'v ,. 

ermlhrung 3 L. ,,UsS ,int die ^aughngs- 

1 leie Arztwahl 34 (O.-A ) 59 84 inu itt' 4-1 .>< — 

Erde Voramign^ der Chinin iwUm, 

der medieini,sehen Fachpresse 054 702 
Iremdkörper. Entstehung der Akt inomvl-n t 

in den Luftwegen 479 (o..,\ } ' d,U<b '•'T^drung.uie 87 l,. 

— in der Harnblase 856 (i) - \ 1 
Fremdkörper-Riesenzelleu 151 y. 

’ riedrich-V llhelms-Institut, (’entenji'arfeier <S 11 ((>. \ \ 814,0 \ 1 wq ± o- n 

axat* de - <•-■ 

Frucht intrauterine Leiclumstarre der 4 \' 
r ruhgehurt. künstliche 48 Y. 

" >! " riS m " Sarkom ''" s T '"'*"m ■••«Mil 57 V. 
Fussgelenk. Arthrodese im 160 V. 

I F, u ^ sn rzclknoeben. Exstirpation sämintlieher 114 y 
r usswurzelknnclien, Rescction der 92 Y 

ii. 

| Galle, l'hciuie der menschlichen 142 V. 

—f ur . P'^nistik der Operationen an der 46 \* 
und Leber, iathologie und Chirurgie der 120 L 19-, r 
, Gallenblasenkrehs 11 V. ’ 

Gallenfarbstoff im Harn. Hcsfiinmun«-- des 79 I 
1 Gallenstein 59 V. ~ 

| Gnlleusteinileus 107 L. 

I Gallobromol 280. 

Ganglion Gasseri, Entfernung hei Xeuralgia facialis 09 J 
,m B oLZT 184 l"'^‘'" n0g, '“ ramp ’ «"'»atolotriselio und diagnostische 

Gasglühliehtbeleiiehtung. sanitäre l’ntersuchungen über 159 I 
'»asheizung 1/9 V. ” • 

Gast roauastoino.se heim Sanduhrmage« 70 L 

zur Doinonslration seiner Beziehung- zum Sprung- 

Gastroduodenostomie. Pylorusresection combinirt mit 23 \' 
Gastroenterostomie 63 L. 

Knopf von Murphy zur Vereinfachung der 83 V. 

Gastrohth, durch Gastrotomie entfernt 1 L. 

Gastroskopie 740 (O.-A.). • 

Gastrostomie 46 V. 134 V 47 L 

GaU HeiU,ng 99 ^ ierttB 8 dcr »"geburenen. und 11,,-e 

Gebärmutterblutungen, Stypticin gegen 119 V. 

Gobärmutterscheidenvorfälle, neuere^Opera! ionsmelhoden hei J (19 \* 
Gebjrge^Athemmeebanik, Pauerstofhiutrmhme und Kohlensäureausscheidung 

Geburt bei Hydrocephalus. 194 V. 

—, Entwickelung der Kraft des Uterus im Verlaufe der 119 V 
—, Leitung der normalen durch äussere Untersuchung 170 V. ' 

, puerperale Mortalität und Morbidität bei verschiedenen Arten der pro¬ 
phylaktischen Behandlung der 120 V. 

varicöse Blutungen am Ürogcnitalapparat als Complicafion der 844 

Geburten, Behandlung unzeitiger 147 L. 

Geburtshülfe, Asepsis in der 8 L. 127 L. 

- , Einschränkung der inneren Untersuchung in der 87S (O.-A.). 

ringer- und Handdesinfection in der 851 (O.-A.) 

—. Lchrbucli von Ahlfeld 162 L. 

—, Lehrbuch für Hebammen von Braun 171 L. 

— und Gynäkologie 135 L. 142 L. 

Geburtshülflicher Operationscurs, Leitfaden von Dödorloin 98 L. 
Geburtshülfliche Praxis, Leistung von Kunst-hnlfe in der 110 L. 


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XIV 


INHALTS -VERZEICHNISS. 


Gebl zur h 156 i L 6 UntersuchuBg ’ Pfle S e der H ände und ihre Vorbereitung 
- -^Schemata zur Eintragung des Befundes der inneren und äusseren 
Geburts- und Sterblichkeitsverhältnisse Düsseldorfs l k >8 V 

ÄÄüTtty“ allgemeinen rathol(, » ic ! ' 7 i* 

Geheimmittel 771 (O.-A.). 866. 

Geheimmittelankündigung 508. 788. 

Gehirn bei Hautverbrennungen 4 V. 

Gehirnchirurgie 601 (O.-A.) 

Gehirnrindenabscess im Stirnlappen 602. 

Gehirntumor, operativ geheilter 168 V. 

GehiravoHalf'ÖO?“’ gerichtsärzt,iche Beurtheilung 148 L. 

Gehverband ^(0^° Erkrankl ^ des busseren 37 V. 

Geisteskranke, Colonisirung und Offenthürsystem 127 L 

Pfl^efin^Famüten T 27 s £ eci ® sokes Gewicht des Blutes hoi HO I,. 

—, Volkssanatorium für wiedergenesende 616. 
zwei neue Basen im Harn von 109 V. 

— in dem Entwarf des bürgerlichen Gesetzbuches 33. j 

— in England 310. 

Geisteskrankheit, Sprachverlust infolge 47 V 

dts e ’B» S da!p e ni.ats e i T “ eMchHcllc “- mit blonderer Berücksichtig^ 
Geienkaffectionen^ an den unteren Extremitäten, ambulante Behandlung 

Gelenkleiden, Muskelatrophie bei 177 V 
Gelenkmetastase 6 V. 

Gelenkrheumatismus, chronischer 48 V 
— , monarticulärer 496 (O.-A.). 

? nd ^Hhotolypyrin gegen acuten 540. 
uelenktuberkulose, Bohandlimg und Endresultate lO^ L 
conservativ geheilte 164 V. 

Gelenkverödung, orthopädischer Werth und Dauerresultate der 01 V 
Gene««de, Bencht Ober die Berliner städtischen Hein s mte fib- iV 
Genesungshäuser für Geisteskranke 616. 

Genfer Convention, Revision der 833. 

^oskopie bei -Anomalieen des weiblichen 120 V 
Geradehalter, ein neuer 92 (O.-A.). 

Gerichtliche Medicin. Leitfaden von Seydel 119 L 

Gehirnverletzungen UH L. 

Geschäftsausschuss der Berliner ärztlichen Standesvereine 83. 1(17. 21 ». 

Geschlechtsfunctionen des Mannes, Störungen 67 L 

rpä? aCk - S ? mpfiü i d i U “ g im ersten Leb ensjahr 82 V.’ 

Geschosswirkung klemkalibriger Gewehre 215 
Geschwülste Entstehung der 9 (O.-A.). 24 (Ö.- 4 ) 45 m _ a i ro a\ a\ 
und Exsu ate, Untersuchung der Transparenz mittels der'Erleuchtung 

Gesellschaft, anatomische 104 V. 

—, balneologische 184. 

—, Berliner medicinische 1 V 5 V ‘->1 v 9 « v o- ui , r 

61 g V. 75 V. 31 v. 113 v. m v. mVisfv!'IM ^4 £ 

=: v. v - 109 v - 142 v - 157 v - 

’ f d ,® U nu- her Naturforscher und Aerzto 163 V. 173 V 
~ fdr Chirurgie, deutsche 79 V 86 V 
~ u Gynäkologie, deutsche lli V 11,8 V 
—, Hufeland sehe 408. 770. 810. 

—, medicinische in Giessen 3 V 58 V 

mederrhoinische für Natur- und Heilkunde in Bonn (i V. Kt V. WO V. 


.“Ise v r 1 ^ t t todische Cult,,r 46 V - 84 V. 117 

Siohf nnnrrrmJ 4 „ 1 „ ir* , .’i , . • 


V. 157 V. 


Gesicht congenitale Missbildung im 124 V 
Gesichtsekzem, krustiges 562 

P«SSJ 8 ?!1 defoc ^ bite mporale 166 L. 

r • bei Er. 

C31 täten r i87 f V hyStensch gnmassirendc und Zuckungen in den Extrmni- 

gShÄ “ v dlung des 168 V ' 

in dCr Armc ° 820 

Gesundheitswesen in Preussen 85 L. 

Gewebsafttherapie, phy Eigenwärme auf 7; 

, Bitartrate of Lithia gegen 145 V 
U athogeDese der 146 V. 181 V 
Gichtbehandlung mit Lysidin 120 L. 

283 (a - A b «** 

Giftreso^ion^n^bgekühlte^Kürpersto^en^l'^O.-A)^ 


78 5’. 
31 V 


Glaskörpervereiterung 55 V. 

Glaucomhehandlung 150 V. 

Glaucomatöse Excavation 150 V. 

Gliederstarre, spastische 388 (O.-A.). 

Glioma retinae 150 V. 

Gliosarkom der Vierhügel 733 (O.-A.) 

Glykosurie. alimentäre bei functionellon Nourosen, Phosphorvergiftim^ und 
Leberatrophie 165 L. e ^ 

Gonococcenabscess am linken Ellbogen, subcutaner 863 (0 -A ) 
Gonococeenfunde in alten Flecken, forensische Bedeutung der 71 L 
Gonococcencultur 859 (O.-A.). ? 

Gonorrhoe bei Frauen, frische, 95 L. 

— bei Kindern 861 (O.-A.). 

—, chronische 727. 

—, Frühbehandlung der, 55 L. 

— in der gerichtsärztlichen Praxis 32 L. 

Gonorrhoebehandlung mit Argentum-CaseYn 737 
Gonorrhoische Prostatitis 31 L. 

— Pyelitis 100 L. 

Gonorrhoischer Eiter, farbenanalytischo Untersuchungen über 95 I, 

— Rheumatismus 38 L. ’ 

Gorgonia, Chemie der 177 V. 

Gottstein f 100. ‘ 

v. Graefe, zum Gedftchtniss an. 492 
Graf f 578 (O.-A.). 

Granula Verhalten der Altmann’schen nach Nephrektomie 144 V 
Greifswalder medicinischer Verein s. Verein. 

Giundriss der organischen Chemie von Oppenheimer 153 L. 

— der pathologischen Anatomie von Schmaus 142 L 
Gruppentyphus 136 V. 

Guanidin und seine Derivate 773. 

Gummigeschwulst des Corpus ciliare 151 V. 

Gymnema silvestre 48 V. 

Gynäkologie, Heilgymnastik in der 46 L. 

—, mikroskopische Diagnose in der 24 V. 76 V 
—, Protozoenfrage in der 61 V 

— und Geburtshülfe 135 L. 142 L. 

--, Asepsis in der, 127 L. 

Gynäkologische Erkrankungen, Neurosen bei 8 L 

Tagesfragen 42 L. 

Gypscorsets, Apparat zur Anwendung von, 94 L. 


Hadernkrankheit 57 L. 

Hämatom der Arteria meningea media 100 L 
— der Dura rnater 91 (O.-A.). 109 V. 

Hämatoporphyrinurie, Pathogenese der, 124 I,. 

Hämatosalpinx und Hämatometra bei Uterus didelphvs 4 V 

üach ' l ' ril "’ eriutoi ™ « v. 

, Einfluss der Sauerstoffeinathmung auf das 668. 

Hämorrkagie und gangränöses Pankreas 17 L 
Hämorrhoidaloperation 280. 

Hämorrhoiden, mechanische Behandlung 280 
Händedesmfection 39 (O.-A.). 851 (O.-A.). 23 L. 156 L. 

Baute, \ erklebung seröser 88 V 
Hals, Syphilis des 9 L. 

Halsbräune, ansteckende 173 V. 

Halslymphdrüsen, Durchbruch verkäster Gummata der, in die Trachea 159 V 
Halsend Ohrenkranke, Station in Liope a. d. 0. für ertluiigsbedilttige 

Hamburger Aerzteordnung 135. 

Hamburger ärztlicher Verein s. Verein. 

Hammelserum, immtmisirende und heilende Wirkung gegen das Typhus- 

Hara Ger r äuscht i0 7 n 78 eS gCSUnden und Behebung von 

Hammerexcision 746. 

d d cr U I) 1 !s?7t CllirUr ?r Ch ? Dia gnostik,von Länderer 135 L. 
der Diätetik, von Munk und Uffelmann 216 

- der Hygiene, von Weyl 52 L. 154 L. 

er Laryngologie und Rhinologie, von Hey mann 168 
, ~ ^r Massage, von Kleen 123 L. y • 

i — pb ^!? loglscb ? u Optik, von Helmholtz 34 L. 149 L 
der praktischen Gewerbehygiene, von Alb recht 9 L 
Hpr Q r ? X1 i S des , ( ’ h e mik ers, von Elsner 77 L. 

- der S nÄn Un T. heito ? fl T’ V °" Katelmann 104 L. 

Stintzing J L r T dCr mneren K ™khoiten. von Benzol dt „nd 

HÄÄÄißT von A - p,ciffer 104 

Hn?„ d 'f“h n «J ing T^r e iu der Armenpraxis 279. 

Hain Chemie und Mikroskopie des 90 L 

^ f„!lfrf U 4 - Chs i Ure . im P^bologischen 3 L. 

von f cwH Be ? tlmmun f; Gnllenfarbstoffs im 79 L. 
re| steskranken, zwei neue Basen im 109 V 
Harnblase, b remdkörper in der 356 (0 -A ) 

—, Geschwülste 46 L. '' 

ltiS‘(v? Einpflanzung des Ureters in die 124 1,. 

V. er ' im Kindesalter 48 L - 


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iiN II Al/iö - VERZEICHNISS. 


Hnrnfisteln beiin Weibe, Operation zur Schliessung gewisser 157 L 
Harnleiter und Nieren, Behandlung der Erkrankungen der W6 L 
— beim Manne, Katheterismus des 27 V. ° 

HurnleUerunterbindung, das Secretionsvermögen des Nierenparenchyms 

Harnröhre. Anatomie der weiblichen 120 V. 

. Endoskopie der hinteren 18 L. 

“ U ^ 7 ä ( h Q ,ic ^ e HöhIen ’ Instr ument zum Einführen von Salben in die 

"“ÄS b 4) g ;^f98 A ^ ageru ' ,ge " und bui Concra ‘ i ™“ « 

Harnsäureausscheidung und Leukocytose 164 L. 

Harnstoff im Harn, quantitative Bestimmung des 109 V 
ttunveritaung bei Untersuchung auf Eiweiss, Zucker' und < iallenfarb- 

SlOu lüO J-i. * 

Hamwege. Hanisäureauflösung bei Concretionen in den 283 fO -A i <n v 
—, klinische \ orträge über die Krankheiten der 51 L ' ‘ 

Ilara- und Sexualorgane. Centralblatt für die Krankheiten der 67 M 

- to^’ (l er n 2 , l! reglSter ZUm Zalzel -0berländer'scheu klinischen Hand- 
Hasenscharte 138 V. 

Hausaretkches der Lebensversicherungsgesellschaften 4 l >-> (O-Ai 
-! Kibletr e i.| r v el -md ihre Cmchc mit 
—, Knochenbildung in der 100 L. 

Hautkrankheiten, Arsenik bei 132 L. 

— und Syphilis 128 L. 

Hautkrebs, Arsenikbehandlung des 424 (O.-A.) 108 V 
Hautlappen, Verwendung grosser ungestielter 163 V 
Hautsarkome, multiple 9 V. 33 V. 

Hautschienen 115. 

H“üa^kuioä S l2 t V. mUChe Lokalisatio “ ‘«-‘ihren 877 I (>.-A.i. 
Hautveränderungen nach Quecksübergebrauch 182 (O-A i 
Hautverbrennungen, Gehimdegeneration bei 4 V 
Haut- und Geschlechtskrankheiten, Lehrbuch von Joseph 376 Ws I 
Hebammen, die Drei-Mark-Prämie der 718 1 ' U 

~ '^buch für. von v. Bokitanskv 103 L 
. Lehrbuch der Geburtshülfe für, von Braun 171 L 

6 d6r inDeren Untersuchlln ^ ^ ^r 4*2 

Hebammenwesen 671 (O.-A.). 171 V. 

Hefenuclein, Tuberkulosenbehandlung mit 39 L 
ei pmnastik in der Gynäkologie 46 L 

Jahrbücher der gesammten 141 1, 

H^i-, 1 L e der gf'fammtcn 33 L. 55 L 

ÄÄ* i d<ir ® i ? lltherie s - Diphtherie. 

Ädenb f “u r rg8T nkra “ ke Stadtk ™ ses ««Hi» und der ,Vo 
Heilung und Heilserum 6 L 

Heh^emc 179 G V. neSe ” de in Be, ' lin ' Berichl nl ’ er di ° ^ 

Hemiplegie 72 V. 

Hemisystolie 144 L 

te?„Ifrd derHirarind ?' J - ok ^*tio„ der 172 V. 

- »btafor-i n “L»rn o r alis 14e L 

5- bf i 1 ^ ndern 76 L. 80 L 
He’rrio a tnmL° Peration . nicht eingeklemmter 131 I, 

Herz mit compS^ErJ^anT^ in }, Ki ^esalter 356 (O.-A.i. 


Hirngeschwulst 191 V. 

Hirnnerven, dritter bis zwölfter 27 L. 

Hirm-jf/f 6 ’ ^okälisation der HemmungsVorgänge der 170 v 
n von narkotisirten Thieren 72 V ‘ 

HÄ K r ungtMi72 '' 

HUWto» L PeratiVe Bchandlung subcarti -’ gelegener 11 L. 199 ,, 
von Bö h m "unTllavldo*ff ätl mikrosko P isdlen Technik, Lehrbuch 

*■»*— 1.74 l. 

Hoden, Cystadenom mit Metastasen 32 V 
.einseitiger Descensus 525 (O -A ) 

Hodenluxation 4 V 

i" d«. 13 (O.-.U 

Höhlenwunden, <k ' S ß ""* S 183 V ' 

Honorarfrage, ärztHche 112 ' 

Hopfenarbeiter Augenerkrankungen der 87 I, 

Hoppe-Seyler f ;>43 (O.-A.). 

Hornhauttrübungen, frische und alte 91 J 

HÄS-Ä“™* ‘• ptina ° 150 V. 

Hultgelenk, Amputationen im 48 L 

HS SSk k :Siof' a b!nfe S Z a oä- Bl!hand , 1Ung tuberkulöser 18 L. 

- congenitale 86 V g Wpt “ w venüt<!tCT traumatischer 131 1 ,. 

* £l an £ bei angeborener 21 (O.-A.). 

" HoT d “ SchenkeIk °P fe5 blutiger Operation der angeborenen 


J.-1U 1j. 

Huftgelenksverrenkung, angeborene 60 V' 
Hüftverrenkung, angeborene 162 V. 

—. ort.hnnü/6'Gr.Po _ . 


i'ctica bei 145 L. 


' * “,'oiuiugie aes 

l®T *“ 176 V. 

HeÄtag ra dM Frosch 5 ''\ r } etzU>n 196 v - 
Herzcontractionen, frostr^TsT^® der R 1 , J thl,,i <*« 176 V. 

llmkraeke mit ComJ' SCh ^ aCcidente,l ° '- 0 1 ‘- 
üerzlähmung'nü iL* le ° 8atlonsstii '’ un *' Partie, 

Herzpercussion 166 V 

HmLt pen * stielte'116 L 
Jj^rzpraparate .j 8 1 ’. igq V . ' 

Herzsc£chf°/| 6 e y° D Wandancu rysmcn 189 V. 

J];;j;zsyi»hili d s e 3 g L esunden und kranken Menschen 35 L. 
Herzverletzing 1 1*38°V Un<1 der normalen 144 L. 

HeiamlthrieSteSa^-' ? ^ e ? inark m D. 

Vcnv ... 


des 541 (O.-A.). 


. 7 uuauu Si uugeuorene lbZ V. 

a ? geb ° reUCn 604 ,0 - A -)‘ 

Höff»?™? 1 ’’ Glft H lI dung verschiedener Vibrionen in 115 I, 

mk - 

Hufeland sehe Gesellschaft 408. 770. 810 
Hydatidenschwirren 93 L. 

Hydrargyrum salicylicum bei Lues 562. 

Tr 8UL ' c .inimidatum hei Syphilis 115. 

Hydrobihrubin 78 Y. 

HÄh^Ä mit Jodiujeetion 151 L. 

üydroccphalns chronicus internus. Jodinjcction in den Gohirnventrikel hei 

I; Geburttef iw ® eha " dll,ng dCS Chr °' ,ischen 174 '• 

^ d L°;/ eSp -. P j:. one PHrose, conservative Behandlung 17 L 
Hydrotherapie tur Aerzte, Compendium von Schilling 134 I 
Hygiene des täglichen Lebens 68 L & 1J4 L ’ 

—, ~ von Weyl 52 L. 154 L. 

Leitfaden von Gärtner 154 L. 

Hygieneausstellung in Paris, internationale 248 

H^Isetr SÄ? f “ r Ae, ' Zte UDd Xaturf “-'- «7 L. 

Hyperemesis gravidarum 120 V 
Hyperhidrosis 730 (O.-A.). 

H™rtb°v t vi' i , S - Ch k LOs " n g e “' intravenöse Injection von 142 V. 
mperthyieotische und athyTeotische r Fhiere 177 Y 

HÄÄr Spina biada ° cci " ta n,it m v - 

Hysterektomie 132 L. 

—, Ureterocystotomie nach vaginaler 140 L 
—, vaginale 88 Y. 

Hysterische Sehschwäche 151 Y. 

I. 

Ichthyosisformen, ungewöhnliche 55 L. 

Icterus der fieberhafte, eine Proteusinfection 667 (O.-A.) 735 V) - \ . 

- im Frühstadium der Syphilis 40 L. ' 

mfectiosus und Icterus infectiosus levis 49.3 fO.-A.). 848 ( 0 -\ i 
—, i ulsverlangsanuiDg im 17 L. 

lleocoecalgegend, chirurgische Behandlung der Geschwülste der 52 Y 
Heus nach Laparotomie 119 Y. 

Jleusersclieinungen, Yortiluschung von <34 
linmunisirung bei Diphtherie s. Diphtherie. 

mm pwik^ voni Hiologiseh-chemiselKMi Stand- 

Impetigo 540. 


u\ bei Kindern 


Impfzwang nu eaiuon r>ern idz, 

Incubationsfrage der Diphtherie 573 lO-A > 

Indische Nutzpflanzen 164 L. 

Infantile Diarrhoe. Behandlung mit Tannigen 167 L. 
Infectionskrankheiten, die hygienische Bedeutung acute 

—, Disposition des Säuglingsalters zu 171 Y. 


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XVI 


INHALTS -VERZEICHNISS. 


]nfectionBkrankheiten, Einfluss von Fieber und Leukocytose auf 240 (0 - 4 ) 
Lähmungen m den oberen Wegen bei 411 (0-4 ) 

— im Kmdesalter, acute 173 V. 

— im Säuglingsalter 841 (O.-A.’). 

Influenza, acute aufsteigende Paralyse nach 10 L 

— im Kindesalter 175 V. 

— und Encephalitis 393 (O.-A.). 459 (O.-A.). 

Influenzapsychose 321 (O.-A.). 

Injectionsspritze, eine neue 408 (0 -A) 

Innere Krankheiten Handbuch der speciellen Therapie von Fenzoldtund 
otintzing 42 L. 45 L. 

Innervation der Iris 177 V. 

Instrument zum Einjfahren von Salben in die Harnröhre und Shnücho 

Intermediärknorpel, Rohrenknochenwachsthum nach Verletzungen den 140 I 
Internationale Congresse 328; s. auch Conpress. * " 

— Hygieneausstellung in Paris 248. 

Intertriginöse Ekzeme 562. 

Intracranielle Abszesse, Heilung 139 L. 

Intraperitoneale Vaginaefixation, Dauererfolge 120 V 

— Vaginofixation nach Dührssen’s Methode 5 9)f (() - \ ) 

Intrathoracisches Aneurysma 45 V. 

Intrauterine Leichenstarre der Frucht 4 V. 

Intravesicale Entfernung von Blasengeschwiilston 50 y 
Intussusception, Operation bei 130 L 
Inunctor 327 (O.-A.). 360 (O.-A.). 

Invagination, Naturheilung, Tod durch Inanition 40 V 
lnvahdRätsvemchmmn^sanstalten, die Lungenheilstätten der 308 (O.-A.). 

Iris, Innervation der 177 V. 

Irrenärzte, Verein der deutschen 296. 564 638 
Irrenanstalten des Orients 133 (O.-A.). 162 (O.-A.). 

—i staatliche Beaufsichtigung der 485 (O.-A.). 

Irrenarzt, Betrachtungen über sein unredliches Gewerbe 118 I 
Jrrenhausskandal. der neueste 685. 738. 809 
Irrenrechtsreform und der Fall Weber-Andernach 749 (() - 4 ) 800 
Irrenwesen, Reform des 638. 809 ^ ‘ 

Isafrol 773. 


J. 

Jahrbuch der praktischen Medicin 312 65 L 
Japanischer Sanitätsbericht 834. 

Jodinjection. Hydrocelenoperation durch Function mit 15t I, 

7u 1 5 den J Geh r‘ raVentrikel bei Hydroccphalus chronicus internus 100 I. 
Jodödem des Larynx, acutes 64 L. 1U u 

Jodoform und seine Bedeutung für das Gewebe m ]. 

Jodoformm 596 (O.-A.). 737. 849 (O.-A.). 

Jodpräparate in der Antisepsis 167 V. 

—, Wundheilung durch 131 L. 

m dU ” gen - kliniSCh " V —rt^-kei, der «10 (O.-A.,. 

K. 

Kaffeeverbrauch in England 738 
Kaiserschnitt 120 V. 

— nach Porro 56 V. 

T7 , r Ve i r i hä ! tnisS s 1 < J er Symphyseotomie zum 58 V 43 L 
Kali chloncum-Vergiftung 116 V. 

Kali, übermangansaures als Antidot gegen Morphium 539 «I i , 

Katheterismus der Ureteren 104 (O.-A ) 21 V 27 V qft r 
Katheters tenli sation 168 V. ‘ * ' ‘ ' • 

Kaukasusbäder 147 V. 

Kefir, medicamentöser 866. 

KehUcopf, Drüsenepithelkrebs des 19 L. 

—, Stimme nach Entfernung des 40 L 

ß Ä-Ä-BÄ? - *" 

Kehlkopftuberkulose, Frühformen der 4 \' 

—, Kreosottherapie der 70 L. 

“» Mentholöleinspritzungen bei 36 V. 

—, örtliche Behandlung der 19 L. 
k2;« V K r - al M Pathogener zur Seheido 157 (0 -A ) 

* Anntomie' der' eitrigen 149 V. 

317 (&-A.) lraCf ' 0mat0sen und skrophulösen durch Lidlocken,ng 
—, parenchymatöse 150 V 

,,i " ,uria,icum I, 

KicwLi M b SbiIdu " geM am Alveolarfortsatz der 114 V 
Kiofergelenkneurose, unter dem RilrtA * V , 

530 (O.-A.). öl,de einei Ohronerkrankung verlaufend 

Kiefernekrose bei Tabes dorsalis 304 (O.-A.). 


Kiemengangshautauswüchse mit knorpligem Gerüst, doppelseitige 61 V 
Kinder, die Bedeutung acuter Infeetionskrankheiten für 171 V 
Hernien der 76 L. 80 L. 

—, Schnupfen der 156 L. 

—, Urticaria der 148 L. 

Kinderernährung 55 L. 

Kindergonorrhoe 861 (O.-A.). 

Kinderkopfekzeme, krustöse 562. 

Kinderkrankheiten, Lehrbuch von Ungar 22 L. 

• Therapie der 38 L. 

Kinderlähmung, cerebrale, auf syphilitischer (1 rund läge 876 (O.-A.). 
Kindermilch, Herstellung von 174 L. 148 L. 

Kinderpult, orthopädisches 647 (O.-A.). 147 Y. 

Kindersterblichkeit, Herabminderung der 71 L. 

Kindesalter, acute Infoctionskrankheiten im 173 V 
—i chirurgische Krankheiten im 7 L. 

—, Influenza im 175 V. 

g rimäre Geschwülste der Harnblase im 48 L. 
arkombildung im 166 L. 

Klappenanomalieeu der Aorta 114 L. 

Kleinkalibrige Gewehre, Geschosswirkung der 215 262 
Klemmenbehandlung bei Carcinoma und Mvoma uteri, bei Pvosalpinx und 
üeckenciterungen 112 V. " 

Klimatische Wintercurorte 135 L. 

Klonische Krämpfe 199 V. 

Kniegelenk, ankvlosirtes 88 Y. 

—i Derangement interne im 29 V. 

I Kniegelenksluxation 46 V. 

I Kniegelenktuberkulose 87 V. 

Kniescheibenbrüche, ambulatorische Massagebehandlung 131 1, 

’ Behandlung der queren durch die Knocliennaht 94 L 
Knochenbildung in der Haut 100 L. 

KnO 406 h (O- I A f dC1> Tibia ’ H0ilUng dUrCh Plün,,)irun S mit Kupferamalgum 
Knochenmark bei pernieiöser Anämie 62 L. 

Knochennaht Behandlung der queren Kniescheibenbrüche durch die 94 L 
Knochenplombirung bei höhlenförmigen Defecten des Knochens 94 L 406 
(U.-A.). 

Knorpel, keilförmige 52. 

Kochsalz bei Cholera 15 Y. 

Kochsalzklystiere, ihre Wirkung auf den Darm 543 (O.-A.). 

!n jdr !S te? P ll yS10l °. giG Verwendung im Organismus 41 L. 

TCnh r verglf 5, l '”f dur ° h R ® S ? rption von dCT I^ibcshohle ans 51« O.-A ) 
Kohlensäureausscheidung im Gebirge 178 V. 

T7nn!nt Säl ^ ehaltlg r S °. 0lb i i £ er ’ Beha ndlung der Bleichsucht mit 507 (0 -A ) 
Koiliotomie, comphcirte oOl (O.-A ) ^ 

Kola 102 L. 

kolpotomm anterior, ihre Bedeutung für die Operation an Beckenorganen 

Kopfschmerz boi Nasen- und Rachenleiden 28 L. 

Kotherbrechen, ätiologische Diagnose des 139 L 
Krämpfe, klonische 199 V. 

Krankenaufnahme in die öffentlichen Hospitäler Berlins 488 (0-4 ) 
—^Einrichtung ^“^5U/ I Ij Stadtisc1 '"" »"feinen in München 150 1,. 

—, Grundsätze für den Bau von 183. 

—i täglicher Besuch in den 425. 

Krankenhebeapparat 214. 

Krankenkassen, die Stellung der Aerzte in den, 292 (O.-A.). 

, Ersparnisse bei Arznei Verordnungen für 96 Y 
—i Lungenheilstätten der 179 V. 

Krankenkassenärzte 52 L. 

I Krankenkassenstatistik in Bayern 866 
| Krankenpflegeräthschaften, Verleihung von 97 (O.-A.). 

KrS! n f lägeiab J h f il - U ” g Dülk ^ n ' Arbeitsunterricht der freiwilligen 215 
j Krankentransport bei inneren Erkrankungen 198 V' 
i Krankentransportfahrrad 834. 

| Krankentransportwagen 214. 

Krankenversicherung in Berlin im Jahre 1893 198 
— — in Württemberg, Statistik für das Jahr 1892 34 
Krebs der Luftröhre, primärer 31 L 
Krebserkrankungen der Brust 67 L 

h reh sheilseru m therapie von Emmeri c h und Scholl 265 (O.-A , 29« 

?n i^'fdo cnV 0 ",^- 333 (0-A-). 358 (O.-A.). 378 0-A «ft 
794 (O.-A ) K ,0 ' A ) ' 706 712 (O.-A.). 759 (O.-aT). 

Kreislauf gesunder und kranker Menschen. Einfluss kühler Bilder auf den 
—, Pathologie des 58 L. 

US 1100 ' innere . Untersuchung durch den Mastdarm 147 I, 

Kreosole, innere Anwendung der isomeren 167 \' 

Kros oM 1 4 " (0. -A.) r Tuserkulose des Kehlkopfes und der Lungen 70 T, 

KresoJe interne Wirkung der isomeren 788 (O.-A ) 

Kreosotdämpfe bei putrider Bronchitis 540. 

Kreuzbein, Exstirpation eines Sarkoms des 88 V 

Kreuzbeinresection 65 V. . 

Kriegschirurgische Präparate 44 V 

Km^GesicutSst 6 ' StrUD ’ ekto '” ie 40 V ' 


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I NHALTS- VERZEICHNIS^. 


Krustöse Kinderkopfekzenie 562. 

Külz f 67. 

Kubmich als Säuglingsnahrung 24 L. 

K'uhpockeniinpfung bis zur Blutserumtherapie, von der 287 (O.-A l 806 

Kupfer, pharmakologische Wirkungen 5 (O.-A.). 42 (O.-A.). 
Kupfervergiftung, acute und chronische 297 (O.-A.). 

Kurzsichtigkeit in der Schule, Heilung der 583 (O.-A.). 557 < o - \ , 

-, operative Behandlung hochgradiger 199 V. 

Kwas 653. 

Kyste hydatique du cerveau 39 L. 

»skopie 59 (O.-A.). 120 V. 124 V. 


XVII 


Laboratoriumseinrichtungen 177 V. 

J.aceration 118 V. 

Lactopheniu 637. 737. 

Lähmung des rechten Peroneus superficialis, traumatisch-hysterische 60 \- 
- im Kindesalter, spinale 5 V. ' • 

. postdiphtheritische 103 V. 

Landry’sche Krankheit 775 (O.-A.). 69 L. 

Laparomyotomie 194 V. 

Laparotomia exploratoria 822 (O.-A.). 

Laparotomie bei Aneurysma des Unterleibes 47 L 

-• PffT“ 1 " 1 »* des Eiters entzündlicher Adneitumorcn wahrend der 

—. Ileus nach 119 V. 

. .Vachbehandlung der 87 V. 

Laryngologie, klinischer Atlas der 15 L. 

und Rhinologie, Handbuch von Heymann 168 
Laryngostroboskop 78 V. 

Laryngotracheitis diphtheritischen Ursprungs, fibröse 10 1 
Larvnx, acutes Jodödem des 64 L. ‘ 

—. Autoskopie des 98 V. 

Verwachsungen und Stenosen des 73. 

Larynxexstirpation wegen multipler Papiliome 190 V 
Laiynxstenose 76 V. v • 

r.ÄS di. * I 

Lebenswoche, Diätetik der ersten 339 (0 -A ) 

Leber der Söugethiere, feinere Structur der 104 V 

' ei » eS J rimiireü Angiosarkoms der 32 \ 

. harnstoffbildende Function der 38 L. 

• I athologie und Chirurgie der 120 L 
. bchutzkraft gegen Gifte 774 

Leber und Gallenblase, Chirurgie der 125 I, 

Leberabscess 65 V. 47 I, 5 
Leberadenom 137 L. 

IftÄ’ a inl ^ re Gl .'’k«surie bei 165 I,. 

bei frischer Syphilis, acute 97 V 
Leberclururgie 191 V. 47 L. 

^ebercirrhose, Adenocarcinom bei 137 L 

• Ascites mfolge von 82 V 
Leberecchinococcus 71 V. 

Jb b e e ^ewbt U SSM r d^‘’ Wlit ‘ S ^ Cr ^"*«" 8 « 176 V. 
f-ebersarkoa,; priS ?15 V generat ‘ 0n dcS 106 
bei 169 v - 

LSd C “de'r h TiTl' ürg >!” g i, e “ den 137 h - 

- - 6 ^- - 

35 L. peciellen pathologischen Anatomie von Ziegler 

- dt il^g armwtik von Hughes 26 I.. 

-- _ ™?!'\yP eratlotlen Ton Ko «lier 36 L. 

- der Haut. Sp“'?, T Braun Ol L. 

~ der Histoloie de? e Men« kr h nkhei - t<!n von Jüs eph 376. 128 L. 

-ÄSÄ ™ d V"vÄf h d6r "‘ ikr - k 0 P-hen 

^^enkrankheiten von HtT27 ra i kheiten V 

- der nml . P P e n h e i in 14 L. 

; d»p ra ktkXnt?rgt”cäM V 4n t Bir . ch - Hir “ c hfeld 21 L. 135 L. 

- * Chir u ^? T tTe 8 erTo e i™ n g ‘ Und Yu ” e 33 h ' 

Menschen und der 

RoVfru?k 0 / e i , & T Schweigger 104 L - 

hsiebenatarre der ^ 


~ 2 er S^ le V e von Gärtner 154 L 7 112 L - 

~ Hftr Wint °rcurorte von Reimer 135 r 

- für den ™eburl?htlintcSn > Operatio^ rankCnbe ^n° U £e »h*r>, 134 I, 
Leontiasis ossea 69 L perationscurs von Döderlein 98 L 

Lepra 42 V. 186 V. 199 V. 64 L 
Leuchtgas, Einfluss auf die Gesundheit 108 T 
Leukämie, acute 639 (O.-A.) 663 10 A 1 t‘ 7 r m v 

(0,A),749 (O.-A.). 13iLfU°v A -81 V 993 '""'U 7 '2 

Blut bei acuter 872 (O.-A.). 873 (O -4 > ® '*■ 

' Organveränderungen bei 116 L 
Pathologie der 123 L. 

T , lienaIe mit acuter Taubheit, chronische 187 v 
•“^»85,. .» l « A.nd.™„ .. , 

rÄÄSÄ“»-»c 

Lid, Lipom dos oberen 149 V' 

Verblutung aus der 90 (O.-A.* 

Lipom des oberen Lides 149 V 
Lipome, symmetrische 76 V. 

A.ppeuseWeimdrllsen, Makroeheilie iufolgo syphilitischer Erkraukuug , 1 * 

Liquor arsenicajis Fowleri, subcutane Injection 738 

feiromangam saccharati normalis, dm Wirkung des 694 M) A > 
Lithiumsalze, die diuretisehe Wirkung der 673 O \\ ut v ' 

Little sehe Krankheit 11 L V 

Ludwig f 310 (O.-A.). 

Lues, s. Syphilis. 

— hereditaria 15 V. 

Luft in Schulräumen. Bactoriengehalt der 156 V 
Luftpumpe, selbstthätig wirkende 177 V 
Luftröhrenkrebs, primärer 31 L. 

Luftwege, Autoskopie der 634 (O.-A ) 98 V 
—, Fremdkörper in den 479 (O.-A.). 

Lumbale Spin alp unction 62 V 
Lumbalpunction 166 V. 

—, die ergebnisslose 739 (O.-A.). 

Lunacy commissioners 310. 

Lungenabscess, chronischer 10 V 
Lungenarterien, einbolische Verstopfung der 101 V 
Lungenblutungen 115 L. J h L ’ 

Lungencarcinom, primäres 15 V. 

Lungenentzündung, indurative 153 (O.-A.). 177(0-4) i*#o ,n \ , 07 v 
LungenhedstfiUen 152. 308 (O.-A.). :V( 0 ,a!).' m. 

Lungenhypoplasie, fötale 11 V. 

Lungenschwindsucht, moderne Behandlung, mit besonderer Berück^!,li 
gung der physikalisch-diätetischen Heilmethode 13 L 
Lungentuberkulose, Serumbehandlun^ 119 L 
~, Kreosottherapie der 70 L. 

Lupus 562. 

—, Cantharidinbehandlung 42 43 Y. 

- erythematodes discoides 637 (O.-A.*. 

j Vl . , ! garis ’ Fhaneroskopie und Glasdruck für die Diagnose dos S I, 

Luxatio congenita coxae, orthopädische Behandlung der 604 0 >.-A 1 ' 
penis (io (O.-A.). 

Lymphe, Versorgung mit 56 V. 

Lymphangiom, cavernöses 60 V. 

LymphdrüsenzeHen von Macacus eynomolgne, die Allraclionsspbiircn der 

Lymphom, eosinophile Zellen im malignen 144 L 
Lysidin gegen Gicht 120 L. 

Lysol bei Nachgeburtblutungen 171 V. 


Macaeus ^namolgus, die Attractionssphären der Dymphdrüsenzollen von 


von Flatau 83 L. 


Macula lutea des Menschen 34 L. 

Mädchenschulen, Turnen in höheren 175 V 
Magen, Ausscheidung körperfremder Stoffe aus 772. 

’ f ettgranula in den Pylorusdrüsen des 157 V 
—, Milchsäure bil düng im 164 L. 

—, Schlauchbehandlung des 166 V. 

—, schleimige Degeneration der Drüsenzellen des 300 <0-4 * 
Magenaffectionen 36 V. 

Magencarcinom 73 (O.-A.). 41 V. 

—, Bedeutung der Milchsäure für die Diagnose des 218 (0 - V ) 

—, Resection wegen 249 (O.-A.). 269 (O.-A.). 287 (0 -A ) 

—, Rückenmarkveränderungen bei 166 V. 

Magendarmcanal, Stenosen des 581 (O.-A.). 115 V. 

Magendurchleuchtung 145 L. 

Magenerweiterung, operative Behandlung 46 L. 

Magenfunction nach Entfernung der narbigen Pylorusstenoso durch Kc- 
section 99 L. 

Magengeschwür, Behandlung des chronischen 637. 

—, Wismuthbehandlung des runden 637. 

Mageninhalt bei Carcinoma ventiiculi 73 (Ü.-A.i. 

Mageninhaltsentnahme 79 L. 


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XVIII 


INHALTS-VEHZEICHNISS. 


Magenkrankheiten, chirurgische Behandlung 11 (O.-A.). 20 (O.-A.). 47 
^ (O.-A.). 238 (O.-A.). 260 (O.-A.). 12 V. 17 V. 4!) V. 

—, Diagnostik und Therapie 1 L. 42 L. 

—, Erfahrungen über die Therapie der 50 I.. 

Magenöffnung 86 V. 

Magenoperationen 86 V. 

—, functionelles Resultat der 145 I,. 

Magenresection 72 V. 93 V. 

— wegen Careinom 249 (O.-A.). 269 (O.-A.). 2X7 (O.-A.). 

Magenschleiin, die Secretion des 81 V. 

Magenschleimhaut bei Hyperacidität 145 V. 

Magenschleimhautatrophie 300 (O.-A.). 

Magensonde, Loslösung eines Stückes der Pylorusschloiinlnuil mit der 29 L. 
Magentabletten bei saurer Dyspepsie 615 (O.-A.). 

Magentumor 33 Y. 

Magen- und Dannerkrankungen, physikalische und medicamenlüso Be¬ 
handlung 161 L. 

Magenwandcyste, grosse traumatische 30 L. 

Magnetoperation 40 (O.-A.). 64 (O.-A.). 151 V. 

Maitago in Corsica 227 (O.-A.). 244 (O.-A.). 

Makrocheilie infolge syphilitischer Erkrankung der Lippensclileinidrüsen 
389 (O.-A.). 

Maladie des tics beim Manne 187 V. 

Malariaprophylaxe 167. 

Malarische Infection von Menschen und Thicren. experimentelle 77 I,. 
Malle’fnanwendung 64 L. 

Mamma, operative Behandlung maligner Tumoren der 63 L. 

—, Tuberkulose der 56 Y. 

Mammacarcinom 611 (O.-A.). 190 V. 67 L. 87 L. 

Mandel, Exstirpation der 168 V. 

Marschgepäck, zulässiges Gewicht des 112. 

Massage, Formulaire du 84 L. 

—, Handbuch von Kleen 123 L. 

Massagebehandlung bei Frauenleiden 46 L. 

Mastdarm, Schwitzcur vom aus 79 \ r . 

Mastdarmscheidenfistel 96 V. 

Mastdarmschleimhaut, chronische Ukcrationen der 116 V. 
Mastoidoperation, Wundkasten für die 572 (O.-A.). 

Mechanotherapeutische Anstalt Oeynhausen 328. 

Mediastinaltumor 17 V. 25 V. 100 V. 

Mcdicamente, die neueren 75 L. 

—, die Resorptionsgesetze der 329 (O.-A.). 

Medicin, Jahrbuch der praktischen 65 L. 

Medicinalbeamtenverein, preussischer 184. 

Medicinal-Maltosenwein 865. 

Medieinaltaxe, die preussische, in ihrer historischen Entwickelung 344. 
Medieiualwesen im Königreich Sachsen, fünfundzwanzigster Jahresbericht 
des Landes-Medicinalcollegiums auf das Jahr 1893 523. 

Medicinische Chemie in Anwendung auf gerichtliche, sanitätspol izcilicho, 
und hygienische Untersuchungen sowie auf die Prüfung der Arzuei- 
präparate 66 L. 

— Classikerbibliothek 22 L. 

— Fachpresso, freie Vereinigung der deutschen 168. 

— Klinik zu Dorpat, gesammelte Abhandlungen aus der 6 L. 

--zu Leipzig, Arbeiten aus der 58 L. 

Modiciniscke Faeultäten: 

Amsterdam 16. 

Basel 16. 492. 

Berlin 36. 100. 200. 248. 312. 328. 540. 738. 790. 834. 882. 

Bern 866. 

Bologna 36. 

Bonn 344. 596. 

Breslau 184. 508. 580. 596. 702. 738. 866. 

Budapest 152. 472. 654. 702. 

Bukarest 216. 

Catania 596. 

Christiania 280. 

Dorpat 152. 216. 

Erlangen 312. 

Freiburg i. B. 248. 376. 770. 

Genf 492. 

Genua 52. 616. 718. 850. 

Giessen 100. 152. 524. 564. 

Göttingen 52. 360. 596. 770. 

Graz 152. 312. 492. 670. 718. 

Greifswald 424. 540. 

Hallo 344. 456. 540. 

Heidelberg 52. 408. 492. 754. 770. 

Innsbruck 810. 866. 

Jena 200. 596. 

Kasau 216. 596. 

Kiel 152. 754. 850. 

Kiew 882. 

Königsborg 524. 540. 670. 882. 

Krakau 152. 248. 312. 392. 456. 472. 850. 882. 

Leipzig 52. 152. 168. 424. 564. 882. 

Lemberg 472. 

Lyon 232. 

Marburg 36. 136. 280. 296. 328. 654. 718. 

Modena 16. 

Moskau 540. 

München 492. 524. 


Neapel 850. 

Oxford 152. 

Padua 540. 

Palermo 200. 882. 

Paris 16. 

Parma 16. 200. 

Pavia 232. 

Petersburg 152. 216. 328. 45(i. 790. 

Pisa 152. 200. 492. 702. 850. 

Prag 116. 200. 216. 248. 296. 360. 424. 472. 492. 540. 596. (516. 686. 
738 

Rom 152. 

Rostock 564. 

Siena 152. 

Strassburg 84. 13(5. 152. 770. 

Tomsk 152. 596. 

Tübingen 68. 100. 492. 540. 654. 738. 8(56. 

Turin 152. 882. 

Warschau 152. 

Wien 36. 200. 296. 312. 492. 596. (516. 670. 718. 790. 

Würzburg 492. 596. 718. 

Zürich 492. 524. 

Medicinische Publistik 36. 52. 68. 184. 200. 232. 280. 392. 424. 654, 770. 

— Wissenschaften in den vereinigten Staaten 2 L. 

Medicinischer Atlas, stereoskopischer 37 L. 

Medicinisches Studium der Frauen 472.524. 613 (O.-A.). 648 (O.-A.). 770. 
834. 882. 

— — in Amerika 264. 

— Unterrichts- und Prüfungswesen in Frankreich 53(5 (O.-A.). 
Medicinstudirende in Frankreich 882. 

Medico-mechanisches Institut in Stuttgart 508. 

Modulla oblongata, Anatomie der 27 L. 

Megaloblasten im anämischen Blut, die prognostische Bedeutung der 
148 V. 

Megalocephalie 69 L. 

Mehlnahrung, ihre Ausnützung im Darm .junger Säuglinge 22 V. 175 V. 
Melaena neonatorum, Bacterienbefund hei 95 L. 

Melanosarkom 133 V. 139 V. 

Meningitis, traumatische 602. 

—, tuberkulöse nach Pyosalpinx 18 L. 

Meningocele sacralis anterior als schwere Geburt#* und Wochenbettscom- 
plication 43 L. 

Meningocele spuria traumatica 159 V. 

Mentholöleinspritzungen bei Kehlkopftuberkulose 36 V. 

Mercurielle Albuminurie 189 V. 

— Exantheme 23 V. 

Mesenterialcysten 64 V. 

Messmethoden in der Unfallpraxis 100 V. 

Meteorologie, hygienische für Aerzte und Naturforscher 67 L. 

Meyer’sclic Kasse in Berlin 151, 247 296. 

Mikrocephalie 95 V. 

—, operative Behandlung der 36 L. 

Mikroorganismen. Jahresberichte Uber die Fortschritte von den pathogenen 
118 L. 

Mikroskopie und Chemie am Krankenbett, Leitfaden von Lonhart z 134 L. 
Mikroskopische Diagnose in der Gynäkologie 24 V. 76 V. 

Milchsäure, Bedeutung für die Diagnose des Magencarcinoms 218 (O.-A.). 
Milchsäurebildung im Magen 164 L. 

Milchsäuregährung 238 (O.-A.). 260 (O.-A.). 

Milchsterilisirung 24 L. 

Milchwirthschaft und Milch Verwendung 174 V. 

Militärärzte und Militärkrankenwärter, Beschwerdeführuug der 152. 
Militärärztliche Bildungsanstalten der Gegenwart, die preussischen 817 (O.-A.). 
Militärdienstfähigkeit, Dienstanweisung zu ihrer Beurtheilung und zur 
Ausstellung von militärärztlichen Zeugnissen 262. 

Militärsanitätsdienst in Frankreich 71 L. 

— in Russland 71 L. 

Militärsanitätswesen 820 (O.-A.) 

Milz, Blutgefässe der 104 V. 

Splenektomie bei Echinococcus der 441 (O.-A.). 115 V. 124 V. 
Milzbrandinfection beim Menschen 57 L. 

Milzexstirpation 140 L. 

Mineralwässer, natürliche und künstliche 470 (O.-A.). 

Mittelfellraum, chirurgische Behandlung der Erkrankungen des 59 L. 
Mittelohraffectionen, mechanische Behandlung eines Theils der chroni¬ 
schen, nicht eitrigen 77 (O.-A.). 

Mittelohreiterung. Behandlung der 686. 

—, chronische 733 (O.-A.). 

—, die v. Mangoldt’sche Transplantatiousmothode nach Radicaloperationen 
chronischer 800 (O.-A.). 

—, Transplantationsmethode für die Radicaloperation bei 137 L. 
Missbildung der oberen Extremität 88 V. 

— der unteren Extremität 876 (O.-A.). 

—, doppelte 196 V. 

—, congenitale im Gesicht 124 V. 

Mouardes’ Schrift über die Heilmittel Amerikas 153 L. 

Morbus Basedowii 336 (O.-A). 338 (O.-A.). 422. 

-, cliirugische Behandlung 80 V. 

Weilii 243 (O.-A.). 

Moreau’sche Krankheit 210. 

Morgagni'sches Ventrikel, der sogenannte Prolapsus des 31 L. 

Morphin 104 L. 


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INHALTS-VERZEICHNISS. 


Morphium-Antidot, übermangansaures Kali als 539. 

Morphiumeinspritzung nach v. Winckol bei ektopischer Schwangerschaft 

Motilitätsstörungen bei der hereditären Syphilis 517 (O.-A.). 

Motorische Region, theilweise Zertrümmerung der 601. 

Mullverbrennung 28 L. 

Mundhöhle. Schleiiupolypen der 76 V. 

Murphy’s Knopf, Operationen mit 62 L. 

Muscheln. Entfenung der unteren 168 V. 

Muskeln, eigenthümiiche Wachsthumsvorgängo in den 723 ( 0-A ) 
Hemmung der quergestreiften durch Reizung der Hirnrinde 177 V 
«sio-M - N ' crTenS} ' stems naf die Wachsthumserscheinungen in den 

—, Wachsthumsvorgänge in den 172 V. 

Mnskelatropliie bei Gelenkleiden 177 V. 

Muskelfaser, der feinere Bau der 177 V. 

Muskelfasern der Wirbelthierc, das optische Verl,allen der glatt™ w 7 y 
Muskelproductionen 84 V. " ’ ‘ ' 

Muskelsinn. Lokalisation des 116 L. 

Muskelzuckung der Warmblüter 177 V. 

Muskulatur der Wirbelthiere 142 V. 

-, Contraction der glatten 157 V. 

Myofihrnse, klinische Bedeutung der 79 V 

Myom des Uterus, 112 V. 135 V. 162 V 30 L lp j 

Mjomperatioi.cn im Marin-Theresien-Fraucnhospitafin"vs i,.,, y 

Myopie, operative Behandlung der 148 V. v • 

Myosarcoma striocellulare congenitum 8 V 

Myositis interstitialis 117 V. 

- ossificans 117 V. 

-. Genese der. 108 V. 

— progressiva ossificans 108 V 

Myxödem 101 (O.-A.). 103 (O.-A.). 82 V. 11 t; \\ 133 v 
—. auf seltener Ursache beruhend 39 V 
Myxosarkom 114 V. 

N. 

Xabelhernie, Radicaloperation einer 47 L 
.Nabelschnur. Strangulation durch die 48 V 
Nachgeburtblutungen. Lysol bei 171 V. 

v^ r !, in | Smi T 5 €lclie ! 1Die ’ ijfthrbuc h von Röttger 77 L 
Nährboden. Bactenenwachsthum auf eiweissfreiom 17 ' r 

“KV? Staffr !U . v. 25 V. 
ÄÄ2ÄTÄ SU&L dt. K 

Syphilis 0 der ^L. ^ Koh,ko P f ^ Altlas der Histopathologie der 77 L. 

41 y ac ^ D ^ nfluss organischer Veränderungen auf die Sprache 3 
Xasen, rothe 133 V. 

\Shßhl P St, n e t mp0räre Resecfcion des 130 L. 

. asenhöhle, Osteom aus der 144 V 

Nasenrachenraum, Tumor des 117 V. 


XIX 


V. 


__ v j “* UUJ , iumor aes 
. ' enmderungen im 73 X' 

Nasenstein 22 V. 

von F,auu 83 

w CS L - 

NattirheUkundiff^in derVff bcim Azotomcte >' 548 (O.-A.). 
■\>lken5lvcrgiltan ? 199 V VmLShaUPtmannSChaft ChemD ‘^ 506/ 
Xeo-Vitalismus 617 (O.-A.). 

Crml * uach i« v- 

• Aetiologie der 167 V v • 

— im Geftd!» von V' bei 142 V. 

.\>»liiY>lirt.i. • .’ »ccmationen 176 V. 

Z; fiS“^ 1 '^“| h ‘^er l 81 d L. elektriSChC Erre 8 barkcit der 176 V. 
Ji'f'encbdlirSe l'jf 8 ““ g der Peripheren 104 V. 

Ätep^n«'’ 

Ne nenkrankhe™cn fS d I e Kreuzun g 8er 140 V. 

-• Lehrbuch vo n 0 n„ rb, !. Ch - ron Hirt 27 h - 

bervoulepn 135 0p i ,enbe »*> 14 L. 

tob 211 (O.-A.). 49 v. 

' ■ J“»« auf die W d ach 8 C den ü“ 1 * krattken 118 L - 
Z dw fei "ere Bau des 73 L CbemUngen in de " M| iskcln 725 (O.-A.). 

des 73 u 

!»nZ, S “ nu J. und 5'ervus^us, ihre Kerne und Wurzeln und deren 


v![! S P m “enzelIen im 109 V 

Netz, mehrfach um seine Achse torquirtes 83 Y 
Netzcarcinom, primäres 61 V q e * ** ' • 

Netzhäutent^/ -Ucin , neues Heilverfahren 345 (O-A ) 

.. 

, Blennorrlioo der 6 V r . 71 L 
—, Schutzkörper im Blute der 171 y 
—, seltene Erkrankungen der 148 L. ' 

, Zustandekommen der Athmung bei 52 V 

SSsfr'^ « £ L 

»=£’•:psaiSr“™"«" ~ -»v. 

Neurologische Beiträge 51 L 
Neurom, plexiformes 186 V. ’ 

Neuropathie, sexuale 150 L 

•« i- 

Niere, abnornio Lase der 95 V 

.! e, lwVeÄ»£^ man ”' 8Cben ™ <*«• »ach Nephrektomie 

ZITZ’ £ mfl ? s . s , v °e Aether und Chloroform auf die 151 I 
NierenbeS.'p'pnPom dei'Tfs V Erkrnnkun S e " d ” 1*6 j* 

ÄSS7rä" na " ,raIes bci •**«■ 1(17 v. 

Nierenerkrankungen 98 L 
Nierenfnnction 177 Y. 

Nierenoperationen 31 V 

l&ESälÄ » 

fÄÄtsüjr« “ '• 

Nosophen 375. 133 V. 

xr ’ seine Wirkungen und sein Verhalten im Thierkörner 123 r 

NÜctSmiue^ t V" ChU,,8en #b " » dm 


>3 I, 


ler 109 V. 


O. 


Oberschenkel, Tumor an der hinteren Fläche des 18G V 
Oberschenkelbrüche kloiner Kinder 131 L 

Oberjschenkelfracturen, Heilung nach dem Dollinger’scl.en Verfahren 

Obstipation, chronische 375. 

Occipitalmark, Erweichungen im 157 V. 

Oele als Arznei- und Volksheilmittel 35 L 

Oo graues als Antisyphiliticum 737. 

üelklystiere bei chronischen Verstopfungen 481 (O. \ \ 

Oesophagoskopie 836 (O.-A.). 31 V. ' ' 

Oesophaguscarcinome 49 V. 

Oesophagusdivertikel, Heilung durch Operation 39 I, 
Oesophagusperforation 86 V. 

Ocsophagusstricturen 368 (O.-A.). 4 V 
Oesophagusverengerungen, Diagnose der 145 L 
Oeynhausen 84 L. 

— als Wintercurort 882. 

Ohr, durchsichtige Präparate des inneren 16. 

Uhreiterung, Operationen zur Heilung der 766 
Ohrenchmirgic 746 (O.-A.). 766 (O.-A.). 778 (Ö.-A.j. 

Olirlabyrmth, I unctioncn der einzelnen Theile 37 L 
Onychomykose, Pyrogallolbehandlung 115 
Ophthalmia hepatiea 151 V. 

— nodosa, durch Raupenhaare verursacht 196 V. 

Ophthalmie, das Zustandekommen der sympathischen 149 V 
Iphthalmoskopie^imd ophthalmoskopische Diagnostik, Atlas und Gmnd- 

Oppenheim’sches Sanatorium in Berlin 424. 596 
Opticusatrophie bei Tabes 145 V 

Or P b1,^S d om Ch de dC 80 P 3 h )o i . O -A! SChen ' V °“ H ° lmboltZ 34 U 148 V 

Organische Chemie für Aerzte in zwölf Vorlesungen 21 L 

— Formen, die Entstehung der 81 L 

Orificium intenmm urethrae. klappenartige Schleimhautfalten am 87 V. 
Orthopädische Chirurgie, klinische Lektionen der 126 L 

— Mittheilungen 388 (O.-A.). 

Orthopädisches Kinderpult 647 (O.-A.). 147 Y r . 

rthotolypyrin gegen acuten Gelenkrheumatismus und Typhus abdomi¬ 
nalis o40. * 

Osmose 545 (O.-A.). 

Osmotischer Druck des Blutplasmas 545 (O.-A.). 

Osteom aus der Nasenhöhle 144 \\ 


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XX 


INHALTS -VERZEICHNISS. 


Osteom der Orbita 863 (O.-A.). 

Osteomalacia fracturosa 153 V. 

Osteomalacie 165 L. 

, Therapie und Ursache der Abductionsbchindcrung bei 112 V. 
Osteomyelitis 191 V. 

—, recidivirende 3 V. 

—, schwere acute mit Blutuutersuchuug 163 V. 

Osteoplastik 601. 168 V. 

Otitis media, im Verlaufe von Rachendiphtherie entstandene 162 lO.-A.). 
— purulenfca chronica, Cholesteatombildung- bei 95 L. 

-— — mit Caries ossis petrosi, Sinusthrombose und Pyämio 203 (().-A.). 

pyämica, Unterbindung der Vena jugularis wegen 10Ö V. 

Otitische Sinusthrombose mit allgemeiner Pyämie 203 (O.-A.). 

Otologie und Pharyngo-Rhinologie, Klinische Vorträge aus dem Gebiete 
• der 232. 

Ovarialcarcinom 115 V. 

Ovarialcyste mit anderthalbmaliger Stieltorsion 127 V. 

Ovarialgeschwülste. Diagnose und operativo Behandlung grosser 143 V. 
Ovarialgravidität 76 V. 

Ovarialsarkom 120 V. 

Ovarialtumor 110 V. 

Ovarialtumoren und Ovariotomie in Schwangerschaft, Geburt und Wochen¬ 
bett 42 L. 

Övariencyste 56 V. 

Ovariotomie, Parotitis und Psychose nach 319 (O.-A). 

Ovarium, Dermoidcyston des 3 V. 

—, kleinzelliges zellreiches Rundzellensarkom des linken 96 V. 

Ozaena trachealis 124 V. 

P. 

Pankreas, gangränöses 17 L. 

—, multiple Fettgewebsnekrose in und um das 11 V. 

— und Diabetesfrago 92 L. 

Pankreasapoplexie 191 V. 

Pankreascyste 86 V. 100 L. 

Pankreasexstirpation, Einfluss auf die Fettabsorption 119 L. 
Pankreastumoren, entzündliche, einer Rückbildung fähige 169 V. 
Pankreatinverdauung des Sputums zum Sedimontiren der Tuberkelbacillen 
244 (O.-A.). 

Papain bei chronischem Magengeschwür 637. 

Papillom des Nierenbeckens 195 V. 

Papilloma neuropathicum 350 (O.-A.). 

Papillome, Larynxexstirpation wegen multipler 190 V. 

Paralyse, allgemeine 82 L. 

—, Landry’sche 775 (O.-A.). 

— nach Influenza, acute aufsteigende 10 L. 

Paranoia, schriftstellerische Thätigkeit im Verlaufe der 137 L 
Parasacrale und sacrale Methoden, Technik der 159 1'. 

Parasitäre Zelleinschlüsse und ihre Züchtung 14 V. 

Parasiten des Menschen, die thierischen 134 L. 

Parenchymatöse Einspritzungen, Kropf behandlnng mit 63 L 

— Keratitis 150 V. G 

— Nephritis, acute 78 V. 137 V, 

Parotitis purulenta, durch den Typhusbacillus hervorgerufen 115 L 

— und Psychose nach Ovariotomie 319 (O.-A.). 

Partieenligatur, Nadel für 125 V. 

Pasta Zinei sulfurata gegen intertriginöse Ekzeme 562 
Pasteur f 670 719 (O.-A.). 

Patellarfractur 52 L. 

—, neue Behandlungsmethode der 107 L. 

Patellarreflex sein Verhalten bei Diabetos mellitus 375 (O.-A). 

Pathologie und Therapie des Menschen und der Haust,hiere. Lehrbuch 
der vergleichenden, von Schneidemühl 92 L 
1 athologisch-anatomische Sectionstechnik 1 L 
Peliosis und Chorea gonorrhoica 26 V. 33 V 35 y 
Penis, angeborener Mangel des 23 V. 

Penisluxation 715 (O.-A.). 

Peptonurie 217 (O.-A.). 89 V. 23 L. 49 L 
Percussion und Auscultation 150 L. 

Percussionscurs, Beobachtungen aus dem 151 L 
Perforationsperitonitis nach Ulcus rotundum 80 V 
Periarteriitis nodosa 3 L. 

Pericarditis. urämische 93 L. 

Periphere Nerven, Verlauf und Endigung der 104 V 
Peritoneale Adhäsionen 70 L. 

— Fettgewebsnekrose 41 V. 98 V. 

Peritonealerkrankungen 102 L. 

Apparat znr Behandlung- von 18!) V. 

— chronica fibrinosa 30 (O.-A) 

FeritÄ° S 87 V eilUngSVOrga " g MCh T -P-oto mie 04 I,. 

— im Kindesalter 220 (O.-A.). 

Perlgeschwulst des Hirns 189 V. 

Pe Tn!im?n A R| il ? ie -- BehandIung mifc Knochenmark 62 L. 

— Anämie, Blutpraparat von 91 V. 

Peroneus superficialis, traumatisch-hysterische Lähmum. des (io V 
Pflanzenphysiologisches Practicum 153 L ^ W ' ’ 

Pflastermulle bei Ekzemen 562. 

Phalloplastik 715 (O.-A.). 

Pharnmcopoca “ T ‘ 


I Pharmakologie und Toxikologie 127 (O.-A.). 148 (O.-A.). 

; — — —, kritischer Bericht über 771 (O.-A.). 

Pharmakologisches Institut zu Dorpat, historische Studien aus dem 25 L 
Pharyngotomia subhyoidea, Exstirpation der Epiglottis mittels 31. V. 
Pharynx, Aneurysma des 138 V. 

—, Strictur des" 96 V. 

—, Veränderungen des 73 V. 

—, Verwachsungen und Stenosen des 73 V. 

Phenylhydroxylamin 96 L. 

Phlegmonöse und ähnliche Entzündungen, Behandlung mit Alkoholver- 
bänden 48 L. 

Phloridzindiabetes 157 V. 

Phosphorvergiftung, alimentäre Glykosurie bei 165' L. 

Phthisiker, Herzerkrankungen der 147 V. 

Physikus, der Preussische, von Schlockow 492. 

Physiologie, allgemeine 41 L. 

—, Grundzügo der chemischen 34 L. 

—, Jahresbericht Uber die Fortschritte dor 45 1,. 

Physiologische Versuche 114 V. 

Pictorius von Villinger, Georgius 28 L. 

Pikrotoxin 104 L. 

Pityriasis rubra pilaris 51 V. 

— versicolor 279. 

Placenta duplex 195 V. 

— praevia 120 V. 

Placentarformen, die Entwickelungsbedingungen verschiedener 171 V 
Plattensee, Bäder des 84 L. 

Plattfussbehandlung 455 (O.-A.). 

Pleuraerguss mit anderthalbjähriger Dauer 145 L 
Pleurageschwür ausgedehnte Resection der Brustwand wegen Blutung aus 
einem tuberkulösen 29 V. 

Plexiformes Neurom 186 V. 

Plexus brachialis, Neuritis nach Fl eich vergift mm 46 V 
Plexuslähmung, Erb’scho 85 V. ° ° 

Pneumonie Aetiologie, Pathologie und Therapie der croupllsen und lo- 
Daren lo2 \. 

—, Empyem nach 68 L. 

—, intermittente Formen der fibrinösen 31 L. 

Pneumonieen bei der Aethernarkose 121. 462 (0 -A) 

Pneumothorax ohne Perforation 120 L. 

—, Entstehung durch innerliches Trauma 368 (O.-A.). 

Pockenkrankheitjgihr Einfluss auf Menstruation, Schwangerschaft. Geburt 

Poliklinikemmwesen 507. 638. 686. 

Polymyositis subacuta suppurativa 386 (O.-A.) 

Polyneuritis, puerperale 118 (O.-A.). 140 (O.Ä.j. 

Polypen des Dickdarms, multiple adenomatöse 107 
Polypenbildung im Darmcanal 144 V. 

Porrooperation 56 V. 

Präformation oder Epigenese 65 L. 

Präparate, chirurgische 199 V. 

Präsystolisches Geräusch bei Aortenklappeninsuffieienz 93 L. 

(0 A ) 810 m der medicinischen Prüfungsordnung 804 (O.-A.). 805 

— — und die preussische Hoeresmedicinalverwaltimg 810 
Preisausschreiben 16. 52. 184. 596. 

Presskomitee, internationales ärztliches 408. 

Preussen, Gesundheitswesen in 85 L. 

Preussischer Medicinalbeamtenverein 184. 

Prima intentio nervorum 114 V. 

Privatdocenten, rechtliche Stellung der 440 
Prolaps der Vagina 60 V. 

Pronationsstcllung der oberen Extremität, Spiralschiene gegen 388 

TWerpJstotsra“”? d6r hypertr0 P Mrt ™ nach Erreichung frischer 
Prostatahypertrophio 391 (O.-A.). 37 V. 

—, chirurgische Behandlung 152 L. 

— , Behandlung durch Castration 82 (O.-A.). 30 L 54 L 87 Tr 
Prostatitis, gonorrhoische 31 L. 

Proteusinfeetion und infectiöser Icterus 667 (O.-A.). 735 (O.-A.) 

Protozoen beim Menschen, Erkrankungen durch 75 V 
Protozoenfrage in der Gynäkologie 61 V 

P™zesf(>ynsk a n]f)o.’A V r hiUtniSS des Endarmenverbsndes zu den 37(1. 

— Mellage 392. 

P , ' Üf jX"''8Ö4To.S.) g 8of(ö ng A t r medicinischen d,lrch das -Praktische 

Psoudodiphterie septhämischen Ursprungs 166 L 
Pseudotuberkulose 114 L. 6 

Psoriasisbohandlung mit Thyreoideaextract 866. 

^Ä ne V En S ck , lun ^ a ^ der 37 (°-'A.). 60 (O.-A.). 
p! y !j ( tr - 1SC ! ie Kkmk u } Breslau, Arbeiten aus der 50 L 
Psychmtnscher Untemcht, Bedeutung für die Ausbildung der Aerzte 

Psychomotorische Centren 172 V. 

Psychose nach Ovariotomie 319 (0 -A ) 

Puerperale Sepsis 96 V. 

Pulsirender Exophthalmus 67 V. 

Pulsrhythmus bei gesunden und kranken Menschen 115 L 
Pulsuntersuchung, Intrumente zur 49 L. 

1 ulsverlangsamung beim Icterus 17 L 
I upillenbewegung, Innervation der 27 L 


V. 


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INHALTS - VERZEICHNIS. 


Pupillen weite, Physiologie dor 143 V. 

Purkinje’sches Phänomen 176 Y. 

Pus et Suppuration 26 L. 

Pyelitis, gonorrhoische 100 L. 

Tvclife Behandlung mit Nienmbcckonausspalungon per vias naturales 
Pylorektomie 63 L. 

Py 1 oroplastik. Modification der 165 L. 

Pylorusdrflsen des Magens, Fettgranula in den 157 V 
Pylorus.esection, combinirt mit GastroduodenosYmie ‘>3 Y 
PvlorassdUeimhaut, Loslösung eines Stackes der, mit der Magensonde 

Pylorusstenose, Erkennung und Behandlung 129 L 

- Magenfunction nach Entfernung der narbigen ‘durch Rcsection QQ r 
Pylorusstnctur, nicht maligne 79 L. 6 xc&ccuon 9J L. 

Pyogene Coccen, Jnfection mit 105 L. 

Pyonephrose. conservative Behandlung der 17 L 
Pyosalpinx, Klemmenbehandluug bei 112 V. 

Pyrognllolverfahren bei Onychomykose 115. 


“uTerim V S liDken • kleinzelliges zahlreiches 

Russischer Militärsanitätsdienst 71 L. 


XXI 


96 V. 


8. 


Saccharomycosis hominis 169 V 

i a ^?/ St ^ digenthät ^ keit - etliche 68 L. 

I qiincr fK- f P arasaci ’ a le Methoden, Technik der 15«) Y 
Säugethierleber. feinere Structur der 104 V ’ 


175 V. 



Quecksilber, salicylsaures bei Syphilis 115 

Quecksilbergebrauch Veränderungen der Haut nach 182 (0-\) 

Quecksilbenntoxication mit Scharlacheiythern 636 (0 -A.) ‘ ' 

R. 

Habow s Arzneiverordnungen 882. 

Hachen, luetische Stenose des 49 Y. 

- njd Einfluss organischer Voründeningeu auf die Sprache 35 V. 

infolge von Lues 477 iO.-A). 

- bei V\ unddiphtherie 272 (O.-A.). 

Otitis niedia im Verlaufe von 162 (() - \ ) 

Rachitis m Riga 174. ■ 

IWüsche Unterschenkelverkrümmungen, spontane Gcradcstreckuug der 

5 Ä E r 4 n ^r Ter “ dureh i9 « 
tt!t« t Stl Heilku " de 83 L - 65 

Rccepttaschenbuch 102 L 
Recidiyirende Osteomyelitis 3 V 

ii«Äs”io an i32 < r bou und nivreu 614 (n - A ’- 

Rectum. Resection des 88 V. 63 L 
ÄSf,; Geschwülsten 131 L. 
necnrrenslähmung 322 (0 -4 ) 

S ggLtg T.°" pnpnytron 497 (O.-A.e 540. 

Regio hvnonhtli^m “ d ? tl S n \ d ! e Anomaheen der 91 L. 

R«ichsniedicinalkalender U für h? 1 * f ! i 5 erer Bau der 104 V. 

iuS£?& d “ Jahr 1895 5 U mh - ; 
HtS^ 0SteOplMt '“ 92 ^ 

Respiration. Apparat zur 
durch die 29 L. 

Rpspirationskammer 172 V 
Retina der Wirbelthiere 117 L 121 I 

, 6 v 

de » s uf Dt de r r vi{r^ s der 80 L 

4o4 (O.-A.). 111 “Nationalen hygienischen (’ongress 

Rheumatismus, das Wacn« a 

infectionskrankheiten 178 e V aCUten Und Seiüe Beziehl “g zu anderen 
dl'- ^ norr Roischer 38 L 
Kbmalgin 616. 

Ktate fibrinosa, Aetiologie 147 L 

- -'XSS e fr,P i l l “ e * 160 V. 

ßeZlehU ” gen ZU “ Klebs-Loefflor- 

g!»»wuchs. partieller 2ti'v 9 '' 

8 Är^ dks ^‘5iv. 

874 '"" A - 

dGS Intenüediärknor PeIs 1*> L. 

l7 Qe f e e n terot L opie en P im m 139° L combinir ten Strangerkrankungen des 158 L. 
1{ ‘>klnmvk Schneidun gen, histologische Veränderungen nach queren 
mT° n bCi s P° nd ylitischer 79 V, j 

^nmpfRa^hJ^etis** 166 G V €1 schweron anämischen Processen 156 V. 
,r " ns P°rtable Clo^O.^A.)** 6 * chirur ^ sc hen Operationen in Seitenlage, j 


der Aufnahme und Abgabe von Gasen j 


"'‘«“ uu «iKöKranKneiten im 91 L 

SäuglmgseniJthrucg^24 ( L. 0nSkra,lkke * ten 171 V - 
•~, durc h Frauenmilch 3 L 
Safrol 773. 

lÄmuÄi teÄ dCT K, ' aSChe **"' durch 177 V. 

Salbenreiber 327 (O.-A.). 36o“(0 -A ) 

Sa ieyJsaures Quecksilber bei Syphilis 115. 

Salzlösung, Injection von 177 V. 

W ! L CrbUIld ’ Gl ;«ndung des deutschen ISO Y. 

Samariterversaramlung in Cassel 470 (O.-A) 180 V 18s v 

“IT“ “ Uf dem VIIL “ tera “» bygioiiischeu Cougrcss 454 
Samenstrang. Verletzungen des 113 L 

Sammedfo.chuug g üher die Serumtherapie der Diphtherie 1. 2*1 24«. 472. 
in Bpriin 4 ‘- 4 - 59,4 

Sandfiltration 88 L. 

; Sanduhnnagcn 144 Y. 

I — , Gastroanastoraose bei 70 L. 

I ^“tätsdiensfc, Einwirkung der kleinkalibrigen Gewehre auf den ‘>6‘> 

I ^ de?508 “ Schiffsverkehr, internatiouale Conforeu,. heVeffeud 

Sanitätsstatistik in der französischen Armee 833. 
garcoma melanoticum carcinomatodes, 98 V. 
garkom, Impfung von melanotischem 139 Y* 
oarkomiihnliche Syphilomo 87 V. 

Sarkom b eh an dl un g mit Krebsserum 706 ('O.-A ) 71* K) - \ , 

Sarkomliildung im Kindesaltcr 167 L. ’ “ 

Sauerstoflaufnahme im Gebirge 178 V 

Sauriasis^l|^ t y 11Un ^ , ’ Einfluss allf das Hämoglobin 668. 

Sauroderma 155 V. 

Scabies 247. 

Schädel, hydroeephaler 58 Y. 

Schädeldefect 47 V. 

Schafmilch 115. 

Schamfugenschnitt s. Symphyseotomie. 

Schanigegend. Initialaffect der 161 V. 

Scharlaclidiphtherio, Bacteriologie der 105 L. 

Schar acherythem bei Quecksilberintoxication 636 (O-A) 
ocharlachnephritis, septische 107 L. 

! § cke ! de> erhalten pathogener Keime zur 157 (0 -A i 
j Schoidenhautsarkom 32 V. v " v ' 

I Scheitelbeinfractur, complicirte 601. 

" he Son k H P 0 fn L 1,OSe DaCh blutiger °P eration angeborener Büftgelenklu.xa- 

Schiebcmtdel für Pai-tieenligatur 125 V. 

Schiefhals, muskulärer 117 (O.-A.). 

Schienenhülsenapparate 251 (O.-A.) 274 (0 - 4 . 

Schiffsürztliches 523 (O.-A.) *" V 

Schilddrüse bei Tetanie 69 L. 

Schilddriisenföttorung 103 (O.-A.). 

—, Kropfbehandlung mit 17 L. 70 L. 

Stoffwechselversuch bei 346 (O.-A.). 
therapeutische Versuche mit 164 L. 

Schilddrüsensaft 115. 

Schimmelm-kraukungen der Haut, die tiefen eiternden und ihre Ursache 

Schlachtfeld. Systemisirung der ei-sten Hülfeleistung auf dem, mit Rilck- 
q uw, ? uf dle , heutl ^en Heeresmassen und die Waffen 833. 

Sch afenhem. verbesserte Operation des 190 V. 

Sch af, Hypnose und Somnambulismus 595 (O.-A.) 

Schlangengift, Immunisirung gegen 774. 144 L. 

Schleimhautleisten des wahren Stimmbandes beim Menschen 142 V. 
Schleimpolypen der Mundhöhle 76 V. 

Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur 46 V. 84 V. 117 V 
Im V. 162 V. 186 V. 194 4? 

Schlesischer Bädertag 232. 

Schluckinnervation 177 V. 

Schlüsselbeingefasse. Aneurysma arterio-venosum traumaticuni der links¬ 
seitigen 2o7 (O.-A.). 

Schlummerzellentheorie 9 L. 

Schlussleisten der EpitheRen 58 V. 

Schnupfen der Kinder 156 L. 


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XXII 


INHALTS - VERZEICHNISS. 


Sckulgosundkeitspflege, Handbuch voi 
—, Verordnung des Cantons Zug 66. 


'Oii Kote! mann 104 L. 


7 . v*v* UVO UttülUUÖ iJUg UU, 

Sckulhygieniscbe Untersuchungen zur Beurtheilung der Ueberbürdungs 
frögo 19 Ii. ö 

Schulkurzsichtigkeit, Heilung der 533 (O.-A.). 557 (O.-A ). 

Schulräume, Bacteriengehalt der Luft in 156 V. 

Schulreformcommission 99. 

Schuliiberbördung 718 (O.-A.). 803 (O.-A.) 849 (O.-A.). 19 L 
Schultergelenkluxation bei einem Epileptiker 116 V. 

Schultergürtel, Exstirpation des 168 V. 

Schultze’sche Schwingungen 195 V. 

Schussverletzung der Bauchhöhle 101 V. 

Schutzkörper im Blut Neugeborener 171 V. 

Schwachsichtige, Schreibunterlagen für 36. 

Schwangere, Retinitis albuminurica der 26 V. 

Schwangerschaft, Ausschabung boi ektopischer 361 (O.-A.). 

—, Behandlung ektopischer mit Morphiumeinspritzung 170 V. 
Schwangerschaftsperiode, Diagnose der frühesten 565 (0 -A ) 
Schwarzwasserfieber 397 (O.-A.). 416 (O.-A.). 434 (0 -A) 446 (0 . \ ) 
485 (O.-A.). 668 (O.-A.). 761 (O.-A.). 766 (O.-A.). 92 V. 1 ‘ ‘ 
Schweissfüsse 375. 

Schwindel 99 V. 

Schwindsuchtsheilstätten, s. Lungenheilstätten. 

Scoliosis neuropathica 583 (O.-A.). 

Sectionstechnik. pathologisch-anatomische 1 L. 

Seebäder des Plattensees 84 L. 

Sehnongewebe, Zellenstudie an sich regenerirendem 9 L. 

Sehpurpur, der menschliche und seine Bedeutung für das Sehen 94 V 
' von Abramis Brama, Erkennbarkeit mit Hülfe des Augenspiegels 
15b L. ° 

Sehschärfe, Erhöhung durch Toneindrücke 176 V. 

Sehschwäche, hysterische 151 V. 

Sehstörungen, Combination organischer und hysterischer *2 V 
Sehvermögen der Eisenbahnbeamten 36 L. 

Seifenlösungen, Desinfectionsfähigkeit der 32 L. 

Selbstdesinfoction 381 (O.-A.). 

Selbstinfection vom Darm aus 28 V. 

Senile Epilepsie 146 L. 

Senkenberg’sches pathologisch-anatomisches Institut 738 
Sepsis, puerperale 96 V. 

Septische Scharlachnephritis 107 L. 

Seröse Häute, Verklebung von 88 V. 

Serum.. ^jectionen von antidiphtherischem und von reinem Pferdteerum 
bei nicht diphtheriekranken Individuen 855 (0 A ) 

Serumbehandlung der Diphtherie, s. Diphtherie 
Serumspritze, neue 738. 

Serumtherapie der Syphilis 95 L. 

— der Tuberkulose 119 L. 

— des Typhus 79 V. 138 L. 

—, Tuberkulin im Lichte der 167 Y. 

Sexuale Neuropathie 150 L. 

Sexual- und Harnorgane, Centa-alblatt für die Erkrankungen der 07 J 
Sicherheitstechnik für elektrische Licht- und Kraftnlangen 85 I. 
Sigmoido-proctostomie 165 L. 

Sinnesphysiologie 69 (O.-A.). 

Sinus longitudinalis und Sinus transversi, totale Thrombose 11 V 
binusthrombose, otitische, mit allgemeiner Pvämio 203 (0 -\) 

Situs viscerum inversus 142 V. " ' ■ 

Sklerahvunden, Heilung der 115 V. 

Skoliosenapparat 189 V. 

Skoliosenbehandlung, Apparat zur 138 V. 

Skrophulöse Kinder, Sanatorium in Paris 472. 

Sociale Medicin, Zeitschrift für 280. 

Somatose, neuere Erfahrungen über 96 V 

SomTan7bul^nfus , 595 U (o”lo nahrUng ** Milcl,Storilki ™"* « ^ 

Sonderfach und Heilkunde 96 (0 -A ) 110 (0 A ) 

Spastische Gliederstarre 388 (O.-A.). 

Spastische Krankheiten, Versuch einer Theorie der 50 r 
Speichelsteine 683 (O.-A.). R aor 00 Jj - 

Speigefäss 129 V. 

Speiseröhre, ein Fleischstück in der 4 V. 

—, endoraetrische Bestimmungen in der 148 V 
Spermatocystitis, acuto 334 (O.-A.) 

Spermatogenese 104 V. 

Sperniintherapie, physiologische Chemie der 475 (O-A i Hl V 
Sphincter iridis, Lähmung des 149 V ■ ul ' ■ 

Sphygmograph 176 V. 

Sphygmomanometer 176 V. 

Spina bifida occulta 147 V. 

V. - ". ~. Hypertrichosis luinbali.s 103 V 

Spinale Athembahnen 94 V ' 

= laEg^f hwcren Antai -' 111 v • 
piSal'faÄTspasü/ärTv V d f ° inSt ° 8ta,ot " r d '“' 104 '• 

Spmalpunetion, lumbale 62 V. 


Spiritusdesinfection der Hände 23 L. 

Spiritus-Glühlicht 561 (O.-A.). 

Splenektomie bei Milzechinococcus 441 (O.-A.). 115 V. 124 V. 
Spondylitiscke Rückenmarkserkrankung, Extension bei 79 V. 
Spontanfracturen 169 V. 

Spontanresorption seniler Catoracte 151 V. 

Spontanruptur des nicht schwangeren Uterus 111 V. 

Sprache, Einfluss der organischen Veränderungen des Rachens und der 
Nase auf die 35 V. 41 V. 57 V. 

—» Veränderungen bei angeborenen Gaumendefecten und deren Heilung 99 V. 
Sprachentwickelung, Hemmungen der 175 V. ® 

Sprach Verlust infolge Geisteskrankheit 47 V. 

Sprunggelenk, Apparat zur Demonstration der Beziehung des Gaslro- 
enominus, zum 177 V. 

Spülbecken für urologische und verwandte Zwecke, ein neues 651 (0 - \) 
Sputum, Tuberkolbacillen im 810 (O.-A.). 

Städteausbau, Maassnahmen zur Herbeiführung eines gesundheitlich zweck¬ 
mässigen 179 V. " 

Städtereinigung, Einleitung, Abfuhrsysteme und Canalisatiou 52 L 
Stärkebildung 177 V. 

Star und Staroperation 151 V. 11 L. 

Statischer Sinn und Taubstummheit 31 L. 

Staub und Tuberkelbacillen 833. 

—, die chirurgische Bedeutung des 10 L. 

Staubbestimmungen in der Luft, quantitative 167 L. 

Staubfänger, ein neuer 167 L. 

Steigbügel, vordere Tenotomie, Mobilisirung und Extraction des 28 L 
Stenosen des Magendarmcanals 115 V. 

!-, chirurgische Behandlung 581 (O.-A.). 

i Sterblichkeitsverhältnisse Berlins 66. 

Sterilisirung von Verbandstoffen 335 (O.-A.). 

! Sterilisirungsapparat 133 V. 

! Stieltorsion, Ovarialcvste mit anderthalbmaliger 127 V. 

Stillgeschäft, statistische Mittheilungen über das 120 V. 
i Stimmband des Menschen, die Schleimhautleisten des wahren 142 V 
Stimme nach Exstirpation von Kehlkopf und erstem Trachoalring 40 L. 
j Stimmgabelcurven, capillarelektrometrische 176 V. 

| Stimmgabelprüfung, diagnostischer Werth 40 L. 

Stirn-, Hand- und Stativlampe für Hals, Nase uud Ohr 462 (O.-A.). 
i Stimhöhlenempyem 195 (O.-A). 

Stirnhöhleneröffnung 88 V. 

Stoffwechsel 54 V. 

Stoffwechselversuch bei Schildrüseufütterimg 346 (O.-A.). 

Stomatitis gonorrhoica neonatorum 668. 

Stotter-Articulationsstürung 117 V. 

Strassenhygiene, Studien zur 28 L. 

Streptococcendiphtherie 858 (O.-AA 29 L. 105 L. 

Strontiumbromid boi Epilepsie 86 L. 

Struma, operative Behandlung 80 V. 

Strumektoraie, Kropfschwund nach halbseitiger, 40 V. 

Stuhl, hygienischer 652. 

Stummheit infolge Geisteskrankheit 47 V. 

Stypticin gegen Gebärmutterblutungen 110 V. 

Subconjunctivalo Sublimatinjectionen 3 V. 

Subconjunctivalor Abscess auf eigentümlicher ätiologischer Basis 196 5'. 
oubcorticaler Hirntumor, Operation 139 L. 

Subcutane Ernährung 79 V. 

Subcutanspritze, aseptische 439 (O.-A.). 

Sublimatanwendung am Auge 772. 

Sublimatglycerinlösung bei Diphtherie 375. 

Sublimatinjectionen, intravenöse 279. 423 (O.-A.). 

—. subeonjunctivale 3 V. 

Subphrenischer Abscess 658 (O.-A). 139 V. 109 L. 

Subumbilicaler Raum, die Eiterungen im 91 L. 

Südafrikanische Verhältnisse 684 (O.-.A). 

Sulcus Rolando, erfolgreiche Exstirpation 139 L. 

SulfonalWirkung 39 L. 

Syllabus of lectures on the practice of surgery 46 L. 

Sympathische Ophthalmie, das Zustandekomm der 149 V. 

Sympathisches Nervensystem 172 V. 

Symphyseotomie 55 V. 82 L. 

— und ihr Verhällniss zum Kaiserschnitt und zur Frühgeburt 58 V. 43 1;. 
Syndicate, ärztliche 22 L. 

Syphilid der Conjunctiva bulbi, papulöses 138 V. 

— hochgradiges tubero-ulcero-serpiginöses 162 V. 

—- lokalisirtes maculöses mit centraler Papel 85 5". 

Syphilidologie 37 L. 

Syphilis 562. 163 L. 

—, Actiologio der tertiären 158 L. 

—, Icterus im Frühstadium der 40 L. 

, Motilitätsstörungen bei der hereditären 517 (O.-A.). 

—, Netzhautentzündung bei angeborener 409 (O.-A.). 430 (O.-A.). 

—, Residuen recenter 76 (O.-A.). 

—, Serumtherapie der 95 L. 

’ Ton V 477 S (O g A U ) U 73 y erengerui,gen ini Kaclu ‘ n und Kehlkopf infolge 
—, Verwüstungen durch 22 V. 

—, acute Leberatrophio bei frischer 97 V 
—, graues Oel bei 737. 

— der Leber, operative Eingriffe bei 169 V 

— der Nase und des Halses 9 L. 

— des Herzens 3 L. 


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INHALTS - VERZEI CHN1SS. 


Tuberkulose 42 V. 

— der Augen 42 V. 

— der Blase 115 V. 

— der Gelenke, Behandlung und Endresultate 1G2 L. 

-, conservativ geheilte 104 V. 

— — Haut 82 V. 

— — Mamma 56 Y. 

dos Kehlkopfs, Mcntholöloinspritzungen bei 30 V. 

-, örtliche Behandlung der 13 L. 

~ — — und der Lungen, Kreosottherapie der 70 I.. 

— — Kniegolenks 87 V. 

— — Urogcnitalapparats. primäre 157 L. 

—. Prophylaxe und ihre Resultate 91 V. 

Tuberkulosenbehandlung 163. V. 

— mit Hefenuclei'n 39 L. 

Tuberkuloseheilserum, Heilung der Lungentuberkulose durch 119 L. 
ruberkulosesterbliehkeit in Russland 2G4. 

Tuke y 216. 

Tumor des Wirbelcanals 24 V. 

— im rechten Brustraum 25 V. 

Tumoren Behandlung inoperabler mit Toxinen von Ervsipelstreptoeoccen 
und Bacillus prodigiosus 87 L. 

— der Brustdrüse, maligne 87 L. 

Turnen in höheren Mädchenschulen 175 V. 

Tussis uterina 8 L. 

Typhlitkleu. Pathologie und Therapie der 78 Y 
Typhlitis 193 V. 

Typhöse Infeetion 79 V. 

Typhus 43 Y. 62 L. 

—, Peritonitis bei 68 L. 

— in Gruppen 136 V. 

|r abdominalis, Tolypyrin und Orthotolvpyrin gegen 540 
Typhusbacillus, Parotitis purulent«, herVorgeriiten durch den 115 I, 
lyphusgitt, immunisireude und heilende Wirkung des antitoxischen Hammel¬ 
serums gegen das 79 Y. 138 L. 

Typhusimmunität 93 L. 


Typhusnachweis, Elsn er scher 835 (O.-A.). 
Typhusstatistik 151 Ti. 


I. 

Uebermangansaurcs Kali als Antidot gegen Morphium 539. 

Ulcerationen der Mastdarmschleimhaut' chronische 116 V 
Ulceröse Endocarditis 131 Y. 

LJlcus cruris 540. 5G2. 

Ulcus rotundum, Perforationsperitonitis nach 80 5’ 

Ulcus serpens 150 V. 

I leus vcütrieuli. frei in die Bauchhöhle perforirles 450 (O.-A.). 466 (() -A i 

- , operative Behandlung des 168 V. v 

Ulnaristamm, Analgesie des, als Tabessymptom 54 L 
Unfallpraxis, Messmethoden in der 100 *Y. 

Unfallverletzungen 190 Y. 

Unfallversicherungssachen, Leichenöffnung in 651. 

Unguentum Chrysarobini compositum boi Ekzemen 562 

V 834 ti 882 UdiUm de '' FnlUen 472 ' 524 ß31 (0 " A ^ 648 770. 

Universitätsverfassung, Aenderung der preussisehen 440 

iiber Th#Ü « kcit Octobor 

Lnterkieferexostosen 169 Y. 

Unterleibsaneu^sma, Laparotomie und Einführung eines Troicart 47 L 
Unteileibsoperationen, Uretervcrletzuugen bei 146 L. 

Unterschenkel tragfähige Amputationsstümpfe des 80 Y 
Unterschenkelekzeme, nässende 562 

Unterschenkelvaricen, Operation nach Trendelenburg 253 (O-A ) 
Lnterschenkelverkrümmungen, spontane Geradestreckun^g der rachitischen 

Unterstützungswescn, ärztliches 216. 506. 781 (O.-A.). 805 (O.-A.). 880 

Uranostaphyloplastik 98 Y. 

Ureter, abnorme Ausmündungen 87 Y. 

—, lntrapentonenle Einpflanzung in die Harnblase 124 L 
L reteren, Chirurgie der 131 L. 

—, Katheterismus der 104 (O.-A.). 21 V. 27 V. 38 Y 
UrptArn tlS C f } S 4 tlCa - die ? n S eblich Parasitäre Natur der 93 L 

u"ÄÄ^V aginaler B * tokto “ to 140 

TT^*S I v rl ?f Ung . Unterleibso Perationen 146 L. 

Urethntis hlenuorrhoica chronica 653 
Urethroskopie 18 L. 

Urinverhaltung bei'Diphtherie 69 L 
Urogenitalapparat, primäre Tuberkulose des 157 L 
—, vancöse Blutungen am 844 (O -A) 

Urogemtaltuberkulose 25 V. ’ 

Urologische Zwecke, ein neues Spülbecken für 651 (0-4) 

TT ro ? in ’ . tber apeutische Yerwendung des 541 (0 -A ) ~ 

Urticaria gigantea perstans 187 V U ‘ A ‘ } ‘ 

— mfantum 148 L. 

Uterinsegment, das untere 111 Y. 

— t0r R^;?i ehaildlU j g d ^ Retrod eviation des 80 L. 

, Beziehungen der Digestionsorgane zum 166 L 

Corpuscarcinom des 56 V. 

Decidualzellensarkom des 135 Y 


Uterus, Entwickelung seiner Kraft im Verlaufe der Geburt 119 Y. 

—, Spontanruptur dos nicht schwangeren 111 V. 

| unblutige Dilatationen des Cervix eines nicht graviden 540. 

und seine Adnexe, mechanische Behandlung dor Erkrankungen des 
46 L. 

— didelphys mit Hämatosalpinx und Häinatometra der rechten Seite 4 V 
Uterusadnexe, chronisch entzündete 185 (O.-A.). 206 (O.-A.) 
Uteruscnreiuom 56 Y. 135 Y. 199 Y. 

, Kernstructur im 120 Y. 

— »nd -Myom, Klcmmenhehandlung Lei 112 V. 

U terusd urchbohrung bei Cu rette ment 144 Y. 

Uterusexstirpation 195 V. 

— , vaginale 95 L. 

Uterusfibromyom, Einfluss auf Conception, Schwangerschaft und Geburt 
Uterusgonorrhoe 118 Y. 

Uterusmyome 12 V. 135 V. 162 Y. 30 L. 152 L. 

Exstirpation eines carcinomatös gewordenen 115 V. 

—, vaginale Operationen bei 112 V. 

Utcrusruptur 111 V. 

Uterusschleimhaut. Regeneration nach der Auskratzung 164 V. 

V. 

Vaccinatioueu, Nephritis im Gefolge von 176 V. 

Yagina. Prolaps der 60 Y. 

Yaginaefixation, Dauererfolge der intraperitonealen 120 V 
Vaginale Hysterektomie 88 V. 

— Operation bei Uterusmyom 112 V. 

— Uterusexstirpation 95 L. 

Vaginahvaud, Defect der vorderen 8 V. 

Vaginofixation, intrapeiiloneale 593 (O.-A.). 

Yaricöse Blutungen am Urogenitalapparat 844 (O.-A.) 

\ ena femoralis, seitliche Verletzung der 128 Y. 

, 77 j«gularis, Unterbindung wegen Otitis pyaemica 100 V 

' ° n *d(Ir*Mitra 1 i^°87() 11 (O°^ ß *** Vorhöfe und gleichzeitigerInsufficienz 

-\ e ntrikel, der sogenannte Prolapsus des Morgagni'schen 31 I, 

V entrofaxation 128 Y. 

Verbände an den Extremitäten, neuere 867 (O.-A.). 

^ erbandmethode, ambulatorische bei schweren Verletzungen der unteren 
Extremität und ihre Verwendung in der Kriegschirurgie 11 L. 

\ crbandstofFe, Stenlisirung von 335 (O.-A.). 376 
\ erblutuug aus der Lidconjunctiva 90 (O.-Ä.). 

Verbrühung, 1 odesursachen und Organveränderungen nach 38 L 
\ erdauungskrankheiten einschliesslich der Stoffwechselpathologie und der 
Diätetik, Archiv für 154 L. 

— im Säuglingsalter 91 L. 

V’erdauungsVorgänge 172 Y. 

A erein ärztlicher in Hamburg 23 V. 55 Y. 66 Y. 76 Y 82 Y 95 V 
103 \. 109 V. 115 V. 124 Y. 155 V. 259 Y ' 

—, medicinischer in Greifswald 2 Y. 14 V. 142 V. 

— der deutschen Irrenärzte 296. 564. 638. 

— für ärztliche Fortbildungscurse 52. 

für innere Medicin in Berlin 9 V. 17 V Y 33 V 41 V 4Q Y r 

&\?/v.Vv»uS'v nv - 105 V - 113 v - 121 v 129 

— für öffentliche Gesundheitspflege, deutscher 179 Y. 188 V. 

— 159 'y SSenscbattlicbe Heilkunde in Königsborg 4 V. 147 V. 156 Y. 

— gegen den Missbrauch geistiger Getränke, Petition für das Trunksucht- 

gesetz t/a. 

“ unterelsftssischer Aerzte 8 V. 58 V. 135 V 160 V 161 Y 

re 92T g iooy: 107 V hir i3 r fv .Ämo • “ V ' 43 V> " V ' 71 V ‘ 
Vererbung individueller Eigenschaften und Krankheiten 133 L 
Verstopfungen, Behandlung der chronischen durch Oelklystiere 481 (O.-A ) 
Verwaltungsbencht der königlichen Hauptstadt Prag und der Vororte 34. 
Verwaltungshygiene, Handbuch von A. Pfeiffer 104 L 
Vesico vaginalfisteln 131 L. 132 L. 

Vicrhügel, Gliosarkom der 733 (O.-A.). 

Wtal statistics of New-York City and Brooklyn 49. 

\ olksheilstätten für Lungenkranke, s. Lungenheilstätten. 

— lur wiedergenesende Geisteskranke 616. 

W. 

Waehsthu^erecheinungen in den Muskeln, Einfluss des Nervensystems auf 

\Vande!mih S 87 r v nge “ dCI ‘ Muskcln ’ ei g«»‘hümliche 723 (O.-A.). 
Wanderniere 14 V. 

Wangoncarcinom 30 V. 

Wangenhaut, Actinomykose der 8 V. 

V armblüter, Muskelzuckung der 177 V 
Warzen 247. 

Warzenfortsatz, epithelisirte Höhlen im 2 V 

Warzonfortsatzaufmeisselung, Nachbehandlung der radialen mit sofortigem 

" ^ V tni ' hmeStellen “ Elsass - Lothri ngen, hygienische Beurteilung der 
Wasserretention im Fieber 529 (O.-A.) 

\\ einen, einseitiges bei Faeialisparalyse 532 (O.-A.). 


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UNIVERSETY OF MICHIGAN 



INHALTS -VERZEICHNISS. 


Weber-Andernach, zum Falle 809. 

Wiener allgemeines Krankenhaus 540. 

— k. k. Krankenanstalten, Jahrburch der 86 L. 

Wildbader Quellen 562 (O.-A.). 

Wintcrcurort, Oeynhausen als 882. 

Wintercurorte, klimatische, Leitfaden von Reimer 135 L 
Winterstation. Aegypten als 864 (O.-A.). 

Wirbelcanal, Tumor des 24 V. 

Wirbelsiiulc, Trauma der 8 V. 

—, traumatische Erkrankungen der 180 (O.-A.). 95 V. 

Wirbelthiere, Contraction der glatten Muskulatur der 157 V 
-. das optische Verhalten der glatten Muskelfasern der 157* V 
—, die Muskulatur der 142 V. 

die Retina der 117 V. 121 L. 

Wismuthbehandlung des runden Magengeschwürs 637 
Wohnungsdichtigkeit und Cholera 155 V. 

Wohnungshygiene 154 L. 

- in der wissenschaftlichen Deputation für das Medieinalwo^n 7 ic 
Wo! ff sch er Gang. Anatomie des 120 V. «eaicmaiwcsen (18. 

Wortgehör eines Taubstummen 38 V 

Wunddiphtherio mit Diphtheriebacillen bei gleichzeitigem Vorhandensein 
von Diphtheriebacillen im gesunden Rachen 272 «j-A 1 rnaüdeusein 
Wunden Behandfung inficirter mit feuchten Verbünden* 165 L 
Desinfectionslahigkeit der 126 (O.-A) 

WunMiandiung Prinzipien und Technik der heutigen 126 I. 

mt ”4 WlmdhSlllen ’ ihrC Ueberhäutung dureil Epithelaussaat 

Wundhaken, neue 572 (O.-A.). 

Wuudheilung und Jodpäparate 131 L. 


X. 


XXV 


Xanthmkörpcr-Ausscheidung bei Nephritis 142 V. 


und Unterkiefers, Missbil- 


Zahnbeläge 167 L. ** 

ZaiTPextraction 2 L 

Zahnheilkunde 163 L 

fÄiKttS d 2 e 8 r 0. 159 r * 

rä7°(a™ ,) Ai 764 h fO n -A)M76 e (Ö^A) "ImwO ™ 3 (0 " A ->- 

—, Chemie der lebenden 35 L. ‘ ® (0--A.J. 846 (O.-A.). 145 V. 

^hUzodbtun” flT 25 L ' 

Zellenstudie an der gereizten Hornhaut 9 £ g U '' 

7 ft li; C rA S T C JMr g ^ n0rircildem Gew ebe 9 L. 
heilige Infiltrationen bösartiger Tumoren 0 T 
Zeltsystem Erfahrungen über das 262 

zlnkÄr EntferUUg V ™ Tiit0Wiru 

bei Ekzemen 562. 

Zuckerkranke 365, 

~ Speisezettel für 50 L. 

Zuckerlösung, Injcction von 177 . 

Zunge Dermoidcyste der 573 (O.-A ) 

—, 1 otalexstirpation der 48 V 

- n-r t 


wirungen 668 . 


, a uuuuxsurpation der 48 V 
Zungenaktinomykose 87 L. 

Zungengrund, Tumor am 27 V 
Zurechnnngsmhigkeit und Determinismus 158 [, 
nrlen P 18 L ^ dla S nosl ' isi;l1 « "'«rill der 
Zwerchfellphiinomeu 658 (O.-A.). 

seine Bedeutung für die Praxis 26 V. 
n irn um iogia hypophthalamica, feinerer Bau der 104 


Thompsenschen modili- 


Namenregister, 


Aaser 357 (O.-A.). 

AM ('Berlin) 199 *V. 6 L 
Abelsdorf 156 L. 166 L 
Adams 87 L. 

Adler 26 V. 32 V 

Ä‘lf- A ' M56 L ' 132 L. 

Aiguier 81 V. 

Akerman 3(J L 

Albrecht 9 L 54L ( ^ 

ici l. 

Ajessandri 113 L. 

Alexander 123 L 
A%ever 636 (0.1 \ ) 

Alsberg 95 V. 

(O.-A.) 

Ambrosius 165 L 
‘ Antona 129 L 
Apolant 138 V 
Arendt 75 L. 

Arens 167 L. 

AHomg 176 V 
An>mg 128 L 
Arnold 21 L 
Artkus 17G y 

' sch 195 V. ’ I 

! 

aasr 

B« 

5 abes Ul L. 

“accelli 279. 


Bach 149 V. 

Bachmann 52. 609 (O.-A.). 
Backhaus 174 V. 148 L 
Bähr 518 (O.-A.). 540 (O.-A.). 52 L 
Büuerlein 119 L. 

Baginsky 35 V. 133 V. 142 V 24 L 
Bailance 139 L. 

Balzer 616. 

Bannwarth 49 L. 

B “ ü “*93 (O.-A.). 735 (O.-A.). 93 h. 
V. Bardeleben, A., 311 (O.-A.). 86 V. 
| v - Bardeleben, K.. 425 (O.-A ) 104 V 

R 1 L 'A Ij , 25 h - 33 L - 81 L.’ 134 L.' 
Barrs 62 L. 
i Barth 10 L. 
j v. Basch 79 V. 
j Baudouin 55 L. 

| Baumeistor 179 V. 

Baumgarten 715 (O.-A.>. 118 L 
Baumm 482 (O.-A.). 3 L 
1 Bayer 140 L. 

van Bebber 67 L. 

I Becher 41 V. 

Bechterew 74 L. 

Bock, A., 172 V. 177 V 
■ Beck, G., 738. 

1 Becker, L., 68 L. 

! Becker (Bonn) 200 V. 
j Becker (Gensingen) 600 (O.-A ) 

| Beclere 115. 

| Beever 139 L. 

! Behr 137 L. 

Behrend 775 (O.-A.), 

Behring 623 (O.-A.). 

Beiser 199 V. 

Benario 13 (O.-A.). 423. 653 (O.-A.). 
Benda 41 V. 98 V. 142 V. 5 L. 

35 L. 

Bendix 737. 55 L. 166 L. 167 L. 
Beneke 9 L. 

Berend 31 L. 

Beresowsky 146 L. 

Berg 151 L. 


Berger 481 (O.-A.). 

Bergh 24 L. 

v. Bergman 79 V. 186 V. 
Bergmann, J., 615 (O.-A ) 

Bernard 13 L. 

Bernhard 173 V. 

Bernhardt 81 L. 

Bertram 67 V. 

Besser 810. 

Beumer 138 L. 

! Bidder 39 L. 46 L. 55 L. 70 L. 107 
! E. 108 L. 129 L. 130 L. 139 L 
152 L. 

; Biechele 153 L. 

Biedermann 101 L. 

' Biedert 174 V. 24 L. 

| Bieganski 497 (O.-A.) 

Bier 80 V. 164 Y. 

Biernacki 795 (O.-A.). 54 L. 
i Billings 49. 

I Binaud 18 L. 

I ßinkley 131 L. 
i Binz 82 V. 123 L. 

I Birch-Hirchfeld 21 L. 153 L 
Bircher 833. 46 L. 

Blasius 52 L. 

| Blass 2 L. 

! Blau 190 V. 

| Bleibtreu 346 (O.-A.). 

Block 280. 327 (O.-A.). 524 (O.-A ) I 
540. 562. 653. 55 L. 87 L. 131 L 
148 L. 

Blöke 247. 

Bluhm 648 (O.-A.). 

Boas 97 V. i L. 42 L. 154 L. 
Bocquillon-Limousin 75 L. 

Boeglo 81 L. 

Böhm 34 L. 

Boennecken 8 V. 

Börgor 870 (O.-A.). 
du Bois-Reymond, CI.. 83 L. 

Bökai 233 (O.-A.). 755 (O.-A.). 173 V. 
Bokofzor 684 (O.-A.). 


| Bonnet 58 V. 
j Bon hoff 93 L. 115 L. 

I Borehardt 72 Y. 

Boruttau 172 V. 144 L 
Bose 161 L. 

, Botho 127 L. 

Bourcart, 46 L. 

Buwditch 177 Y. 

I Braatz 738. 

I Braitliwaite 540. 

, Brasch 186 V'. 
j Brault, 668 . 

Braun. G., 111 L. 

| Braun, H., 147 V. 

, Braun, M., 134 L. 

I Braunstein 27 L. 
j Breidcnbach 128 Y. 

I Breiter 146 L. 

Brentano 64 V. 

! Bresgcn 15 L. 28 L. 31 L. 83 L 
Bneger 835 (O.-A.). 29 L. 
v. Brincken 128 Y. 

Brissaud 11 L. 
f Broca 38 L. 
j Brocq 119 L. 

Brothers 754. 

Brouardel 149 L. 

Bruck 530 (U.-A.). 754. 37 Y. 199 
! V. 31 L. 

Bruns (Tübingen) 313 (O.-A.). 428 
(O.-A.). 17 L. 70 L. 

Bruns (Hannover) 27 L. 69 L. 
Bryce 106 L. 

Buch 18 L. 

Buchholtz 264. 

Buchholz 95 Y. 

Bühler 104 V. 

Büsing 52 L. 

Bumm 118 Y. 

Bunge 77 V. 

Burchhardt 144 L. 

Burckhardt 147 L. 

Burdon-Sanderson 176 Y. 



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UNIVERSITY OF MICHIGAN 





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Fit^vler 107 L. 

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\0. 150 V. 

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INHALTS-VERZEICHNISS. 


XXVH 


Hermann 45 L. 

Hermes 191 V. 

Herter 849 (O.-A.). 

Hertwig 65 L. 

Herzberg 85 L. 

Herzen 172 V. 

Herzfeld 195 (O.-A.). 27 \ 
Heubner 687 (O.-A..). 22 V 
38 V. 67 V. 24 L. 91 L. 
Heusner 388 (O.-A.). 730 
867 (O.-A.). i63 V. 
Heuston 130 L. 

Hewes 38 L. 

Heymann 477 (O.-A.). 49 \ 
Hildebrand 87 V. 

Hildebrandt 96 V. 

Hills 54 L. 

Hindenburg 116 L. 
v. Hippel sen. 148 V. 
v. Hippel jun. loO \. lol 
Hirsch, E. 507 (O.A.). 
Hirsch, M. 595 (O.-A.). 
Hirschberg 96 (O.-A.). 110 
409 (O.-A.). 430 (O.-A.). 


73 V. 
. 33 V. 
161 L. 
(O.-A.). 


. 73 V. 


(O.-A.). 
189 V. 


Hirsch leid 413 (O.-A.). 105 V. 122 
V. 137 L. 

Hirt 27 L. 

His 172 V. 58 L. 74 L. 

Hochhaus 66 L. 78 L. 145 L. 
Hochmann 356 (O.-A.). 863 (O.-A.). 
Hochsinger 175 V. 

Hodarn 375. 


Hoffa 251 (O.-A.). 274 (O.-A.). 86 
V. 163 V. 84 L. 123 L. 142 L. 
Hoffmann, A. (Düsseldorf) 48 V. 
128 V. 


Hoffmann, E. (Greifswald) 2 V. 
Hoffmann, M. (Rostock) 383 (O.-A.). 
Hofmeier 120 V. 152 L. 

Hofmeister 168 V. 169 V. 
Hofstaetter 168 V. 

Holmes 144 L. 

Honigmann 558 (O.-A.). 54 L. 58 L. 
99 L. 154 L. 


Hoppe 199 (O.-A.). 

Hoppe-Seyler 29 L. 

Hori 151 V. 

Horner 63 L. 

Horstmann 148 V. 91 L. 119 L. 

123 L. 142 L. 

Howard 39 L. 

Huber 22 L. 

Hucbzermeyer 84 L. 

Hncklenbroich 48 V. 

Höckel 164 L. 

Hüetlin 102. 98 L. 

Hürthle 176 V. 

Hüslor 115 L. 

Hughes 26 L. 

Hummel 87 L. 

Hummelsheim 196 V. 

Hutchinson 158 L. 


IUner 3 L. 

Iraridy 99 L. 

Israel, J. 26 V. 29 V. 32 V 
124 V. 139 V. 186 V. 
Israel, 0. 115 V. 

Itzerott 35 L. 

Iven 596 (O.-A.). 


53 V. 


Jacobson 215 (O.-A.). 
Jacquet 177 V. 119 L. 
Jadassohn 737. 84 V 

Jaeger 667 (O.-A.). 848(0. 

Jaffe 126 L. 

Jahn 78 V. 

Jakob 118 L. 
v - Jaksch 165 L. 

Janicke 117 y 
Janowski 115 L. 

• astrowitz 145 V 
Jendr&ssik 658 (Ö.-\) 

• essner 128 L. 

Joachim 344. 

Joachimsthal 437(O.-A) 8 
o. V. 88 V. 163 V iß« 
-Joo t24 (o.-a ) ■ l6f 


Johannessen 201 (O.-A.). 855 (O.-A.). 
Jolles 32 L. 79 L. 

Jordan, M. 525 (O.-A.). 744 (O.-A.). 
94 L. 

Joseph 115. 247. 376. 616. 668. 738. 
9. L. 31 L. 37 L. 40 L. 55 L. 64 
L. 87 L. 95 L. 100 L. 111 L. 
112 L. 119 L. 128 L. 14« I,. 160 
L. 163 L. 

Josephson 60 V. 

Jürgens 57 V. 75 V. 98 V. 114 V. 

139 V. 

Jullien 115. 

Jung 159 L. 163 L. 167 L. 

Jurasz 19 L. 31. L. 40 L. 64 L. 

70 L. 77 L. 99 L. 

Jurinka 87 L. 


K. 

Kabrhel 88 L. 

Kader 196 V. 

Kafemann 4 V. 
v. Kahlden 3 L. 154 L. 

Kahn 77 L. 

Kaiser 176 V. 

Kalischer 304 (O.-A.). 81 L. 

Kaliski 102 L. 

Kallmann 85 L. 

Kalt 151 V. 

Kamps 166 L. 

Kanter 144 L. 

Kappeier 139 L. 

Karewski 31 V. 33 V. 91 V. 191 
V. 7 L. 

Käst 186 V. 123 L. 

Katz 16. 199 V. 

Kausch 162 V. 

Kayser 562 (O.-A.). 

Keilmann 339 (O.-A.). 171 V. 195 V. 
KeUe 58 L. 

Keller 30 L. 71 L. 95 L. 100 L. 
Kelly 100 L. 140 L. 165 L. 

Kernig 738. 

Kessel 28 L. 

Kirchgfisser 31 (O.-A.). 

Kirchner, A. 832. 188 V. 

Kirchner, M. 833. 

Kirstein 462 (O.-A.). 634 (O.-A). 

98 V. 19 L. 55 L. 

Kleen 123 L. 

Klein (München) 120 V. 

Klein (Strassburg) 59 V. 

Klemperer 218 (O.-A.). 655 (O.-O). 

41 V. 146 V. 185 V. 1 L. 21 L. 

42 L. 120 L. 

Knauss 19 L. 

Knies 91 L. 

Knoepfelmachor 164 L. 

Kobert 5 (O.-A.). 42 (O.-A.). 653. 
25 L. 

Koch 95 L. 

Kocher 249 (O.-A.). 269 (O.-A.). 

287 (O.-A.). 80 V. 36 L. 

Kockel 58 L. 

Koehler, A. 2 (O.-A.). 55 (O.-A.). 
510 (O.-A.). 659 (O.-A.). 827 
(O.-A.). 46 V. 36 L. 46 L. 91 L. 
125 L. 162 L. 

Köhler, R. 39 V. 48 V. 
y. Kölliker 104 V. 74 L. 

König, A. 94 V. 108 V. 138 V. 
König, F. 87 V. . 

König, W. 98 L. 

Königstein 91 L. 

Köppe 545 (O.-A.). 

Körte 30 V, 52 V. 63 V. 65 V. 
86 V. 

Köster 117 (O.-A.). 

Kohl 102 L 
Kohlstock 766 (O.-A.). 

Kohts 161 V. 

Kolaczek 3 L. 18 L. 70 L. 94 L. 

109 L. 124 L. 130 L. 

Kolbe 754. 

Kolischer 120 V. 

Korsch 46 V. 

Kössa 104 L. 

Kossel 109 V. 105 L. 

Kossmann 568 (O.-A.) 792 (O.-A.). 
Kotelmann 20 L. 104 L. 

Krabler 804 (O.-A.) 


Kramer 119 L. 

Krause (Altona) 187 (0.-A.\ 86 V. 

115 V. 116 V. 163 V. 124 L. 
Krause (Berlin) 149 L. 

Krause (Vietz)94 (O.-A.). 108 (O.-A). 

129 (O.-A.). 593 (O.-A.). 

Krehl 42 L. 45 L. 58 L. 

Kretz 106 L. 

Krieg 19 L. 
v. Kries 176 V. 

Krocker 820 (O.-A.). 

Krönig 189 V. 23 L. 

Krönlein 86 V. 100 L. 

Krompecher 104 V. 

Krön 54 L. 

Kronecker 176 V. 

Krückmann 150 V. 

Krüger, M. 109 V. 

Krüger, S. 331 (O.-A.). 

Krumbholz 58 L. 

Krumm 115 L. 

Krupin 335 (O.-AA 
Küchel 446 (O.-A.). 

Küchler 737. 179 V. 

Kühner 112 L. 

Kümmell 180 (O.-A.). 56 V. 66 V. 
88 V. 95 V. 115 Y. 164 V. 

46 L. 

Kürz 28 L. 

Küster 86 V. 

Ktlstner 186 (O.-A.). 206 (O.-A.). 
194 V. 

y. KupfFer 74 L. 

Kurth 426 (O.-A.). 443 (O.-A.). 464 
(O.-A.). 

Kutner 42 V. 117 V. 

Kutscher 162 (O.-A.). 


V,. 

Lampe 139 Y. 

Landau 88 Y. 102 L. 

Lande 8 L. 18 L. 

Länderer 163 V. 168 Y. 169 V. 

124 L. 135 L. 

Landsberger 491 (O.-A.). 

Lange, F. 70 L. 

Lange, Th. 115 (O.-A.). 864 (O.-A.). 
Lange (Königsberg) 4 V. 
Lange-Hermst&dt 35 (O.-A.). 
Langenbuch 93 V. 100 V. 101 V. 

125 L. 

Langgaard 702. 

Langley 172 V. 

Lannois 99 L. 

Lanz 597 (O.-A.). 177 V. 

Laquer 115. 

Lassar 424 (O.-A.). 612 (O.-A.). 

133 V. 199 V. 

Latzko 113 V. 

Laubinger 131 L. 

Lauenstein 581 (O.-A.). 82 V. 88 V. 
115 V. 

Lavagna 123 L. 

Laves 16 L. 

Lazarus, A. 14 L. 17 L. 

Lazarus, J. 139 V. 13 L. 

Leathes 177 V. 

Leber 149 V. 

Ledderhose 8 V. 60 V. 

Ledermann 87 L. 111 L. 

Legal 127 V. 

Lehmann, G. 84 L. 

Lehmann, R. 615 (O.-A.). 

Leiser 321 (O.-A.). 

Leistikow 247. 279. 280. 

Leloir 131 L. 

Lemke 375. 23 V. 

Lenhartz 134 L. 
v. Lenhossek 73 L. 

Lennd 312. 

Lennhoff 25 V. 

Leo 3 L. 10 L. 17 L. 18 L. 29 L. 

38 L. 49 L. 

Leobet 39 L. 

Leopold 170 V. 135 L. 142 L. 
Ldpine 78 L. 

Leser 90 L. 

v. Lesser 408. 36 L. 67 L. 76 L. 
Letulle 26 L. 

Leube 79 V. 

Lear 130 L. 


Leyy 120 L. 

Lewald 30 L. 40 L. 131 L. 148 L. 
Lewin, A. 28 V. 95 L. 

Lewin, G. 51 V. 

Lewin, L. 127 (O.-A.). 148 (O.-A.). 
268 (0,-A.). 329 (O.-A.). 771 (0.- 
A.). 21 L. 25 L. 35 L. 66 L. 
75 L. 96 L. 97 L. 98 I,. 102 L. 
141 L. 142 L. 153 L. 164 L. 
Lewy 11 V. 

Lexer 108 V. 163 V. 

Leyden 147 V. 197 V. 10 L. 
Lichtenstein 423 (O.-A.). 

Lichtwitz 55 L. 

Liebe 90 L. 

Liebrecht 668. 

Liebreich 16. 702. 42 V. 8 L. 
Liermann 11 L. 

Lilienfeld 109 V. 

Lindemann 683 (O.-A.). 93 L. 
Linden 115. 

Lindley 188 V. 

Lindner 45 V. 134 V. 

Lipps 94 L. 

Litten 17 V. 26 V. 33 V. 35 V. 
Loeb 167 V. 

Loebinger 194 Y. 

Loeffler 151. 719 (O.-A.). 26 L. 
Löhlein 361 (O.-A.). 4 V. 58 Y. 
42 L. 

Loewenhardt 18 L. 

Loewy 240 (O.-A.). 526 O.-A ). 
Lohnstein 59 (O.-A.) 

Lubarsch 166 Y. 6 L. 21 L. 57 L. 

93 L. 115 L. 

Lublinski 411 (O.-A.). 

Ludwig 66 L. 

Lühe 4 V. 

Lüneburg 22 L. 

Lüscher 177 V. 

Lütkens 82 (O.-A.). 

Lukjanow 97 L. 

Lynn Thomas 158 L. 


N. 


Maass (Berlin) 365 (O.-A.) 29 V. 
34 V. 

Maass (Freiburg i. B.) 68 L. 
Macfarlan 375. 

Mackenrodt 91 V. 

Maes 95 V. 

Magnan 82 L. 

Magnus 176 V. 27 L. 34 L. 91 L. 

104 L. 156 L. 

Manasse 391 (O.-A ). 37 Y. 
v. Mandach 39 L. 

Manderli 166 L. 

Mandowski 479. 
v. Mangoldt 798 (O.-A.). 

Mann (Breslau) 46 V. 

Mann (Dresden) 800 (O.-A.) 46 Y. 
Mann (Edinburgh) 172 Y. 
Maragliano 119 L. 

Marchand 106 L. 

Marchi 74 L. 

Marcuse 577 (O.-A.). 

Marinesco 69 L. 

Markusfeld 38 L. 

Marmock 50 L. 

Marmorek 105 L. 

Marschalko 158 L. 
de Martens 151. 

Martin, F. H., 30 L. 

Martin, A., 112 V. 151 Y. 

Martius 151. 166 V. 35 L. 66 L. 


[athon 46 L. 
i Mattei 77 L. 

’authner 91 L. 

[aydl 109 L. 

[eder 106 L. 

[einert 111 V. 111 V. 43 L. 
[eissner 8 L. 95 L. 

Meister 106 L. 

[eltzing 145 L. 

[endel 33. 101 (O.-A.). 99 
[endelsohn 283 (O.-A.). 408. 673. 
(O.-A.). 98 V. 129 V. 166 
122 L. 

[erke 184. 263. 112 L. ■ 

[erkel 104 V. 

fnrfhana 96 V. 



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Gck igle 


Original frn-m 

UNIVERSfTY OF MICHIGAN 



XXVHI 


Meschede 37 (O.-A.). 60 (O.-A.). 

156 V. 

Mey 174 V. 

Meyer, G., 49. 214. 310. 439. 455. 

834. 179 V. 198 V. 56 L. 

Meyer, W., 47 L. 

Michael 686. 83 Y. 110 V. 148 L. 156 
L. 159 L. 

Michaelis 131 V. 147 V. 35 L. 
Michel 149 V. 

Mikulicz 80 V. 84 V. 86 V. 87 V. 

162 V. 195 Y. 

Müler 2 L. 159 L. 167 L. 

MUtz 144 L. 

Mingazzini 74 L. 

Mittermaier 24 Y. 76 Y. 

Modlinski 130 L. 

Moebius 51 L. 

Moll 133 (O.-A.). 162 (O.-A.). 
Monier-Williams 68 L. 

Moos 539. 

Morse 105 L. 

Morton 64 L. 

Mosso 176 V. 

Mott 176 V. 

Möller, Carl (Frankfurt a. M.) 210 
(O.-A.). 

Möller, Erich (Berlin) 171 V. 173 V. 
Müller, Fr. (Marburg) 151 L. 
Müllerheim 82 L. 

Münzer 38 L. 

Mugdan 52 L. 

Munk, H. 157 V. 

Munk, I., 68. 216. 54 V. 77 I,. 
98 L. 

v. Muralt 264. 

Murphy 44 L. 62 L. 

Murray 139 L. 


5. 

Nasse 114 V. 155 L. 

Naunyn 8 V. 136 V. 146 I,. 
Nauwerck 121. 393 (O.-A.). 4 V. 
Neebe 375. 540. 

Neisser 11 L. 31 L. 37 L. 
van Nes 373 (O.-A.). 

Neuber 168 V. 139 L. 

Neuberger 87 L. 

Neugebauer 134 L. 

Neumann, A. 18 L. 47 L. 52 L. 95 
L. 87 L. 130 L. 146 L. 
Neumann, H. (Berlin) 841 (O.-A.). 
171 V. 4 L. 24 L. 38 L. 44 L. 
55 L. 68 L. 71 L. 91 L. 100 L. 

104 L. 131 L. 140 L. 148 L. 167 L. 
Neumann, H. (Potsdam) 386 (O.-A.). 
Nicaise 70 L. 

Nickstaedt 770. 

Nicolai 92 V. 

Nicolaides 157 V. 

Nicolaier 541 (O.-A.). 32 L. 93 L. 

105 L. 118 L. 

Niemann 35 L. 

Nikitin 10 L. 

Nissl 74 L. 

Nitze 27 V. 38 V. 50 V. 61 Y. 
169 V. 

Nobl 455 (O.-A.). 18 L. 

Nolen 371 (O.-A.). 

Nonne 111 V. 156 V. 
v. Noorden 79 V. 54 L. 

Norström 84 L. 

Nothnagel 102 L. 

Nourney 167 V. 

Nov6-Josserand 140 L. 

Nussbaum 104 V. 


O. 

Obersteiner 74 L. 

Oertel 652. 78 V. 

Oestreich 11 V. 34 V. 145 Y. 
Oettinger 69 L. 

Ogston 79 L. 

Oldendorff 66. 154 L. 

Oliver 49 L. 

Olshausen 80 L. 

Oppenheim 85 (O.-A.). 42 V 49 V 
114 V. 14 L. 

Oppenheimer (Berlin) 153 L. 
Oppenheimer (London) 216. 


INHALTS-VERZEICHNISS. 


Oppler (Breslau) 73 (O.-A.,). 
Orlowski 400 (O.-A.). 

Ostermeyer 116 V. 

Ostwald 151 V. 

Ott 7Q V 
Outherson 129 L. 

Outten 100 L. 

Owens 55 L. 

I*. 

Paetz 127 L. 

Pagel 22 L. 28 L. 133 L. 

Palleske 103 (O.-A.). 

Palm 247. 

Palmer 76 (O.-A.). 

Pannwitz 561 (O.-A). 

Pantaloni 47 L. 

Pariser 450 (O.-A.) 466 (O.-A.). 
Passow 733 (O.-A.). 137 L. 

Paul 107 L. 129 L. 

Pavy 151 V. 41 1,. 

Peiper 16 Y. 79 Y. 138 L. 

Pelman 51 L. 

Pentzoldt 42 L. 45 L. 

Perthes 253 (O.-A.). 

Potörs 199 V 

Petersen (Heidelberg) 314 (O.-A.). 

429 (O.-A.). 

Petersen (Kiel) 88 Y. 

Petruschky 105 L. 120 Ti. 

Pfalz 96 V. 

Pfannenstiel 162 Y. 

Pfeiffer, A. 104 L. 

Pfeiffer (Bonn) 199 Y. 

Pfuhl 459 (O.-A.). 136 Y. 

Phisalix 177 V. 

Phocas 126 L. 

Piccinini 23 L. 

Pick 61 V. 

Pickering 144 L. 

Pinner 680 (O.-A.). 

Pistor 85 L. 

Placzek 62 Y. 2 L. 14 L. 

Plaut 291 (O.-A.). 

Plehn 397 (O.-A). 416 (O.-A.). 434 
(O.-A). 485 (O.-A). 92 Y. 

Podack 160 V. 147 L. 

Poehl 88 (O.-A.). 475 (O.A.). 131 Y. 
Pogrebinsky 31 L. 

Ponfick 117 Y. 106 L. 

Port 832. 

Porter 94 V. 

Posner 28 V. 79 V. 167 L. 95 L. 
Pospelow 124 L. 

Pott 174 V. 

Po well 152 Y, 

Predöhl 87 L. 

Preindlsberger 162 L. 

Preston 668. 

v. Preuschen 143 Y. 144 Y. 

Preyer 31 (O.-A.). 

Preysz 84 L. 

Prochownick 55 Y. 116 Y. 170 Y. 
Profanter 8 L. 

Pryor 668. 

Puppe 71 V. 

Putzler 31 L. 


< 1 - 

Quincke 77 Y. 166 Y. 78 L. 


R. 

Rabl-Rückhardt 117 L. 121 L. 
Radasewsky 138 L. 

Raether 76 V. 125 V. 

Ramm 30 L. 

Ramön y Cajal 73 L. 117 L. 121 L. 

Rand 152 L. 

v. Ranke 173 V. 100 L. 

Rankin 637. 

Ransom 457 (O.-A.). 158 L. 
Ratkowski 111 L. 

Ravenei 147 L. 

Rawitz 157 V. 
v. Rechenberg 89 L. 

Rehfisch 334 (O.-A.). 

Rehn 88 Y. 

Reiche 640. 39 L. 47 L. 69 L. 
80 L. 87 L. 93 L. 116 L. 144 L. 
145 L. 158 L. 165 L. 


Reichel 87 V. 

Reichmann 30 L. 79 L. 164 L. 
Reimer 135 L. 

Reineboth 794 (O.A.). 870 (O.-A.). 
Reinecke 156 L. 

Reinert 79 V. 78 L. 

Reinhard 203 (O.-A.). 

Reinicke 211 (O.-A.). 
v. Reitzenstein 97 (O.-A.). 

Remak 127 L. 

Renault 102 L. 

Retterer 104 V. 

Retzius 74 L. 

Reunert 344. 17 L. 39 L. 44 L. 

54 L. 68 L. 70 L. 94 L. 100 L. 

132 L. 140 L. 145 L. 147 L. 
151 L. 157 L. 166 L. 

Reuss 71 L. 

Reuter 517 (O.-A.). 

Rey 569 (O.-A.). 

Ribbert 9 (O.-A.). 24 (O.-A.). 45 
(O.-A.). 62 (O.-A.). 79 Y. 1 L. 
6 L. 10 L. 13 L. 21 L. 26 L. 

35 L. 50 L. 99 L. 107 L. 114 L. 

118 L. 138 L. 139 L. 142 L. 
153 L. 154 L. 

Richardson 69 L. 

Richter, P. F. (Berlin) 240 (O.-A.). 

526 (O.-A.). 164 L. 

Richter, E. (Greifswald) 516 (O.-A.). 
2 V. 

Richter (Marionburg) 115 (O.-A.). 

554 (O.-A.). 

Ricker 29 L. 

Riedel 168 Y. 169 Y. 168 L. 

Ries 147 L. 

Riess 737. 

Rietschl 18 L. 

Rinck 424 (O.-A.). 

Rindfleisch 617 (O.-A.). 810 (O.-A.). 
149 Y. 

Risel 165 (O.-A.). 

Ritter 173 Y. 

Riva-Rocci 529 (O.-A.). 

Robson 165 L. 

Roche 86 L. 

Röttger 77 L. 

Rohde 133 L. 
v. Rokitansky 103 L. 

Romberg 166 Y. 58 L. 

Rose 153 Y. 

Rosenbach 36. 6 L. 134 L. 
Rosenbaum, A., 30 V. 

Rosenbaum, G., 127 L. 141 L. 
Rosenberg, A., 36 V. 62 Y. 
Rosenberg, P., 22 V. 

Rosenberg, S., 408 (O.-A.). 
Rosenboom 154 L. 

Rosenfeld 79 V. 

Rosenheim. Th., 11 (O.-A.) 26 (0.- 
A.). 47 (O.-A.). 238 (O.-A.). 260 
(O.-A.). 740 (O.-A.). 836 (O.-A.). 
11 V. 17 Y. 49 V. 51 Y. 133 V. 
50 L. 102 L. 145 L. 161L. 164 L. 
Rosenthal, J., 177 V. 

Rosenthal, 0., 23 V. 138 V. 

Rosin 79 L. 107 L. 139 L. 

Roth 168 V. 

Rothmann 68 L. 

Rotmann 14 Y. 15 Y. 

Rotter 190 V. 

Rovighi 93 L. 

Rubens 758 (O.-A.). 

Ruete 151. 

Rüge 118 V. 

Ruhemann 610 (O.-A.). 

Rumpf 79 V. 155 V. 159 Y. 165 V. 
118 L. 

Rutherford 177 V. 

Rydygier 86 V. 87 Y. 


S. 

Saake 369 (O.-A.). 

Saatz 247. 

Sabouraud 616. 

Sänger (Hamburg) 24 Y. 109 V. 
116 V. 

Sänger (Leipzig) 111 V. 119 Y. 
127 L. 

Sahli 78 V. 74 L. 120 L. 


Salomon, M., 23 V. 39 V. 43 V. 
52 V. 75 V. 92 V. 100 V. 115 V. 
124 V. 186 Y. 190 V. 199 Y. 
133 L. 

Saloraonsohn 452 (O.-A.). 123 L. 
Salzwedel 48 L. 

Samelsohn 6 V. 81 V. 

Samter 160 V. 

Samuel 281 (O.-A.). 306 (O.A.). 
Sandberg 118 L. 

Sarfert 191 V. 

! Sattler 148 V. 83 L. 

Savelieff 637. 

Schaefer 148 L. 158 L. 

Schäfer, W. (Leipzig) 220 (O.-A.). 
Schaoffer 156 L. 

Schalita 140 L. 

i Schatz 671 (O.-A.). 119 Y. 164 V. 

1 171 V. 

Schaumann 14 L. 

Schauta 119 V. 

Schede 83 V. 88 V. 59 L. 
i Schedtler 39 L. 

I Scheff 2 L. 

| Scheibe 95 L. 

Scholowsky 143 L. 

! Schonck 177 Y. 

Schepers 127 V. 128 Y. 

, Scherk 533 (O.-A.). 557 (O.-A.). 
Schild 115 L. 

Schill 262. 833. 12 L. 48 L. 72 L. 
Schüling 134 L. 

Schirmer 143 V. 

Schjeming 215. 814 (O.-A.). 
Schlegtendal 503 (O.-A). 
Schlesinger 80 (O.-A.). 

Schlossmann 174 V. 175 V. 
Schmaus 3 L. 29 L. 38 L. 93 L. 
97 L. 107 L. 114 L. 142 L. 

I 144 L. 

Schmid, H., 126 L. 
i Schmidt, Ad. (Bonn) 300 (O.A.). 
78 V. 81 V. 196. Y. 34 L. 35 L. 
41 L. 90 L. 109 L. 1T4L. 151 L. 
Schmidt (Düsseldorf) 96 V. 
Schmiegelow 64 L. 

Schneidemühl 92 L. 

I Schnitzler 15 L. 

I Scholl 265 (O.-A.). 358 (O.-A.). 
378 (O.-A.). 759 (O.-A.). 
Schottmüller 272 (O.-A.). 

I Schreiber 4 V. 

Schubert 165 V. 

■ Schuchardt 80 V. 

Schüler 611 (O.-A.). 

I Schürmayer 694. 

| Schutz, E. 3 L. 

Schütz, G. 280. 

Schultz, P. 142 V. 157 Y. 

Schultz, W., 595. 

Schultze (Düsseldorf) 48 Y. 
Schultze (Duisburg) 455 (O.-A.). 
168 V. 

Schulz, H. 15 V. 

Schulz. R., 34. 32 L. 71 L. 112 L. 
158 L. 167 L. 

! Schulze 352 (O.-A.). 

Schumacher 64 L. 

I Schumburg 112. 215. 685. 15 L. 
| 71 L. 

i Schwabach 28 L. 31 L. 37 L. 40 L. 
Schwabe 317 (O.-A.). 

Schwalbe 230. 312 344. 439 (O.-A.). 
454 (O.-A.). 470 (O.-A.). 488 (0.- 
A.). 507 (O.-A.). 654. 685. 686. 
702. 781 (O.-A.). 805 (O.-A.). 834. 
22 V. 3 L. 5 L. 10 L. 33 L. 
45 L. 59 L. 65 L. 89 L. 112 L. 
120 L. 134 L. 135 L. 145 L. 
150 L. 

Schwartz 485 (O.-A.). 

Schwarz 151 V. 

Schweigger 104 L. 

Seeligmüller 82 L. 98 L. 127 L. 
v. Sehlen 651 (O.-A.). 55 L. 
Sehrwald 264. 637. 3 L. 11 L. 47 L. 
54 L. 64 L. 68 L. 69 L. 79 L, 
93 L. 99 L. 105 L. 106 L. 130 L. 
160 L. 

Seifert, 0. 77 L. 

Seifert, R. 523 (O.-A.). 736 (O.-A.). 
Seitz 176 Y. 


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Original fro-m 

UNIVERSITY OF MICHIGAN 







Selbach 18 L. 

Senator 217 (O.-A.). 89 V. 91 V. 

137 V. 98 L. 

Sendler 120 L. 

Senger 355 (O.-A.). 469 (O.-A.). 17 
L. 18 L. 19 L. 30 L. 80 L. 128 L. 
129 L. 130 L. 134 L. 139 L. 140 L. 
Senn 46 L. 

Serieux 82 L. 

Sevdel 112 L. 

Sheild 68 L. 

Sherrington 177 V. 

Short 86 L. 

Sick 76 V. 

Silbermann, 681 (O.-A.). 22 L. 31 L. 
Silex 22 V. 26 V. 42 V. 30 L 
71 L. 

Snellen 150 V. 

Sokolowski 19 L. 

Soltmann 53 (O.-A.). 

Sommerfeld 16. 199. 90 L. i 

Sonnenbarg 101 V. 190 V. 193 V. 
Spalinger 151 L. 

Spencer 10 L. I 

Spengler 244 (O.-A.). 

Sperling 770. 817 (O.-A.). 834. 878 
(O.-A,). 

Spiegler 95 L. 

Spitzka 62 L. 

Sprecher 636 (O.-A.). 

Stachow 94 L. 

Stadelmann 130 V 49 L 
Staelin 148 L. 

Starr 69 L. 116 L. 

Steifen 171 V. 

Steiger 142 L. 

Stein 280. 
t. Stein 37 L. 

Steiner 214 (O.-A.). 

Steinhaus 38 L. 

Steinheim 863 (O.-A) 

Stern (Breslau) 85 V. 

Stern (Düsseldorf) 356 (0 -A ) 

Sternberg 122 L. 144 L 
Stendel 668 (O.-A.). 

Stevenson 47 L 
Stewart 102 L. ’ 

S l» L 24 L 93 L. 95 L. 114 L. 

Stintzing 42 L. 45 L. 

Stockman 93 L. 

Stoerck 151. 

Stoewer 90 (O.-A) 

Stokvis 124 L 

Sjrassmaan 52 V. 8 L. 137 L 
Shsass, A. 562 (O.-A.). 

Strangs. H. 637. 653. 737 79 T, 


INHALT S - VERZEICHNISS. 


Streng 58 L. 
v. Stubenrauch 124 L 
Stübben 179 V. 
Stünzner 153 L. 
Stumpf 119 V. 

Swain 54 L. 

Swiezyrtski 514 (O.-A) 
Szegö 858 (O.-A.). 


Taube 67 (O.-A.). 

Taylor 94 L. 

Teissier 89 L. 

Temesvary 120 V. 

Terson 54 L. 

Teschenmüller 276 (O.-A ) 
Thausing 18 L h 

Thiele 844 (O.-A.). 139 L. 
ihiemich 550 (O.-A.). 

Tbiersch 52 L 
Thilo 258 (O.-A.). 

Thimm 389 (O.-A.). 

Thoma (Magdeburg) 79 y. 
Thoma (Marienburg) 104 V 
Thormalla 616. 

Thomer 572 (O.-A.). 137 L 
Thost 76 V. 

Tietze 158 V. 195 V 
Tigerstedt 172 V 
Tillaux 47 L. 

Tillmanns 87 V. 15 L 
Tilmann 822 (O.-A) 

Timmer 607 (O.-A) 

Toldt 149 L. 

Tommasoli 653. 

Torday 408. 

Tosi 262. 

Toupet 94 L. 

Traugott 47 V. 

Treitel 322 (O.-A.). 38 V. 
Trendelenburg 21 (O.-A.) 87 V 
Treupel 222 (O.-A.. 538 (O.-A ) 
Treves 177 V. 1 h 

Trostorff 849 (O.-A ) 

Turner 335 (O.-A.). 

Tuszkai 120 V. 

H. 

Ucke 114 L. 
v. Uexküli 177 V. 

Uffelmann 89 L. 

Ughetfci 66 L. 

Uhma 279. 

Uhthoff 473 (O.-A.). 149 V 
Ungar 82 V. 

Unger 22 L. 

Unna 115. 279. 562. 155 V. 


Unverricht 6 L. 

Uthemann 826 (O.-A.). 

V. 

Vandervelde 27 L 
Vaughan 39 L. 

Veit 112 V. 95 L. 

Verhagen 27 L. 

Verwora 41 L. 

Vierordt 169 (O.-A.). 11 L. 150 L 
Virchow 36 V. 

Vitzou 172 V. 177 y 
Vogel (Berlin) 96 (O.-A ) 

Vogel, H. 31 L. 

Yogelreuter 152 
Vogt 33 L. 

Voigt 56 Y. 2 L. 99 L 
Volkmann 130 L. 

Votiert 115. 

Vollmer 637 (O.-A.). 

Vorster 30 L. 

Vossius 3 V. 149 Y. 91 L 
Vosswinkel 65 V. 

Vulpius 583 (O.-A.). 


W. 

Wachholz 146 (O.-A.). 71 L 
Wagenmann 151 V. 

Wagner 120 L 124 L. 130 L. 139 
,., L - l« r L « L. 152 L. 165 L. 
Waitz 405 (O.-A.). 103 V 
Waldeyer 703 (O.-A.). 727 (0 -A ) 

764(0-A.).776(0.-A.). 800(0 -A) 

8*6 (O.-A.). 145 V. 190 V. 73 li. 
Walko 591 (O.-A) 

Waller 176 V. 

Walton 69 L. 

Warholm 18 L. 

Wassermann 78 L. 

Watson 157 L. 

Weber 114 V. 154 L 
Webster 164 L. 

Wedekind 257 (O.-A.). 

Wedensky 177 V. 

Wegele 161 L. 

Wehmer 77 L. 88 L. 92 L 93 L 
104 L. 108 L. 115 L. 119 L. 
Weicker 391 (O.-A.). 

Weil 8 V. : 

Weiland 167. 

Weintraud 16 L. 17 T ; . 

Weisker 92 L. 

Weismann 25 L. 

Weiss, J., 13 L. I 

Weiss, L., 91 L. 

Weise (Mannheim) 151 Y 
Welten 142 L. 

Wendelstadt 346 (O.-A.i. 


XXIX 


Wentscher 108 L. 

Wermann 877 (O.-A) 

Wemich 15. 

Wemicke 47 V. 50 L 
Werth 164 V. 

Wertheim 118 V. Hl l. 

West 145 L. 

Weyl 28 L. 154 L. 

White 177 V. 54 L. 

Whitney 17 L. 

Widerhofer 17 (O.-A ) 
j Wiedow 120 V. 

| Wiener 111 L. 135 j J 140 j 

1 H e ,? in S er 23 V. 116 V. 159 V 
! Williams 67 L. 

Wilms 3 V. 

: v. Winckel 118 V. 
j v. Winiwarter 36 L. 
j Winter 119 V. 

Winternitz 134 L. 

Wintersteiner 150 Y. 

Withington 68 L. 

Witte 501 (O.-A.). 

Wladimirow 16 L. 

Wölfler 87 V. 70 L 
Wolff, F. 13 L. 

Wolff, J., 32 V. 98 V 
Wolff, M., 36 V. 

(Strassburg) 60 V. 135 V. 
loi y. 

Wolpe 108 L. 

Woods Hutchinson 158 L. 
Worcester 112 L. 

Wroblewski 24 L. 

Wurm 647 (O.-A.). 147 V 


Yamagiva 9 L. 
Yung 33 L. 


Z. 


Zahn 36 L. 

Zangger 145 L. 

1 Zamikow 124 V. 

| Zedel 499 (O.-A.). 519 (O.-A.). 

! Zeehuisen 165 L. 
v. Zeisig 120 L. 

Zeller 140 V. 191 V. 70 I,. 
Zentzer 46 L. 

Zepler 22 L. 

Ziegenspeck 120 V. 46 L. 

Ziegler 78 V. 30 L. 35 L. 
Zielenziger 573 (O.-A.). 
v. Ziemssen 167 V. 3 L. 
Zimmermann (Bern) 104 V. 
Zimmermann (Jena) 150 V. 
Zimmermann (München) 706 (0 -A ) 
Zuntz 112. 52 V. 157 Y. 176 V 
89 L. 123 L. 130 L. 

Zweifel 111 V. 


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Qriginal frn-m 

UNIVERSETY OF MICHIGAN 










Donnerstag 


J* 1 . 


3. Januar 1895. 


DEUTSCHE 

MEMCINISCHE WOCHENSCHRIFT. 

ßCrUCkSld, Sn GeTund^ ^nteressen^de ™ärztüchen Standesf 60 ^ Öff6nt ' 

Begründet yon Dr. Pani Börner. 

Einundzwanzigster Jahrgang. 


Redaction: Prof. Dr. A. Eulenburg und Dr. Jul. Schwalbe, Berlin 

Lichtensteinallee & Potsdamcrstr. 116. 


Verlag: Georg Thieme, Leipzig-Berlin. 

Postadresse: Leipzig, Seebnrgsfr n. 


Aufruf zu einer Sammelforscliung über die Serumtherapie der Diphtherie. 

lassen die Hoffnung immer mehr begründet 

Wer Bedeutung bereichert worden ist. Nicht nur aus HosnTtälern Zdfn F f i 6 ’ * praktische Heilkunde um cin Mittel von 

Mende Beeinflussung der Diphtheriemortalität durch das Heilserum ein ''beredte* 7 Ung6I \ nut & etheiIfc ’ die fiir eine deutliche und auf- 
Aerzle. denen die früheren, ja durchaus nicht wirkungslosen Hülfsmittel der eugms8 ablog ® n - aucli aus den Reihen der praktischen 
werden Erfolge zur Kenntniss gebracht, welche alle bisher in der BekSmnf Kiankenteuser ™ allgemeinen nicht zu Gebote stehen. 
Diese Ergebnisse werden nicht etwa nur vonveröde /7 d'^‘“'T gOWOnnene “ Re8 “ lta ‘ a « ba ^ffen. 
bebiete huldigen: eine grosso Reihe von Forschern haben ihr rriinstio-e v^’ ““ kl ' lt,klosen Optimismus auf therapeutischem 

«heil erhaben sind und die erst nach UebSdZIstester ^ M zlt” rf^ 6 “’ ^ Vorwurf Geistes- 

ßllt hier das Arbitrium Virchow's in die Waao-schaale de/auf fnind T™ . fÜr8pr . echenden Urtbel1 Swangt sind. Am schwersten 

- ir-Ät - - - - 

:air.r 

>"'* Jl. <■. C,.,;. rhluirmlrtlSiT, ""ff'"«“" ”' d “ “"»• ”1 »•' Lr ,i„j ,||, 

zahlreich. Die Schwere der Gesamm tZS* U ,', uber therapeutische Erfolge verhindern können, ganz besonders 

ln- Statistik festgestellten Schwankungen derMortalitaTnaTsrdt^ 11 ^’ Diagnns0 ’ (| as Alter des Patienten, die spontanen, durch 
mul Jahren - von allen dies n Momlll f f ,; ™ Städten - PrüVinZ6n Und Undera ’ “ ach Monaten, Jahres- 

RfTücksichtigung dieser Verhältnis.» kann ll w t.f u77 e ‘ ner Heilmethodo der Di P bth «™ ab, und eine nicht genügende 
* "™ Diplithericheilserum v*, *" '-'-^-hster Weise herabmindern. Hierzu kommt speciell 

henntniss gelangt sind und das Anwendung1- fl‘tf, Nebe “ W,rkungan - " ie Sie in ei ™' «•»* ™" Füllen zur allgemeinen 

Alle bisher publieirten Renhaehr ?? “ Mittels in mancher Richtung einschränken könnten. 

* auch an dem ge “ ziffeLäsZn C 7* 1 T"' ^ ^ in der That S0W ° hl - ^alen 

T; ,uf «rund von Tauseinfen von Fa lerf f T g , fr , Verwa,theten Materials. Eine Frage wie die vorliegende kann 
Wieden werden. Bei einem Matena] das aus den d T!, ''‘nheitliehcn Gesichtspunkten zusammengestellt und rubricirt sind, ent- 
IViv.tpraxis, aus den ungleichartigsten EnMemde deD ''f rscbledenalbl ® s ^ en Stätten ärztlicher Thätigkeit, aus Hospitälern wie auf der 
' lnz,, lne auf seinem Gebiete nicht auszuscheiden Terma ** *"1 eY ° lke ™ ngsklassen stammt, werden die Beobachtungsfehler, die der 
Aus diesem Grunde hab n wTr de w 7*1 velmleien odfr docb "'enigstens aufs äusserstc vermindert, 

:; ru "‘^u ganz Deutschland zn veZstilZ h eme Sammelstatistik: über die Wirksamkeit des Diphtherieh.il- 

"oere Medicin über die Influenza durcheeführtW h d . em ,. Muste, ' der Sammelforschungen, wie sie vor vier Jahren der Verein für 

W jedem Jahre zu wielr l f Z l i ' ” dle i f os8en ™ glis ^ Fachzeitungen, insbesendere das „British medical 
, . A» all. deutschen Aerzte we Z ! 7 • n * emei “ Fragen mit g ™ste„, Erfolge veranstalten, 

uerstutzung der Herren I.eyden Litten' r" 1 6,1 ml chsten Tagen Zählkarten, hei deren Abfassung wir uns der bereitwilligsten 
gehabt haben, Versenden ü/dwr!’“ B * h '' inS ’ Ehrlich Und Guttsta(It ia dankenswerther Weise au 

Jarlen nach Möglichkeit auszifülfen und an nn nng r!l ’ SS ' ,ede . r C ° U6ge d " r geringen Mflhe sich »nterziehe, die wenigen Rubriken 
■ Jutzung an alle diejenigen Vereine 1 h 6 Adr6SSe zurUckgeIangen zu Iassen - Wir richten namentlich unsere Bitte um Unter- 

IIli . a ! lk * fl,r t a - M-, Halle, Köniirsborfr e ^ hen eme ,. lok ^ le > Steti stik in dieser Frage getrieben wird, so in den Städten München, 

11 wt «“ geschmälert. Als SchliiRstß/- ‘ ® tc- ^, dle Bedoutu ng dieser Einzelsammlungen mrd durch unsere Statistik nicht im 
Wir erwarten von dit q T ^ ** S “ Stik gilt der ^ A P^ 1895. 

Materials mit Hülfe der ^ rame ^ orsc,lun ^ k 0 * 11 definitives Urtheil in der Heilserumfrage: aus der Ordnung des ein- 
;: ir ;r Jas fflr ihr theraDeuf °^ ena ” nten und anderer Förderer des Unternehmens hoffen wir für die Aerzte ein Resultat zu 
. . c les andeln eine sicherere Grundlage als bisher gewährt und ihren Zweifeln über 

me wenn auch nur einstweilige Lösung zu bieten vermag. 

A. Eulen bürg. J. Se lnval be. 


Ii "" Wm| , dos hm,;;*; 


l 



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Goi igle 


Original frnm 

UNIVERSETY OF MICHIGAN 



m r? jvst ii.i-: mEi r-j $\±\;m \y y( ;n i uurr 

I, Heber die neueren Fortscliritte in der chirurgischen Technik 

Vaii Pi/if Ui'. A. Koohler in IP rlin. 

J. A'llgfjlftUM kuI 


Xo:i: 


fy<>pxtäj>ltä$Um> *>rwitnnt uxiü w.ehlon- auf duzdi»«*, 

Soweit neue "VfmtimRou, zui ütd'k\nm p&k». 

Bcrör wir Mm aut dmPfdfiSdmit« in der c|ür5ir^iKc)H i ii.T<)al)- 


—.r-y V ,Ä r v ^ W?*« ViW a ^ ! < ^ Wi 9 r 

ltik uäj»f jmWn ft h\ um Widrtfes mcdd zu ölSöfg&liön, 

auch «lio Vo^jviVfh«.!^. n ■>,«! pftif'irr/ris^bi'ft Mim^nahmmi und Ein- 

' -vXk^Mr^ßu •*&+&*&&*?£ . .= ... ti t... .t i . . ' * * .' ..- . /- ». . 



Uii 1 UJunu^io kann nicht imilwi in wKsiuiydmftiute Biittit, 
sio kann Imme Hubfiiutirt ad 'iuiogrum bf-rbdfiikvmt, diu 
ITuulö mid (kft'uRn meid tmnmi m» wtafc&wstellwi. \v(e dr \ol 
ihv Erkrankung ftm'dj. TH^ ist iaii£> Mmimt und u1> h»n<M 
gühdiim;/ t*ix» h • mi. ' 

■ iAtv'nJ'mrversu u)inf«) qj. 

\Y. .MtthK i») ifem ifjuiiT 

jJP‘ Grdigon. idiilMU'^Ui: 1)^11 \ fHiiM’l'ifiid Tndjpjn^*« JMlBüntni —w. «'•„ r f l #vw«*u*is Aur 

IRiU) m-f I«. 1 , d.-i,. lv «‘.M. 1 - . and* J,. I, w 1 M 1 diswro Bd>Me mVÜrn die vcrnciiicdeutii moilionnM Ji. u Ume^Iiueii 

jvUumrndwdUidnm PL?m mmdb im : \y< » ,. . - m • l«« / . , . r t! „ ,, i,. , t i< m irKim i!n MiMti't Kliniken <b » r '* \ < hmi m mul \ t ».«,i, , 
X m i. j'idu.ft’ , dmm i'iifi ()iM<(ti’,'i! PiMLcnii ü, hddu m mukiM-lu \</j mm^U-dmu os dm. t Imi u» v-«-u. rn i’n/m 

Y.v*nri.;f-s gddmk dl«- iUi?'* h Ymdd/imA.dm * hdm- ^Teilern, cdm da■> UeidBB durdi Au^lohtüir^ mm (.‘oniiiiioutJtTjioii uu- 

üvrj.j* IvtHtti.JuH-u uiiisniu-Kttar ü»w^»hJu»»;‘„ Thi'd' ftM'iu«} itiin- ' iu'iHwr 4£ow.mi<'ii t 7 f rt - ' |f - ’ ' ‘ 

sw jrniifdi^i} 4 /Unu fÜ d«v 
&n*m. .'iV-y-Uf-.ijitd. Krdlüu^n 

und iliw-; dit-'F^Hä 

f ;>:!!•)', a{1j/ iUM-rji Uli-Mi 4 MI-*'! U'MlJt;», ,M> • r- ” ‘ -•* -> '> MH-' J « ** & •!< Ut« U t^IHl «i-».HU'lU X.5t?Vt>*' ?OHH ‘A. H 

- ttntt. SU -Pu i.r r u-utr rind; iiün^-n uImt • vom <m\, nrl.>n iU ’ ,,,t} Au-d.-i»* in,; f n,- [ il, T iim.jn »fr m. U\ } H . h.r,.. 

.diifguu^tt -ds; die ,sUi.f*k.Au K'enur dum» . -wun»« ;din iiir* Hrldd.d prk.*«wj»*ii ktmnie, iu-yra* t{ ,an »\*> wo- M~ fiu^r 

(iue*ie» iTifiutt uu! U»rUm«*tvh l?ri!io you Un-.,^ myun^n Tf »pa» -d,, Mrivil w - 

■ ^itxHue i«!ied(T der Kd Ir. ••»rt/eii.K Xiedir de» <•■ lii «m i »-< Jmi- ft ».•»'den huliU?^» v;>u uuör zkdij-'M-u^steii MMevaUveu 

LnUiivKr»» Miur-eu eimiiaj ft'idiii.yrr u!s rnnfftt-r f*rs».ii‘-;in,•.»»,; 1 *n aiP 'HrKnmlimur rnunekd- sdiwercii. j r « hduuM^d’aKdiri.Mu E/'krnttiöind 

xre»{!ejiu;t< vjjn(3 sie 1»-I«»i. imiiäwi ... 1. *ü . .. « . ' Us.>.- I? I .i Ü i-^Xk-a.. .1,.. Tf-... i , . r-i s-"“' 

^•mh nh)h\ dvr 
Jtdftü iftPM iunai 
IjöliiUwilUxui die 

\Y}c mim op.wfo, xvte um.» Verfdjtdr mtUpK dBrätff Un) 
lVitei* dnm S'kul^r «in»-■-\«l-i^fijc M rdm\n AHk«; du 


" I1,J "*<•'• (lue JviAiK} Ah^itfiiiup. «»»»wi. «#»«««. SniWe.ro «« nu». si, : ], vinlfo-li mit I l'«<ii* ! .ii ; .p CT u; <1 .j, 

4i4pwei«Oit«rftii,*l,^ »>li«frt ■»ut.Xfitfl* ater WnW, - «Hm- uael» v »^krWstegäf X«s«}tflmw;; lull fcmu dlM-v «IfUitM Illki 

iibertliisAisri.i.. \ ;,■<!, iH.t s-ltr 1 1( -1,.. (1 V, , I . | „ U;) ,.,,,„ -■ ;•••••'•«■ -»rot ; ,0-. P c Hethnilwj leiMuu^K'f.iK.-r ...«I • »n.r.'W w S ,^„. 

I'HoK I1UUI in ..•Mi'Vfi /,,t ;;i,.„..., , i„,, *, 1 .... . ' ""i mmlim nt.' mul I..H- (\,ii»init!]oi, 

'«■•hen Reil... .. h.,!,.« ^ J.T\ZZ u' %Z\ it 

.J,,.«,, i,";;''t r'v::,;;;-^;;.:;: s::-^«Sv 1 *r■ w:,:::;": 1 v"- 

, tl f ° f f * l ‘ <,h,ul • 1 A A » . K'VprHlmilHi m'wöjmd., )n °Bd.oUa>< d- ..lim,,- | Ii(|1i i ,,| (l ),. imzuu: 

dass tityryholiiyi ji^. Jt nu^bd 0W idi/^or^eatix; dn eyrt^fttr 



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V. >ikUwm U|».;rd.imtd» nnd lviimsehcir Vr.riV.siuj^on. AViou fPi»4 

»ft '‘U&HU, At intnj»Hv«H rmr^H mP Prmu Jöraü^timr iE 

,J. Aitti. 01 mrv.. iPdnaetr tkml — TUri I,. 
•-munli mif ßsv-ekoiaaUobi) Pryfhimiuv. Minidmrr 
nl n iielairn. prhktisdüt Midluxlu ’der. 

■•».• P‘V Kindunti Svm. n*k(i- :t 9H. Ä 4df>; 
.TO^i. .4.dd|}ni(.^id m»fi.rhdurt;ie H--:- Pr-ior:'.“ 








;l Januar. 


von den mühsam erprobten und empfohlenen Methoden sind zu 
complicirt, um «allgemeine Verbreitung zu finden, und dabei doch 
Dicht sicherer als andere, welche einfach und leicht zu benutzen 
sind. Abweichungen von 1 oder V/ 2 cm werden, oft schon durch 
individuelle Verschiedenheiten bedingt, leicht Vorkommen, haben 
aber auch keinen besonderen Nachtheil, da die Oeffnung im Schädel¬ 
dach, mag man Trepan oder Meissei benutzen, wohl immer einen 
grosseren Durchmesser haben wird. Ganz besonders gilt dies bei Be¬ 
nutzung der sog. temporärenResections-Methoden. In der v. Barde¬ 
leb ersehen Klinik hat sich der nach der Reid’schen Methode con- 
struirte Craniencephalometer sowohl zu Demonstrationen, als auch bei 
Trepanationen wegen verschiedener Himkrankheiten sehr gut be¬ 
währt (s. u.). 

An der chirurgischen Behandlung der Hirnkrankheiten lässt 
sich der durch Verbesserung der Untersuchungsmethoden bewirkte 
Fortschritt am besten demoustriren; vorhanden ist er natür¬ 
lich bei allen Krankheiten und am bekanntesten wohl in der Bauch¬ 
chirurgie. Frühzeitige Diagnosen ermöglichen hier oft einfachere 
Operationsmethoden und bessere Erfolge, wo sonst, bei späterem 
Operiren, die Prognose sehr traurig war. Es ist bekaunt, dass j n 
der Bauchchirurgie Anti- und Aseptik nicht jene fast absolute 
Sicherheit- gewähren, auf welche wir im allgemeinen zu rechnen 
gewohnt sind. Ein grosser Theil dieser Misserfolge wird beob- 
achtet, wenn sich schon Zustände herausgebildet haben, gegen 
welche unsere Kunst nichts ausrichten kann; sei es die wegen ein¬ 
getretener C omplicationen zu sehr in die Länge gezogene Operation | 
oder seien es mfectiöse, durch die Laparotomie nicht mehl- zu be¬ 
seitigende Zustände. In beiden Fällen wird man oft die lieber- 
d ¥ s eiu früherer Eingriff bessere Aussichten 
iwn nijv ,-?! r ® rilme ™ a “ dle Stenosen des Pylorus, un die 
I eiitjphhtis (jetzt Appendicitis), an Ileus, Wanderniere, Bauch- 
tuinore^a" die Geschwülste der Harnblase, die Erkrankungen des 
Pankreas - auf diesem gemeinsamen Arbeitsfelde des inneren und 
3 «tanuguehm Arztes ist in den letzten Jahren durch Vervoll¬ 
kommnung der Untersuchungsmethoden und dadurch möglich ge¬ 
wordenes frühzeitiges Operiren viel erreicht. Vorlä,"fi| können 

•“ , manc T h ® n PftIIen die Probelaparotomie, ein nur 
scheinbar heroisches Untersuchungsmittel, nicht entbehren- sie 
aUein ist oft imstande, die Diagnose zu klären und dam t das 

Hge Z “on“ t ?Stim ^ e S; D i C P'^opunctionen sind wenn 
me ejgenümhe Operation nicht sofort folgen kann, gefährlich 

, ode !' < d hren zu Irrthümeni, g tu man 
wirHich aus dir * J ® stlm . nithe ‘‘ sa S en n kaml . dass das Entleerte 
ineision ist Inhl »in uatersuche “d“i Partie stammt. Die Probe- 
lr efaiirlieh Jin grösserer operativer Eingriff, dabei aber un- 
»■“ “nL io l f nl„ U ^ ^ leer w als di, ‘ Punctio »; sie bildet, 
wenn sieh dL unmöÄiI 1 -? oU i scb , oa ? men Theil derselben, und 
herausstellt dann hri„„* *!i- t ^*} sslc ütslosigkcit der Operation 
die Wunde sich durch 81 dle Probeincision keinen Naehtheil, da 
übrigens^ nich uneSn Ve T >gmg scMesst Wir 'vollen 
nichts oder nichts*^Oneridd' 6 “' daas ,a manchen Fällen, in denen 
Hysterie whMd»n f gef “ de " war - auch ohne dass 

ganz bedeutende en • wä I e ’, der Mnfachen Probeincision 

*hwerde £tch lt ir g \f Schwi “ d ?“ d( 'V vorher grossen Be- 
Opcration an sllh »Lfirrt^ "™‘ das: dic Heilwirkung einer 
hie Dissertation von n £ J'f anm S gebt es nicht dafür. (Vergl. 
operativer Eingriffe an tn tl ”i , 'iii Be ' lil1 18 >*3. Ueber die Erfolge 
October 1891)^ 6 h ’ und Maylard, Glasgow med. Journ 

Die 
Personals 


DEUTSCHE MEDICTNISCHE WOCHENSCHRIFT. 


--j un^Matm-ials^dit 11 ^Wn ^ Kranken \ dos chirurgischen 
seJ t der Modification dir a ^ und ^ ersor & un g im allgemeinen hat 
man vor dw ÄJ^ er /ntmeptik zur Aseptik, d. h. seitdem 
selben nur aseptischf + tlsep J isch . und während der- 
* un gen, am besten ? Icbt , mehr .. mit antiseptischen Lö- 

Aenderungen erfahren tv Up !t nicbt spült , keine wesentlichen 
^ziehenden Arbeiten Li Z . U8am penstellung der darauf sich 
J er Einleitung zu den Pn°° Se i fc emer Reihe von Jakr en in 
(CharitiAnnXn B t J Cht6n übei l die v - Bardel eben’sclie 
Wundbehandlung“ gegeben als » Chronik der 

[ n . d <* Deutschen MjfitärLn^S‘ 5füh £ h ? her Slnd dieselben von mir 

A - 

! ,u « Arbeiten AnL??^ aUch eine Besprechung der 
te» Zeit sind wieder unermnT 6 *-’ , b,s zura Jahr ® 1892 i»cl. Seit 
AJittheilungon über die Ue i? ex P enmeD telie und klinische 

Meinungen darüber noeh w^ Te f offentIi cht; ein Beweis, dass dic 
“ sen in grossen SammeTfnr» auseinander S«hen. Nach den Ergeb- 
• birurgie schien es iS f !" 8 . der deutschen Gesellschaft für 
'"“gen über die f t' er Ae * bel dem Chloroform bei weitem 


^ A ° thei - !“ Z immer 

theilungen Popperts in dieser Zeitschrift (13 September 1 Rdti 
über einen Pull von Aethertod infolge von Lungenödemnebst R? 
merkungen zur Narkotisiru„gs.statis?ik. Auch HerhZ berichtet' 
Schrift!"? 1 Ilii fa ls 94 v n r Adthernarkoso (Berliner klin. Wochen- 
Bonn 1894 • T-t Mar i V- ■Dieselbe Frage behandelt Selbach, 
tödtlieh« ■Lhw- l langer dauernden Aetherinhalationen eine 
todtliche Nachwirkung derselben zu befürchten’_Ueber Hin Fin 

SIS 

. (Munch, med. Wochenschr., 9. October 1894). Ueber 

Fn' l r TiT V0U , Env ^ s . i,n Urin nach d <* Athernarkosc bei 
\ Uö t '}Melier in der Klimk Dumont’s die Narkose leitete in 
der deutschen Zeitschr. f. Chir. Bd. 29; er leugnet das Vorkommen 

Vorth^ UnimU T ü w , de1 ' A M hernarkose - D u m o n t ist ein eifriger 
dCS i r etl . ler f (C-orrespondenzbl. für «Schweizer Aerfte 
N A 2 r 3 r« d Pest f ül ; lft f(ir Kocher, Wiesbaden 1891); er be- 
PnKi T ti d ^: t,01 A der Jullia rd\schen Maske(Monatsschr.f.ärztl. 
; Ml Apri1 188 /)- Wena auch die Zahl der den Aether empfehlen- 

1 «niri C Ti U T 6 ganz bedentendc ist ’ Sü fehlt es doch nicht an 
solchen welche davor warnen, das Chloroform zu verlassen. Schon 

I ’J,W,'' °) SRgt: rn 1(;bt A °f[ lC1 ' üdcr Chloroform, sondern Aether 
• und Chlorotorm ; Clarke, New-York med. Rec. 14. April 1894 

! uLf 1888 n GoItz ’ New-Yorker med. Presse, 

rm- iq an Kappel er, 19. Oongr. d. deutschen Gesellsch. für 
Chn. loJO. Aus alledem geht die Nothwendigkeit hervor, die 
grossen bammelforsehuiigen über Narkosen fortzusetzen, welche 
bisher wenigstens das ergeben haben, dass es nicht angängig ist 
ein Anastheticum für alle Fälle brauchen zu wollen: für Klnder 
fur Hals- und Lungenkranke, für Operationen am Gehirn! 
an Nase Mund und Hals (Kropf!), für Operationen bei 
künstlicher Beleuchtung eignet sich der Aether nicht: 

| bei Herzkranken ist er dem Chloroform vorzuziehen. Ob 
e ! w 11 klich im allgemeinen ungefährlicher ist, als dieses, ist noch 
nicht, mit. genügender Sicherheit festgestellt. — Dass Pental und 
Biomäthyl keinem Anästheticum an Gefahr nachstehen, ist schon 
jetzt als sicher zu betrachten. — Wenn man Kinder und aufge- 
regte, ängstliche Erwachsene aussehliesst, dann kann für eine Reihe 
von Operationen auch die örtliche Anästhesie benutzt werden. 
Eine Ärt derselben, die von Schleich empfohlene Infiltrations¬ 
anästhesie (Schmerzlose Operationen, Berlin, Springer 1894, Berl. 

ga ?\ CbeiLS(dl1 ' 189J ’ No. 35 und Therap. Monatshefte, Septem- 
ber 18J4) erfuhr nur wegen der eigenthümlichen Form, in welcher 
die&e Empfehlung geschah, «uif dem 21. Congress der Deutschen 
Gesellschaft für Chirurgie eine scharfe Abweisung. Auch für diese 
Methode wird immer nur ein sehr beschränkter Wirkungskreis 
vorhanden sein. (Vergl. die oben erwähnte Zusammenstellung über 
neuere Anästhetica in der Deutschen mil.-ärztl. Zeitschrift). Ueber 
Operationen ohne Anästhetica berichtet Keetloy in der Royal 
Soc. vom 14. November 1893. 

Eine in letzter Zeit wieder mehr betonte Schädlichkeit der 
allgemeinen Betäubung, welche übrigens mit dem Betäubungsmittel 
nichts zu thun hat, ist dio Lähmung nach der Narkose, eine 
Drucklähmung bei zu weit nach hinten und oben gehaltenem Arm. 
Biidinger, Langenbeck’s Archiv Bd. 47, Braun, diese Wochen¬ 
schrift 1894, No. 3 und Gaupp, Centralbl. f. Chir. 1894, No. 34 
haben diesen Gegenstand bearbeitet. Es genügt wohl, die Gefahr 
und ihre Ursache zu kennen, um sie sicher zu vermeiden. 

Ueber Methoden und Apparate zur Narkose wollen wir 
hier nur einiges hervorheben. Laborde und Guerin hatten die alte 
Theorie wieder besprochen, nach welcher die primären Zufälle bei 
der Chloroformbetäubung reflectorisch durch Reizung der Trige- 
minusendigungen in der Nasenschleimhaut hervorgerufen würden 
(Sem. m6d. 1893, S. 339). Casasovici (ebenda, S. 214) sucht 
diese Reizung durch Cocainisirung der Nasenschleimhaut vor der 
Narkose zu vermeiden. Denselben Vorschlag machte Rosenberg 
in der Berliner medicinischen Gesellschaft am 14. November 1894. 

Ob man dadurch die Synkope verhütet, müssen weitere Erfahrungen 
lehren. Latta (Sem. m6d. 1894, S. 212) empfiehlt bei Gebärenden 
eine Mischung von 90 Theilen Chloroform mit 1 Theil Amylnitrit; 
Langlois und Maurange (ebenda, S. 321) und Diousidon 

D Aus früherer Zeit verweisen wir auf: Brit. med. Journ. 18861, S. 556 
und Med. News 19. November 1887 (je ein Fall); Jakob berichtete im 
Brit. med. Journ. 1886 I, S. 489 über zwölf Chloroform- und droi Aether- 
todesfälle; Agnew in Phiiad. med. News 1887, No. 21 über einen Todes¬ 
fall in der Aethernarkose; ebenso Me Kino in New-York med. News 
1. Juni 1889; ein weiterer Fall findet sich in der Lancei 1889 T, S. 800. 


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Original from 

UNIVERSETY OF MICHIGAN 



DEUTSCHE MEDICINW'IIE WOCHENSCHRIFT. 


(Th&se de Paris 1894) empfehlen eine Injection von Sparteinum 
sulfuricum 0,03 und Morphium 0,01 eine Viertelstunde vor der 
Narkose. Oathoire (Thöse de Lyon 1894) beschreibt dagegen die 
Gefahren der gemischten Narkose, vor welcher auch Garrfc (1. c.) 
u. a. warnen. — Neue Apparate empfehlen W. Vajna (Pest. med. 
^ 1 ' e f sc 1894, No. 4) Narkotisirungsapparat aus Glas; Dubois (Sem. 
m6d 1893, S. 390); Rosenfold (Wien. med. Wocheusclir. 1893, 
No. 28) ein neuer Narkosenkorb (für Aether); Rosenberg (Deut! 
med. Wochenschr. 1894, No. 29) eine neue Chloroformmaske, an 
welcher die Tropfflasche befestigt ist. Diese combinirten Apparate, 
welche schon mehrfach empfohlen wurden, werden bei heftig sich 
sträubenden Patienten, besonders im Excitationsstadium, schwer zu 
gebrauchen sein. In No. 48 des Centralblattes für Chirurgie 1894 
empfiehlt Ritschl für die Aethernarkose eine Maske aus Metall 
mit Glasfenstern. 

D. en Schluss dieser „vorbereitenden Operationen“ bildet die 
Veihütung des Blutverlustes. Bei einer ganzen Reihe von 
Amputationen und Exarticulationen kann man nach Art der Rose- 
Lucke’schen Methode der Oberschenkelexarticulation den Blut- 
veriust auf ein sehr geringes Maass beschränken, wenn man au 
der stelle an welcher das Glied abgesetzt werden soll, beim Be¬ 
ginn der Operation die Hauptarterie und Vene doppelt unterbindet 
und zwischen den Ligaturen durchschneidet. Bei einzelnen Ope¬ 
rationen, z. B. bei der Exarticulatio humeri, genu, bei der Gritti- 
schen Amputation, kann man so verfahren, dass die Durchschnei- 

,1 er . F 0SS J n ^ efässe d °n letzten Act bildet. Ein Assistent 
hält dabei den die Gefässe enthaltenden Lappen mit beiden Händen 
lest und kann, wie wir sehr häufig festgestellt haben, die Gefässe 
dabei so gut compnmiren, dass kein Tropfen Blut verloren geht 
und die Isolirung und Unterbindung vor den comprimirenden 
lingern in aller Ruhe vorgenommen werden kann. Das sind einige 
Ersatzmittel der Esmarch’schen Blutleere für Fälle, in denen kein 
elastisches Umschnürungsinaterial vorhanden ist, oder in denen 
man aus irgend einem Grunde darauf verzichtet. Dass man die 
IHnschnurung auch mit leinenen Binden ausführen kann, welche 

PArJnW? i (naC ! Ele ™ tl0n) trocken &l] S^egt und dann von der 
Periphene her befeuchtet werden, ist von v. Bardeleben und 

V0 ^r an i? er Zeifc bewiesen und seitdem oft in der Klinik 
demonstrirt. Neuber empfahl dasselbe Verfahren auf dem Con- 
gresse der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie im Jahre 1893 

Währ^d enb V ArChlV i ßd ‘ 46: Asepsis lllld künstliche Blutleere).— 
nfiZ V - Esmar . ch au A f die elastische Umschnürung des ganzen 
-rost 7oM ^ ^ Ausnali mefällen verzichten will, neigt eine 
cnwf. Z h .* er , Chl ™ r £on dazu > s le b auf Elevation und Um- 
\v!r!Z S , mit den * Schlauch oder dem (Nicaiso’schen) Gummi- 
' i ZU b ^ cbr ünken (vergl. den Briefwechcl zwischen v Es- 
march und Senn im New York med. Record vom 20. Mai 1893- 

measmre 11 wdl, T?^ S °? elas ^ ic coll striction as a haemostatic 
measure, witli a. letter from Prof. v. Esmarch, und E-gel 

t" SS frA Bei Di n Ueber dio Ersatzmittel der Esmarch’schen 

sc^et! h M e ?h B i Ut e i Gle McLeod empfiehlt nach Art der Wyeth- 

Art^ i S^ de der BJutleere bei Exarticulatio femoris und nach 
^tknbe b T kanil f Abs , c knürung grösserer Geschwülste durch eine 
elastisch 6 Ligatur, welche hinter mehreren, an der Basis durch? 

n!rtnf ene TT^ a + de ^ wil ’d, die Acupressur, die temporäre 

percutane Umstechung, oder die Acupressur in Verbindung mit 

met S hnri he f Umschn . ürun S francet, 19 Aprü 1890: The skewer 
method of preventmg haemorrhage durin- operations') Fin« 

P i nc ! tte “’ bef welcher“dieTchwe ,:t rrinÄ 
BcMt TtetJ Polyt G 1 j 1 rard (M °" atS - 

h b6i denendas 

dass man bei seitlichen w h i e f Xacte Jodoform ^azetamponade stillt; 
der neueren Zeit ist es i„oh cr '' ähnen - Eme Errungenschaft 

HdE,? '«»Sri' d” 

annehmen, dass der Verschluss T® v* n k ? nn w °bl als sicher 
hat, wenn es nur ^elin^t w T Vene keine bösen folgen 
wenn nicht durch entzündiirhe asepbiseh zu halten, d. h, 

die Bildung collateraler Blhn B „ S hWe ' u“ g 10 Und an der Wunde 
die oben gfnanX Berichte rdf» T sehr «Schwert wird. (Vergl. 
und dio betreffenln Ä h J.Ll» /• B a rd e1e b e n’sche Klinik 

Hirsch.) Es ist wohl nicht ih^m'“ Jafu, esbenchte von Virchow- 
einmal binzuweisen weil i^! 8 '?’ a " f dieSe Thatsac ^n noch 

nommen werden "m dt HrT' 8 "“' mÜhsame Arbeiten unter- 
’ um die angeblich unvermeidlichen bösen Folgen 


No. 1 


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Gck igle 


dieser Verletzung wissenschaftlich zu erklären, obgleich die klini¬ 
sche Erfahrung darüber längst Klarheit geschaffen und bewiesen 
bat, dass man sogar grosse Stücke aus der Vena femoralis re- 
seciren kann, ohne dadurch Gangrän des Beines zu bewirken 

Die Veränderungen, welche in letzter Zeit an den täglich -e- 
braucliten Instrumenten vorgenommen sind, beziehen sich last 
alle darauf, dieselben der aseptischen Wundbehandlung anzupassen 
d h. so einzurichten, dass sie bequem der Wirkung des kochenden 
VV assers, resp. der Sodalösung ausgesetzt werden können. Die 
alten Instrumente mit hölzernen Stielen sind dazu natürlich nicht 
zu gebrauchen Bei Scheeren, Zangen und ähnlichen nicht ganz 
einfachen Werkzeugen ist man bestrebt, sie zerlegbar zu machen 
weil sie sonst trotz aller Sorgfalt an einzelnen Stellen rosten und 
weniger brauchbar werden. Wenn es auch ein Irrthum ist dass 
eine Scheere nur kneift“ und nicht schneidet, und wenn man auch 
dieses Schneiden bei der Schecre durch ein sanftes Zurückziehen 
beim Zusammendrucken noch glatter machen kann, wie v Bardo¬ 
leben im I Bande seines Lehrbuchs (8. Ausgabe) hervorhebt, so 
ist es doch als em Fortschritt zu bezeichnen, dass man ietzt 
Scheeren herstellt deren Arme sich beim Schneiden an einander 
verschieben. Am bekanntesten ist die von der Firma Henkels 
fabricirte Torrn, welche nur den Nachtheil hat, tlieuer und schwer 
zu reinigen zu sein. Wir haben nach dem Prinzip der sogenannten 
amerikanischen Rosenschecre Verband- und andere Scheeren von 
^ } .‘l n ? 1 1' ,g ! en Jassen i wo!ehe sich seit mehreren Jahren recht 
gut bewährt haben; beim Scnleifen muss jeder Schoerenarm bis 

dip Bhit| aS S ( f £ le *f m * ss fe ab geschliffcn werden, sonst liegen 
die Bütte! einander nicht an (s Verhandlungen der freien Vereinigung 
dei Chn urgen Berlins vom 16. November 1892). — Natürlich wer¬ 
den auch Pincetten, Kornzangen, Spritzen und viele andere Instru¬ 
mente so gemacht, dass sie auseinanderzunehmen und bequem zu 
hark§t n i! ; so nicht die nothwendige Festigkeit und Halt- 

TW ^ d a . nter leidefc > sind alle diese Instrumente sehr brauchbar 
Dass aber die schweren metallenen Behälter, in welche die frühere 
\ eibandtasche verwandelt ist, ersetzt werden durch Taschen aus 
eichterem sterihsirbarem Stoff, wie es auch schon empfohlen ist! 

hT llll H-T e Fra f e der Zeit zu sein - Für silberne Katheter 
aber h nin^ ann ^ llCh T h6St ^ aUS einem Stück Stellen, dann 
rrhLi^ l zu , tran spoi*tiren sind, haben wir bei Engmann 

V ^ uh f hn A licbe Behält ^ Verstellen lassen welche 
sichei r * mi ! A skesthröhren bestehend, leicht und 

wahrt und ' " men ^ d ‘ B KMl ' aufb - 

sächllh" Hi» ™e. enan »tElomentar-Operationeu kommt haupt- 
sachlieh die Ineision und die Wundnaht für uns in Betracht di 
sich he, den anderen, der Function, der Ligatu, der Cauter sation 

alimin' r mSOfeni maacbe « geändert hat! als ’ih, WbkunÄ" 
allmählich geringer geworden ist, — Für die Incisionen wfrd mit 
Recht eine bestimmte Richtung empfohlen: besonders Kodier 

schriften rUb An seh 8 ® 1 " 6 !’ 0 P erations)ehre ( a - o.) ausfülirüche Vor¬ 
der Haut dem VeHinf n" Kar P erstelle “ entspricht die Spannung 
df! b d6D !.: e,laufe der Nerven und Gefässe, so dass die Lao-e 

ist ü,v tn a » Riesen Stellen ganz bestimmt vorgesclirieb?n 
, ie Befolgung der betreffenden Vorschriften, welche Kocher 
eine h ® k ' are Abbildun gen erläutert, sichort nicht nur 

Mit Recht livd 11 !!“®’ f°n denl ■ a " ch eine bessere Narbenbildung. 
Mit Recht wud darauf hmgewuesen, dass man z B am Halse 

supradavIculareYr 1- rEinschnitt", Q uer schiiitt in, Trigonuni 
kiSm vn finden dle Na Y n ricbt 'S angelegter Incisionen später 
' „ i V ui' mag ’ W “ h !' end Si ° in anderen FiUlen fast keloidartig 

ees^ dat i ^ verunstaltend wirken. Damit ist natürlich nicht 

Maas^ehend« f" C d- Und R ‘ chfu " ff des Hautschnittes das allein 
P *■ »® bende die spätere Narbenbildung sei. Auch für die 

Se dttri ! pht BaUCh lrH o e , nach 0 P era ti°nen am Unterleib kann die 

dte frt des Nül,Inn Be i deUtU « g * Sei ?’ ohgleich bei ih n™ w »bl auch 
lässt 11/ br 111 Betracht kommt. Ein sicheres Urtheil 

lasst sich darüber noch nicht abgeben; man weiss dass es zu- 

Mhnitt S ist Ä daHe, ; t ’ b l S die Hernie sich bildet.’-Der Haut- 
dem 7w! t j de ' i tc Act elner längeren Operation, und von 
rhim Zwecke der letzteren hängt die Grösse der Oeffnung in der 

eanv* itb<nZ°,n d ® n mogllchst 1 . klcinen Schnitten ist man neuerdings 
heilen hnnT”t" aS Te ™ ätlt werden und durch erste Vereinigung 
man am hU? kaaa a «ch ausgiebig gespalten werden; dann wird 
leJmt^n b6s,tell ., m der Tlefe arbeiten und unnöthige Nebenver- 

'mchf e ,t, n Z, T i nne “: “ M För die Wundnaht sind sowohl 
verschiedene neue Instrumente, Nadelhalter und Nadeln, als aueli 

dem Tat m^mehVT die Af t dea Nähens zu verzeichnen; ausser- 
bei 7 iifiihrm a ^a mehrfach versucht, emc Vereinigung ohne Naht her- 
df! Ä k - . Credl5 Vorschläge auf dem 23. Chirurgen-Congress, 
prsei!»n R 61 Ana P utatl0, >sstümpfen durch die Art des Verbandes zu 
vo ahnr ? erl Y 8 Appar011 unitif (VH- franz. Chir. Congr.), welcher 
-u ähnlichem Zwecke empfohlen wurde, und Lignac's^ Methode 

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3. Januar. 


(Sem. m*d. 1893, S. 80) mit Serres fines und Collodium (sobald 

das Collodium erstarrt ist, sollen die Serres entfernt werden) _ 

das alles ist natürlich nur an Stellen möglich, wo gar keine Spannung 
vorhanden ist. Diese unblutigen Vereinigungsmittel haben bekannt* 
lieb ihre zahlreichen Vorgänger, besonders aus der sogenannten 
vorantiseptischen Zeit, als man den „Fremdkörper im Nahteanal“ 
noch mit. Hecht fürchtete. Unangenehme Erfahrungen sind hier 
und da auch in unserer Zeit bei der Wundnaht gemacht worden- 
daher die fast unzähligen Versuche über die Sterilisirung der zahl¬ 
reichen Arten von Nahtmaterial. Kocher hat das Catgut ganz 
verlassen: viele andere sind ihm gefolgt. Halsted (Johns Hopkins 
Hospital-Kep. II, No. 5) und Pozzi (Sem. m6d. 1892, S. 72) glauben 
dass die Stichcanaleiterungen mit ihren Folgen zu vermeiden sind’ 
wenn man bei der Naht die Haut selbst nicht mit durchsticht’ 
sondern „intracutan“ näht. Alles Vorschäge, welche erst recht 
dazu auffordern müssen, die Methoden der Sterilisirung des Materials 
und der antiseptischen Reinigung der Operationsstelle und aller 
Dinge, welche mit der Wunde und ihrer Umgebung in Berührung 
kommen, weiter zu vervollkommnen. — Um das Einkrämpen der 
Wundränder bei der Naht zu verhindern und um diese selbst zu 
erleichtern, empfiehlt Guinard (Bullet, de la Soc. de chir 1 Fe¬ 
bruar 1893) eine Pincette mit breiten Fassenden. — Die ’ neu 
empfohlenen Nadelhalter sind durchweg Modificationen älterer Mo- 
delle; so hat Hagedorn selbst seinen sehr brauchbaren Halter für 
platte Tadeln dahin verbessert, dass er leichter auseinanderzunehmen 

Ä d £ Ch Stärker ^worden ist (Centralblatt 
ur Chmirgie 1890, No. 10); Burrage empfiehlt (Bost. med. Jouni 
18 September 1890) eine Modification des Sims’schen, Adams 

& ’'Hni„H 0Ur °7« P , r 18 w> sol <*« des Hagedorn’sehen 
« , p d ” (Berliner klm. Wochenschrift 1893, No 30) 

empfiehlt als aseptisches Nadelzeug“ eine Art Magazinnadel, welche 
eicht zu Sterileren ist; bei dieser, wie bei dem von Kurz 
Cmtralblatt für Chirurgie 1893, No. 13) als Nadelpistol empfohlenen 
lnstjument. bei welchem die Nadel rechtwinkelig zum Stic? gestellt I 

™ d 'n bt \i° det d , a 'l, 0ehr in der Nähe der Spitze. Di e g Nadel 
™ D( ' .fj . 0 !J (Nederl. Tijdschr. 1890, No. 10) hat statt des Oehres 
raen seitlichen Spalt in der Nähe der Spitze; der Faden wird nach 
tnrehtuhrung der Nadel durch die Wundränder in den Spalt ein- 
fehangt und die Schlinge durch den Nahtcanal zurückgezogen 

Änd mifit 6 “f ^ *** Fäden ISge 

* MÜS empfohien. BU ' d * ^ 15 ' D — Ä 
laufetNatt ein & d , flbe a t die Art der Näbte ^nopfnaht, fort- 

Ksmärc^Techniktfn^ u I!' \ w ‘) 0rientiren wiI >. dem ist 
im \W Yn-vj W' °‘) und der Artikel von Farguhar Curtis 

der v BardelebeeVh Ti- 2 & 0ftfober 1889 ™ empfehlen. Auf 
die sogenannt! Lan ff ue h ttÄ ‘ St 6 , eit einer Iieihe von Jahren 
welcher die WnndSer Zht’ e, . ne , A . rt fortlaufender Naht, bei 
"endlichen“ Naht schräer *1 ^ W . le bei de J!. gewöhnlichen „über¬ 
zogen werden in Gebräu quer , er Eichtling von einander 
verschiedenen Arten H f brauch - Eme gute Zusammenstellung der 
TUdschr 1 ^A^8U89lf CUn n r K en ^ aht giebt Metzlar (Nederl. 
ffdegt wurden, liaben wir ^°L. s , onst Et agennähte an- 

Schiehten von der Tiefe 7 „ r 7m a^ 111 Erfol £ e die verschiedenen 

J-atgutfaden°und%ortlaufendfir 7* £ nem einzi ^ en la ^ en 

Languettennaht — vereinigt R ht 7" ^ . Haut wieder mifc der 

diese Art der Etagennaht w T“ vf® . le . lstun £ sf äRig hat sich 

nac ^er Laparotomie geze^ ^ Yeremi ^ der Bauchwunde 
und Untert°induiwL yerSCll i? deaer Substanzen » welche als 

Bben erwähnte werden ’ ^ ebt unsere 

kunft, ” omk der Wundbehandlung“ eingehende Aus- 


DBLiTSCHE MEDICIN ISCHE WOCHENSCHRIFT 


11 AUS dem phanna kologischen Institut der Universität 
rr h Dorpat. 

des Kupfers. 1 ) 

V Die Kenntm V “ Professor «• Kobert. 
^^reieht'miiÄns hfe^^ lo ^ sch ? r Wirkungen der 
*) Vortra* hi • blS m das 2 weite Jahrtausend vor 
or P« am 17 . November 1894 * Sltzung der Naturforschergesellschaft zu 


Beginn unserer Zeitrechnung zurück imW .,1 
Aegypter, wie der Papyrifs Ebers ’und^o,n ff h ' d n alten 

liehen Verwendungen dieser Mittel kommt hiw nach fireHi.V 

IfpIÄÜ 

äo d aP dCr ? da ^ e S en scheint schon im frühen Mittelalter die Ke. 

äSäSä 

als Rreeh *" ss . erll . ch . aI . s Aetzmittel und Adstringens imd innerlich 
als Brechmittel, sind bis auf den heutigen Tag die einzigen weYnhe 
von der Schulmedicin, wenigstens der deutschen rückhaltlos in 

erkannt werdet Ich nehme keinen Anstand zu erklä^ dat auTh 

ich m meinen Vorlesungen bisher lediglich diese drei Indicationen 
zu besprechen pflegte oder höchstens noch hinzusetzte dass hc 
der Wirkung auf Tripper und Schanker vielleicht e?ne antiseptfsche 

kÖmmr h Un7dneh e ’ ) w‘ llCh n eh 7 nl! ’ rage * estelIte , mit Betracht 
U . , <l d ° ch existn-cn hunderte von Beobachtungen welche 
„estatten über das Kupfer noch ganz anderes auszusafen.’ 

aus ein T^onn 10 W< ? de deS VOri ? en Jahrhunderte kam von Indien 
aus ein Liquor antimiasmaticus Beisseri auf dessen Zu¬ 
sammensetzung geheim gehalten wurde, der aber in der Sehweh 

lTeh H .md"a Un, r D s U i S - ijland V0U TieIen Aerzten mit Erfolg innert 
T‘ d äU ®f r ich Terso ! 1,ede ”en Krankheiten, namentlfch aber 

bei Lues angewendet wurde. Der Züricher Arzt Koechlin (i ) 
welcher sich eingehend mit diesem Mittel beschäftigte fand dass 
es eine wässerige Lösung von Kupfersalmiak war, und man 
nannte daher die nach Vorschrift dieses Arztes dargestellte Flüssig 
«ehlift' ,qU ° r !!. U i Pr i ammon > a to-muriatici Koechlini. Vor- 
ip“ äh ? Ucb .. zusammengesetzten Kupfersalmiaklösungen 

FV^w n h r IS Munc,l o n ’ Goelis i" Wien und Helvetius in 
Irankreich. In Bayern, Sachsen, Kurhessen und in Hamburg 

inneriVh dl< T F ’ ässi S keiten s0 S ar »«icinell und von vielen Aerzten 
mneihch als Panaeeo gegen Syphilis, Scrophulose, Rachitis 
Schwmdsucht, maligne Tumoren, Chorea, Ekzem etc. etc. gepriesen 

WhrKM -n } se . Ibs ‘. be , nch ‘«* a erst nach 20jähriger Prüfung aus- 
fuhilieh über sein Mittel, ohne dass sich während dieser langen Zeit 
sein Enthusiasmus für dasselbe bei den genannten Krankheiten 
vermindert gehabt hätte. Neumann erklärte das Kupfer für das 
beste Specifieum bei Nervenkrankheiten und speeiell bei Epilepsie; 

fn* e n-i ID ’ ] d '. Boffmann und später Burcq in Frankreich auch 
für heilsam bei Cholera. 

1 ? egen bäut i? e Bräune wurde namentlich auf Veranlassung 
des hessischen Stabsarztes H. Hoffmann») hin der Kupfer¬ 
vitriol von sehr vielen Aerzten mit ausgezeichnetem Erfolg ge¬ 
geben; ich nenne unter den ersten Ko pp in Hanau, Zimmer- 
mann m Hamburg, Fielitz in Lauban, Körting in Uerdingen. 
Mehlhausen in Eylau, Sexlo in Crossen, Malin in Cottbus, 


r»* Historische Studien aus dem pharmakologischen In¬ 

stitute zu Dorpat, herausgegeben von R. Kobert 1889, Bd. I, S. 101. 

) Ludwig Israelson, Die Matena medica des Claudios Galenos 
Inauguraldissertation. Dorpat 1894, S. 162. 

^ Siehe z. B. bei Abdul Achundow (Historische Studien aus dem 
phamakologischen Institute zu Dorpat herausgegeben von R. Kobert. 
S 324) d ^ ^ UIld ^ ^Bindu System of Medicino. 

4 ) Genauer untersucht wurde diese Wirkung am Menschen erst von 
iouimouche in Rennes. Gazette m<5d. de Paris 1840, S. 329. 

) Bochefontaine, Gaz. hebdom. do m6d. 1883, No 28 S 627 
, v J . R. Koochlin, Medic. Chirurg. Ztg. 1818, Bd. II, 'S. 92. Er 
hatte das Mittel zuerst lobend erwähnt gefunden in Hafner’s Landreise 
längs der Küste von Orixia und Koromandel, aus dem Holländischen über¬ 
setzt von Ehrmann. 

7 ) «L R. Koechlin, Von den Wirkungen der gebräuchlichen Metalle 
auf den menschlichen Organismus und vom Kupfersalmiakliquor insbesondtM'o. 
Zürich 1837. — Derselbe in Hufeland’s Journal der praktischen Heilkunde. 
Jahrgang 1839, Juni, S. 3. 

8 ) H. Hoffmann, Ueber die Natur und Heilung einiger chronischen 
Krankheiten. Bd. II, Darmstadt 1831, S. 185. Richter, Supplement 
zum vorigen, S. 563. 


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DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


Dürr in Hall, Droste in Osnabrück, Wunderlich in Winnenden 
und Loewenhardt in Prenzlau. Die Berichte aller dieser Aerzte, 
deren Einzelheiten man bei Dierbach 1 ) einsehen möge, lauten 
mindestens so günstig wie heutzutage die der begeistertsten An¬ 
hänger des antidiphtheritischen Serums. Beim Durchlesen derselben 
bekommt man keineswegs den Eindruck, als ob es sich hier ledig- 
hch um die heilsamen Wirkungen des Erbrechens gehandelt hätte. 

Wohl ziemlich unabhängig von den vorgenannten Autoren 
trat in den vierziger Jahren Rade mach er 2) mit der Behauptung 
hervor, dass er, veranlasst durch das Studium des Paracelsus das 
Kupfer 25 Jahre hindurch am Krankenbett eingehend geprüft und 
als ein Universalheilmittel erkannt habe. Es giebt nach ihm 
eine eigenthümliclm Disposition des Körpers, welche zu einer ganzen 
Reihe von Krankheiten Veranlassung giebt, welche aber sämmtlich 
durch Behandlung mit Kupfer geheüt werden können. Rade- 
m ach er nennt daher diese eigenthtlmliche Disposition die Kupfer- 
affection. Das brauchbarste Kupferpräparat soll dabei die Tinc- 
tura Cupri acetici sein. Zu den durch dieses Universalmittel 
heilbaren Krankheiten rechnet Rademacher: Bräune, Scharlach 
Lungenschwindsucht, Pleuritis, Wärmer, chronische Hautaussclilägö 
etc ’ Fflr Gesunde sei Kupfer ziemlich unwirksam: so habe er selbst 
acht Monate lang täglich 240 mg Kupferoxyd ohne Schaden ein- 
genommen. 

letzten 20 Jahren ist die Lehre Rademacher’s wieder 
völlig in Vergessenheit gerathen; statt dessen sind aber in ver¬ 
schiedenen Ländern neue Lobredner des Kupfers aufgetreten Ich 
begnüge mich, die in das letzte Jahrzehnt fallenden wichtigeren 
Arbeiten anzuführen. 

Zunächst bestätigte Lehmann 3 ) mit dreien seiner Schüler 4 ) die 
relative Ungiftigkeit des Kupfers für den Menschen. So eon- 
fant im Laufe von 51 Tagen 32,84 g Kupferacetat (ent- 
sprechend 10,40 g Cu) und nahm später auch noch 4,8 g Kupfer- 
Sulfat (entsprechend 1,2 g Cu) in Form gekupferter grüner Bohnen 
zu sich ohne unwohl zu werden. Auch Katzen vertragen innor- 

i£ h ,f 5 br . f r r eUlC mt t Menge “ ohne Sobaden - F «r Kaninchen und 
Hunde ) ist diese Thatsache schon früher durch französische For- 
erwiesen worden. Die von neueren Autoren gerade jetzt 

für inueSf r n K 0<ier , n a U berv ° r S eb °lten wichtigeren Indicationen 
für nnerhchen Gebrauch des Kupfers in nicht brechenerregender Dose 
stelle ich der Kurze wegen in der nebenstehenden Tabelle zusammen. 

auf t u / welche dieselbe basirt beruhen 

auf Hunderten von Beobachtungen der verschiedensten Aerzte 

abs T C , h ‘ ed r n a K ändern - Mehrere dieser Aerzte sind 
an« fiel« wwhaobter bekannt. Wir haben daher kein Recht, 
Vf Erfolge zu bestreiten; vielmehr erwächst aus der Be¬ 
trachtung dieser Tabelle jedem denkenden Collegen die Pflicht sich 
jene Heilungen physiologisch zu erklären zu suchen. Ich glaube 

tenLrn S „tl S 7 K i hter ^ Wenn 2 “ v ^derst uns die von b£ 

SterThatsf,h°«n ge!1 m , neuer . Zeit Treffs des Kupfers festge.- 
stellten Ihatsachen einmal vor Augen führen. Wenden wir uns 
daher zunächst einmal zu der Botanik " M 

Den Ausgangspunkt für unsere Betrachtungen über die Wir- 
kung des Kupfers auf Pflanzen bildet am besten ein posthumes 
Werk des gematen Botanikers Nägeli,*) in welchem derselbe^! 
ans Märchenhafte grenzende Wirkung des Kupfers auf Sniro 

Theiten wSser deuÄ* 1 ^ V ÄüE 

eilen \\ asser deutlich oligodynamische (d. h. giftige) Wirksam 

keA zu verleihen“. Nägeli kommt dabei zu d?r Ueberze« 


No. 1 


No. 

Krankheit 

Autor 

Präparat 

Ort der Publication 

1. 

2.1 

Acute und 
chronische 
Diarrhoe 

J. Aulde 1889; 
H. Schulz 
1890; W.H. 
Bentley 1891 

Arsenigsau- 
| res Kupfer 

Medical News 1889. No. 19. 
— Therap. Gazette 1891, 
S. 27. — Therap. Monats¬ 
hefte 1890, S. 307. 

i 

Dysenterie, 
Cholera in¬ 
fantum, Cho¬ 
lera nostras 

J. Aulde 1889; 
(früher schon 
Burcq) 

Arsenigsau- 
res Kupfer 

Med. News 1889, No. 19. 

3. 

Adenitis chro¬ 
nica 

Dumoulin; H. 
Soulier 1891 

Verschiedene 

Präparate 

SouUer, Traite de Th4ra- 
peutique et de Pharmaco- 

1 ~ OA 4 


4. 


5. 


Ekzem 


|Dumoulin; H. 
Soulier 1891 


jlmpetigo 
6. Scrophulose 


7. ,Tuberkulose 
I der Lunge 
i und anderer 
Organe 


Verschiedene JSoulier, Traitd de Thdra- 


Präparate 


I Verschiedene 
Präparate 
|Kupfervitriol 
alsSyrupetc. 


Ueberzeugung, 

m 4 d#/v b v- 

kannten, verÄÄ Of“*» 

^•ob ving^dieser* 1 Le^hre 6 am^^Irankenbett K r ^ ba * ss ® * C 25 jährigeii 1 ^” 
1298 S Krankenbette. Berlin, Georg Reimer, 1843. 

dem intLa B t fiirfe««‘ g ' No ' 64 Femer Vortrag auf 

4 ) & Meve?fardt .r d zu London. * 

Kupfers. Diss., Wtlreburg 1890 ^ K* b yS® msc . h ® Bedeutung des 

zur Hygiene des Kupfer? S, 

Wtozburg 1891 F ^ Bedeutung' V ^tref'Ä % 

lP 1875; Journ. de Pharm. 



Giftigkeit des Kupfers P (MuskeUähmW?' i!?’ 18 , 74 \ eine sehr bedeutende 
Application nachgewiesen hat stoht -? ei • und intravenöser 

6 ) C v N?fpi n o r ’ damit ni °bt im Widerspruch. 

Zellen. Mit einem Vonvort vo?S ? Scfwi“ 6 , Erscheillu “K™ “ lebenden 
von C. Cramer. Enthalten in n'lk f*n !ll j““ r . lllld elnem Nachtrag 

forscher-Gesellschaft b Avtiu "fr 11 , der schweizerischen Natu? 
Botan. Ztg. 1893, No. 22, S 342* ** ‘^ ner ^ eimend besprochen in 


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[Soulier; E. 

Luton 1894 
|Dumoulin 
1886; Luton, 

1894 (früher| 
schon Bayle) 

A. Luton 1885|Phosphorsau- 
bis 1891; E. res Kupfer,. 
Luton 1890i Kupferserum 
bis 1894;Lid-! etc 1 

geois 1890 
Filleau 1893! 


Lupus 


10 . 


[Syphilis 


jChlorose und| 
andere Anä- 
mieen 


E. Luton 1894 


| Phosphorsau¬ 
res Kupfer, 
Kupferserum 
etc. 


peutique et de Pharmaco- 
logie 1891. 

|Siehe unten bei Tuberku¬ 
lose. 

|Nouv. Remedes 1886, S. 310. 
Siehe auch unten bei Tu¬ 
berkulose. 

Union mcd. du Nord-Est, 
D6c. 1885. — Mars 1891. 
— Bullet. med.desVosges, 
Jan. 1890. — Revue men- 
suelle des maladies de 
l’enfance, D4c. 1892. — 
Cliniqüe frangaise, D4c. 
1893. — E. Luton, Traite- 
ment de la tuberculose, 
Paris 1894. 

|E. Luton, Traitement etc. 


11 . 


12 . 


Chorea 


|A. F. Price 
1894 

jPecholier u. 
St. Pierre 
1890; Li4- 
geois 1891; 
Have 1892; 
V. Cervello 
u. E. Bara- 
bini 1894 


|Nicht ätzende 
Kupfersalze, 
z.B.das phos¬ 
phorsaure 


Mercy; Sou- 
Her 1891 


[Med. Record 1884, Mai 
AerztUche Rundschau1894. 
No. 24. 

Revue g4n. de clin. et de 
thdr., Januar 7. 1891. — 
Arch. of Gynaecol. ang. 
1891. — Ther. Gaz. 1892, 
S. 30. — Archivio di Far- 
mac.e TorapeuticaAnno II, 
1894, fase. 16. 


I Ammoniak¬ 
kupfersulfat 
in Pfeffer- 
münzsyrup 
jAehnhch wie 
bei Chorea 


I Soulier, Traitd de Thera- 
peutique et de Pharmaeo- 
logie, T. I, 1891, S. 501. 


[Soulier, Trait6 de Thera- 
peutique et de Pharmaco- 
logie 1891. 


|Facialisneu- |F6r4ol, Sou-L 
ralgie | lier 1891 j 
(früher schon! 

Steiser, 

Wassmann, 

Hutchinson 
etc.) 

das “Bgodynamische Absterben der Spirogyren nicht auf einer 
grob chemischen Wirkung gewöhnlicher Art beruhe. Das Kupfer 
wirke vielmehr nur als Reizmittel, welches einen zum Tode der 
Bilanzen führenden abnormen Stoffwechsel einleite; es müsse sich 
dabei um katalytische, chemotaktische oder fermentartige Wir- 
«l« n fnf l 1 ? 11 ™ 6 * 11 ; Fns kommt es hier weniger auf die Deutung 
als auf die Thatsache an, dass das Kupfer noch bei unge- 

f'rflm» r r V h r ( dl !? nl i ng S P iro Ky ren abtödtend einwirkt. 
™' r . hat dle darauf bezügüehen Versuche Nägeli’s nachge- 
prüft und durchaus bestätigt. 

In gleicher Weise wie für Algen hat sich auch für Pilze das 
Kupfer wirksam erwiesen. Es liegen darüber ausgedehnte Ver- 
e ,!iS«n hei ^ T F r T an ^ eicb - Deutschland, Italien und den Ver- 
, Staa ‘ ea Nordamerikas vor. Dieselben beziehen sich 

erster*1^1 aU a Be vr a L I i?i Ze der Nutzpflanzen, von denen an 
erster Stelle der Mehlthau der Weinstöcke (Peronospora in- 

festans) und der Pilz der Kartoffelkrankheit (Phytophthora 
Krlntht^ zu . “ eanen sin . d - Gegen diese beiden gefährlichen 
T.n T^ Ötzt - i :nrlan die Fflanzen sehr sicher seit etwa zehn 
f' 1 !, Despntzep mit der sogenannten Bordelaiser Brühe 
i _ aui lle bordelaise), welche in Bordeaux zuerst in Aufnahme ge- 
kommen ist und ein Gemisch von Kupfervitriol und Aetzkalk 
mit viel Wasser verstellt. Die Vorschriften zur Darstellung der- 
selben sind nicht ganz feststehend, indem zu 100 1 Brühe auf 3 kir 
Kupfervitriol bald 3,0, bald 2,0, ja selbst nur 1,5 Aetzkalk ver¬ 
wendet werden. In allen Fällen aber geht in der Brühe sofort 

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fl. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


eine Umsetzung- der beiden Ingredienzien nach folgender Formel 
vor sich: 

(CuSO 1 -1-511*0) 4- Ca(OH) 3 = CufOH 2 ) 4- (CaSO 4 4- 2H 3 0) -I- 3H 2 0 

Knpfersulfat oder C&lcinmbydroxyd Kupferoxyd- Calciumsul Tat 

Kupfervitriol oder Actzkalk hydrat oder Gyps 

Es entstehen also zwei in Wasser schlecht lösliche Stoffe 
nämlich Kupferoxydhydrat und Gyps. Die stöchiometrische 
Berechnung- dieser Formel ergiebt, dass selbst 1 kg Aetzkalk auf 
3 kg Kupfervitriol noch mehr als hinreichend ist, um alles Kupfer¬ 
sulfat in Oxydhydrat umzuwandeln. Man kann sich daher nicht 
wundern, dass auch ein Gemisch von Kupferoxydhydrat und Gyps 
wie Bordelaiser Brühe wirkt. Gyps allein hat diese Wirkung nicht 
wohl aber auch andere Kcpxcrpräparate, wofern sie nur nicht ge¬ 
rade stark ätzend wirken und nicht ganz unlöslich sind Das 
Kupferoxydh.vdrat der Bordelaiser Brühe geht auf den Blättern der 
Pflanze in kohlensaures Kupferoxyd über, welches durch über¬ 
schüssige Kohlensäure in Wasser etwas löslich wird Ausser 
gegen Mehlthau und Kartoffelkrankheit hat man das Kupfer auch 
mit Erfolg gegen sehr verschiedenartige pilzliche Befallkrank- 
heiten der Apfelbäume, Birnenbäume, Quitten Brom- 
beeren, Pflaumen, Pfirsiche, Kirschen, Johannisbeeren 
Er(l , be "jn und Tomaten verwandt. Die Hefegährune wird 
durch 0,02 °/o'ge Kupferlösungen aufgehoben. Wir können dem¬ 
nach wohl behaupten dass das Kupfer auf sehr viele mikrosko¬ 
pisch kleine niedere Pflanzen abtödtend einwirkt. Da die Krank- 

r.S. de \ M T CheD i- Z l m T be ll erw *esenermaassen auf pflanzlichen 
Gebilden beruhen, liegt die Vermuthung nahe, dass auch gegen 
diese sich das Kupfer in Salbenform lokal aufgetragen heilsam er- 

ST S ßkn„r El g de r braachbarsten Präparate zu diesem Zweck 
i t das olsaure Kupfer (Cuprum oleinicum), über dessen Dar¬ 
stellung namentlich Petsche 1 ) kürzlich Angaben gemacht hat 
Staat T en 111 der That bei verschiedenen 
frS eiten n mi ! Er 5 g seit Jahren verwand t wird. In Italien 

U Ühr zuWeden " S ' UeSe WeiS6 behand f ,,nd ist 
__ (Schluss folgt.) 


III. Ans dem hygienischen Institut der Universität 
Königsberg i. Pr. 

Die Durchführung der 
bactenologischen Diagnose bei Diphtherie. 2 ) 

Von Prof. Dr. E. v. Esmarch. 

Cee 8 ^ ,1 ?rr U HS inBU a d T Sttaß6Dden achten internationalen 
phSefracc S “Z D ! m0g ™P hie wurde die Di- 

«öS ÄS 

In Zv f 6 . 12 he rvorheben möchte. 

der ersten UWr^r^mmer^ol^ 8 ß ? lten Erkra nkungen 

Symptomen der DinhtheriA i We / he k ^ lnis p h durchaus unter den 
Wphtlieriebadus ^ “i der That durch den 
Diagnose in dii“ u 7 erden ’ dass Differential- 

2,1 stellen sei und dass b w C £T° logische Untersuchung 

epidemieen erst dann eir^ ^ -f rh ° hun Z en öber Uiphtherie- 

könnten, „wenn die baetArinin ? te ® ke id 0n de Bedeutung bekommen 
verdächtigen ErkranW^ of^^Q F n . t f r8uchun ^ der diphtherie- 
r 'Hären Diphtherieen iSJ ■ zwischen echten ba- 

üeht,“ These 12 ri-> diphtherieähnlichen Erkrankungen ermög- 
Fall ist, wen 8 mL.Ä” Jeder diphtherieverdächtife 

* & die AnSfder S »Jochen. Den Aerzton müssen 
gängig ^ SStffl■ t ? 1 * ur ® n notwendigen Materialien leicht 

* W'eh ^»n POt 5 eke ?- o Die Untersuchung hat 

«•leben.* a8chtl S en Fäl1 ™ durch Sachverständige zu ge- 

rkese bei den ZuTörern^W'if*' beme, yt, dass die Verlesung dieser 
. ha,lc ; ich glaube aber ^vohl ld ni^ PrUCh a" nd F nruhe hervorgerufen 
besonders aus dem einpn r™ ü Ur au .® d ? m emen ’ oder wenigstens 

Praktische Durchführbarst^- 11 die 'Mehrzahl der Aerzte die 
?a f 2 unmöglich gehalten hat k rf fc em6r derarfci ^ en Forderung für 
£*«• hum einet tte lyZ“ . nnd J f0r eicb es heut- 
»teresse und ebenso nraktisch/r ^i, 8 .® 1 '!’ . dass 68 Ton gfossem 
He® Falle von dinhtheri«? L^l- htlgkelt wäre * wenn man in 
könnte, ob der - h K g6 ^ Erkrank,,n e ™sch fest- 

artleen vorhanden ist oder liihf “p® . B f® illus in den erkrankten 
oder nicht. Es ist ja schon in einer unserer 
r ) ßismark W P * . 

.° Uni, i VorJ™“' T '’^ l?Ä!s toS aC ® U ‘ iCalEra; referirt in Pharmae. 
Ko *" k "« i-*ft SMo. n DeMirter e %w r ,ldssenschaftlich « Heilkunde in 


phöwiBheilMnini *v 0 n e verecWedenen^ Seiten das Ei ’ 

worden, dass unsere “Zg^ 

. , Dl ^ 8e Ueute wird man natürlich nicht als Diphtheriekranke 
wohl aber als eventuelle Diphtherieverbreitcr an'"mZen 
Z‘ hb<m Ja ubn gens ganz dasselbe bei der Cholera: ich könnte 
hnen aus unserer soeben glücklich zu Ende geführten Cholera- 
n™ P . a P e qf 1 ! 6 . grosse Menge von Fällen anführen, wo wir iml 
normalen Stuhlgang ganz gesunder Menschen echte Cholerabacillen 
haben nach weisen können. Dass diese Leute nicht erkrankt^ siZ 1 

wohTdaH? ri ä len -r Urden SiG Übrigens s P äter doch noch krank), liegt 
S lhn . en em ^ ewis ses Etwas, das wir vorläufig mit 

bei der Wph?hen P e°sein 0n b ° 2eichnen > fehlt - “ nd so wird es°auch 
rfih A“ f , de . r “deren Seite möchte ich hier kurz die Frage be- 
m, allen Fällen ' wo bei der Untersuchung keine 
lphtheriebacillen gefunden werden, auch wirklich keine 
Diphtherie vorliegt. Diese Frage ist allerdings nicht so ohne 

bacillen Iller WeiSeü * )F ir wissen > dass die Diphtherie- 

bacBlen unter Umstanden, namentlich nach therapeutischen Ein¬ 
griffen, ziemlich bald aus den erkrankten Partieen verschwinden 

ResuRat hefern ri ein falsc hes bacteriologisches 

1 i tt I mac ^ en es dringend wünschenswerth, dass die 
bacterioiogische Untersuchung in jedem Falle möglichst früh und 

wird^iTh n li^ g f t i h T P n- tlSClier Eingriffe an g e stellt wird, dann 
^ rd i; aucE , eme falsche I Diagnosestellung aus dieser Ursache wohl 
1 h t n e F 7f ri ?! ede n werden können. Als zweiter Umstand, 
der eventuell FehJschlüsse zur Folge haben könnte, wäre dieThat- 

Pn C ln e o a an f UfU \^ eD ’ daS8 häufig zusammen mit den Diphtheriebacillen 
i ßSal ® Moogoo anderer Bacterien, namentlich Mikro- 
ge l unde ^ we ^ de ^ood es ist denkbar, dass durch diese ein 
Ueberwuchern der Diphtheriebacillen in unseren Culturen bewirkt 
wird, so dass die eigentlichen Krankheitserreger garnicht zur Ent- 
wickelung kommen. Glücklicherweise ist diese Befürchtung nicht 
besitzen in dem von Loeffler empfolilenen 
Iraubenzuckerbouillonblutserum einen Nährboden, der vor allen 
Dingen den Diphtheriebacillus üppig gedeihen lässt, so dass die 
meisten anderen in diphtheritischen Absonderungen vorkommenden 
Mikroorganismen von ersterem überwuchert zu werden pflegen und 
der umgekehrte Fall bei Anwendung dieses Nährbodens wohl kaum 
emtreten wird. Immerhin würde ich es für einen Fortschritt 
alten, wenn es gelänge einen Nährboden ausfindig zu machen 
durch welchen es möglich wäre, ähnlich wie bei der Cholera durch 
reptonwasser, eine diphtheriebacillenarme Flüssigkeit oder Masse 
m kurzer Zeit mit solchen anzureichern. 

Endlich wird auch noch ein diagnostischer Fehler gemacht 
werden können, wenn der betreffende Untersucher nicht gehörig 
geschult ist oder zu flüchtig bei der Untersuchung verfährt. 
tv ui . an u ®d für sich die bacterioiogische Diagnose der 
Diphtherie für nicht viel schwieriger als die der Cholera, der 
praktische Arzt wird sie aber nur in den seltensten Fällen zu 
stellen vermögen, dazu wird ihm auch schon meistens die genügende 
Zeit fehlen. 

So möchte ich die eben aufgeworfene Frage kurz dahin be¬ 
antworten: Wenn die Entnahme der zu untersuchenden Proben 
früh genug geschieht und die Untersuchung durch einen geübten 
und sorgfältigen Beobachter angestellt wird, werden falsche 
bacterioiogische Diagnosen im ganzen selten Vorkommen können. 
Gelegentlich wird sich ein solcher Irrthum wohl ereignen, wir 
müssen dasselbe übrigens auch bei der Cholerauntersuchung mit 
in den Kauf nehmen; wie gross der Fehler thatsächlich heutzutage 
ist, das werden wir vielleicht erst ganz sicher später, wenn unsere 
Erfahrungen auf diesem Gebiete sich noch weiter vermehrt haben, 
beurtheilen können. 


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8 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


Wenn die Sache nun aber wirklich so liegt, wie ich eben aus¬ 
geführt habe, so wird mir sicher von einem jeden zugegeben wer¬ 
de», d ass von e i Qer möglichst schnellen und sicheren bacteriologi- 
schen Diagnose in allen diphtherieverdächtigen Fällen ein grosser 
praktischer Gewinn zu erhoffen ist. Zunächst wird die Frage 
ob die betreffende Erkrankung der Behörde als Diphtherie anzu- 
zeigen ist oder nicht, in der einfachsten Weise gelöst, des wei¬ 
teren wird in bestimmter Weise entschieden, ob der Erkrankte von 
seinen Angehörigen zu isoliren ist, eine Maassregel, die oft genug 
au * £ rosse Schwierigkeiten stossen wird, die aber mit ganz anderem 
Nachdruck in’s Werk gesetzt werden kann, sobald keine Zweifel 
mehr an der richtigen Diagnose entstehen können. Auch die 
überaus wichtige Entscheidung, ob die Geschwister eines unter 
verdächtigen Symptomen erkrankten Kindes zum Schulbesuch 
zugelassen werden dürfen, wird am besten auf Grund des bacterio- 
logischen Befundes in jedem Falle zu treffen sein. Endlich Avird 
lia ?• i^ ail ^r der .-^■ raü ^heit die meistens nicht gerade sehr beliebte 
und billige Desinfection wohl auch am zweckmässigsten von 
dem Ausfall der bacteriologischen Untersuchung abhängig gemacht. 

•• i- i r aucb re ^ n wissenschaftlicher Beziehung wird die 
möglichst, ausgedehnte Anwendung der bacteriologischen Diagnose¬ 
stellung grosse Vortheile bieten; es ist schon neulich darauf hin¬ 
ge wiesen worden, dass Avir uns ein wirklich abschliessendes Urtheil 
über den Werth therapeutischer Maassnahmen bei der Diphtherie 
vor allem auch der Serumtherapie erst werden bilden können, wenn 
eine grosse Anzahl von bacteriologisch festgestellten Diphtherie- 
tcillen nach dieser Richtung hin beobachtet worden ist. 

Es wäre sicher leicht, dieses Kapitel noch um ein erhebliches zu 
verlängern, ich begnüge mich heute damit und Avende mich nun zu der 
h rage ob es denn jetzt schon möglich ist, oder in absehbarer Zeit 
möglich sein wird in allen Fällen, wo Diphtherieverdacht besteht 

durchfuhr° g ”5“'S“ 080 mit Sicherheit «"d Schnelligkeit 
Ich mochte von vornherein bemerken, dass ich an 

™nrrt IÖ w„ hk | elt “ lcbt z T' e,fl f> J a dass ich sogar fest davon über¬ 
zeugt bin, dass wir über kurz oder lang dazu gelangen werden 
sTwie « ' baat oriologische Diagnose allgemein einzuführen, genau 
Jetzt T l' lt , d ® r .Cholera geschieht. Die bacteriologische 

kein 7wA?fef 0Se i. hat - 1Ch bereitS im Feuer be "' ährt - darüber kann 
SS „ Z r f lT' lr , Sel ” : nur d,,rch sie ist es gelungen, in jedem 
Fall echte Cholerakranke von Choleraverdächtigen schnell zu unter- 
schmden, und dadurch ist dann auf der einen Seite der glimmende 

u ^ erStl ? kt worden ’ auf der anderen Seite sind Staat 
und Bürger vor manchen grossen und unnöthigen Ausgaben ver¬ 
schont gebheben. Und so wird es auch mit der DipSherie ge¬ 
schehen, und zwar in ganz ähnlicher Weise. Ich habe eben schon 
hervorgehoben, dass der behandelnde Arzt in den seltensten Fällen 
! .. d Lage som Wlrd , die Diphtherie bacteriologisch feststellen zu 
Wlrd g T 80 Wie bei der Cholera i* bacteriologischen 
h lT" Z i“ g T h ° heU ' aben - und k ' h kaaa gleich hinzufüfen es 

DL^Ltkräfti™ h A n Tne P r r!1 t tlSeh < T° bt Und durchgeführt worden. 
er tnatKräitige Amerikaner ist uns hier mit initem Rpknipi 

vorangegangen. In New-York werden derartige Diphtherieunter- 

tpfnhT 611 i 11 8TOSSe , m Maassstabe schon seit dem Mai 1893 aus 
gefühlt, und es wurden im ersten Jahre bereite 5611 Fälle erledigt 
Auf die Resultate dieser Untersuchungen will ich heute nicht AiL 
S Än7ö Orten kUr5 S d l E |nrichtLg dort besch^ben.^' 
gerichtet? w^^ 

mmmm 

förtof 1 wirTdTs nufsS^t ^ ^ ^“‘^ 0 ^ 0 «“-' 
Cultur «benimmt 8 

ä äää Sr 

Millionenstadt w e “ Nun, was in einer 

i:„i.. . . . 1 orlf möglich zu machen ist. wird 


No. 1 


_ „ 1U liniv .Y ft rir m 7rr was m emer 

be^g'nicht ^nmögl^ SeispSsweise^König^s - 

erst von FaUey °? Diphtherieverdacht 

diese Abimpfung seföst vo™^ 461 ' 1 * '^ Z , Ur Abim P fu «g holen und 

.* 


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Gt> igle 


designirten Institut direkt zusenden könnte, so dass hier erst die 
Untersuchung durch Mikroskop, Cultur, eventuell auch Thierversuch 
stattfindet. Ich möchte für diesen Zweck kleine Papierpacket- 
chen empfehlen aus gutem Schreibpapier, die nach Art der Papier¬ 
kapseln, welche die Apotheker zum Dosiren der Pulver gebrauchen 
gefaltet werden und als Inhalt ein Stück feinsten Schwamm 
von etAva Erbsengrösse und etwas abgeflachter Form beherbergen. 
Die Päckchen lassen sich billig und schnell in grösserer Anzahl 
hersteilen und sind leicht im Trockenschrank zu sterilisiren. Die¬ 
selben halten sich selbstverständlich auch beliebige Zeit steril 
Avenn sie nicht geöffnet und vielleicht noch ausserdem in ein ge¬ 
wöhnliches Briefcouvert gesteckt werden. In solcher Form sind sie 
in jeder Verband- oder Brieftasche bequem mitzuführen. Eventuell 
könnte man sie auch noch in Gummipapier einschlagen. 

. SoU das Schwämmchen am Krankenbett benutzt Averden so 
wird zunächst eine Pincette, Kornzange oder dergleichen steri- 
üsirt, am einfachsten wohl durch kurzes Ueberhalten über den 
oylinder einer angesteckten Petroleumlampe, die ja überall leicht 
zu haben ist, daun nach Abkühlung des Instrumentes das Schwämm¬ 
chen gofasst und nunmehr durch leichtes Aufdrücken auf oder 
Hin- und Herfahren über die verdächtige Schleimhautpartie der 
bchwamm mit dem zu untersuchenden Material geimpft. Wie stark 
man drücken resp. reiben soll, hängt natürlich von dem Fall ab- 
häutig wird Ja ohne weiteres ein Stück Membran am Schwamm 
hängen bleiben, zuweilen erst nach möglichst schonendem Auf¬ 
drucken; zu vermeiden wird selbstverständlich ein stärkeres Scheuern 
sein damit keine Verletzung der Schleimhant eintritt und dieselbe 
am Ende gar blutet, bei einiger Vorsicht ist das aber leicht zu 
machen, wie überhaupt die ganze Manipulation sehr einfach in praxi 
ist. Das geimpfte Schwämmchen wird darauf in das Papier wieder 
Ef*“ 1 , letzteres mit Namen des Patienten und Absenders 
versehen und m ein gewöhnliches Briefcouvert sorgfältig ein- 
ftolÄ”’ t el ' P °| t zur .Weiterbeförderung an die Untersuclnmgs- 

weföln r , S ° JT d iD deU ,Uelsten Fällen “hon nach 
n“ J? ® tUnde ? da ® Seliwämmchen zur Untersuchung kommen. 

ein nrir S T’ ? ass , dle Dl Phtheriebacillen sehr wold längere Zeit 
hefürehi geS Au strocknen ohne Schädigung ertragen, wird nicht zu 
Würehton «nii, dass sie bei etwaigem Trockenwerden des 

kt atTtr a “ f dem T[ S nsp0rt zl, o run de gehen; in der That 
haLm-Artf i Blne f g a anze R u r bc von FiUlen ’ in denen diphtherie- 
wnrdfn te 1 s aUt T. dleS ? m Wege dem Insfitut Weher eingeschiekt 

grundlos kt Un F 0 d T B ?' elS geIicf * rt ’ dass eine sol che Befürchtung 
S U t dl t' Es ko “ nte nun welter bemerkt werden, dass viel- 
gänz ; i fV; a , nSP ° rt aaf diesem We ge durch die Post nicht 
S i v! sei "“d eventuell zur Weiterverbreitung der Di- 

Lser FiIvärd a?SUI l g - gebe 1 n ir kÖIlnte - Ich glaube aber - dass auch 
würde es für lnw- r e i!’T Weise stichhaltig ist. Ich wenigstens 
lieh das Pnnveri- la ^ en > dass, wenn nicht gerade absicht- 

stoV Vb“ : d , das Scbffamm Packet geöffnet wird,' Infections- 

AnaWon hrt dt pf f ngen o Önn6n ' W ir bab en ja auch schon ein 
eine ChXrakf» p CbpIeri l; J Soweit mir bekannt, ist noch niemals 
an die hantAT-in/ 3 , dur( ^ 1 dl . e unz äh%en Postsendungen, die bisher 
fectföLs MpÄ gelangten und die ein höchst in- 

sicher , .*^ tenal entbl elten, beobachtet worden, obgleich ganz 

s ande km m me er n erSen ? U “? eine Infection wesentlich leichter zu¬ 
stande kommen kann, als durch die von mir vorgeschlagene Be¬ 
förderung des diphtherieverdächtigen Materials. ° rgescmagene ße 

Sch wem m na«? .“k" be ! lte .,. v «rsuchs weise einige solche kleine 
brach' Bke . tchen stenhsirt und in Couverts verpackt mitge- 
bracht und mochte denjenigen Herren Collegen, die sich für die 
im'T. hU' t ? re ?® lren - Mbelmstelien, davon zu entnehmen und mir, 
pinp p,. A ui n a rer Era ^ s ein diphtherieverdächtiger Fall vorkommt- 
Wir hahM ir“! <Ue oben bescbrieb ene Weise zuzustellen, 

IZX irt ^Wckhcherweise augenblicklich in Königsberg nur 
« nd s » b offen Wir imstande zu sein, wenn- die 
Wältie-en 7 „ n t^° bjeCte nich 1 t zu zahlreich einlaufen, dieselben be- 
Hülffbai dnn' ttT’ Z V mal uns y011 Tersehiedenen Seiten gütige 
denkt ich Zr ? nters . uchua ff en „ z ugesagt ist. In den meisten Fällen, 
p r T lch - werden wir schon 24 Stunden nach dem Eintreffen der 

ktrt r dem ^ bSMder daS ReSuItat P« r p o S l 

fnw l- Si . b A er “ ltteln ’ zuwa ilen wird allerdings nur eine Wahr- 

später das tfclitir"" 08 !? ge ,f allt wer den können, dann wird erst 
für mm«™ definit i ve Resultat gemeldet werden. Als Gegendienst 

sprechen' 6 Damff T “S' ich . allerdings aoch Wne Bitte aus- 
tischen Nutzte h v! GSe Unt ® rsuchun 8‘ eI1 moht allein einen prak- 
spätm f b be "; S °, nderl1 mögliellst a “ch wissenschaftlich 

wemT ri rt Wer * e " k6nue "- würde ich dankbar dafür sein, 
kml de M ta r sucbt en F al1 nach Ablauf der Krankheit 
sr ® f n a L k m ? Notiz über den Verlauf derselben in ihren Haupt- 

gang m haltig’ P^f Fl6 n 6r U A S ' w ' ) 5hre Dauer und Aus¬ 
wenn dtt t n- k rj ten - 7 01 ,' a en Ding ™ wäre dies erwünscht, 
das Diphtherieheilserum zur Anwendung gekommen 

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UNIVERSfTY OF MICHIGAN 



3. Januar. 


ist. Ich habe gerade für diese Fälle einen kleinen Fragebogen 
zusammeDgestellt und vervielfältigen lassen und stelle denjenigen 

-Trti.»vin rli« rlnvmi Ofthraiinh machen wellen rram _ 


DEUTSCHE MEDICINISCHE W OCHENSUHRIft 


zusaninieu^t?»K>uw uuu iwncuwwgw mbovu. uuu sLeue aenjenigen 
Herren, die davon Gebrauch machen wollen, gern Exemplare zur 
späteren Ausfüllung zur Verfügung. Die wissenschaftliche Be¬ 
arbeitung wird durch eine solche gleichmässige Beantwortung 
natürlich nicht unwesentlich vereinfacht. Ueber die Resultate der 
ganzen Einrichtung, die ich, wie gesagt, vorläufig nur als einen 
Versuch betrachten möchte, werde ich mir vielleicht erlauben 
später noch einmal wieder zu berichten. J 

IV. Ueber die Entstehung der Geschwülste. 

Von Prof. Dr. Ribbert in Zürich. 

Die Frage nach der Entstehung der Geschwülste ist noch un¬ 
gelöst. Keine der bisher aufgestellten Theorieen erfreut sich all¬ 
gemeiner Anerkennung. Viele sind der Meinung, dass die Genese 
der verschiedenen Arten von Neubildungen nicht die gleiche zu I 
sein brauche. Wenn ich im Nachfolgenden versuche, alle Tumoren 
unter einem gemeinsamen Gesichtspunkte zu betrachten so ist es 
für meine Zwecke nicht erforderlich, die verschiedenen ’ allgemein 
bekannten Vorstellungen über ihr Zustandekommen alle zu repro- 
dueiren. Nur Cohnheim’s Theorie muss zunächst kurz wieder¬ 
gegeben werden, da sie als Ausgangspunkt und Grundlage meiner 
hrörterung dienen soll Cohnheim sah bekanntlich als die 
eigentliche Ursache der Geschwulstbildung einen Fehler eine Un 
rejelmässigkeit der embryonalen Anlage an. Er stellte sieh vor" 
'I? bei der normalen Entwickelung, und zwar schon in einer 
»ehr frühen Periode, Gruppen von Zellen — sei es weil sie über- 
»ihiisMg gebildet, oder weil sie aus ihrem normalen Zusammen- 

GrSe *3^ T F rt ,' VUnlen ' oder aus einem «“deren 
Grunde — nicht in dem Aufbau der einzelnen Gewebe und Oro-ane 

a fgingen, sondern für sieh liegen blieben und nun entweder baU 
°der eist spater durch Wueherung zur Geschwulstbildung führten 
nu/ ' Ti i g ‘ ur " iun £ semer Anschauung nimmt er 1 ) Bezug auf die 
JtoL T d ' e J mhUdUU8 ’ wie bei den Teratomen, sowe“ 
nicht Doppelmissbildungen darstellen, und Dermoiden von allen 

hebt tnerdie e mVbt lten n aUf J bsp r n8:ung zul ' ttck ff e föh’rt wird. Er 
,, fnita " v„rvLl ht f tene V « re rbung von Tumoren und ihr con¬ 
genitales Voikommcn hervor. Er betont, dass manche Geschwülste 
imnier nur an bestimmten Stellen angetroffen ^ ,“ “0 

te^tÄr^icir e « d , er Prostat «' di ® 

Entwickelungynro-intrp h finden, wo besonders complicirte 

Linie■ dfe üSi' nachweisbar Sl nd, dass Carcinome in erster 

^tinrflirh t? o^zugen, an denen Absprengungen leicht ver- 

d w®LÄ f 7 er f a \ die ^'«Pl-itüt vielerVeu. 

»ohl deshalb sohTufiF F dar . a “ f , hm ’ dass die Uterusmyome 
Ohnehin ein reichliches "“f ge . langen ' weil im Uterus 

e ^ S 'öb^ftes wä^Uium 

machten Gritade Es Lth* I?“ Coknheim « olt « nd ge- 

heiten einzu"ehen und aicht ^°. thwendl ^ genauer auf die Einzel- 
bir die kürzere ode/lwerubngt nur noch hervorzuheben, dass 
erhöhte Blutzufuhr mW i ruhlff da & ele g ei ien Keime eine 

übenden Gewebes ’ n rW *? e P erabse ^ zun g d er Energie des um- 
° m Z '“»-bildende genüg " de - 

oml hat noch ebensmvieMn°bä e vi . el gestrit ' eu worden. Sie hatte 
* v. Zenker erwähnt ^" hän b;-/’ 1 « Gegner. Unter den letzteren 
Berlin (1886) die Theorie^ dcr ^ aturfo rechervers a mmIung in 
creiesen, sondern als ZI™ fV Au gemeinheit nicht nur als un- 
l’üct auf die Carcinome W bm ’ : ‘!' bezeichnete - besonders im Hin- 
J ei ” selbst in späterer bet ° nte daraufhin, dass Cohn- 
betreffend die Gesell,vukt'el^ • ? el T m schj ' offcn Standpunkt 

Ein »-ichtiner pli tS fvf. e . ZUruckgekommen sei. 

■Mischen Gewfbsketae n/ebf ^ , dw ’ d#ss man die hypo- 
hier der geringe Umfans- n'nü .? ac j > ff ew i ese “ habe. Indessen konnte 
findbarkeit als ausleichld f <U ® dadurch bedingte schwierige Auf- 
lä t aber neuerdings auch Hi J Ur iw rkIärUng nngesehen werden. Nun 
f s 06RouxC)4ung n h is »h EmWand in " ofern h infaUig geworden, 
lere ». seltener im Ser Z Furchungskugeln im raitt- 

"reniz.it, theils in grücc» Pe i m l' 1 a " a ” Froschembryonen, theils 
■»‘sehen den übrige»^? W ' ® mmal 2« dreizehn, zerstreut 
2 cll 'iio Bedingunge® annehi? ‘! gen . d nachzuweisen. Er konnte 
-Matchen. Vor allem ? eben ' unter denen derartige Verlagerungen 
"7-p-- 6m kolnnit 6 Päte Befruchtung in Betragt. 

i, 3 f’S™» Arebil Pathologie, Band I. 

1854 len ’ ^ tzun g der Section ffir n^h T erbandb der Naturforschervers. 

' Ctlon f(ir Patholog. Anatomie, am 26. September 


Zellen geworden wäre und ob sich wi trV^ 1 ^ 8 aus Jenon 
haben würde. Sie lehrt aber jedenfalird^Mcwl? Tum» gebildet 
Sprengung im Sinne Cohnheim’s d Möglichkeit einer Ab- 

BarflTth V^dCT'bef seinfn^Pvn 80 - femer die Mittheilungen 

ÄÄ s25rSr v“ 

dermes in die Höhle der Kuo-m o-fi nt lcb Zellcomplexe des Ecto- 

g-HSJ£5-filsgI 

S..£ (Cs ä säoä: 

dann' nicht' 6 T^ Allgenkamme G Geschwülste zu erzeugen auch 

trächtliches Ätm % SSch' '^X ief tro Sm 
ie eingebrachten Stücke ausnahmslos der Resorption Ich e-lauhp 
H e L! 'i Und I Ür , daS Misslingen dieser Vereuct v„r allenf darin 
Köfn’or d i die Ub ^ rfcrageuen embryonalen Gewebe in einen anderen 

fntreffen Sel Bfrte n ’k D W< ? chem si ® ganz andere Existenzbedingungen 
antreflen. Bedenken wir nun, dass selbst die lebhaft wachsende» 
Bacterien empfindlich gegen eine Uebertragung auf einen neuen 
Thierkorper sein können, dass es auch bei Carcinome» denen doch 
!lhn, eb0n erS i lebbaf T te Wucherungsfähigkeit zukoinmt nur aus- 

selb^Tr 6 Sfr"' Wehr), sie auf einen anderen Körper, 
selbst der gleichen Species zu übertragen, dass endlich auch 

dn?hwf nSI l- ant ' 1 r f 6 Gewebe ausnahmslos zugrunde gehen um 
so ist uns^?^•mge des betreffenden Organismus ersetzt zu werden, 
, A kf eibM emer Geschwulstwucherung seitens jener 
fötalen Keime leicht verständlich. J 

Wenn nun die experimentellen Untersuchungen keine aus¬ 
reichende Stütze für die Theorie Cohnheim’s geliefert haben so 
muss doch auch derjenige, welcher ihr eine grössere Bedeutung 

von\T Chmbe ? ml n S ? Vlel anerkennen , dass einzelne der schon 
von ihm genannten Geschwülste sich nicht wohl anders als aus 
einer embryonaien Verlagerung von Gewebskeimen ableiten lassen 
InerbP^Tll ^ ! ™ gehören in erster Lhie 

Grlwtt^^ff 81 ^ ann t 1S ° ft & enanntes Bespiel noch die von 
aufgefundene Entwickehmg von Tumoren aus ver¬ 
sprengten Nebennierenabschnitten hinzugekommen. Indessen werden 
Un u U . U< ? cb davon reden müssen, in welchem Umfange 
gerade dieses Beispiel für die Genese von Geschwülsten aus ver¬ 
lagerten Keimen verwerthet werden darf. 

Für jetzt genügt es daran zu erinnern, dass in der That irn 
?i'' S p'"f®"' lang mit . der Absprengung von Theilen der Nebenniere 
die Entstehung maligner Tumoren relativ häufig beobachtet wird. 

nähmet 6 ” 8 * St daS d *® von den meJS f en Seiten vertretene An- 

..n(.» N U“. w* ab , er . d «xr. Vorkomn,(! " von Stücken der Nebenniere 
unter dm Kapsel der Niere durchaus kein seltenes Ereigniss und 
jedenfalls ausserordentlich viel häufiger als die aus ihnen abge¬ 
leiteten Neubildungen. Dasselbe gilt auch für die in das Liga- 
mentum latum, m den Nebenhoden, in die Leber verlagerten 
Iheile desselben Organes. Die meisten abgesprengten Abschnitte 
gelangen also nicht zu abnormer Wucherung, 
t, • Aucb f J iel < 3 n anderen Fällen sehen wirf dass eine Abtrennung 
Kleinerer Theile von einem im übrigen nicht veränderten Organe 
Keine Geschwulstentwickelung zur Folge haben muss. 

Es sei erinnert an die Nebenschilddrüsen, die, wenn sie auch 
gelegentlich zu Neubildung führen können, doch meist unbemerkt 
bleiben, also dem Besitzer keinen Schaden bringen, an die Neben¬ 
milz, die keine andere Abnormität darzubieten pflegt, als die Haupt¬ 
milz, und an die Nebenleber. 

Weshalb bilden sich in diesen Fällen keine Tumoren? Die 
Ursache ist zweifellos darin zu suchen, dass die verlagerten 
Theile in der Hauptsache so gebaut sind wie die Or¬ 
gane, von denen sie abgesprengt wurden, und dass sie 

j) Anatomische Hefte I. Abth., Heft IX. 

V Virchow’s Archiv Bd. 93. 


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10 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


können wie diese. Es ist 
ein abnormes Wachsthum 
in denen aus getrennten 


gewiss auch ebenso gut functioniren 
kein Grund aufzufinden, weshalb sie 

zeigen sollten. Für diejenigen Fälle, in denen aus getrennten 
JNebenmerenabschnitten wirklich Tumoren entstehen, haben wir 
somit eine besondere Erklärung nöthig, von der weiter unten die 
Rede sein wird. 

Wie aber ist es nun denkbar, dass sich aus fötalen Ab¬ 
schnürungen Geschwülste entwickeln? Wir können uns das nur 
dann vorstellen, wenn die Abtrennung nicht ganze Ab¬ 
schnitte betrifft, welche sämmtliehe Bestandtheile des 
Organes in typischer Anordnung enthalten, sondern nur 
kleinere Theile, vor allem einzelne Zellen und Zell¬ 
gruppen. Folgende Ueberlegungen werden diesen Gedanken 
klarer hervortreten lassen. 

Die Entwickelung der Organe erfolgt durch Selbstdifferenzi- 
1 1111 & (Roux) auf Grund der durch Vererbung übertragenen Eigen¬ 
schaften der Zellen. Selbstverständlich kann die Differenzirung 
nur dann regelmässig vor sich gehen, wenn die Zellen von Beginn 
dei Organbildung an in geschlossener Reihe eine aus der anderen 
sich entwickeln können. Jede einzelne fügt sich in typischer An- 
oidnung in das organische Ganze ein. Stellen wir uns nun vor 
dass eine oder mehrere Zeilen, ohne dass sie in ihrer Ernährung 
und m ihrem Wachsthum irgendwie Schaden erlitten, theilweise 
oder ganz aus dem Zusammenhang getrennt werden, so ist es mit 
einer weiteren völlig typischen Entwickelung vorbei. Wie sie sich 
fernerhin gestaltet, wird freilich davon abhängen, ob die Verbindung 
mit dem Muttergewebe ganz gelöst ist oder in grösserer oder <?*- 
nngerer Ausdehnung erhalten blieb. Ausserdem wird die Grösse 
und dle . , bei ’ eits ® rlan 8' te Ausbildung des abgetrennten Stückes dafür 
entscheidend sein, ob ein Gebilde daraus hervorgeht, welches 
wenigstens einigemaassen den Bau des Organes wiedergiebt, oder 
ob sich stärkere oder schwächere Abweichungen herausbilden, die 
bis zu emem völlig atypischen Wachsthum gehen können. Durch 
diese Unterschiede ist aber auch die Dauer der Proliferation bedingt. 

Das normale Organ wächst bis zu seiner Vollendung d. h. 
so iange bis es die durch Vererbung übertragene Grösse erreicht 
!dW • • banden sich alle seine Theile, wie man zu sagen 

VArmln 11 eme a Al £ g e 2 cnsoiti S cr „Spannung“, welche die weitere 
Vermehrung der Zellen hindert. Unter Spannung, die natürlich 

a lnen Yerer ^ n Factor darstellt, versteht man nun nicht 
SiTV?,™ geg6ü u eitlgen mecha nisehen Druck der Zellen, sondern 

«:. s ä d " o'«« 1 - 

. , Zu einer solchen Spannung wird es in den abgesprengten für 

otri“ hS fr den The ‘ a n nar dann k °mmen, wenn sie deiAau des 

Wachsthum^henfali“ der , Ha . u P tsach ® wiederholen. Dann wird das 
wacüsthum ebenfalls nach einiger Zeit Stillstehen. 

. , Je . mel > r Structurabweichungen sich aber finden, desto weniger 
rir das , we .' tere Wachsthum hemmende Gewebsspannung sich 
einstellen, desto änger wird die Proliferation andauern. H?ndel 
es sieh um völlig atypische Wucherungen, so braucht ein Ende 

s " 

dig auch zui einef"räLThet^rkgirüngTühren D^abgelfeten 
Men und Zellgruppen können aucifim Lern des Sganef liege“ 

, i ie ‘ -^^ s P aItun g wird ferner nicht unter allen Umständen Ga 

s ,Kas 

oft eintreten, und daher wird7er gelösteAbsohn?^"fT*® “u 

das Zu s tandekomnien B de r r a GeSl.^ TOrgebt i ’t 8 ® ich als0 für 
den Hauptnachdruck nicht auf aUS i ab £ etrennte n Keimen 

sprengten Zellen sondprn ^ embryonalen Charakter der ver- 
organischpn 7 , onder 1 n au ^ J hre Loslösung aus dem 

Sifh befinden oZZ dteTi, ^ ^ si ® in 

in das gesetzmässhr sinh/f 11 ®“, S , Icl ! Ia typischer Weise 

Aus ihm theilweise d h ® ^‘ ckelnde Gewebs ganze ein. 
.»iiweise oder ganz getrennt wachsen sie 


oaer ganz 

mehr oder 'w ind ® m S ‘® ® ntwed er~ den Bau des Organes 
weic he ” der Ist W s e o ni /® r n“r hahm , en .^er ganz davon ab! 

l8t 80 der embryonale Charakter der verirrten 


No. 1 

Keime nicht mehr erforderlich, so können auch, wovon 
nachher die Rede sein soll, erst nach der Geburt abge¬ 
trennte Gewebstheile zu Geschwülsten heranwachsen. 
Indem wir uns nun von diesen Gesichtspunkten leiten lassen 
wollen wir zunächst diejenigen Tumoren etwas genauer betrachten,’ 
die man unter allseitiger oder wenigstens vielseitiger Anerkennung 
mit grosser Wahrscheinlichkeit aus abnormen Vorgängen bei 
der Entwickelung des Foetus ableitet. Ich sehe dabei ab 
von den zusammengesetzten Geschwülsten, den Teratomen, über 
deren Deutung, soweit Doppelmissbildung ausgeschlossen ist, nur eine 
Meinung besteht. Auch habe ich nicht die Absicht, eine vollständige 
Uobersicht über alles bekannte zu geben, da es mir nur darauf an¬ 
kommt, eine ungefähre Vorstellung von der Bedeutung zu geben 
welche nach unseren jetzigen Kenntnissen die Genese der Tumoren 
aus Störungen der embryonalen Entwickelung hat. Daher .soll 
die Litteratur auch nur dann angeführt werden, wenn sie sich 
auf besonders wichtige Verhältnisse bezieht, oder neuere sonst 
noch wenig citirte Arbeiten betrifft. ? 

Wir beginnen mit den am wenigsten fraglichen Gebilden die 
aus nicht zurückgebildeten Resten foetaler Hohlräume und 
Oanäle hervorgehen und im wesentlichen nichts anderes als Er¬ 
weiterungen derselben darstellen. Dahin gehören unter anderen die 
Kiemen fi st ein und Kiemengangscysten, dahin auch die Hohl- 
räume die sich aus Abschnitten des Ductus thyreoglossus 
entwickeln. 1 ) Hier sind auch zu nennen die cystischen Bildungen 
welche sich am Nabel auf Grund eines partiellen Offenbleibens des 
Ductus omphalo-mesentericus ausbüden und als Enterokystome 
bezeichnet werden hier ferner auch die Morgagni’schen Hyda- 
tiden und die Hohlräume, die aus Resten der Gartner’sehen 
Gänge ihren Ursprung nehmen. 

w 0 ini^ e T' ilC K S a >. S1 v <i • die äussere n Dermoidcysten anzureiheu, 
r^L dUrCh a AbSCl T?“ S V ~ n Theilen der Epidermis entstanden 
fnlthol ,J' e pr‘ U “ 2 i, d , el ’f n Zusamme nhang mit dem OberflUchen- 
epithel, wie Chiari 2 ) lehrte, zuweilen erhalten bleibt. Die fissuraie 
Lage der Dermoide, d. h. ihr Vorkommen an Stellen, an denen 
wegen des Schlusses fötaler Spalten oder der Bildung von Furchen 
• ®‘ p , * elDe Abschnürung zustande kommen kann, ist geeignet 
! Ä är 2ü U stutzen. Die Dermoide im Innern des Körpers, 
in der Bauchhöhle, der Lunge etc. müssen aus einer unter völliger 

geleiteTimden 0 ge “ de “ VerIagerun « von Epidermisabschnitten ab- 

, ^ uck die Cyftea mit Flimmerepithel, über welche Hess») an 

VerIa/e n n, n r eS ' Fal Q® S Zul ? tzt Mi ttheilungen machte, werden aus 
Verlagerungen im Sinne einer fötalen Implantation erklärt 

h«i,i„ dl ® pe nnoldc ysten sind die Cholesteatome der Schädel- 
au? eine wfh eSSen - ^ ™ rd ®? ja fl '® ilich von manchen Seiten 
bezos-en Y“ cher ! 1 "S u “ dei “ e Metamorphose der Piaendothelien 
«ein° S H»L d meisten Beobachter dürften aber wohl der Ansicht 

Weiseln rite hervor gehen, die auf irgend eine 

eteen Fall d Schädeihohle Emmngelangten. Ich konnte selbst auch 

dass r m weIchem niohts darauf hindeutete, 

fläche d des d Ä hn i ltth0h deeisehichtige Epithelbelag der Imien- 
(ler Pi a d »n^f !, l t0I " S . aUS elner E r °liferation der Endothelien 
Gr fi „ 7 i ,lk n nde S ■??’, ln Y elchem vielmehr die absolut scharfe 
AbteftnnT h • Epl S le und ““verändertem Gewebe der Pia die 
Vm-stellm,„ n f ne - r Kei mvenrrung wahrscheinlicher machte. Diese 
• ü S „ elue W1 °htige Stütze an dem von Bonorden 5 ) 
nÄn n ^ aUe ., er alte , n ’ in fiebern der Tumor auch Drüsen 
7 ntnmmo ° 'n® eI| lhielt, also Attribute, die nur der äusseren Haut 
Choleste.»^ erden meint, dass das auf dem Clivus gelegene 
der heb 1 h Uf Gr 'mu d ® lner Entwickelungsstörung bei Bildung 

bLSw'V'™ Th ® U aus ® iner Racheneinstülpung hervor¬ 
gehenden Hypophysis entstanden sei. 

«hin-»./"« ermoidcyste und Cholesteatom müssen wir nach unseren 
aiinehmen, dass grössere in sieh zusammen- 
w ; & ... ,. eh“ des äusseren Keimblattes abgesprengt wurden, 

lirh iof j 6 ^ er V? 0lde der äusseren Haut ohne weiteres ersicht- 
nrnnJf*. d ^ ch Später zu erw äbnenden Experimente Schwe- 
a hAr ö t!J?i und aufmann’s anschaulich gemacht wurde. Ich glaube 
i n l ? c weitei : f ehen und es als wahrscheinüch bezeichnen zu 
r - ’ ü- ® Uicht nur Epithel, sondern auch dazu gehö- 
dp? Ainn .®£® we ] )e abgesprengt wurde, so dass jenes auf 
dpLn ^ Se i te - fo / r ^ ai L ernd uormal ernährt wurde und auf der an- 
«ttsmiii n me * reie ^^ erd äche behielt. Nur so dürfte es völlig ver- 
hftihAhipif Sei j' . w ®fk a lb die Epidermis ihr typisches Wachsthum 
_ und nie ^t etwa allseitig mit dem umgebenden Gewebe 


2 ] ^ aec ^ el i Archiv f. klinische Chirurgie Bd. 48. 

J Zeitschr. f. Heilk. Bd. XII. 

4 ) Ziegler’s Beiträge Bd. VIII. 

r i hnlpLoff hrieb / n S- d f Dissertation vonHaegi, Ueber zwei Fälle ' 
Cholesteatomen der Hirnhäute. Zürich 1894. 
a ) Ziegler’s Beiträge Bd. XI 


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3. Januar. _ _ 

zusarameuwuchs, wodurch dann zunächst lediglich ein Haufe von 
Epithelzellen entstanden wäre. Auch für die Cholesteatome des 
Ohres, so weit sie als primäre Tumoren der Felsenbeinhöhlen auf¬ 
zufassen sind und nicht etwa, wovon noch die Rede sein wird beim 
Erwachsenen durch Hineinwachsen von Epidermis entstehen’ muss 
die gleiche Annahme gemacht werden. Sie setzt allerdings bis zu 
• - • gewissen Grade voraus, dass zunächst der abgespren^te Theil 
3 bei dem äusseren Dermoid zuweilen rinnaro/j • *’ 


D EUTSCHE M8 D101MSCHE WOCHENSCHRIFT 


7 „ augesprengte Theil, 

wie es bei dem äusseren Dermoid zuweilen dauernd der Pall ist 
mit der Ursprungsstelle in Zusammenhang resp. in deren Nähe 
bleibt, Es kann sich aber später durch die bei dem Körperwachs- 
thum eintretenden Verschiebungen der Organe trennen Den Ab 
schnurungen der Epidermis analoge Processe können auch am 
Peritonealepithel Vorkommen. Ich habe mit ihm ausirekleidete 
multiple Cysten unter der Milzoberfläche beobachtet *) 

An die cystenförmigen epithelialen Gebüde schliessen sich nun 
naturgemäss am nächsten die aus versprengten Drüsenabschnitten 
hervorgehenden Adenome an. 

Die Schilddrüse ist eines der hier in Betracht kommenden 
Organe Das häufige Vorhandensein accessorischer Lappen ist ia 
bekannt und wurde bereits erwähnt. Meist zeigen sie freilich aus 
oben besprochenen Gründen kein abnormes Wachsthum, gelegent¬ 
lich afier bilden sie grössere Knoten. Wir müssen dank wohl an¬ 
nehmen dass es sich bei der Absprengung nicht um einen völlig 
uncomphcirten Vorgang handelte, sondern dass irgend ein Moment 
hmzukam welches ein der Hauptschilddrüse entsprechendes nor¬ 
males Verhalten nicht gestattete. Besonderes Interesse erreicht 
das zuerst von Ziemssen 2 ) beobachtete intratracheale Vorkommen 

r,t p 8enSU 3i S t a ? Und die BiIdun S von Adenomknoten aus 
h ,? rill J s J J at angenommen, dass es sich um versprengte 
Tliede handle, ohne dass es ihm freilich möglich gewesen^ wä^e 

afiÄÄÄit 

SÜStäSs 

ff- .. j Un T d euier wahrscheinlich fötalen Verwachsung 

ssias. sä »sn£Sr£ 

Kfi w.Sc 2s? 

fötale AbsZLt flino USS . a ^f ferner beachte “. dass eine 
serade in den VorMnlmi b !^ lmnit . e Ursache haben muss und dass 
l’tsaehe gegeben sdn^amf T). J t? er f e J Wa r? hsung führten - diese 1 
in den Dermoiden der äusseren H beibei ? de Zusammenhang würde 

den ^Ä VerW “ B 111 

sicl > <lie Absprengung eine"(iltebstheil 1 b 3 ton J werd ?“’ dass man 
von seiner Seite rei,, Z J, ° sthel les durchaus nicht als einen 
dass gewiss auch in S1Ver V r ,darstellen muss, sondern 

betonten überschüssigen r?m F ortentwi c ke luug der von Cohnheim 
einem Grunde eintretende-^ dd “*J g . von . ZelI material ein aus irgend 
schreitendes WaäUum^an^nn “ einer Blchtun ß‘ Märker fort- 

Csn^ nrang Ä“w" den darf ’ durch welchcs 

«lerer Richtung“' unser ktwwwe noch in 
^truma aus ..fötalen Adpnnm ver ® uc ^*» die Entwickelung der 
*iiilddrüseiizeden en ( j^ d ^°?^ n f? b | U e * ;CI1 ' d - b - «us Gruppen von 
nicht aufgingen sond«™ r« Wachsthum des normalen Organes 
**W8 £ >2sTZztn Ch * bestehen b,ieben : Dieser Auf- 
fithrte, dass die auatomisrho^ ta ^ nb ^ e i» en Si e ^reten, indem er aus- 
? «et werden nieht im Sinne Waiflert 

Aadien an ein Hervorgehen aus den VW ? d d ersten AnfaD S s - 

- w;rsr ! ra , £p 

ion von Reuggli, Multiple Cysten der Milz. 
’iBeTt^h^jP 6 «-Path-und Ther. Bd. IV. 

g™g» Bd. III und Heise, Ueber Schüd- 

•WfiiV 0 ^Wickelung und den Bau des Kropfes. Langenbeek's 
’ ^ für kUn - Cfergio Bd. 47, Heft 2. 


v n • ) Si ehe die 
^Cnch 1894. 


V 'rir U u W medicinis ohen Klinik und Universitäts 
Poliklinik des Herrn Geh. Med.-Rath Prof. Dr Senator' 

TJeber die chirurgische Behandlm* 
der Magenkrankheiten. 1 ) 

V0,1 D^'A T f' , R08enh f m ’ Drivatdoeenten und I. Assistenten 

hört der Ägenommen hat, g u - 

Jahre 1881 gelungenen Versuche Bniro e thV 18: * ntllCh V ™ dem im 
Pylorus zu entfernen. 11 ™ 

der Magenkrankheiten als die Domäne der feeren 6 ,? eb . a ? dlun K 

es i S findorvH e nu Weifell0S a " f d6m »Pe^tiven Wege errungen- 
es ist in der Vervollkommnung der Technik in kurzer TW Piänf!« 

«ÄSÄ'ffiSÄftff' 

suchungen der letzten Jahre kennen gelebt hiben \ J 

Rankheiten, und auf keiuer'in^^^Vertt^'beM" 

mehr aufemauder angewiesen, als auf diesem cntungen 

ei e BUmÄ Angele ^ heit m eini ^ el> Lehrbüchern (Debove 
et Raymond Boas u. a) zwar bereits Berücksichtigung zutheil 

teefiBchT’Ahha ?. ulnard ^> Mintz 3 ) und anderen verdanken wir 
treffliche Abhandlungen, in denen auf Grund einer weither zu- 
sammengetragenen Casuistik die uns beschäftigende Frage für ver¬ 
schiedene Magenkrankheiten discutirt wird, aber gemeinhin hat 
man bei diesen Autoren den Eindruck, dass sie zu ihrem ürtheil 

1 fr„h Dgen i’ !“ dem 81,5 das JZ Kit aus den Erfahrungen anderer 
I ziehen, da ihre eigene zur Entscheidung unzureichend ist 

L;s ist auch merkwürdig, dass, während die Chirurgen auf 
zahlreichen Congressen sich über ihre therapeutischen Ergebnisse 
Rechenschaft ablegten, während die inneren Kliniker bei fleichen 
Gelegenheiten, über die Bestrebungen, das diagnostische Rüstwerk 

lichlrR 6 ^ 861 ,"’ bc ™ btete “’ dlPS0 Präge, die von so ausserordent¬ 
licher Bedeutung ist, noch niemals zur öffentlichen Discussion kam 

Tbl.rfL 1 ^ H Un / t’ d f S ? das Material - da3 mir die letzten 
stä^dic n .S gegeben haben - wohI gross genug ist, um selbst¬ 
ständig ein Urtheil zu gewinnen und in strittigen Punkten 
btellung nehmen zu können, so ergreife ich hier das Wort in dieser 
bache. Ohne gerade eine endgültige Entscheidung herbeizuführen 
werden wir doch, wie ich denke, nach dem heutigen Stande der 
Dinge zu einem brauchbaren Ergebniss bei der Discussion dieser 
von mir aufgerollten Frage kommen können, wenn wir unsere Er¬ 
fahrungen zusammenfassen. Ich bin ferner der Ansicht, dass es Zeit 
ist dass wir der Angelegenheit näher treten, da es mir scheint dass 
Uebergnffe von chirurgischer Seite stattfinden, indem Krankheits¬ 
zustände operativ behandelt werden, die auf anderem Wege ohne 
jede Gefahr zu bessern und zu heilen sind. Und ich darf es 
schliesslich wohl sagen, dass unsere Gesellschaft ganz besonders 
be ™ fpn ls t, hier ihr Wort zu erheben, zumal der uns heute be- 
schäftigende Gegenstand bei zahlreichen Demonstrationen an dieser 
btelle bereits gestreift worden ist. 

Es war von vornherein gegeben, dass man die Hülfe des 
Uururgen am ehesten bei der Bekämpfung der bösartigen 
Geschwulstbildung suchte, und hier wurde auch durch Bill- 
roth der erste grosse Erfolg errungen. Kein Arzt ist heute im 
Zweifel, dass, wenn er ein Carcinom an irgend einem Organ, an 
der Haut, an den Schleimhäuten, an den Drüsen findet, er es in 
erster Reihe von dem Standpunkte aus zu betrachten hat: welche 
Chance bietet es für die Radicaloperation? In betreff der Magen¬ 
krebse aber steht diese wichtige Erwägung bei vielen noch nicht 
i m Vordergr ünde, indem Unkenntniss dessen, was geleistet werden 
*) Vortrag, gehalten im Verein für innere Medicin am 29. Ocfc. 1894. 

7 Traitemenfc chirurgical du cancer de l’esfcomac. Paris 1892. 

V Zeitschr. f. kl. Medicin Bd. XXV, S. 123. 


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12 


DEUTSC HE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


katm, oder auch übertriebener Skepticismus diesen Gedanken nicht 
aufkommen lassen. Und doch haben wir einen Erfolg diesem 
mörderischen Uebel gegenüber nur von der Hand des Chirurgen 
zu erwarten, und es wird thatsäcblich schon heute von berufener 
beite rühmend anerkaimt, dass die Egebnisse in der chirurgischen 
Behandlung des Magenkrebses kaum weniger günstig sind als die 
die von den glücklichsten Operateuren bei den Careiuomen anderer 
Kbrperthcile erzielt worden sind (Kraske 1 )). Es ist deshalb 
in' p U i tspnllkt ' le i' ehirurgischen Hülfe hier mit dem¬ 
selben Rechte, wie z. B. beim Mastdarmcarcinom, wo er wohl keiner 
Discussmn mehr unterliegt, an die erste Stelle zu rücken- 
jeder Fall von Magenkrebs ist vor allem daraufhin an- 

n»ii he ii n u i b u® r i, 1C . h für die R adicalbehandlung eignet. 
Daian ändert die Ihatsache, dass eine dauernde Heilung in 
keinem bisher openrten Falle verbürgt ist, gar nichts. Denn die 
M^enresection hat erst zu kurze Zeit Bürgerrecht erworben, als 
und Z r Piin de “ A,ls g an g. aller unter günstigen Bedingungen 
v?nnt 4 T 1 v aut , elen °P enrte « FäIIe s °Eon heute etwas sagen 
konnten. Immerhin kennen wir verschiedene Fälle, die fünf Jahre 
lecidivfra blieben; meine Patientin Paul, die ich 2 ) Ihnen jüngst 

eiir- 11 *’ beSnde ! ; . ? Ich fast vier Jahre naoh der Resectio 
h ler y orzügl| ch, und ich zweifle nicht, dass wir beim 
M^ncaroinom zu derselben Grenze der Leistungsfähigkeit gelangen 
, de f ?' le bei irgend welchen andereu Schleimhautkrebsen, bei 
enen bekanntlich endgültige Heilerfolge auch selten genug sind 
Aber niemand wird an der Berechtigung des chirurgischen 

wenn n wir Z nicM D j niema " d den Werth desselben herabsetzen, auch 
wenn vir nichts besseres zu orzielen vermöchten, als die Kranken 

machen 6 b ? sch .‘^ nkte Anzahl Jahre gesund und leistungsfähig zu 
Xn ™; ICb .* aube ’ , Arzt Patient werden eine Operation 

noch als segensreich anerkennen müssen, wenn sie überhaunt nur 
dazu angethan ist, in dem trostlosen Zustande, n dem sich der 
Krebskranke befindet, zu nützen. Selbst wo wir 'nicht mehr 
lfidical Vorgehen können, wird jede Palliativoperation berechtigt sein 

ieibfn T r den U ? sägli . chen Qualen derartiger Kranker ein Ende be- 
leiten können ohne sie bei der Operation einer Gefahr auszusetzen 
dm im Verhältniss zum gestifteten Nutzen zu gross ers heint ’ 

WP]C ?*T l° m T D T- ZU der "’jobtigen Erürteru^Ter Gefahr 
rurgische'Behandlung des M^en^ ge^a« te 

Für U die d übrig ei bleibenden 60 o*® ? and giebt ’ angewiesen bleiben.’ 
Operationen/]? Fragediowü auf Wesent ! i « ben z ™ 

führen 6 6 soR^ * °und ^dfe 6 *"}} a s^f'“' 6 ,® ese Rig un g ? deiFVebels 11 hertei- 
verfahren v’on grösstem Werthe" fet"°ind ” * ® ’• d ? - aIs P alIia «v- 

mmmm 

tistik befragen, folgendes? d6 “ W ’ wenn wir die Sta¬ 

ll u i n^l d^T der" lllT Fäll ATF“ nacb dei ' Zusammenstellung von 
153 Kranken 96 = 62% es zekTsfelff! 1891 h be *' tt . cksic btigt, von 
Zeitraum bis zum Jahre 1887 die Mortalität^ 16 /^’ d f SS l", dem 
den bis zum Jahre 1891 nur noch 52»AwJ 1 \ Ü“ de !“ foI ^ en ' 
zusammenfassende Statistik bei Aber eine solche 

lichkeiten des einen“’ anderen Und UngMohiek. 

Operateur mit ungerechnet worein • uf bienen UQ d vorsichtigen 
klarer sehen &bt ™8 kein richtiges Bild: 


__ -No.1 

Bei der Gastroenterostomie starben nach der zusammen- 
fassenden Statistik von Guinard bis zum Jahre 1891 von 105 
Krebskranken 83 = 31 %. Rockwit.zi) giebt auf der Strass- 
burger Klinik nur eine Mortalitätsziflfer von 12 V -2 % an. Hahn 
hat in der letzten Zeit 15 mal hintereinander die Gastroenterostomie 
gemacht, ohne einen Kranken zu verlieren: in etwa 3 /j seiner Fälle 
handelte es sich um Krebs. 

Aus diesen Angaben lässt sich wohl das entnehmen: nichts 
ist trügerischer, als solch eine zusammenfassende Statistik, wo es 
sich um die Entscheidung über den Werth eines Verfahrens han¬ 
delt, das noch in der Ausbildung begriffen ist, das an das special¬ 
technische Können so überaus hohe Anforderungen stellt. Berück¬ 
sichtigen wir: es giebt wohl wenige Operateure, die mehr als zehn 
Magenresectionen ausgeführt haben, und auch die hervorragendsten 
unter ihnen bedürfen einer besonderen Erfahrung und Einarbeitun» 
auf diesem Gebiete, bevor sie mit genügender Sicherheit die 
Schwierigkeiten, die ihnen bei ihrem Vorgehen begegnen und die 
die Nachbehandlung bietet, beherrschen lernen. So lange diese 
Fähigkeit nicht erworben ist, laufen die Kranken unzweifelhaft 
grossere Gefahr; ist sie aber vorhanden und vereint sie sich mit 
einer richtigen Iudicationsstellung in der Auswahl des operativen 
Verfahrens, so sind die Gefahren gering. Wir müssen auch be- 

1* wl aSS eine gr ? sse . ZaW von Operationen an ganz ungeeig¬ 
neten Fällen gemacht wird: Die Kranken und gewisse Umstände 
diangen zu einem operativen Versuch, wo der vorsichtige Arzt 
keinen Erfolg in Aussicht stellen kann. Wie diese Momente Zu¬ 
sammenwirken, um eine Statistik zu beeinflussen und geradezu 
werthlos zu machen, werden Ihnen die Zahlen, die ich aus eigener 
Erfahrung gewonnen habe, zeigen. 

Scheide ich einen Fall aus der Privatpraxis (Frau K„ 64 Jahre 
alt, openrt am 26. Mai 1892) aus, bei dem die Loreta’sche Ope- 

üW ir5t?l acht , ,"L U ^ de ’ , aber ««günstig ablief, so habe ich noch 
er lo Magenkiebskranke zu berichten, bei sieben wurde die Re- 
section, bei acht die Gastroenterostomie gemacht Von den sieben 

“i" f? aD de / °P erati0 ” ™P- ihren unmittelbare“ 
Folgen drei gestorben und zwar ein Mann von 46 Jahren über 
S® alch b , ereits . f « bh ?, r > berichtete, an einer Blutung aus einem 

Rn Gnllani tt-?n U “ de w eine 63 J ähri S e Frau nach 48 Stunden 
im Collaps, eine 37jähnge Frau am neunten Tage an Pneumonie 
Der zuerst erwähnte Unglücksfall passirie vor zwei Jahren er ist 

deTte°Ä el1 TeCh - nik r Last «“ i e g en - Im zweitenFall hat 
j .? cb ual ein aufs äusserste heruntergekommenes Indivi- 

Der Fi^iffw St a r ° SS T’ aber g T ut bewe g |ieh em Pyloruscarcinom. 
„’P 16 " 8 w “r d f, geringer Hoffnung auf Drängen der Kranken 

erzfeit worden T hfi,r cht wäl : e hier doch noch ein theilweiser Erfolg 
ahor Hin T 1Da ^ Slcl1 mifc der ^ astro ©nterostomie begnügt, 

das Fehle^ vÄ 611 ; d6r der grosse Turaor abgrenzbar war, 

Im dritten p ta f’ aswar für den Operateur zu verführerisch, 
dfe 2 l F , U i| b '?J V .° n Torn herein eine leichte Bronchitis, 
von =t„tt? • 1 ma e h . ch ’ trotzd « m die Wundheilung vorzüglich 
e-enommen^iaH 1 “ U ” d b . rotzdam d *° Kräfte der Kranken bereits zu- 
keit krnmen h d 4 n Z - U i el - Dei ' P lleilmonie entwickelte; diese Zufällig- 
Au mmrTllt ' hei keiner grösseren Operation auschliessen, der 
‘ allt " lcb ‘ dem speciellen chirurgischen Eingriff zur Last. 
Fräulein p el ' Frank e n . <Le die Operation überstanden, kennen Sie 
K PaU V dl ! Im Februar 1891 °P erirt wurde, «nd Frau 
3; r) ^ e " b “ [ ' n - bel der der Krebs am 4. März d. J. entfernt wurde; 

Ai Pf b 6S vor ^ re ^ lc k, Frau Weissenborn hat in diesem Jahre 
angenommen. Der dritte Kranke, der die Operation 
«tnvK vä sb etwas länger als ein Jahr am Leben geblieben, er 
starb, nachdem er sich geraume Zeit vortrefflich befunden hatte, 

ausserordentlFch n erholt AUCh ^ jÜngSt hat Sich bWeitS 


- / } 

er bemerkt’aimdVücMici, “ dass^dil 0 ^..!. Kran 1 ke t n 2 = 22 °/o, ahe'r 
durchkamen; die gleiche Erfahrung hah«„ w ***,* «Porten glatt 
roitgetheilt: auch bei itaen ^nd dl P n ,Ä raske > und H ahn 7 ) 
günstiger geworden. d dle Fesu tate Ton Jahr zu Jahr 

2 5 erk *d- Wochenschr- 1894, No 20 21 

3 ) Tra'itemBnt me h : Wochenschr - 1894. No. 30. 

*) lÄ n ; B te C Z er d ,° r< n St0mac ' Paria 1892. 

5 ) Correspondenzbktt ffir SS atlona l en Con & res ses, Bd. HI. 

6 ) Berlinir w?« w J Schweizer Aerzte 1898. 

; berliner khn. Wochenschr. 1894, No 20 21 

^ Deutsche med. Wochenschr. 1894, No. 43. 


Name 


Alter 


Datum der 
Operation 


1. Paul . . . 

2. Lübeck . . 

3. Klett . . . 

4. L. 

5. Weissenborn 


46 Jahre 
46 Jahre 

37 Jahre 

40 Jahre 

45 Jahre 


6. Link . 

7. Stock . 


• I 63 Jahre 


Ergebniss 


11. Febr. 1891| Vorzügliches Befinden. 

[30. Juni 1892* Gestorben 1. Juli 1892 an Blu¬ 
tung aus einem Stichcanal. 
Gestorben 22. Februar 1893 an 
Bronchopneumonie. 
Gestorben 13 Monate später 
an Recidiv. 

Zur Zeit gutes Befinden (41Pfd. 

Körp e rge wichtszunah me). 
Gestorben 16. April 1894 im 
Collaps. 

Rasche Erholung (bis 12. De¬ 
zember 1894 beobachtet; Zu¬ 
satz b. d. Correctur). 


13. Febr. 1893 

3. Mai 1893 

4. März 1894 
|l4. April 1894; 


| 48 Jahre j 5. Nov. 1894 


!) Zeitschr. f. Chirurgie, Bd. XXV, S. 524. 
) .Ueutche med. Wochenschr. 1894, No. 30. 


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3. .Januar. DEUTSCHE MEDIZINISCHE WOCHENSCHRIFT. 

Von den acht Krebskranken, bei denen die Gastroenterostomie 
angeführt wurde, ist keiner zugrunde gegangen. Alle erholten 
n'ch rasch, wurden mehr oder weniger ganz beschwerdefrei und 
nahmen au Körpergewicht zum Theil erheblich (bis zu 30 Pfund) 
zu. So. 2 befand sich länger als acht Monate ganz gut. In zwei 
Fällen, Xo. 4. 6, Hat der Tod schon nach drei Monaten ein. Hei 
Xo. 1 habe ich über den Ausgang nichts erfahren können. Vier 
Patienten leben noch bei zum Theil vortrefflichem Allgemeinzustand, 
sie befinden sich füuf bis neun Monate nach der Operation. No. 3 
hat sogar in der Zwischenzeit concipirt und eine künstliche Früh¬ 
geburt 1 ) gut überstanden. Will man diese Ergebnisse recht 
würdigen, so muss man bedenken, dass es sich ausnahmslos 
um vorgeschrittene bösartige Processe handelte, bei 
denen der Eingriff unternommen wurde: alle Kranken waren im 
Stadium schwerster Unterernährung, sie waren durch hartnäckiges 
Erbrechen und anhaltende Schmerzen bedeutend heruntergekommen 


13 


X a m e 


Alter 


Datum der Operation 


1. Lintow . 

2. E. . . . 
Baiinurart. 

4. L. . . . 

5. Polensky . 
<!. Sichert . 
7. Musculus 
<S. (rlaW(‘. . 


56 Jahre 
40 Jahre 
31 Jahre 
40 Jahre 

49 Jahre 

50 Jahre 
55 Jahre 

51 Jahre 


19. September 1891 
21. Februar 1893 
6. Februar 1894 
11. Februar 1894 
24. Mai 1894 
4. Juni 1894 
12. Juni 1894 
21. Juni 1894 


Betrachten wir also die Statistik mit Kritik und berücksich¬ 
tigen tnr auch die Ergebnisse gesonderter Zeitabschnitte, so haben 
wir Erfreuliches von den gemachten Fortschritten zu berichten 
Es erhel f schon aus den Mortalitätsziffern, dass die Resection die 
jrelährlielicre Operation ist: sie dauert länger (zwei bis drei Stun- 
T?J' • f stellt demgemäss höhere Anforderungen an die 
ÄW Kranken, und ihre Technik ist schwieriger, 
efahr laufen die Kranken immer, und nur wenn man die aller- 

■ 6 die - eD Eiugriff rescrvirt , ist das Risieo nicht 
rafürhut 5 ff" 1 f dei ; eß f. m fr eifen deren Operationen wegen Krebs. 

IMwhi? t dle Chance ’ llicht nur ™ seinem augen- 

blidhchen Leiden befreit, sondern auch für geraume Zeit ffesmd 

werden vl . eI1 f lc ^ so £ ar dauernd geheilt zu werden^ Wir 

suhtwol! • , h ! n . ,r&lsche Vorgehen befürworten, wenn der Fall aus- 
M^ollLst, d. h. wenn der Patient nicht zu sehr herunter- 

^ lo ^ a .^ B . efund günstige Erwartungen 
i 3 p S f- ü Ieichfc lst es ’ ein Unheil öb <* die ver- 
< m d d If des Patienten zu gewinnnen: hier wird der Zu- 

allem der wfl? n b M nden f’ 1 der 9™ 1 der Abmagerung und vor 
i«t pc War« einen Maassstab an die Hand geben. Enorm schwer 

Krtrankuuf"voi" Eröff^ ^ vo “ dem Ulnfan ? der cai-cinomatösen 
täuscht sich l»?cht E -^ ff n der BauehhöhJe z« erhalten. Man 
häsioura und CtlMf ^ t e , Grös f« der trebsigen Wucherung; Ad- 
bei gewissenhaftester dun & können sicb dem Nachweis auch 
scheinbar v(inst asten £?, ter8Uehu ?S entziehen. Unter den 

'tele als ungÄ£für fe' p erwe ;? en Sl ^ nachträglich noch recht 
indicireiid sind üuzusehen^! Resectl0n - AIs . diese Operation contra- 
Bildung » Ä ',‘? t '! ,de,tl,el " Grösse der Neu- 
müsste. ferner auseednW 'v Hä fte des Magons entfernt werden 
l’ancreas. Infcct?»* ^ ‘ Yj rWach £ unge “ mit Leber oder 
Netzes, eiuilieh meist aiuh 0r ° ane ' s Peeiell auch des 

die Tumescenz derael^f A f, S f h . we " u "K der Drüsen, obgleich 
Heerdes noch nicht mit •? der .^ äbe des carcinomatösen 

spricht. mit ^ lcberb eit für ihre maligne Erkrankung 

__ (Fortsetzung folgt.) 


gSo uL ^to K Te“ e rhuH r i Apparate oiustellcn, die , 

An der vielfaches übertreffon L 

von der ganzen AnÜ^e ein !ie.“tl!chl BM “ “' Cht u S ° hw ?f fa ü on - sicl > 

Sä äs, 

öteää sä. v^ut! 

tst 

s£s£?f ■SS 

immmä 



1. Serumgewinnung. 

2. Stcrilisirangsrauin. 

3. Brutraum. 

4. u. 5. Laboratorien. 

6. Spülraum. 

7. Kleiner Stell. 

8. Gang. 

9. Operationsrau m. 

10. u. 11. Ställe. 

12. Tsolirställe. 

13. Futterkammern. 


»in i . ^ Fe wületon. 

" «gen zur Serumgewinnnng iu den Höchster 
T arbwerken. 

Noch “ D H r ' ßenario ’ Arzt in Frankfurt a. M. 

^ «^gremteB’LÄJrinnllrtSt^ .^[""‘herapie ««« dem Rahmen 
l'' H»chste Farbwerke den BeTrYwI,^ 011 5 erau sgewachsen waren, haben 
j. le! *r Richtung ihr vollste« T» t unt,en un d experimentellen Forschungen 
Hf«* W eise untoretatw INI ^° SSe zu ^vandt und dieselben in der 
vänSt Chn j en Und das Heilserum^™ 6 ? nU A,? ie W . ;ind< r des Laboratoriums 
,jp. , u . ß d erprobt, wird haben i- n «® r ,^ b « e ™ 0,n beit der Acrzte ange- 
. Antuoxjjjg selb t . ’ dJ - die Höchster Farbwerke die Gewinnung 

Ät de t- Leitun ? erptebterK5S g0 ?°J? lm ? n ^ d auf ihrem Areal 
' ^ nt er Anwesenheit von l? ^. ebe J l d e s Riesenlaboratorium einge- 
? rd en vor kurzem 2 Pr . of - Behring und vielen 

i'i'h? nt nd °T S lst sow °hl für den p n ^ U1Chke i teu lhrer Bestimmung über- 
'« •5 DeInter ^o, die Einrieht^nn^ 111 ^ 11 a 8 aucb für den Fernstehenden 

---L Clnpm ,lact «riologischen Lahnrit de - rSe ken ? ennen zu ^ ernen - Wer 
- gischen Laboratenum gearbeitet hat, der muss sein 

^ «in. Wochenschr. 1894, No. 50 . 


cultu^^ftanr^iSV^ d einzelnen Kolben mit Diphtheriebouillon- 
das nfnMhpri^ft Chen na( h . ® mer bestimmten Zeit des Verweilens 
das Diphthenegift gewannen wird. Dieses Diphtheriegift ist stet«; 
" r s ™ ®«p» in verschiedenen öiftigkeifsgraden vor- 

S® 1 , D f . stark . ste Gift, das jetzt Herr Sanitätsrath Libbertz in 
Händen hat, ist ein zwanzigfaches Normalgift, d. h. 0,005 ccm dieses 
S l _ ft o5 |® nH b ren ’ üm em Meerschweinchen im Gewicht von 300 g in 24 
hi^ t n Dd i! n ZU ^dten; eine solche Virulenz des Diphtheriegiftes ist 
bis jetzt noch von keiner Seite erreicht worden. — Während in diesem 
Raum dm Wärme m den Dienst der Sache gestellt ist, ist es in dem an 

KäP.p S wol i r tl |? ri - SI ? lim n aU - f der anderen Seite anstossenden Zimmer die 
h p bei d ! r ? e , wmn V ng des Blutserums zur Anwendung gelangt. 

Raume befinden sich drei grosse Eisschränke, in welche das 
' on den Thieren gewonnene Blut - in hohen Standgefässen aufgefangen 
- zur raschen Abscheidung des Serums gebracht wird. Das abgeschie- 
2,“® 7“..^ m .grosse Sammelgüfltese gegossen und bei niederer 
lemperatur bis zur weiteren Verarbeitung aufbewahrt. 

An den Brutrauin anstossend und mit den übrigen Räumen in Ver¬ 
bindung stehend befinden sich zwei Laboratorien, welche nach den 
neuesten Erfahrungen eingerichtet und mit den modernsten Apparaten aus¬ 
gestattet sind Hohe lenster gewähren dem Tageslicht vollen Zutritt 
lur die mikroskopischen und sonstigen Arbeiten, während sich für die 
zu den Injectionen bestimmten Gifte, welche von Luft und Licht ab¬ 
geschlossen sein sollen. Schränke an den Wänden entlang ziehen. Hier 
ist für jedes Thier ein besonderes Protokollbuch angelegt, welches 
eine rasche und genaue Orientirung ermöglicht. Hier werden auch die 
Versuche an kleinen Thieren vorgenommen, und es befindet sich neben 
dem öpülraum ein kleiner Stall, in welchem die zu den Experimenten 
n Obigen Thiere, fast ausschliesslich Meerschweinchen, aufbewahrt werden. 

Wir verlassen nun die eigentlichen Arbeitsräume und gelangen durch 
den oben erwähnten Gang zu den Thierstüllen. Man erreicht zunächst 
den Operationsraum, in welchem die Injectionen und Blutentnahmen 
vorgenommon werden. Der Raum ist ausserordentlich hell; der Fass- 


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DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT 


H_ _ ; __ __ 

hoden, dio Decke, die WSude leicht zu reinigen und aseptisch z.i halten 
An einer einfachen Vorrichtung werden die Thiere befestigt und die 
nöthigen Manipulationen an ihnen vorgenommen. Dieser Operational aum 
ist auf beiden Seiten zugüngig und »t» 1 “, in uiim'Ue'barcr \ erbindmng mit 
den Thierställen, welche man als ideale Stalle bezeichnen kann. Hoch, 
hell luftig, sind die Räume durch Dampfheizung auf eine angemessene 
Temperatur gebracht. Bei der Aufführung der Gebäude ist brennbares 
Material nach Möglichkeit vermieden worden, so dass bei einer heueis- 
gefahr für dio Thiere die grösste Sicherheit besteht, Ueberall herrscht 
die peinlichste Sauberkeit, und man merkt den Jhiercn auch sichtlich an, 
dass P sio sich in ihrer Behausung wohl fühlen. Zur Zeit sind m diesen 
Ställen 60 Pferde untergebracht — es ist aber Raum für gegen 100 1 »eid 

vorhanden-, fast ausschliosslich edles Material, das sich -wie der 

Fachausdruck lautet — in der besten Condition befindet. Man merkt 
den Thieren nicht an, dass einzelne von ihnen schon über ein Jahi lan e 
immunisirt werden, alle haben ein vortreffliches Aussehen, sind niuntei, 
nur einige, die erst vor wenigen Stunden colossalc Mengen Diphthone- 
gift injicirt erhielten, lassen die Kttpfe etwas hängen Täglich zwo - 
mal wird die Tomperatur der Thiere gemessen, allwöchentlich ihr 
Gewicht festgestellt, täglich werden sie im Freien J^wTgt. Ausser 
den zwei grossen Ställen, in welchen das Gros der Pterde untergebracht 
ist, sind noch kleinere Ställe für zwei bis drei Pferde vorhanden, 
die zur Isolirang von Thieren dienen. Bevor jedoch ein Pion in Angritt 
genommen wird, wird es in einem weit entfernt liegenden Stall längere 
Zeit beobachtet, und erst dann, wenn cs vollständig gesund befunden, itti 
Immunisirungszwecke verwandt. Die Höchster Farbwerke benutzen zur 
Gewinnung des Heilserums aus mehrfachen Gründen jetzt ausschliesslich 
Pferde, und 15 prächtige Kühe, viele Hammel und Ziegen, welche vorher 
in Gebrauch waren, sind jetzt von der lmmunisirung ausgeschlossen 
worden. Die Blutgewinnung ist bei Pferden eine sehr einfache und 
saubere, und wir waren gerade Zeuge, wie ca. 201 Blut verschiedenen 
Thieren abgezapft wurden. . „ . ,, 

Um nun den Weg zu verfolgen, der m der weiteren Behandlung 
des Blutes (ungeschlagen wird, müssen wir uns wieder in den oben 
erwähnten Serumgcwinnungsraum zurückbegebeu. Ich habe schon 
geschildert, dass das Blut in den Eisschrank gestellt wird und nach 
der Abscheidung das Serum in grossen Gewissen gesammelt wird. 
Das gewonnene Serum wird nun, um es vollständig klar zu erhalten, 
filtrirt, auf das genaueste auf seine antitoxische Kraft geprüft, die nach 
einigen Tagen festgestellt ist. Es wird dann sorgfältigst auf seine Keim¬ 
freiheit bacteriologisch untersucht und zur besseren Conscrvirung mit 
0,5% Carbol versetzt. Von da aus gelangt das Serum — selbstverständ¬ 
lich immer in sterilisirten Gefässen — in die Räume, in denen es in die 
Fläschchen abgefüllt und versandfähig gemacht wird. Und zwar ist für 
jede der drei Serumsorten ein gesonderter Raum vorhanden, um alle Ver¬ 
wechslung auszuschliessen. Das Serum wird in bürettenförmige Apparate 
gegossen und das nöthige Quantum in die Fläschchen direkt eingefüllt; 
eine zweite Person verkorkt cs, wobei die Korken mit der Pineette an¬ 
gefasst werden, eine dritte markirt, so dass jede Procedur von einer 
anderen Person vorgenommen wird. Jedes Fläschchen wird dann im dureh- 
fallenden Licht noch einmal geprüft, ob sich vom Korken oder vom Glas 
keine fremden Bestandteile beigomengt haben. Ist dies der Fall, was 
ja leicht Vorkommen kann, dann wird das betreffende Fläschchen in ein 
hohes Standgefäss gegossen, in welchem die Beimengungen sich zu Boden 
setzen, während das klare Serum dann wieder abfiltrirt wird. Jedes 
Fläschchen erhält ausser der Qualitätsmarke noch eine fortlaufende sogen. 
Operationsnummer, aus welcher für die Fabrik die Provenienz des Serums zu 
ersehen ist. Ausserdem worden für jedes Serum Controllfläschen aufbowahrt. 

Die genauen experimentellen Prüfungen der Diphthetiegifte und 
Serumsorten erfordern natürlich auch eine Menge von Meerschweinchen, 
an welchen diese Prüfungen vorgenommen werden. Zu diesem Zwecke 
hat die Fabrik eine eigene Zucht angelegt-, welche, was dio praktische 
und hübsche Einrichtung anlangt, in nichts der für die grossen Thiere 
nachsteht. Hunderte von Meerschweinchen tummeln sich in ihren Räumlich¬ 
keiten, und aus ihnen wird der tägliche Bedarf für die Versuche gedeckt. 

Ich habe meiner Schilderung nichts mehr hinzuzufügen als meinen 
verbindlichsten Dank an Herrn Sanitätsrath Libhertz und Herrn Direktor 
Prof. Laubenheimer für die liebenswürdige Aufnahme und bereitwillige 
Führung durch die Anlage. Man kann dieselbe als mustergültig und un- 
übertreffbar bezeichnen. Nur ein derartig eingerichteter Betrieb ist im¬ 
stande, den Bedarf zu decken und solche Versandzahlen zu erreichen, wie 
sie von Sanitätsrath Libbertz in No. 49 des vorigen Jahrganges dieser 
Wochenschrift mitgetheilt wurden. 


No. 1 


Hoher die Bedeutung der Hamburger Epidemie in der Cholera- und 
in der allgemeinen Scuchongeschichte herrscht in der wissenschaftlichen 
Welt wolü völlige UeberoinStimmung. Wie die Epidemie trotz aller 
Schrecken auf dem Wege der analytischen Aufklärung ihrer I urchtbar- 
keit entkleidet wurde, legen die Abschnitte Uber den Weg ihrer Ver¬ 
breitung ob die Cholera in Hamburg von Russland oder Frankreich 

oder anders woher eiugesclileppt worden sei, hat allerdings auch Gaffky 
nicht endgültig zu entscheiden vermocht. R. Koch hatte bekanntlich die 
Vermuthung ausgesprochen, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die Ein¬ 
schleppung der Seuche durch russische Auswanderer erfolgt sei,^sich hier¬ 
bei auf die Thatsache stützend, dass die Gegend des kleinen Grasbrook, 


VH. Oeffentliches Sanitätswesen. 

— Die Cholera im Deutschen Reiche im Herbst 1892 und Winter 
1892/98. Arbeiten aus dem Kaiserl. Gesundheitsamte X. Bd., H. 1. 

Die Cholera in Hamburg. Im Aufträge der Reichs-Choleracom¬ 
mission und unter Mitwirkung der Herren Dr. Schmalfuss, Dr. G. 
Koch, Dr. Maes, Physikus Dr. Deneke, Oberingenieur Andreas 
Meyer und Professor Dunbar bearbeitet von Professor Gaffky. Mit 
12 Tafeln und Abbildungen im Text. Berlin, Jul. Springer. 1894. 

Infolge nicht vorherzusehender Hindernisse konnte die Sichtung des 
statistischen CJrmaterials aus der Hamburger Epidemie, sc. die statistische 
Bearbeitung der Cholerazählkarten durch den Vorstand des statistischen 
Bureaus der Hamburgischen Steuerdeputation (Herrn Dr. G. Koch) erst 
im Sommer 1893 zu Ende geführt werden. Hierdurch und durch das fast 
bis zum gleichen Zeitpunkt sich hinziehende Commissorium Prof. Gaffky’s 
(sich dem Hamburger Senat als Berather in hygienischen Fragen und zur 
Leitung bacteriologischer Untersuchungen zur Disposition zu stellen) trat 
die Verzögerung des vorliegenden werthvollen Berichts ein. 


dasjenige Gebiet angesehen v _ , . 

Cholerafülle in der Zeit zwischen 10. und lo. August erfolgt ist. 

Gegen diese Ansicht ist hauptsächlich geltend gemacht worden, dass 
in der Auswandererbaracke der erste sicher constatirte Cholerafall vor- 
«rekommen sei zu einer Zeit, wo die Epidemie schon einen beträcht- 
fichen Umfang gewonnen hatte. Das ist in des Timt richtig, aber nach 
Gaffky’s Meinung nicht gegen Koch zu verwortheu, da erst, während 
der Hamburger Epidemie der bis dahin nur vormuthete Satz, dass der 
Infection ausgesetzt, gewesene Personen den specifisehen Keim in ihren 
Därmen beherbergen und mit ihren Dejectionen entleeren können, ohne 
dass cs bei ihnen auch nur zu einer Diarrhoe kommt, bacteriologiscli fest- 
gestellt worden ist. Da ferner bekannt ist. dass in den Ausleerungen 
von Personen, welche einen Choleraanfall Uberstanden haben, die Vibrionen 
unter Umständen selbst wochenlang im lebenden Zustande sich vorfinden 
können, so wird man dic^Wahrscheinlichkeit der Koch’schen Annahme 
kaum bestreiten können. 

Gaffky weist aber auch auf einen anderen Weg hin, auf welchem 
eine Infection des Hafenwassers erfolgt sein kann. Man braucht nämlich 
nur auzunehmeii, dass die Abtritte des Venloer Bahnhofes von^ der einen 
oder anderen, aus verseuchten Gegenden zugereisten und den Krankheits- 
keim beherbergenden Person benutzt worden sind. Das Siel des nahe 
der Elbe gelegenen Bahnhofes entleert seinen Inhalt direkt in den sog. 
Magdeburger Halen an einer Stelle, welche von dem freien Strom nur 
wenig entfernt ist. Endlich besteht noch die Möglichkeit, dass die Cholera 
auf dem Wege des Schiffsverkehrs, namentlich von Havre aus, woselbst 
Mitte August täglich durchschnittlich 20 Personen daran erkrankten, in 
Hamburg eingeschleppt worden sei. 

Schon der Umstand, dass die Epidemie gleichzeitig und plötzlich 
über das ganze ausgedehnte Stadtgebiet horeinbrach, musste den Ver¬ 
dacht auf eine Infection der Wasserleitung lenken, zumal durch dieselbe 
oin Wasser geliefert wurde, welches direkt aus der damals der \erun- 
reinigung durch Choleradejectionen zweifellos ausgesetzten Elbe entnom¬ 
men und vor der Einleitung in das Rohrnetz der Stadt keinerlei Reini¬ 
gungsprocessen unterzogen worden war. Der letzte Zweifel an diesem 
Verdachte musste aber verstummen angesichts der Thatsache, dass die 
Cholera an der politischen Grenze gegen Altona Halt gemacht hatte. Ein 
so schroffes Abschneiden mit der Grenze ist nur dadurch zu erklären, 
dass die entscheidende Ursache der epidemischen Verbreitung auf der 
einen Seite vorhanden gewesen, auf der andern gefohlt hat, — und unter 
Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Verhältnisse kann nach 
Gaffky’s Ansicht jene Ursache lediglich in der mangelhaften Beschaffen¬ 
heit des Leitungswassers gesucht werden. Das Gewicht der Argumen¬ 
tation wird dadurch nicht erschüttert, dass in keinem Falle der Nachweis 
der Vibrionen im Wasser gelungen ist. — Von Anfang an hatte die 
Seuche die Neigung, sich mit erschreckender Schnelligkeit auszudehnen. 
Während der erste Fall am 16. August sich ereignete, sind für den 20. 
schon 60 Erkrankungen, für den 21. 113 gemeldet worden. Am 27. August 
erreichte die Zahl ihre grösste Höhe 1024, stieg am 30. nach einem vor¬ 
übergehenden Abfall noch einmal auf 1008, um von da schnell und stetig 
abzunehmen. Am 12. November schien dio Epidemie endgültig erloschen 
zu sein, allein schon am 8. December begann eine kleine Nachepidemie, 
die über den Winter sich hinzog. ln der Zeit vom 16. August bis 12. No¬ 
vember sind im ganzen 16956 Erkrankungen mit 8605 Sterbefallon an 
Cholera vorgekommen. Diese vortheilen sich zwar über das ganze Stadt¬ 
gebiet, aber in sehr ungleichem Verhältniss auf die einzelnen 36 Wohn¬ 
bezirke. Während in Harvstehude, dem vorzugsweise von Reichen be¬ 
wohnten Vororte, auf 1000 Bewohner nur 10,11 Erkrankte kommen, ent¬ 
fallen in den vereinigten Bezirken Veddel-Pute-Kalthofo auf dio gleiche 
Zahl Bewohner 120,07 Erkrankte. Die Vermuthung, dass mit der Häufig¬ 
keit der Erkrankungen die Sterbensgefahr zunehme, hat sich nicht be¬ 
stätigt. Der am meisten heimgesuchte Bezirk Veddel-Pute-Kalthofe hatte 
eine Sterblichkeit von nur 22,80, während Horn mit der vergleichsweise 
so niedrigen Morbiditätsziffer von 11,14 auf 1000 Bewohner die grösste 
Sterbensgefahr von 64,29% aufweist. Durchschnittlich ist die Hälfte.der 
Befallenen gestorbon. Ebensowenig hat sich der aus früheren Epidemieen 
hergeleitete Erfahrungssatz, dass an den Montagen die Zahl von Er¬ 
krankungen infolge der unvorsichtigeren Lebensweise während der Sonn¬ 
tage grösser sei als an den anderen Tagen, bestätigt. Die meisten Er¬ 
krankungen wie Sterbefälle fanden am Freitag statt, worauf der Sonn¬ 
abend folgt; die am Freitrag Erkrankten weisen gleichfalls die grösste 
Sterblichkeit auf. — Das weibliche Geschlecht war etwas mehr vor der 
Erkrankung geschützt als das männliche; die Sterbensgefahr war aber bei 
ihm grösser. Wöchnerinnen waren nicht nur besonders empfänglich für 
Cholera, dieselbe nahm auch häufig bei ihnen einen tödtlichen Verlauf. 

Bei beiden Geschlechtern fiel die Erkrankungsziffer in den ersten 
vier Quinquennien stetig, die Altersclassen vom 7. bis 20. Lebensjahre 
zeigten die geringste Empfänglichkeit, das 18. Lebensjahr die geringste 


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DEUTSCHE MEHK.TNISCHE WOCHENSCHRIFT. 


3. .Januar. ----- - 

^rblichkoitsziffer. Die Gefahr wachst alsdann mit grosser Regelmässig, 
k 't bis sie im Alter von 65. bis 70. Jahren ihren Höhepunkt erreicht. 
-Fine relative Immunität zeigten die Juden, was wohl einerseits auf 
ji ,'^se Sorgsamkeit bei Störungen des körperlichen Befindens, anderer- 
-eits" auf das überaus seltene Vorkommen von Alkoholisten unter den 
hiden und drittens auch auf eine besonders sorgfältige Beachtung der 
Warnun* vor dem Genuss des ungekochten Leitungswassers zuriickzu- 
tuliren sein dürfte. — Durch das Ueberstehen der Krankheit wurde eine 
Immunität nicht erworben, innerhalb einer und derselben Epidemie kann 
dieselbe Person wiederholt erkranken. Der schon vor 35 Jahren von 
Griesinger aufgestellte Satz: die Cholera ist überwiegend eine Krank¬ 
heit des Proletariats, — hat in der Hamburger Epidemie seine volle Be¬ 
stätigung gefunden. Die Gefahr des Erkrankens an Cholera stand im 
„rossen °und ganzen im umgekehrten Verhältnisse zur Höhe des Ein- 
konmiens: die Sterbensgefahr aber war in allen Classen fast die gleiche. 
Von wesentlichem Einflüsse werden die Wohnungsvorhältnisse erachtet, 
wobei dieselben nach drei Richtungen zu unterscheiden sind: die Dichtig¬ 
keit des Wohnens, die Lage der Wohnung im Hause nach dem Stock¬ 
werke. die topographischen Höhenlagen. Mit der zunehmenden Bevöl¬ 
kerungsdichtigkeit stieg die Zahl der Erkrankungen, doch haben sich bei 
durchaus gleichen Wohnungsverhältnissen in demselben Hause die rein¬ 
lich gehaltenen Haushaltungon einer gewissen Immunität erfreut. 

Das Einfamilienhaus zeigte die geringste Erkrankungs- und Storb- 
lichkeitsziffer. In Bezug auf die Stockwerkslage steht am günstigsten 
der Erdgeschoss da, es folgt auffallonderweise nicht das erste Stockwerk, 
sondern das dritte und vierte und hierauf erst das erste, dann das zweite. 
Diese sonderbare Erscheinung mag ihren Grund zum Theil darin haben, 
dass nach dem Baupolizeigesetz vom Jahre 1882 die Hintergebäude ausser 
dem Erdgeschoss nur zwei Stockwerke besitzen dürfen. 

Die in den Vororten entstandenen Arbeiterwohnungen sind demgemäss 
vorwiegend in den ersten und zweiten Stockwerken belegen, während die 
Vorderhäuser mit ihren dritten, vierten und höheren Stockwerken meist 
theurere Wohnungen enthalten. Die höchste Erkrankungs- wie Sterb¬ 
lichkeitsziffer weisen die Kellerbewohner auf. Ein Einfluss der Höhen¬ 
lage und Oberflächengestaltung auf die Verbreitung der Cholera hat sich 
nicht geltend gemacht. Die Bewohner der auf der höchsten Geest be¬ 
logenen Wohnungen (mehr als 22 m über dem Nullpunkt des Pegels) sind 
nahezu ebenso schwer von der Seuche heimgesucht worden wie die Be¬ 
wohner der Marschdistricte. Für die Beurtheilung des Einflusses, wel¬ 
chen Beruf und Beschäftigung hatten, ist das statistische Urmaterial ganz 
unzureichend. 

Auffallend war eine gewisse Immunität der Leder- und Cigarren¬ 
arbeiter. \on 246 Arbeitern in Lederfabriken ist nur ein einziger, von 
4118 Cigarrenarbeitern bezw. -Arbeiterinnen sind nur sechs gestorben. Die 
geringe Erkrankungsziffer unter den Brauern erklärt sich daraus, dass 
ihnen neben Bier in reichlichster Menge unverdächtiges Wasser (meistens 
ans artesischen Brunnen) zur Verfügung stand. Am härtesten betroffen 
wurden die Arbeiter in den Gasanstalten, von denen 7°/o starben. Dass 
lür intelligente und reinliche Personen die Behandlung und Pflege von 
f holmkranken und überhaupt der Umgang mit ihnen nur eine sehr ge- 
rmge Gefahr mit sich bringt, dafür sprechen die Hamburger Erfahrungen 
in überzeugender Weise. Von nahezu 400 Aerzten Hamburgs ist trotz 
' ei ^stTensrendsten und aufopferndsten Thätigkcit nicht ein einziger, von 
• en zahlreichen auswärtigen Aerzten, welche ihre Dienste während der 
r.piaemie zur \ erfügung gestellt haben, nur einer, von 836 Angestellten 
es neuen Krankenhauses sind nur sechs der Seuche zum Opfer gefallen, 
„j ij er Kegri. dass die Cholera im nördlichen Deutschland die Sommer- 
i,mm r‘^fallender Weise bevorzugt, hat auch die Ham- 
/ \? er "Pmemie keine Ausnahme gemacht. Bekanntlich sieht Petten- 
f-L . er . en Grund für dieses auffallende jahreszeitliche Verhalten der 
. ,.. Pra !‘ rs ^ er m der von der Menge der atmosphärischen Nieder- 
morLn abhaa " ei ' f i en Bodenfeuchtigkeit. Es hat sich in Hamburg ein be- 
... j , ^" ertaer ^ usa mmenhang zwischen der Niederschlagsmenge einerseits 
\'i.-(lprs*Ma - tC i n ^ er Cholera nicht nachweisen lassen, die wechselnden 
V , ‘ß e Slaf ‘ von keiner entscheidenden Bedeutung gewesen. 
rriflVn LT i " aassr fgeln, welche zur Bekämpfung der Epidemie er- 
T [ kann hier ebensowenig eingegangen werden, wie auf den 
nach der ia . |! or -»Anlagen 4 *, in welchen einmal das gesammte Material 
worden .; a p’^'hen Seite mir ungemein grosser Genauigkeit verarbeitet 
w>-en Hin v ? as ^esinfections-, Krankentransport- und Leichen- 
dt?n <?"r-btiLn ^“^^swasserversorgung, die Verbreitung der Cholera in 
handelt mf r! lte n in überaus klarer und fesselnder Weise ahge- 
anlägülici, Herr -P ° D - ® cb j uss macht der Bericht über die Arbeiten des 
'hem nur j- errichteten hygienischen Laboratoriums, aus wel- 
mittet Hp’ p P^Gsch wichtige Thatsache erwähnt sein mag, dass es 
1*13 TaffpnVi. i on y^. a “ rcns gelungen ist, aus einem Stuhle noch nach 
Dh C . holerav,bri onen zu isoliren. 

im tc-eruli!^ zu enva| 'tonden Hauptabschnitte des Gesammtwerkes sind 
ntteen ? ^^ch - nach Strom-«-* — — 

4 - n - an geordnet, 

Krankenpflege. 

rieht über die städtischen Heimstädten für Genesende 
v in Berlin. 

'altungsbericht des Magistrats zu Berlin für die Zeit vom 

Währ • ‘ April . 1893 bis 3L Marz im - 

m ßWkenbnnr^ 1 ^ 1 / u der städtischen Heimstätten für Genesende 

cp lben Weise »iS n * * m Berichtsjahre April 1893/94 in der- 

^Glfhnw vom T„r iqao WIG * n .^ e ? Voijahiren, wurde die Anstalt in 
lw.t an lediglich zur Aufnahme schwindsüchtiger 




nach Stromgebieten und Fluss- 
Wernich (Berlin). 


Männer bestimmt, und die Heimstätte für Wöchnerinnen in Blankenfelde, 
welche boreits im November 1892 wegen zu geringer Benutzung geschlossen 
worden war, mit schwindsüchtigen Frauen belegt. Zur Verfügung standen 
in Blankenburg 54 Betten und bei Hinzunahme der Baracke während der 
Sommermonate 70 Betten, in Ileinersdorf 60, in Blankenfelde 60, in 
Malchow bis Februar 1894 96, von dieser Zeit ab nur 86, im ganzen also 
286 resp. 287 Betten. Verpflegt wurden in Blankenburg 538 genesende 
Frauen und Wöchnerinnen, in Heinersdorf 562 genesende Männer, in 
Blankenfelde 64 tuberkulöse Frauen, in Malchow 422 tuberkulöse Männer 
und 32 tuberkulöse Frauen. Die Belegung der Heimstätten schwankte in 
den einzelnen Monaten recht erheblich. In Blankenburg und Heinersdorf 
erreichte die Belegungsziffer in den Monaten Mai bis OcLoher 1892 das 
2 l h- bis 3fache der übrigen Monate; in Blankenfelde nahm die Zahl der 
Pfleglinge bereits im November 1893 um 60 % ab und hielt sich bis Endo 
des Verwaltungsjahres auf ungefähr gleicher Höhe, während der Zuzug in 
Malchow in jedem Monate stieg, und zwar von durchschnittlich 42 Pfleg¬ 
lingen im April 1893 bis auf 75 im März 1894. 

In Blankenburg wurden im Berichtsjahre 515 Reconvalescentiunen 
aufgenommen, unter diesen 22 Wöchnerinnen. Die Pfleglinge vertheilen 
sich auf die verschiedensten Altersstufen; 447 standen im Alter von 10 
bis 40 Jahren. Die Ursachen der Aufnahme in die Anstalt waren der 
Hauptsacho nach folgende vorangegangene, theilweise noch bestehende 
Krankheiten: Bleichsucht (153), Blutarmuth (28). Magengeschwür (24), 
Typhus (24), Unterleibsleiden (60) und schweres Wochenbett (22). Unter 
sämmtlichen Pfleglingen hatten 496 in 13342 Verpflegungstagen 1563 kg an 
Körpergew icht zugenommen, demnach im Durchschnitt 3,15 kg in 26,8 Tagen. 

Von den in Heinersdorf verpflegten 547 Reconvalescenten standen 
385 im Alter von 10 bis 40 Jahren, 97 im Alter von 41 bis 50 Jahren, 
54 von 51 bis 60, 10 von 61 bis 70 und 1 von 71 Jahren. 

Die häufigsten vorangegaugenen Krankheiten waren Lungenentzündung 
(70), Typhus (67). Luftrührenentzündung (61), Influenza (32). Rheumatis¬ 
mus (47), Brustfellentzündung (29), Magenkatarrh (28), Nervenschwäche (34), 
Blutarmuth (28) und Herzfehler (26). Mehrere Pfleglinge hatten die An¬ 
stalt zum zweiten und dritten Male, einer sogar zum vierten Male auf¬ 
gesucht. 

Die Heimstätte Blankenfelde wurde im Juli 1883 mit der Aufnahme 
von 17 Pfleglingen aus der Heimstätte zu Malchow als Heimstätte für 
weibliche Brustkranke eröffnet. Die gesammte Belegungsziffer im Betriebs¬ 
jahre betrug 74. von denen 12 im Älter von 10—20 Jahren standen. 23 
von 23—30. 17 von 31 bis 40, 19 von 41 bis 50, 2 von 51 bis 60 und 
1 von 61 bis 70. Die Gewichtszunahme bei den 74 Pfleglingen betrug 
241,1 kg, durchschnittlich 3.25 oder in Procenten des Durchschnitts¬ 
gewichtes bei der Aufnahme 6,6%; sie nimmt von Woche zu Woche ab 
und fällt von durchschnittlich 1,032 kg in der ersten Woche auf 0,066 kg 
in der zwölften Woche. Auch die Zahl derer, bei denen die Gewichts¬ 
zunahme andauert, sinkt successiv von 74 auf 70, 69, 56, 48, 44, 39, 35, 
30, 25, 22 und 15. 

Von den 8 an chronischem Bronchialkatarrh und Emphysem erkrankten 
Pfleglingen wurden 4 als sehr gebessert. 3 als gebessert entlassen, 1 starb 
infolge Embolie der Arteria fossae Sylvii; von 18 an Brustfellentzündung 
bezw. Lungenspitzenkatarrh Erkrankten, bei denen nur der Verdacht einer 
Tuberkulose vorlag, konnte nur eine Person als völlig geheilt bezeichnet 
werden, 13 wurden als sehr gebessert und 4 als gebessert entlassen; von 
5 nur leicht tuberkulös Erkrankten wurden 4 als sehr gebessert, 1 als ge¬ 
bessert entlassen, von 12 mittelschwer Erkrankten 7 als sehr gebessert. 
3 als gebessert; von 31 schwer Erkrankten 3 als sehr gebessert. 14 als 
gebessert. 13 als nicht gebessert; eine Kranke ist gestorben. 

In Malchow wurden 382 männliche Brustkranke verpflegt, von denen 
36 im Alter von 10—19 Jahren standen. 133 von 20 bis 29, 120 von 30 
bis 39, 70 von 40 bis 49, 18 von 50 bis 59, 4 von 60 bis 69 und 1 von 
73 Jahren. Die überwiegende Mehrzahl waren Handwerker, 13 waren 
Kaufleute und mehrere Bureauarbeiter. Die Gewichtszunahmen hielten 
sich ungefähr in den gleichen Grenzen wie boi den weiblichen Kranken in 
Blankenfelde. 

Von 33 an chronischem Bronchialkatarrh bezw. Emphysem Erkrankten 
wurden 16 als sehr gebessert, 13 als gebessert und 4 als nicht gebessert 
entlassen; von 63 an Brustfellentzündung bezw. Lungenspitzenkatarrh 
Leidenden, bei denen eine tuberkulöse Erkrankung nur wahrscheinlich war, 
wurden 6 als völlig geheilt, 40 als sehr gebessert, 15 als gebessert und 2 als 
nicht gebessert entlassen; von 86 Kranken mit leichter Tuberkulose 48 als 
sehr gebessert. 30 als gebessert, 8 als nicht gebessert ; von 91 mit mittel- 
schwerer Tuberkulose 27 als sehr gebessert, 52 als gebessert. 12 als nicht 
gebessert, und von 101 mit schwerer Tuberkulose 9 als sehr gebessert. 
29 als gebessert und 53 als nicht gebessert; 10 unter ihnen sind ge- 

Die durchschnittliche Vorpflegungsdauer in Blankenfelde und Malchow 
ergiebt sich aus folgender Tabelle (nach Wochen berechnet): 


Chro¬ 
nische 
Bronchitis^ 
und Em¬ 
physem 


Suspect auf Tuber¬ 
kulose 

Lungen¬ 
spitzen¬ 
katarrh i 


Leichte 


Mittel- I 


Pleuritis 


schwere 
Lungentuberkulose 


Schwere 


Blanken¬ 
felde 

(weibliche! ^ 

Kranke) | 7.7 . S.fi 12 *».« 11 

Malchow 
(männ¬ 
liche . . .. - w 1 t tl 

Kranke) 7,6 5.2 m - 


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Original fro-m 

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16 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


No. 1 


IJeberblicken wir insbesondere die in Blankenfelde und Malchow erzielten 
Resultate, so dürfen wir uns nicht verhehlen, dass dieselben keineswegs 
den gehegten Erwartungen entsprechen. Theihveise erklärt sich der ziem¬ 
lich ungünstige Erfolg aus dem Umstande, dass den Heimstätten besonders 
von Krankenhäusern Kranke mit weit vorgeschrittener, oft mit Kehl¬ 
kopf- und Darmtuberkulose complicirter Lungenschwindsucht zugeschickt 
werden, dass bei diesen von vornherein selbst auf eine Besserung, ge¬ 
schweige denn Heilung verzichtet werden muss. Zu dieser Kategorie von 
Kranken zählten in Blankenfelde unter 64 Plleglingon 31, in Malchow 
unter 382 Pfleglingen 101. Eine fernere Erklärung für die ungünstigen 
Resultate finde ich in der zu geringen Verpflegungsdauer, die nach den in 
Falkenstein, Görbersdorf und ähnlichen Heilanstalten gemachten Erfahrungen 
wenigstens 13 Wochen betragen muss. Da sich die meisten Pfleglinge 
in Blankenfelde und Malchow aus Mitgliedern von Krankenkassen zusammen¬ 
setzen, so wäre es bei grösserer Bereitwilligkeit der Krankenkassen und 
bei Vereinfachung des Aufnahme Verfahrens in den Heimstätten für die 
Kassenärzto ein Leichtes, den Kranken die Wohlthat einer wenigstens 
13 wöchentlichen Verpflegung in den Heimstätten angedeihen zu lassen, 
bürden Fall, dass bei Ablauf der Unterstützungspflicht der Krankenkassen 
die Erkrankten ihre Arbeitsfähigkeit noch nicht erlangt haben, eine solche 
aber nach dem Gutachten des behandelnden Arztes erwartet werden darf, 
müssten die Tnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalten eintreten, da es j 
ja auch im Interesse dieser Anstalten liegt, der Invalidität nach Möglichkeit 
vorzubeugen. | 

Wir dürfen uns auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Heim- I 
statten für die Lungenkranken au recht ungünstigen Plätzen angelegt und 
dass auch bei der Ausgestaltung der Anstalten die allgemein anerkannten ! 
Gesichtspunkte von Dettweiler nur wenig berücksichtigt worden sind. 

öchliesshch möchte ich noch den Wunsch aussprechen, dass das 
Curatonum der städtischen Heimstätten für Genesende es sich angelegen 1 
sein lasse, die entlassenen Pfleglinge nach Möglichkeit dauernd im Auge 1 
zu behalten, um die thatsächlichen Erfolge der Behandlung beurtheilen 
zu können. Mittheilungen hierüber würden den amtlichan Bericht sicher 
um vieles werthvoller gestalten. Th. Sommerfeld (Berlin). ) 


vor Schmerzen nicht bewegen, Nachmittags Temperatur 38,5. 4. December 
i Temperatur 38,6, Puls 120. Gesicht etwas abgeschwollen, dagegen die 
Hände und Arme stärker angeschwollen, doch ist das Exanthem ka 
mehr zu sehen. Patient ist sehr schwach, die Bewegungen sehr schmerz¬ 
haft. Der Rachen ist normal. Heftiges Durstgefühl. Abends Temperatur 
39,0. Priessnitzeinpackung. 5. December Temperatur 37,1, Puls 100. 

1 Gesicht und Extremitäten sind abgeschwollen, die Schmerzen sind geringer, 
so dass Patient schon im Bette gozeichnet hat und scherzt. Appetit 
besser. Druck auf die Kniegelenke und die Wadenmuskulatur noch 
, schmerzhaft. Urin trübe, schwach alkalisch reagirend, frei von Eiweis- 
Patient blieb fieberfrei. 6. December Temperatur 37,0, Puls 90. Auf 
Händen und Füssen feinkleiige, geringe Abschuppung. 

Der Knabe, wolcher gestern vor Schwäche und Schmerzen nicht 
stehen konnte, ist heute viel munterer, er kann boreits einige Schritte 
gehen, doch bestehen noch Schmerzen in den Gliedern und Druckempfind¬ 
lichkeit der Muskulatur. Während der Krankheit ist Patient sehr abge¬ 
magert. Die Reconvalescenz war eine langsame. Gegen die Schmerzen 
versuchte ich das von Scholz im gleichen Falle angewendete Phenacetin, 
doch war der Erfolg negativ. 

Dass obiger Fall als Nachwirkung des Heilserums aufzufassen ist, 
dürfte keinem Widerspruche begegnen. Er ist dem von Scholz mitge- 
theilfen Falle sehr ähnlich, bis auf die Höhe der Temperatur. Kurz zu¬ 
sammenfassend stellt er sich als eine, elf Tage nach der Injection des 
Heilserums eintretende Erkrankung mit urticariaähnlichem Exanthem dar 
wolches unter üdematöser Anschwellung zwei Tage zunahm, nach weiteren 
zwei Tagen verschwunden war. Die Temperatur stieg erst an, als das 
Exanthem bereits zurückging, und fiel kritisch nach fünf Tagen ab. Die 
Prostration und die rheumatoiden Schmerzen gingen mit dem Exanthem 
ziemlich parallel. Das Ganze machte entschieden den Eindruck einer In- 
fection resp. Intoxication, was ja plausibel erscheint. Da die Beobach¬ 
tungen derartiger Vorkommnisse noch spärlich zu sein scheinen, glaubte 
ich mich berechtigt, diesen kleinen Beitrag liefern zu dürfen, wenn 
auch die Krankengeschichte mangelhaft ist. 


IX. Mitteilungen aus der Praxis über die 
Heilserumbehandlung der Diphtherie. 

Kurze Mittheilung über einen Fall von Nachwirkung des 
Diphtlierieheil serums. 

\on Dr. Victor Habel in Troppau, österr. Schlesien. 

d iß C a die A . rtikel T der HejTen Hiublinski in No. 45 und 
ich mi. fnW^ 4 p d f l° + ngen , Jahrganges dieser Wochenschrift, erlaube 
ich mii folgende Beobachtung kurz mitzutheilen. 

DinhtwJd Ja ? re alt ?. L * bat Ä m ^bruar 1894 eine mittelschwere 
i d erchg ema cht. Am 18. November Nachmittags erkrankte der 
A G i cht T, Schut . telf rost, Temperatur 38,9, Erbrechen, Hals- 
J“J erZ m n ’ -Abgeschlagenheit. Bei der Untersuchung fand sich’an der 
Ä ten p T i° nSlllC A T etwa - 1 S? im Durchmesser haltender, dünner, weib¬ 
licher Belag. Aetzung mit Eisenchlorid. Abends Temperatur 39,5. 

19. November. Der Belag ist auf Kreuzergrösse gewachsen dick 
S*!f! Ch l efärbt - An dei : linken Tonsille ein ähnlicher Belag von Bohnen¬ 
grösse. Temperatur 39,5, Puls 130. Eisenchloridätzung, Pr^ssnitzete. 
Packung. Nach derselben Temperatur 38,5, doch phantasirt Patient rter 

ÄÄHÄ Z 

sää: ^c ylboreäureIasung 

0 ,.4^ dl ? angeschwollenen Halsdrüsen wird Unguentum eine, re um 
apphcirt. Abends Temperatur 38 2 Puls 120 ö neieum 

Wert 20 ’ N B°Äts P d?e h sZStd^' P ^Ä. Be SgL U, T 

Mtl<^ e Temperatur37 e 6^ Pul” go eI< g n ,I n j ec H°? sstel f en etwas empfindlich! 

wenig Schmelzen, Beläge fest n^ldert ‘ mimtCT ’ SChl,Dgt ^ hat 1 

Belag, lüite e SnsmeT?d Pe Guter 3 Appe P it S Patient' Thit™- ! ins0 , n = , ' osser : 
23. November. Status idem QA S? 1 * /hblt sich sehr wohl. 

Spur von Rfithunrmient ist ^un 0 d TOn,ber - RaCl ’ en ganZ frei ' »>'“ 

Knabe wieder eC eÄr U se, ? del ' ta ™ genesene 

Ausschlage behaftet, dor in der Nacht enKtnml 6mem il0 , ft ! g .i“ekenden 

IT a 

zu, die Flecke confldrten 2 ' ? ecembe i' nabm der Ausschlag noch 

mächtig an, so das" die C I Und Wa l e *u dunkI eL das Gesicht schwoll 
Am 3. December Temperatw b 37 5 ka pnk S1 1°1 l O bar p Wa? ’ e i n ; J e ™P eratur 3 7,8. 

A bgesch^ 

& ÄÄS. äJää 


X. Kleine Mittheilungen. 

: -- Berlin. Auf Anregung des Kaisers ist unter dom Vorsitz des 

ötaatsmimsters Delbrück ein Comite zur Errichtung eines Helmhol tz- 
Deukmals zusammeugetreten. 

— In der am 20. December abgehaltenen Sitzung der Hufelanfi¬ 
schen Gesellschaft demonstrirte Herr Katz stereoskopische Photo¬ 
gramme seiner durch ein eigentümliches Verfahren völlig durchsichtig 
gemachten Präparate des inneren Ohres, sowie diese selbst. Herr 
btrassmann hielt sodann den angekündigten Vortrag über den ana- 
| t0 .“? lscken Nachweis forensischer Vergiftungen, unter gleich¬ 
zeitiger Demonstration von mikroskopischen Präparaten und zahlreichen 
larbigen Zeichnungen. An der Debatte beteiligte sich besonders Herr Lieb- 
roich, wolcher die Wichtigkeit einer einheitlichen Leitung aller foren- 
i sischen Untersuchungen durch den ärztlichen Sachverständigen, dem der 
; Ghennker untergeordnet sein müsse, betonte. 

Ir,.“ P 1 *- A. Oliven hat am 1. Januar die Leitung der Mendel’schen 
| Pnvatheilanstalt in Pankow niedergelegt und seine frühere Thätigkeit an 
j , Pnvatheilanstalt für Nerven- und Gemütskranke in Steglitz wieder 
[ amgenommen. 

e . Schwerin. Der Geheime Medicinalrath Dr. Mettenheimer 
Tjv! r ifr a ^ 19 *P ec ® m ber seinen 70. Geburtstag. Mettenheimer stammt aus 
I lrank *urt a. M. In seiner Heimatstadt übte er auch nach Beendigung 
seiner Studien, die er von 1843 bis 1847 in Göttingen und Berlin machte, 

1 verst ehe Praxis aus. Er war dort von 1849 bis 1851 Hilfsarzt am 
^ ri iv S cae u Kinder!hosprtal und später Mitdirigent an der Augenheilanstalt 
und lmtender Arzt am städtischen Versorgungshause. In Schwerin wirkt 
ettenkeimer seit 1861. Im Jahre 1870/71 leitete Mettenheimer 
aas Keservelazaretli m Schwerin. Er hat sich um die öffentliche Gesund- 
eitspllege hervorragend verdient gemacht. Mit auf seine Anregung fanden 
die beehospize für kranke Kinder in Deutschland Eingang. Die Begründung 
es Hospizes zu Gross-Müritz ist Mettenheimer’s eigenstes Werk. Die 
beehospize haben durch die besonderen Erfolge, die sie aufzuweisen haben, 
wesentlich dazu beigetragen, das Interesse für die Feriencolonien bei uns 
zu beleben und zu stärken. 

» F&ris. Die Deputirtenkammer hat einstimmig einen Gesetzent- 
9 V iff D0ni fn welcher dem Minister des Innern einen Credit von 
ZW 000 fres. als Subvention für das Pasteur-Institut eröffnet, um 
damit den Anforderungen gerecht zu werden, welcho die Erzeugung von 
Diphtherieheilserum an dasselbe stellt. 

p. .~7 FodJwi. Dr. Hermann Weber hat dem Royal College of 
pinsln* 8 dlG P un ) me von 50 0,j}0 M. zur Verfügung gestellt zur Gründung 
A i! )1S i dr , ei 3akre zu vertheilenden Preises für die beste 

Pflrtnlnip e v T l!^ erkul0 1 e L Die Prei sschriften können die Aetiologie, 

1 athologie, Verhütung und Behandlung der Krankheit betreffen. 

Pr , “ a 1V a ?^ e:n ; Am sterdam. Dr. M. Straub ist zum a. o. 
£~ r ü Opbtb o? lolo ^ ie ernannt. — Paris. d’Arsonval ist zum 
d A pin Browa - S<5 quard’s auf dem Lehrstuhl der Medicin am College 
". rn 1 annt - ~ Ba sel. Der a. o. Professor Dr. A. Burckhardt ist 
w n ^? e ? Frofossor der Hvgiene ernannt, — Modena. Dr. G.Vas- 
p sich als Pnvatdocent für pathologische Anatomie hahilitirt. — 

• i r. V. Uaprara hat sich als Privatdocent für Chirurgie hahilitirt. 


Gedruckt bei Julius Sittenfeld in Berlin W 


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UNIVERSETY OF MICHIGAN 



Donnerstag 


JV 8. 


10. Januar 1895. 


DEUTSCHE '™~~ 

MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 

“a a " r we,,t - 

Begründet von Dr. Paul Börner. 


Einundzwanzigster Jahr 


Redaction: Prof. I)r. A. Eulenburg und Dr. Jul. Schwalbe, Berlin 

Licltlensteinallee 3 . I'otsd.mersf. 116. 


gang. 

Verlag: Georg Thleine, Leipzig-Berlin. 

Postadresse: Leipzig. Sccbnrgstr. 31 . 


I. Aus dem St. Annen-Kinderhospital (Klinik) in Wien 

Ueber 100 mit Behring’s Heilserum behan¬ 
delte Fälle von Diphtherie. 1 ) 

Von Prof. Widerhofer 


Erwarten Sie heute von mir nichts anderes, als einen Bericht 

'leato Dr Fron, “^p U \ l . hatt0 ich meinen klinischen Assi- 

Die e^entlio^P V«rc' uc . he uns ®[ em s Pitale gemacht wurden, 
erst mit dem^5 Octi er ® H®®m Übri ? en 96 FälIe be S ann 
des Dwember ^tÄoO.'Älto rt. “ der mten W ° Che 

rermeMHche"sifat?«} 1 ' ^“ rtra f in eini K en Punkten eine un- 
müssen, welche Art der'lW 6 - .?, usami ” enstell ung enthalten 
Misstrauen begegnet. ’eisfuhrung heutzutage mancherseits 

"ir Z aU i Ä n Bem U fi r t k heilUng de J? Materials scheinen 
injieirten mit weahren Ammah un ® 6n vorher unerlässlich. Wir 
fälle von Erkrank,f nur6c kwerero und schwerste 
schon. um dj p wi .&HÜL ®) ont * ers lm Beginne, aus dem Grunde 


■ um die W,>lT„r,„ ä ,,u De « lni ie, aus dem Grunde 

,|le schwereren Fälle 
nur 


auch deshalb, weil uns 
erhältlich war, wir es also auf 
sparen mussten. Solche Fälle nun, die uns 


ur zerstreute Exsudatnlal«« n D 'xr u ° he Fäl,e nun ’ die uns 
Coxieation, z. B DrikeniL^ 68 „° hne Nebenerscheinungen von In- 
•»ten, schlossen wir aus ^? 11 "?^ Hal , Se ’ Rhinitis <*>■. d ^r- 
ersten Lebensjahre standen 80 Che R r anke ’ die entweder im 
^ Alter schon Gefahr h^ ° für sich . durch ^ min- 

f amüie angehörten wo in don 0< l er ®°^ cke Nmder, die einer 
Diphtherie gestorben war wnrr i JÜDg ?w ein Geschwister an 

cinbezogen. ’ urden selbst mit leichten Erscheinungen 

«Xte'sfcVim erete^T ( ,r rd . e . keil “Unterschied gemacht, so 
Ha,Wahr“ G Äif ‘ 


wo'hTjeder 

««■ Lebensjahrreinl w" 6 b , ci , dea Kinde ™ w den ersten 

wir später eröSa^f 6 ^° rtalltät überhaupt aufweist. 
I j°mmen Binder, deren Frtro JT Brden ’ kätten eigentlich streng ge- 
? ei . Tage beträgt in kU ?f constati rtermaassen bereits über 
e >;den sollen: uns war es Ver ? ucke nicht m ehr einbezogen 
^ «i thun mit dem vn a f r e J 6n n * cht um ^ statistischen 
at z u iief ern wir wolltrm^ 6 ? 88 ^ 11 R * an ’ e * n glänzendes Re- 
, ra P‘ e auch im w tß fl v d , en , etwai > n Werth der Serum- 
SelbstiD Fällen, wo eg U n« der Krankheit studiren, 

n der That von vornherein fast wir- 


21, ^ Sltzung der Gesellschaft 


der Aerzte in Wien am 


besondere 0 bei erfolgterFortpflänfung ''des D^htherieproces J"u 

könnender nicht ^ Sm n °° h irffend einen Erfol S aufwaiaaa 

p!'» wo J ltou J a e Men die Seriimtherapie studiren um 
die Grenzen kennen zu lernen, wie weit wir von derselben noch 
eine günstige Beeinflussung erwarten könnten 

Die erstere brach dadurch aus, dass ein Kind, W dessen 
dinhth" 1 * er Z A Ha “ se a “ Masern erkrankt lagen, mit starker Nasen- 
-ebmchf ° u-öi nao l ß°"’ les ™ eI1 Loeffler’schen Bacillen ins Spital 

Taec dl F* e \ War ' D i 6 erst0 geschah am "dritten 

dgo dei Erkrankung, und am siebenten Tage des Aufenthaltes 

ISnähmei aS6r , n au . s S e kj'ochen, das Kind befand sich also am 

Kind knnnT “ 'Tv \!u. I ? cubat wnssta ( lium der Masern. Das 
Kmd konnte von Diphtherie noch nicht als geheilt betrachtet 
werden, starb aber am 15. Tage an Masernpneumonie. 

Der zweite Fall betraf ein Kind, welches schon vollkommen 
genesen, im Hause am 13. Tage nach der ersten Injection an 
Masern erkrankte und am 16. Tage gleichfalls an Masernpneumonie 

7W orT™ Usserden ? . war ? n im Diptheriepavillon zur selben 
Zeit an Masern zwei mjicirte Kinder erkrankt, welche genasen. 

M * n Summa waren also vier Iiyicirte nach ihrer Aufnahme an 
Malern erkrankt, zwei davon starben — zwei genasen. Es sei 

f° h ?“ h i er e 5^ hD i’ da f auch diese zw ei an Masern Gestorbenen 
m der Hauptliste der Verstorbenen figuriren. 

Hinsichtlich des Scharlachs ist nur zu bemerken, dass 
wir so ziemlich im Beginne unserer Versuchsreihe mehrmals an 
den injieirten Kindern ganz exquisite, über den ganzen Körper 
von der Brust hinabziehende, theils hoch febrile, theils fast oder 
beobachteten 8 ver aufende ’ dem Scharlach ganz ähnliche Erytheme 

i i.' Da T- Wir i- ja aus der Litteratur der Serumtherapie wussten, dass 
solche Erytheme auch als artificielle, durch die Einspritzung be¬ 
dingte auftreten so hielten wir uns dagegen sehr reservirt und 
neigten uns der Ansicht zu, dass diese Exantheme eben artificielle 
seien; nichts destoweniger separaten wir dieselben. Eine sichere 
Diagnose dass es etwa doch Scharlach sei, getrauten wir uns 
m der That nicht zu stellen, da wir ja keine Anhaltspunkte in dem 
Befunde des Rachens finden konnten, wo sich ja noch die diphthe¬ 
rischen Veränderungen, wenn auch in der Heilung begriffen, be¬ 
fanden. In aUen diesen Fällen waren stets Loeffler’sche Bacillen 
nachgewiesen. 

Um unsere Lücke der Erkenntniss auszufüllen, wandten wir 
uns m einem Falle an das Urtheil unseres verehrten Collegen 
Frof. Kaposi, der, soviel ich glaube, sich wohl mehr zu der Meinung 
hinneigte, dass dieser Fall doch eine Scharlacherkrankung sei, ob¬ 
gleich ich fürchte, dass auch er einige Zweifel über die Bedeu¬ 
tung derselben hegen musste. 

Solche Fälle wurden nun auf die Scharlachabtheilung trans- 
ferirt; sie verliefen im ganzen und grossen auffällig milde. Nur 
ein Fall verlief tödtlich, der sich natürlich auch unter den Di- 


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Go igle 


Original fro-m 

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18 


DEUTSCHE 3MEDICLNISCHE. WOCHENSCHRIFT. 


phtherietodten befindet. Als die eigentliche Todesursache war aber 
nach dem Sectionsprotokoll Bronchitis capillaris aufzufassen: nichts¬ 
destoweniger war eine parenchymatöse Veränderung der inneren 
Organe, wie der Nieren, von der Diphtherie her abzuleiten. 

Aufrichtig gesagt, ich bin heute selbst noch nicht ganz im 
Reinen, ob wir es hier wirklich mit Scharlachfällen zu thun hatten: 
die meiste Beweiskraft liegt mir aber darin, dass keines dieser auf 
die Scharlachabtheilung transferirten Kinder trotz ihres bereits 
wochenlangen Aufenthalts an Scharlach erkrankten; der Verlauf des 
ganzen Exanthems war aber doch so eigenthümlich, dass er wesent¬ 
liche Unterschiede in der Art des Exanthems und dem weiteren 
Verlaufe erkennen liess. 

Wenn diese Erytheme sich in der That als artificielle ent¬ 
puppen sollten, so würde ich in deren Auftreten vorläufig keine be¬ 
sondere Schädlichkeit finden können. Diese Lücke kann erst durch 
weitere Beobachtungen ausgefüllt werden. 

In Summa waren an diesem fraglichen Scharlacherythem in 
unserem Pavillon erkrankt 15 Kinder. Von den acht injicirten 
starb nur eines, von den sieben nicht injicirten aber drei. 

Schliesslich will ich noch bemerken, dass nach unserer Er- 
fahÄmg der October und besonders der November alljähr¬ 
lich eine weit grössere Anhäufung von schweren Diphtheriefällen 
ergiebt, als die vorhergehenden Sommermonate — das ist eine 
Erfahrung die man in Kinderspitälern wohl wahrscheinlich all¬ 
jährlich überall macht. Unsere Versuchsreihe fällt also demzufolge 
nicht in eine solche Epoche, wo man von vornherein sagen könnte 
es müsse eine sehr milde Epidemie gewesen sein, und sie 
war es auch durchaus nicht. 

Schliesslich muss ich noch bemerken, dass wir auch in unserer 
\ ersuchsreihe Tagesrapporte führten, d. h. der Kranke wird 
nicht etwa, wenn der lokale Process der Diphtherie abgelaufen ist 
als genesen verzeichnet und entlassen, sondern er bleibt noch für eine 
ge “, Ze , lt , lm Spit . aIe ’ bis < wie es in den meisten Fällen ge¬ 
schieht, die Culturen keine Loefflerbacillen mehr nachweisen, was den 
Aufenthalt im Spital oft um zwei und mehr Wochen verlängerte. 

Es befinden sich also unter diesen Kindern gar manche die 

‘°Z !,Z Cr w 0lt y S t n ne taum mehr in Zusmmenhang zu brin- 
ö ende charakteristische Pneumonie etc. erworben haben, die vielleicht 
erneu unglücklichen Ausgang nehmen musste. Alle diese werden 
erbarmungslos zu den an Diphtherie verstorbenen gerechnet; denn 

Ausfch^tnu 01116 - l° ch ? a ! lerdin S s nicht mehr e anz gerechtfertigte 
inln Ä T h ® rlaube "> so geschähe es zu leicht, dass zu 

»’AWs Ssgrasr“ 4 " 

»a™ 4 “' T»d,,M] 

w a l>rWt glaU p e K erm j genau gcnu ff geschildert zu haben, dass wir 
wfr häber«k! - er statistisaben nicht verfahren sind, 

der ^tersverhältässe)!“ UDSer6r Versuchsreihe 100 (Tabelle 

gena 0 S n en tarb< ! n 75 K “ dcr bis “d“ 8 ™ 21 - December 1894, 
verbleiben . 1 . jnochmitleichtemScharlachReconvalescent) 


100 Fälle. 1 ) 

Es starben also in Summa 24%. 

Vergleichen wir diese Mortalität mit der Gesammtmortalität 
1 . gehenden neun Monate des Jahres 1894, also Januar bis 

ÄÄtÄfe- 

ÄÄ,Ä.fs 8 fcu Ä s'ii 5 ir fbri 

Die Altersverhältnisse der 100 Fälle waren- ’ 

Im 1 Jahre standen 8, davon starben 5 


17a 
* 2 . 

, 3. 

, 4. 

* o. 

„ 6 . 

, 7. 

, 8 . 

, 9. 

, 12. 

, 14. 



verbleibt 1 Fall-) 


No. 2 

Dazu sei noch bemerkt, dass nicht alle Kinder des October 
und Novomber in die Injectionen einbezogen sind, id est: die ganz 
leichten, die schon bei der Aufnahme als verloren betrachteten oder 
arg verschleppten Fälle, die, für welche anfangs die Serumquantität 
nicht ausreichte. 

Ohne Serum wurden im October behandelt 29 Kinder, es starben 14 
- „ „ „ November „ 21 „ 7 

Bezugs des mikroskopischen Befundes sei erwähnt, dass 
wir Loeffler’sche Bacillen mikroskopisch constatirten in 96 Fällen 
Keine Loeffler’sche Bacillen fanden wir in .... 2 

Wegen nur mehrere Stunden dauernden Aufenthalts 
(Tod) unterblieb die Untersuchung in. 2 

, TT , 100 Fälle. 

Em besonderes Ueberwiegen der Streptococcen über die 
Loeffler’schen Bacillen constatirten wir in sieben Fällen — von 
denen vier Fälle starben, darunter drei mit dem Bilde der Sepsis. 

7ft0 r i Ze i«09 niSS , d , e o r O a in ’ Monate October und November des Jahres 
1891, 1892 und 1893 mit Diphthentis aufgenommenen, geheilten 
und verstorbenen Kinder, im Vergleiche zu 1894 



Vom September verblieben 

October. 

November. 

Summa . 


1891 
12 

46 33 12 

50 26 25 | | = 34.2% 

December! 

108 i 59 37 I 12 

„ o 1892 

Vom September verblieben . 15 

2 ctober .! 66 i 35 29 

Nove,nber . 57 * 34 26 1 = 39,8% 

I December 

Summa . . I 138 69 55 14 

Tr o 1893 

Vom September verblieben . | 25 

2 ctob ®[.! 78 34 I 44 

Nove,nber . 85 43 | 40 = 44.60 n 

| December 

Summa . . 188 77 84 27 

Tr o , 1894 

Vom September verblieben . 1 28 

October. I 74 > 59 i »q 

November .| 74 ! 46 | 22 |=25,5% 

0 1,1! December I 

Summa . j 176 ( 98 ! 45 33 


Laut dem Sections- 


-n- „ 24 Todte 1 verbl a > 

ti-ages! 2l! De^mb^^DeHetz^Fail 1 endelTh“"! 8 ! z £ m Tage des Vor- 
welches noch mit katarrhalischer Pneumonie vartlr ^' Er b £ traf ei % Kind * 
eine schwere Diphtherie Überstunde ° j 6 veibüebei1 war. Dasselbe hatte 
der ersten Injection wieder MD^ohtherifi^a^R 11 ' ^ enau 28. Tage nach 
bacillen neuerdings constatirt) und hanfa 8 ^ acben f er ^ankt (Diphtherie¬ 
gestorben. - *? R eC onval^ent I1 voii ie ScharkcK lerten ^ deS Reddivs 


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Schildern wir zuerst die 24 Tod teil 
befunde (nach Prof. Kolisco). 
i Gestorben 12 an absteigendem Croup. 

| » 5 an Sepsis, 

j 1 an Diphtherie mit Glottisödem. 

’ ” } n 0 , °hne absteigenden Croup und Sepsis. 

^ i an t\- ara . Bronchitis capillaris. 
ü 1 an Diphtherierecidiv bei einem an katarrhalischer Pneu¬ 
monie Reconvalescirenden. 

” 2 an Morbilli seq. Pneumonie. 

” _ 1 an Tube rkulose mit beiderseitigem Empyem. 

24 Fäl l~' J 

Q ii 0 « E ^ii deU a ? absteigendem Croup Verstorbenen war in 
. . en scbon be * der Aufnahme starke Laryngostenose vor- 

T?«n° zwar .’ . dass abe F äbe sogleich intubirt und davon in 
neun Fällen sogleich oder nur wenige Stunden darnach tracheoto- 
mirt werden mussten; in den übrigen drei Fällen folgte die Tra- 
. omi ® ^ er °k5 e Erfolg geübten Intubation. Der Leichenbefund 
war m allen 12 Fällen so ziemlich derselbe- 
11 mal Laryngitis und Bronchitis crouposa. 

o „ Pneumonie catarrhalis, 

- Acutes Lungenemphysem. 

„ Tubendecubitus, einmal mit Phlegmone. 

1 ?? Mediastinitis. 

’• Parenchymatöse Degeneratio myocardii et hepatis 

tt ” Degeneratio adiposa renum. 

eber die Veränderung des Bronchialsecretes später, 
na.. \-««nfFällen von Sepsis fand sich in allen fünf Fällen 
parenchymatöse Degeneration der Organe, in zwei Fällen Dilatatio 
corcns ex diphtheria paralytica, in einem Falle keine Nephritis, in 
em alle beginnende Nephritis, in drei Fällen einmal Nephritis 
I« eil JJ nad hämorrhagica und einmal embolica, in einem Falle 
lobuläre Pneumonie. 

l. c-+ ne Ea ^ Glottisödem endete überraschend tödtlich 
sc on 14 Stunden nach der ersten Injection. Es befand sich als beglei- 
ei \ p* V?* und ^ er Diphtherie eine vollkommene Obturation des Nasen- 
henraumes mit mächtigen polypös-adenoiden Vegetationen, mit 
p herischen Membranen bedeckt. Verlegung des Larynxeinganges. 

Original frnm 

UNIVERSETY OF MICHIGAN 













in. .Januar. 

Der zweite fall sub Diphtherie .starb au lobulärer Pneu¬ 
monie mit parenchymatöser Degeneration des Myoc-ardium hepafcis 
et reliUin. 1 ) 

Iler eine Fall von Scharlach mit nachfolgendem Katarrh 
Die beiden Fälle von Morbilli, die schon geschildert wurden 
ergaben: Masernpneumonie. * 

Der letzte Fall von Tuberkulose erklärt sich von selbst 
Sclioii vor der ersten Injeetion fanden wir eine Infiltration der 
linken Lungenspitze, nachträglich hatte ein Empyem die Thora- 
cuientese veranlasst. Die Section ergab: Empyem links, Pleuritis 
purulenta rechts. Tuberkulose der linken Lunge und der Bronchial- 
ilrtisen. 

Ob die letzten vier Fälle, ein Scharlach, zwei Morbilli und eine 
Tuberculosis zu den Serumtodten gezählt werden sollen bleibt 
fraglich: wir warfen sic zu den Todten, um ja sicher oin statistisch 
reines Serumgewissen zu behalten. 

Wir beginnen nun mit den übrigen Kindern der Versuch*- 
reihe. So weit meine Kenntnisse reichen, ist die Ansicht dass die 
K J e b s - L o e f 11 e Eschen Bacillen heute noch immer als die eigent¬ 
lichen Erreger der Diphtherie auzusehen sind, ebenso dass die 
von lfoux und Wi-siu gemachte Entdeckung, dass diese dipiitlie- 
r »“'" Bacillen ein Gift im erkrankten Körper produciren — das 
Toxin noch immer als feststehend zu betrachten 

Dieses Tosin durchdringe nun den Körper verschieden rasch und 
in e,i,,v and bringe für den Kliniker, abgesehen von den später er¬ 
lebenden krankhaften A eränderungen, Lähmungen und Degeneration 

111 ( Cll nmcri'li Orotallfill ,1m cnirm.nnnf.« T-.S._• «nun 


PIA ISCHE ME D I CI NISCHE WOCHENSCHRIFT. 


19 


sichtbar ist, in scharfer AbgrenzungmÄroUiiP? E ^ Sudafc ’ soweit 
besondere das Zellgewebeödem^ bedeuten7 , l^ g ' > dle ,? r0s<m und >'»*- 
wemger reichlich seceniiiend, das &cret mehr ÄlbP 0 “^’ die Nasc 
•. Ganz auffällig ist das unendlich mc ! lt mehr blutig. 

Kindes: es sitzt aufrecht sDielt und JL bobene Allgemeinbefinden des 
drucke und der Farbe deX ,SiL T™ T? ** ch de,ü Gesichtsaus- 
Halse eine wesentliche Erkrankung wUl 'de, würde man kaum im 

vollendet sich die Abstossiin* d»,. Nichtsdestoweniger 



ersten Injeetion als vollkommen'«ehdlTenVlnw eS ^ " 4 ‘, Ta ° e uac h der 
hielt von Serum als «ST ülÄ* kS^T“ » 

Wohlbeflnden mit Au?na£ S ^ringen 

I Bür «■*'“ ■»“. - ÄWSÄ* 

i . ^allgemeinen kann man sagen dass die Wi tr 

:- r r.,.,._.. 

hohe Fieber, das öftere Erbrechen, die 


j-itwicuucii. me n 

krauten Gesichtsausdruck, die Anschwellung_ 

Uiiil das entzündliche Oedem des Zellgewebes am Halse 0 VboiT- 
nags bei-,"" gegen diese Toxi,.Wirkungen _ a Is Antitoxin - 
■taas leiste, seinen unsere Aufgabe, zu prüfen 

Wir erwarteten von demselben klinisch, dass es die allgemeinen 
kraAemtmged der \ ergiftung heilend beseitige, die Ab-re“ 
irrten U p ,lt10 ! 1 Unt , dle Abstossung des bereits ergriffenen “und m” 

&55 St lligp u,,d das ***■“--" ^ 

in de» At“ d^Tugen^P"^ "b 11 ’ '!''' jc ' nigeu Fä,le . 

'«n Hri ;TL 'LS ,ff ' , ' 1Ulku ' 1 - mit I"joctioucn 

^^ieele der «•* 

leien. «V'floH dcr^^eilfmdi^rpff* 1 ^ nicllt aus deu Augen zu ver- 

... LVdW n e . ,mseres Expos,is Ueiben! Ich 

« orte gim/m.htio-T • ? Daten erge ben werden, dass diese , 
Zri, auckrtMndium VePW’ wem, l a ?* h Serum » «Mmr • 

- «h« abgespÄ 'wÄ™T h W "* U "« d '""'’- 

*s Wh deu Lieffler^f ^ e j*? eru '" sfl ' en S genommen nur gegen 
■li,.s..„ alle n r ^Phthmobacillen - und „u,?vo„ 

ae'iiseldichen Körper Tg t’t•" ""Z t ätem Wirkung*,, im 
Inwieweit „/.i . A'*Otoxin aufzufassen. 

'"b<n Itaeiiie,, ihrö' p act 2?. e ? als Begleiter der Locfflcr- 

.WKÄ^'* ung .'oder da 


Zi,i , • »f- ,T ,Uen "“«“wiesen, also bei relativ reinen Fällen 
nicht hei Mischformen. In anderen Fällen, was wir noch nicht so 
genau präcisirt hinstellen möchten, sehen wir eine Umwandlung in 
; d,e S t" 1,eri?e ’ breiige Form, nicht eine entschiedene Ei,” 

I früher g besch,debe„e’'.) r ’ " S ° WpMt gÜn * tig ist ™ *“ 
i . ‘^ 1 m Häphsten Tage nach der ersten Injeetion sieht man fast -ui* 
n all inslos eine geringe Abschwellung der Drüsen und des befflei" 

; tenden Oedems am Halse; jedenfalls aber eine immerhin schon 
sp” testeir TsT j^ eSi j| erun ff des Allgemeinbefindens, welches sich 
wsGhet “dt 8 b H t ci <! -" , nach de !' erstan Bijcction schon so günstig 
gestaltet, dass die Wirkung bei schweren reinen Fällen nicht nur 
ubeirascht sondern fast ans unglaubliche grenzt. 

.. J^eAbstossung der Membranen oder Exsudate finden wir was 
frühen Zeit. ^ ni ° ht auffälli ^ beschleunigter als in der 

Die Diphtherie der Xase, welche in unseren Fällen eine 
ganz enorm grosse Rolle spielt, wird gleichfalls günstig beeinflusst 
idem dm Secretion mit dem nächstem Tage sich vermindert und nacl’i 
48 Stunden m der Regel schon mehr einen eitrigen Charakter 
annimmt und so allmählich sich vermindert und verliert Wir 
nn^TVi A G dle ^bsartigkeit einer schweren Nasendiphtherie, 
w \t kann 1 ! ur y este ben, dass wir in allen unseren Fällen von 
der Aase ausgehende schwere Consequenzen in keinem Falle beob¬ 
achtet zu haben uns erinnern. 5 *) 

• S en mn fa11 . dc . r Te ™pe>-»tui- konnten wir nur in ganz ver- 
einzelten Fällen m einem hervorragenden Grade beobachten. Unter 
unserer ganzen Anzahl von Fällen finden sich sehr wenige die 
am 1 '> kranHiDifolon.« . h ’ 


Antitoxin ln , n( 11 S ( ' Wirkung entfalten oder das Serum . lni i o°vAi,*uT“ ’. v “ uuuvn swn «eur wenige, üic 

Mol'w'iiilc li»rh fl” en ° d - r ri ’ 1 ' nu “ lltei1 können, darüber wird der ! -.i J„’ Kra nkheitstagc m das Spital aufgeuommen wurden. Wir 
Es"? 1, e,l h ,1UI ' ome Andeutung geben können 1 T° dle "«^Wersten Fälle schon mit nicht sehr hohen 

•He Wir n'ar . T' ' 'T' 11 ' welche sind die Ver8nderun»eu Temperaturen so dass wir einen besonderen Abfall auch 

.. . .. - t ' 1 Beruminjection an unseren Kranken i "äi, 1 lll£ ' 1 "' ^ ^beobachten Gelegenheit, hatten. In den wenigen 


. , wil ' nach der S 

'■.""bachtenv \eh,ne„' ‘“.“"”J"” J on an unseren Kranken 
1 -chwere Dipiithorie nennet' . e «""’ d eln , FaI1 «njicii-t, den wir 
«stm male injicirt wird ’rfi f"‘ z ". eifo ' 1 - dritten Tage, wo 
"t-tructiv ersclioint ■, E 1 ! Ilehnic «!"«>> »“H, der mir sehr 

Kopi. in.,-. Theresf" r 'i'’? 11 ’ 1 Vd'suchsi'eilie heraus. 
v; ir injifirt. mittoIn.V' JilJirr * : , ll L wird am dritten Tage der Krank- 
Ä s-br viTs ÜÄa'S's^'i ? ef "“ d Loefücrsche 

^/eine Foi-n,; 1 D,-r hSÄ tÜ ?!?' l ? C0C ^ n ; E * ist also f^ent- 


m Gotcgcimcib jiuLLon. in uen wem 

l allen, wo die Temperatur bis auf 40 angestiegen war, sahen wir 
allerdings, ausser bei Gomplicationen den Abfall der Temperatur 
lasch eintreten, — sahen sie aber auch in einzelnen Fällen, wie 
uns seinen, durch cintretende Complieationen wieder nach der In¬ 
jeetion emporsteigen. 

ausserordentlichem Grade werthvoll erschien uns hingegen 
die Beobachtung des Pulses. Grosse Frequenz des Pulses von 
iJ und darüber sahen wir gleichfalls nach einer Injeetion auf 

,i«j i na de herabtallen. Jedenfalls sehen wir aber in dem 

■tionen eintretenden, in der Mehrzalil normalen. 

entschieden milchweiss gefärbte 
den Bronchien der meisten von 
.ern. Wir konnten nicht umhin, 
.... , , . 0 -js Heilserums auf den Bronchial- 

amen. lnnall zu sehen, den wir in ähnlichen Fällen früher theils als blutig se- 
iösen, noch deutliche Membranen bildenden oder schon zerfliessenden 

Pitrior^n vn cnlio« .w 


1 '‘.pTBefunde ^ 38 ’ 2 ’ T E .^ 

i' r \vrf"iJ d ‘ s, I en . Ta ffo ist die F^mhtio^Tf.m 11 ' • 1 ' ös, : n - noch deutliche Membranen “bilti 

- al ! ^Iieint. geringer zu” k!|f i| h r V ? ei ' vorgeschritteil. eitrigen zu sehen gewohnt waren. 

’i l'.'i- v, i, nS VHU Nahrung^ 2 ) Die Nasendiphtherie fand sich in unserer N'ersuchsreiho auffällig 

häufig vor. und zwar hei den 23 Todten 18 mal, bei den Genesenen in 


I ‘‘B von Ihieiiinonie isi 


•hen angeluhrl. 


'-»■y ,Mi ,i,ij l outen io mai, oei uen ueneseuen 
leichtem oder massigem Grade 17 mal. in schwerer Form 24 mal. 


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Gck ,gle 


Original from 

UNIVERSETY OF MICHIGAN 



20 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


wieder kräftigen und rollen Pulse ein reckt werthvolles, prognos¬ 
tisches Symptom und bezeichnen dieses als viel wcrthvoller, als das 
Verhalten der Temperatur. 

In allen denjenigen Fällen, wo die Diphtherie schon als 
eroupose Exsudation in den Kehlkopf oder noch tiefer 
hinabgestiegen war, beobachteten wir im ganzen mehr zweifel¬ 
hafte Resultate. Allerdings betreffen diese Fälle solche Kranke, 
die schon mit wenigen Ausnahmen nach dem dritten Tage in die 
Behandlung kamen. Selbst in solchen Fällen, wo wir den an«-eb- 
lich zweiten oder dritten Tag der Krankheit notirten, getreu °den 
Angaben, die uns von den Angehörigeu gegeben wurden, wo uns 
aber dio bereits erfolgte Abgrenzung der Membranen- im Rachen 
diese Daten zweifelhaft erscheinen Hessen, sahen wir minder er¬ 
freuliche Resultate. 

10p ^ ir notirten aus unserer Versuchsreihe unter den Todten 
1<5 h alle von Bronchitis crouposa: in allen diesen wurde im Leben 
die Intubation und Tracheotomie vergebens ausgeführt. 

Unter den Genesenen verzeichneten wir nichtsdestoweniger 
mit geiingeren Laryngostenosen schon am Tage vor der ersten 
Injection, wozu wir die Heiserkeit allein nicht rechneten, sieben 
b alle; nnt hochgradiger Laryngostenose, wo die Intubation gemacht 
werden musste, 16 Fälle; mit solcher Stenose, dass auch dio Tracheo- 
tomie gemacht werden musste, selbst vor der ersten Injection drei 
b alle. Im Leben fanden sich sehr mächtige Expectorationen von 
Membranen in mehreren Fällen. 

In den Fällen, in welchen bereit« die Erscheinungen einer sehr tief 
gehenden Bronchitis oder katarrhalischen Pneumonie im Leben con- 

Erfolg mchi- 6 " k ° Duten ’ sahen wir vou der Serumtherapie keinen 

Unter denjenigen Fällen, wo wir als Tod Sepsis anführten 
ld est in fünf Fällen fanden wir in drei Fällen schon bei der 

^rden h tn e ’h aS0 TT V ! )r ^ ersten lD j eotion ein ganz ausser¬ 
ordentliches Ueberwiegen der Streptococcen an Zahl 

über die Loeffler’schon Bacillen, so dass wir glauben dem 
bedeutenden Vorherrschen der Streptococcen über die Diphtherie- 
werdin“ mUSS6 emC beSOnders ™rhäugnisvolle Rolle zugeschrieben 

• ■ D ‘T. ( l r , u P pe der Sepsistodten ist es auch, in der allein 
", u i n dlel Füllen schwere Formen von Nephritis als acute hämor¬ 
rhagische und embolische (nach Prof. Kolisco’s Bezeichnung) eon- 
statiren konnten; bei allen übrigen Obduetionen fielen uns keine 
besonders auffälligen Bilder der Nephritis auf. 

u- Vie i fc t Fa l I - imter diesen septischen Kranken betraf ein 
Chem dlG er ?J 0 Iü J ection be i dem vollsten Bilde der 
Sepsis mit gangränöser Rachendiphtherie, fortdauernder Blutumr 
H NaS6 ’ charakte i*istischen Colorit etc. gemacht wurde 8 
llnden ? ach fer ersten Injection, die am fünften Krankheits¬ 
tage gemacht wurde, trat der Tod ein ^vianKiieirs- 

-.asfÄtt ‘s i,wi 

hämorehagislr ÄeS iS fand , neben allgemeiner 

„„„Pf di eser Sepsisfälle bot uns eine TJeber- 

in Rachen und Nase war aber ein sehr geringer F« faüa • 
kein Eiweiss und wir stellten eine günstige Pregnos* im n äch 

Fall unter’allen hundert d°er L' VdeJ'p 

ausserordentlich getäuscht hatte! der Prognose 

in der e Srige d riMtterat“r k vof e d de f '.' Nie !' e “' auf welclle eben 
ein besonderes Gewicht geleo-t «-Jr-V Gegneni del ' Serumtherapie 
selbe auf die N^ren sc häd .M. e wi ,? US Grunde - weil d ie- 
bemerken, dass wi? aus dem „ 1 ^ i 80 ' 16 ,’ könDen " ir nur 

Folgerung ziehen können r? a - ^ esa pten durchaus nicht die 
der'Ttat*bÄri dennd?«^ ^üldigiing wirklich in 
matöser Nephritis nebst Her n-i 0 ! n b c ben Fälle von parenehy- 
übrigen Organe wie Here und telmÄ auf die 

regelmässig in den OiDhtherielaii.il dnd ® n " lr J a überhaupt fast 
sei noch bemerkt dass P wir »..m h \ Z ? r . welteren Hlustrirung 
den 75 Fällen, die nicht mif Tnrl S ° i‘°" b “ der Aufnahme unter 
leichte Albuminurie in 25 Fällen f , a5glnge ?> am Aufnahmetage 
nachträglich anfgetreten 


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Gck igle 


_ _No. 2 

von leichter Albuminurie und vier Fälle von schwerer Al¬ 
buminurie notirten. 1 ) 

Betreffs der Lähmungen muss ich bemerken, dass allerdings 
mehrere beobachtet wurden. Der erste Fall war der exquisiteste und 
zwar trat hier die Lähmung merkwürdiger Weise sehr spät, viel später 
ein, als wir sie sonst gewohnt sind zu beobachten. Derselbe betraf 
einen Knaben im Alter von sieben Jahren mit schwerer Diphtherie 
Loeffler’schen Bacillen und zahlreichen Diplococcen. Die In¬ 
jection wurde am dritten Tage gemacht; er war am 27. Tage nach 
der ersten Injection genesen entlassen: am 31. Tao-e nach der 
ersten Injection wurde er mit fortschreitender Paralyse am Gaumen¬ 
segel, Faciallähmung, Strabismus, paralytischem Husten wieder auf¬ 
genommen und konnte erst am 83. Tage nach der ersten Injection 
nach oftmaliger Anwendung von Strychnininjectionen als vollkommen 
geheilt entlassen werden; - er befindet sich vollkommen gesund 
Prof. Behring selbst hat sich über diesen Fall, dass so hoch¬ 
gradige Paralyse nach einer dreimaligen Injection von No 1 ein- 
getreten war, -befremdet zu mir geäussert. 

Auch in einigen anderen Fällen traten noch paralytische 
Erscheinungen geringer Intensität auf, nämlich in zwei Fällen wie 
ich aus den nachträglichen Correspondenzen der betreffenden Eltern 
m den jüngsten Tagen erfahren. — Von 74 Correspondenzanfragen 
liefen in Summa 42 Antworten ein, die, mit Ausnahme von zwei 
Lähmungen und einer näheren Schilderung einer Nachkrankheit 
durch die Gute eines Collegen, nur günstig verliefen 
t * Em weit u e rer Fall von Paralyse bot gleichfalls ein hohes 
ei ,. betraf fünfjähriges Kind, welches eine hochgradige 
Diphthene, die ohne Serum drei Wochen früher im Spitale be- 

Dinbt L;I 0I L i7 a1 ’’ Über ^ and0n hafcte * Nun trat eine neue 
Diphtherieejkrankung em. Das Kind kam wieder ins Spital. Die 

Diphtherie war gleichfalls eine schwere, es waren mHchglasartige 
unbegrenzte Exsudate auf der auf das doppelte vergrösserten Uvula 
und den beiden Tonsillen und hinteren Rachenwand sichtbar 

!!! Hcr f ?? 16 (obne Zwoifel von der ersten Erkrankung) 
iß™* 8 ' u der Puls T kaum fühlba L keine Patellar- 
reflexe mit starkem Liweissharnen. Wir wendeten auch in diesem 
Zustande neben der sonst üblichen Therapie von Digitaüs Stro- 
K US rireimYy® h " inin ' ecüon en durch 20 Tage in rander Summe 

minä J H< 7 ls .®!' uman: 8m 30 - Tage nach d^ ersten Injection 

juude das Kind geheilt entlassen. Ein Beweis, dass auch bei ganz 

das SernnrdnrT Kln ? e V n ’ bei Symptomen drohender Herzparalyse 
das Sei um durchaus keine schädliche Einwirkung erkennen lies«. 

Die oben augedeutete Nachricht unseres Collegen Dr Fried- 

” mrinr^dasTw“ ^i*” 1 ° rade interess ant, und ich haUe fast 
Cm iu thun haben 6 " emer ^'^rankung nach dem 

sich a D cht Tam a nnch g a„ b °p af *i ein Ges obwisterpaar. Dieselben befunden 
bci dem einor ein1,I d -i ® ,ltla f u,1 y als unter hohem Fieber 39.5 

sehino- auftrat rmrlä ifi’ m ™ anderen em masernähnlicher Aus- 

Äffi.;' Sn«», a 8 ;r 

publicirten ^ htrankhci , t . ® r f chic “ mir anfangs gleiehgeartot zwei 
(BeriM ün,f ni S ffe \ Cl,, ro te ?- x Deren Autoren - Dr. Lublinski 
Erythema m^lrifo'rme 6 ^ ^ m) ’ hczelchneten das Exanthem als 

siten 1 re!l,ü: U ff li .“ Ski CTfolgte bei hohem Fieber (40,5) mit exqui- 

Au^ehlo,r k H eC V° nmi ® ln . a,s El >' thema niultiforme bczeiohneter 
Ausschlag Heilung nach ungefithr acht Tagen. 

ersten InW».vt SCh -/ V , d ‘° Frkrankung am 15. Tage nach der 

rheinnariSw 1 . mit ' hob ® m Fieber (40,5) und Geleukaffectionen 
rheumatischer Art auf. Nach fünf Tagen Genesung. 

lesen IwT aber 1St vo , u elnom ne Phritischen Processe nichts zu 
mit Alin?' 1 unserem der Verdacht auf nachfolgende Scariatina 
sebeinlioh rpü* 110 u 6n dama % en Verhältnissen mehr wahr- 

A i .! 1D - .^ ir selbst beobachteten nichts derartiges. 

aber wLi Jpn te Frii Ub e TA EolgeZUS ? ände Gelten wir in einzelnen, 
Otiti«? TTipfio alei i Drusen Vereiterungen am Halse, ein paar mal 

Hautan i x ll £ d nur . ln wenigen Fällen einen nesselartigen 

wirkuii^ öÄ Q V ° n e V ler schweren schädigenden Ein- 
UI)(i f v es Serums konnten wir uns in keinem Falle i 

schaffen Versuchsreihe irgend eine Ueberzeugung ver- | 

zu reichlichen Fällen machten wir auch Immuni- 

e-ehpiltpn Trf, S j U ° be - ^ ei s , oIcb ® n Ramilien, wo die von Diphtherie 
i ei wieder den Familien zurückgegeben wurden und 

scitio-t Therapie als interne Medicin etc. war principiell be- 

hal*i8onpri'anir« . m ? en i r G l? ß s .Y ni Ptomatische, also Expectorantion, in- 
und Tracheotomi S ° br ian 1£? von Ehlornatriuni und Guajaeol, IntubationiMi 


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10. Januar. 

iiuifi ändert* Kinder vorhanden waren: in keinem Falle haben wir 
auch in diesen Fällen, wo wir y 4 von No. 1 also ca. 150 Normal- 
einheiten ein spritzten, eine schädliche Wirkung gesehen. Auch in 
der Privatpraxis sah ich nirgends weder eine schädliche Einwirkung 
noch, wo die Erkrankung anderer Kinder beim Verbleiben eines 
schweren Diphtheriekranken in der Familie sehr nahe lag, irgend 
eine Infection von Diphtherie hei solchen immunisirten’kindern 
Aus persönlicher Rücksprache mit Prof. Heubner, der eine 
reichere Anzahl von Immunisirungen beobachtete und auf dessen 
Urt-heil ich unbedingt baue, weiss ich, dass auch er niemals irgend 
eine schädliche Einwirkung des Serums beobachtete. Meine Aerzto 
im Spital machten bis jetzt 15 Immunisirungen in Familien aus 
deren günstigen Resultaten sich allerdings bis heute kein Schluss 
ziehen lässt. 

Ein Fall von Diphtherierecidiv, der uns in späterer Zeit noch 
für unser ürtheil recht werthvoll werden könnte, ist schon in 
Kürze oben angeführt. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


21 


Lm Mädchen P fünf Jahre alt, war vor vier Wochen mit Loeffler- 
l-cfund Kachendiphthene und Wnxcroup, Albuminurie, durch Serum 
neliandelt, verblieb wegen lobulärer Pneumonie noch weiter im Spital 
..ud erhielt am 28. Tage nach der ersten Injection als vollkommen 
reconvalescent wieder eine Raehendiphtlierie mit hohem Fieber, mit ex Zi- 
«tm Loefflwbefund. Prognose schlimm. Das Kind starb heute am 21 D e - 

Icl ‘ nu, ‘ noch einige Bemerkungen beifügen über die 

Art und Veise unseres Verfahrens in der Serumtheranie- 
I "* Uen wo wir die Prognose auf 1 oder 2 

gellten mjicirtcn wir gleick nach der Aufnahme ein Fläschchen 
i° ik ( - 1 ‘ J! aci Behring 600 Normaleinheiten, — wiederholten 
dasselbe m der Regel nach 12 oder 24 Stunden als zweite Tn 
jK-tion; wenn uns der Verlauf am nächsten Tage noch nichf «fin¬ 
dig genug erschien in Bezug auf die Abstossung der Membranen 
"i^ ,SWSCh ^ nheit ’ k - «* 1 , ein drittes Schon 

rr Zweck odpr 

^fX« d rlÄ de I„iMZ 6tC “ F0nn ’ W ° W, ' r aIso d* e Prognose 

FäI1 ° n * *» 

«»rlM u „"' a ei b „o n s“aJa 0rienti ™»S «"d 

'to ersten Injection zu 2nf»W th w ?® 8 IC ^ en 1 Pro ^ nose am Tage j 
If ieht erscheinende Fälle wurden nicht^ ßCko f n b ® me rkt, uns ganz 
Jiese Scala. Wir theilten nlcAa- r?- J1 £ irfc ’ fallen auch nicht in 
einstigsten P n!! also *bngen Fälle ein, mit der relativ 
Prognose I bei 22 Fällen, es starben 3 

« 11 „ 36 „ „ ^ 5 

'■- 1 - al ’ so,ut »»günstigsten IV ” 16 ” ” jq 1111(1 

ll!ls Maassgebend ^eMokale^pf ^er Intensität der Injectionen war 

“ -‘Si* *'• 

!ftio„ voi-gc,,ommen l,n i)!I Ur c; tie ., natürlich die sorgfältigste Des- 
Hautstelie wurden ™ rs t miÄ e S 0 J° h1 ’ wie die ™ byieirende 
111,(1 ^letzt mit 2 V 2 o/AjAir p 0 t h i r ’,, dan ,“ mit absolutem Alkohol 
-‘■reinigt. 2 '° lger Carbolsäurelösung auf das emsigste 

^demws 4 fl«'fjjÄ®,. eine . Ae “derung ™r- 
11 Weß ig handlich vorkam £ ocb scbe Injectionsspritze etwas 
dor zu schliessemle Rahn Koch so J h ? Spritze schien uns zu 
' lu - n »ns zu umständlich und^h die Spntze gefüllt war, 
-■“Wimen wurde, was ausnahm , bcsond f s ?' enn die Injection vor- 
{“letzt, damit nichtnn “ d ?“ H IP° c bondrien geschah, 

“ ä er letzte liest des q Prn Luft "1 das Zellgewebe eindringe, 
u* 1 aufgestellt «erden- 8 dadurTh f“ Ieert . wu 'de, die Spritze se& 
ü, , ller beruhe des Ktod«^ “d" T Gefahr ’ mit <ier Nadel 
feVdoshalb, u„ d dle ? a aohh 8 hle zu stossen. Wir 

s,A abb'egen u m j n der wL gS , d , ,e C T anu| e m einen stumpfen 
.. '■crnehuien z u können n “ Lage die Entleerung der 
u ' (,le Spritze qa onnen » — oder was uns später besser er- 

r? “HtW d h 8SS di6SeIbe -'bst inlhrem 

'ollh-A, ms in der voUko^!\ daber Wlr die S anze Entleerung 
^bimten. k men horizontalen Richtung der Nadel 

n " n '™ fde Uns durch die ausserordentliche Lieiiens- 


Höclister'Väbrik U von k< Mds e ter e Lucius 1 ** 1 “« 6 ' 1 . Behrill «’ s »us der 
W ‘XsuTI:Tp- Wir ? nd h 0ten “ia.eia rdeTes a m,. daS b6 '' 6it - 

mehr, dass Behring’s HeRserunf-ewiss^r ^ geringste Zweifel 
kranken, und zwa r nicht etwa rH« G . rupp ® n von Diphtherie¬ 
beeinflusst, dass Behrinn-’s Sernmtb 1 < ? est . en Hormon so günstig 
die Diphtherie genannt zu werden vwSent ^ g ? gen 
möditen Cht annäh6nid ^ ähnlichc aa Seite zuzeitenC 

jicirtf schwere, 6 r ja**die' steten'Jntoxi '^ ^ ^ Tage " in ‘ 
speciell geschilderten Falle) darb/eten sfnd nS e ?mP .rT im 
Cruppe, wo die günstige, ja überraschende wfrln, B 1 “o dle J eni So 
exquisitesten zu Tasre tritt Wh' i,.° ,'' Irk , u , UK des Serums am 

Sorumitherapio n^Lchst^seltM^dnen T "cn de ''"'. ( P''' 

T? Di ?f b " Sl| a! nicht fei!-' 
andere Baeterien, wÄ at‘ d " reh 

komm^riTÄ üe n b°e” ÄÄ BehriBg > W<,,t V011 ' 

sei völlig zwecklos! Cb * S ' J WWtC1 ' C Anwend unff des Serums 

Larynx ergriffen"hatte“ 1 '^Tahen 0 wir' • DiP n th ? rie l lroccss bereit« den 
nach mindestens knfzer baue“ uicl t' sXT “T »der 

^tt“'“*, aP m ° ^ ° b ®” u °^ a ' Ve * a b!^dir e 'MÖrtalit : i? 6 de r r “Di* 

&r««t ÄeSr- 

und^Intensität.’ ^ Pr0See,0r ' bestätigt, in gleicher Häufigkeit 
7. I nter den Naehkrauklieitcn finden sieh bei der Sprmn 
Wi0 ZUVOr - Es “beint mir, a s ob d e' 
mi » Und I,,tcus,t ät der Paralysen vermindert wären, kann aber 

H f I/'I m er , E !’ fabr,m S heute nocl1 kein ürtheil erlauben 
8 Eme lokale Schädigung durch die Injection ist so ziemlich 

caria i£ zwid Fai? 1 * R - 0t , h , Ung ’ allerdings ziemlich quälende Urti- 
das ganze Z m“d Auf ‘ Denucns "' erthe Injeetionsabseesse waren 

ich mir noch'kein Urfhef 6 d6S Immunisi 'ungsverfahrens erlaube 

fcst In wn 6 Vh rSten , fÜn ( Puukten steht meine Meinung 
wab ich geschrieben, habe ich gesohen und was 

W der S6 f en f d f S Rlaubc icl ‘- Und so fürchte ich keinen 

fal rune- noel dan f .. welteren Tier Punkten halte ich meine Er¬ 
fahrung noch nicht für so gereift, dass ich heute schon selbe mit 
gleicher Entschiedenheit hinstellen könnte. 

II. Aus der chirurgischen Universitätsklinik in Bonn. 

Ueber den Gang bei angeborener Hüft¬ 
gelenksluxation. 

A/on Prof. F. Trendelenburg. 

Unsere Kenntnisse von den anatomischen Verhältnissen bei 
dL BXrd° re " e "i bIlif te? IenksIux ation haben in neuerer Zeit durch 
eine B wese Mir'he C n °P er “ tlv er Behandlung gewonnen wurden, 

! hliel? a r h ■ BereIChe ™ n? und bis 211 Kowissem Grade al,- 
tisel w.Vb d t 6 Ergänzung gefunden. Dagegen ist die ebenso prak- 
tiseh wichtige wie theoretisch interessante physiologische Frage: 

W ie kommt der eigenthiimliche Gang bei diesem Leiden zustande? 
bisher noch nicht beantwortet und in der That noch niemals ein- 
gehender studirt worden. 

Aeltere und neuere Autoren beschränken sich darauf, das 
Hinaufrutsehen des abnorm beweglichen Oberschenkelkopfes an dem 
armbem beim Auftreten, Dupuytren’s „glissement vcrtical“, als 
Ursache des schwankenden Ganges anzuführen, einige erwähnen auch 
u Lordose der Wirbelsäule als mitschuldig, alle wiederholen den 
alten \ ergleich des schwankenden Ganges mit dem Watscheln der 
Enten, der die Art. des Ganges einigermaassen veranschaulicht, 


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No. 2 


MUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


aber nicht erklärt. Froriep 1 ), um einen der früheren Beobachter 
anzu führen, behauptet, dass „der Gelenkkopf vou der normalen Stelle 
der Gelenkpfanne bei jedem Schritte, wo die Schwere des Körpers 
von dem betreffenden Beine getragen werden soll, hinaufrutscht 

bis beinahe zum Rande der Crista ilei“.dadurch entsteht 

der charakteristische Gang, dass sich bei jedem Vorschreiten die 
betreffende Hüfte 1 —2 Zoll senkt, der Trochanter sich um eben¬ 
soviel dem Hüftbeinkamme nähert“; und Hoffa sagt in seinem 
Lehrbuch der orthopädischen Chirurgie 2 ): „Durch die bei jedem 
Schritt erfolgende Verschiebung der Schenkelköpfe auf dem Darm¬ 
bein fällt der Rumpf beständig von einer Seite zur andern so 
dass man die Difformität schon durch die Kleider hindurch ’dia- 
gnosticiren kann.“ Diese Anschauung, dass die abnorme Ver¬ 
schieblichkeit der Gelenkköpfe gegen das Darmbein die Ursache 
des watschelnden Ganges sei, ist so fest gewurzelt, dass die ersten 
operativen Heilversuche es sich nicht zum Ziele setzten, den luxir- 
teu Kopf zu reponiren, sondern nur, ihn am Becken zu fixiren 
(König), und dass solche den Kopf an der Stelle, wo er stellt 
fixirende Operationen gelegentlich auch jetzt noch angewendet 
werden. 8 ) 

Bei aufmerksamer Beobachtung des Ganges bei entkleideten 
atienten kommt man aber bald zu der Ueberzeugun^ dass diese 
Anschauung nicht richtig ist. ^ 

Man lasse ein Kind oder besser ein halbwüchsiges oder er¬ 
wachsenes Mädchen mit doppelseitiger angeborener Hüftgelenke i 
luxation abwechselnd von sich Weggehen und auf sich zukommen I 
Was sieht man? Fassen wir zunächst den Oberkörper in das 
AUffG V-m erSe I. be * ch ' vankt ,,ei .Hem Schritte hin und her, und 1 
zwar fallt er m der Tliat bei jedem Schritt nach der Seite her- I 
über, auf der die Patientin auftritt; tritt der rechte Fass auf ! 
während der linke gehoben wird, so weicht, der Oberkörper nach 
rechts herüber und umgekehrt. Nennen wir die Körperseite dessen I 
Kuss auftritt. die Standseite, und die Karpersrite. desseii Fus« ! 
schwebt, die Gangseite, so schwankt der Oberkörper also immer 
von der Gangseite nach der Standseite hinüber. Diese Thatsache 

nw“ h iTT Anscha « nn K. dass das ia <Ho Höllegleiten des 
Oberschenkclkopfes am Becken beim Auftreten die Ursache des 
Schwankens sei, zu passen. 

( . on ® e l tracht f n "’ ir nui > ab «>' daa Becken! Dasselbe schwankt 
ebenfalls, und zwar so, dass die rechte und die linke Hälfte sich I 
abwechselnd senkt und wieder hebt. Das Becken schaukelt um 1 

hori 7 nnt d i er Ä & ‘lf ttaleb i e r liegen<le Ton TOni nach hinten gerichtete 
omonta c Achse wclcho etwa in der Höhe des ersten Sacralwirliels 
liegt. Aber das Schaukeln findet so statt, dass die Bewegungen 
nicht in demselben Sinne erfolgen wie die Bewegungen des^Ober- 

Fhss e airf SO so e Tinkt I,Se - b M entgegengesetzt sind. Tritt der rechte 
uss aut, so sinkt nicht, von vorn gesehen, die rechte Snino 1 

supenor anterior und, von hinten gesehen,nicht die rechte Gesässh Wte ' 
herunter, sondern die linke, das" Beckei neigt sieh nicht ude der I 
dborkorpei nach der Standseite, sondern nach der Ganeseite hei- I 
unter Wäre die Schaukelbewegung des Beckens aber die FnW 
des Herimtorgleitens des Beckens fn dem nicht gehörio! an U m ! 
hxirton Obersehenkolkopf beim Auftreten, so müsste das Beel en ! 

GanJeTte zu ^ #rper n#Ch der Stan,lseitP und "*«»* nach der j 

ÄtSS'ÄS Ät i 

SHÄ-ÄSxSs; 

: 

z » 

gungen sind so prompt und ergiebig wie sie bei' 1 ° l,arnl “ bewa - I 
kaum möglich sind. Aiieenscheinbvi, |L • ■ J? 01l " alem Körper v 

düng den gesteigerten Anforderungen an*epasst dle p elo . Dkv< ; rbin - a 
erwarten, bei älteren Patienton 1 ?U’ e B asst » 1111(1 wir müssen S 

derungen an derselben zu finden. Jn ^ cr *“‘ * 

derungen schon bei Sectionen constatirt ! ' sole,1(! A eran- b 

IV. .“? eb ~ Scbenkellnxation. d 

J II. Auflage 1894 S 520 Schm,dtg Jabrb - Bd - 8 . 214. * 

4 ) ^ eutscken . Besellscli. f. Chir. XXIII J S 2 » oq st 

Gelenkkrankheiten. Berlin'"! 80 ^^ 47 ]^ en "logischen Anatomie’ der - 


er sacralgclcnk. so dass, wenn die unteren Extremitäten und das 
lc Becken fixirt waren, die Wirbelsäule bucht auf dcrn letzteren hin- 
rs und herbewegt werden konnte. Der schlaffe Zustand des Inter- 
lt vertebralknorpels war die einzige erkennbare Ursache dieser auf- 
lt fallenden Beweglichkeit“; und Adams 1 ) fand bei einem 17 jährigen 
ie Manne mit einseitiger Luxation „die Intervertebralsubstanz zwischen 
i- dem letzten Lendenwirbel und Kreuzbein viel dicker als gewöhn- 
n lieh“. 

11 "V°u der Thatsache, dass die Schaukelbewegungen nicht von 

i- j dem Heraufglciten der Femurköpfe am Darmbein herrühren, kann 
o mail sieh auch noch in anderer Weise überzeugen. Lässt man die 

i- Patientin an sich Vorbeigehen oder geht man neben ihr her und 

- achtet sorgfältig, beim Nebenhergehen mit aufgelegten Fingern, 
e auf den Stand des Trochanters zum Beckenrande, so wird man in 

n | den seltensten Fällen ein ganz deutliches in die Höhe rücken des 

Trochanters beim Auftreten beobachten können; meist ist das 
i Symptom undeutlich, oft fehlt cs gänzlich, und das Schaukeln beim 
, Gehen findet trotzdem statt. Verschiebungen aber bis zu 2 Zoll, 

t wie Froriep sie gesehen zu haben behauptet, kommen meiner Er- 

j fahrnng nach überhaupt gar nicht vor. Auch wenn der Kranke 
i liegt und inan an dem Beine zieht, kann man sich über den Grad der 
Beweglichkeit des Kopfes in der Richtung von oben nach unten 
sehr leicht täuschen. 

| \ ei gleicht man lerner verschiedene Fälle von doppelseitiger 

Luxation in Bezug auf den Gang mit einander, so kommt man 
! bald zu (,or T Überzeugung, dass der Grad des Schwankens nicht 
! cler . festeren oder loseren Verbindung des Femurkopfes jeder 
Seite mit dem Becken abhängig ist, sondern vielmehr von der Stel- 
! Jung, welche der luxirte Kopf eingenommen hat, sei er nun ganz 
. , r nock etwas beweglich. Das Schwanken ist um so stärker 
.je hoher und je weiter nach hinten der Kopf von der normalen 
| otelle ausgewichen ist, oder mit anderen Worten, je höher ersteht 
und je hochgradiger die Lordose der Wirbelsäule ist. Beiläufig 
mochte ich bemerken, dass der Grad der Verschiebung durchaus 
nicht immer proportional ist der Dauer des Leidens resp. dem 
\. e ,T, f , Kranken. Man sieht gelegentlich Erwachsene, bei denen 
die I roch enteren nur zwei Finger breit über der Roser-NMa- 
ton sehen Lime stehen, und Kinder von vier Jahren, bei denen 
| s f e Bchon fast bis zum Darmbeinkamm in die Höhe gewandert 

; sind. Ls ist meiner Ansicht nach auch nicht richtig, wenn all¬ 

gemein behauptet wird, dass bei einseitiger Luxation die Benutzung 
eines Schuhs mit erhöhter Hacke die Verschiebung des Kopfes 
steigert. Bei jedem Auftreten muss das Bein die ganze Last des 

orper» ragen, gleichgültig ob es auf einen niedrigen oder auf 

trntl ‘ e, ‘ f b f a ‘ z a V ftritt " die Killdp >' doppelter Luxation 
nf ;^! "mma's hohe Absätze, und doch sieht man gerade bei ihnen 

!_' . s . e '! e eme hochgradige Verschiebung zustande kommen 

I m ,l„ K , ™ anatomische Bedingungen an dem luxirten Gelenk 
i = eb n<1 f 'n dCn Gra< <Ier Verschiebung, nicht die Form des 
I ' , Das f man aus anderen Gründen, besonders um das 

! Whfri . n ' C m eine Adductionsstcllung zu drängen, in der 
f, ‘ ' if' ". le icht störende Contracturen der Adductoren ausbilden. 

I uxirt.n n Z n ‘ Cht S ° Stark '' 1 ' l,, ’ h ' ,n soll, dass die Verkürzung des 
! Iuxir ten Beins ganz ausgeglichen wird, ist eine andere Sache! 

I ',,!:„ 0 " lnie " nan d >e beseiirielienen eigentliümliehen Schaukel- 
! SohaS ZUStande ; Di " Antwort braucht siel, nur auf die 
I e T gCa . ' <S Beckens zu beziehen, denu es ist selbst- 

I tjänio n C1 ’ ^ ass cie . en ^ e ff en gesetzten Bewegungen der Wirbel- 
seitH p? oompensatonselie sind, dass sie die Aufgabe erfüllen, den 

tretemio p SWC 1 C w nden Sf ' hwei T»'nkt bis senkrecht über die auf¬ 
gewicht lfe U r?uste!i e en Ur,IOk:!,,fil,lr0n ’ ° dß1 ' k '"' Z geSagt ’ das Gleio, '‘ 

... I Gp ^ 1 , ack t f “ n "iv zunächst eien Gang eines normalen Menschen 
Sn“ " } V T u “ s . >m einzelnen den Unterschied von dem Gang 
HeiJet!n g M Sl , uxatl0n . klar! Wenn z >‘ dom Zweck einen ent- 
-Y enS äf ’ de,n Bücken uns zugewandt, hinter eine 
vorwärts her f hhft ? gendc Schnur steilen und ihn einige Schritte 

ahweelisoi n a ,C Ie 'l asse , n ' sn sebpn "’ir, dass der ganze Körper sich 
abwechselnd nach rechts und nach links um ein Weniges zur 

Fusseo h!r ’ r“ /; war *mmer nach der Seite des auftretenden 
lipinio-er u p 8S ?!”" und Herneigen ist um so stärker, je breit- 
mi itäW«,!i f ; ang ISt ’ U o so . R crin g e U je mehr sieh der Gang dem 
(reraiie ' an ff s m n en Schritt nähert, hei di'm ein Fuss möglichst 
Ganro» Vd" ? nd * re ? Sfosetzt wird. Der Körper bildet dabei ein 
o„i " J-, ( a!5 , ^ ckei1 schaukelt nicht, sondern bewegt sich ohne jedes 
a:- tt* en 111 (1 ssig vorwärts. Photographisch fixiren lassen sich 

rlp« nn 'r U 4 ^ ei ’ l 5 ewe ff un ^en des Körpers auch ohne Anwendung 
d^nrnT P rl Clrten A ™ Qhütz ' sch ™ Vorfehreus in einfacher Weise 
siphorwi daS * ? lan das k etre ff en de Individuum hinter dom Loth 
gehend zuerst das eine und dann das andere Bein unlieben lässt. 

*) il»id. S. 479. 


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-D EUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


1 0. Januar. 

wie es in Fi g. 1 und Fig. 2 dargestellt ist. (Für Beihülfe und 
Rathschläge bei den photographischen, zum Theil recht mühsamen 
Vorarbeiten für das Studium des normalen und pathologischen 
Ganges bin ich dem Assistenzarzt der Klinik, Herrn Dr. Perthes 

Fig. 1 . Pi ? . 2. 






T __ 23 

nach der Standseite zu herübergelegt ? d G elchgewiRhtes stark 

dem Ges^to^nur^darin S lSgen"* dass^die Abd 5 ^ 6 " 8 J ™“ 1 nach 
beines das Becken nicht in dfr Horizontal! f bdac ‘ 0, ' en , des Stand- 
sie es fallen lassen, weü sie infolge de? h* “Tr können ’ dass 

durch die Luxation nicht • dndtomisc hen Veränderungen 

halb sie dazu nicht imstande S s^nd^ e jfi S hr^’o ,eS R^- 1 i^ a ^ en '. Und 
ebenfalls nach photographischen Änfnnh 6111 ^u Ck auf die f( % en den 
5, 6 7 In Firr r Svf 8 • e “ Aufnah men hergestellten Figuren 

wir in Fig. 3 und^ von”hint?n ‘‘fh'*’ 6 im Profil, welches 

Linie und der Trochanter sind auf'rtem'lt ? le Ro ®® r ‘ N ^laton’scho 
striche markirt, der Glutens meint im . Kor ? eR SRlbst durch Kohlen¬ 
ist, so wie er etwa gestXt set (l »^Lzufühlcn war, 

Man vergleiche ihn mit dem normalen ein S«zeichnet. 
eingezeichnet ist TW Pi.. 0rma l® n Muskel , wie er in Fig 7 

den dritC ThelLe? ?omÄrs? US J" 5 ist ®‘™ au? 

seiner Fasern ist so verludert a SSt> reducIrt > un d die Richtung 
wirken kann Seine cr gar ™ht als Abductor 

hinten nach unten und ™.!? L w f * hrä S ™ oben und 
horizontal, und seine hinterste pf^tte'!^’ if *” 6 ! mttIere ™'läuft 

SbSHL 'versagt ZT/™ -rstehÄ von 

besorgende Muskelapparat g mte dle Abduetion im Hüftgelenk 

hcch^dtlT?e h ;ntle?uJ- 0PfeS “!> T ™^anters keine so 

Ä d s s ( ^L 7) s di ^®-ä 

' ranke beIte im Spiegelbild zur Erleichterung des 

Pitr. 7 VftrfFlfiip.il oc^ A nnli Ai_ -n 11 


Blick tedt Neil 6 ÄfntV f M r> sieht a " f d ®" ersten 
senkrecht über die UnterstützunUfla 6 h° r» m den Schwerpunkt 
keines, zu bringen Cs lä, S u\ d, t F . usssohl ® des Stund¬ 
end nicht nach der Seite de^anll ^ 61 ho K montal st ®hen bleibt 
Wirkung der Abductoren des Heft g ? 6 , f S herun terfällt, ist die 
Md minimus. » 5 a«h f deB Glutae “ s medius 

Im Standbein straff gespult f n G >* ae r us “us. Sie sind an 
« dies beim wirklic 1 ierVo r ’w*rt«ch^? ng:b t ln ei ' Schlafft Dass 

Ä 

nahmen von einem Mädchen mit dn* lo £ en . Photographischen Auf- 
,n % 3 und 4 wiedergegeben^ind^Sifkf 61, Luxation ’ wie sie 

Fi f . 3 . g g smd - »ie können allerdings nicht 

F, &- 4 Fig. 5. 



die Norm (Fig. 7) würde 


iusst* WeiI das ^ädchen^sich^ J^^gheit erheben wie Fig. 1 
wa r ; ^ «*» nihig stehen .u J“ den Händen Mützen 

s Loth aufzuhängen Der nnT e \- U !! d 68 auch versäumfc 

«gen. Der Unterschied ist in die Augen 


Fi *' G - Fie - 7 - Vergleiches). Auch in diesem Fall 

kommt nur ein Theil, wohl kaum mehr 
als die Hälfte des Muskels zur Gel¬ 
tung, und die Kraft dieses Theils 
reicht trotz aller Willensanstrengung 
nicht aus, das Becken in der Schwebe 
zu halten, es fällt nach der anderen 
Seite herunter. Der Knabe stand bei 
dem Photographien auf beiden Beinen, 
daher ist keine Lordose vorhanden. 
Hätte er. auf dem luxirten linken 
Bein allein gestanden, so würde 
das Becken nach vorn übergekippt 
sein, und der Unterschied der Faser¬ 
richtung des Glutaeus medius gegen 
sein Wenn d{ ? nn ? oc h deutlicher hervorgetreten 

man das Broken Patent t ! lch auf di ® gesunde Seite hinlegt und 
Glutaeus 1 d ? n . H «nd®n flxirt, so reicht die Kraft des 

Bein der Schwöre Ut f mcbt aus ' das gerad ® ausgestreckte kranke 
soreizt weru!!r ^ f g ‘' n Z “ «Mw*». so dass die Beine ge- 
mit den Hände Jlxlrt ™ an hei dem Versuch das Becken nicht 
Bein etwas zu e’rI| S h ge 1 I J gt ’ ® s dem Patienten wohl, das Iuxirte 
duction h? WirH ) b L? n ’* ab u r o es ,st dies nur ® in ® scheinbare Ab- 
lumbaHs un hc H ezb ? bt das Beck ® n mittels des Sacro- 
Hüftee Lk il ü u • d / aS - Bem m,t - Die Passive Abduction im 
gesufdin Seitab bm ^ Wen " aUch nicht 80 ergiebig ^ie auf der 

LuxiL ,S L^ rhaUP , t l , Seltei1 ’ dass man ® in Kind mit angeborener 
bittet 1 X« i ’o 'rl che |, “ ocb über so viel Abductionskraft ge- 

lialteneri a Roin’s aU ^o dl k ‘^ 6lte hingelegt, das luxirte (gestreckt ge¬ 
haltene.) Bein der Schwere entgegen erheben kann. 

Bein stflhonü ™ lt; ®* n ®®'Ls®r Luxation, welches, auf dem kranken 
der fi«äs?hiift d i Ge l feSh , ä ftR o der gesunden Seit ® bis zur Höhe 
erhohon ko?c f jlJer kran ^ e " Seite oder gar darilb ® r hinaus hätte 
s b be " können, wie es dasselbe Kind, auf dem gesunden Beine 
™oh d ’ amgekehrt spielend thun kann (vgl. Fig. 8 u. 9), habe ich 
Khd geseh ® n >.s® lt 'i®m ich darauf achtete; ebensowenig ein 
amderoo <?oif d0P P e S ! / g6 j Luxation - "'«lches auf der einen oder 
k«n!r r de ? Anforderungen dieses Experiments hätte genügen 

i°TL T er v ängt , das 0eeSss res P■ da ® Becken auf der Gaug- 
seite herunter. Es gehört eben ein intacter Glutaeus medius zu 
dieser verhaltmssmässig beträchtlichen Kraftentfaltung. 

. d e r abnormen Faserrichtung und der abnormen Kürze 

des Muskels können noch andere die Kraft des Muskels beeinträch- 
gende Momente mitwirken. Wenn der Schenkelhals verschwun¬ 
den ist, arbeitet der Muskel an einem kürzeren Hebelarm, also 
unter ungünstigeren Bedingungen, und wenn der Kopf gegen das 
JJarmbein verschieblich geblieben ist, wird der Muskel durch die 
Annäherung seiner Insertionspunkte gegen einander beim Auftreten 


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DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


24 


™^L erSChla ! rt wel ; den .' or ist J' et2t f ür den Hebelapparat zu lang 

müssen 61 »!!! 11 «! . em ? n S0 ‘ ,lcr Kraft dazu verwenden 

müssen um sich wieder in den Zustand zu versetzen, in dem er 

«nfo™ • f ^" Sen kanD \ eme . abducirende Wirkung zu entfalten. In- 

UZl l? Che n l , a6S , das »o'issement vertical“ indirekt zu 

We se S ak ™?wT belträl ^’ "' 0nn auch in ganz anderer 

u eise als man bisher angenommen hat. 

Fis ■ 8 ‘ Fig. 9 . 



Linksseitige Luxatio cougenita. 
auf dem luxiiteu Hein 


Stellen 


Linksseiiigc Luxatio congenita, 
auf dem gesunden Heiu. 


•vxt _ a,u ae m gesunden Heiu. 

zurjrsrss? ä 

sehenen nicht zu tauschen und find» E . rlnlle ^ a K des froher Ge- 

stTmmt UffaSSUng ° iDeS ge ™ htige " Aito 

oder gäL die s ,? hr 

ond der dadurch bedingteMan”1der 

gelenk die Ursache des watJhdnd Ln C^ ^' 10n 1111 Hüft - 
Luxation ist, lassen sich in Bezug: auf die l5h A T bei aa £ eboreil er 
folgende Schlüsse ziehen S B ^andlung des Leidens 

^Ä£Ks, 1 -;■ “r 4 , » 

Verbesserung des Ganges i-anm k f 11 . ö » ceir, ture k godets“ zur 
dagegen habendiXw^h^'T' Eiüige Wirk “ug 
Becken anschliessende und auf den Tm 1 chen der fest an das 
Beckenring jederseits ™ne AchSrt^Ä^ ^ufruhende breite 
Corset sich nach oben bis in die Achseln ? steifes 

sirenden Schwankungen des Oi.prt«^ S U forts etzt. Die compen- 
geringste zulässige Ma as 7 redudrf P iL dadurch auf das 

Achselstütze auf der Standspite Und dle Fatie ntin kann die 
nutzen, an der der Oberkfi?npr \ 7“ , em f w ! rkl ^he Krücke be- 
feste Stütze findet, so dass sie nim^^TTw* 6 Wirbels äule eine 
die Beckenhälfte der Gangseite etwa«™ 11 ^ 1lfe des Sacr olumbalis 
fehlende Abductionskraft g bis zu e^L i aU leb - 11 un £ dadurch die 
kann. s zu euiem gewissen Grade ersetzen 

sprich t^die^Sche 1 de’scdie 5 Ab^uctionss^V einsei . tig:e Luxat ion ent- 
nemen auf der gesunden SVit« 1 bl6ne mit ihrem Schenkel- 
Beckenhälfte de? Gangsei^in 6 dfe** hS^zu* heben^und^zu 1 tragen 6 


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_ - - ^ No. 2 

Construirt ist sie allerdings von ganz anderen Gesichtspunkten 
aus, sie sollte nicht den Gang corrigiren, sondern nach der von 
Roser zuerst angegebenen Methode durch möglichst ununter¬ 
brochen durchgeführte Abductionsstellung des Hüftgelenkes den 
Kopf allmählich an die Stelle der Pfanne zurückführen. 

Was endlich die zur Heilung der Luxation angegebenen Ope¬ 
rationsverfahren anbetrifft, so wird man nur von der Reposition 
(Hoffa, Lorenz), nicht von der Fixation (König) einen wirklichen 
Erfolg erwarten können, und der von Lorenz angegebenen Modi¬ 
fikation der Hoffa’schen Methode wird insofern der Vorzug einzu¬ 
räumen sein, als sie die Insertion der Abductoren am Trochanter 
major nach Möglichkeit schont. Je weniger die Abductoren ge¬ 
schrumpft und atrophisch geworden sind, also je früher die Ope¬ 
ration gemacht wird, um so eher wird auf einen guten Erfolg zu 
rechnen sein. 6 

Nach der Heilung werden die beiden oben erwähnten Versuche 
— Stehen auf dem operirten Bein und in die Höhe Heben des Ge- 
sässes der anderen Seite bis an oder über die Horizontale — Em¬ 
porheben des operirten Beins vom Lager, während das Kind auf 
der anderen Seite liegt — einen guten Maassstab für das durch 
die Operation Gewonnene abgebeü können, und das Resultat wird 
sich in dieser Form im Lichtbilde auch graphisch darstellen lassen. 

III. Ueber die Entstehung der Geschwülste. 

Von Prof. Dr. Ribbert in Zürich. 

(Fortsetzung aus No. 1 .) 

Eine zwe* te Drü se , bei welcher aberrirte Theile zur Geschwulst- 
m»?TL k0 " nen ’ st die Mamma ' Es 8 *beint doh dann 
achtete F '\? en ° mezu handeln. Einen interessanten Fall beob- 
Tann»n Maitlu , ) - Von 6lne1 ' supernumerären Mamma war ein 
hin^mif fi»» 8 -'!. 611 ?! ,- md J? ,. elu FU >roadeuom . umgewandelt. Er 
überzähligen Drüse noch durch einen mikroskopisch 
nachweisbaren Gewebsstrang zusammen. v 

wird qnf\f" D Tbeil j der in der Eeber vorkommenden Adenome 
clVi i S ' ,nlnBe “ der en| hryonalen Entwickelung bezogen Ich 
uSutaS® KnT so j chen Fal1 beobachtet, in welchem hei einem 
einer iIm . K b n das 0r gan, ohne ausser den Erscheinungen 
r^ htei ; venos . en Stauung weitere Veränderungen darzubieten 
Schiiittfla r i 1Ck ? s 5®. cknadelk °Pf- bis höchstens erbsengrosse, auf der 
Fa^mft dt n h - V ° rSP T ri ^ ende Kuötchen eüt, bielt, die in der 
Skomsch nnter^i • u ! ,rlge “ Le .bergewebe übereinstimmten. Mikro- 
ZelfstränmthÄ S ‘f Slch Von ietzterem dadurch, dass die 
die sons n.n in “a“' Waren r7 Auf Querschnitten derselben, 

fest Tmmer elne !\ oder zwel Zellen bestehen, fanden sich hie^ 

stlr ihZi?’ blS j™ I ier und fünf - 80 dass di® 86 Zell- 
£> PP » abgesehen von dem Fehlen eines Lumens an das Aus- 
sehen quergetroffener Drüsenschläuche erinnerten 

darum 'dass“.’,! 6 «ieh beSpr ° Chei1 ? Ad enomen handelt es sich nun 
S in die nl ‘ h zu ?ammenhftngende Theile von Drüsensubstanz 
werden wir ® i ga ?®?‘ wlckelun K aufgegangen sind. Aber auch hier 
nur das Enithei*“n®“ De rmoiden annehmeu müssen, dass nicht 
eruäSrendfi Rfnfi n V SOndern dass auch das zugehörige 
TTrimmf r j- Ilde ff®" e bc an dem Process betheiligt ist 
im^Fib^ome CS A 1 zur Wucherung, so entstehen Fibroadfnome 
auf diese Wp^p h rem binde ^ e webige Tumoren können 
und es ist durc J* ^ erlagerung entstanden gedacht werden, 

des Zusanimpnh un ^ abr .® cbain ^ cb » dass so etwas auch ausserhalb 
Pinf n nh ? ge ?i mit Br ds 0 ngewebe möglich ist. 
über würden ? tedun ^ den Adenomen und Dermoiden gegen¬ 

weniger tvni-oii ^ e J eai g 0 n \ erlagerungen einnehmen, bei welchen 
Sgewebe oder'n ” E f thel ^ ebild ^ a ^o nicht Epidermis mit 
regelmässige 7eiil Drus0I V' d " me > sondern einzelne ZeUen oder un- 
beim Embrvn vn r ru f^ n Bö^racht kommen. Ob aber derartiges 
heim’s i^nrnn rT mt A da . rdber wissen wir nichts. Nach Cohn- 
nome zu Srf 1 ^ 1 ' A , n . si ckt würden auf diese Weise die Carci- 
wieo-enden l^n n- S iT’ dle / w r u ’ J a ^ jetzt zum weitaus über- 
Am^näeli ’fo i lcb t mehr auf embryonale Keimverirrung beziehen. 
weTche tf dP„ r , r n dles v e \ Foi ' mea der Verlagerung diejenigen, 
Zahnentwickpliino 16 baobacbtet UQ d aus Abnormitäten bei der 
als Döbris nü« , ab ^ 1(3 i fce t werden. Sie wurden von Malassez 2 ) 
dar diphif P aradentai r e s bezeichnet und stellen Epithelzüge 
gelangteu und 61, Bl . du . n f des Schmelzorganes nicht zur Verwendung 
Cysten und d i ® r fl Slstirt ^‘ .4 U ® ihnen könn en überzählige Zähne 3 ), 
oysten und adenomkhnhche Bildungen«) und, wenn auch 

2 Lnngenbeck’s Archiv Bd. 44 , Heft 4 . 

3 t Hndir de P h Z siolo ^ ie normale et pathologique 1885. 

‘ Krus^Vi? ’bfryfsciieZeitschrift ihr CMm^ie Bd. 35. 

Chirurgie Bd 47 Vl ^ chow . s . Archiv Bd. 124. Becker, Archiv für klin. 

— Chfbrp t D ® ru J 1 P sk 7’ Wiener klin. Wochenschrift 1890, No. 40. 

st 1 - 


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10. Januar. 


selten, Carcinome 1 ) hervorgehen. Ob letztere aber durch ein¬ 
fache Wucherung des Epithels entstehen oder ob noch besondere 
Verhältnisse erforderlich sind, soll unten noch einmal berührt 
werden. Dasselbe gilt für die sogenannten branchiogenen Car¬ 
cinome (Bruns-), die aus restirendem Epithel der Kiemenspalten 
abzuleiten sind. Aber auch hier ist es nicht zu entscheiden ob 
diese Carcinome aus einfachen Epithelhaufen entstehen, oder ob sie 
erst secundär aus dem Epithel von Kiemenfisteln oder Kiemen¬ 
cysten ausgehen. 

Bis jetzt hatten wir vorwiegend Tumoren epithelialer Natur 
ins Auge gefasst. Wenden wir uns jetzt zu den bindegewebigen 
iVeubiidüngen, so mögen zwei Tumoren dazu überleiten wetche 
von Chiari 3 ) beschrieben wurden und insofern an die Dermoide 
anschliessen, als sie auch als „fissurale“ zu bezeichnen sind aber 
nicht nur aus Epithel, sondern auch aus Haarfollikeln, Drüsen 
Binde- und Fettgewebe bestanden und aussen prominirten Es 
sind das zwei kleine an der Raphe perinei Neugeborener sitzende 
Tumoren. Chiari leitet sie aus einem überschüssigen Bildung 
matenal ab, welches bei Vereinigung der Dammfalten nicht Ge¬ 
braucht wurde. h 

Wahrscheinlich werden auch congenitale fibröse Tumoren an 
anderen Körperstellen sich aus analogen Vorgängen ableiten lassen 

Besonders gute Beispiele für die fötale Verlagerung bieten 
Jhe an den verschiedensten Körperstellen sehr häufig vorkommenden 
knorpelhaltigen Geschwülste. Sie bestehen selten nur au" 
Kneipel, sind dagegen wert häufiger aus zwei oder mehreren vor- 
sehieilenen Geweben zusammengesetzt. Sehen wir hier zunächst 
von den am Knochensystem sieh entwickelnden Chondromen ab 
von denen, nut einer Ausnahme, erst später die Rede sein soll’ 

>0 hat man die Genese des Knorpels theils aus einer Abspren°-un<v’ 
theris ans einer Metaplasie abzuleiten versucht. Was die lete "re 
»geht, SO darf man aber nicht übersehen, dass eine Metaplasie 
des Gewebes der die Tumoren beherbergenden Organe im a ta? 
Diemen meht beobachtet wurde, sondern nur eine solche aus <ten 

Äl| B “riÄ^ls der ! ? eUbi ! dUng - als0 aus Elementen, die 
... piti Lj * aI £ verlagert anzusehen und dann als die 
weitei wuchernden embryonalen Vorstufen Hpo Trnrkwn«io i 

reitTänditeh ’ dle , ka " m anders als aus einer Abspren- 
Srft ;; !s ®aler Aberratten bTrehend gXhfwerdeT a ' 1<! " 

'ungea einzulassen hebe ich nur^^^folgende kurz hervore ° baCh ' 
»chwülstchenvor weU ? n kleine aubcutano Knorpelge- 

S int? ™ 

«ge Tumoren beobachtet ,lte S m “i^ n . 0rpC o. Seln und knorpelhal- 
iZahn, 5 ) v. Recklirnrhana » 6 «« 11 gleichem Sinne zu deuten sind 
schwülste der Mundhöhle üd i Dle in| f Knorpel versehenen Ge- | 
sind nach Arnold 11 ! aus ahnnr bekaarten Polypen des Rachens 

’iwg der Mondbucht entetMrn^"i W ? ChSt T U ! nsVorgÄngen bei Bil ’ 

™» Knorpel, Btede ond p!» d< ? ken ' ., Ich selbst ’^ «h einen 
famor der Unterlippe einJrftTt “ nd ^ ähnen bestehenden 

Aberratfon bei BildTn<? ÄT"/ 1 *' der nur auf 
konnte. Ei ne ehpnfAiJoi dUDg • des Uüter kiefers bezogen werden 
i'iude Neubildung deMJberlinnüi untersu « hte - Knorpelinseln enthal- 
zuführen. Die seltenen War ^ a ? alo £ e Hrocesse zurück- 

ihren Knorpd von 1 8 ^ Mamma können aa ch 

Wen. Coön leitete ^hn „n jP n “ahchegenden Rippen erhalten 
Knorpelgeschwülsten der Gesehf 8 ? u . s Meta Plasie ab. Bei den 
»et Geschlechtsorgane, vor allem des 


DEÜTSCBB MEDICINISOBe WOCHENSCHRIFT. 


TT H .-—= =_ 25 

wickelungsgesehtehülche 6 BähungTfn , d f s , ihl ' e “»he ent¬ 
halt zur Verlagerung gab. ^ irbelsäule die Gelegen- 

so genannte^Ecch^TdVo^ls ^"vslTte " 1 ' 011 ^' 6 VOn Vi, ' ch °w 1 ) 
baehii. Virchow erklärt sie aus^ine/w* i, d<)S Clivus BIu ™en- 
gallertigeu Metamorphose von Reste? de^h® 1- “^ Und schlein >te 
und hielt diese Auffassung ’Whata %' P,e “ 0 -°“ 1 P i . ,alknor P a ' a 
recht, 2 ) nachdem Heinrich MfiliAr r i- le / J vakr ® ekei nf l chere auf¬ 
hatte, dass die Geschwulst aus Chorda^^ 810 ^ aus ^ es P roche n 

ÄÄ 

die*Fr^e a "ufs^nmie"geprüft Je '*^irte ba ^' dl ™^ e ®*" r ™an^ £R;einer*^ 

mü 8 s rr,tat^ 

Entwickelungsabnormität zustande komme°n “cta da"be- GrUnd l, 6i ? er 
Verlagerung eine Rolle söielt ict üb . 01 auck ei ne 

es mir, dass man daren i sote , t wnM W indess< ® »eheint 
Geschwulst stets dicht , nte r d er Du 'a dt f^T '‘ff’ als J ene 
rend man den Chordarest centnd ta L # ° P S entsteht, wäh- 
fuge erwarten sollte Auch K ehs h„? * n f ‘T 1 '„ reS !V 
Verlagerung der Chorda an der HnnH • a *o u ^Möglichkeit der 
Embryo mit Spina bifida hinge diesen ^ 0^310)""^?" ZZ 
aus abnormen Lagerungsverhältnissen der PhnrH, ’ • ^ ^ j Ubt 
einen nach Art der Plivnco-Aerh .., n . der ,horda insbesondere 

die Genese^au" Grun^^embryonäl^ Bsteome kommt 

falls in Betracht. Es sei d/ran erinneH, hS StatTSh.^ 


fe 1 ; 11 - HMfta. S. 486 (nach Bruns). 
‘ ^ . " 1884. 


) bei Ziegler 

J Mittheilungen ans ^ T"‘ MU V ii ’ 1 J1 - nait tc, s. 4»6 (na 
J ib. Bd. 115.’ 

Pebr. 1892. 

’t f>eutsth? yf «ctenschr. 1892, No. 10. 

”> Deutsche mcf Wni Ch 'ü’ 1885 ’ Bd - 22 - 

t°n> Ät ne’ 1892 ’ S - 339 - 


fSsattÄSsMS 

nmltiplen Kno^hragmhtül?“ he^Zr Myofitte et ?- s Tfi tStClle " de " 

Ecchondrosen oder als Exostosen der Knorpelringe aufgefasst wur¬ 
den. Nun habe ich aber in zwei Fällen gesehen, G ) dass die OstemnA 

m’it C den Ti^eheaK 11161, in . k ? or P eli ^ er oder knöcherner Verbindung 
mit den Tiachealnngen stehen, sondern für sich allein oder in Zu 

a^Ausm“fr m dM K p« r?eI i n8 ® ln ^ g Q Spren - fc silld 111 bindegewebige, 
usläufei des Periosts in die Schleimhaut ausstrahlende und 

Zto"!?“ 18 b / S .. U1,t * , ü das Epif'el verlaufende 
, m ‘ ssi - c . Zu S®' dle nach ihrer Beziehung zur Unigebuna- 
I?h h ?te?th? eatraaterln in diese Iiineingewachsen sein können 8 
hr? g . b 'iclmehr, dass es sich darum handelt, dass beim Em- 
em abnormes Auswachsen, resp. eine abnorme Anlairp Hpc 

die SchT* ea i! rin i g i . bildenden Gewebes stattfindet, wobei dasselbe in 
die Schleimhaut Innemgeräth. Aus ihm entsteht in grösserer ode“ 
geringerer Ausdehnung Knorpel und aus diesem Knochengewebe 

m „.iff espr0cbene T Beispiele fötaIer Aberration steilen ferner 
'"ZZl Z u V Z t Llpomcn dar - I- ödster Linie sind hier die 
Fettgewebsgeschwulste heranzuziehen, die sich nach v. Reckling- 

nher e, ,' Sp r b, da im AVirbelcanal büden. Ich konnte») 

über eine gleiche Beobachtung berichten. Ebenso theilte Arnold 9 ) 

F^teeweh 8 ™" F f 1 mit : ? s llandelt s *°k freilich nicht nur um 
»r h \ 8 n° ndern mit , demseli,e " kommen auch Bindegewebe, 
Muskel- und Drusengewebe zugleich vor. 6 

Entsprechende Verlagerungen sind auch, wie v. Reokling- 
hausen an der Hand von anderer Seite beschriebener Fälle aus- 
führte bei Spaltbildungen im Bereich des Schädels möglich. Es 
entstehen dann gemischte Lipome in der Schädelhöhle. Viel- 

| 0 Die krankhaften Geschwülste. 

5 Zeitschr. f. rationelle Medicin 1858. 

“) Allgemeine Pathologie 1889, Bd. II. 
j ) Centralbl. für patholog. Anatomie 1894, Nö. 11. 
ö ) Langenbeck’s Archiv Bd. 41. 

.... 6 > Beschrieben in der Dissertation von Mischaikoff. lieber Knochcu- 
bildung in der Trachealschleimhaut. Zürich 1894 
7 ) Virchow’s Archiv Bd. 105. 

®) ibidem Bd. 132. 

1 Ziegler’s Beiträge Bd. XVI. 


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Got igle 


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26 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


leicht darf man auch die reinen Gehirnlipome aus einer Keimes- 
verirrung ableiten. Jedenfalls gehören hierher die bereits er- 

rs F:ü g rr btTehen ChenP ° ,yPen (Ar “° ld) ’ die grösstentheiIs 

. In r de n? 6 ?j der hier zu ^sprechenden Neubildungen sind 
ioiner die Rhabdomyome aufzuführen. Sie kommen bekanntlich 
vor allem un Urogenitaltractus yor. Der früher ausser yon ande- 
i?"nif 1611 aUCl1 Y0 ? ml ^ gemachte Versuch, 1 ) die quergestreiften 
Muskelfasern aus einer Metaplasie glatter Fasern hervofgehen zu 
lassen, kann nicht als geglückt angesehen werden, und ich selbst 

inlü! 1 der .. H , and neuerer eigener Beobachtungen'- 1 ) meine frühere 
Ansicht zuruckgezogen und mich denen angeschlossen, die für 
jene Tumoren eine fötale Aberration verantwortlich machen, die 
bei den complicirten Entwickelungsverhältnissen der Urogenital¬ 
organe nicht so schwer verständlich sein dürfte. Für die Niere 
hat Hanau ) auf ihr Hervorgehen aus zwei Anlagen hingewiesen 

könnten" Ä / 6ime leicht «"geschlossen 8 werden 

konnten. Er hat daraus die von mir beobachtete Lagerung von 

Rhabdomyomon an der Aussenseite des Nierenbeckens zu erklären 
WnTf C n\,^ anderen Körperstellen sind diese Tumoren seltener 
Wo 1 f e nsberger 1 ) untersuchte ein Rhabdomyom des Oesophagus 
und leitete es ebenfalls aus einer Aberration her. Auch die Tu- 

XX’n t l vor a kommt en w Ilt H tehen ’ n“ d ^ n - en < i uer g estreifte Muskulatur 
CbCuleTten Srin n»n de “ J ahl ' schclnllch aus fötalen Processen 
o uleiten sein. Dafür spricht ebenso wie bei jenen Geschwülsten 

der vö hg embryonale Charakter des neuen Gewebe" Das gS 

Herzens' dT Fah A* hat \, bei de “ Rbabdomyomfn Ses 

neizens der hall. Ebenso betonte Marchand 6 ) die fötale Be- 

schaffenheit des Muskels eines Rhabdomyoms der Gegend des Tuber 
ischu besonders auch auf Grund der Gegenwart Sehen 

geÄ AnCmalR d6 " TUm ° r ebenfa “ S auf Grund einer ««"' 

muss^^r^XÄ 

trifft es höchstwahrscheinlich in manchen Fällen zu ^ber'freiUch 
n einem anderen Sinne als Cohnheim meinte. Neuere Beobach 

«Thls TV Ha ' lser ' ) hel dem sich frühere Mittheilungen von 
Babes Diesterweg, Schroeder und Rüge citirt finden Breus«! 

das UetlgS^^ da ’ SS 

Myom führenden Wucherung derlgtbTndeÄ^ltr 2 “ 

wohl W w/e f z’ S B H GäBSe " 

haut’ aufzufassen sX^Xh besitze ffiSf der Gt ? russ f lei “- 

ä tntÄ 

Gebilden bei dem WachsthmnXm Zusamm «‘hanges mit jenen 
Verbindung weiten*^ani-hen 
tionsfähigkeit sich in selbst^nd?«-^ de ’ dass 1 ^ ro Prolifera- 
möchte aber auch noch darauf hinweiren' 8 'daffw'V"““X 10,1 

Ineinandergreifen von Schleimhaut «„?’ m? , dem "hnormen 
wendig auch Drüsen betheührt sX Mllskll J at " 1 ' "i«ht noth- 
Inseln von Mucosa in der Tiefe der Wand* gefnn«? 6 ™ da | S ladiglich 
In einem meiner Präparate liegt ein« d , g Ü f ll de " wel ’den können, 
gewebsinsel neben einem Myom md reLhtX geföss . reiclle B “de- 
deutlich in dasselbe hinein Neben den w'“ 6 ” 1 a n deren Sohnitte 
und vielleicht, da die Grenze desselben k ! e !. ne " Geschwülstchen 
bestimmen lässt, auch in demselben «„Ti 1 mit To]Ier Schärfe 
thelialer länglicher Raum Xltdi^n- 81 t\ em zweifell os epi- 
vielfacher aufmerksamer Untereuchui^ 0 g * bedUrfen freilich noch 


No. 2 


3 Virchow’s Archiv Bd. 106. 

2 Virchow’s Archiv Bd. 130. 

4 ) Ueber ein ^S m ' S enannt e Arbeit S. 33 

j Wie„ r medÄXTl d * Speker8hr «- Ztogter'. Buto. 

) Virchow’s Archiv Bd. 100. 

8 \ TToKn^' I ^v d '.z. Wochensc hr. 1893, No. 10. 

,oj Wien 1894 - 

) Z-eitschr. f. Geburtshülfe XXIII. 


Bd. 15. 


Eine weitere Geschwulstart, bei welcher nach neueren Unter¬ 
suchungen fötale Verlagerungen eine Rolle spielen, ist das Gliom 
btroebe 1 ) konnte einen Fall untersuchen, in welchem der Tumor 
zahlreiche mit Cylinderepitkel ausgekleidete Räume enthielt. Er 
fuhrt sie auf eine Ausstülpung der Ventrikel zurück und meint 
dass von der mit ausgestülpten subepitheiialen Gliaschicht die Ge¬ 
schwulstentwickelung ausgegangen sei. Ferner betonte Ziegler 
dass das Neuroglioma ganglionare wahrscheinlich aus Entwicke¬ 
lungsstörungen abzuleiten sei. Weiterhin hat WinterstoineFh 

X»i,f Ur f da ^n?! 10 c?- der Reüna ’ dessen «»"genitale Genese ja 
ohnehrn für fötale Storungen spricht, hervorgehoben, dass es durch 
eine Verlagerung von Theilen der äusseren Netzhautechicht zustande 
komme Er konnte in fünf Fällen die abgelösten Abschnitte als 
röhrenförmige Cylmder, Zellhaufen und eingerollte Gebilde nach- 
weisen. 

An die Gliome seien die Tumoren angeschlossen, die man 

Z S !b lbreS W' t w S am . NerTen als Neurome zu bezeichnen pflegt 
die aber in Wirklichkeit nur bindegewebige Geschwülste ain Ner¬ 
ven smd also die besonders von v. Recklinghausen 4 ) beschrie- 
benen multiplen Neurofibrome, mit denen die von Bruns 5 ) unter¬ 
suchten Rankenneurome nahe verwandt sind und die genetischen 

<a (A ::r kte theUen - Sie ** ° ft »«w 

darf daher angenommen werden, dass bei der Entwickelung der 
AnnrH ' rgCnd eme Störung eintritt, welche vielleicht eine abnorme 

Fokre hX’ p We Z HagerUI lf V0 “ Bind »g»webe im Nerven zur 
iolge hat. Ganz allgemein drückt sich Ziegler«) aus wenn er 

annimmt, „dass die Ausbildung der betreffenden Theile deTlJer 
vensystems eine pathologische war und die Bedingung späterhin 
auftretender Fibrombildung an sich trug“. Goldmann 7 ) ? ist ire- 
neigt, sich vorzustellen, dass dieNervenscheide in ganzer oder grösster 
Ausdehnung ,n einer Art embiyonalem Zustand verhafte ler 
Ztbh zur , Gesehwulstbildung führte. Es wäre aber doch’wohl 
®,"S ar ’ ,f ftS . S gerade dlese . r embryonale Charakter der Nerven- 
scheide auf einer abnormen Anordnung des Gewebes beruhte Viel 

wenn uarie s ) Beobachtung eindeutig wäre, welcher in einem 

äästä sät Ata '‘ i - 

(Fortsetzung folgt.) 


, Au . 8 ^ er J L medicinischen Klinik und üniversitäts- 
pohklinik des Herrn Geh. Med.-Rath Prof. Dr. Senator. 

Ueber die chirurgische Behandlung 
der Magenkrankheiten. 

on Dr. Th. Rosenheini, Privatdocenten und I. Assistenten. 
(Fortsetzung aus No. 1.) 

so wird l man n T sLhlfX nt • a kriti 4° h prüfend die FäU « a »«- 

Procentsatz reduciren Xot dL Zah^de^^H-v^ a “ f geringen 
wird nach T, a ™Trhi dle . der radlkal »perirten Kranken 

n e lf„" Dge n “ r «>"®g«ri"ge sein; bei diesen we- 
ni en steht aber dann die Gefahr, in die sie sich be- 

Xe* chen: sie können^‘1®“ 7 er11 «*»»* 8 dem, was sie 
der besten GesundhAit f °® en ’ ^ ass sie Jahre lang sich recidivfrei 
geheilt^ die Möglichkeit, dass sie ganz 
den TTroHo a”’ lst . . n . lcJlt absolut ausgeschlossen. Je früher wir 
LhlXXnigen S pIii 1 B Clre “’ T !° grösser wird naturgemäss die 
Xlhtiee oX-.Xl v ?’ d ! 6 dl \ B «di"gungen erfüllen, die der 
so schweren EinXiffJ? ur ® n . S ^? n wi,1 > wenn er sich z “ »««« 
Radikalbehandlun^ ^ind^if- 1116SSt ‘ Aussichten der chirurgischen 
der Diagnostik u S nd w d h ' er f ganz t bhängig Ton d « n F »ris«hritten 
es dX " n s ’ E d n rv dUrfen ***** wi « W «R haben wir 
Zur Zeit steht dip ^ ia S n ose des Magenkrebses gebracht? 
X für &eL ‘LfX he specifisches Zeichen, das 

schrittenen . es nicht einmal in vorge- 

kune- AH« pi St?ld L en, c geschwei ^ e denn im Beginn der Erkran- 
^__Alle classischen Syptome: Tumor, Maciesf kaffeesatzartiges 

Anatol^ tUrf0rSCherVerSaraiülu ^ in Wien 1894, Section für pathologische 
5 Lehrbuch Bd. I, S. 310. 

4 < J” ien * “pd* Wochenschr. 1894, No. 27 
) Die muUiplen Fibrome. Berlin 1882 
c f edr ' zar klm. Chir. Bd. VIH, H. 1. 

) Lehrbuch der patholog Anatomie. 

2 Beitr. zur klm. Chir. Bd. X. 

) Beitr. zur klin. Chir. Bd. IX. 


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Goi gle 


Original frnm 

UNIVERSETY OF MICHIGAN 



10. Januar. _ 

Erbrechen, Fehlen der freien Salzsäure, Vorhandensein von Milch¬ 
säure können täuschen. Aber eine richtige Combination ge¬ 
wisser Symptome ermöglicht dem Erfahrenen doch in ziemlich 
vielen Fällen mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlich¬ 
keit die frühe Erkenntniss des Leidens. 

In etwa 12—15<>/o der Fälle gestattet weder die Entwickelung 
des Leidens noch der weitere Verlauf eine annähernd sichere Dia¬ 
gnose zu einer Zeit, wo wir von der chirurgischen Intervention 
noch Hülfe erwarten dürfen; es handelt sich um Patienten, die 
schon seit Jahren an irgend einem Magenübel laboriren und nun 
ganz unabhängig davon oder auch in direktem Zusammenhang 
mit diesem ersten Leiden krebsig erkranken, bei denen eine 
Tumorbilduug auch durch gutartige Processe bedingt ist, z. B. 
möglicheiweise von einem Ulcus abhängt, auf welches gewisse 
Symptome, wie das Vorhandensein erheblicher Mengen freier HCl 
und manche Angaben wie die über frühere Hämatemesis hinweisen. 
In diesen Fällen bringt auch bisweilen sogar die Probe¬ 
laparotomie keine Aufklärung. Man findet den diagnosti- 
eirten Tumor, aber selbst die direkteste Inspection und Palpation 
vermag über seinen Charakter keinen Aufschluss zu geben, und 
thatsfichlich ermöglicht erst der weitere Verlauf resp. die Section 
das endgiltige Unheil. 

Bei der Mehrzahl der Magenkrebskranken sind die diagnostischen 
Anhaltspunkte glücklicherweise bessere; und selbst in einem ziem¬ 
lich frühen Stadium der Krankheit werden sie sich schon ver¬ 
wertbar erweisen können. Es bestehen z.B. Symptome einer Gastritis 
(Dyspepsie, Fehlen freier Salzsäure) bei einem älteren Individuum, 
das früher nie am Magen gelitten hat, ohne nachweisbare Veran¬ 
lassung seit Wochen. Magert der Kranke ab und ergiebt die Unter¬ 
suchung überdies das Vorhandensein einer erheblichen motorischen 
Störung, so ist von vornherein nichts eher anzunehmen, als dass in 
solchem Falle ein Pyloruskrebs vorliegt. Finden wir dann im Magen¬ 
inhalt starke Milchsäuregährung, so ist diese Diagnose wesentlich 
gestützt, und es bedarf kaum noch der Feststellung eines Tumors, 
um jetzt den Krebs mit einer ausserordentlich hohen Wahrscheinlich¬ 
keit anzunehmen (cfr. den von mir mitgetheilten Fall Friedrich Lübeck, 
diese Wochenschrift 1894, No. 30). Absolut sicher wird nun die 
Diagnose auch nicht, wenn es uns gelingt eine Geschwulst festzu¬ 
stellen, obwohl dieser Nachweis unter allen Umständen von grösster 
Wichtigkeit ist und gemeinhin die Situation völlig klärt; aber es 
kommen doch, wenn auch sehr selten, Fälle zur Beobachtung, wo 
alle elastischen Erscheinungen vereinigt sind und wo doch kein 
Krebs vorliegt (cfr. den von mir mitgetheilten Fall, Berl. klin. 
Wochenschritt 1894, No. 39). Einwandsfrei wird die Diagnose nur, 
uenn wir im Mageninhalt Krebspartikel finden oder an anderen Or¬ 
ganen unzweifelhafte Metastasen darthun können. Ersteres ermög¬ 
licht nur ein glücklicher Zufall, und dies kaum je in frühem Sta- 
ProceJ £ * ZtereS £ enu £» a ^ er ers t bei vorgeschrittenem 

Diese kurze Kritik der Cardinal Symptome ergiebt klar, dass 
ie rrühdiagnose des Magencarcinoms allemal schwierig ist. 
nter günstigen Umständen werden wir aber immerhin in einer 
er ebnehen Zahl von Fällen eine so gut begründete Wahr- 
v e !' n -^kkeit sdiagnose stellen, dass die Berechtigung zu einem 
c iruigischen Eingriff wohl dargethan werden kann. Dürfen wir den 
umor nach den sich geltend machenden Symptomen am Pylorus 
-r^oder ist er dort oder an einer anderen zugänglichen 
p , e i 3 ^ a & ens ,£ ar nachweisbar, so ist die Indication zur 
l?Mrtifc e n a ? ar ?i*’ om * e Y 01 'handen, wenn überhaupt der Fall für die 
stanM Vk- ^ Ullg ^eignet erscheint, wenn der Kranke also wider- 
ru ö a .. 1S J ua( i die Geschwulst den früher erhobenen Anforde- 
unt^p u’ Eröffnung der Bauchhöhle wird der Chirurg 
er Würdigung der sich darbietenden Verhältnisse 
seine Entschlüsse fassen. 

lieber f!? UC ^ Probelaparotomie kein absolut ungefähr- 
AusfnhrnJ^ i denn auch sehr tüchtige Chirurgen haben bei der 
Krank» » aerse lJ ,en gelegentlich durch unglückliche Zufälle 
,-jp e r° re ii; a ^ er wo 80 viel auf dem Spiele steht, wird man 

F ^ ™ Gewisse ”. befürworten. 

nicht wirklich ein Irrthum in der Diagnose, so ist 

gehen sn man die Unmöglichkeit, radikal vorzu- 

zunehmen c?^ . . anc ®’ ein® nützliche PaUiativoperation vor- 

^iinderzahi °ri Wle t?* e beute stehen, wird nur eine 

lieh für di« p d6r ?r lle vo . n Magenkrebs, die ursprüng- 
nach irpim, eeection bestimmt waren, sich auch wirklich 
Indicati ,, aler Musterung und bei gewissenhafter 
^weisen n - 6 J Un £ ^ ör ^ en schweren Eingriff geeignet 
und zwar wpn 61 • Gr "* e b rza hl dieser Kranken erübrigt eventuell, 
ist, die Chirurg Ackere motorische Störung bereits vorhanden 
Stagnation und H " 6 Maassnahme, durch die wir imstande sind, die 

Ernähruno- i. T on ihr abhängigen Symptome zu beseitigen, 
s u heben und den Patienten .oft für geraume Zeit 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


27 


beschwerdefrei zu machen: die Gastroenterostomie. Dieser 
Eingriff ist mit all den Gefahren verbunden, die überhaupt für 
Bauchoperationen am Peritoneum, die eine Stunde und länger 
dauern, bestehen; für sieh selbst betrachtet aber dürfen wir ihn 
bei gut entwickelter Technik als nahezu ungefährlich bezeichnen, 
wenn der Kranke nicht schon zu sehr heruntergekommen ist, und 
was er leistet, ist dann das Risico, das der Kranke läuft, werth. Man 
muss es gesehen haben, wie ausserordentlich sich diese Kranken er¬ 
holen, trotzdem der Krebs fortwuchert, um den Segen der Operation 
würdigen zu können. Während sonst beim Pylorusverschluss die 
beklagenswerthen Patienten allmählich zu Tode gefoltert werden, 
indem ihnen Schmerzen und Erbrechen keine Ruhe lassen und auch 
den kürzesten und bescheidensten Lebensgenuss verkümmern, wird 
das Bild mit einem Schlage anders, sowie die Passage nach dem 
Darm freigemacht ist: die dyspeptischen Erscheinungen verschwin¬ 
den zum grossen Theil, manchmal für geraume Zeit ganz. Das 
Erbrechen hört mit einem Schlage auf, Schmerzen fehlen überhaupt 
oder sind erträglich, auch der Appetit hebt sich, und ich habe in 
solchem Falle eine Zunahme des Körpergewichts von 30 Pfund 
beobachtet. Und diese erfreuliche Veränderung hält Monate, ja 
sogar bisweilen länger als 1 Vs Jahr an, bis eben der ursprüngliche 
maligne Process eine solche Ausdehnung gewonnen hat, dass er 
durch carcinomatöse Peritonitis, Metastasenbildung in anderen 
lebenswichtigen Organen eine allmähliche Erschöpfung der Kräfte 
bedingt-. Die Kranken verlöschen dann langsam wie ein Licht: 
von starken Beschwerden werden sie gemeinhin nicht heimgesucht. 

Der Nutzen also, den die Kranken haben, ist ein beträcht¬ 
licher, und wir müssen gestehen, dass wir durch andere Hülfsmittel, 
speciell durch die Ausspülungen doch niemals einen solch günstigen 
Einfluss zu erzielen vermögen; dieses Verfahren leistet vortreff¬ 
liches bei massigen motorischen Störungen: wo der nüchterne 
Magen nur wenig Speisereste zu enthalten pflegt, kommen wir für 
den palliativen Zweck sehr gut mit demselben aus. Wo aber die 
Stagnation so gross ist, dass die gährenden Massen sich literweise 
stauen, da ist der Pförtner so eng, dass der Uebertritt von Nähr¬ 
material aus dem Magen in den Darm zu geringfügig ist, als dass 
der Patient je aus dem Zustand der Unterernährung trotz sorg¬ 
fältigster Behandlung herauskommt, und da ist die operative Um¬ 
gehung des Hindernisses geboten; sie beseitigt die Beschwerden 
und verlängert das Leben. Ja ich möchte glauben, dass dadurch, 
dass der Krebs jetzt nur noch wenig mit Speisemassen in Be¬ 
rührung kommt, sein Wachsthum verlangsamt wird: denn zweifellos 
hat der lokale Reiz auf Entwickelung und Wachsthumsenergie der 
Neubildungen bedeutenden Einfluss. 

Dass die Herstellung der motorischen Function nach ge¬ 
glückter Reseetion thatsächlich zustande kommt, habe ich 1 ) Iliueii 
schon bei Gelegenheit einer Demonstration vor Jahren bewiesen; 
dass bei der Gastroenterostomie, wo an dem tiefsten Magenabschnitt 
eine Abflussöffnung angelegt- wird, der Ausgleich der vorhandenen 
Störung erfolgt, ist von vornherein plausibel, und wenn auch hier die 
Rückbildung zur Norm häufig keine völlige ist, so hindert die noch 
fortbestehende Bewegungsschwäche niemals ein Verschwinden der 
Beschwerden und eine rasche Erholung der Kranken. Was die 
secretorische Function betrifft, so ist sie nach beiden Ope¬ 
rationen besserungsfähig, soweit die Beseitigung der Hyperämie, 
der Reizung und Entzündung unterhaltenden Stagnation und der 
Zersetzung einen günstigen Einfluss auszuüben vermag; sind echte 
Gastritiden vorhanden, so hängt dass Maass der Regeneration 
natürlich von dem Grade, bis zu dem der Process an der Mucosa 
bereits gediehen ist, ab. Aber selbst bei Carcinom sah ich, 2 ) wo 
der begleitende Katarrh schon eine wesentliche Verminderung 
der Salzsäureproduction bedingt hatte, so dass freie Salzsäure nicht 
mehr nachweisbar war, eine so erhebliche Besserung der Secretion 
nach operativer Beseitigung der Stagnation eintreten, dass nun¬ 
mehr freie Salzsäure im Ausgeheberten unzweideutig 
angezeigt wurde. , . „ r. 

Meine Herren! Wird ein solch günstiges functionelles Re¬ 
sultat schon bei Carcinomatösen erzielt, die doch meist herunter¬ 
gekommen sind und bei denen die bösartige Neubildung, wie der 
dieselbe begleitende Entzündungsprocess der gesammten Schleim¬ 
haut äusserst ungünstig im Sinne einer Schwächung der Muskel¬ 
kraft wirken, so wird ein Erfolg der gleichen Operationen in den 
Fällen, w’o gutartige Veränderungen am Pylorus den Ein¬ 
griff bedingten, erst recht zu erwarten sein. Thatsächlich sind 
auch auf chirurgischem Wege völlige Heilungen bei nicht, maligner 
Strictur häufig erzielt worden; es gelang durch Reseetion, Gastro¬ 
enterostomie oder Pyloroplastik das bestehende Hinderaiss zu be¬ 
seitigen resp. zu umgehen, die Stagnation verlor sich, die abnormen 

l ) Deutsche inedicinische Wochenschrift 1892, No. 49 - w • 

3 ) Deutsche medicinische Wochenschrift 1894, No. 80 (Fall \\ ei*sui 
born). 


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DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


No. 2 


Fermentationen verschwanden; die Kranken werden ihrer Be¬ 
schwerden ledig, erholen sich völlig und sind wieder gesunde, 
arbeitsfähige Menschen. Ja jüngst beobachtete ich einen Patienten, 
bei dem sogar der abnorme Secretionszustand, den wir als Magen¬ 
saftfluss bezeichnen, mit der Herstellung der regulären Circulation 
im Magen völlig verschwand. Der Fall ist an anderer Stelle 1 ) 
ausführlich mitgetheilt. 

Ueber die Resultate, die einzelne Chirurgen mit verschiedenen 
Operationsverfahren bei gutartiger Pylorusverengerung erhalten 
haben, will ich Ihnen keine statistischen Angaben machen, sie 
wären ziemlich werthlos: Nach der Zusammenstellung von Debove 
und Römond 2 ) starben nach Ausführung der Resection von 14 Ope- 
rirten 5, der Pyloroplastlk von 8 Operirten 3, der Gastroenterostomie 
von 8 Operirten 1, der Pyloruserweiterung nach Loreta von 14 
Operirten 7. Die Fälle sind aber nicht gleichwerthig; bei den 
endgültigen Resultaten spielt hier, wie beim Carcinom das special¬ 
technische Können und die richtige Auswahl des Operationsver¬ 
fahrens eine grosse ausschlaggebende Rolle. 

Meines Erachtens ist die Gastroenterostomie der Eingriff, der 
am häufigsten bei gutartiger Stenose in Betracht kommt, der den 
sichersten Nutzen bringt. Das Loreta’sche Verfahren ist weder 
ungefährlich, noch vermag es andauernd zu helfen: es wird wohl 
nur selten noch geübt. Es erübrigen Pyloroplastik und Resection; 
diese sind bei der Behandlung gutartiger Stricturen in ihrem 
Werthe, wie ich glaube, weit überschätzt worden. 

Vier meiner Kranken sind von mir wegen Pylorusste¬ 
nose operirt worden: es wurde stets die Gastroenteros¬ 
tomie ausgeführt. Sämmtliche Patienten, die theilweise 
bereits aufs äusserste heruntergekommen waren, genasen, und das 
functioneile Resultat war allemal ein gutes. 

Die Pyloroplastik nach Hei necke-Mikulicz ist stets er¬ 
schwert resp. unmöglich, wo Verwachsungen vorhanden sind; dieses 
Verfahren sollte auch meines Erachtens nie in Frage kommen, 
wo wir mit der Möglichkeit zu rechnen haben, dass ein offenes 
Geschwür noch vorhanden ist. Kommt dessen Heilung dann nach¬ 
träglich zustande, so besteht die Gefahr einer neuen Verengerung; 3 ) 
bleibt dasselbe aber offen, so kann es weiter Beschwerden machen, 
es kann grösser werden und alle möglichen Complicationen herauf¬ 
beschwören. Und da nach der Pyloroplastik die scharfsauren 
Massen die kranke Pförtnerpartie immer noch weiter benetzen, so 
ist die Fortdauer des Ulcus und seine Weiterentwickelung sehr 
wahrscheinlich. Das aber ist gorade der grosse Vortheil der 
Gastroenterostomie, dass ein Abströmen des Inhalts ohne Berührung 
des kranken Pylorusabschnittes erfolgen kann. Man wird also, 
wo offene Defecte noch anzunehmen sind, immer gut thun, die 
Gastroenterostomie ausführen zu lassen, obwohl die Pyloroplastik 
etwas rascher von statten geht und demgemäss wohl auch noch 
ungefährlicher ist als die erstgenannte Operation. 

Ich selbst habe noch nie bei einem meiner Kranken die Pylo¬ 
roplastik machen sehen. Sie haben empfehlendes über dieses 
Verfahren bereits vor Jahren von Herrn Ko eh ler 4 ) gehört, und 
wenn die Mortalität nach der Zusammenstellung vonMintz, 5 ) die 
alle bekannten Fälle umfasst, noch 22,6 % beträgt, so braucht Sie 
das nicht zu sehr anzufechten; denn von dieser Statistik gilt min¬ 
destens dasselbe, was ich von anderen sagte, sie enthält Fälle, die 
für den Eingriff sich durchaus nicht eigneten. Nach dem, was ich 
früher ausführte, indiciren unzweifelhafte Narben am frei beweg¬ 
lichen Pylorus am ehesten die Operation. Einigermaassen sicher 
sind wir nur dann, auf Narbengewebe als Ursache der Verengerung 
zu stossen, wenn eine Magen er Weiterung sich bei Individuen aus¬ 
gebildet hat, die ätzende Flüssigkeiten getrunken haben; hier 
würde, was auch Mintz mit Recht schon hervorgehoben hat, von 
vornherein die Pyloroplastik als das souveräne Verfahren anzu¬ 
sehen sein. Entwickelt sich aber eine Stenose des Pförtners bei 
einem Ulcuskranken, so ist es durchaus nicht zu sagen, ob Narbe 
oder Infiltration des Uleusbodens die Verengerung verschuldet; 
selbst wenn nach Eröffnung der Bauchhöhle äusserlich eine strah- 
lige Narbe erkennbar ist, schliesst das nicht aus, dass neben der¬ 
selben ein offenes Geschwür in der Pylorusregion besteht, dessen 
Bedrohlichkeit, wie wir oben auseinandergesetzt haben, durch die 
Pyloroplastik sicher nicht gehemmt wird. In allen Fällen von Ul¬ 
cus, also besonders wenn nicht zu lange vorher eine profuse Blu¬ 
tung stattgefunden hatte, würde ich der Gastroenterostomie von 
vornherein den Vorzug geben, wenn ein operativer Eingriff in 
Frage kommt. Endlich ist noch in Betracht zu ziehen, dass in 

l ) Berliner klinische Wochenschrift 1894, No. 50. 

*) Trait6 des maladies de l’estomac. Paris 1893, S. 410. 

*) cfr. den sehr lehrreichen Fall, der auf der Riegel'schen Klinik 
beobachtet wurde. Grote und Strauss. Zusammenstellung der auf der 
Giessener Klinik vorgestellten Fälle. 1894. 

4 ) Deutsche med. Wochenschrift 1890, No. 35. 

5 ) Zeitschr. f. klm. Med. Bd. XXV. S. 140. 


einer Anzahl von Fällen wir es scheinbar nur mit einer Ulcus- 
narbe zu thun haben, wo in der Tiefe bereits ein Carcinom zur 
Entwickelung gelangt ist, das selbst bei genauer Lokalinspection 
nicht sicher erkannt werden kann; hier könnte, wenn die Neubildung 
weiter wuchert, der functioneile Effect der Operation rasch in Frage 
gestellt sein, was bei der Gastroenterostomie nicht zu befürchten 
ist. Mit dieser Möglichkeit, dass in dem Ulcusboden bereits ein 
Krebs zu wuchern angefangen hat, ist allerdings bei jedem Ulcus, 
dem offenen wie vernarbten zu rechnen, und die Gefahr, die durch 
sie gegeben ist, lässt es einigermaassen gerechtfertigt erscheinen, 
wenn Operateure wie Rydygier und andere auch bei geschwürigen 
Processen am Pylorus die Resection ausführten. Indess, wenn auch 
das Carcinom sich nicht selten — etwa in 6% der Fälle nach 
meiner Statistik — aus einem Ulcus entwickelt, so glaube ich 
doch, dass die Pylorektomie ein zu gefährlicher Eingriff ist, als 
dass wir ihn ohne zwingendsten Grund vornehmen sollten; dieser 
scheint mir aber nicht vorzuliegen, so lange bloss mit der Mög¬ 
lichkeit, dass sich ein Krebs bilden oder gebildet haben könnte, 
zu rechnen ist. Kommt aber auch diese Befürchtung nicht in Be¬ 
tracht, so liegt für die Resection bei gutartigen stricturirenden 
Vorgängen am Pförtner gar keine Indication vor, denn functio¬ 
neile Anomalieen werden durch die Gastroenterostomie genügend 
vollkommen und viel gefahrloser ausgeglichen. — 

Wir haben bisher nur von den bösartigen und gutartigen Ver¬ 
engerungen am Pylorus als Ursache einer schweren motorischen 
Störung und als Veranlassung zu einem operativen Eingriff ge¬ 
sprochen; wir wissen, dass enorme Schädigung des Bewegungs¬ 
mechanismus auch für sich allein bestehen kann, ohne dass eine 
Hemmung der Pförtnerpassage als ätiologisches Moment in Frage 
kommt. Diese Fälle von primärer Magenerweiterung (ato- 
nischer, idiopathischer Dilatation) können zweifellos soweit 
vorgeschritten sein, dass die Hülfsmittel der inneren Medicin nur 
wenig und vorübergehend, oder auch gar nicht mehr nützen, sie 
sind klinisch nicht von denjenigen zu unterscheiden, bei denen ein 
mechanisches Hinderniss am Pylorus vorhanden ist, sie können 
alle Erscheinungen darbieten, die die Pylorusstenose sonst zu Wege 
bringt; auch ein Tumor braucht nicht zu fehlen; denn falls es 
zur Hypertrophie der Pylorusmuskulatur kommt, täuscht dieselbe 
einen solchen vor. Kurzum die Unterscheidung zwischen primärer 
und secundärer Dilatation ist oft genug unmöglich; vom praktisch¬ 
therapeutischen Standpunkte ist das glücklicherweise nicht gar zu 
schlimm. Denn das Ausschlaggebende für unser Verhalten ist 
allen nicht durch maligne Processe zustande gekommenen Dilata¬ 
tionen gegenüber der Grad der functioneilen Störung, den 
wir vor uns haben. Das erste, was wir allemal, wo eine Dilata¬ 
tion vorhanden ist, zu fragen haben, wird immer sein: liegt ein 
Pyloruscarcinom vor. Ist der Verdacht auf ein solches einiger¬ 
maassen gerechtfertigt, so tritt, mag ein Tumor nachweisbar sein 
oder nicht, die Erwägung in den Vordergrund, ob eine Radikal¬ 
operation ins Auge zu fassen ist und ob mit Rücksicht auf diese 
Eventualität zum mindesten eine Probelaparotomie zu machen 
wäre. Unter diesen Umständen wird man also chirurgische Hülfe 
suchen, auch wenn die motorische Störung als solche einen opera¬ 
tiven Eingriff noch gar nicht erheischt. Ganz anders liegt die 
Sache, wenn wir das Carcinom ausschliessen und nur die verschie¬ 
denen Formen gutartiger Erkrankungen, die mit und ohne nach¬ 
weisbaren Tumor unter dem Bilde der Dilatatio ventriculi ver¬ 
laufen, von dem Gesichtspunkte aus betrachten, ob und wann sie 
Gegenstand einer chirurgischen Behandlung werden: hier ent¬ 
scheidet das Maass der Schädigung, die der Bewegungs¬ 
mechanismus auf weist. Dass das operative Heilverfahren bei 
der Behandlung der Ektasie eine Rolle spielen kann, steht wohl 
ausser allem Zweifel; bei allen Pylorusverengerungen unterliegt 
die Berechtigung des Eingriffs wohl keiner Discussion mehr; in 
anderen Fällen von Ektasie (sog. primärer Ektasie) hat man über 
operative Hülfe öfter theoretisirt, aber sie bisher sehr selten ge¬ 
leistet. Meines Wissens ist der Versuch nach dieser Richtung 
zuerst von Bircher 1 ) gemacht worden, der durch Einnähen einer 
grossen Falte die Magenhöhle verkleinerte. Das Verfahren ist 
ausser von Bircher auch von Weil* 2 ) und Brandt 3 ) in zusammen 
12 Fällen erprobt worden; indess betrifft nur eine Minderzahl (4) 
primäre Erweiterungen, die Mehrzahl der so Operirten hatte eine Py¬ 
lorusstenose. Bei der ersten Gruppe von Kranken, die uns hier 
vornehmlich interessirt, war die Operation offenbar von Nutzen, 
und unter den mitgetheilten Beobachtungen beweist eine (Bir¬ 
cher N. 3), dass die Besserung Jahre hindurch anhalten kann. 
Ob der Erfolg in allen, besonders in schweren Fällen ein gleich 

l ) Correspondenzblatt für Schweizer Aerzte 1891, No. 23 und 1894, 
No. 18. 

9 ) New-York med. Journal 1892, Juli. 

:t ) Centralblatt f. Chirurgie 1894, No. IC. 


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10. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


cruter sein dürfte, erscheint mir aber doch noch zweifelhaft; die 
bisher publicirten Krankengeschichten, die über eine genaue Prü¬ 
fung der motorischen Function weder vor noch nach der Operation 
berichten, lassen ein endgültiges Urtheil nicht zu, ja der chirur¬ 
gische Eingriff wurde an Kranken (Bircher N. 2) unternommen, 
bei denen es als höchst wahrscheinlich zu bezeichnen ist, dass sie 
o-ar nicht an Ektasie litten. Anzuerkennen ist unbedingt, dass das 
Verfahren Bircher’s sehr viel leichter ausführbar ist, sehr viel 
kürzere Zeit dauert als z. B. die Gastroenterostomie. Bei sehr 
wenig widerstandsfähigen, heruntergekommenen Kranken kann 
deshalb diese Operation wohl mit der Gastroenterostomie eoncur- 
riren, die aber doch überall, wo es sich um Beseitigung bedeuten¬ 
der Stagnation handelt, wo sicher und auf die Dauer Abhülfe ge¬ 
schafft werden soll, das souveräne Verfahren bleibt und ganz be¬ 
sonders da, wo Pilorusverengerung die Ursache der gestörten 
Function ist. Dass auch bei dieser secundäreu Ektasie die Ver¬ 
kleinerung des Mageulumens nach Bircher nützt, erscheint nach 
den vorliegenden Mittheilungen begründet; . aber es dürfte nicht 
zu bezweifeln sein, dass unter diesen Umständen der Erfolg ein 
ganz vorübergehender ist: über kurz oder lang muss die Magen¬ 
muskulatur sich dem fortbestehenden Hinderniss gegenüber in- 
sufficient erweisen. _ (Schluss folgt.) 


V. Ans dem neuen allgemeinen Krankenhause Hamburg- 
Eppendorf, I. chirurgische Abtheilung, Oberarzt Dr. Schede. 

Diphtherierecidiv bei Behandlung mit 
Behring’s Heilserum. 

Von Dr. Carl Goebel, Assistenzarzt. 

Soweit mir aus der einschlägigen Litteratur zu ersehen mög¬ 
lich ist, sind bisher drei Fälle von Diphtherierecidiv bei Serum- 
bebandlung des ersten Anfalls bekannt geworden. 1 ) Von diesen 
Fällen starb einer an dem Tage des Recidivs vier Wochen nach 
der ersten Erkrankung. Die Diphtherie war gangränös. Wie viel 
Immunitätseinheiten diesem Kinde (am zweiten Krankheitstage) 
injicirt sind, giebt Kossel nicht an. Die beiden anderen Recidive, 
über die nähere Angaben nicht gemacht werden, waren nach einer 
einmaligen Injection von 160 Immunitätseinheiten aufgetreten. 

Die Beobachtung eines Diphtherierecidivs nach Behandlung 
des ersten Anfalls mit 1500 Immunitätseinheiten (Höchster Serum 
No. III) dürfte daher wohl eine Veröffentlichung lohnen. 

Hans W., geboren am 22. September 1892, also im Alter von etwas 
nienr als zwei Jahren, hatte nach Aussage der in ihren Angaben durch¬ 
aus zuverlässigen Mutter am 21. October noch gut zu Mittag gegessen 
und sich offenbar ganz wohl gefühlt. Bald nach Tisch ist das Kind un- 
runig geworden, und der am Abend gerufene Arzt hat Diphtherie con- 
s atut Die übrigen drei Geschwister sind nicht, krank. Im Hause be¬ 
steht sonst keine Diphtherie. 

Aufgenommen den 22. October 1894 Abends. 
iLinU 1 p tUS den ^’ October Morgens: Mässig genährter, etwas rachitischer 

u ' jenua X ara ’ a ufgetriebenes Abdomen, leichter Rosenkranz) Knabe 
L-l»?ft«*^ SS< ^ an °M 1 . SC ^ e j- Gesichtsfarbe. Auf beiden hypertrophischen zer- 
s . ^ii j D8 ^ en diverse, zum Theil confluirende Pseudomembranen. 
l-ubmaxillardrüscn geschwoHen. Eitriger Ausfluss aus der Nase, dieselbe 
h rl !f r . d] Douche durchgängig. Heisere Stimme; bellender Husten; 
suu-ke Einziehungen der unteren Rippen und des Processus xiphoideus. Ueber 
Bnrl«>n ü k e !i Vc häjftes Athmen. Auf dem Körper zerstreut einzelne mit 

VufiinhmM 0 eCkte * na o S ^1. e, />, geröt ^ et,e Pusteln (Eczema impetiginosum). 
Aumahmetemperatur 37,5 u C, Puls 160. 

und An«3u!^ Pie 5 est ^ d ° eben Umlegen einer Eiscravatte um den Hals 
Iniertiori «JmsS» 1 es ^ u ? des ^d der Nase, Milchdiät mit Tokajer, in der 
Morgens 8 lTk°°^i ramumta ^ s ®j n heiten Höchster Serums am 23. October 
heitsberinn e ?J a Stunden nach dem muthmaasslichen Krank- 

geschriftpn wo vor der Injection musste zur Tracheotomie 

der Tmobp, , Tra . cbeotomia . infer jor, Luer’sche Canüle No. 2. Aus 
Die Ooerfttirm nt ee sicb reichlich eitriges Secret, keine Membranen. 

Somit k , durc ^ geringes Hautemphysem erschwert. 

(nach m um einen schweren Fall, wo die Prognose 

23 oir rS v E ? th ^) sclllc eht gestellt werden musste. 
Abends JUll in • , at waren die Erscheinungen am 23. October 
Anfälle hocbffrftrtiV^i^A^ 0611 Augenblick den Exitus erwarten musste, 
schlagen er Atberanot h mit den stärksten Einziehungen, Flanken¬ 
apathischen i^ r ? tZen i eT dar gereichten Hand wechselten mit 

Aben s um 10 ütr qS Ä ter Prostration, kaum fühlbarem Puls, der 
musste Ergriffensein absolut ? r A P athie ' Als Ursache 

nach Injection ,ip C q ^ roncbien und Bronchiolen, vielleicht Schwellung 
4 Uhr: 40.8o, 6 Uhr- *400* an ^ enomme n werden. Temperatur Abends 

Bett, besieht^Bildi? n< ^ S -‘ Sltzfc frisch mit rothen Lippen im 

keine Membranen 4 arttg die Hand. Es hat sehr viel Schleim, 

—-_____ usgehustet. Uebor den Lungen noch verlängertes, 

ist von Wolff ^Ttr Hygiene Bd. 17, S. 502. — Inzwischen 

recidiv nach B w (dla «e Wochenschrift 1894, No. 52) ein Diphtherie- 

J von 720 I m mun i sirungseinheiten beschrieben. 


29 


Hautemphysem. Temperatur 


f iemendes Exspirium. Ausgebreitetes 
forgens 37,6°, Abends 38,4°. 

q i ik ^ 61 Pu i S sc ^ wan kte bis zum 3. November zwischen 140 und 16Ü 
Schlägen und erreichte nur zeitweise das Mindestmaass von 120 Ueber 
den Lungen waren in den nächsten Tagen Rasselgeräusche zu hören, das 
Hautemphysem war bis zur Glutaealgegend und bis zu den Ellenbogen 
vorgeschritten. 6 

Abends 37 < 6 “ l)er ' EtWÖS ® lweiss 1111 Urin. Temperatur Morgens 38,2°, 

27. October. Belag auf den Tonsillen, der gestern noch kleinfleckig 
Vorhänden war, verschwunden. Heute Morgen kommt alle getrunkene 
Flüssigkeit zur Canüle heraus, breiige Sachen nimmt das Kind zu sich 
\ erkorkung der heute morgen eingesetzten Sprechcanüle wird nur kurze 
Zeit vertragen. Temperatur 37,6° und 37,1°. 

30. October. Tonsillen etwas angeschwollen, auf der linken etwas 
fleckiger weisser dünner Belag. Hautemphysem nur noch über beiden 
Uaviculae vorhanden. Temperatur 38,6°. 

1. November. Eine Entfernung der Canüle hat das Kind nur einen 
lag vertragen, so dass wieder eine Canüle eingeführt werden muss. 

2. November. Urin heute zum ersten mal eiweissfrei. Tonsillen noch 
geröthet und geschwollen, kein Belag mehr. Allgemeinbefinden gut. 

5. November. D6eanulement gelingt ohne Schwierigkeiten. Das Kind 
spricht am Abend mit deutlicher Stimme. Mit diesem Tage schien die 
Gefahr für das Kind vorüber. Die Therapie war eine lediglich sympto¬ 
matische: Inhalationen mit einer Lösung von 4500,0 l /6 % Salicylwasser 
und 500,0 Glycerin, Camphoröl-und Moschustincturinjectionen bei"drohen¬ 
der Herzschwäche und täglich zwei bis vier warme Bäder (28—32° R) 
mit kalten Uebergiessungen. Nach Eintreten der Schlundlähmung breiige 
Nahrungsmittel, mehrmals ein Nährklystier, um vor allem Wasser zuzu- 
ftthren. 


Vom 5. November bis 1. December bot das Kiud das Bild erfreu¬ 
lichster Reconvalescenz. Die Temperatur schwankte zwischen 36,5 und 
37,5°, nur am 15. November erreichte sie Mittags 12 Uhr einmal 
38,4°, nachdem die beiden vorhergehenden Tage vorübergehend eine 
Spur Eiweiss (keine Cylinder) im Urin nachgewiesen war. Spuren Eiweiss 
fanden sich noch am 17. und 22. bis 28. November im Urin, ohne dass 
das Kind irgend welche sonstigen objectiven Zeichen von Unwohlsein dar¬ 
bot. Es erhielt täglich warme Bäder (28—30° R) mit nachheriger Ein¬ 
packung. Die Tracheotomiewunde heilte prompt aus. 

1. December. Das Kind steht zum ersten mal eine Stunde auf. 
Abends war es etwas apathischer. 

2. December. Morgens Temperatur 39.5°, Mittags 37,8° und 38,6°. 
Kind ganz apathisch. Respiration deutlich stenotisch, ca. 36 in der 
Minute, Puls 144, weich, unregelmässig. Tonsillen, die vorher ganz abge¬ 
schwollen und nur von etwas rötherer Farbe, wie der harte und weiche 
Gaumen waren stark geschwellt, geröthet, mit landkartenartigem, fleckigem, 
festsitzendem Belage bedeckt; bellender Crouphusten. Therapie: Priess- 
nitz scher Umschlag um Hals und Brust, Bäder mit Uebergiessungen, 
Injection von 1000 I. E. (Höchster Serum No. II) 5 Uhr Nachm. 

3. December. Derselbe Befund, Kind ganz aphonisch. Nasenflügel- 
athmen. Einziehung der unteren Rippen und des Sternums. Keine Cy- 
anose. Schwellung der Submaxillardrüsen. Links hinten rauhes Athmeu 
mit verlängertem, giemendem Exspirium. Wiederholung der Injection 
mit Behrings Serum (600 I. E., Höchster Serum No. I.), da noch keine 
Spur von Besserung, vielmehr Verschlimmerung vorhanden. Temperatur 
Morgens 37,2 l) , Nachmittags 38,4° und 39,8°. 

4. December. Im rechten Mundwinkel eine Gruppe Herpesbläschen. 
Temperatur 37,0°. 

5. December. Kind spielt und lacht wieder. Auf der rechten Ton¬ 
sille noch ein kleiner, auf der linken grösserer Belag. Noch stark belegte 
Stimme, keine Einziehungen mehr. Puls 120. Temperatur normal. 

7. December. Puls 144, klein; Extremitäten kalt. Kind sehr munter, 
noch aphonisch. Noch kleiner Belag auf der rechten Tonsille. Lungen 
frei. Von jetzt an ungestörte Reconvalescenz, aber erst am 11. und 12. 
sind die Beläge ohne Spur verschwunden. Heute, am 18. December ist 
das Kind wieder ganz wie vor dem Recidiv. Eiweiss ist seit dem 28. 
November nicht wieder nachgewiesen. Seit dem 5. December kann das 
Kind kleine Schlucke Milch ohne Verschlucken zu sich nehmen, doch ge¬ 
langt bei irgend wie hastigerem Trinken gleich Flüssigkeit in den Kehl¬ 
kopf. Patellar-, Bauchdecken- und Cremasterreflex war stets nachzu¬ 
weisen. 

Jeden Zweifel, dass wir an diesem Fall ein typisches Recidiv 
der diphtherischen Rachen- und Kehlkopfaffection vor uns haben, 
benahm die bacteriologische Untersuchung. 

Im ersten Fall wurden auf Dey cke’schem 1 ) Nährboden, der 
zur baeteriologiselien Diagnose der Diphtherie nicht dringend genug 
zu empfehlen ist, Culturen typischer Loeffler’scher Bacillen nach¬ 
gewiesen. Thierversuche wurden allerdings nicht gemacht, da wir 
uns hier im allgemeinen zum Nachweise der Diphtheriebacillen mit 
dem Culturverfahren begnügen. 

Von den Membranen des Recidivs wurde am 12. December 
1894 eine Cultur auf Dey cke’schem Nährboden angelegt. Am 
3. December war fast eine Reincultur von Diphtheriebacillen ge¬ 
wachsen. Auf angelegten Glycerinagar-Strichculturen wuchs neben 
dem Diphtheriebacillus noch ein Staphylococcus (wahrscheinlich 
albus), während in dem Originalröhrchen anscheinend noch mehrere, 


') Deycke, Weitere Erfahrungen über die Benutzung von Alkah- 
albuminaten zur Herstellung von Nährböden. Diese Wochenschrift 1894, 
No. 25. 


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Go igle 


Original fro-m 

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30 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


No. 2 


nicht näher bestimmte Coccencolonieen aufkamen. .Von der Gly- 
cerinagarcultur wurde dann ein zweites Glycerinagarröhrchen be¬ 
schickt. Auf diesem wuchs eine typische Diphtheriebacillenreincultur. 

Von dieser (III. Generation) wurde ein Meerschweinchen von 
800 g subcutan am Bauche geimpft, und zwar mit einer Pravaz’- 
schen Spritze einer makroskopisch noch klaren Bouillonaufschwem¬ 
mung der 24 Stunden alten Cultur. Das Thier starb am achten 
Tage und zeigte bei der Section hochgradiges hämorrhagisches 
Oedem und Induration der Injectionsstelle, beiderseitigen Hydro- 
thorax und, allerdings sehr geringe, Hyperämie der Nebennieren¬ 
marksubstanz. 

Von einer IV. Generation, einer 24 Stunden alten Glycerin- 
agarcultur, wurde das durch Verreiben von Colonieen getrübte 
Condenswasser ( 1 /io ccm) einem Meerschweinchen von 290 g sub¬ 
cutan am Bauch einverleibt. Das Thier starb nach 2 l /2 Tagen 
(Temperatur am Tage vor dem in der Nacht erfolgten Tode 84,2°) 
und zeigte bei der Section massiges hämorrhagisches Oedem an der 
Injectionsstelle, Hydrothorax duplex, Hyperämie und Häinorrhagie 
beider Nebennieren. 

Danach trat bei einem am Ende des zweiten Krank¬ 
heitstages mit 1500 Immunitätseinheiten Behring’schen 
Serums behandelten Diphtheriekind am 40. Tage nach 
der Injection ein typisches Diphtherierecidiv auf, bei 
dem sich zahlreiche vollvirulente Klebs-Loeffler’sche 
Stäbchen aus den Membranen der Tonsillen züchten 
Hessen. 

Schlussfolgerungen aus diesem einzigen Falle zu ziehen, steht 
mir nicht an. Doch muss ich darauf hinweisen, dass die Ausfüh¬ 
rungen Kos sei’s, wonach bei den von ihm beobachteten Recidiven 
die active Immunität durch das Uebersteken einer intercurrenten 
Erkrankung verhindert, die passive aber durch Ausscheidung des 
Serums verloren gegangen sei, für unsern Fall nicht zutreffen. 

Ob die neue Infection von noch in den Rachenorganen des 
Kleinen vorhandenen Bacillen (die ja mehrfach so spät noch im 
Munde von Diphtheriereconvalescenten nachgewiesen sind) ausging, 
oder von aussen erfolgt ist, ist eine jetzt noch nicht aufzuklärende 
Frage. In einem Diphtheriepavillon sind ja genügend neue In- 
fectionsquellen gegeben. 

Doch will ich bemerken, dass in das Zimmer des Kleinen am 
12. November ein traclieotomirtes Kind mit schwerer, am 17. und 
26. November je eins mit leichterer Diphtherie zugelegt wurde. 
Diphtherierecidive sind hier in den letzten Jahren mehrmals be¬ 
obachtet. 


Leider gelang es nicht, ordentliche Stücke der Membranen 
aus dem Rachen zu erlangen, da ich das sich aussergewöhnlich 
heftig sträubende Kind nicht quälen wollte. Culturen, aus dem 
Sputum am 2. October angelegt, ergaben allerdings das Vorhanden¬ 
sein von Diphtheriebacillen, doch war ich leider aus Mangel an Zeit 
nicht imstande, dieselben einer genaueren Untersuchung zu unter¬ 
ziehen. 

Wir haben also in diesem zweiten Falle am 28. Tage 
nach einer am 4. Krankheitstage der primären Attaque 
applicirten Injection von 1000 Immunitätseinheiten ein 
allerdings nicht einwandsfrei bacteriologisch erhärtetes 
Diphtherierecidiv. 

VI. Aus dem Odessaer Stadthospital. 

Ueber die Peritonitis chronica flbrosa. 

Von Dr. B. Goldenberg, Ordinator. 

Die chronische Bauchfellentzündung schliesst sich sehr oft als 
chronisches Stadium der acuten Peritonitis an, zuw r eilen bildet sie 
sich auf Grund eines lang dauernden Ascites aus, zuweilen verläuft 
sie von Beginn an sehr latent, und dann hat man Durchnässung und 
Erkältung als ihre Entstehungsursache beschuldigt. In vielen Fällen 
bleibt die Aetiologie der chronischen Peritonitis vollständig unauf¬ 
geklärt. Es giebt eine besondere Form der chronischen Peritonitis, 
die sich durch massenhafte Neubildung von Bindegewebe und con- 
secutive Schrumpfung des ganzen Bauchfells kennzeichnet und die 
einzelne Autoren nicht ganz unpassend als Peritonitis chronica 
difformans schildern. 

Man läuft zuweilen Gefahr, die letztere am Lebenden mit Ab¬ 
dominaltumoren zu verwechseln. Dies giebt mit anderen auch 
Eiclihörst, zu, indem er sich in dem Artikel über chronische Peri¬ 
tonitis in der Eulenburg’schen Realencyclopädie folgendermaassen 
äussert,: „Sind die Stränge sehr verdickt, sehr ausgedehnt und 
mit Retraction von Netz und Mesenterium verbunden, so können 
sie bei der Palpation, namentlich wenn die Bauchdecken sehr 
schlaff sind, für Tumoren imponiren. Durch schwielige Verdickung 
und narbenartige Retraction des Netzes und Mesenteriums ent¬ 
stehen mitunter so erhebliche Missbildungen, dass man von einer 
| Peritonitis difformans gesprochen hat.“ 

Ich möchte in dieser kurzen Abhandlung die Unterscheidungs- 
! merkmale der Peritonitis chronica flbrosa beleuchten und hervor- 


Anhangsweise möchte ich noch einen zweiten Fall von 
Diphtherierecidiv nach Behring’scher Serumtherapie 
mittheilen, dessen Verificirung durch die bacteriologische Unter¬ 
suchung leider nicht gelang, der aber klinisch ein echtes Recidiv 
darstellte. (Soweit wie Kuntze 1 ) zu gehen, d. h. ex juvantibus 
auf Grund des Krankheitsverlaufs nach der Serumbehandlung mit 
Sicherheit die Diagnose zu stellen, soweit bin ich doch noch nicht 
von der Allgewalt des Serums überzeugt). Der Fall war kurz 
folgender: 

LinaD., 7 Jahre alt, erkrankte nach Aussage der Mutter am 29. August 
1894, sie kam am 30. August mit typischer Rachendiphtherie in das 
Krankenhaus. Aus den Membranen wurden Loeffler'sehe Diphtherie¬ 
bacillen gezüchtet. 

1 . September. Schwellung der Halslymphdrüsen zurückgegangen. 
Uvula von Belag befreit. Allgemeinbefinden gehoben. 

2 . September. Abends croupüser Husten, Stridor, heisere Stimme. 
Mittags 2 Uhi* werden 1000 I.-E. Behring’schen Serums injicirt. Tem- 
peratur Morgens 9 Uhr 37,3°, Nachmittags 5 Uhr 38,2», 11 Uhr Abends 
Tracheotomia inferior. 


v . , ??P tei ^ ber - ganz wohl. Temperatur 37,4°. Puls 120, lei< 

lieh kräftig. Keine Zeichen von Nasendiphtherie. 

6 . September. Canüle entfernt. 

September. Belag auch von den Tonsillen verschwunden. Al 
gemeinbefinden ausgezeichnet. 

Vorn 3. bis 17. September Eiweiss im Harn. 

30. September. Nachdem das Kind eine ungestörte Reconvalescer 
durchgemacht hat und schon seit dem 19. September aufgestanden is 
heute Morgen plötzlich um 8 Uhr 38,5°, um 12 Uhr 39,0“ Tonsillen stai 
geschwellt, aut der linken einige gelbliche, etwa 2 mm im Durchmessi 
haltende, auf gerüthetem Grunde festsitzende Membranen. Allgemeii 
befinden stark altenrt. Injection von 1500 I.-E. (Höchster Serum No.IIJ 
Temperatur um 7 Uhr 38,8°, um 8 Uhr 38,3“. 

Eiweiss im Urin in Spuren vom 30. September bis 2. Octobi 
und am 6. October. 


R«iJ'.°f C !? be r , Mor | ens ., 1 , 0 Uhr 37 ’°°- Kind fohlt sich ganz wohl. Dl 
Belag auf der linken Tonsille noch etwas fortgeschritten. Herpes labiali 
, i °u’i 4 U * < * er kippe ist eine kleine Risswunde mit diphther 
ei ? bedeckt, aus dem aber eine auf Deycke’schem Nährbodc 

angelegte Cultur steril bleibt. 

o. October. Belag verschwunden. Ausgezeichnetes Allgemeinbefinde 
21 . October. Geheilt entlassen. 


l ) Diese Wochenschrift 1894. Xo. 49. 


heben. Im Verlauf des vorigen Jahres konnte ich in meiner inneren 
Abtheilung des Odessaer Stadthospitals zwei Fälle der chronischen 
Bauchfellentzündung beobachten, die für maligne Darmneubildung 
mit Metastasenbildung des Bauchfells imponirten und die sich bei 
der Section als Peritonitis chronica flbrosa erwiesen. Ich gehe zur 
Beschreibung der Fälle über. 

Fall 1. Uljana Czernaja, Wäscherin, 35 Jahre alt, erfreute sich 
stets guter Gesundheit, fühlt sich sechs Wochen lang krank, klagt über 
starke Schmerzen und zunehmenden Umfang des Abdomens. 

Status praesens am 7. April 1891. Patientin von hoher Statur, 
starkem Knochenbau, reducirtem Fettgewebe und welker Muskulatur. 
Anämie stark ausgesprochen, Temp. normal, Puls etwas beschleunigt, von 
geringer Fülle. Ueber den Lungen überall verschärftes Athmen und 
stellenweise Rhonchi sonori ot sibilantes. Herzgrenzen normal, Töne 
rein. Stark ausgesprochener Ascites, unbedeutendes Knöchelödem. Die 
Bauch Wandungen stark gespannt. Stuhl- und Urinentleerung unbehindert. 
Im Ham Spuren von Eiweiss, tägliches Urinquantum 350 ccm. Ordi¬ 
nation: Calomel 0,06 dreimal täglich. 

11. April. Patientin hat etliche flüssige Stühle. 

12 . April. Durchfall stärker. 

13. April. Klagt über Schmerzen im Abdomen und Durchfall. 

19. April. Es wird durch Punction des Abdomens 12250 ccm klarer, 
seröser Flüssigkeit entleert. Es stellt sich jetzt heraus, dass die Leber¬ 
grenzen normal sind; in der Gegend derFlexura coli hepatica und in der 
Mitte des Bauches, unterhalb des Nabels, lassen sich harte Tumoren 
durchfühlen. Ordination: CoffeYnum natrobenzoicum 0,2, viermal täglich, und 
Opii puri 0,015, dreimal täglich. Die entleerte Flüssigkeit, mikroskopisch 
untersucht, erwies sich stark albumenhaltig, man fand ausserdem rothe 
Blutkörperchen, Leukocyten und grosse fetthaltige Zellen (Epithel des 
Bauchfells?). 

20. April. Durchfall wie früher. 

25. April. Bauchumfang wieder zugenommen. 

28. April. Durchfall und Ascites in Zunahme. 

7. Mai. Heute trat wieder starker Durchfall auf, allgemeine Ent¬ 
kräftung, Puls schnell und schwach, Extremitäten kühl. Ordination: Inf. 
Valerian. — Camphora c. Flor. Benzoös. 

9. Mai. Exitus letalis. Klinische Diagnose: Cancer intestinoriim et 
peritonei. 

Section wurde am nächsten Tage von Prosector Dr. Stroganoff 
ausgeführt. Protokollauszug: Die Bauchhöhle stark durch Exsudat aus¬ 
gedehnt. Das Exsudat enthält viele eitrige Gerinnsel. Peritoneum visce¬ 
rale und parietale von einer Eiterschicht bedeckt. Entfernt man dieselbe, 
so stellt sich das Peritoneum als gelockert und mit Blutextravasaten be- 


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10. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


31 


l kt limu< Pi»' Pannsch'liugeu sind miteinander in ein Packet vor- 

■I, en zur Wirbelsäule hereiige2S«goii und in der Mitte der stark ausgc- 
.'leimten liimolihöhlo (tehgcrt. Oraentmii mnjus geschnitnpft Was Polo» 

* „dens itl mich »nie» gezogen u»'l der untere Iheil desselben nnt dem 
!kmi verwachsen. Magen contrahirt. die Schleimhaut, desselben faltig. 
.Tiiispliicferfarhen. von vermehrter Consistenz. Die Muskelschicht des 
\izaw ebenfalls stark verdickt, besonders an der hinteren Wand. Serosa 
i>< M'i"ens besondere an der Cnrvatura major stark verdickt und von 
vermehrter Consistenz. An der vorderen Fläche sind diese Verdickungen 
inWeichmässiir. so dass die Serosa des Malens wie niannorirt erscheint. 
Ppp Kniekumrsstclle des Colon ascendens und dem Mesenterium des 
i’oenun entsprechend finden .sieh Verdickungen fibröser Natur, bis 1 cm 
ilick. Pie Serosa wie auch die Muskelschicht des Dünn- und Dickdarnis 
sind beträchtlich verdickt, so dass man hei Eröffnung desselben mit dem 
Messer deutliches Knirschen hört. Die Vordickung des Darms ist nicht 
ileichmässig. so dass einzelne Abschnitte, besonders des Dickdarms, stark 
erweitert in Form von faustgrossen Luft Säcken sich präsent iren. Die 
Wand dieses Dannabschnittes ist bedeutend dünner als die Wand der vor- | 
dickten Abschnitte. Pie Schleimhaut des Dtinn- und Dickdarms vollständig ; 
unverändert, blutarm. Processus vermieularis lässt, frei einen Kleinfinger : 
durch, dessen Wandung stark verdickt ist. Sein Mesenterium ist an der 
Wurzel Aist % cm dick. Uterus und Ovarien bet rfieliMich vergrößert. 1 ’t onis- 
wand verdickt, der Peritonealtiberzug ebenfalls verdickt und von Blut extra- i 
vasaten bedeckt. Ovarialgeweho von vermehrter Consistenz. Alle übrigen Or- , 
L'ane normal. Anatinnisclie Diairnnse: Peritonitis et Mosenteriitis chronica I 
tihrnsa. ; 

Fall 2. Alexandra Lang. 59 Jahre alt. verheirat hol, ühcr-tand i 
tiiif normale Geburt und Imtto eine Fehlgeburt. nach welcher sie stets 
an einem Gebärmutterleiden kränkelte. Menslruation sistirto vor zwei 
.lahren. Ernstlich krank sei sie nur zwei Wochen lang - . Sie erkältete sich 
während eines Stunnregtns. wobei sie bis zur Brust im Wasser circa ! 
tj Stunde verhlieh. Am nächsten Tage schon bemerkte sic eine sichtbare 
Schwellung des Leibes, aber schon vor diesem Unfall war ihr Leih stets 
itoss. und liier und da verspürte sie dumpfe Selimerzon im Leibe. 

Status praesens am 21. August 1891. Die Kranke ist mittel- 
ltoss. im höchsten Grade 'abgemagert und anämisch. Gesichtsfarbe erdfahl. 
Pupillen enveitert. Zunge belegt, Herz und Lungen normal. In der Bauch- I 
höhle ascifisehe Flüssigkeit, untere Extremitäten ödomatüs. Genitalorgane j 
normal. Im Ham weder Albuinen noch Zucker. Ordinat ion: Sir. Fcrri jodnti. j 

24. August. Es werden aus der Bauchhöhle 6000 ccm einer trüben, i 
uTönlich-serösen Flüssigkeit entleert. Leber und Milz nicht- vergrüssort. 
Musculirecti befinden sieh in diastasi. und man kann zwischen ihnen, mit 
■Ion. Fingern in die Tiefe dringend, ein paar harte Tumoren von ver¬ 
schiedener Grüsso und Form ahtasten. Ordination: Inf. Gondurango c. 
lAtr. Belladonnne. 

30. August. Allgemeiner Kräfte verfall und Durchfall. 

31. August. Purst, trockene Zunge, kühle Extremisten und 
schwacher Puls. Tinct. Arnicao c. Tinct. Valorian. 

4. September. Exitus letalis. Klinische Diagnose: Tumor malignus 
'iiri abdominis (Cancer intestinoriiin?). 

Pie Section wurde am nächsten Tage vom Prosectorgehülfen Dr. | 

' bonzinski ausgefttlirt und ergab: Peritonitis chronica et Mosenteriitis ; 
titirosa chronica, Ulcera eicat-ricosa coeci et S. romani. 

>ectionsprotokollauszug: Eine stark ahgemagerto Leiche; in der I 
auchhöhle viel seröser Flüssigkeit. Peritoneum parietale et viscerale vor- ! 
‘lickt. J io Dorm schlinge, besonders der untere Abschnitt derselben sind j 
miteinander fest verbacken, so dass man sie schwer voneinander trennen I 
kann. Mesenterium stark verdickt. Das Peritoneum des Dickdarms eben- | 
a s \erdickt. Omentum vordickt und geschrumpft. Magenschleimhaut j 
>cnieterarau. verdickt und blutarm, ebenso die Schleimhaut des Dtinn- ; 

findet sich ein Geschwür von der Grösso einer hallten 
liananreite. Per Grund desselben ist rein, von der Muskulatur gebildet . 
>in« von kleinen Granulationen mit Blutextravasaten bedeckt. Im Colon ; 
iiim nf / n> t ein ^ tüo fast die ganze Circmnfmvnz des Darmes ein- 

v 1 ‘ V- 1 * S ', 101 ’l an uin finden sich auch ein paar kleine pigmentirte 
. . , n ' . ni v , twus herum fibröse Verwachsungen. Die Uterus- 
blutarm. Ovarien und Tuben sind umgeben von 
rox ‘hte Tube erweitert und klare Flüssigkeit ent- 
, n ‘L rt ' verkleinert. von graubrauner Farbe, blufarm. von ver- 

hrtei ( oni: iUenz. Milz. Nieren und Pankreas atrophisch. 

... . n ^ J ^ ei1 S'iü^en die Kranken an einer Peritonitis 

in hp -< f ^ z,, 2 Jundo. Die chronische Peritonitis konnte sich 
wif-L-oil, aus Perimetritis chronica allmählich ent- 
iiolv'iii )e , 11 '., m ba ^ ~ erklärte die Patientin, lange an einem 

’o 1 ;? 11 nach ciuer Fehlgeburt laborirt zu haben. Im ! 
fandipn a - P r j- n dor Slcich ei i Angaben, aber bei der Autopsie ! 
Genitiio" 11 * ci'dickungen und Pseudomemhranen um den ganzen i 
lir-h LT™ ' ,, ^ onmiPn im zweiten Falle noch die wahrschein- 1 
hinterlip , ftenia ®^® Dysenterie, die Ulcera und Narben im Dickdarm 
zur Klar» ’ ' i » Drkältiuigsmoment. während des Sturmregons 

,>it, er Aeliologie der Erkrankung in Betracht. 

Ihm Nrnu u ° 'liefen während des Lebens scheinbar als ma- 
'lassclhp "W“ Abdomens und boten höchst täuschend | 
-‘«s^esnrnphl 11 ^ l 1 ' hatten in beiden Fällen eine höchst 

in (j e V fP 5 - nc Kachexie, Ascites, unstillbaren Durchfall und konnten ! 
S(i heidumrQm ß *u S i , 1 T ^ umoren durchffthlen. Das Hauptunter- ! 
minaltumoron .^ al . . (lei ’ v crdickung des Peritoneums von Abdo- j 
Fmgphnnr, ov i* L ' . weniger scharfe Umgrenzung gegen die 
f 10 2’cnngere Resistenz, 3) die weniger höckerige | 


Bcsclmffenheit, 4) die Ascifcsllüssigkcif ist nie blutig sie ist 
entweder serös oder serös-purulent. 

Die Prognose ist hei der Peritonitis chronica librosa. wie auch 
bei den malignen Abdominaltumoren sehr ernst. Die Kranken 
gehen schliesslich an Kachexie zugrunde. 

Die Therapie ist in beiden Fällen fast gleiehwortlrig — sie 
bleibt meistens rein s.vinptonmt-iscli. 


VII. Aus dem Knappschaftslazaveth in Neunkirchen. 

Entfernung einer 7 l k cm langen, 
l’/s cm breiten Messerklinge aus dem rechten 
Oberkiefer, neun Jahre nach der Verletzung. 

Von Dr. Kircligässer, Assistenzarzt, 

Am 8. April 1893 kam ein 29jähriger Bergarbeiter in das 
Xeunkirclmer Knappscliaftslazareth, welcher angah, er sei vor neun 
Jahren mit einem Messer in die rechte Schläfe gestochen worden: 
die. Klinge sei abgebrochen und stecke noch im Knochen. Bis vor 
einem halben Jahre habe er keinerlei Beschwerden verspürt: in der 
letzten Zeit leide er ahoi 1 sehr an Kopfschmerz und stinkendem 
Ausfluss aus dem rechten Nasenloch; die Spitze, der Klinge könne 
inan im Munde fühlen. Die Untersuchung bestätigte seine An¬ 
gaben. Die von der Verletzung herrührende Narbe befand sich 
zwei Finger breit über dem rechten Jocbhogcii, war 4 cm lang, 
weich, fest und verschieblich. Ziemlich in der Mitte der Haphc 
des harten Gaumens sali und fühlte man die Spitze des Messers, 
und auch im rechten unteren Nasengang fühlte man die stählerne 
Klinge deutlich mittels der Sonde. Ein Versuch, dieselbe von der Mund¬ 
höhle aus heranszuziehen, misslang: dabei brach ein kleines Stück von 
der Spitze ab. DieKlinge liesl sieh ein wenig in der Richtung von oben, 
aussen, vorn nach hinten, innen und unten hin und her verschieben. 

Am 12. April wurde Patient in Narkose operirt, Das rechteNasen- 
looli wurde bis zum Nasenbein gespalten. .letzt sah man in der Tiefe 
die breite Fläche der Klinge. Der Messerrücken lag nach hinten und 
etwas nach unten, die Schneide nach vorn in einer Knoehenrinne. Da 
man die Klinge von hier aus nicht fest fassen konnte, wurde durch 
einen Schnitt 1 c-m nach innen vom rechten Mundwinkel nach aufwärts 
bis nahe zum unteren Augenhöhlenrand die Oberlippe gespalten, der 
Oberkiefer freigelegt und die Kieferhöhle nach Abhebelung der Kno¬ 
chenhaut breit aufgemeisselt. Die Klinge licss sich,von hier aus zwar 
fassen und in der oben angegebenen Richtung bewegen, aber eine 
Entfernung gelang auch jetzt noch nicht. Erst nachdem ein Stück 
der horizontalen Gaumenplatte und zwei Zähne sammt dem dazu 
gehörigen Stück des Alveolarfortsatzes — äusserer Backenzahn 
und innerer Mahlzahn — wcggcmcissclt war, wurde die 7'/o cm 
lange und 1V_> cm breite Klinge unter grosser Anstrengung ent¬ 
wickelt, Die Kieferhöhle wurde tamponirt, der Gaumendofect mit 
Periost und Schleimhaut bedeckt und vernäht. Ebenso wurden 
die äusseren Wunden durch Nähte vereinigt. Die Lücke im Al- 
vcolarfortsatz diente als Drainageöffnung. Am folgenden Tage wurden 
die Tampons entfernt und die Wundhöhle ausgespült. Die Aus¬ 
spülungen wurden die erste Zeit täglich vorgenommen und dabei 
zahlreiche Eisensplitterchen und Rosttheilchcn entleert. Am 17. April 
wurden die Nähte entfernt: vom 30. April ab wurde nur mehr die 
Nase ausgespült: am V Mai wurde Patient geheilt entlassen. Boi 
der Entlassung konnte er bereits beiderseits und ohne Schmerz 
kauen. Beim Schnäuzen der Nase kam aber immer noch etwas 
Serret durch die Zahnlücke in den Mund. Der Kopfschmerz ist 
soit dem dritten Tage nach der Operation ganz verschwunden. 


VIII. Feuilleton. 

Bemerkungen zum Prooess Pzynsky in München. 

Von AV. Preyor. 

Am 15. Deconiber 1894 Nachmittags erhielt ich ein Staats- 
telcgrainm aus München, welches folgenden "Wortlaut hatte: 

„In der Strafsache gegen den Sprachlehrer (’zynski wegen 
Verbrechens wider die Sittlichkeit durch hypnotische Suggestion 
werden Ew. Hoehwohlgeboren zu der bei dem Schwurgericht hier 
am Montag, den 17. d. M., Vormittags 8 1 /2 Ehr beginnenden, auf 
drei Tage berechneten Hauptverhandlung als Sachverständiger hier¬ 
mit vorgeladen. Staatsanwalt München I.“j 

Obwohl ich es unrichtig finde, einen Sachverständigen erst im 
letzten Augenblick vor dem Beginn der Hauptverhandlung zu be¬ 
rufen, ohne ihn über den Thatbestand zu orientiren und ohne die 
Frage, welche gestellt ist, vorher zu präcisiren. sagte ich mein 
Erscheinen telegraphisch zu, da ja für mich, der ich von emei 
Sache Czynski garnichts wusste, die Möglichkeit vorlag, dass der 
Staatsanwalt selbst erst im letzten Augenblick von dem Berein- 


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UMIVERSITY OF MICHIGAN 



32 DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. No 2 


tragen der hypnotischen Suggestion in den Gerichtshof überrascht 
worden sein könnte. 

Am folgenden Morgen erhielt ich nochmals dieselbe Depesche 
über Berlin und antwortete mit der Draht-Anzeige, dass ich 
Abends neun Uhr im „Bayerischen Hof“ in München sein würde. 
Es war also die Möglichkeit gegeben, mich von dem Ergebniss der 
Voruntersuchung vor dem Beginne der Hauptverhaiidlung in Kennt- 
niss zu setzen. Diese Erwartung ging aber nicht in Erfüllung, und 
obgleich ich in München unmittelbar nach der Ankunft zwei Staats¬ 
anwälte in ihren Wohnungen aufsuchte, erfuhr ich von der Frage¬ 
stellung nichts, da sie ihnen nicht bekannt war. Vielmehr stand ich 
am Montag früh im Schwurgerichtssaal, zusammen mit Professor 
Hirt (Breslau) und Professor Fuchs (Bonn), als Sachverständiger 
einem nach zehnmonatlicher Untersuchungshaft vor die Geschworenen 
geführten „Hypnotiseur“ und Hochstapler gegenüber, von dem ich 
niemals gehört hatte. 

Ich erwähne diese Nebenumstände deshalb, weil die verspätete 
Berufung der auswärtigen Sachverständigen eine prinzipielle Be¬ 
deutung hat. Sie ist ein geschickter Schachzug der Ver- 
theidigung gewesen, welche von ihrem Rechte, Sachverständige 
vorzuschlagen, ausgiebigen Gebrauch gemacht hat. Die beiden 
Münchener Experten, Prof. Grashey und Dr. v. Schrenck- 
Notzing, kannten manche Verhältnisse und Personen aus der Vor¬ 
untersuchung, es war also in einer wissenschaftlich so strittigen 
Sache, wie die hypnotische Suggestion es ist, wahrscheinlich, dass im 
letzten Augenblick geladene auswärtige Sachverständige von jenen 
differiren würden, ohne sich im Schwurgericht mit ihnen voll¬ 
ständig auseinandersetzen zu können. Solche Meinungsverschieden¬ 
heiten kommen aber immer dem Angeklagten zu gute. In der Tliat 
ist von dem redegewandten Vertheidiger Dr. Bernstein der eine 
Sachverständige gegen den anderen vorzüglich wirksam ausgespielt 
und den Geschworenen vorgehalteu worden, dass sie wegen der 
mangelnden Uehereinstimmung der Experten den Czynski nicht für 
schuldig erklären dürften, ein Verbrechen gegen die Sittlichkeit 
begangen zu haben, das unter § 176, 2 des Strafgesetzbuches für 
das Deutsche Reich fällt. 

Der dieses Verbrechens Angeklagte, ein schlanker, mittelgrosser 
Mann von etwa 36 Jahren mit dunklem Lockenhaar und Vollbart 
und typisch polnischem Wesen, hat dunkelbraune Augen, welche 
eine mit seinen lebhaften Gesten oft im Widerspruch stehende Ent¬ 
schiedenheit verrathen. Der Anzug war übertrieben elegant, das 
Gebahren des Angeklagten häufig theatralisch, auf Elle et berechnet. 
Derselbe hat auf mich, noch ehe er gesprochen hatte, den Ein¬ 
druck eines ausserordentlich eitlen Charlatans gemacht. Je mehr 
er sprach, um so mehr verstärkte sich dieser Eindruck. Als er 
im Verlaufe der Verhandlungen sich immer mehr in Widersprüche 
verwickelte, seine mit wichtiger Miene vorgetragenen, oft ganz un¬ 
erheblichen und zum Theil unwahren Aussagen, jo nachdem es ihm 
passte, wiederholte, ergänzte, berichtigte oder annullirte, da er¬ 
kannte ich bald, dass er manches zu verschweigen suchte. Zu 
seiner Vertheidigung gewährte man ihm einen besonderen Tisch, 
auf dem eine Menge von Acten und Drucksachen — darunter ein 
sehr dickleibiges Buch über „Occultismus“ — aufgestapelt wurde. 
In einem der umfangreichen Fascikel sah ich (nach der Verkündi¬ 
gung des Urtheils) viele Zeitungsausschnitte, in denen der An¬ 
geklagte als Professor, als Arzt, als Dr. med., als Dr. phil., als 
„Hypnotiseur“ und als Occultist bezeichnet ist. Es stellte sich 
ferner heraus, dass er früher Lehrer war, bei Luys in Paris von 
diesem hypnotisirte Menschen gesehen hat, mit den Methoden und 
Kunstgriffen der „Magnetiseure“ vertraut ist und selbst über den 
Hypnotismus, besonders seine Heilwirkungen, mehreres veröffent¬ 
lichte. Medicin aber hat er nicht studirt. Darüber ist nichts fest¬ 
gestellt, ob er in Dresden, wo viele Frauen von ihm in seinen 
zwei „Kliniken“ hypnotherapeutisch und suggestiv behandelt worden 
sein sollen, nur als Curpfuseher mit angemaassten Titeln und 
Würden Geld erwarb oder sonst noch Einnahmequellen hatte. 

Die vom Angeklagten gehaltenen Vorträge über den Hypno¬ 
tismus haben nicht viel eingetragen, denn im Herbst des vorigen 
Jahres war es sein „Elend“, welches die von ihm in erster Linie 
geschädigte reiche Baronesse v. Z. veranlasste, demselben ihre 
Theil nähme zuzuwenden, nachdem sein Heilverfahren ihr schon im 
August v. J. interessant erschienen war. Fest steht, dass der 
Angeklagte kein sicheres Einkommen hatte. Als verheiratheter 
Mann, der von seiner Frau getrennt, aber nicht gerichtlich ge¬ 
schieden, mit seinem Hausmädchen, dem sogenannten Medium, 
jahrelang in wilder Ehe lebte — dieselbe gebar ihm einen Knaben 
— konnte er von einer näheren Bekanntschaft mit der Baronesse 
Hedwig v. Z., die ihn reichlich honorirte, für sich grosse Vor¬ 
theile erwarten, wenn er sie von sich ganz abhängig machte. 

So wagte er es denn eines Tages, nachdem er sie vorher 
mehrmals durch Handauflegen, Ansehen und Zureden und die 
Suggestion, sie solle nur die Augen schliessen, ruhig einschlafen 


und fröhlich erwachen, in einen somnoleuteu Zustand versetzt hatte, 
ihr zu erklären, dass er sie liebe. Dio Patientin war auf das 
höchste erstaunt, weil sie den Angeklagten für den Ehemann seiner 
Concubine gohalten hatte. Er muss sie jedoch durch weitere 
Suggestionen nicht allein immer mehr von der Echtheit seiner 
Liebe zu ihr überzeugt, sondern auch ihr in hypnoiden, von ihm 
künstlich herbeigeführten Zuständen suggestiv beigebracht haben, 
dass sie ihn liebe und ihm nicht widerstehen könne. 

In dieser Hinsicht ist charakteristisch, dass der Angeklagte 
in der Hauptverhandlung erklärte, er habe schon in der ersten 
Sitzung oder in einer der ersten Sitzungen im August v. J. auf 
die Baronin einen Eindruck gemacht. Als ich dann letzterer diese 
in ihrer Abwesenheit geäusserten Worte wiederholte, äusserte sie 
ganz natürlich „Nun alle Männer sind ja eitel, nicht wahr?“ 
Daraus folgt, dass sie, die wohlerzogene, fromme, nicht mehr 
junge und- nicht einen Augenblick leichtsinnige Baronesse v. Z., 
welche übrigens noch erheblich älter aussieht, als sie ist, sich in 
den vermeintlichen Arzt, dem sie vertraute, nicht im August v. J. 
aus freien Stücken verliebt hat. Sie war magenleidend und de- 
primirt, hatte von dem Magnetiseur gehört und gelesen und con- 
sultirte ihn, wünschte auch einmal eine Somnambule zu sehen. 
Dieser Wunsch wurde erfüllt. Eine Frau Hofmann, geb. König, 
in Dresden sagte ihr in Gegenwart des Angeklagten einiges, was 
sie überraschte, und das Medium desselben, welches er bei seiner 
„Transfertmethode“ ohne Magnete benutzte, tanzte mit ihr im 
Zimmer herum, weil er es befahl. 

Als aber die bedauernswerthe Patientin erfahren hatte, dass 
ihr „Arzt“ sie liebe (und sie wusste sehr wohl aus eigener Er¬ 
fahrung, was es heisst zu lieben, obwohl es nicht zum Verlöbniss 
kam), da erhielt natürlicherweise ihr allgemeines Interesse an dem 
Wunderdoctor, an dem Direktor der „magnetisch-hypnotischen 
Heilanstalt“ einen persönlichen Anstrich. Keiner Frau ist der 
Mann gleichgültig, welcher ihr einmal seine leidenschaftliche Liebe 
gestand. Aber Fräulein v. Z. hat, wie gesagt, dieselbe nicht als¬ 
bald erwidert, sie ist dem Angeklagten nicht, wie eine eben Ver¬ 
lobte dem geliebten Mann, um den Hals gefallen, ganz und gar 
nicht. Sie hat sich erst nach und nach, erst durch den Ange¬ 
klagten, der sie hypnotisirte, der ihr suggerirte, sie werde fröhlich 
sein, der sie drängte und immer wieder drängte, ihn als ein 
rettender Engel aus seinem elenden Leben zu befreien, der sie durch 
Küssen fast betäubte, in den Wahn hineingelebt, dass sie ihn liebe. 

Ein Mann der seiner Braut drei Tage vor der Trauung sagt: 
„Mein liebes Kind, wenn wir wieder nach Dresden kommen, dann 
übe ich den alten unwiderstehlichen Reiz auf die Frauen, und es 
könnte sein, dass ich wieder unschlüssig würde, also heirathen 
wir sobald als möglich“, und eine 38jährige Braut, die erklärt, sie 
heirathe ihren Arzt, nur um seine Seele zu retten, um ihn aus 
den Händen seines Mediums zu befreien: ein solches Paar wird 
nicht durch echte oder gar leidenschaftliche Liebe zusammen¬ 
gehalten, mögen viele Dutzend Liebesbriefe und der ermüdend ein¬ 
tönige Wortschwall des Angeklagten noch so entschieden das 
Gegentheil behaupten. Die These des Vertheidigers, das Fräulein 
v. Z. habe sich einfach in den Angeklagten verliebt, es handle 
sich hier um einen Fall von Verführung ohne Anwendung von 
irgendwelchen ungewöhnlichen Mitteln zur Herbeiführung einer 
Willenlosigkeit, wird durch eine grosse Anzahl von Zeugenaussagen 
widerlegt. Die Geschädigte selbst, welche es schmerzlich empfand, 
dem Angeklagten nach einer Trennung von zehn Monaten als Be¬ 
lastungszeuge gegenüberzustehen, und welche dringend bat, sie mit 
ihm nicht zu confrontiren (aus Mitleid mit ihm), welche ferner 
ausdrücklich, beinahe feierlich, mitten im Gerichtssaal sagte „ich 
verzeihe ihm“, hat doch, von dem Gefühle beherrscht, dass sie die 
Wahrheit sagen müsse, mehrmals mit Bestimmtheit unter ihrem 
Eide erklärt, zu der Zeit vor dem intimsten Verkehr habe sie 
eine eigentliche Liebe zu dem Manne nicht gefühlt, seine Liebe 
hat sio „so richtig nicht erwidert“; weil aber dann „das Traurige“ 
geschah, fragte sie sich, ob sie „ihn liebe und ihm ein besseres 
Leben verschaffen sollte“. Da sagte sie sich „ja“. Sie sagte: 
„Ich habe mich ihm hingegeben, ich weiss nicht, wie dies möglich 
war, weil alles so schrecklich ist, und doch konnte ich nicht 
anders“. Sie fügte hinzu, sie sei „duselig“ gewesen, wie wenn 
sie nicht sie selbst gewesen, sie habe ein Gefühl von Widerstands¬ 
losigkeit gehabt und alles wie ein Verhängniss hingenommen, sie 
sei in einer Weise beeinflusst gewesen, dass sie Czynski „nicht 
widerstehen konnte“. Sehr bezeichnend ist die Erklärung: „Ich 
wollte eigentlich nicht auf seinen Antrag, auf seine Verabredungen 
zu Rendezvous eingehen, und doch konnte ich ihm nicht wider¬ 
stehen und musste zu ihm gehen“. „Ich fühlte keine Macht mehr 
über mich; ich fühlte, dass ich seinem Einfluss ganz unterworfen 
war“. Sowie ich die Frage stellte, was denn eigentlich der An¬ 
geklagte mit ihr vorgenommen habe an dem entscheidenden Tage, 
als sie gegen ihren Wunsch mit ihm Wein getrunken hatte und 


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DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


33 


10. Januar._ 


meinem Befehl, „sie solle sich hinlegen“ entsprach, da fuhr 
Czvnski plötzlich auf und schnitt die Antwort ab mit den 
Worten: -Das ist moralische Vivisection“. 

Ich habe die Ueberzeugung, dass Frl. v. Z., so oft sie etwas 
aussagte, nur sagte, was der Wahrheit entspricht, auch als sie 
i-i-klärte.* die eigentliche Liebe sei ganz etwas anderes. Sie wollte 
'ich eben selbst von dem auf ihr lastenden Druck befreien. Sie 
hatte sich gelobt, obwohl es ihr schwer wurde, alle Fragen der 
Sachverständigen, einschliesslich der auf die Entehrung bezüglichen, 
wahrheitsgemäss zu beantworten, nicht um den Angeklagten, der 
inerte, ins Unglück zu bringen, sondern um vor ihrem eigenen 
Gewissen nicht schlechter dazustehen, als sie es verdient. Sie 
kämpfte sogar ihre Bedenken zu antworten mit sichtlicher An¬ 
strengung nieder, als in schonender aber zweifelloser Weise er¬ 
mittelt wurde, dass „das Traurige“ die Defloration mit sich brachte. 
Von Frivolität ist bei ihr keine Spur zu finden. Vielmehr ist die 
kränkelnde, sehr abergläubische, religiöse Spiritistin, die fast kind¬ 
lich leichtgläubige, auf dem Lande aufgewachsene, dem vermeint¬ 
lichen Arzte blindlings vertrauende Patientin wider ihren Willen 
von diesem durch eine Reihe von Suggestionen, theils verbalen, 
theils tactilen, so stark beeinflusst worden, dass sie schliesslich 
selbst meinte, sie sei in den Angeklagten verliebt und könne keiner 
seiner Anordnungen widerstehen, namentlich dann nicht, als es die 
Verteidigung ihrer weiblichen Ehre galt. Sie fühlte sich nicht 
sonst im Leben, aber diesem Manne gegenüber entschlussunfähig, 
ihm, der sie mit seinen Thierbändigerauge», mit seinen nie ruhenden 
Händen, dann mit seinen die Bejahung fast erpressenden unzähligen 
Briefen und — wahrscheinlich zumeist — mit seinen sinnver¬ 
wirrenden Küssen willenlos machte, ohne ihr das Bewusstsein zu 
rauben. „Er wollte mich in einen tiefen Schlaf bringen, aber es 
ging nicht“, sagt sie. 

Es war aber auch nicht nöthig, da bei einem so impressionabeln, 
in mtellectueller Beziehung etwas minderwerthigen, leicht zu beein¬ 
flussenden Wesen schon die Einpflanzung seines Willens in Bezug 
auf ilm durch Wachsuggestionen und die erwähnten Suggestiv- 
iuittel im leichteren Stadium der Hypnose erzielt werden konnte. 
Darin gipfelt mein Gutachten, welches mit dem der anderen Sach¬ 
verständigen (Grashey, Hirt, v. Schrenck-Notzing) zusammen 
bei Ford. Enke in Stuttgart erscheint. 

Nach den unnöthig heftigen Angriffen, welche im Verlaufe der 
Verhandlung der Vertheidiger — allerdings von seinem Rechte 
Gebrauch machend — gegen mehrere Ausführungen der Experten 
richtete, gewährte mir das meisterhafte Plaidoyer des Staatsanwalts 
Mahler namentlich deshalb eine grosse Befriedigung, weil er den¬ 
selben Standpunkt vertrat wie ich. Er betonte, dass die Liebe 
des irl. v. Z. ihr vom Angeklagten in einem Halbschlaf suggerirt 
worden, nachdem sie vorher nur für seine ärztliche und oecultistische 
Ihätigkeit sich interessirt hatte, ohne besondere Sympathie für 
.'eine Person. Die Gedankengänge, welche zu den intimsten Be¬ 
ziehungen führten, nahmen nachweislich ihren Ursprung in dem 
Zustande der Hypnose, was einen Missbrauch des dem Arzte ent- 
jegengebracliten Vertrauens bedeutet. Das Gesetz unterscheidet 
Willenlosigkeit von Bewusstlosigkeit und betrachtet einen kiinst- 
hrii eingeschränkten Willen als Willenlosigkeit. So ungefähr 
druckte sich der Staatsanwalt aus, wie auch ein Zeitungsreferat 
meldet, obwohl kein Vertreter der Presse zugegen war. 

Aber auch was in kurzen, den Kern der Sache treffenden 
seiner Rechtsbelehrung für die 
vollkommen mit dem Ergebniss 
es liege die Möglichkeit eines 
, . —- V01 \ wenn man einen solchen Fall von Willens* 

>' !><• länkung nicht unter den Begriff der Willenlosigkeit bringe, 
-»jcr dien? Schwierigkeit falle fort, wenn man annehme, dass ein 
lemoer uille au die Stelle des eigenen gesetzt werde. 

• onut deckt sich hier die Auffassung des Juristen ganz genau 
| 1 ' i.*,' Neigen. Denn ich hege die feste Ueberzeugung, dass 
\ ,, ® ^es methodisch mit voller Ueberlegung vorgehenden 

i-i,/' 0 ' a \r-n Bezug auf alles, was ihn betraf, an Stelle des 
«tiimT .-f i”l^ e . s v * monatelang deren Thun und Lassen be- 
1C ■ i ß . ich es * n m nem anderen Falle beobachtet habe. 1 ) 
i * <u 1 , n s ^° einmal seine Concubine geworden, wurde sie 
n ' n °en mehr von ihm abhängig und ihr Urtheilsvermögen in 
sirli m l 1 ln lmmer mehr eingeschränkt. So kam es, dass sie 
ihrem U \\ > ]° r ( * em Traualtar dupiren liess. Dass die Braut in 
"am {nt H s H’meschütterlich eingeimpften Vertrauen zum Bräuti- 
Wpii,i.- n T n -?,r geschiedenen Ehemann) aunahm, der Wiener 
di«™ ,i. ^ artal . eki sei ein wirklicher Geistlicher, die von 
mlomi’' s Protestantischem Pfarrer nach katholischem Ritus vof- 
ne ochemtrauung in einem Gasthof zu München sei gültig, 

Ford. Enk e ^ *** ,n ‘* r hW'ifitUgor Fall von Fasrinalinn. Stuttgart. 


Ritzen der Präsident Arnold in 
Geschworenen sagte, deckt sich 
meines Gutachtens. Er erklärte, 
Hechtsirrthums 


ist das stärkste, was der Angeklagte in dieser ganzen Liebes- 
suggestion geleistet hat. Es gehört dazu mehr, als zur erstmaligen 
Besitzergreifung des Körpers gegen den Willen der Baronesse 
erforderlich war. Denn hier fällt der Factor der von ihm entfachten 
Sinnlichkeit fort, und hier mussten noch andere beeinflusst werden. 

Nun ist zwar bis jetzt nicht ganz klar, wie der zur Zeit in 
Wien unter Anklage stehende Wartalski bestimmt wurde, die 
Rolle des Geistlichen zu übernehmen, er hat aber Geld dafür er¬ 
halten, war also bestochen (die Braut trug sämmtliehe Kosten 
der Trauung und die Reisekosten). Es muss indessen noch eine 
andere Art der Beeinflussung mitgewirkt haben. Wie leicht War¬ 
talski vom Angeklagten noch jetzt suggestiv beeinflusst wird, er¬ 
kannte ich im Gerichtssaal daran, dass er, trotzdem er bestimmt 
erklärt hatte, Czynski habe ihm den Talar verschafft, nachdem 
dieser ihm einen „vielsagenden“, sogenannten „durchbohrenden“ 
oder, wie ich es lieber nenne, einen „fascinirenden“ Blick von 
wenigstens sechs Secunden Dauer zugeworfen hatte, diese Aus¬ 
sage zurücknahm und, gegen Schluss seiner Vernehmung seine an¬ 
fängliche scheinbare Sicherheit verlierend, zugab, selbst das Gewand 
beschafft zu haben. Auch die beiden gefälschten Trauscheine hat 
er selbst geschrieben. Er muss also vom Angeklagten durch sehr 
starke Suggestionen zu dem wagehalsigen Unternehmen bestimmt 
worden sein, oder er war ihm irgendwie verpflichtet, von ihm abhängig. 

Wie endlich die Gesellschafterin der Braut von dem Bräutigam 
wider ihren Willen bestimmt wurde, als Trauzeuge den Trauschein 
zu unterschreiben, welchen dann der falsche Geistliche zerrissen 
haben will, ist nicht aufgeklärt. Sie sagt aus, es sei ihr an dem 
Tage „ganz wirr im Kopf gewesen“, sie habe „unfreiwillig“ 
und ganz zitterig unterschrieben und habe vorher ein langes 
Gespräch mit dem Angeklagten gehabt. Der Bruder der Braut 
erklärt, sie sei in grösster Aufregung zu ihm und seinem 
Vater, dem bejahrten Baron v. Z., gekommen und habe gesagt: 
„Ich weiss, dass Sie das Paar trennen wollen — thun Sie’s um 
Gotteswillen nicht — er schiesst sie und sich todt, und Sie ver¬ 
lieren Ihre Schwester“; er und sein Vater hätten ihr daun Vor¬ 
würfe gemacht, weil sie sie nicht früher benachrichtigt hätte, 
darauf habe sie gesagt: „Ich wusste ja, dass bei dieser Hochzeit 
ein Verbrechen begangen würde — aber ich konnte nicht anders: 
ich musste es zulassen. Sie glauben nicht, was für eine 
Macht dieser Mensch hat — nehmen Sie sich in Acht, wenn 
er zu Ihnen kommt; der hat alle in der Tasche“. Nun be¬ 
streitet zwar die Zeugin jetzt, in Gegenwart des Czynski, das 
alles so gesagt zu haben, oder erinnert sich nicht mehr genau, von 
einer unsichtbaren Macht gesprochen zu haben, die sie am Handelu 
binderte, wie Baron v. Z. behauptet, wer aber die Zeugin, eine 
geschiedene Frau E. R., während ihrer Aussagen genauer beob¬ 
achtete, wird mir beistimmen, wenn ich sage, dass sie sich sein- 
unsicher fühlte. Sie antwortete anfangs ganz leise und musste 
wiederholt ermahnt werden, deutlich die Wahrheit zu sagen. Ich 
erinnerte sie an ihren Eid und sagte ihr: „Frau R. ich muss Ihnen 
sagen, ich bin in dem Gedanken, dass Sie aufgeregt und beeinflusst 
gewesen sind, durch das, was Sio von Ihrer Unterschrift sagen, 
bestärkt worden. Sie müssen nicht bloss die Wahrheit sagen, 
sondern auch nicht« verschweigen. Was hat der Angeklagte vor¬ 
her mit Ihnen gesprochen?“ 

Der Angeklagte selbst hält sie für leicht zu beeinflussen, 
sonst hätte er nicht zweimal in den Saal laut hineingerufen, dass, 
während ich der Zeugin dieses sagte und sie weiter exaininirte, 
sie unter meinem suggestiven Einflüsse stehe! 

Jedenfalls ist der Tragikomödie der Scheintrauung eine noch 
nicht genügend aufgeklärte Beeinflussung des „Geistlichen“ und 
der Trauzeugin seitens des Angeklagten vorausgegangen. Aus 
reiner Gefälligkeit haben sich die beiden dazu nicht hergegeben. 

Der Bann, unter welchem dio Braut damals stand, wurde erst 
längere Zeit nach derselben gebrochen, als sie den ihr vom An¬ 
geklagten eingebändigten, angeblich egyptischen Ring (das Amulet) 
ablegte und den Betrug entdeckte. Durch die dreijährige Ge¬ 
fängnisstrafe ist wenigstens fürs erste einer Wiederholung des 
Versuchs, eine suggerirte Abulie herbeizuführen, vorgebeugt. 

IX. Oeffentliches Sanitätswesen. 

— Mendel, Die Geisteskranken in dem Entwurf des bürger¬ 
lichen Gesetzbuches für das Deutsche Reich nach der zweiten Lesung 
desselben. Vierteljahresschrift f. gerichtl. Med. u. öffentl. Sanitätswesen. 
3. F., VIII. Bd., 2. H. . 

Verfasser giebt seiner Befriedigung Ausdruck, dass in der zweiten 
Lesung der Hauptsache nach den von psychiatrischer Seite ausgesprochenen 
Wünschen Rechnung getragen worden ist, so dass eine erhebliche weitere 
Forderung jetzt kaum noch zu stellen ist. 

Die Paragraphen haben nunmehr folgenden Wortlaut: 

§ 14. Entmündigung findet statt: 1) wegen Geisteskrankheit, wenn 
der Kranke infolge derselben seine Angelegenheiten nicht zu besorgen 
vermag; 2) wegen Verschwendung —-; 3) wegen Trunksucht, "eun 


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Original fro-rri 

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DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


flei iriiiker infolge derselben seine Obliegenheiten nicht zu besorgen ver- 
niag oder sich oder seine Familie der Gefahr des Nothstandes Messet zt 
oder die Sicherheit anderer gefährdet. 

Dadurch sind, wie gewünscht, Trinker mit eingereiht und ist der 
Ausdruck dos alten § 28 „des Vernunftgebrauehs beraubt“ gefallen, dom 
entsprechend auch in allen anderen denselben enthaltenden Paragraphen. 
So heisst statt § 64: y 

l iu !>?' V^ Scba ^ s ist:-2) wer sich in einem Zustande 

krankhafte^ Störung der Geistesthätigkoit befindet, durch den seine freie 
\Y lllensbestimmung ausgeschlossen wird. 

v 79 ? Die , WiHeuserklärung eines Geschäftsunfähigen ist nichtig. 
Nichtig ist auch die Willenserklärung, welche in einem die freie VVillens- 
w^irfl 1U1Un ^ ausschliessenden Zustande von Bewusstlosigkeit abgegeben 

berner ist Geisteskrankheit als Ehescheidungsgrund wieder aufge- 
no.nmen durch Einschaltung hinter § 1444: Ein Ehegatte kann auf 
bchenlung klagen, wenn der andere Ehegatte iu Geisteskrankheit Verfällen 
1 . dle Krankheit während dor Ehe 3 Jahre lang gedauert und einen die 
geistige Gemeinschaft ausschliessenden Grad erreicht hat, auch die Aus- 
sicht auf \\ loderhersteHung der Gemeinschaft ausgeschlossen ist. 

schliesslich ist die Verantwortlichkeit für in der Trunkenheit angc- 
nchteten bchaden geregelt durch § 750: AVer im Zustande der Be- 
wusstbsigkeit oder in einem die freie Willensbestimmung ausschliessenden 
Z Stande krankhafter Störung der GeistestlUUigkeit einem anderen Schaden 
zufügt, ist für den Schaden nicht verantwortlich. Hat sieh jemand durch 
i° dei ^Knhche Mittel in einen vorübergehenden Zustand 
dicsei Art versetzt, so ist er für einen in demselben widerrechtlich ver- : 
ursaehten Schaden m gleicher Weise verantwortlich, wie wenn ihm Falir- 1 

7ns S S o/Ti es sei ,lenn ' ohne Verschulden in den I 

Zustand gerathen ist. Rudolf Schulz (Berlin). 


— J. Erben, Vorwultuugshericht der Königlichen Hauptstadt 
Frag und der Vororte Karoliuenthal, Smichow, KOnigliche Wein¬ 
berge und Zizkow für die Jahre 1801 und 1892. Deutsche Ausgabe 
Klit zwei^Beilagmi und einem alphabetischen Sacli- und Namenregister. 

.Der medicinalstatistiscbe Theil des durch seine sorgfältige Durch¬ 
arbeitung sich auszeichnenden Verwaltungsberichts ist nicht sehr umfang¬ 
reich. Die Zahl der Eheschliessungen wird für 1891 auf 9,46, für 1892 
auf 10,06 pro Mille der Bevölkerung angegeben; oheliche Kinder wurden 
8/16 (197 f), resp. 3808 (232 +), uneheliche nicht weniger als 3385 (146 ft. 
resp. 3439 (201 f) geboren: eine Statistik, bei welcher die Häufigkeit der 
Todtgeburten gerade der ehelichen Kinder nicht wenig auffallen muss 
In der Prager Gebäraustalt, in welcher Schwangere aus ganz Böhmen 
Aufnahme finden, wurden 1892 von 3163 Müttern 3169 Kinder (darunter 
169 f ) geboren, und zwar 162 eheliche und 3007 uneheliche; auf die Stadt 
Irag entfielen 432 (12.56 %) aller unehelichen Kinder. Das Mortalitäts¬ 
verhält n iss schwankte zwischen 25,05 und 26,00 pro Mille. Auf die Be¬ 
theiligung der einzelnen Krankheiten, speciell auch der Iufectiouskrauk- 
heiten. ist nur gelegentlich der Besprechung der öffentlichen Anstalten 
an einigen Stellen eingegangen. \y 


.Ins der Krankenversicherung in Württemberg filr 

! «Sh/Ti d,,ä M^ciniscl.« Corri'spondenzblflft 

. " <>» Itombergischcn ärztlichen Lniulosvenuns (No ‘>9 des 
vun-ei, Jahrganges) dein Amtsblatt des Ministeriums des ' Ürnern'. 

ic Ge&ammtzahl der Krankenkassen ist von 595 auf 576 y.iirüek- 
gegangen. und zwar sind an diesem Verluste hauptsächlich die ein- 
gtsehnebenen Hülfsknssen bet heiligt, deren Leistungen allein ans 
Beitragen der Mitglieder ohne Unterstützung der Arbeitgeber bestritten 
werden müssen und denen das Leben dadurch schwerer gemacht ist da** 
X n «. F °H e f d01, ^°J e . le zum . Krankenkassengesetze den erkrankten Mit- 
rlt! .i ,et f i lUU ‘ h ( mo arztliehe Hülfe zu gewähren haben. - - f u Würt- 
unbeig bestehen neben den reichsgesetzlichen Kassen (Genii-iudekranken- 

bene C Hiilftd ei1, 0rt f ra,lken ^^D Betriebskrankenkassen, eingeschri.- 
fäuc Hulfskassen. Innung*- und Baukrankenkasseu) landesrechtln-ln» 
Klankenpflegevers!cherimgen, welche letzteren 126921 Mitglieder zählten 
59779 n< ^ r Ie 9 rtsk runkcnkasseii deren 122955, die BetrfäfekSnkeÄ'n 

veiIkeiinco?f^r 1 ?H 0n 20 ^ (lie Hemeindckrankcn- 

sieht lun^ni 13566 hatten. — Nach der mittleren Mit-diederzahl he 
icehnet, waren im Jahre 1892 in Württemberg 343707 Personen ver 
sichert, das sind hei 2036522 Einwohnern |(Vmho/ ., 01 . 7 , ' ' 

und zwar 10,66% hei den rcichsgesetzlieheu Kassen °und C,2 bV beider 
andesrechtlieheii Krankenversicherung; hei erstereu stehen 79 (P/n liCinn 
hebe Mitglmdor 20,4% weiblich™ ir^entihrr, In-i ] , ?,"y ' 

luiltmss umgekehrt: 44,2% miinnlicffe gegen 55.8% wibl cL ~ l, ü 
rcetaltung ,1er KrkrimkimirsfMlo. Krankheil singe und Slerhefiilie zei-l 
de n Wjahro gegenüber keine erheblichen Abweichungen- die ( Unnü 
zoll der Erkrnnkungsiiille ist von 103991 auf 107098 imstie " r Inn 

IcrnntuuÄ, nnä Z Suleii^ge' 

5 1 

Wnr geringen Ausnahmen haben alle Kassen von ihren Mi 
-liedein höhere Beiträge verlangen müssen. Trotzdem <\u<\ h.-i 1 

StaiÄpS' 

nnd S 2M Mark “W M< "*' fÄÄÄtt?« ! 

ä» käv’iä 1 

"y^ÄÄ1i s fS fdr ^-Xengel'd ' 

rungon tallen auf ärztliche Behandln,. ■ ir, e , lec '^ len A ersiehe- ; 
1,18° Mark, auf »»'Am»! 1 

pro Mitglied sehwJken Ähon 13S iSfru J «^««sten 
gegen früher erhöht weil die Ort .w,. t ' J ‘ Mk uml haben stell 

der Alters- und ÄtÄÄd ^ ^ di ° ' 

Von den 462 reichs^cseizliphon 1- »Sendungen zu machen haben, j 
l'eficit. fernere 95 «rbc.tetcu 157 mit einem 

der Einnahmen dem Re^crvpfnmfä^.ifiii ^cHlich vorgeschriebenen 10° (J i 
schliss von einem 2 ° ha K?“ 

Ergebnisse sind besser als j m V 1 ! l - eh v i 1 iege fi uanziollen 

Mehrausgaben orheblieh .,L fl v oijaliie, da die Zahl der Kassen mit 
Krankcnpficgeversicherimoe f ha/toT Ti '?- 1 ’ v 01 - 1 deu ^^udesrechtlichen 

sclniss von 14388^ (in, VollnfoV?- ( l l ? }°T hro 3T > Uobcr- 

99753 (106 U8j Mark während M T ? rk ' 80 ( 76 ) ein Deficit, von 

Ausgaben batte. Kl °' U ° ffleieho Einnahmen und 


i j X. Standesangelegenheiten. 

j ! I)i<‘ freie Arztwahl hei den Berliner Ortskrankeuka.ssen. 

i Von l)r. Henius in Berlin. 

’ i t 1 X , ;l, ; h violen Mühen, nach aufopferungsvollen Arbeiten einer grösseren 
I Anzahl für die Idee begeisterter Collegen, die muthvoll und, wenn es <>e- 
! t)ott ' 11 Wal » auch rücksichtslos gegen alle Hindernisse ankämpften war\*s 
I i?' d . un ^ en - be L \ e m em grossen Theile der Ortskrankenkassen Berlins die 
I fiele Arztwahl durclizuführeii. Durch drei Jahre wurde sie gelmndhabt 
j und hatte sich mehr und mehr Freunde erworben, sowohl unter den Ar¬ 
beitern selbst als auch bei den Aerzten, denen es zur gerechten Befriedi- 
! Ef ! te ’ (la ^ f lc f T di « Kassomnitglieder thäfcig sein konnten. 

Vprh- 5 i?- n0l b g i /A l "‘ t-’a dcn 1 V ?. 1 ' standeu gegenüber in ein abhängiges 
\cihaltniss zu treten. Und auch die materiellen Resultate für die Kassen 

i .XenTp 1 ' SC ^ le fi ,,t * ^ lm Q al { erdin ^ der grösste Theil derselben in der 
1 le,/t 1 Gn Zeil t rait. finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, so theilte 
e, dieses Geschick mit denjenigen Kassen, die ihre fest angesteilten 
Aoizte Heibehalten hatten, und hatte durchaus keine Ursache, die Schuld 
auf das neu d,ircl,geführte Prinzip zu schieben. Es geht deu wenigsten 
Ti m ll i 1U Bozu ^ aul lhro fmmizielle Lage gut, und das rührt zum grössten 
1 Incin^r n ei i i T de \ m }p h ^l) Verhältnissen, in denen sich die gesummte 
Industue leider seit längerer Zeit befindet, dann sind die Yerwaltungs- 
Kt> r V“; n 1,1 ^u« a mmenfossen der Kassen in einen einzigen oder mehrere 
gi ossei e Grganjsationskf.irjicr gesetzlich und thatsächlich noch nicht müg- 

I im Ü w ll,SP ! ,U ifT b ;- l ‘ ichtlic ! ,e * ondlich s l jioIen di e Medicamenten- 

^nothelTer 11 dür ! a der liassei \ ™hr bedeutende Rolle, zumal die 

I i 1 h f ? te ‘- Zu8amm °nhalten, wie es den Aerzten als Vorbild 

m • i zu ^ d , Ur f SetZl hab0,u dass sk ‘ den Kassen keinen Rabatt 
mein /.u gewahren brauchen. 

H,-il„Ä.» ie u '"' r'^v-l 11 Aiiictionirle zur vollen Zufriedenheit aller 
fe i nn'' * (lm Widersacher derselben ruhten nicht und suchten 
„, r „.,- 1 , Ib ". I 1 ®* 1 «»zusetzen, um dem noch nicht ganz fest 
ringt, n (»bände N-lmdcn zuznfügen. und leider scheint es ihren An- 
b'Ä ; /M r":- t, ' otz gl " 01 ' Vcrtheidigung eine kleine 

vorne'«iclol! h , zn lc S on - so *>ss im Jahre 1895 

i vo f iwäSl,” m °,"' 01,10 f° S«» 88 « Anzahl von Kassen als bisher 
Sk i,,,!, 4 Aerzten werden hehnndolt werden. Man dar-f mit 

denn die VmM 'f'? ‘?- 1 ’ Ertoig nur ein vorübergehender sein wii-d. 

diun die \ ortheile, welche die freie AVahl bietet, liegen so sehr auf der 

scll'üi m, 1 . m“ n > n -!‘ ch vo ". (ll! 'i Arbeitern so sein empfunden, dass diese 
scll,»t in, die Beseitigung des ihnen aufgedrungenen Zustandes mit aller 
Krait ein treten werden. 

| t nd wo finden sicli denn die Gegner der neuen Einrichtung? Zunächst 
nicr den Aerzten selbst. Obgleich sowohl der deutsche Aerztetag als 
. uch die meisten Aerztekammern, die überwiegende Mehrzahl der ärzt¬ 
lichen ,Standesvereine in Nord- und Süddeutschland, viele Aerzteversamm- 
iiingen, der hei weitem grösste Theil der medieinischen Presse, so weit 
sich letztere mit ärztlichen Interessefragen beschäftigt, sich wiederholt 
und stets mit erdrückender Mehrheit, für die freie Arztwahl ausge¬ 
sprochen haben, sind docli noch nicht alle Aerzte derselben Meinung, imd 
namentlich findet sich unter denjenigen, welche früher fixirte Stellen inne 
hatten oder noch jetzt nn Besitze derselben sind, eine Anzahl rühriger 
Uo legen, weleho sich unter dem alten Zustande so wohl fühlten, dass sie 
mit allen Mitteln bemüht sind, denselben wieder licrzustelleii. 
K'.i^plrlw" 1 ' Werden sie in diesen Bestrebungen von einzelnen 
Macht rW hta ^ dei . l \ 7 lc ; he es t z,im Theil bitter empfinden, dass die 
Macht deien sie sich früher über die Aerzte erfreuen durften, ihnen 

!hrc l t,rr " l - 1St Und i> d r S ? sio es nicllt mdl1 ' hl der Hand haben, 
vir , w 1 . e !^ uem Belieben anzustellen und abzusetzen. 
die Pm? ,. 1 i S1C f h 5' K ‘ h d,e den Kassen Vorgesetzte Behörde, nämlich 
nln i ff q)l, a i , 011 d °s Berliner Magistrats den Bestrebungen der 
öbl A ° n vorn,ierelu mcllfc nU1 ' nicht freundlich gegenübergestellt. 
do d fwie ! at A II T° I Li V0 24. I1 - eue “ vorsuch E dem naturgemässen Fortgange 
Verehr 1 A / z ? wahl M ^ d en Weg zu werfen.” Der Vorstand des 
ki£m^ der ^'r sein vorsichtiges, that- 

dhmt W lCS lmd u c »ergischos Vorgehen das höchste Lob ver- 

Rpmtilninff 1 aller angewandten Vorsicht und trotz vielseitiger, nrbeitsvoller 
dw KÄ nn7d^ mÄ den Interessen 

worden und mn- i Aerz J < ' j n Binklan^ zu bringen, dennoch überrumpelt 
»outen, und nur dadurch konnte, wie bereits angeführt, die gftclie der 


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Original from 

UNIVERS1TY OF MICHIGAN 







"J | p d.« Kr?aiaeHVKi^irIinniriys^«t»^>^ dma AAyeim 

''LI % uh?m^L(sri^ - d» ihr <He GupfMiNing ote vr*i dt-r bSllifcfiHt 
V.-,-^W:;^SjdurfdÄ "ft! ~ ijfiWhfti i gettden YArWMiist&Gita %b)e> Üjfv 
fiüjjaw«f:tu> •»«»*> drr dm ^ '•ixtiact^ dm* K^»*n tun dmii Wivm 
/,’ K^.-VüiMV.ft ii<m !t f *y«-.lnv- 1 r»- ! Jf,;iT«8:-ohiJ.^ dm -v 


PMwKMiliöi;, Lumich (bis Au»Ml> ;li .um! A\*m&i du«: Www».v.t. 
vo,i f, ' 5)Ji '' ■nhlu’d'h'.n 4/'S V H\>l ändo- ihv. Kas-Osn rtl'li-j ni-'U- if hui r’lj}v ; i (| 

lF-tii|»-.i«:|jl»cj! tn r «(i»-4.M0 ltn* IS i,H v».),Mi,j, Ilis. kJ,.«, iüj. 

Mi\Yta , -*udm-füte5S! H;-> Ao«;vJ ••• gemeldet halfen, und ibws .jnMkm di.- 
GelagtßhM \v.ii;nuÄuv-o konnu-ALltWsidha; nbzuioime«; ist },,... 
*- <■ h<i in ('!»d ( rtn» -ifii. m? — grtfägj VnzMd.vif«. CoUegeo ohw 



EffifKu..- i. - «' nult -IumIh ii.ilM‘1- mUi, K,.vw(’„>,■ ^uiv u »bltnu K.o-« ru/i. h i - « * . „ •{„ \ Yo.» 

irUd/Wig, <i. ii. du'i Mondo Vof. AlJhuVt' t}<& Jahr.;» 18. !»«,•« dem IjetY.U ■ Oil-“. . u v \ !-it i- o bnr h %;i\yv)ü 

1^4 ;■!! kiiuA^u uml LIUV luMf fe'ovtfai! dm- yrWJfl.njt-mi .fV*Gmwuf»gf*i.l nUUKliiob !tls nuch dlir'Ji i<ilt§ Jvf|sUnMM»]M) « ; ii.oVVi:im,i j t o ! 


;■!: Lforügta um) UHV luMÜ fe'ovtftu! H-t.t* «A^Mud-mi 

1Tl ,i,. /u vfTpwni AA, man -«ohL . uint wir biUou, du* .m.v Undar.lfimsf 
., u J,;,. Mi-o uit s:dt 4u I u-pnhdi-at to-mn dru AW< itJMno> 

w/tr»^'“ »rob uMv. Verein «H iMjdAVnldMi Ivir-?'AU'/Hi hiubtV ein&rt- 
.t^tVtv fsili.--- nur Miiia- FomaliiiiMi Kj-OUiC.. WznvhentlMh an4<-i s ucn'Loli. 
i;,,l- .-i' jiU".«.-? !.t. !ü:n nun di'’ v“j tt-Mitdr >u-; K»x-;,*.mh i«).j d(:r 
i^ApJd vk ftntouiHi'h^fiüVli '-up.-. 

,yj Mi.tvd.u .tr, kj. j.tdu c .n u\ny,\i;-<-V .t »Mcli.-r. siadlttniv* 

‘ AvtiM'; NfWi'JiV’i Kl. in .jt'inu fs cmiU'-.a i;»>f h -u ?•.» Müh«» 

, IltipAi,' »-•iis'ui von JpjulfOt. AApiiNu 

üaArikn. A -; siudi WM von jten ?uu'/.c.i»oi-'K;»>söii 

..’J.ri.h rt.it -1* {'?-.?-!•«' sl ••••:; phVl«lirfi M'.: tili vorh-'.: LV^phpoct' 

>.*.,i r-fAulf ‘.'O -'i Ka.-^: \i> Wo:- oud vudfeiciit uiut?;. r>fMi(;.-ülil i uui:% 
•!..' HjKjv! i bin i)o \tl"Ii<jt und <mrj wir 

•t- ba.yy ihV. Mry^tAtiU' ÜftK-it Mtiyf •viehitViii : ''4*A • V^turM doi - 
■-('V..I kfti'pUc. Mwybl D««h‘ijii‘l.:itj 1>i» roN ?.<.»» d'-ti *<» i'im - 

■iAii-;; f' ( vH" ’j. «IM* 'f v-l«*n i* i'k-u. \in*rA 

ijÄ HunÜ' oiii Mini' ■ Unti»riiaiullutry ?ö infi s yi&fotosk -virfcw '14fl 

< .tlKv-i -.'.•wii:rc'n >o!h'-ii. weiekc- (inr äM.t*yw‘sdloiv Kas^n Air feiiio- ‘«o- 
- {}’/.*♦• Ai-.'t\M'ild ’/JW Acrl'üyuuir Oi'ln-a *• iinhiU. Zu '(lou filuf «t- 

«,'iüiAi. Apfy.lf-ti uchorlVö auch zwoi VVjrfem^ th-v 

ibA'-Willi!V;n vrarf» wm-d-oi dn'ryJi An^ibunt: {»•(•oiuinoi 

>tu : ; yufli \\<r>inn‘V ? da sin s?Ai diu vv r^umAb iutttpji, 

vior \tU c <i-- h.}{ no vtoluJln; t-iUhiK. mul »Im >r Stmf« wumIo, uuiiJitu 
hin soh df-r tftodjätftu (yf-n orMv e ii uni ung d^< AkmA 

wJiln > Ki v^ii.u >t Iu’-ikf.-t Mu« lictlto. lliibs* änh uirlii *tn- 
;d>c An/,:>!;! v-uH'oJir^-p fimM and Ah-, dunmach du- Ai«.*v<‘rV>dj*> • Kh**r. 
^vyr wgi Word*fi «HhIp, di>t itttip Ar^w'aWauln-'cJit/uifrhullp». und ö<rl»i 
i' 1 Vi'yjii’-hkuit hAUto dass dö^Mbcn. die sogsrmuDts, hpsrhrüidtJC. 

’uio W.iti; ''iu?.jituhrvii, ImiHütii ubivultl -hiudi die AiiindtHVi'rcjm sifij 
aa-Siaiio dius^f aU'Svpntvhe«, 1t k* 'steh luidur vnii’h -difesn:-. 

v,')( vv • c rJ t >■ -Le'?»'•!. .irt.. dtffsr.' Vfefui mtitiftioH*’ G ih u:-t $ p0 u k | <g 
■:■■ 1 •- t r >" t- 1 * 1 .. . «I h r Mälif-if «ln rot])S hei (tp.jv U1 1-\i II f r. A rr-y. \ r. !i 
mm \f\ iwi. dH-- v idfrllo Uitd Oii.iHcht: Idii ek sfc )i t A» 

ifrsfef-ließ- IfeÜi!» it'irt.Är ,lf Üksr Afeir 

-A't, A ,r i:y y Jut.;ii ;Us*i:> Ut];i d -• ■ iAüt dl'V ti 0 r I, s i. u A .!■ f >: \\ n U U < * ■ V 

'*jiW.“MfthrIvi'f$fb, vv r*Tx4tÄ : iWhffkr^Viti-. 

nr »\i t^\\ i.i. rt r .zu jrt hiMijiivn hsi-rnoi Ks h^U’i« -i.*h nWi. w *•„- ,cjr 
‘ Aur/ty i-ijclaiit. vb’v A{uye>'^ uLk.-o Kv:-;<- ihr» luvunu- /.u 

-i dtr \ uHtoridibu- Kua-f.- »ufnueb Sri-tobiitdiK von W not .t'»0 vnu 

^ .v. ..... > •--•• - - ■- 


Itrii.jSa- %k' 


# In. de-!- jnUim'eii . sviW d>c Vuf^dab ' der <ärsv«.>vb«,(ict»uu»fföft 
Ulf M, dmvti lins Ui'S'W ,r»*r rbtuvai.ff h'i'i.'-Wi. l».*i V'ot'.st.'Uid i.nünf- 

^iek dtdudni-ni ftnt-.M-hMfififiiu ,AAiMHt-n<n> J.-k ffOittut Knitnora diu- Jk> 
ifvämuhü y.osAfydi-Aun l.M'dtuKnofvi-. ■)•:•:- Himtu Uehe'im«'}» > »au-> 
uirtüssulW K. v, Woudtho ht-ndAi, tj»u in uiuom .S<-jmdifni rfn sdöii A 1,1 
fdn \-fm tv KftVernhur fiäü‘3' -tudi dnimi »ny^ohl Ä 

iiyultiviw ICttÄeHÄV^te - ävü •. .4o^'wsdil; -Kf^on 0 öx^li^dot' ?Mrwf 

»*__ < ... • r.-... ... . - •. . -■•. ■ ... . , • 


n>: #?• AAi’uin di\r.st.fdli. eivdMV, sei. noru LiaAiilKiUen obn?: diinb 

.{jrßlfeiide jiiMtial.uni;. Tliai Aidbi'.-it d,r. v)^eiii*Ai /hui;; V'uioif- h. 


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- -Vsr b< J,t t Jj HuiiUtl tiu* Iloi* -ffbrid Ufiti llt.NS \ '.11'- 

•■• - : i*.\-: vji-ti. v.»)- de/ Hand «ir.bi.r. ib'fh t.-s HnV-riiee:* kninoin 

’’/ ,,: .-'0 ; -u.Vui;.* \'cisi!;iid der KAh- . do 01 .undmokludi 

-'"'h Aii-oniniu! bin *-< tvAhit \vurAuj ist. in> üiicK^.^P -Tniir/n sf-iv-n 
. ddlf, ‘üi?,. M.öhl einführen «\tifcb Ac-r dhi jy-Uii ns^eikUluß 

' AA ;;ivar . A/ifiun korv dnunfjideu VAribdl. einhoijfi-r'oij-, abnr für die 
si-u! iv( sT ,ti‘u, ganz fib?-W'bva davon-: d.->ss ; . sie geijon 
-, der ur ciidtf : ?,n rechfffo'UVnytfer -WMse ftch. 

.Hshtiii. v ,-. ; 

,,. M:?i ^ar/uun Kas-aui, «ln* riur tnutn \ t-rvirii-nnu i\:\;’v.ul)rtr-n, 
t f di^re. ,-d«»n rtr.ueü Cantnat W. mifcr,sehriMK-u. tiei imduruji 
' '' r '- •^diung.ui -Chol* sd_ nnnf.-.L'bdiMten ! . »iasÄ^nm vojjxUmdiy-'i! 
ai*^ A? VÄtlyagvS aur ii'wtjj tdutetWdn'iRoh teiiifwi. Mu 
^ v4 : V^A^üjltev dt<; \ r ofHil5',f>Tdieti 'StihT-d'ttfÜnev dieser 

Vf^w>- (der Bildimuer, (1 öl%ehtüieil 5 P • • GEreilte, 

wiL*’ÜJtjCÖßr. .ß3tbuzt^vfirk«£r iaA»i TößtatA A*x»r die G W 
A'Ari':A h* 1^ e A.-Ulldi jhuVift dtp vprhluäbudi-. 
f'- 'Xr HIV p '‘«Lar Aiidruinint' Wr.er (Udmiiugv-hD-ufe vvu "tfR> M- 
^ 11 - ,ö -’ KiUei^nüfg qibvjv \üaj*twgg& Ixtit d^Q? der 

v^C- als suicltao) v»n-b.-.ion 'sei. sofern mehl die dem 

, L’ 1 ■Y iUtr ? ,,Vx ' A,;r/t -' ( } v ^- 1 »^-^ m-*h l«^.u eitlareu. 

jTiit. dt*n sfHZidötm hAi^ti A\xh^viltm 

aVu t 1 er ”5 SS *’ niahh tiiü VevpiHtA.lnjig linben, 

£ *u} t Lp . dpi» ^orsjfiiud^ als VAaemsnutglieH 

a, \ f t iWt^sofmrzf zy aeetntGmi. drtjtuiel» die Ver- 

tflÄi mit dem Varn»* wilrdi’ir, ‘so 

Wüv iHc* Anaiidltmg ’te> Gesetze; 
^£ 2 ; 3 jtWdngm m£ für« diu tiiundf nmi&> aofli- 

. H ?W**ro iten VtjjGiü ii^wüWiAii’ Kn^niirzte 
<» btisn" VnA,-Sj ia , ^«R»tWld perKf»u]ttdj r«gj’n«sj>d£filxUfif zu macJipn 

T;mi?r ^ 6r ob^. rmgvidhrüsii, gennu drei llüualjtt 

•W^rt. ‘«nr'f !? \*‘ ^löniBß>, uthHunnon hi direktem Wlftepidi, 
‘.‘-.«•v. feo5|.-^\. rtsr ^»tVitorWani mnehte.n. g**"i*.u duB AhseJtiiu:--u'fi 

"■■a r:.' ,n'*V nein Veruni dp r fri-igtt wili.lt Ö ü'K ussuntirüli'- au .sich- 

-•twf-n iijj,i ( |''_ '* *'('. 'djt. ihr itt'ut>Miciii ilm: man ;Mo irhlmron nonh. 

-Wut’ .-a 4eä6ili^tun, voji der pösüdn Mehrzuti der 

■.lyar nnd geradezn M.lrmjidiynll ttninfmnhmen ZuvSUind 


pp pipi..ippi 

iirzk .Aushdlt’ü.. >iif UirU ^u'!> durst ihc sir-hio*lji ii dantli, nicht'/,ull’Mttfcji 
■ «ondVm lUUtä'ru Iti&ttwym Und -dui ‘Vermäiulmit? l'teiuhKrjig»si äasid^V 
Ke v/ird da\)»H v»m xivn AI > t-idiudam iU-t Kifsw-br wulelid■■deniha* 
hodufi Wahl ihn‘V A-w-w ■ irnnmiUir keimen gidcrnt luiben, iuitot-<rat/‘ : 

. wmluit.' <:«• \viid äiuof tW aui wattiua Anatwliimm die Zuh< iinmioia y'iMf 
A-vr/i’o tiiuJoft dt«: e'i«fe!.d»o/i. il’iss o.4' Hub Mn Diiivh/ijUvan^ «U-huh büfdr* 
drnugüntui St.l’Hitcs am ‘vunint-loi uin iiovte-mdle- '.'{»riheile, wolij nliCn' i.ij-vr 
♦AIiUtIi*' i js!» t* >h« «i 1 1 fi«1 .1.0 das. \vif'l!i:u-jl:d’V*!< tu A. r.J uAi-fxtu’bult du< ;.<•- 
-‘A/iildhm toUiuJUh Pfunde* homhüt' 

XI. Kranken pflege. 

Halter ftir «Ht 1 KochNfhk jtiitlkuxpihxf 1 . 

\ irn r. iMiiigoMiuriiistuen, pr:tkt Äiyd it Hahnam 

ui Mt'c.kudii iui 'ikul< n.i. ; 

— H*d IiU.vetionu.u vm \i •■ 1t ri.rig'oc.l»»«»« ' 0i|)ht!!'er)«'}iMlÄ.«rnm und 
soosiiiioti «.ui Ms; iGr K ;><: hV-m'n Uallnoaprfzo- au" l >«-1 v • ö. k i e Ui ij: > n d o;. 
kifisprii^migtUt .har stob mir und vi- fl>-uJi( laauciü oi andern GdiMiooi in 
dur l^röXJSs j*fht IpiHÜg’ ll* 1 » UuhcMmad tJfßVfmp. dasf iiu AUgenliUsfee de» 
Kmnffflt'n.w d>M- Hfddiifidtd in diu"-1isui die Timdv tMr Snri’m äo,, iuniuler 
U'djFU r ev*i TA.heUtauil;. .üLdr' zur jfdjöe 
J itai. da.»K .(’niwfoldr mu- irftrudu^ Fan- 
afvfiltMfl -A'.ju) Offen uin'n gtuvissr 

Mvoig« dnt., Ijuder o> Uinimoi. A.ol iUAfti- 
ddh^i'Mk^U niijäufu idvoum AfnMu.indor- 
wdjch.nii fitst* MtjzalnPn J'>pviÜ«nj>n,<l‘(hfl 
i-jihibi ftiti • >iuü‘ CUi kleinem -Aoafruifl-i'-id 

•fUhMfetP dos fjü.esülhöii. uim*l rüeU'lmt <'u~ 
^(uinAhüitfv AUüSerdt'ü» ^rmdt 
i , I den inMcru nioh4 uötArseh^ümhui 

Zwnok, ilas:» es <lrt duni; inmu rhin ci u;i> 
imhflfldlirln'y ^jfvlUve nine Arf Hsndlmln- 
iiildut. Avidciu-, Mt? dus Instruliiet'd 
rabüi: Hjtgelugt wifd- Mm s\eh»cen 
IGihrung .Ihn ;,Fesil«uhdG Ml' 

U*hdU fiorji.t>u'iu*r. jööfer DU die bpryfÄu 
aWolul k*diin HeMstmin und, hat «Hon 
VöfjJjteHl da*£ t*r sich *‘*n drd 

{{n rh sAdiCiR Utfo%U mmA 
k.**i!. Htr : dea ' tunUoCii 

hiSRt.' d>|Wl 

an durkh iXinn F f iiVu^Mctuo) Din mAnoi- 
^tshuriddHg j di« K 0 'ü.U Reh.' 

B;dl.«>aölj , ri f -Zi j - mit doQi .ÄA'ölhMtr'r'' nfiniG . 
Gr hufUclihaii« ?\vei Theiiea. wuuw olvmm 
a. ; . der ;ei|»Arv IHMdsiub ‘biMut, ul \\eh h<im 
- der- unfeui hy /inftülk Üh-iinuRchrfiitbu fo *r- 
. hdruv glMldf. JkL' «hrm HMtisM» jtlijuy 
mneftidctriidif' K k'uiiB 0 . U« dh* ; wrh- dnl obhänf 
■ Ins (kilTHlnn-siodiUf S' d?l- SpriU/d dm «J«*a. l.l-tM d«'-,;« ii>-« 
-Wf tmd dadnreß ftiA SiohamioiM» der MiuAihiiaiti.-v'nßV 
OfuscTliuder «Jur Spf-tovei^-hindert Am Au>H”h-v d.-. 
«mk-ren Tludies b befind ei Ach eiM-Wüim» < Mifmuig <1 y\>'- 

AtMMhnid'feAffdi|äMfih Bud. a und h jiürtuW'dör Kleium* 
•kdinlulie fisiit u»id mhlW aög'dtAi, « A on Ammmum 
»ihrgfiUoiB 4 er Sül'it^üsttbetdttudyöiiig 
■Dtoirjeiügen, der sieh vi>l mi( 
wird' ifos kleine IfüüMi^vn.imn», tias Mu-d 

ist ufit| :«n" i ' B S! 5 S?£n 

fixhrtkaattiq. WiTUeijo W«U. iu UmÜ8&& 
wWh. oAdUodehi nicht unwillk«numöti aöfir; - / . 



.4 







DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


— Prof. II er manu Cohn in Breslau berichtet über Schreilmiitor- 
lüsren für Blindgewordene und Schwachsichtige, die von Erblindeten 
selbst construirt und, wie er sich überzeugen konnte, mit gutem Erfolge 
benutzt wurden. Ein Apparat dieser Art bestand aus einem Rahmen, in 
dem eine Anzahl von Linealen verschiebbar war. Zwischen diesen blieb 
Raum zum Schreiben frei. Zweckmässiger, weil einfacher und leichter 
transportabel., erscheint ein Linienblatt mit gewölbten Linien, auf dem 
das Papier mittels kleiner Klammern befestigt wird. Beherzigenswert!! 
erscheint, der Vorschlag Cohn's, Myopen und Amblyopeu diese Unter¬ 
lagen, bei denen man nicht so genau hinzusehen braucht, zu empfehlen. 
Seinen wohlhabenden Patienten verordnet Cohn übrigens seit langer Zeit, 
die Schreibmaschine. (Centralbl. f. prakt. Augenheilkunde 1894, Augusthoff J 

FI. Citron (Berlin"). 


XII. Berichtigung. 


Von Professor 0. Rosenbach in Breslau, 
ln der Vorrede zu meiner Arbeit „Heilserum und Heilung“ habe 
ich den Carbolgehalt einer wirksamen Dosis des Serums mit 0.5 g ange¬ 
geben, verleitet durch eine missverständliche Auffassung einer Ausführung 
des Herrn Behring (S. 253 der „Zukunft 1 ), nach welcher die Behand¬ 
lung eines Kindes von 20 kg 50 ccm Serum erfordern sollte. 

Mein Schluss ist aber irrthünilich; denn die später in der Praxis 
angewandte Quantität des Serums beträgt nur 10 ccm, enthält also nur 
einen kleinen Theil der von mir angegebenen Carboldosis. 1 ) 

Dass mit dieser Berichtigung eines Irrthums keine meiner 
Schlussfolgerungen oder Einwände gegen die Serumtherapie 
berührt wird, brauche ich für diejenigen, die meine Arbeit gelesen 
haben, wohl nicht erst zu bemerken; denn in den. meine principiellen 
Ausführungen enihaltenden, drei Artikeln der „Nation“ — die, um eine 
Einleitung über die Ziele der Bacteriologio vermehrt, den Inhalt der 
ßrochure bilden — wird der Zusatz von Carholsäure zum Serum über¬ 
haupt gar nicht erwähnt. . Diejenigen, die meine Arbeit noch nicht ge¬ 
lesen haben, bitte ich, sich durch eigene Prüfung davon zu überzeugen, 
dass durch den Irrthum in einem unwesentlichen Punkte meine Dar- 
legungen nicht an Beweiskraft verlieren. Ich habe, wie aus dem die be¬ 
treffende Angabe enthaltenden Satze der Vorrede hervorgeht, auf diesen 
Punkt nur deshalb aufmerksam gemacht, weil ich glaubte, dass man die 
schädlichen Wirklingen des Serums allein dem Cnrbolsäiircgehalte. die 
angeblich guten aber nur dem Heilserum seihst zuschreibcn würde. Jcden- 
lalls ist auch die subcutane Injection von 5 eg Carholsäure bei Kindern 
n<»< h als recht hoch zu bezeichnen. 

XIII. Kleine Mittheilungen. 

. Berlin. Prof. Heubner, der vor bald Jahresfrist als Extra- 
oiumanus und Direktor der Klinik für Kinderkrankheiten von Leipzig 
hierher berufen wurde, ist zum ordentlichen Professor in der medi- 
( :mischen Facultät der hiesigen Universität ernannt worden. Diese Er¬ 
nennung wird nicht bloss als verdiente Auszeichnung für einen unserer 
geschätztesten und beliebtesten klinischen Lehrer allseitige Anerkennung 
bilden, sondern auch, als die endliche Erfüllung eines seit langer Zeit ge¬ 
hegten und anscheinend Deeennien hindurch hoffnungslos verfolgten 
W unsches nach Errichtung ordentlicher LohrsWihle für Pädiatrie. Es war 
bekanntlich Heubner’s Vorgänger Henoch, der im Interesse des 
klinischen Unterrichts auf diosem gerade für den praktischen Arzt so 
eminent wichtigen Specialgebiete die Creirung eines Ordinariats dafür 
anstrebte, ohne dass es ihm freilich vergönnt gewesen wäre, dieses Ziel 
zu erreichen. Oesterreichischo Universitäten waren uns hierin bereits 
^orangegangen; Widerhofer, mit dessen Namen wir zu unserer Freude 
1 wie im ? eP b ^n nCn ^Hen. gehört seit langer Zeit als ordentlicher 
liofessor dem Collegium der Wiener Hochschulo an, Escherich ist 
oideuthcher Vertreter des Faches in Graz, und auch Prag hatte wenigstens 
zeitweise einen Ordinarius als Vertreter der Pädiatrie. Hoffen wir dass 
rill ,ei w n ! d,e . freud, g begrflsste Creirung dieses Lehrstuhles in der 
Berliner Hochschule nur der erste und allerdings wichtigste Schritt zu 
einer allgemeinen Aufbesserung, zu autonomer Stellung und angemessener 
otirung des pädiatrischen Unterrichts sein wird und daC andere 
BdW Universitäton dcm gegebenen Beispiele bald nacli- 

— Der V erein für innero Medicin hielt am 7. Januar'unter 

dir 1 Tn° rSltZ i deS H f 1TU Ll ‘ yden seine erste diesjährige Sitzung Vor 
du Tagesordnung demonstrirte Herr Oostreich das^ Präparat eines 

einischeu kK°T ' T ™ he \ von einem Patienten der ersten medi- 
K ! imk ’ be * dem Herr Leyden die Diagnose auf Grund der 
nspiratorischen Dyspnoe, des Stridor und der fcopfstelluno- bei leb 

un^Chor 1Ch HeiT H. 116 “ . als Schlussredner in der Discussionüber PelToris 

°‘ ncr ^jectionsdosis höchstens 0,05 cirboltäu^^ttolteS^EhHi’ch.“ I 


■ j T — Mit dem 1 . Januar 1895 sind die ärztlichen Collegien in 
i 1 Unfallversicherungsaugelegenheiten in Wirksamkeit getreten. In 
i jedem Regierungsbezirk Preussens ist am Sitze der Aerztekammer ein 
i I Collegium eingesetzt worden. Aufgabe dieser ärztlichen Collegien soll es 
> i sein, Obergutachten zu erstatten, und zwar nicht nur in streitigen medi 
‘ unischen Fragen, sondern auch dann, wenn die vorliegenden ärztlichen 
i , Gulachten unzureichend sind. Jedes Collegium besteht aus drei Mit- 
i I gliedern und sechs Stellvertretern. Die Wähl ist in der Weise erfolg, 
i dass aus der Mitte von je zwölf im Bezirke jeder Aerztekammer wohn- 
l halten geeigneten Aerzten die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder 
• j des Collegiums seitens dos Oher-Medicinalaussehusses bestimmt worden 
j sind. 

i tV ,P er Geheime Sanitätsrath Dr. Popp ela uer, einer der Veteranen 
der Berliner Aerzteschaft, ist gestorben. 

— Die Professor MendoPsche Heil- und Pflegeanstalt für 
Nerven- und GernUthskranke in Pankow bei Berlin ist mit dem 
1 . Januar 1895 m den Besitz und die Leitung des Dr. med. Gustav 
bchohnus übergegangen. Der betreffende, ein Schüler von Professor 
; „ ri . ^ (Greifswald), früher Assistent von Dr. Kahl bäum in Görlitz und 
I Professor Mendel in Berlin, war seit dem 1 . October 1893 unter Dr. Oliven 
an der Anstalt selbst thätig. Professor Mendel wird auch in Zukunft 
als consultirender Arzt an der Anstalt thätig bleiben. 

I r/ ., ~ Der diesjährige Congress für innero Medicin wird in der 
Zeit vom 2.-5. April in München unter dem Vorsitz des Herrn 
v. Ziemsscn stattfinden. Anmeldungen zu Vorträgen sind an Herrn 
1 rot. Baeumler (Freiburg i. B.) einzusenden. 

~ Gas Exeeutivcomite des VIII. Internationalen Cougresses 
| tur Hygiene und Demographie versendet soeben die von dem Con- 
gress angenommenen und zur Kcnntniss genommenen Resolutionen 
dieselben sind in den vier Congressspraclien gedruckt und bilden ein Heft 
i von 32 Quartseiton. 

r 2 t del ‘ hygienischen Rundschau“ macht Karl Fraenkel 

1 dl ° Mit)heilung, dass eine Prüfung des Wirkungswerths des zur Zeit von 
1 lv 0 u x in Paris hergestelltcn Diphtherieheilserums ihm das Resultat er- 
&J ah Z das , H ,° 11 xjsehe Präparat eine sehr starke antiseptische 
k inn^ 11 ^ beSltz ^ und a s -OOfaches Normalserum angesehen werden 

d ?. r i m vorigen J ahr g« n ges angekiindigten Monats- 

.c hilft f ui Geburtshülfe und Gynäkologie, herausgegeben von 
Irofessor Dr. A. Martin in Berlin und Professor Dr. M. Sänger in 
I Leipzig, ist nunmehr das erste Heft erschienen. Sein reicher Inhalt, be¬ 
stehend u. a. aus Onginalartikeln von Prof. Schauta in Wien, Möbius 
(ühevHin p ?M g ® r 111 H^P^-jenierBerichten und Sammelreferaten 
I iv bei die Pathologie und Therapie der Gonorrhoe des Weibes, über Chlorose), 
vl S Vo^ i} ? SOn ^ ^T« ht Völlig den Erwartungen, die man an die 
ü.?rfi den \T l,hl f hchst , bekann 1 tcn Herausgebeni geleitete Zeitschrift 
; i l kann schon nach dem ersten Heft den Schluss ziehen, 

I Hon U K U ?, Zei f sch, ? tt geJingen wird, seiner Aufgabe getreu, zwischen 

den beiden bestehenden Archiven und dem Centralblatt für Geburtshülfe 
I d ' e Mltte zu halten und ein tendenziöses, nur wissen- 

I n n h Jn .? ie 1 len dl enendes Fachorgan darzustellen, welches eine gedeih- 

I stände ist ke U,lg 8em6r Djsclplm in wirksamer Weise zu fördern im- 

! voru-nicfo^^'i a l Den durch d * e Beurlaubung Behring’s wiederum 
j aKmmoih Jg,CUe Pl '° f ’ E - Har,lack vertretungsweise 

I Cvn^nT? 011 ' «“w 11, Go »p ess der Deutschen Gesellschaft für 
? ff h 10 findofc , 2,1 rr Pfan g s ten 1895 in Wien statt. Als Haupt- 
! F ailt rfer ragesorrlnung: Ruptura uteri (Ref. Fritsch, 

tÄi'm, 1 ^FekHng). V ' Cke ‘’ Rug6 ’ DOd<)rlcin - 

v:J!f. S . hin |. t0 . n - J dem . Bepi-asentantenhause und dem Senat 
mpmvirUn h^en Staaten ist der Anti-ag eingegangen, dass unter Zusam- 
• . e r , der Staatssekretäre des Schatzamts, des Kriegs und der Ma- 

Dinifn 6 . mi ? llssl0I J ZU1 '. Prüfung der Heilserumbehandlung der 
Diphtherie eingesetzt wird. 

- Universitäten. Marburg. Privatdoeent Dr. v. Büngner ist 
• V ’p r0 ^ ss . 01 .’ e riiannt. — Wien. Der Privatdoeent an der medi- 
eirJlV morV P ra » Dr. E. Schütz hat die venia legendi für spe- 

Joi-TTn' P albo,( JS ie und Therapie an der medicinischon Facultät 

n en erhaltcn - - Bologna. Dr. Respighi hat sich als 
für Dermatologie und Syphilis habilitirt. — Pisa. Dr.Stu- 
nati Prdessor der Physiologie ist gestorben. Dr. C. Fedeli ist zum 
der P^böiogie^ ernannt. - Neapel. Der Professor der 
genchtlichen Medicin Dr. L. Crocchio ist gestorben. 

Berichtigung. 

* lf il 1 ^! ieil y d< i s Börnor’schen Reichsmedicinalkalenders muss es unter 
Alt-Heikendorf (S. 185) heissen: „Dr. Philipps, Paul, G. 90.“ 

Auf einige Anfragen theilen wir mit, dass neben der 
jetzigen Normalausgabe des Börner’schen Reichsmedicinal¬ 
kalenders die frühere, in der die Kalendertafel fest gebunden 
ist, im \ erläge (Georg Thierae, Leipzig) vorräthig gehalten 
wird. 


Gewinn kt bu Julius öittenfeJd in Berlin W. 


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Original fro-rri 

UNIVERSfTY OF MICHtGAN 



Donnerstag 


3 . 


17. Januar 1895. 

DEUTSCHE 

MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 

Mit Berücksichtigung des deutschen Medicinalwesens nach amtlichen Mittheilungen, der öffent¬ 
lichen Gesundheitspflege und der Interessen des ärztlichen Standes. 

Begründet von Dr. Paul Börner. 

Einundzwanzigster Jahrgang. 

Redaction: Prof. Dr. A. Eulenburg und Dr. Jul. Schwalbe, Berlin. — Verlag: Georg Thierne, Leipzig-Berlin. 

Lichtensteinallee 8. Potsdamerstr. 116. Postadresse: Leipzig, Seebnrgstr. 31 . 


L Ueber den Entwickelungsgang der 
Psychiatrie und über die Bedeutung des 
psychiatrischen Unterrichts für die wissen¬ 
schaftliche und praktische Ausbildung 
der Aerzte. 

Antrittsvorlesung, gehalten bei Eröffnung der neubegründeten 
psyohiatrisohen Universitätsklinik zu Königsberg. 1 ) 

Von Prof. Dr. Franz Meschede, Direktor der Klinik. 

Am heutigen Tage die psychiatrisch-klinischen Vorlesungen für 
das neue Semester beginnend, eröffne ich hiermit zugleich die 
vom 1. October d. J. ab in der hiesigen städtischen 
Krankenanstalt als neues akademisches Lehrinstitut ein¬ 
gerichtete .und meiner Direktion unterstellte psychia¬ 
trische Universitätsklinik. Es gereicht mir hierbei zu ganz 
besonderer Freude, werthe Commilitonen, in Ihrem zahlreichen Er- 
n-Leinen das grosse Interesse zu erkennen, welches auch Ihrerseits 
diesem neuen Lehrinstitut entgegengebracht wird. 

Psychiatrische Klinik ist zwar, wie Sie wissen, bereits 
^eit einer Reihe von Jahren in der hiesigen städtischen Kranken¬ 
anstalt von mir privatim abgehalten worden: mit dem heutigen 
Tage tritt die Klinik aber als Universitätsinstitut ins Leben; 
•'s charakterisirt sich daher dieser Tag als ein für die Geschichte 
des psychiatrischen Unterrichts an den preussischen Universitäten 
nicht unwichtiger Gedenktag: er markirt ja wiederum einen 
neuen Schritt vorwärts zur Verwirklichung dos Postulats der 
-Lmversitas literarum et scientiae“, und speciell für die 
Komgsberger Universität die Ausfüllung einer bis dahin auf 
dem Gebiete der medicinischen Lehrinstitute bestehenden Lücke; 
er edeutet, dass der psychiatrisch klinische Unterricht nunmehr 
auc an der hiesigen Universität eine officielle Anerkennung und 
r U< v," 7 ^ er Doneordanz der Universitäts- und der städtischen 
Heilerden — eine Heimstätte gefunden hat. 

An einem solchen Tage erscheint ein Rückblick in die Ver¬ 
gangenheit und ein Ausblick in die Zukunft wohl am Platze, 
li t ‘ l r S (lle V ergangenheit betrifft, so lehren uns die geschicht- 
, n n e x, r r . erun S en » dass die Psychiatrie keineswegs eine 
; pr - ra ! Ue Wissenschaft ist, als man nach den Worten der- 
Dimk*in ai i nehn i le11 £ öttnte ’ welche — sei es in der Tendenz, durch 
Fort r hr-^ 611 i^ er ^'gangenheit die eigenen Leistungen und die 
sei p-' 1 /i ^ ei Gegenwart glänzender hervortreten zu lassen, 
“Hüffslnder Geschichtskenntniss — aus der Ver- 
3 ie jv,.. 1 ],. mcb ^ s a pderes anzuführen wissen, als gerade nur 
Wer 'ihpv r° m J?!? heit ® n un( * Indihümer früherer Culturepochen. 
liefemno-p« f , uae nic hf scheut, in den geschichtlichen Ueber- 
Psvohiatru >1C1 ebwas näher umzusehen, der wird finden, dass die 
sr'iechicA aUC1 . scbon in früheren Zeiten, zumal in der alt- 
gewesen Jet’ r 'J misc ! len Culturepoche, keine unbekannte Disciplin 
raffender o • ? ss , sle so ff ar schon früh das Interesse hervor- 
lith in ripp ff er .^f s Alterthums auf sich gezogen und nament- 
ja man dirf rb ® zeiClln eten Epoche bereits eine sehr respectable, 
^itwickoimin.o^ii! sagen : e i ne ^r jene Zeit bewunderungswerthe 
"irkeluno- 77 i • e 1 rre ^ cbb Allerdings ist diese Ent- 

® e g leic hmässig fortschreitende und keine eontinuir- 

^'batzc, ZUI ^ilauterung des Textes beigofüglen Noten sind spatero 


liehe geblieben; es hat vielmehr gegen Beginn des sogenannten 
Mittelalters ein jäher Niedergang stattgefunden, und ist in dieser 
nahezu ein Jahrtausend umfassenden Periode des Niederganges nicht 
allein jede weitere Entwickelung der Psychiatrie ins Stocken ge- 
rathen, sondern es sind auch die in den früheren Jahrhunderten 
schon gewonnenen Kenntnisse und Ueberlieferungen der psychiatri¬ 
schen Wissenschaft wieder ganz verloren gegangen — dergestalt, 
dass die Continuität der psychiatrischen Ueberlieferungen voll¬ 
ständig unterbrochen worden ist und die Psychiatrie daher 
ganze Jahrhunderte hindurch gänzlich eklipsirt erscheint. 

Erst in den allerletzten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung 
ist sie dann allmählich wieder zu neuem Leben und zu neuer Ent¬ 
faltung gelangt und hat sich — insbesondere in den fünf letzten 
Decennien unseres Jahrhunderts — in progressiv beschleunigtem 
Tempo intensiv und extensiv in ganz ungewöhnlich grossen, 
ja man muss sagen, riesigen Dimensionen entwickelt, und zwar 
ziemlich gleichmässig in allen Culturländern. In jedem Jahr dieser 
fünf Decennien sind Anstalten für Geisteskranke neu errichtet oder 
eingerichtet, und zwar von Jahr zu Jahr immer zahlreichere und 
immer grössere: die Zahl der in den letzten 50 Jahren neu er¬ 
richteten und neu eingerichteten Irrenanstalten beziffert sich bereits 
nach hunderten. 1 ) Gleichzeitig mit dieser grossartigen Entwickelung 
der praktischen Psychiatrie, d. h. der organisirten Irren¬ 
fürsorge, wenn auch nicht gleiches Tempo mit dieser haltend, 
ist auch die eigentlich wissenschaftliche Psychiatrie zur Ent¬ 
wickelung und zur Geltung gekommen: in allen Culturstaaten ist 
sie bereits als Lehr gegen stand an den Universitäten und in den 
meisten derselben (wie beispielsweise in Italien und Russland) auch 
längst als obligatorischer Prüfungsgegonstand für praktische 
Aerzte eingeführt.* 2 ) 

Es sind drei Hauptepochen der geschichtlichen Ent¬ 
wickelung der Psychiatrie zu unterscheiden. 

Ein Bild jeder dieser drei Epochen zu geben, das auch nur in 
Bezug auf die wesentlichsten Ergebnisse der Entwickelung den 
Anspruch auf Vollständigkeit machen könnte, gestattet die knapp 
bemessene Zeit des heutigen Vortrages selbstverständlich nicht; 
indess will ich versuchen, wenigstens die Hauptmomente derselben 
zu skizziren und durch einige Citate besonders hervorragender 
Persönlichkeiten, welche als die Hauptträger und Verfechter der Ideen 
ihrer Zeit gelten können, zu illustriren. 

Aus der ältesten, vorchristlichen und ersten nach¬ 
christlichen Zeit sind uns bekanntlich die Schriften der Autoren 
vielfach nur in Fragmenten überkommen: aber selbst diese 
fragmentarischen Ueberlieferungen aus ältester historischer Zeit 
reichen hin, erkennen zu lassen, dass schon damals in alter Zeit 
eine psychiatrische Wissenschaft wirklich existirt hat und schon 
damals berufenste Autoren sich mit ihr beschäftigt haben. 

Da ist — um zunächst ein Beispiel aus der ältesten griechi¬ 
schen Culturepoche zu nennen — Pythagoras, aus der Zeit vom 
Jahre 584—504 vor Chr., dessen Name ja als Stern erster 
Grösse auf mathematischem und philosophischem Gebiete, Jahr- 


l ) In Russland waren im Jahre 1890 bereits 97 Irrenanstalten bezw. 
Irrenabtheilungen mit insgesammt 11770 Betten vorhanden; in Preussen 
im Jahre 1891 schon 203 mit einem Bestände von 45407 Geisteskranken. 
(Vergl. Wjestnick obsch. 1893 und Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie 

^Vergl^A rndt. Die Psychiatrie und das medicinischo Staatsexamen. 
1880, S. 53—54. 


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Original fro-m 

UNIVERSITY OF MICHIGAN 








38 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHEN SCHRIFT. 


No. 3 


hunderte durchleuchtend, allbekannt und in aller Munde ist, von 
dessen psychiatrischer Bedeutung jedoch in den Schulen kaum 
etwas zu verlauten pflegt, der aber doch mit allem Fug und Recht 
auch als Psychiater reclamirt werden muss, da er in der That 
nicht allein Mathematiker und Philosoph, sondern auch prak¬ 
tischer Arzt und in eigentlichstem Sinne des Wortes Docent 
der Psychiatrie gewesen ist. Es geht dieses unzweideutig aus 
den geschichtlichen Ueherlieferungen hervor, welche bekunden, dass 
er in verschiedenen Städten, namentlich in Croton, öffentliche 
Vorträge gehalten hat über Seelen-Diätetik und Seelenheil¬ 
kunde, sowie auch über die pathogenen Folgen der Ausschwei¬ 
fungen, insouders der Trunksucht, die er als den Ruin des 
Geistes herbeifiihrend brandmarkte und ein Gift für die Seele und 
eine Vorschule des Wahnsinns nannte. 1 ) Auch die für die 
forensische Psychiatrie so wichtige Thatsache der Descendenz, 
d. h der Vererbung geistiger Anlagen und Eigentümlichkeiten 
des Charakters sowie auch krankhafter Dispositionen _ eine That¬ 

sache, deren volle Würdigung die Gegenwart so gern als ihre 

Errungenschaft für sich allein in Anspruch nehmen möchte _ ist 

bereits von Pythagoras klar erfasst und voll gewürdigt, — wie 
ein von seinem Schüler Philo laus uns überlieferter Ausspruch 
beweist. Dieser, dein bekannten Pythagoräiscken Lehrsatz der 
Mathematik an Bedeutung nicht nachstehende forensisch-psy¬ 
chiatrische Lehrsatz des Pythagoras lautet: 

„Unsere Dispositionen zum Guten und Bösen überkommen uns 
viel mehr von unseren Eltern und von den organischen Grundlagen unserer 
Constitution, als von uns selbst.“ 3 ). 

Sodann ist zu nennen der Altmeister der klinischen Heil¬ 
methode, Hippokrates, der, ganz auf naturwissenschaftlichem 
Standpunkte stehend, bereits die damals herrschenden theur- 
gisch-dämonischen Auffassungen der Seelenstörungen bekämpfte 
und auch sogar schon mit den organischen Grundlagen 
der lunctionen des Gehirns und ihrer Störungen ein¬ 
gehend sich beschäftigt hat — und den man deshalb wohl auch 
als den Stammvater der exacten klinisch-somatischen Schule der 
I sychiatrio betrachten kann. Auch von ihm ist uns ein für den 
y cliiuhnschcn Unterricht sehr bedeutungsvoller Ausspruch 
überliefert, den ich hier mitzutheilen mir nicht versagen kann zu¬ 
mal er gerade für sehr actuelle Streitfragen der Gegenwart Inter¬ 
esse darbietet Dieser Ausspruch enthält nämlich implicite schon 
eine Beantwortung der neuerdings wieder vielfach ventilirten Fra^e 
- ob dem praktischen Arzte auch psychiatrische Aus- 
bildung not lug sei.-' — und zwar, wie es von einem so erleuch¬ 
teten Kliniker nicht anders erwartet werden kann, in bejahen¬ 
dem Sinne. Der Ausspruch lautet: 

„Nach meiner Meinung kann etwas wahres über die Natur des 

nuTTinTer 111 ^/^ V* HeUkundo entnommon werden: aber auch dann 
nui unter der Bedingung, wenn einer, wie es sieb o-ebftlnt 
die gesammte Heilkunde umfasst us ) * U],It ’ 


n.«,U } S D 25 )°Uf dS K“ " hil ° SOpl,CS (Morel.Tmlte d. mal. 

•') Ist mit diesen Worten nicht das Urtheil gesprochen allen denen 
\\ekhe psychiatrische Ausbildung als etwas dem Arzt entbehrliches 
umstellen zu können vermeinen und sogar von dem Studium der Psvckia- 
trie glauben abrathon zu müssen? — trotz der heutzutage doch von 
niemandem mehr bestrittenen Wahrheit, dass die Störungenlcr psvchT 
schon Functionen ebensogut Erkrankungen des menschlichen Or 

an™™ “ S - slnd . und , z , U .' n R f ssort des Arztes gehören, wie die FuncÜonsl 
Störungen irgend welch’ anderer peripherischer und minderwerthf 

un< ' trotz der ebensowenig bestreitbaren Thatsache. dass 
c psychischen Functionen doch immerhin einen Haupt- — und zwar 
den eigentlich menschlichen Theil unserer i u 

und als solche doch gerade dem zum Arzt für Menschen sieh aus" 
d '™ d ?" Mudlm “? r dl ;«haus nicht fern, sondern sogar ganz ausser' 
W ^ , nahe liegen! In der That, wenn man bedenkt wie das Seefen- 
h des Menschen. durch tausend und aber tausend Fäden mit nllen 
anderen Organen zu permanenter Wechselwirkung verbunden \,t 

laupt zu wäirdio-en ist über¬ 

aus erscheint psychiatrische Erudifinn P f kcb , von diesem Gesichtspunkte 
Specialfach-Rout'inior'^ein 10 wi]*,^ 1 unerlüssHch 6 n _5 rz ^l Ibiglich 

noch von der Canitis demimiffn imioi j ’ , . t,üiiz abgesehen 

Mangel psvchiairisXr A, 1 , dom Püschen Arzt durch den 
seinen G P nt 5 .chtÄ bezüglich der 

publica (Vgl. die Verordnmio- m- -°i - lel i beiliegenden fides 


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Gck igle 


Aus einer späteren Zeit, nämlich aus der Zeit des ersten und 
zweiten Jahrhunderts nach Ghr. verdienen dann vor allen als her¬ 
vorragende psychiatrische Aerzte genannt zu werden: Arotaeus 
von Kappadocien und Soranus. Von den Schriften des erst¬ 
genannten, des vielleicht bedeutendsten Arztes des Alterthums, sind 
uns leider nur Fragmente überkommen: dieselben enthalten meister¬ 
hafte Schilderungen von Krankheiten verschiedener Art, insbe¬ 
sondere auch von Nerven- und Geisteskrankheiten nebst Vor¬ 
schriften für die Behandlung derselben. Auch von diesem wissen¬ 
schaftlich hervorragenden Seelen- und Nervenarzt möchte ich einen 
bemerkenswerten Ausspruch citiren. Dieser Ausspruch lautet: 
„Arteriarum pulsus sanguinem propelluntEr lässt ent¬ 
nehmen, dass Aretaeus der primitiven Auffassung der Arterien als 
luftzuführender Organe nicht beipflichtete und wohl auch schon 
eine Ahnung von dem Blutkreisläufe hatte. 

An Aretaeus schliesst sich Soranus (etwa 100 Jahre nach 
Chr.), dessen Lehren uns durch Caelius Aurelianus, dem Ueber- 
setzer seiner Werke überliefert sind. Wir finden bei ihm schon 
so specielle und wohldurchdachte Vorschriften für die Behand¬ 
lung von Geisteskranken, wie wir sie in gleicher Vollständig¬ 
keit kaum in einem der Lehrbücher der Gegenwart wiederfinden 
Als Beispiel mögen die von ihm für die Behandlung Tobsüchtiger 
gegebenen Vorschriften 1 ) dienen, welche ich als mustergültig be¬ 
zeichnen muss und die ich Ihnen in der Hauptsache auch heute 
noch zur Nachachtung empfehlen kann. 

„Die Tobsüchtigen sind in einem mässig hellen und temperirten, ruhig 
gelegenen Zimmer zu isoliren (dasselbe ist am besten parterre), die 
Dennungen für Luft und Licht sind hoch oben anzubringen; die Wände 
sollen von einfachem Farbenton sein, ohne Malerei; das Bett muss von 
fester Uonstruetion, das Lager weich sein, bei Unreinlichkeit ist ein öfter 
zu wechselndes Strohlager zu empfehlen; bei grosser Agitation sind die 
Glieder durch Verbände zu schützen und dieselben durch Einreiben mit 
Uel geschmeidig zu erhalten. Häufige Besuche sind nicht zu gestatten¬ 
den Wärtern ist vorzuschreiben, dass sie den Ausschreitungen der 
Kianken mehr mit nachsichtiger Milde, als mit Strenge entgegentreten; 
die Anwendung des mechanischen Zwanges ist nur im Noth- 
taH zu gestatten; bei Anwendung der Blutentziehungen ist stets die 
Beschaffenheit des Pulses zu berücksichtigen; bei erschöpfender Schlaf¬ 
losigkeit ist Bewegung im Tragsessel zu empfehlen; auch kann die Mo- 
notome des durch Herabfallen eines Tropfens auf eine Metallschale er¬ 
zeugten Geräusches zur Herbeiführung des Schlafes benützt werden.“ 

ochon diese eine Probe reicht hin, um den wissenschaftlichen 
Standpunkt, auf dem sich die Psychiatrie jener Zeit befand, und 
die grosse Sorgfalt, welche insbesondere auch den therapeutischen 
Gesichtspunkten zugewendet wurde, erkennen zu lassen. Freilich 
hat es auch damals, wie immer und überall im Entwickelungs¬ 
gange der fortschreitenden Wissenschaft, Meinungsdifferenzen und 
verschiedene Schulen gegeben. Unter anderem sind - was bei 
dem Interesse, welches in jener Epoche der Psychiatrie zugewandt 
war, gai nicht befremden kann, — auch damals schon Meinungs¬ 
verschiedenheiten über die Methoden der Behandlung hervor- 
getreton und hat, namentlich gegenüber dem System des No- 
restraint, als dessen Anhänger wir soeben den Soranus kennen 
gelernt haben — auch das System moralischer und mechani- 
schor Kepression seine Verfechter gefunden. Immerhin aber 

ent«*? 1 * n ieSe i l v ? r ‘ schiodenen Richtungen die natunvissen- 
scnattUche Grundanschauung gemeinsam, dass die Psychosen 
nicht Damonenthum, sondern Krankheiten seien, dass 
sie nicht als Folgen und Manifestationen dämonischer Ein- 
wnkungen, sondern als Folgeerscheinungen krankhafter Vor- 
gange mi menschlichen Organismus zu betrachten und zu behan¬ 
deln seien. 

» ie , von e< V naturwissenschaftlichem und hippokratischem 
m.ßchirhtr 1 ? 86 “^ f 1 ntwickelung der Psychiatrie lässt sich in den 
fZl U u te “ Überlieferungen noch für einige Jahrhunderte ver- 
5»' j sehen wir sie aber wieder von der Bildfläche 
alteva t d6 “'- J” j d6n T nun f°lg enc len, den Beginn des Mittel- 
r . ® ni \ zei chiicnden Jahrhunderten der grossen Völkerwande- 
n f , dkerschiebungen mit ihren Verheerungen durch 

brecht n 1 ? 1 ’^ “ denen 80 mancher Staat unter dem ein- 
brechemien Barbarenthum in Trümmer gesunken ist - sind zu- 

Hpfprntiü 01 S ° 7 ie f! 1 . an deren Culturemmgenschaften und Ueber- 

U 5® n * uch diejenigen der psychiatrischen Wissen- 
scliaft wieder gänzlich verloren gegangen. 

Pcwh- S + . e ^ lnn ^ .hiermit die zw r eite Periode der Geschichte der 
?u 1St die . Periode des Verfalls, die im soge- 
nnph Vk-io ■ 1 e . a l ter 1 lbrei i tiefsten Stand erreicht, aber sich auch 
•ipht 7 pw mS siebze knte Jahrhundert, stellenweise sogar bis in das 
achtzehnte erstreckt hat, somit fast ein Jahrtausend umfasst, 
nn Q+iTf m io de ist hauptsächlich dadurch gekennzeichnet, dass 
<jphiff'u« e i dC1 1 ^n dahin gültig gewesenen naturwissen- 
c ' ’ len Auffassung der Seelenstörungen wieder 

1} * ij' sse TrU1 a 1. Rech, bistonquet 1839, S. 2(5—27. 


Original from 

UNIVERSITY OF MICHIGAN 




17. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 




fl , unw i^sonseliaftliclie, übernatürliche, nämlich eine 
iftinonoloffissche und dämonophobische Auffassung platz- 
!riff und schliesslich die allein herrschende wurde, und dass nicht 
Allein in Deutschland, sondern auch in anderen Culturstaaten des da- 
‘ ligpii Europas ein wüster Hexen- und Dämonenglaube auf 
den h verschiedensten Gebieten des öffentlichen und privaten 
1 ebens tonangebendes Leitmotiv wurde und in gleicher Weise 
iii Staat wie in Kirche, in den Theorieen der Gelehrten wie in 
der Meinung des Volkes in dominirender Weise zur Geltung 
kam ja selbst von Staats- und Parlamentswegen sanetionirt 
uud von den obersten Tribunalen der Justiz als Grundlage dos 
öffentlichen Rechts, zumal der Criminaljustiz, anerkannt wurde. 

Diese vollständige Eklipsirung der psychiatrischen Wissen¬ 
schaft aus dem Volksbewusstsein der europäischen Culturstaaten 
ist eine der frappantesten Thatsacheu in der Culturgeschichte 
der Menschheit; — sie ist die Ursache gewesen, dass Jahr¬ 
hunderte lang die Geisteskranken in ihrer überwiegenden Mehr¬ 
zahl nicht als Kranke erkannt worden sind, sondern als durch 
bösen Zauber behexte, d. h. diabolisch infieirte, Teufe¬ 
leien nicht allein verübende, sondern auch weiter ver¬ 
breitende Individuen betrachtet und anstatt dem Ressort des 
Arztes vielmehr demjenigen des Strafrichtors überantwortet 
worden sind. In Consequenz der Ansicht, dass von den im 
Pact des Teufels stehenden Hexen und ebenso auch von den 
behexten der diabolische Zauber von Person zu Person über¬ 
tragen werden könne, — eine Ansicht, die ja von den mit 
Damonomelancholie und Dämonomanie behafteten Geisteskranken 
selbst tausendfach beschworen worden ist (und auch immer 
wieder von neuem erhärtet wurde) — musste sogar das ge¬ 
wöhnliche Strafverfahren ungenügend — und zur völligen Tilgung 
des Zauber! vielmehr die Vernichtung durch Feuer unabweis- j 
lieh geboten erscheinen. Daher wurden zur Ergänzung des Justiz¬ 
verfahrens Ausnahmegerichte eingerichtet und ausgestattet mit 
den raffinirtesten Vorschriften, um durch Foltermasehinen Ge¬ 
ständnisse zu erpressen; daher kam auch statt der einfachen 
Enthauptung die totale Verbrennung in Usus —, daher dann 
die nach Millionen sich beziffernden Verbrennungen. Dass es 
Krankheitszustände gehen könne, welche bei sonstigem 
klaren Bewusstsein das Gefühl und den Wahn erzeugen, ver¬ 
zaubert, behext, vom Teufel besessen zu sein, davon hatte 
man damals keine Ahnung, und so musston denn die in 
aller Form durch Eidscbwur bekräftigten Aussagen der in Verfol¬ 
gungswahn befangenen Kranken, sowie namentlich die eigenen Ge¬ 
ständnisse der mit Sünden- und Teufelswahn behafteten Melancho¬ 
liker nach damaliger Auffassung als vollgültigste und unwider¬ 
legliche Beweise des Thatbestandes eines, und zwar des denk¬ 
bar schwersten, gemeingefährlichsten Verbrechens anerkannt 
werden. 


Die grosse, Jahrhunderte umfassende Lücke, durch welche 
wir die Entwickelung der psychiatrischen Wissenschaft nunmehr 
unterbrochen sehen — wir finden sie ausgefüllt durch die Ent¬ 
wickelung der dämonologi sehen Afterwissenschaften, der Zauberei, 
der Alchymie, Astrologie und namentlich der Hexenjustiz und 
durch die berüchtigten Hexenprocesse. Dieser neue Cultus dä- 
monologiseher. Metaphysik hat sich damals zwar fast auf 
allen Wissensgebieten breit gemacht, von ihren schärfsten Conse- 
quenzen sind jedoch die Geisteskranken betroffen worden. 

Für eine naturwissenschaftliche Auffassung der Symptome der 
geisteskranken blieb bei solchen Lehren selbstverständlich kein 
aiim übng: denn im Irrlichtschein der dämonischen Auffassung 
n\>c lenen die Klagen und Aussagen der Kranken nicht mehr als 
e “) er Krankheit, sondern lediglich als Dämonenthum, 
flin rf eu .J 51 ** ~ als Symptome einer diabolischen Infection, 
. ur ^'h ihre vermeintlich unzweifelhaft nachgewiesene Ueber- 
JnL ,ar e »-i , v .°? ^ erson zu Person als besonders staats- und 
mit erachtet werden musste und welche des halb 

zu mo Un ° Sehwert gründlich auszurotten und unschädlich 
öffonti ,C i PD, t mau s * c k allein vollberechtigt, sondern im 

’^nthehen Interesse sogar verpflichtet hielt, 

den en , 0, j_ e ^ eä Verfalls der Psychiatrie datirt etwa aus 
kann nn 1° \Ränderten des ersten Jahrtausends nach Chr. und 
Dell dip C p bl V- 1 u aS vor ^ e Jahrhundert gerechnet werden: spe- 
Jahr 107 R e ® c “ lc " te der Hexenprocesse wird gerechnet vom 
Hufro v t» ^ •welchem Jahr in Toulouse unter dem Oberrichter 
aUrphaitn* eni ?l e ,^ £ rosses Hexengericht, ein sog. „AutodafC“ 
^iellp Wßv WUr 5u’-i^ zum 1782 (in welchem das letzte offi- 
ist _ 11Tu i enurt,he ^ ai jf germanischem Boden vollzogen worden 
bienstmafiou ZW T zu „ rus in der freien Schweiz — an einem 
erachtet ttaT “^ nna welche bezichtigt und für überführt 

s amen“ hJk W ^ r ’ durc ^ Hexerei einem Kinde „Stecknadel- 
^bendpn Q*Pi ra< j l J un( * solchergestalt durch die im Magen auf- 
0 na ^ei n den Tod des Kindes herbeigeführt zu haben). 


Wie Sie sehen, liegt, die Zeit der officiellon Hexenprocesse 
gar nicht sehr weit ab von der Gegenwart; nicht officiollo 
sind ja auch noch im gegenwärtigen Jahrhundert als lokale 
Reste des früher allgemein herrschend gewesenen Volksaberglau¬ 
bens, des Glaubens an Zauberei und Hexerei, vorgekommen. 

(Schluss folgt.) 

II. Die neuesten, experimentellen Grundlagen 
der Händedesinfection. 

Von Prof. Fürbringer in Berlin. 

Sehr beherzigenswertlien Bemerkungen von Zweifel über die 
Desinfectionsvorschriften in den neuesten deutsehen Hebammen¬ 
lehrbüchern hat Rein icke 1 ) kürzlich in einem Bericht eigen¬ 
händige Untersuchungen angeschlossen, die er unter Leitung^des 
bekannten Direktors der Leipziger Entbindungsanstalt im La¬ 
boratorium der dortigen geburtshilflichen Klinik angestellt hat. 
Es scheint, als ob erst jetzt die Tragweite der Resultate dem Gros 
der interessirten Praktiker allmählich zum Bewusstsein kommt und 
auf ihre Haltung zu der stets actuellen Frage Einfluss zu üben 
beginnt. 

Vielleicht, dass sich eine prim ipielle Armierung oder doch 
einschneidende Modification der bislang beliebten Methoden der 
Händedesinfection vollzieht, vielleicht auch nicht. Wie dem aber 
auch sei, es handelt sich um durchaus heaehtenswerthe Ergebnisse, 
die, durch vertrauenerweckende Methoden und unter verlässlicher 
Aegide gewonnen, eine weitgehende Verbreitung verdienen und 
wohl auch eiue über das gewohnte Ausmanss derartiger Referate 
gehende Besprechung rechtfertigen. 

Um es gleich voranzustellen, Iveinicke hat, indem er unserer 
Methode der Abimpfung aus dem Unternagelraum folgte, ausfindig 
gemacht, dass wir der zur Zeit bei der Händedesinfection gebräuch¬ 
lichen Autiseptica. ganz entrathen können und sogar mit Vortheil 
auf dieselben verzichten, wenn w’ir uns des Alkohols bedienen. 
Wenn Referent, der als erster überhaupt den Alkohol bei der 
Technik der Händedesinfection verwandt und auf Grund eigener, 
vor nunmehr sieben Jahren veröffentlichter Untersuchungen (Wies¬ 
baden 1888) zu seiner weitgehenden, freilich im Beginn zögernden 
Einführung Anlass gegeben, von diesem neuen, über eine Be¬ 
stätigung hinausgellenden Resultate der experimentellen Forschung 
zunächst als Vater der Methode sympathisch berührt worden ist, so 
bedarf diese Empfindung keines weiteren erklärenden Wortes. Wenn 
er aber neben dem Gefühl der Befriedigung einige Bedenken zu 
unterhalten nicht umhin kann, so muss das seine Sondergründe 
haben. Sehen wir, um diese festzulegen, zu, welchen Eigenschaften 
der Alkohol die ihm beigelegte dominirende Leistung auf unserem 
Gebiete verdankt. 

Wir selbst haben seiner Zeit, den Alkohol, nachdem sich 
andere fettlösende Flüssigkeiten, wie Aether, Benzin, Chloroform 
nicht bewährt, bei dem Plan der energischen Fettentziehung be¬ 
harrend, substituirt, zugleich erkannt, dass seine fettlösende Eigen¬ 
schaft ein anderes wesentliches Moment im Gefolge habe: die Be- 
werkstelligung der für eine richtige Desinfection unbedingt erfor¬ 
derlichen Adhäsion zwischen Epidermis und antiseptischer Lösung. 
Da aber die letztere bei den Reinickc’schen Versuchen entfällt, 
so kommt für diese „lediglich die fettlösende Wirkung“ des Al¬ 
kohols in Frage. Der Autor stellt sich vor, dass der Alkohol die 
Mikroorganismen zugleich mit dem fettigen Hautsecret lockert und 
abschwemmt ; und wenn er eine Abspülung in keimfreiem Wasser 
folgen lässt, so soll das letztere nur die Keime vollends meclm- 
nisch entfernen. Wir würden nun dieser gewiss plausiblen Theorie 
ohne weiteres folgen, wenn nicht eigene Versuche, denen wir in 
unserer Broschüre besonderen Ausdruck gegeben (S. 32), uns belehrt 
hätten, dass bei Verwendung von Alkohol und nachfolgender 
Sublimatlösung das „eigentlich Desiufieirende“ die letztere ge¬ 
wesen, während bei dem Alkohol der Hauptwerth in seiner „vor¬ 
bereitenden Wirkung“ zu suchen ist. Dass der Alkohol nicht an 
sich durch bedeutende baetericicle Kraft wirkt, darin stimmen wir 
beide überein. Der oben genannte Widerspruch giebt aber zu be¬ 
denken. Reinicke erhielt das gleiche Resultat, mochte er das 
Antisepticum dem Alkohol folgen lassen oder nicht — selbst Be¬ 
arbeiten der inficirten Hände während fünf Minuten mit Alkohol 
allein, d. i. ohne vorheriges Waschen mit Seife und Wasser lieferte 
eine „möglichst sichere Schnclldesmfeetion“ —, wir gelangten zu 
bemerkenswerthen Differenzen, freilich auf Grund spärlicher Ver¬ 
suche. Wir wissen nicht, wie viele der Verfasser angestellt hat, 
da er darüber leider nichts verlauten lässt, nehmen aber an, dass 


D E. A. Reinicke, Bacteriologisckc Untersuchungen Uber die Des- 
infection der Hände. Centrnlblatt für Gynäkologie 1894, No. 47. S. 1189 
bis 1199. 


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Gck igle 


Original fro-m 

UNIVERSITY OF MICHIGAN 



40 


DEUTSCHE MEDIC INISCHE WOCHENSCHRIFT. 


es sieh um zahlreichere gehandelt hat. Doch würde auch diese 
sichere Kenntmss den unbedingt zu fordernden Augleich schon um 
deswillen nicht bringen, weil noch eine Reihe anderer Factoren 
ie Vergleichbarkeit der Resultate hemmt; wir rechnen dazu die 
Differenzen in der Zeitdauer der Einwirkung der,, Flüssigkeiten auf 
die Haut und nicht minder den Umstand, dass Verfasser seine 
Hände — der Gleichmässigkeit halber — mit einer Bacterieuart, 
dem Bacillus pyogenes, künstlich inficirt hat, während wir ge¬ 
flissentlich das Einreiben von solchen Reinculturen mit Kümmell 
vermieden haben. Für die Praxis kommen, wie wir dies seiner 
Zeit ausdrücklich angeführt, Bacteriengemische als Einschluss 
des Händeschmutzes in Betracht, und dieses Moment wog uns 
schwerer als grössere Gleichmässigkeit, die nur durch compli- 
cirende, von den Verhältnissen der Praxis sich entfernende Expori- 
mente zu erreichen war. Endlich treten wahrscheinlich — so 
manche Erfahrung legt uns das nahe - im Verein mit den er¬ 
staunlichen Zahlendifferenzen der bei unseren Versuchen aufgohenden 
* eim ® J\ och andere zufällige, unbekannte und deshalb unvermeid- 
bare Fehlerquellen in Thätigkeit, welche, wie bei fast, allen sta¬ 
tistisch ventilirten Fragen, nur dem Machtgebot einer reichen 
Zahl von Versuchen, angestellt von verschiedenen Autoren, weichen. 
.0 lan £® solche nicht vorliegon, haben die Resultate in der Praxis 
einen höheren Werth zu beanspruchen als die Experimentalreihen 
des Einzelnen im Laboratorium. 

Wir denken hierhei nicht zum wenigsten an die Beurtlieilung, 
welche unsere eigene Desinfectionsmethode (Bearbeitung der Hände 
je eine Minute mit Seifenwasser, Alkohol und Sublimat oder Car- 
bolsäure) durch den Verfasser gefunden, wobei wir nicht umhin 
können, zu registnren, dass wir in unserer Vorschrift (S. 37) eine 
i /oo'ge Sublimatlösung gefordert haben, nicht eine 1 ü /„„ige mit 
Seme Contr °Uversuche angestellt hat, Ei- erzielte 
keine Sterilität, bezw. erst dann, wenn er das Verfahren längere 
Zeit ausdehnte wobei er das Sublimat nach Geppert mit Sehwefel- 
ainmonium niederschlug. Wir erinnern aber an die Discussion des 
Gegenstandes durch Landsberg und uns selbst (Diese Wochen- 
schi-ift 1888, No. 48 u. 1889, No. 2). Während der erstgenannte 
fhliert» a Sei,16 n Ke | ultate “ llic Entbehrlichkeit des Alkohols 
?U g nn^h w-i dCSSe b i? Korpers ’ der nach Reinicke die Quintessenz 
l?nfach» w h T m Ma . asse als bei uns bildet! — und die übliche 
Ersatzmi«»f ‘warmem Wasser, Seife und Sublimat allen 

ius den T an !\ Sp Z ® ,lete, \' ässt - zwan K uns schlichte Logik, 
q"® • “ Landsberg sehen Versuchen eine Bestätigung der 
p f der Alkoholmethode herauszulesen; die schliessliche 

ke"nf unbeSrifq“ h nS nT Conc , ession - dass das Alkoholverfahren 
keine unbedingte Sicherheit gewährt, während andererseits Lands- 

thnn dl ® y e, ' b f,f nin S de s Desinfectionserfolge durch die Ein- 

]tssen n fic2 eS a,m k0 ^ 0lS - eiUrä T te - U " d nlit dieSem 

Hessen sich auch die inzwischen von Roux und Revnös p-p- 

wonnenen Resultate zwanglos vereinigen. ^ 

soichen Umständen bleibt nach des Referenten Ueber- 

?frnf VOr i r er Hand nicllts anderes übrig, als mit einem non 
i^ i T fc ^üzuschliessen und die neuen Differenzen in der Beurtheiluiiff 

nnL La i b< ^ I n t0riUmSerf0lge durdl neue Expeilmentaluntersuchunffen 

ÄÄ SÄt saas t 

SfSS 

smmmm 

uns verdienstvoll und wiphtirr g lan gc- Auch sie erscheinen 

Kenntniss zu nehmen. Das Bestrebeif’au f'orlh' lb !' eu . tatkräftige 
durch energisches Bürsten der u ä ’ H uf g r® b m . ecbaniseb em Wege 
Schmierseife Keimfreihrit mit belssel " Nasser und 

haft kläglichen Ergebniss beantwo ! e l en ’ ^ urde mit einem wahr- 
annähernde sL'ih g it z y fl ,ZhI n Es g6la “S nie - auch nur 

ÄÄÄ no ^’ 

u^rzielten Misserfolg-) dut^Tm trHmm™ 


No. 3 

hin mit Bezug auf die Gepflogenheit dieses oder jenes Chirurgen sich 
vor den Operationen auf das Bearbeiten der Hände mit Seife und 
Wasser zu beschränken, Berücksichtigung fordern. Das um so mehr 
als Reinicke selbst das vereinigte energische Wirken von Schmier¬ 
seife und I utzsand l ) ein ungünstiges Resultat ergab. 

Carbolsäure, Chlorwasser, Lysol haben sich wenig bewährt 
eher noch das Trikresol, das aber die Hände ungemein angriff- 
Reinicke trug langdauernde peinvolle Parästhesieen und ein 
schwer heilendes Ekzem davon. Hingegen hat er von dem Alkohol 
(der nebenbei bemerkt in der Form des Seifenspiritus seine Wir¬ 
kung versagte) Schädigungen der Haut oder Parästhesieen nie“ 
bemerkt. Wir legen auf diese Erfahrung mit Rücksicht auf die 
von uns ausgegebene, ehedem so viel angefeindete vorzügliche Ver¬ 
träglichkeit dos Alkohols besonderen Werth. 

Endlich noch ein beachtenswerther Vorschlag des Autors die 
schmerzhafte Rhagaden und Excoriationen veranlassende Bürste 
durch Loo fall schwamm zu ersetzen. 

Man mag die Summe der soeben besprochenen Arbeitsresultate 
ansehen, von welchem Standpunkt man will, man mag getrost auch 
dem neuesten „idealen 1 Verfahren dieselbe Prognose wie allen seinen 
\ oigäugern stellen, dass cs eine sichere Sterilisation nicht gewähr- 
leistet, man mag endlich die Lehre der praktischen Erfahrung an- 
erkennen dass die meisten der ungezählten, zur Zeit vom ge¬ 
wissenhaften Arzt gehandhabten Händedesinfectionsmethoden ge- 
nugen, eines zieht als rother Faden durch die Reinicke’schen Ex- 

fn ,w Vff le a >0 o e ' Crtl ‘ des --schädlichen Alkohols als Glied 
in dei Kette der Hautdesinficientien. 


niss zu^berichügent n dessen rieh S |flnrst’ h”“ p r = robes Missverständ- 
schen Arbeit in der Dentsehnn M d !r g8b i dar R e ^ eren - der Reinicke- 
aer deutschen Medicinalzeitung 1894. 8. 1U2 schuldig 


III. Aus der Augenklinik des Herrn Prof. Dr. Hermann 
Cohn in Breslau. 

Ueber Entfernung von Eisensplittern aus der 
Tiefe des Auges mit dem Elektromagneten. 

Von Dr. Hugo Goldschmidt. 

. -S er 1U i^°‘ 23 un A d 25 des vori S en Jahrganges dieser Wochen- 
schnft erschienene Aufsatz „Ueber die Entfernung von Eisen¬ 
splittern aus der Netzhaut“ von Prof. Hirschbefg in Berlin 
zeigt, dass es noch immer an der Zeit ist, Fälle vun Mao-net- 
Operationen zu veröffentlichen, zumal die neueren Arbeiten von 
Haab und Schlösser die Magnetoperationen am Auge in andere 
Bahnen zu lenken berufen schienen g 

Hlr.rtb 

siSSFÄ-Äi 

non . du . n *‘ 2 mm lange Narbe am inneren Hornhautrande schrÄir 
Narbe b ri de“ 6 vordere g ?- d ' ^oser entspricht eine k““ri hförn gf 
Aequator der . L 0 etztere reicht fast bis an den 

einand^ beruhrendp^ bei Sp^elbeleuchtung aus kleinen, 

kleine Flocke ^ehnorv A Z u S ^ m L ngeSefczfc ' Im Glaskörper nur eine 
wärtsblickdes Äl. S1 - chtbar Und Dormal - schnellem Ab- 

mctalle-llnzendfln hni s .®^ lt . man lm unteren Theil des Glaskörpers einen 
Kö -per Seil ai,f h nnH f BekrOmmten, anscheinend 3 nun langen 
runT^ Pupille gross fnd 

Bewegim/auf M imH ^l W1 f d . er ’ wie vorgestern, den Fremdkörper bei 
Kehie g neuen “ lederste -B ei >. Linsenkapseltrttbung unverändert. 

Desinfeetinn mit 8 -P er r j 1un gen. Sehnerv gut sichtbar. Cocain, Atropin, 
der untLnTT S “ bbma «»suug 1:5000. Einschneiden der Conjunctivä 

blick desSnkm erg nif ? incr f cheere ^ stärkstem Aufwärts- 

“es Franken. Die Bindehaut wird ein wenig abpräparirt, dann 

mXseife als dTeSLnuf V da e ^ aschen ““ d Bärsten mit Wasser 
In Wahrheit haben wphSt? 8 - 6 B , esmfcc ^ lonsmet hode angesprochen hätten. 
Im Gegen theil hahen 6 -f 1 \t ^ t i 100 ^ wir et,was Aehnliches behauptet. 
VerstSn b de h rSit™ -7 Na S hdr ' lck hervorgehoben, dass selbst eine 

e£ den IrwLnnln T rbUBg durch starke KaU ‘ und Sodalösungen zn 
emem W tungen kemeswegs entsprechenden Erfolg geführt habe. 

Schleich’sche Seif« l 16 ^ armorstau ^ u ßd Lysol einschliessende 

kowski (Ä n S p2 M Ztt solIen ’ ndt welcher Witt- 

sultate k erhieR P WiV wn n l tSh '- 189 . 4, Heft . T) gewöhnlich günstige Re¬ 
dass diese neue Pnmwv 611 . sie ., oIlne .weiteres acceptiren, auch glauben, 
wirklich sämmtlirhfi« 0S Rn° n f m 1 ^ rer ^ nfacIi en und bequemen Handhabung 
Alkohol üSSifLS ten der Hände mit Seife und dem theueren 
Rein icke’s m! v' w ? nn mcht die ungünstigen Resultate 

hier gilt es den w£! älin üche n Bedingungen entgegenstfinden. Auch 
i W derspruch durch weitere Versuche auszugleichen. 


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Original from 

UNIVERSETY OF MICHIGAN 



17. Januar. DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 

Mtridionalschnitl mit Jägerischer Lanze 8 bis 9 mm vom Cornealrande 
entfernt, trotz Cocain schmerzhaft. Beim Zurückziehen der Lanze eine 
Spur Glaskörper. Eingehen mit einem desinficirten Hirschberg’schen 
Elektromagneten (der einen grossen Schlüssel aufziehen kann) ziem¬ 
lich tief nach hinten. Dreimaliges Eingehen vergebens, Wechseln 
,lor Leitungsschnüre, so dass ein anderer Pol in Thätigkeit kam. 

Wiederum Mich die Einführung viermal erfolglos. Erst bei 
der achten Einführung mit mehr nach vorn gerichteter Spitze hörte 
man das klickende Geräusch. Vorsichtiges Herausziehen des Magneten, 
an seiner Spitze ein weissglänzender Fremdkörper mit unebenem Bruch, 
platt. 2.5 nun lang; beim Abstreifen vom Magneten bröckelt etwas ab 
Per Splitter wog 2 mg. Schluss der Bindehautwunde mit einer Naht 


41 


■ r~f v i/muuUUUL'TfUUUC 1.1111/ ülIJCI Vi aUL. 

Spannung des Bulbus gut. Sofortige Augenspiegel Untersuchung ergab 
keine Glaskörpertrübungen und keine Vermehrung der Trübung in der 
hinteren Linsenkapsel, ein Beweis, das der Magnet mit der Linsenkapsel 
nicht in Berührung gekommen war. Atropin, Sublimat, Druckverband. 

1. Juli. Auge reizlos, Pupille gross und rund, keine Glaskörper¬ 
trübungen. Spannung gut. S.= (mit stenopäischem Loch wegen der 
weiten Pupille). Mit 6.0 feinste Schrift fliessend gelesen. 

4. Juli. Auge reizlos, Spannung gut, Hintergrund normal. Keine 
Veränderung in der Linse. Merkwürdig ist, dass die Flugbahn des Fremd¬ 
körpers im Glaskörper nicht zu sehen ist; nur, wie früher, die zusammen¬ 
gehörigen Narben der Hornhaut, der vorderen und hinteren Linsonkapsel. 

7. Juli. Faden entfernt. 

24. October 1893. Patient kommt heute auf Wunsch zur Besich¬ 
tigung. 8 = 7j, Spannung gut. Nach Atiopin gegenüber der Hornhaut¬ 
narbe in der Linse bei seitlicher Beleuchtung eine 2 mm lange, zarte 
irraue, strichfürmige Trübung der vorderen Kapsel, von welcher°aus eine 
dünne Trübung als zarter, grauer Streifen, der Linsenaxe parallel zur 
hinteren Kapsel verläuft, die an der Stelle, wo diese Trübung sie erreicht 
ebenfalls eine zarte, etwa 4 mm lange Trübung zeigt. Wahrscheinlich 
ist die hintere Kapsel etwas faltig, denn man sieht bei seitlicher Be¬ 
iern htung senkrechte. laserartige, nach oben laufende Streifen in derselben, 
welche beim Spiegeln verschwinden. Im übrigen ist die Linse ganz klar 
Netzhaut normal. 6 

24 November 1893 (17 Monate nach der Verletzung). Heute auf 
V unseh wieder erschienen. Emmetropie. S = 

19 Juli 1894 (2 Jahre nach der Operation). Äeusserlich beide Augen 
ideidi, Pupillen rund und gut reagirend, von normaler Grösse. Linkes 
Aase mit 0,o Cylmdor Achso 10° nach aussen oben von der Senk- 
nibttn volle Sehschärfe. Ohne Glas ist die Sehschärfe kleiner als T V 
i «4hw Anse Emmetropie. S= 1. Am unteren inneren Cornealrande 
* äl ',, r f ™‘-- aufzufindende Narbe von 2-3 mm Länge. Der 

'Sr P !5fd™l? e T ganz fe “ 0 Auskerbung, besondere schiin 

" l ,,«f! a blnocubiren L T- Mit Planspiegel sieht man, von dieser 
Mdk ausgehend, einen ganz dünnen Strich durch die Linse von vom 

KioJl münilot^d”’ We C | hei i I ln eiue dreiecki K ,: Vigur an der hinteren 
JmmeniJtJ oi« U6 . Juni e1 !’ unr ?g°lmässig crselieinenden Pünktchen 
“S ■ p! ,r “Vf g ist und nicht bis au die Mitte der 
• dl( j ser Gelegenheit sieht man Inftblasenförmige, 

" stüd in P dCT Lmse ' obei ' haIb a« Mitte derselben, etwa 
’i mm im Oiiwhn. Grui) i ,en . zusammenstehend. Jede Kugel war etwa 
■rt lr ÜSin“ Vf wechselnder Helligkeit am Rande, je 

alle “ bemerkenswerth wegen des guten Re- 
C t Ä?™’ S - 1 mit Cy linderglas. Dasselbe 

neun Monl d , h Schnn am 24 ' October 1893, also vor 

OlimS S’ ™' 1 ' ande n gewesen sein, zu welcher Zeit ohne 
t’eveben 8 dass 1ml festgast Mlt wurde. In der Anamnese ist an- 
Ä h 1 f 6r Y, erletzung H = 2 i 0 "’ar. Es ist 

biechkraft der T in M = 0,5 durch Vermehrung der 

iit-h vor bei beninnoni!™ S’, 5 ., ? twas ähnliches kommt bekannt- 

den oben ereälmt^n "^M^r 1 duDg ’ was im Zusammenhang mit 
Zeit na“h 7er \W blase ? fön ^ ge “ ? 0gelchen . die erst lange 
dass es sich hier ZU - D ^ en ^ tan 4en sind, daran denken lässt, 

Linsentrübung“hand'eln ifT F “ rm . einer beginnenden 
Trübung der I i™« ^ Ö ? nte A die Vlel *eicht zur völligen 

hätte dann allerdings 611 m ird ‘ 1)011 Anstoss zur Entwickelung 
kann natürlich nur ein * S 7 mui 5f gegeben. Gewissheit darüber 
Ferner i^t Z WOltere Beobachtung liefern. 
zündungserscheinuTurp ens ^ ert . b ; dass das Auge frei blieb von Ent- 
zwölf Tage nach aS v ^ b f leich dl ° Entfernung des Splitters erst 
fi ass hier die Kleinlw^ e i tzu ^ vor genommen wurde. Ich glaube, 
\°ränderung die d Pr r ^ er ,B ln g an gsöffnung, sowie die geringe 
Eiflfluss gewesen ^ re ! nd ^orper in den Geweben machte, von 
,! ewebe der Ansiedpin« Werde ^’• m ^ em das nur wenig geschädigte 
überhaupt eino-ednin^ von Eeimen Widerstand leistete, falls solche 
,,e ‘ derartigen Verl pF*.? %area - Es ist freilich fraglich, ob jemals 
•\ ö ?e gelangen inrlom ?? en Eeime mit dem Splitter ins 

hjtzt wird, dass wahr^h^r d ?, rcl1 Bohlag oder Reibung so er¬ 
btet werden. Dem 01nllch alJ e an ihm haftenden Keime ge- 
darf *h die Hände näfT !? reil mindringen von Keimen, welche etwa 
können, setzte dann «p Taschentuch hereingebracht werden 

Kinganesöffn tS,«. 1S * S Slcb S(dm ell scbliessende, schlitz- 

, Der Fafl £ 5 nüng om B^deniiss entgegen. 
c “ Magneten 8 wen°n’« da8S wiedei : h oltes Eingehen mit 
deni Glaskörper ninh + Q ! S i, n ? r TorsicIl tig gemacht wird, 
Per nichts schadet und dass man nicht gleich 


von weiteren Versuchen abstehen soll, wenn der Splitter 
d0 ii ersten Einführungen nicht folgt. 

2 ‘ Fremdkörper im Augeninnern. Zwcimaliirer 
Lfchtsche^n^ 61 * 8116 ^ vei '® e bHch. Netzhautablösung. Schlecht“ 

Qfll B®“ 1 27 Jalu ; e altea Monteur Rudolph L. war am 23 . Juni 1892 ein 
floffen Che ZwI. ?n c;t ein r St 4J hamm ? r beim Schmieden ins linke Auge ge- 
? r Stuad en später zeigte sich sehr miissigo Iniection der 
?nm?« haut ‘ 1 - Im unt ? ren ’ lancreu Horahautquadranten, nahe dem Hornhaut¬ 
rande emo lineare, kaum 3 mm lange, etwas schräg von innen unten nad» 
oben aussen gehende Wunde. Unter derselben reicht die Iris an den 

^mm C Lämre dlC Dip h< p all 'ii imd fdreieckiges Löchelchen von etwa 
, mm Länge. Die Pupille etwas nach dieser Stelle verzogen rea«rirf 
aber noch Zeichnung des Irisgebälks sehr zart. Beim e^ten BHck 
mit dem Spiegel sieht man beim Abwärtsblicken des Kranken, auch ohne 
vln nf’ e * n Ü? dreieckigen, keilförmigen, dunklen, glänzenden Körper 
Lr v h ^f Z1Ght em Streifen nach vorn, der Wundcanal. Die Schwere 
der Verletzung wurde dem Kranken sofort mitgetheilt, S=4$, A=8I) 

Atro P m wil ‘ d das Loch der Iris deutlicher, 
indem rothes Licht dadurch zurückkehrt. Die Pupille wird gross und 
rund, mit Ausnahme der nach innen von der Wunde gelegenen Stelle 
Nunmehr sieht man einen schwarzen, liantelförmigen Körper boi Aufwärts- 
bhek des Kranken ganz oben im Glaskörper sich hin und* her bewegen 
T ara rran d \ der Hanteldächea zwei glänzende Stellen, welche aussehen wie 
Luttbldschen unter dem Mikroskope. Sehnerv* normal. In der Wund- 
gegend scheint der Aequator der Linse etwas geritzt zu sein, sonst ist 
die Linse klar. Atropin, Cocain, Verband. Magnetoperation in Aussicht 
genommen. 

.... 24. Juni Vormittags 11 Uhr: Veränderung des gestrigen Spiegel¬ 
bildes Hantelförmige Figur nicht mehl- zu finden, mii^noch zwei kleine, 
bewegliche Trübungen im untern Theil des Glaskörpers. Auf der einen 
ein kleiner, glänzender Punkt (Luftblase?). Bei tiefstem Abwärtsblick 
des Kranken kann man den Fremdkörper mit Sicherheit im Glaskörper 
erkennen. Ara besten sieht man ihn bei schiefem Blick des Kranken 
nach aussen, als eine dreikantige, längliche Figur, umgeben von weissem 
Rande, deren eine Fläche glänzt, deren andere dunkel erscheint. Der 
Versuch, durch Bewegung eines Elektomagneten, der einen Schlüssel auf¬ 
ziehen kann, vor dem Auge den Fremdkörper zu bewegen, bleibt resul- 
latlos. 

25 Juni 1892. Spiegelbefund wie gestern. Im phvsikalischen Institut 
wurde heute Vormittag unter gütiger Beihülfe des''Herrn Geheimrath 
0. E. Meyer der \ersuch gemacht, durch einen mächtigen Elektro- 
^r' 1 ™ ° j 6 ? d ® n Eisensplitter in Bewegung zu setzen. Der Magnet hob 
1.) 1 fund bei 32 Ampere Stromstärke. Er wurde mit einer Stricknadel 
verbunden, die direkt auf die cocainisirto Bindehaut gehalten 
wurde. Doch selbst dieser starke Magnet konnte keine Bewegung des 
sehr deutlich sichtbaren Fremdkörpers hervorbringen. Es wurde be¬ 
schlossen, Nachmittags die Extraction mit Lanzenschnitt und Magnet 
vorzunehmen. 45 

25. Juni Nachmittags: Patient theilt schriftlich mit, dass er vorläufig 
von der Operation absehen wollo. 

5. Juli: Heute, nachdem ihm der durch Magnetoperation mit Erfolg 
behandelte Oskar W. (siehe vorige Krankengeschichte) zur Aufmunterung 
zugeschickt worden war, erschien er wieder. Spiegelbefund unverändert, 
nur hat sich dicht am unteren Rand des Fremdkörpers eine kleine weisse 
Glaskörperflocke neu gebildet. Möglich, dass so die Einkapselung beginnt. 

6. Juli. Da die Verhältnisse ähnlich lagen wie im vorigen Falle, 
nur dass der Fremdkörper sich nicht bewegte, hoffte Herr Prof. Cohn, 
bei gleichem Einstich den Fremdkörper mit dem Magneten holen zu 
können. Cocain, Atropin, Sublimatwaschung. Das Auge wurde möglichst 
weit nach oben gedreht, der Einschnitt in die Bindehaut in der unteren 
Uebergangsfalte gemacht wie im vorigen Falle, nur etwas nach aussen 
vom verticalen Meridian, weil der Fremdkörper aussen unten gesehen worden 
war. Hierauf Lockerung des Gewebes unter der Bindehaut in geringer 
Ausdehnung, Einstich mit Jäger’s gerader Lanze, meridional, mit nach 
hinten, innen und oben gerichteter Spitze. Der Schnitt war höchstens 
2 mm breit, so dass der Magnet nur mühsam Eintritt fand. Es wurde 
siebenmal der gekrümmte und dreimal der gerade Hirschberg’sche 
Magnet eingeführt und nach allen Richtungen von der Wunde aus ge¬ 
tastet, aber erfolglos. Es trat eine kleine Glaskörperperle aus. und nun 
wurde von weiteren Versuchen für heute Abstand genommen. Die bisher 
grosse Pupille wurde nach der Operation bedeutend enger. Naht der Binde¬ 
haut, Cocain, Atropin. Spiegelbild ganz wie vorher. Wunde zunächst 
nicht sichtbar, kein Blut im Glaskörper. 

7. Juli: Auge reizlos, Pupille gross und rund. Der weisse Saum 
um den Fremdkörper scheint im umgekehrten Bild nach der rechten Seite 
an Ausdehnung etwas gewonnen zu haben. 

15. Juli: Heute wurde ein zweiter Extractionsversuch ge¬ 
macht. Es wurde genau wie das vorige mal operirt, nur wurde der Ein¬ 
stich mehr nach aussen und unten gemacht als damals, auch etwas grösser. 
Trotz achtmaligen Eingehens bei verschiedenen Polrichtungen und 
Senkung des Magneten in der berechneten Richtung gelang es nicht, das 
Stück zn erreichen. Eine sofortige Untersuchung ergab, dass der Elektro¬ 
magnet dicht an dem Fremdkörper gewesen sein muss, da dicht 
daneben eine Blutung sich vorfindet. 

16. Juli: Einige blutige Streifen im Glaskörper ausser der gestern 
erwähnten Blutung in der Nähe des Fremdkörpers, Sehnerv aber deutlich 
sichtbar. 

20. August. Patient giebfc an, seit drei Tagen blitzendo Punkto und 
Blitzlinien zu sehen. S=^V bis Unten im Glaskörper lange schwarze, 
unbewegliche Streifen. Nach aussen eine frische Netzhautablüsung, wenig 


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4:2 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


No. 3 


vorgewölbt mit einem stark Liebt reflectirendeuSaume. Therapie: Druck¬ 
verband, Schwitzcur, Abführmittel, Ruhelage. 

22. August. Heute Nacht heftige Schmerzen, deshalb Verband abge- 
nommen. Pupille klein, Iris ausgesprochen grün, pericorneole Injection. 
Sehr starke Schmerzen bei Druck auf den Bulbus. Heftige Lichtscheu, 
auch des rechten Auges. Therapie: Atropin, Cocain, Salicyl, graue Salbe. 

27. August. Seit dem 24. August keine Schmerzen mehr. Pupille 
eng, Iris verfärbt. Mässig starke Injection. 

7. Juli 1894. Seit dem 27. August 1892 (also seit zwei Jahren) ist 
Patient aus der Behandlung woggebliebon und erscheint erst heute wieder 
auf Wunsch. Man sieht eine zarte, lineare Narbe am inneren unteren 
Hornhautrande, an welche die Iris herangezogen ist. Pupille reagirt, aber 
etwas träge. Sie ist von gleicher Grösse wie die rechte, hat etwa 4 mm 
Durchmesser. Durch Atropin erweitert sie sich sehr gut und wird voll¬ 
kommen rund. Sehr leichte LinsenkapseltrÜbung, Sehnerv noch sichtbar, 
aber sehr matt und verschleiert, grauröthlich, Contouren nicht scharf, der 
untere Theil des Glaskörpers so trübe, dass weder vom Fremdkörper, 
noch von Details der Netzhaut etwas zu sehen ist. Blutungen fohlen, 
Spannung nur unbedeutend verringert. Hat nie mehr seit dem 27. August 
1892 Reizung oder Entzündung gehabt. Er sieht keine Finger mehr, 
schwache Planspiegelreflexo werden auch nicht mehr wahrgenommen. 
(Rechtes Auge vollkommen normal. S = 1. a = 10 D.) 

Man könnte in diesem Falle zweifelhaft sein, welchem Um¬ 
stande das Misslingen der Operation zuzuschreiben wäre, ob einer 
Einkapselung oder einer festen Einspiessung des Fremdkörpers in 
die Augenhäute. Hätte der Patient, wie ihm vorgeschlagen war, 
sich zwei Tage nach der Verletzung operiren lassen, so 
wäre die Einkapselung gar nicht in Frage gekommen; denn eine 
solche braucht längere Zeit. Da indessen die am zweiten Tage 
vorgenommenen Versuche mit dem starken Elektromagneten auch 
nicht die geringsten Bewegungen an dem gut sichtbaren Fremd¬ 
körper hervorbringen konnten, so muss, wenn der Fremdkörper 
überhaupt Eisen war, was nach der Anamnese angenommen werden 
muss, eine feste Einspiessung Vorgelegen haben; denn ein 
locker sitzender und nicht eingekapselter Eisensplitter hätte 
auf die Annäherung eines so starken Magneten mit Bewegung 
reagiren müssen. Wir möchten also annehmen, dass für das Miss¬ 
lingen der Operation die feste Einspiessung und die Ein¬ 
kapselung verantwortlich zu machen sind. 

Ob vielleicht bei anderer Ausführung der Operation, nämlich 
mit genauer Localisationsbestimmung, nicht doch ein besseres 
Resultat erzielt worden wäre, lässt sich natürlich nicht mit Be¬ 
stimmtheit sagen. Die Möglichkeit liegt vor, dass man bei genauer 
Bestimmung den Fremdkörper direkt hätte treffen und die ein¬ 
kapselnden Häutchen durchschneiden können, aber eben nur die 
Möglichkeit; denn die geringste Abweichung, wie sie auch bei ge¬ 
nauer Bestimmung Vorkommen kann, wäre in diesem Falle genügend 
gewesen, um die Operation misslingen zu lassen. 

Bemerkenswerth ist der Fall auch dadurch, dass zweimal 
operirt wurde, und zwar mit neuntägiger Zwischenpause, und dass 
der Magnet bei der ersten Operation zehnmal, bei der zweiten 
achtmal eingeführt wurde; bei der ersten Operation wurde nach 
allen Richtungen getastet. Aber weder nach der ersten, noch 
nach der zweiten Operation reagirte das Auge auf den Eingriff 
mit Reizerscheinungen. Die fünf Wochen nach der zweiten 
Operation folgenden Reizerscheinungen haben natürlich mit der 
Operation nichts zu thun, sondern sind der Anwesenheit des Fremd¬ 
körpers zuzuschreiben. Also auch dieser Fall beweist, dass man 
mit vorsichtigen Magnetsondirungen sehr weit gehen kann 

Beachtung verdient der Fall ferner als Beleg der Behauptung 
dass auch eingekapselte Fremdkörper später wieder Reizerscheinungen 
her vorrufen können. Letztere traten in diesem Falle nach fünf 
Wochen auf. Sie gingen auf Behandlung in etwa acht Tagen zu- 
ru ™; i_ ^ ar Patient von Entzündungserscheinungen frei 

geblieben, also beinahe zwei Jahre, und es ist möglich, dass das 
Auge auch weiterhin frei bleiben wird. Da indessen noch nach 
vier bis fünf Jahren emeute Reizerscheinungen gesehen worden 
sind, so ist man nicht sicher, dass man nicht auch Mer noch ein¬ 
mal-zur Enucleation gezwungen werden wird. (Schluss folgt.) 

IV. Aus dem pharmakologischen Institut der Universität 
Dorpat. 

Ueber den jetzigen Stand der Frage nach 
den pharmakologischen Wirkungen 
des Kupfers. 

Von Professor R. Kober t. 

(Schluss aus No. 1.) 

Wir haben oben wohl davon gesprochen, dass man Dhanero 

Smtzen kann• ah’° h ? up / el J rühe ^geu gewisse Schmarotzer 
oh nicht nt,vi ?■ mr labca dabei unberücksichtigt gelassen, 

»b nicht etwa die zu schützenden Pflanzen selbst durch 


das Metall geschädigt werden. Darauf ist zu erwidern, dass, 
falls dies der Fall wäre, mau mit ausserordentlich viel geringereu 
Mengen Kupfer auskommeii könnte, als thatsächlicli verwendet 
werden. Nach ungemein sorgfältigen Versuchen von Wüthrieh 1 ) 
reichen nämlich schon 0,0001 Aequivalent von Kupfersulfat hin, 
um in Flüssigkeiten die Entwicklung von Peronospora viticola zu 
hemmen. Aber eine solche Schädigung der bespritzten Weinstöcke 
und Kartoffeln liegt nicht nur nicht vor, vielmehr deuten alle 
Beobachtungen darauf hin, dass auch Pflanzen, welche gar nicht 
der Gefahr des Befallenwerdens ausgesetzt sind, mit grossem 
Nutzen bespritzt werden können. Ich gehe auf diese uns Medi- 
cinorn viel zu wenig bekannten Untersuchungen, da sie biologisch 
so ausserordentlich lehrreich sind, im Nachstehenden etwas näher 
ein. So beobachtete Galloway 2 ) bei Versuchen zu Neosho in 
Missouri, dass au siebenmal gespritzten Stöcken die Trauben un¬ 
gewöhnlich gross und süss waren; sie wurden von den Käufern 
für californische Trauben gehalten. Die wiederholte Anwendung 
von Bordeauxmischung bei Versuchen zu Eastham in Virginien 
steigerte den Ertrag der Ernte um mehr als das Doppelte. Sehr 
bemerkenswerth in dieser Beziehung sind ferner die Beobachtungen 
Schädlinge r’s 3 ) in den Weingegenden Krems-Langenlois-Sehön- 
berg. Dort sind seit drei Jahren die Weingärten mit Bordelaiser 
Mischung bespritzt, und nur wenige Parzellen nicht bespritzt worden. 
Im Herbst 1891 trugen die gespritzten Stöcke herrliche reife 
Trauben zu eiuer Zeit, wo an den ungespritzten Stöcken höchstens 
10% der Früchte sich erst im Anfangsstadium der Reife befanden. 
Die ungespritzten Reben hatten gar kein grünes Laub mehr. 
Schachinger schätzt das Verhältniss des Ertrages zwischen un¬ 
gespritzten und gespritzten Stöcken auf 1 : 8, ein Umstand, der 
bei Beurtheilung unserer Fragen deswegen schwer ins Gewicht 
fällt, weil der Pilz auch an den ungespritzten Stöcken 
nicht nennenswerth entwickelt war. Die Erfahrungen, die 
man in den weinbauenden Distrikten Deutschlands bisher gemacht 
hat, bestätigen allgemein die im Vorstehenden mitgetheilten Be¬ 
obachtungen. Insbesondere wird von den Praktikern die frühere 
Reife der Trauben und das längere Grünbleiben der Blät¬ 
ter an gespritzten Reben gegenüber ungespritzten hervorge¬ 
hoben, auch wenn an den letzteren der Pilz nur schwach oder 
gar nicht entwickelt ist, also eine schädliche Wirkung nicht 
im entsprechenden Verhältniss in Betracht kommen kann 
Gelegentlich einer am 4. October 1890 in die Weinberge 
von Bönnigheim (Württemberg) unternommenen Excursion hatte 
0. Rum in Gelegenheit, die in Rede stehenden Erscheinungen in 
ausserordentlich scharf ausgeprägter Weise bestätigt zn finden. In 
die Augen springend war zunächst die intensiv dunkelgrüne Blatt- 
faibe der gespritzten Stöcke im Vergleich zu den ungespritzten, 
voin Pilze nicht befallenen Reben. Gespritzte und ungespritzte 
Reviere wechselten mit einander ab: wie abgeschnitten hob sich 
die dunklere Färbung der Blätter schon von weitem in den ein¬ 
zelnen gespritzten Revieren ab, so dass ein Verwechseln gar nicht 
möglich war. Sodann war der Reifezustand der Trauben an den 
gespritzten Reben um wenigstens 14 Tage (nach der Beurtheilung 
erfahrener Weingärtner) weiter vorgeschritten, als derjenige der 
1 rauben an ungespritzten Stöcken. Endlich war an den letzteren 
der Ertrag zweifellos geringer. Diese Beobachtungen fand Rumm 
in vielen hunderten Fällen bestätigt; es hielt geradezu schwer, 
Ausnahmen zu finden. Dass pilzkranke, aber gespritzte Pflanzen 
gegenüber den ungespritzten erkrankten Individuen gesunderes, 
kräftigeres Laub entwickeln, erscheint nach den bisherigen Er¬ 
fahrungen leicht begreiflich; im vorliegenden Falle aber handelte 
es sich um gesunde Pflanzen, die sich im übrigen unter annähernd 
gleichen Verhältnissen entwickelten; Alter, Rasse der Reben, Boden- 
Descnanenheit, Lage, Düngung etc. wirkten in beiden Fällen als 
gleiche Factoren. 

Tatsachen lassen sich nicht nur nicht auf eine aus¬ 
schliesslich hemmende Einwirkung der Kupferpräparate auf die 
Entwickeiung der Peronospora zurtickführen, sie stehen geradezu 
im Widerspruch mit der Annahme einer exclusiven Wirksamkeit 
in dieser Richtung, denn erstens sind jene allgemeinen Erfolge 
nicht zu erklären aus der lokalen Beeinflussung des Pilzes, und 
zweitens würde die Pflanze, durch Bespritzen vom Pilz befreit, nur 
zu einem dem gesunden Stande ähnlichen Zustand zurückgeführt, 
nicht aber gegenüber einem völlig gesunden, unbehandelten Indi¬ 
viduum positiv verändert werden können. 

/ul Ir ^5j?* c ! 1, '?? er r.^ e Einwirkungen von Metallsalzen und Säuron 
P;1 „ Q Keimfähigkeit der Sporen einiger der verbreitetsten parasitischen 
Ulze unserer Culturpflanzen. Zeitschr. f. Pflanzenkrankheiten Bd. II,S.27. 
crofnJf ^ 8,1 Die TT Erfol ge der im Jahre 1889 in Amerika durch- 

Pnl H i Praktischen Versuche zur Bekämpfung von Krankheiten an 
Gulturgewächsen. Zeitschr. f. Pflanzenkrankheiten Bd. I, S. 84. 

3 October aC ° ln ^ er ’ 0esterr ' L andwirthschaftliches Wochenblatt 1891 


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17. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


43 


Die in Bönnigheim und später noch oft auch anderwärts 
^machten Beobachtungen drängen uns in Uebereinstimmung mit 
Ru mm zu der Vermuthung, dass die Wirksamkeit der Borde¬ 
laiser Mischung nicht nur auf direkter Hemmung des 
Pilzes beruht, sondern zugleich auch auf einer tonischen 
Einwirkung auf den Gesammtorganismus der Pflanze. 
Dass das Bespritzen auch der nicht befallenen Weinstocke von 
hohem Nutzen ist, kann also gegenwärtig nicht dem geringsten 
Zweifel mehr unterliegen: die Chlorophyllbildung, die Stärkeproduction 
und der Traubenansatz wird gesteigert; ferner reifen die Trauben 
um zwei Wochen früher. Nach Ru mm handelt es sich dabei um 
einen „chemotactischen Reiz, der ohne Stoffaufnahme zustande 
kommt“. Diese Meinung ist jedoch irrig, da Tschireh 1 ) durch 
ungemein interessante Versuche nachgewiesen hat, dass das Kupfer 
in der That in den lebenden Organismus der Pflanzen übergeht 
und sofort vom Chlorophyll chemisch fest gebunden wird zu 
phyllocyaninsaurem Kupfer. Hat Tschireh diese Versuche 
auch nur an Ampelopsis hederacea angestellt, so gelten sie 
doch ohne Zweifel auch für den Weinstock. 

Wie die Mittheilungen von Rumm und den anderen genannten 
Autoren die nützliche Wirkung des Kupfers für Weinstöcke darthun, 
so thun Experimente von Frank und Krüger 2 ) dasselbe für die 
Kartoffelpflanze dar. Diese Autoren kommen bei ihren Ver¬ 
suchen an ganz normalen, nicht befallenen Kartoffeln zu folgenden 
Ergebnissen: 1) Das gesummte Blattgewebe wird durch Kupfer- 
besprengung dicker und kräftiger. 2) Der Chlorophyllgehalt scheint 
grösser zu w erden. 3) Die Assimilationsthätigkeit, speciell die Stärke¬ 
bildung in den Chlorophyllkömem wird bemerkbar grösser. 4) Die 
Transpiration wird nachhaltig stärker. 5) Die Lebensdauer der 
Blätter wird verlängert, d. h. sie sterben langsamer ab. 6) Der 
Knollenertrag und die Stärkebildung in den Knollen wird gesteigert. 
Damit ist auch für die Kartoffel der günstige Einfluss des Kupferns 
der Blätter einwandsfrei erwiesen. 

Warum aber das Kupfer auf einem so unnatürlichen Wege, 
durch die Blätter 3 ), den Pflanzen zuführen? In der That giebt 
es eine ganze Anzahl Pflanzen, welche Kupfer auf dem natur- 
gemässesten Wege, d. h. durch die Wurzel regelmässig auf- 
nehme» und davon nicht nur nicht krank werden, sondern sich 
dabei ausgezeichnet entwickeln. Die bekanntesten Beispiele sind 
Trifolium pannonicum, bei welchem 8% der Asche, und Poly- 
gonum aviculare, bei welchem 0,03—0,04 % der Asche aus Cu 
zu bestehen pflegen. Aber auch die Getreidearten, die Banane, 
Caeaopflanze, der Kaffeebaum, die Bohnen, die Karoten, 
die Cichorie und der Spinat enthalten regelmässig etwas Kupfer, 
und es lässt sich vermuthen, dass dieses Metall keineswegs ein zu¬ 
fälliger, sondern vielmehr ein normaler Bestandteil dieser Gewächse 
ist. Dass der Weinstock früher vermutlich auch ein Kupfer- 
gewachs gewesen ist und nur durch die Cultur gezwungen worden 
ist, auch auf kupferfreiem Boden zu vegetiren, ist äussert wahr¬ 
scheinlich. Sobald wir ihm nun jetzt auf irgend eine Weise wieder 
Kupfer zuführen, erlangt er seine alte Lebenskraft wieder. Ich 
schliesse damit meine Betrachtungen über die Bedeutung des 
Kupfers für die Pflanzen, indem ich dieselben in den Satz zu- 
:>ammeufasse, dass unser Metall für viele Mikropflanzen 
recht giftig ist, für viele Makropflanzen aber die Be¬ 
deutung eines normalen Bestandtheiles oder mindestens 
eines Tonicums hat. 

Gehen wir jetzt zu der Bedeutung des Kupfers für Thiere 
u er so ist auch hier zu sagen, dass für gewisse Thiergattungen 
upfer zu den normalen Körperbestandteilen gehört. Ganz wie 
>ei den Pflanzen tritt es auch hier in fester organischer, farbiger 
mndung auf, und zwar teils als Federfarbstoff, teils als Blutfarbstoff. 

on den kupferhaltigen Federfarbstoffen ist der bekann- 
.^ 01 * Cliurch 4 ) gefundene scharlachrothe Turacin, 
c es sich bei den Musophagiden (Turacus, Corythaix etc.) 
( ] a ,„ en 4 v7 gV l ^ tirothei1 Federn findet und 5,8<>/ 0 Cu enthält. Das 
li i “jJKjge Kupfer finden diese Vögel in den von ihnen in reich- 
sfpt'V 6D ?f y erze hrten Bananen, welche, wie oben erwähnt wurde, 
Pin u .^halten sollen. Ob das in den Federn eines grasgrünen 
Piirm?!l eS u aU ? Australien 5 ) gefundene kupferhaltige grüne 
& t chemisch dem Turacin nahe steht., ist nicht genügend 


iii t ^ c ^ r . c h, Das Kupfer vom Standpunkte der gerichtlichen 
VB v T* ttnd %i ene - Stuttgart 1893. 

GeselkrWt F* Krüger, Berichte der Deutschen botanischen 

j C3 au lö94, Bd. XII, S. 8 . 

paraten fi^f^ Spritze i l , der Blätter Kat man eine ganze Anzahl von Ap- 
5 C h ,? °A e V uf - deren Aufzählung ich aber hier veÄte. 

1870. Vol 149 g gjy ica * News 1869, S. 265; Philosophical Transactions 

takannk ^ aze Jf e . 1873, 24. Oct., S. 212. Der Autor ist mir un¬ 
kurzes „Original nicht einsehen konnte; mir stand nur ein 

wrai von H, VV ood zur Verfügung. 


festgestellt. Im zoologischen System stehen die Papageien keines¬ 
wegs den Musophagiden nahe. Nur so viel weiss man, dass diese 
Papageienart namentlich in Gegenden vorkommt, wo das Erd¬ 
reich und daher wohl auch die Pflanzen reich an Kupfer sind 
Cliurch gab dem Turacin die Formel C r >°H M CN 5 O l °, entsprechend 
einem Kupfergehalt von 5,81 bis 5,90 o/ 0 . Von späteren Autoren 
hat sich namentlich der verstorbene Krukenberg 1 ) noch mit dem 
Turacin beschäftigt. Uns interessirt hier nur, dass das Kupfer in 
demselben eben so fest gebunden ist wie das Eisen im Hämoglobin, 
sowie dass auch das Turacin ein zweistreifiges Absorptionsspectrum 
liefert (zwischen D und E). Da die beiden kupferhaltigen Vogel¬ 
farbstoffe sich in den Federn vorfinden, lässt sich vermuthen, dass 
auch bei anderen Tliieren und beim Menschen das Kupfer 
Beziehungen zur äusseren Haut hat, und so gewinnen wir 
ein Verständniss dafür, dass beim Menschen gerade Hautkrank¬ 
heiten vom Kupfer, und zwar selbst nach innerlicher Darreichung, 
günstig beeinflusst werden. 

Gehen wir jetzt zu den kupferhaltigen Blutfarbstoffen und 
zwar zu dem allein genauer untersuchten Hämocyanin über, 
welches als Surrogat unseres Hämoglobins uns Mediciner schon 
von vornherein interessirt. Dass manche niedere Thiere ein bläu¬ 
lich schillerndes Blut haben, wurde von Ermann 1817 und von 
Carus 1824 angegeben. 

Aber erst Harless 2 ) und Bibra fanden, dass die Asche des 
Blutes der Helix pomatia neben nie fehlendem Eisen bemerkens- 
werthe Mengen von Kupfer enthält. Weitere Analysen der Aschen 
solcher Blutarten stammen vonGenth, 3 ) Wackenroder, 4 ) Rabu- 
teau und Papillon,^) Gorup-Be sanez. G ) Jolyot und Regnard 7 ) 
waren einem Berichte von Halliburton 8 ) zufolge die ersten, 
welche die kupferhaltige Substanz als Eiweisskörper erkannten, der 
bald darauf von Fr6d6ricq u ) eingehend untersucht und Hämo¬ 
cyanin benannt wurde. Einige weitere Angaben über dasselbe und 
seine Verbreitung machten Ray Lankester 10 ) und Kruken¬ 
berg. 11 ) Nach diesen Autoren findet sich das Hämocyanin bei 
Vertretern der vier Familen der Mollusken, Anneliden, Crusta- 
ceen und Tracheaten. Von Mollusken kommen die Ordnungen 
der Lamellibranchiaten, Gastropoden und der Cephalopoden in Be¬ 
tracht. Von Lamellibranchiaten nenne ich Ostrea, die Auster, 
von Gastropoden Helix, die Weinbergschnecke, und Murex, 
die Purpurschnecke, und von Cephalopoden oder Tintenfischen 
Octopus, Elodone, Sepia und Loligo. Von Anneliden ist 
nach mündlicher Aussage von Prof, von Kennel namentlich die 
kleine Gruppe der Nereiden zu nennen. Von Crustaceen er¬ 
wähne ich Homarus, Astacus, Cancer, Carcinus, Calli- 
nectes, Nephrops. Eriphia, Squilla und Maja, sowie den 
nach Prof. Kennel auch in diese Familie gehörigen Mollusken¬ 
krebs Limulus. 

Von Tracheaten ist nur die Unterclasse der Arachnoiden 
zu nennen, und von dieser Scorpio, der Seorpion, sowie nach 
neuester Forschung (1894) einige echte Spinnen. Bei einigen 
weiteren Thiercn der genannten Classen, wie z. B. bei der Maler¬ 
muschel Unio, findet sich nach Halliburton statt Hämocyanin 
ein anderer kupferhaltiger Eiweissstoff 12 ) im Blute, welcher 
leider noch nicht näher untersucht worden ist. Das gleiche gilt 
für den Tausendfuss Julus und für die Tarakane Periplaneta 
orientalis, bei welcher das Kupfer sich nach Giunti 13 ) sogar in 
sehr reichlichen Mengen findet (0,8 o/ 0 der Gesammtasche). Das 


’) Krukenberg, Vergleichend physiol. Studien V, 1881, S. 86 . — 
Siehe ferner Gamgeo (Physiological Chemistry 1880, S. 304), A. W. Hof- 
mann (Ber. d. Dtseh. Chem. Ges. 1870), Blasius und Pauly (Sitz.-Ber. 
d. Ver. für Naturwiss. zu Braunschweig 1877), Bronn-Gadow (Classen 
und Ordnungen des Thierreiches, Aves, Lfg. 25, S. 580). 

2 ) Harless, Müllers Arch. der Physiologie 1846, S. 122 und 1847, 
S. 48. 


3 ) F. Genth, Ueber die Aschenbestandtheile des Blutos von Limulus 
Cyclops. Ann. d. Chem. u. Pharm. 1852, Bd. 81, S. 135. 

4 ) Wackenroder, Arch. d. Pharm. Bd. 71, 1853, S. 9. 

,J ) Rabuteau et Papillon, Compt. rend. d. l’Ac. d. sc. T. 77, S. 135. 

6 ) Gorup-Besanez, Lehrbuch der physiologischen Chemie. Braun¬ 
schweig 1874. 

7 ) Jolyet et Regnard. Arch. d. Physiol. norm, et path. 1877, IV, 
S. 600. 

®) W. B. Halliburton, Lehrbuch der chem. Physiol. u. Pathol., 
deutsch von Kaiser. Heidelberg 1893, S. 338. 

9 ) Fr 6 dericq, Extrait des Bulletins de TAcad. Roy. de Belgique 
1878 T. 46, No. 11, S. 549 und 1879, T.47. 

10 ) Citirt bei Halliburton 1. c. S. 338. Eine vollständige Aufzäh¬ 

lung der Litteratur findet sich nach Tschireh bei Gamgeo, Physiolo¬ 
gical Chemistry 1880, S. 132. Vergl. ferner Witting (Journ. f. prakt. 
Chem. 1858, S. 123 und Siogert (Ber. d. naturwissensch. Gesellsch. zu 
Chemnitz 1871, S. 90 und 1873, S. 69). ö Q 7fi 

u ) Krukenberg. Vergleichend physiolog. Studien III, 188u, b. <o. 

ia ) Halliburton, 1. c., S. 337. * . |c , VTr Q 17 

13 ) Michele Giunti, Gazz. chimica IX 1879, b. o46 und XII, b. 1 . 


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44 


Hämocyamn ist wie unser Blutfarbstoff ein Globulin und kommt 
wie dieser in zwei Modifieationen vor, nämlich als Oxyhämocvanin 
entsprechend dem Oxyhämoglobin, und als reducirtes Hämo- 
cyamn, entsprechend dem redncirten Hämoglobin. Das erstere ist 
blau das letztere farblos. Reducirende Stoffe führen wie beim 
Uxyhämoglobm einen Uebcrgang in dio sauerstoffl'reio Modiflcation 
herbei. Wenn das Oxyhämocyanin auch kein Streifenspectrum wie 
das Uxyhämoglobm besitzt, so zeigt es doch eine bemerkenswerthe 
V erdunkelung der beiden Enden des Speetrums, während das re- 
duorrte Hamocyanm diese Eigenschaft in viel geringerem Grade 
besitzt. Im trockenen Zustande sieht das Oxyhämocyanin tief blau¬ 
schwarz aus, was man nach der hellen Farbe des Blutes der be- 
O’effenden 'Thiere nicht vermuthen sollte. Der Kupfergchalt der 
Blutaschei) von Helix pomatia beträgt nach Gorup-Besanez 
Pj 0, der eines weiblichen Exemplars von Liinulus cy- 
clops betrug 0,3o/ 0 Cu0; über den Kupfergehalt des reinen Hämo- 
cyamns liegen keine Angaben vor. Dass Häinocyanin und Hämo- 
mic n SlC ^°^egiscli recht nahe stehen, geht unter anderem dar- 
dass es emige, den oben genannten Thieren sehr nahe 
stehende andere Gattungen giebt, welche statt Hämoeyanin Hämo- 

fecht* ftnffa^nü 1St dies n !> ame "‘>ich bei den Schnecken immer 
W» a Lh5 L gewesen. Die meisten Hämocyaninthiero sind 

undLuftathmer U v Wa a Ser w me u : eini?c abor auch Landbewohner 
d Luftathmer. Von der Weinbergsschnecke kommen am und 

unter dem Weinstock namentlich die beiden Species Helix ne- 

Zufalftn c" d H a 0llX h 1 01 ' t0nsis vor: dies scheint mir mehr als 
se,n und anzudeuten, dass Weinstock und Weinberg- 

und dort!,- rspni . ugh ? h auf Lupferhaltigem Boden lebten 
und dorthin auch gehören. 

nä ,, 7 e /* asse “ wir die wirbellosen Thiere und gehen zu den uns 
näher stehenden Fischen, Vögeln und Säugetieren über so 

Körpers abTdnolf - KuP f e [ ke j n l ' ner ' tbebl ' licher Bestandtheil’des 
Mengen’in teJi a c h °n soloher ’ dar Generationen hindurch in kleinen 
So hat mfnTn “ 9 r e anan vorhanden sein kann, ohne zu schaden, 
öo hat man in einigen Gegenden der englischen Küste wo sich 

fenstenTschar?'« 11 7'™ das „ Wasser «''«decken, die’verschie- 
densten hischaiten (wie überhaupt alle Seethiere) stets kunfer- 

haltig gefunden ohne dass sich irgend eine Schädigung der Ge- 

G?u d ntf sowie Wi nachB . eise “ lassen - Der schon erwähnte 
mäu“ e kunferba^i en den Guano der eala l>i'eser Fieder- 

Inti! ^- P 1 g ’ woraus man mit Recht auf einen Kunfer- 

Äe Ente orr C f hl0S T ‘'n' Von V °^ eln 0,lthält namrat- 

säSSs?“ 

Legrip, Chevallier, Berge,on imd rH.'f. ir ? SS °"> 
als Ursache ansprechen müssen TTm 4 n . ffee ’ C acao) 

Ää.JKsSä-ä 

kupferfrei war: dagecen fand S des Blutes wieder völlig 

Blutkörperchen. S'^stfmmte dass bll'’tl K , Upfer in de " 
Salzes zu Lösungen von Blut’ in w des g enan uteii 

Lösungen von serumfreien Blutlörnerchenlidfi 6 " 1 ^ ? Ser ’ sowie zu 
eirtem Hämoglobin eine Färbung P entband' 
menge des Hämoglobins in sich s'chloss^oVilltan 

beträgt nach G o ™ p - B etTnez'ö,8-9,5°% Fe"oV Hu “ d ’ Schweia etc - 

Arbeiten Tehe “ bo”“TcMrch^ Das £it? 6 !'«' 1 * 11 ,!, 1 ' gehörigen 
derartigen Angaben Jieferfp Rn»* i ^ ei L. ^—10; wohl die ersten 

»•irv&sra >.. 

Menschenorganen. P ehr als 50 % aller Fälle Kupfer in 

Organismus. Diss*!!Dorpat ^g I 9 ^ Virk,,n g (les Kupfers auf den thierisclien 


DEUTSCHE MED ICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


3 

schlag von Kupferhämoglobin’) auch wusch, so konnte dem¬ 
selben das Kupfer nicht wieder entzogen werden, wohl aber löst 
er sich, wenn alle fremden Salze weggewaschen sind, in destillirtem 
Wasser auf, mn bei Zusatz eines Neutralsalzes sofort wieder aus¬ 
zufallen. Mein Schüler Jutt 2 ), welcher denselben auf seine Eigen¬ 
schaften studirt und einer eigehenden Analyse unterzogen hat 
fand ihn zusammengesetzt nach der Formel 

C 648 JJ1030 N17S Fe Cu 5 S 2 0 177 

während sich für reines Hämoglobin (vom Pferd) die Formel 
C W 8H1W0 N 178 Fo S2 O 177 ' 1 ° imtl 

ergab. Wir haben es also beim Hineingelangen von Kupfer in s 
Blut mit der Entstehung einer bis jetzt ganz unbekannten con- 
stant zusammengesetzten Verbindung von Kupfer und Hämoglobin 
zu thun, die, in sehr geringer Menge neben normalem Hämoglobin vor¬ 
handen, die Vitalität des Blutkörperchens offenbar nicht stört 
wahrend bei ihreni Ueberwiegen im Blutkörperchen letzteres zur 
Uebertragung des Sauerstoffes unbrauchbar wird, seine Vitalität 
verliert und in der Leber eingeschmolzen wird, die daher bei jeder 
Kupfervergiftung kupferhaltig wird. So erklärt sich jetzt die 

h«föLT 6r f Ständli ^ e ’ S0l T 7. 0n MilIon g®“ a «hte Angabe, dass 
bei der Kupfervergiftung das Cu nicht an das Serum, sondern an 
die Blutkörperchen gebunden sei, in sehr befriedigender Weise 
Für mich war die Entdeckung der Kupferverbindung des Hämo- 
globins nicht überraschend, da ich schon vor Jahren eine ganz 
analoge Verbindung das Zinkhämoglobin oder Zinkparhämo- 

Schüler C ™h oV theiI f S Selb ? 1 unt «rsucht, tLeils durch meinen 
bchülei Giahe') habe untersuchen lassen. Beide Verbindungen 
enthalten das angelagerte Metall fest gebunden, so dass letzteres 
durch die gewöhnlichen Reagentien nicht ohne weiteres nachweisbar 
ist. Beide zeigen die speetralen Absorptionsstreifen des Hämo- 
plobin noch ziemlich deutlich und sind überhaupt dem Hämoglobin 

K„n V ;: er „®H eZ1 7 ehl i ng S6 !! r ahnliclL Ganz in gleicher Weise bilden 
Kupfer und Zmk auch mit dem Chlorophyll der Pflanzen feste 
ch orophyllähnliche Verbindungen, und zwar ohne dass die Pflanze 

tltre t , h»t ’] n i b, ' a . UCht A DaSS auch der Organismus der Säuge¬ 
rn .Tf ' bei . A “ w esenheit von Kupferhämoglobin im 

W^ i- g , geS ” nd „f 61n kann ’ wird dadurch bewiesen, das« 
Wackenroder im Blute gesunder Enten und Cloez im Blute 
eines gesunden Rehes Kupfer hat nachweisen können. Es ist nicht 

chen g Kö,’.„f, a f r b f ', ndere Gewebe des tierischen und mensch- 
liehen Koipeis chemisch constante Kupferverbind un^en eimrehen- 

aber Wlrd dies erst secundär der Fall sein "nachdem dis 

r &feUiS Stadiua | 1 dorHämoglobinverbindJng durchlaufen 
nat. Bs ist nicht undenkbar, dass der normale Mensch zwar von 

klofÄfhat 1 ^" ^ Pf ~/ en in seinem St Org W -Lmu: 

wirken aber r“, kra “ ke Mensch aber woh L' vielleicht 

Sunden WuLtn^ r * den |? sunde n Menschen wie auf den go- 
ken las^ Iir.|, ,J le r' De ? Ku P fer »‘engen tonisch. Beim Kran- 
’■ , . cnn dl ° obei1 vou uns besprochenen ärztlichen 
klöfnen Wm.!' 1 sämmtliel J auf Selbsttäuschung beruhen, von 
kunsen ^ llameIltllcbanti P ara sitäre und tonische Wir- 

Luef Ekzlm Phi Z I Var bcl Tuberkulose, Skrophulose, Lupus, 

sere Auser a nd C erlT Se ’ Und dieee Wil ' kun g»» würden in un- 
sein Auseinandersetzungen eine genügende Erklärung finden. 

Hll ,, f .'® m . Standpunkt der 'wissenschaftlichen Pharmako- 

Praktiker die Knn’f^ erwiiDse ht, dass durch recht viele erfahrene 
P ™ d ‘ e Kupferfrage am Krankenbett neu geprüft wird, so 

vermutlich Lharmakotlierapie auch das dazu 

nach meinfir S M«öü etbte j! r<iparat 1 angegeben werden. Dies kann 
runo-en am KranL-o»K g lt < k° B J cb bere * ts au ^ eine Reibe von Erfali- 
Verbindiinü- vnn ä". f kann ._ nur die oben besprochene 

reiner Foi-m untnr \? nd DThntioglobin sein, welche in genügend 
Daltl in 1 , Ku P ferhta ol von E. Merck in 

Darmcanal ans nl Hand ® , K ' ebracht w . ird - Dass dieselbe vom 
gerufen zu haben V? and . w 0 * cb e Indigestionsstörungen hervor- 
C& IÄ h 1 Wlrd ’ lst hier be ‘eite festgestellt worden. 

lautet ® Rn d u selbea beträ g‘ 2 » 0 Cu. Die Verordnung 
iaui.ee. Rp. Haemoli cuprati 0,1 

Pastae Cacao arora. 0,5, 

M. f. pulvis. Dispens, dos. tal. No. XX. 

___ D. S.: 3 X täglich 1 Pulver. 

globins den^Ausdnip^P un . b}sbcbe Modiflcation des Hämo- 

Stoff aujh als Kupferparbäm°<ffgI*obfn^bra^itnen^ S ° kannman ° biS ° U 
metallen Diss ,’ I^pat d “ 9 J erbmdun g«“ des Blutfarbstoffes mit Schwer- 

Naturforscherversammlung 1891, S m ™ B1 “ te ' ^ d ° r IWle ' sch ™ 

R. Ko\tn! d i e 893, e Bd Ph K m Äs. 1 " 8041 ' 168 * u Por l ,!,t > von 


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17. Januar.^ _ _ .... _ 

l rgen d welche Vorsicht in Bezug auf Speise und Trank ist 
dabei nicht nöthig. Bei sehr empfindlichem Magen lässt man die 
Pulver wahrend des Essens nehmen. 3 X 0,5 Kupferhämol würde 
die Maximaldose bilden können, da alle überhaupt möglichen 
Wirkungen, wo sie überhaupt eintreten, schon auf kloine Dosen 
hin erfolgen, fl rosse Kupfermengen halte ich in Uebereinstimmung 
mit Tschirch und de Moor 1 ) für gefährlicher, als dies nach den 
Selbstversuchen von K. B. Lehmann und seinen Schülern der Fall 
zu sein scheint. Die ersten Vergiftungserscheinungen würden in 
UcbeJkeit, Salivation, Erbrechen, Durchfall und Muskolschwäche 
bestehen. Die Ausscheidung erfolgt durch den Darm, die Niere 
(fest gebunden) und die Haut. 

Selbstverständlich ist es mein dringender Wunsch, dass von 
den Collegen in der Praxis nicht nur die durch Kupfer erzielten 
positiven Erfolge, sondern auch die negativen veröffentlicht werden 
mögen. _ 

V. Ueber die Entstehung der Geschwülste. 

Von Prof. Dr. Bibbert in Zürich. 

(Fortsetzung aus No. 2.) 

Wir kommen schliesslich zu den Sarkomen. Auch bei ihnen 
giebt es Formen, die aus embryonalen Bildungsfehlern abgeleitet 
werden. Besonders hervorzuheben sind die Melanosarkomo, so¬ 
weit sie ans pigmentirten Warzen der Haut entstehen. Denn 
diese bringt man seit langem zu fötalen Entwickelungsstörungen 
in Beziehung. Auch die Melanosarkome des Auges gehören wahr¬ 
scheinlich hierher. Martius-) beschrieb einen Fall, in welchem 
bei einem von der Chorioidea ausgehenden Pigmentsarkom gleich¬ 
zeitig eine congenitale Melanosis sclerae vorhanden war, und glaubt 
daraus auch auf eine Pigmentanomalie der Chorioidea schlossen 
zu sollen, welche die Grundlage zur Geschwulstbildung wurde. 
Zweitens sind die primären Scheidensarkome zu nennen. So 
haben Ahlfeld 3 ), Kolisko 4 ), Hauser 5 ), Pick 6 ) für diese Ge¬ 
schwülste, vor allem für die bei Kindern vorkommonden und gelegent¬ 
lich angeboren beobachteten, eine fötale Keimaberration ange¬ 
nommen. Man ist dazu um so mehr berechtigt, als diese Tumoren 
zuweilen auch andere Gewebe, wie quergestreifte Muskelfasern und 
Epithelinseln enthalten. Diese letztere Thatsache leitet uns zu¬ 
gleich zu den sarkomatösen Mischgeschwülsten über, bei 
denen wir vollen Grund haben zur Annahme einer embryonalen 
hntwickelungsstörung. Es sei an die Chondrosarkome der Pa¬ 
rotis und des Hodens und an die Rhabdomyosarkome des 
l rogenitaltructus erinnert. Ferner kommen in Betracht die 
Verbindungen von Sarkom und eventuell auch anderen Ge¬ 
schwulstarten mit Dermoidcysten. Solche Combinationen wurden 
beschrieben von Virchow 7 ) für das vordere Mediastinum uud für 
•las Uvarium»), von Biermann 0 ) für das Ovarium, von Finders 10 ) 
lur das vordere Mediastinum, von Jores U) für die Lunge. Weiterhin 
i> anzuführen ein von Hansemann 12 ) untersuchtes Adenomyo- 
t ma der ^ iere . welches seinem Bau nach unter die teratoiden 
uiuoi-en zu rechnen war, und eine von Hildebrand«*) beob- 
J e e Gjstenmere mit Sarkombildung, für deren Genese er an 
eine abnorme Vereinigung der Mark- und Rindensubstanz denkt, 
Ai™ •!-* 18t da F an zu erinnern > dass Geschwülste, die auf fötale 
«rbnmIV- a en zurüc j [Zu ^hren sind, die Neigung zeigen können, 
arkonmtos zu werden. So haben Garrö (1. c.) und Goldmann 

• e o d b 1 esproehen ’ dass die multiplen Fibroneurome 
iU1{ .i, k * m Sarkome übergehen, die demnach ebenfalls, wenn 
zuleitpn w3 1 " dlrek T t ’ embryonalen Entwickelungsstörungen ab- 
da«<? r’hio -I?; . diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, 
der Knnrh 1 111 einem Falle von multiplen Exostosen einen 
nahJ„ST" 8 T? dl “ sich ^rkomatös umwandeln sah. Er 

aiLem Mn d I m i US l° 0gl8Chel1 Befunde dass die Neubildung 
5 T ra der Exostose entstanden sei. 

aU bewei^lrrafr Wherigeii , Ausfü | ll ' u ngen, auch wenn sie nicht alle 
— angesehen würden, entnehmen wir jedenfalls so 

Püarmncodjnmnic 1894, vol. I; refer. in 

2 ^ rchiv Bd - 138, S. tll 

I f ; Gynäkologie Bd. XVI. 

i . kI, n- Wochenschi-. 188», S. 222 

J \ ln 'how s Archiv Bd. 88. 

7 v[ ch ' v f ; Gynäkologie Bd. 46. 

?Ä s 4 rc,,ivM53 - 

“i ISfJ n cd ^Y oche “schr. 1885, Ko. 21. 

Bonn 1887. ermoi dcysten des vorderen Modiastimuns. Dissertation. 

!1| s Archiv Bd. 133, S 66 

:;;A^t,ÄV 894;xo - 3L 

™' Cr med - Wochenschr. 1892, No. 35. 


DEUTSCHE ME DICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


45 


viel dass zahlreiche Geschwülste auf embryonale Eut- 
wickelungs Störungen zurückgeführt werden müssen 

VorateUun^trim T UrS ‘ ,rUnglidl auf aIle Tumoren ausgedehnte' 
V o Stellung tnfft aber nach unserer jetzigen Auffassung für sehr 

viele Neubildungen, insbesondere für die Carcinome, nicht oder 
nur ausnahmsweise zu. Wir sind also heute der Ansicht, dass 
zahlreiche Geschwülste aus Bestandtheilen der Gewebe von Er¬ 
wachsenen und Kindern liervorgehen. 

Nun wissen wir aber, seitdem wir die Cohnheim’sclie Theorie 
in ihrem vollen Umfange nicht mehr annehmen, über die Ent¬ 
stehung der extrautorin sich bildenden Tumoren, vor allem der 
Carcinome nur sehr wenig. Wenn indessen für die aus der Fötal¬ 
zeit herrührenden Neubildungen Verlagerungen der Gewebskeime 
verantwortlich gemacht werden, so müssen wir fragen, ob denn 
die principiell von ihnen nicht vercliiedenen extrauterin 
entstandenen Geschwülste nicht etwa aus ähnlichen 
Vorgängen abgeleitet werden können, oder ob sie auf eine 
ganz verschiedene Weise sieh bilden. 

Man wird nun von vornherein nicht der Meinung sein können, 
dass mit dem Zeitpunkte der Geburt die Geschwulst¬ 
gen ese. plötzlich eine andere werde, und kann nur das 
eine mit Recht behaupten, dass bei dem Embryo infolge der man- 
nichfaltigen Wachsthumsverhältnisse die Gelegenheit zur Abspren¬ 
gung von Gewebstheilen besonders reichlich gegeben und dass 
dieser Vorgang daher leicht verständlich sei. Damit ist aber nicht 
gesagt, dass ^nach der Geburt nicht auf andere Weise eine Ab¬ 
spaltung von Zellcomplcxen aus dem organischen Zusammenhänge 
Vorkommen könnte. Wäre es aber möglich, etwas derartiges in 
grösserem oder geringerem Umfange nachzuweisen oder wahrschein¬ 
lich zu machen, so könnten wir meiner Meinung nach diese Ab¬ 
sprengungsvorgänge ganz ebenso wie beim Embryo zur Grundlage 
unserer Vorstellung über die Geschwulstbildung machen. Ich 
werde versuchen, durch eine Reihe von Beispielen dieser Vorstel¬ 
lung eine Stütze zu geben, will aber vorher die Frage noch aus 
einigen allgemeinen Gesichtspunkten erörtern. 

Ich stelle mir also vor, dass auch noch bei den Er¬ 
wachsenen Zellen und Zellengruppen, die aus dem orga¬ 
nischen Zusammenhang getrennt und ohne Unter¬ 
brechung ihrer Ernährung in günstige Verhältnisse ver¬ 
setzt wurden, die in ihnen schlummernde Vermehrungs¬ 
fähigkeit zur Geltung bringen und durch fortgesetztes 
Wachsthum eine Geschwulst erzeugen können. 

Wir wollen diese Vorstellung an der Hand der oben für die 
embryonalen Gewebe erörterten Gesichtspunkte etwas genauer 
prüfen. 

Zunächst haben wir zu fragen, ob denn die Zellen des Er¬ 
wachsenen uoch genügende Wuchorungsfähigkeit besitzen. Wie 
wir oben hervorhoben, ist das Wachsthum der Organe beendet, 
wenn sie die ererbte Grösse erreicht haben und wenn damit ihre 
einzelnen Bestandteile in eine Art „Spannung" versetzt sind, 
welche, abgesehen von den auch in der Norm beständig mit Mitosen 
versehenen Organen, die Vermehrung der Zellen hemmt. 

Wir kennen aber zwei Bedingungen, unter denen eine weitere 
Proliferation eintritt, die eompensatorische Hypertrophie 
und die Regeneration. Erstere wird entweder, wie bei der 
Niere, nach der gewöhnlichen Annahme durch den direkten func- 
tionellon Reiz der angehäuften secrötionsfähigen Substanzen, oder 
durch Vermittlung des Nervensystems, wie bei dem Muskel und 
wahrscheinlich auch bei dem Hoden, herbeigeführt. Die Regene¬ 
ration ersetzt verloren gegangene Theile durch neugebildete. Sie 
ist teils, wie bei den Deckepithelien, eine permanente, teils eine 
nur unter bestimmten Bedingungen auftretende. Man betrachtet 
nun als die Ursache der Regeneration die durch Fortfall von 
Theilen bedingte Aufhebung jener Gewebespannung. Selbstver¬ 
ständlich kann man darin aber nur das auslösende Moment 
sehen, welches die im Gewebe schlummernde Proliferationsfähigkeit 
zur Geltung kommen lässt. Können die Zellen selbst sich nicht 
vermehren, so kann die Beseitigung der Spannung sie natürlich 
auch nicht dazu bringen. Und so hängt denn auch die Energie 
der Regeneration von der Proliferationsfähigkeit der Zellen ab. 
Diese ist aber in den einzelnen Organen sehr verschieden. Sie 
fehlt z. B. bei dem Knorpel, sie ist gering bei der Leber, sehr 
lebhaft bei den Speicheldrüsen uud den Deckepithelien. Nachdem 
schon H. E. Ziegler und v. Rath 1 ) aus den vorliegenden Beobach¬ 
tungen geschlossen hatten, dass die Regeneration von den am 
wenigsten differenzirten Zellen der Organe ausgeht, habe ich das¬ 
selbe für Nieren und Speicheldrüsen betont, in denen die Regene¬ 
ration von den Ausführungsgängen erfolgt, während die functioneilen 
Elemente unbetheiligt sind. 

Aber auch die an der Regeneration wenig hetlieiligten Zellen 


') Biologisches Ocutralblatt 1891. 


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46 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


No. 3 


sind vermehrungsfähig, z. B. die Leberzellen. In einiger Entfer¬ 
nung vom Wundrand findet man in ihnen viele Mitosen, und 
ebenso wuchern sie bei den compensatorischen Wachsthumspro- 
cessen. 

Wir sehen also, dass auch diejenigen Zellen des erwachsenen 
Körpers, die im normalen Organ keine Vermehrung zeigen, noch 
proliferiren können. Von vielen Zellen, z. B. den Deckepithelien, 
ist das ja ohnehin auch in der Norm bekannt. Ist nun ihre Wu¬ 
cherung auch denkbar ausser bei der compensatorischen Hyper¬ 
trophie und Regeneration, und lässt sich die schlummernde oder 
offenbare Wuchernngsfähigkoit der Zellen des Erwachsenen auch 
als Grundlage für die Gesellwulstbildung verwerthen? 

Es scheint mir, dass das sehr gut möglich ist. Wenn die 
Beseitigung der Gewebsspannung das auslösende Moment ist, so 
muss in gleichem Sinne auch eine Trennung der Zellen aus 
dem Gewebsverbando wirken können. Der gegenseitige Ein¬ 
fluss der Organbestandtheile hört ja im Bereich der Abspaltung 
auf, die bis dahin latente Wucherungsfähigkeit kann sich nun 
geltend machen. Da, wo ohnehin eine Vermehrung schon vor¬ 
handen ist, wie bei den Deckepithelien, sind sie durch die Ab¬ 
spaltung natürlich nicht beseitigt, im Gegentheil wahrscheinlich 
gesteigert worden, da auch hier eine Verringerung der Spannung 
ein treten dürfte. 

Wie bei der Regeneration wird aber auch unter den hier vor¬ 
ausgesetzten Umständen je nach der Zellart eine sehr verschiedene 
Proliferationskraft ausgelöst, und so müssen diejenigen Zellen am 
meisten zur selbstständigen Wucherung gelangen, die der lebhaf¬ 
testen Vermehrung fähig sind. 

Ferner hängt es, wie boi den embryonalen Geweben, so auch 
hier von der Art und dem Umfange des abgesprengten Stückes 
ab, ob Neubildungen entstehen, die dem Gewebe, von welchem die 
Abspaltung erfolgte, analog gebaut sind (z. B. Fibrome, Adenome), 
oder ob sie bald mehr bald weniger davon ab weichen. Je stärker 
das atypische Verhalten ausgeprägt ist, desto weniger Aussicht 
ist auf die Wiederherstellung einer wachstumshemmenden Ge¬ 
websspannung, und desto andauernder wird die Wucherung sein. 

Auch hier muss ferner die Absprongung nicht notwendig zu 
einer räumlichen Verlagerung führen, sie kann vielmehr auch im 
Organ vor sich gehen. 

Endlich muss wie beim Embryo nicht in jedem Fall eine Ge¬ 
schwulst entstehen, da der abgelöste Theil infolge zu grossen 
Widerstandes der Umgebung zugrunde gehen, oder, wenn auch 
selten, ruhig liegen bleiben kann, während er in den übrigen 
Fällen wächst. So ergiebt sich, dass unter Umständen die Herab¬ 
setzung des Gewebswiderstandes die Geschwulstbildung fördern 
und dass in gleichem Sinne auch eine primäre, der Verlagerung 
vorangehende Wachsthumssteigerung sich geltend machen kann. 

Alle diese Erwägungen lassen mir also die Annahme durchaus 
nicht gewagt erscheinen, dass auch bei dom Erwachsenen 
die Abspaltung von Gewebskeimen aus dem organischen 
Zusammenhang die Grundlage der Geschwulstbildung ist. 

Man wird nun einwenden, dass doch bis jetzt nur unzu¬ 
reichende Grundlagen gegeben seien, welche eine Abtrennung von 
Keimen und eine Geschwulstbildung aus ihnen nahe leo-ten. 
Es scheint mir indessen, dass sich auch mit den bis jetzt bekannten 
Thatsachen schon etwas anfangen lässt, und ich meine, dass uns 
genauere histologische Untersuchungen hier noch viel weiter bringen 
werden. Ich verweise in dieser Richtung besonders auf die unten 
folgenden Auseinandersetzungen über das Carcinom. 

Wir wollen nun dazu übergehen, die für uns in Betracht kom¬ 
menden, bisher bekannt gewordenen Beobachtungen zusammenzu¬ 
stellen. Das am meisten besprochene Beispiel einer Entstehung von 
Tumoren durch Keimverlagerung bieten die multiplen Chon¬ 
drome und Exostosen. Bekanntlich hat Virchow 1 ) zuerst an 
gegeben, dass von Knorpeltheilen, welche bei anomaler Ossifiea- 
tion an den Epiphysenlinien z. B. bei Rachitis, aus dem Zusam¬ 
menhänge mit dem übrigen Knorpel getrennt werden, Knornel- 
geschwülste hervorgehen können. Diese Vorstellung hat allgemeinen 
• Vircho w hat seitdem noch mehrere Beobachtungen 
nutgethedt, zuletzt eine auf der Naturforscherversammlung in Halle 
woselbst dann auch Ackermann und Hanau über je einen dahin- 
gehongen Fall berichteten. Ersterer fand abgesprengte Knorpeh 
mselnbei einem grossen Enehondrom der Kniegelenkgegend letzterer 
bei multiplen Chondromen des Skelets. Später find dann noch 

mTch^T n H^ Nasse4 ) entsprechende Mittheilungen ge- 

macht vordem Man nimmt aber an, und einige der bisherigen 
Beobachtungen liefern dafür eine Stütze, dass nicht nur Chon- 

0 Die krankhaften Geschwülste I, S. 478. 

2 Pathologischen Institut zu Göttingen. 1803. ' 

) Deutsche Zeitschr. f. Chir. Bd. XXXVI 

) Berl. med. Gesellsch., 25. Juli 1894. 


drome, sondern auch Osteome aus solchen Knorpelinseln hervor¬ 
gehen können. Selbstverständlich braucht es sich dabei nicht 
immer um multiple Geschwülste zu handeln. Solitäre können natür¬ 
lich ebenso gut auf diese Weise entstehen. 

Von den bindegewebigen Tumoren interessiren uns ferner die 
Sarkome. Bei ihnen sind freilich die bis jetzt bekannten That¬ 
sachen nur mit Vorsicht und nur mit einem gewissen Grade von 
Wahrscheinlichkeit im Sinne einer Keimverlagerung zu verwerthen. 
Immerhin lässt sich Folgendes anführen. Erstens ist der Umstand, 
dass Sarkome so oft aus anderen bindegewebigen Tumoren und 
nicht nur aus fötal angelegten hervorgehen, insofern verwerthbar, 
als ja die bereits bestehenden Geschwülste nicht organisch in den 
Körper eingefügt sind und als deshalb die Zellen derselben sehr 
wohl im Sinne unserer obigen Ausführungen in eine lebhafte 
Wucherung gerathen können; zweitens liesse sich die Entstehung 
von Tumoren nach Fracturen aus einer Absprengung wucherungs¬ 
fähigen Periost- oder Markgewebes erklären. Drittens ist an die 
neuerdings vielfach studirte Entwickelung von Sarkomen aus 
Decidua und Placenta zu erinnern. Die Tumoren sind als 
Sarkoma deciduocellulare, Deciduoma malignum, Sarkom der Chorion¬ 
zotten bezeichnet worden. Gottschalk 1 ) hat die Litteratur in 
seiner Arbeit über das Sarkom der Chorionzotten besprochen. 
Ausser den dort angeführten Arbeiten ist noch eine Mittheilung 
von Klien 2 ) und eine von March and 3 ) zu nennen. Auch die 
nicht als maligne aufzufassenden Geschwülste, die Zahn 4 ) und 
v. Kahlden 5 ) beobachteten, seien hierangereiht. In allen solchen 
Fällen würde es sich nur um Geschwülste handeln, die von Resten 
der Eihäute oder der Placenta ausgehen, also von abgesprengten Zell- 
complexen, die, von dem Uterus noch ausreichend ernährt, infolge 
der mangelnden organischen Verbindung zu wuchern anfangen und 
Sarkome bilden. 

Gehen wir nun zu den epithelialen Tumoren über, so 
wollen wir zunächst an die oben besprochenen Dermoidcysten und 
Cholesteatome anknüpfen und uns fragen, ob ähnliche Dinge auch 
extrauterin entstehen können. Diese Frage ist zu bejahen. Zu¬ 
nächst wissen wir, dass man experimentell dermoidähnliche 
Bildungen erzeugen kann. Die Untersuchungen von Schwc- 
ninger 6 ) und Kaufmann 7 ) zeigten, dass umschnittene Haut¬ 
stückchen, über denen man die umgebende Haut zusammennäht, 
sich in dermoidcystenähnliche Hohlräume umwandeln. Ich habe 
den Versuch so modificirt, dass ich einen ebenfalls umschnittenen 
Epidermisbezirk, der an dem zugehörigen Bindegewebe wie an 
einem Stiel hing, durch eine Oeffnung der Bauchwand in die 
Bauchhöhle einführte, so dass also die Ernährung des Stückchens 
nicht unterbrochen wurde. Sein bindegewebiger Antheil verwuchs 
mit dem Peritoneum, das Epithel wurde in die Verwachsungen 
eingeschlossen und bildete eine mit haartragender Epidermis aus- 
gekleideto und mit abgestossenen Epithelzellen gefüllte Höhle. In 
analoger Weise muss man sich beim Menschen die traumatischen 
Epithelcysten entstanden denken, die besonders an den Fingem Vor¬ 
kommen. Hier sind ferner die durch abgesprengtes Hornhaut¬ 
epithel zustande kommenden Iriscysten zu erwähnen. 

Auch Cholesteatome können nach Ansicht vieler Autoren 
beim Erwachsenen durch eine Art Verlagerung entstehen. Besonders 
einleuchtend ist das für die Tumoren des Ohres, die man sich durch 
ein Hineinwachsen von Epidermis durch das defecte Trommelfell in 
die Paukenhöhle und die angrenzenden Knochenräume hervorgerufen 
denkt. Ich halte diese Erklärung für durchaus annehmbar und 
konnte mich in einem typischen Falle gut von dem direkten 
Zusammenhang der Epidermis des äusseren Gehörganges mit der 
Auskleidung der Cholesteatomhöhle überzeugen. Allein es handelt 
sich nicht ausschliesslich um die Epidermis, sondern unter ihr 
findet sich, wie auch von anderen Seiten beobachtet wurde, eine 
mehr oder weniger dicke Lage eines zell- und gefässreichen, offen¬ 
bar lebhaft wuchernden Bindegewebes, von welchem auch die Zer¬ 
störung des Knochens unter Bildung von Riesenzellen ausgeht. Ich 
meine, dass sich dasselbe nicht durch eine Umwandlung des dort 
in der Norm befindlichen Gewebes, sondern, wenigstens soweit die 
Nebenhöhlen des Felsenbeins und des Warzenfortsatzes in Betracht 
kommen, ebenfalls durch Hineinwachsen, und zwar der Biudesub- 
stanz der Paukenhöhle entwickelt. Von anderen Seiten, zuletzt von 
Baginsky (Berl. klin. Wochenschr. 1894, No. 26, 27), werden frei¬ 
lich die Cholesteatome des Ohres ähnlich erklärt wie die oben be¬ 
sprochenen Tumoren der Schädelhöhle. 

Betrachten wir jetzt die Adenome, so ist über ihre Bildung 

‘) Arcliiv f. Gynäkologie Bd. 46. 

8 ) Ib. Bd. 47. 

3 ) Aerztlicher Verein in Marburg, 4. Juli 1894. 

4 ) Virchow’s Archiv Bd. 96. 

f) Centralbl. für patholog. Anatomie Bd. II, No. 1 und 2. 

6 ) Centralbl. f. d. med. Wissenschaften 1881. 

7 ) Virchow’s Archiv Bd. 97. 


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, DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 

17.Januar. T ^ --—. - 


47 


Imrh „ostembryonale Verlagerung von Drüseuabsclimtten nur 
j“ bekannt ’ Jedoch wäre es einmal denkbar, dass ein Theil 
fei, eradenome hierhergehört. Sie entstehen bekanntlich gern 
I e Lebercin-hose und sind in diesem Zusammenhang vielfach ledig¬ 
lich ils compensatorische Hyperplasieeu aufgefasst worden. Das 
„ (r ! U1C }, richtig som, soweit sie in ihrem Bau, abgesehen von 
«IcrGrfose und Zahl der Zellen, mit dem der normalen Leber über- 
eiustimmen. Andere aber weichen ja nicht unwesentlich von den 
normalen Verhältnissen ab, ohne doch schon einen carcinomatösen 
Charakter zu haben. Sollte es nun unberechtigt sein, sich vorzu- 
««tellen dass solche Tumoren dadurch entstehen, dass Theil e des 
Lebergewebes, durch die Bindegewebswucherung aus 
ihrem Zusammenhänge mit dem übrigen Lebergewebe 
getrennt, nun für sich wachsen und Adenome erzeugen? 
Der abweichende Bau kann uns in dieser Vorstellung nur bestärken, 
denn dass solche isolirten Theile oft nicht mehr fähig sind, die 
aus Leberzellenreihen und Capillaren gebildete regelmässige nor¬ 
male Struetur wiederzugeben, ist leicht verständlich. 

Ebenso, glaube ich, kann man die echten Adenome der 
Niere deuten. Bei Schrumpfnieren entstehen bekanntlich zuweilen 
multiple kleine Tumoren, deren Bau von dem der normalen Niere 
bald mehr bald weniger abweicht. Sie setzen sich meist aus unregel¬ 
mässigen, durch Septa getrennten Hohlräumen zusammen, die mit 
zottigen Wucherungen ihrer Innenfläche versehen sind. Auch diese 
Gebilde können durch völlige Absprengung von Harneanälchen- 
abschnitten aus dem organischen Zusammenhänge bedingt sein. 
Hin hübsches Beispiel lieferten mir zwei stecknadelkopfgrosse Tu¬ 
moren, die aus derselben Niere eines Erwachsenen stammten und 
von Dr. Kicker aufgefunden wurden, der sie später genauer be¬ 
schreiben wird. In bindegewebigen, ungefähr keilförmigen Heerden 
der Nierenoberfläche lag ganz von dem übrigen Rindengewebe ge¬ 
trennt je ein kleines aus einer Anzahl von Hohlräumen bestehendes 
Adenom. Das eine hatte zottige Erhebungen, das andere glich 
mehr einer Gruppe unregelmässig gebauter, quer getroffener Harn¬ 
kanälchen. _ (Schluss folgt.) 


VI. Aus der III. medicinischen Klinik und Universitäts¬ 
poliklinik des Herrn Geh. Med.-Rath Prof. Dr. Senator. 

Heber die cMrurgisclie Behandlung 
der Magenkrankheiten. 

\on Dr. Th. Roseuheim, Privat,docenten und I. Assistenten. 

(Schluss aus No. 2.) 

Welcher Methode zur Beseitigung der vorhandenen Anomalie 
inan nun aber auch den Vorzug geben mag, unser Standpunkt in 
betreff der chirurgischen Behandlung der Magenerweiterung wird 
dadurch nicht verrückt: er ist, wie ich es schon früher 1 ) betont 
habe, der, dass die motorische Störung als solche unab- 
hängig von der Art ihrer Genese und, wie ich hier hinzuzufügen 
habe, unabhängig von der absoluten Grösse des Magens 2 ) 
das Entscheidende für unsere Beurtheilung wird. Ist die 
Schädigung durch die unblutigenHülfsmittel, über die wir verfügen, in 
absehbarer Zeit nicht ausgleichbar, wird nicht einmal eine Besserung 
des Allgemeinbefindens erzielt, oder verschlechtert sich dasselbe pro¬ 
gressiv so gehört der Fall vor das chirurgische Forum. Diejenigen 
Anzeichen, auf Grund deren es geboten ist, der Frage der chirur¬ 
gischen Behandlung nahe zu treten, sind die der Unterernährung: 

1 je Abmagerung, die Trockenheit und Abschilferung der Haut, 
«ie starke verminderung der Harnsecretion. Objectiv bemessen 
yr die Schwere der motorischen Störung am besten nach dem 
•ra e der Stagnation. Spülen wir solche Kranken regel- 
i'ssig zu einer bestimmten Tageszeit aus, so bekommen wir im 
e ( e f Behandlung bei ziemlich gleich bleibender Diät ein 
KfinW? j rt , die motorische Function; aus der Menge der 

bi'rmf- ande j eu T die Bewegungsenergie der Magenmuskulatur 
1 a S ew mnen wir nun nach einer grösseren Anzahl 
Kraft IT. Ausw J sc hungen den Eindruck, dass die motorische 
d lesem Wege sich nicht bessert, so lohnt es nicht, mit 
sondern im ^- !°? Elektricität und Massage die Zeit zu verlieren, 
ziehen v w Tf 1 an £ e bracht, die Operation in Erwägung zu 
Gnen I? ^bstverständlich, dass die Ausspülungen nur dort 
funrtin» TT 1 Maassstab für die Beurtheilung der Magen- 
_ geben können, wo sie in ihrer Wirkung durch ein ver- 

2 ? erHn - khn- Wochenschr. 1894, No. 39. 
a »fgebliihto S \fo f 1Ch Jün ^ einen Fall von Pylorusstenose, bei dem der 
tinSeno n . nr * ,s zum Nabel reichte; trotzdem bestand 
A «sspaluncren «iu . S i örun ^ die ungeachtet 5 Monate langer täglicher 
nothig mftrhtft. , ü . m cht besserte und die Gastroenterostomie schliesslich 
am ganzen mT der Eröffnung der Bauchhöhle wurde die Musculatur 
R gen erheblich hypertrophisch gefunden. 


nünftiges hygienisch - diätetisches Regime unterstützt werden 
Dringend ist davor zu warnen, dass man sieh mich ein- bis zwei¬ 
maliger Ausspülung bereits ein "endgültiges Urtheil über das Ver¬ 
halten der Motilität gestattet: (man sieht nicht solten bei schein¬ 
bar schweren Fällen allmählich oine ganz ausserordentliche 
Besserung der Bewegungsfähigkeit des Magens eintreteu. Die 
Kranken erholen sich, wie das Allgemeinbefinden lehrt, und wenn 
sie auch nicht geheilt werden, so können sie auch ohne mecha¬ 
nische Behandlung Monate und Jahre lang bei vorsichtiger Lebens¬ 
weise sich einer erträglichen Gesundheit erfreuen; ein mässiger 
Grad von motorischer Störung bleibt hier dauernd bestehen, aber 
er hindert nicht einen gewissen Lebensgenuss und eine Wahrung 
der stofflichen Bilanz. Wo die Situation sich derart gestaltet, 
wird man eine Operation nicht befürworten; wenn die Kranken 
aber infolge ihrer socialen Stellung sich nicht genügend schonen 
können, wenn dann eine solche Besserung sich oben nur als vor¬ 
übergehend erweist, ivenn die Beschwerden schliesslich nur durch 
tägliche Magenwaschung zu beschränken sind, so wird man einen 
chirurgischen Eingriff wohl in’s Auge fassen müssen, auch wenn 
der Grad der motorischen Störung noch nicht als extrem zu be¬ 
zeichnen ist. Hier wird natürlich dem Tact, der Einsicht des 
Arztes für die Entscheidung von Fall zu Fall der weiteste Spiel¬ 
raum bleiben. 

In allen schweren Fällen von Ektasie aber warte man nicht 
zu lange: zwar gelingt es auch hier durch energische Ernährung 
vom Mastdarm aus — unter Umständen bei völliger Entlastung und 
Ruhigstellung des Magens für kurze Zeit nach Roessler 1 ) — durch 
regelmässige Wasserklysmen u. a. m., der sich geltend machenden 
Unterernährung eutgegenzuwirken; aber gemeinhin hält der so er¬ 
zielte Erfolg nicht lange vor. Nach kurzer Besserung beginnt der 
Kräfteverfall von neuem sich zu zeigen, und man hüte sich jetzt, 
die Operation so lange hinauszuzögern, bis Complicationen: 
Phthisis pulmonum, Tetanie in die Erscheinung getreten sind. 

Die chirurgische Behandlung des Ulcus ventriculi hat im 
Voraufgehenden bereits in einer seiner Complicationen, der Pylorus¬ 
stenose mit consecutiver Erweiterung, Berücksichtigung gefunden, 
aber damit sind die Indicationen zum operativen Eingriff, die das 
Geschwür geben kann, nicht erschöpft: Es können unaufhörliche 
Blutungen, die acute Perforationsperitonitis, eine Peri¬ 
gastritis, die durch Strangbildung die Magenthätigkeit stört, 
oder die zur Etablirung eines Abscesses (subphrenischer Abscess) 
führt, die Veranlassung werden, zum Messer zu greifen. 

Am seltensten ist wegen hartnäckiger Blutungen operirt 
worden. So lange die Blutung dauert, wird man mit Ruhigstellung 
des Magens eventuell durch Transfusion oder Kochsalzinfusion die 
Katastrophe hintanzuhalten suchen. Nach derselben bei einiger- 
maassen erträglichem Kräftezustand zu operiren, erscheint dann 
nicht unbegründet, wenn die Erfahrung im gegebenen Falle gelehrt 
hat, dass die Blutungen immer wiederkehren, und die Gefahr der 
progressiven Anämie droht. Aber auch dann wird man mit zu 
grossen Erwartungen nicht an die Sache herangehen dürfen: das 
Ulcus wird oft sehr schwer zu finden sein, und man wird nicht 
selten auf mehrere an verschiedenen Stellen des Magens stossen; 
die Eröffnung der Magenhöhle ist durchaus nötliig, und es ist 
gerade nicht leicht sich in derselben zureehtzufindon. Am ehesten 
kommt man noch zum Ziel, wenn das Ulcus seinen Sitz durch 
perigastritische Verwachsung äusserlich kenntlich macht. So ver¬ 
mochte Küster 2 ) bei einer 21jährigen Patientin, die an Ektasie 
und häufig recidivirenden Blutungen litt, sich durch die Adhäsion 
am Panereas rasch zu orientiren; er machte die Gastroenterostomie 
und ätzte von der Oeffnung aus den Geschwürskrater an der 
Hinterwand, in dem sich ein Kirschstein gefangen hatte, mit dein 
Thermocauter. Der Erfolg war vorzüglich; sämmtliche Beschwerden 
schwanden, speciell auch Blutungen blieben aus. Ich glaube, dass 
schon die Entfernung des Steines, vor allem auch die Regulirung 
der Ablauf Verhältnisse im Magen durch die Gastroenterostomie 
für sich allein einen weiteren symptomlosen Verlauf ohne die 
Aetzung ermöglicht hätten. Eine Patientin von Mikulicz 8 ), bei 
der unter gleichen Verhältnissen das Geschwür geätzt und dann 
die Pyloroplastik gemacht wurde, starb im Collaps. 

Die acute Perforationsperitonitis ist ein Ereigniss, das 
in wenig mehr als 15 Fällen bisher zu operativen Eingriffen \ er- 
anlassung wurde. Glücklich verlief meines Wissens in Deutschland 
nur ein Fall (Kriege^). Indess wurde bei der Mehrzahl der 
Kranken die Operation so spät vorgenommen, dass ein Nutzen von 
vornherein sehr unwahrscheinlich war; nur bei frühem Eingreifen 
darf man aber auf Erfolg rechnen. Im Beginn der Erkrankung 


») Wien. klin. Wochenschr. 1893, No. 40. . 

3 ) Verhandlg. d. Congr. d. D. Gesellschaft 1. Chirurgie 1894. 

3) Berlin, klin. Wochenschr. 1892, No. 49, 50. Q7 q 007 

4 ) Verhandlg. d. Deutschen Gesellschaft f. Chirurgie 18«/, 0 . 


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UNIVER5ITY OF MICHIGAN 



48 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


Ina " llc l llc, ‘ ,mmer S«ueigt sein mit der Möglichkeit zu 
rechnen, dass der Process sich begrenzt, und hat dann die Chance 
spater unter günstigeren Bedingungen die Porigastritis he- 
kämpfen zu können. 

.nseh^Ti’a^ dle da ? UIc " s ventriculi in erster Reihe von ätiolo- 
'± h i.. Be f eUtUllg , ls . t ~. sn zweiter Stelle kommen wohl Gallen- 
stemeria-ankungen, bösartige Neoplasmen, Traumen in Betracht — 
bedingt durch Verwachsungen und Strangbildung Störungen dio 
ausserordentlich schwer richtig zu deuten sind: bald werden heftige 
SS/ 1 ?T„ t lCh bei f ärkcrer Füll “ng des Magens ausge- 

kölmk Jd i b f° h , J e " er hartnäckige, den Lebensgenuss ver- 
kümmenide bohrende oder drückende Schmerz in der Tiefe bald 
smd alle Erscheinungen einer Magenerweiterung dauernd’ ror- 
handen bald stellen sich Erbrechen und hyperästhetische Zustände 
nui anfallweise und vorübergellend, z. B. nach körperlicher An- 

ist TeÜ em u DC1 i ob J‘ ective Nachweis der Perigastritis 
n feel \ r s . cllwer 1 res P- unmöglich: eine ausgedehnte 
£ ^ rucks 1 ch merzhaftigkeit im Epigastrium, besonders 
wenn dieselbe nach rechts über die Magengrenzei hinaus- 

ff aucbwenn keme Dämpfung vorhanden ist, auf eine 
Sei osaaffection an der vorderen Magen wand hin: eine grosso un- 
regelmässig gestaltete Dämpfungszone in der Milz- 
gegend finden wir, wo es zu Exsudatbildung in der linken Seite 

^ k ;Csch,n : epf C ! e A “T ~ hen ‘ Sich hier duich den 

h ! r’/ 6 ” man ln der Tiefe liervorruft, wenn man 

seitlich den linken unteren Thoraxrand etwas brüsk 

!deh h ,° b T Z J rT £ Die Terigastritis postica endlich nianifestirt 
n dl i ^findlichkeH des ersten und zweTten 
Lumbalwirbels sowie links davon gelegener Theilc bei der Per¬ 
cussion und Palpation. Manchmal kann auch localisirtcr 
ltn er q *?• “"^'•gewöhn]ieher Stelle einen FhlgJ-zcig 
geben. So diagnosticirte ich eine peritoneale Verwachsung de? 

51 0r jXe an V e \^ ag r S f,ei eine k m Patienten, Kelpin mit Namen, 

, Jatl ™ a,t i bei dem eine thalergrosse, auf Druck 

im''war die'” FingGr breit 0,Jerhall > des Nabels feststoll- 

!, "ff’ dle a , u , ch . der feRz spontaner heftiger Schmerzen während der 

am® 1*8* Juni' 1894 tA'rf f "T Die Gelmim,M,h Hah■ 

rr v , 1 ,? 94 ansgefuhrte Laparotomie bestätigte die Diaimns,. 

nrntw 6 der / erigas ‘ ritis war “ diesem Falle, whfdiefgle Xv 1 

*■’* sich aUein kehle 


No. 3 


Ir der'K, S r ,U,me ,m f te: nac JGuVrj I i::u„ S fdJ k jra k nt.s 
« « » «“" Z t bes,dlw erdefrei. Befonders dort 

?r n w^ 1 SmUt 2 da ^^ G>nSb ” 1 " J^den Erfolg^Tefbt 

durclT'motorische 6 S^^nfindie^ "f3’ "f ^ 
tisch durchgeführt wird ®kMn»n v ?* und .systema- 

Gefab? e i.sf°sich m mit fllC d h e e i n In^ahiJe' beUrtbei > ende “ FäU1 » ««« 

werden. So behandelte ich im Min 1894^“’/“" TT Wbl " “? rvös 
Poliklinik einen 27jährigen Kranker, ,/ ie1 ', Umversitäts- 

den Eindruck geringerGlfubwürÄeif d .T 1 Urch sein Wesen 
gesteigert wÄShTn'’^fnd £ t "MM nicht 
leiden auf einen Stoss, den' er erhalten wr ’ d • ®°! n Magen- 

Unfallrente beanspruchte Die n ba ^ e , zuruckfülute, eine 

Patienten nach j^ ^llten sich bei dem 

energischen Körperbewegung als äusSist'hfifr*’“ g UCh bei Jeder 
gab an, dass mehr die Ouanütät a b n ge ;'P' am P t ' cia ' 1 ) er 
von Einfluss auf das Eintreten der Antan'” ^“ alltat der Nahrung 
erbrach nie und war da er sehr v^htifi’, f' batte Api,etit > 
nahrungszustande. Er war aber n.Vbt iJ ^ i te ’ 111 Er- 
spieligc Lebensweise ohne Thätigkeif Jüt ' ^ P? 6 ’ diese kost- 
so drängten die Verhältnisse m Cv “' durchzuführen, und 
war eine functioneile Störung des^rgäfs 118 -nT Ueb , e ‘ S '• 0bjectiv 
bestand eine erhebliche Dninkornnfi . mcbt nachweisbar; es 

wärts bis fast zum Epigastrium ab- 

Versuelien meinerseits wfrd i! i vei 1 ’? ebIlc . he n therapeutischen 
Klinik eine Probelaparotomie wmaoht chl / ur ß lsc { wn Universitäts- 
(leren Magenwand an Leber und RanoW** 5 mo Adhäsio11 der vor- 
Lösung die Schmerzen verschwind h nd gefunden ’ llacb deren 

Fälle Länderer s, Münch, med. Wochonschr. 1893, No. 39. | 


Dass wo wir Strangbildungcn und Verwachsungen als Ursache 
heftiger Beschwerden vermuthen dürfen, wir nach Erschöpfung 
aller anderen Hiilfsmittcl zum Messer greifen, erscheint wohl 
oereclitigt, und wir werden das, Avie in dem eben erwähnten Falle 
um so eher und früher thun, wo die socialen Verhältnisse Schonung 
und zweckentsprechende Pflege nicht gestatten. Die DurchtrennunS 
von Verwachsungen und Bändern ist ein unbedenklicher Eimrriff 
der in der Mehrzahl der bekannten Fälle ein ausserordentlich 
günstiges Resultat hatte (cfr. z. B. die lesenswertho Mitteilung 
Lauen st ein s l ) über diesen Gegenstand). ” 

Nur .selten wie ick das selbst einmal beobachtete, bildet sieb 
nach der Durehsclmeidung der Adhäsion bald eine neue an der 
frisehon Grundfläche; besteht in solchem Falle infolge der Com- 
pression der Magenwand eine stärkere, heftigere Beschwerden ver¬ 
ursachende motorische Störung, so ist der Ausgleich derselben 
dann auf keine andere Weise mehr zu erreichen, als durch An¬ 
legung einer Magendünudarmflstel (Gastroenterostomie) 

Bie I crigastritis kann sich endlich als Pyopneumothorax 
tmd Absccssus subphrcnics, wie sie Leyden zuerst schmf 
PmfnJr ISIrt ,al ■’ da ^ tpUo “, *« sich seltene Affectionen, für die 
fln jp TN i‘ el !' e ? y ic “s ventriculi resp. duodoni wohl die häu- 
: ‘ e i S 'r d; da ?? dlese Gomplicationen, als solche erkannt 
as chu urgische Eingreifen unter allen Umständen gebieten untei- 

D ff renzen' “T “T ^ ^ deS Vorgehens b “‘> 

iJineienzen, auf die wir aber hier nicht, weiter eiiigeken. Ebenso 

wenig brauchen wir bei der Diagnose dieser Abscesse, die oft, be¬ 
deutende Schwierigkeiten machen kann, zu verweilen 

Wir haben noch einer Gruppe von Krankheiten zu gedenken 

der Vere glSC 16 Lltcrvention am Magen erfordern können, nämlich 
de, Nerengerungen resp. Versehliessungen am Magen- 

k , -/ k d f r Caidla ’ “ nd ie)l k ann mich über diesen Punkt 

nuz fassen, da er schon Gegenstand der Discussion in unserem 

EwalVt 01 ttT* Jahren r!? gentIicb ehles Vortages de Xnn 
wn , k' G Ue ,C1 elnen Fal1 von Gastrostomie“, gewesen ist 
Vnd die Hemmung der Passage an dieser Stelle so beträchtlich 
dass der Kranke n den Zustand der Untcremähmig geYangt ^ 
kommt ein operativer Eingriff ohne weiteres in Frage® gTe chlültig 
oh d e Stenose gutartiger oder bösartiger Natur ist S ss ft 

dem lktcreTse B de "Kr 01 "!. dW E . nvä ^ Raum 211 g p l>en, ob es nicht, 
möglichst ian J bwi? entepn ® ht * deu Z®»P«nkt der Operation 
SÄ „tS "T"T era Denn das ’ was unter den gün- 

wonne, wird i't e! f d ? Pfoten durch die Gastrostomie ge- 
wonnen wnd mt, em Aufschub der Katastrophe um Monate Wir 

Card astVictJ Je 1 ^ PatieDton ( 4 ) mit carciuomatöser 

worden wJ mi “'Mm-ehgaugig oder fast uudurchgängig ge- 
Falle hat' die Pallinr ^ agei ! kstel ve rsehen lassen, aber in keinem 
J jJiJ f R . ,H ‘ ratl0, ‘ da - s Lcben unl mehr- als drei Mo- 
dk de Siff B I g ? 1 n V P U . n !* ocb die augenblickliche Gefahr. 

dJröhsickert ’de, T nur noeh w enig Flüssiges 

Hungertodel’in’s Ange^ieht 80 "’ U ' kllch den Qualcn dos 

weist Nl de,m b midne^Kv T moi,,e Erfahrung nicht viel be- 

schon sehr elend iin^ a r k<,I1 E' Waren ’ als sle zur Operation kamen, 
weisen' di J in ’ “ d d i e Erwägung ist nicht von der Hand zu 
Aule-uiJ der ) fruberen Stad i»m des Leidens durch die 

erzieh, wird niebt nfiste em . e absolute Verlängerung des Lebens 
Gastrostomie die Rot ZUm W( tingst,en schon deshalb, weil nach der 
, g de f Evebses durch die während derDeglu- 

ist auch sch er Zeh L f'- baftenden S P eisp massen aufhört. Es 
DiJnJ!n, ,w V 010 . f ; ,,lhe Operation von Herrn Boas bei de, 
die Fortschritte” Sin V . ort . ra ff es befürwortet worden, und 

hat sind dank’ de, C .. ul ' ul V le ln de u letzten Jahren gemacht 
deren auch der fv B T uh . UI « e n von Witzei, Hahn und a„- 
operative Ei,n”riff G f fT ° mie ZU gute ^kommen, so dass der 
bei careinom'hölpr S <5t brl t OSW ’ ? ewordeu . ist - Trotzdem würde ich 
lange die Krank Efn .?t ur llle inals eine Operation anrathen, so 
NaSfrung ansta, , ube ^ au Pt »och flüssige und bre ige 
m JnstiJ n S ° S ,!° h 1 U , Ck ° 11 können, weil mir der Nutz™ 

groes zu sein scheint - Nur 
(Dreck Ref F ™ ähl ' u 'igsform erhebliche Beschwerden 
material nhh/ ,0 . n l vei } ,rsae ^, wenn das so eingeführte Nälir- 
zu bewahren f 'dtSn ^ de “ Fr a uk en vor raschem Kräftcverfall 
erst abzuwa’rtnn a'J U lr i ari T dle Gastrostomie machen lassen, ohne 
schlechtert Di»’ n ,. ®. m .Inamtionszustand die Chancen ver- 

reJ Mijsst.J nakb Urc , ,S ' ll,g -‘ gke . it einer Strictur ftir Bougies ist 
Maassst ab, nach dem wir hier eine Indication stellen können: 

II rlS: a, klia ,' Chirurgie Bd. XLV. 

) \ erhandlg. d. \ ereins f. innere Medicin 1892. 


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17. Januar 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


49 


eine Verengerung kann auch für die dünnste Sonde impermeabel 
<e in, weil der Canal spiralig verläuft, sie kann aber breiige Nah¬ 
rung bequem fortdauernd passiren lassen, und in solchem Falle 
liegt meines Erachtens kein Grund vor, die Operation vorzu- 

nehmen. . , 0J . J 

Handelt es sich um eine gutartige Strictur, hervorgerufen 
durch Aetzung, Ulcus pepticum u. a. seltene Ursachen, so wird 
man noch geneigter sein, früh operativ einzugreifen. Sowie in 
solchem Falle die Hindurchführung von Sonden durch 
die Strictur nicht mehr gelingt, werden wir eine Magen¬ 
fistel an legen, auch wenn Flüssigkeiten noch passiren, weil wir 
hier mit der Chance zu rechnen haben, dass es möglich ist, die 
Verengerung der Cardia durch Bougieren von der Magenöffnung 
her allmählich zu beseitigen: ein therapeutischer Gesichtspunkt, 
der bei maligner Strictur, bei der die Sondenbehandlung überhaupt 
thunlichst zu beschränken ist, so gut Avie garnicht in Betracht kommt. 

Nicht unerwähnt darf schliesslich bleiben, dass bei den hier 
zuletzt besprochenen Krankheitsformen sich unter Umständen statt 
der Gastrostomie die Anlegung einer Dünndarmfistel: die Jeju- 
nostomie, wie sie May dl 1 ) zuerst ausgeführt hat, nützlich er¬ 
weist. Die Indication für diesen ausserordentlich leichten und auch 
bei den heruntergekommensten Kranken noch mit Aussicht auf 
Erfolg möglichen Eingriff ist nach Hahn 2 ) gegeben, wenn bei Ver¬ 
ätzung des Oesophagus und Magens der Exitus letalis durch In- 
anition zu befürchten ist, wenn bei tiefen Oesophagus- und Cardia- 
carcinomeu die Gastrostomie wegen Schrumpfung des Magens nicht 
ausführbar ist, wenn bei Pyloruscarcinomen die Magenwand so un¬ 
glücklich ergriffen ist, dass weder Resection noch Gastroentero¬ 
stomie gemacht werden kann. — 

Damit ist das erschöpft, was ich Ilrnen, m. H., über die chi¬ 
rurgische Behandlung der Magenkrankheiten zu sagen hätte. Dass 
der Chirurgie für die Heilung und Besserung der verschiedensten 
Mageuleiden Mittel zu Gebote stehen, auf die wir unbedingt und 
rechtzeitig zurückgreifen müssen, steht ausser allem Zweifel: das 
ladicationsgebiet dürfte in Zukunft in mancher Richtung noch eine 
Erweiterung erfahren, und zwar um so eher und in ausgedehnterem 
Maasse, je vollkommener die operative Methodik und je sicherer 
unsere Diagnostik wird. 

Meinen eigenen Standpunkt in der wichtigen Frage: wann be¬ 
darf der interne Arzt des Chirurgen, habe ich bei Besprechung 
der verschiedenen in Betracht kommenden Krankheitszustände 
thunlichst präcisirt. Ich hoffe, dass Ihnen derselbe, namentlich 
mit Rücksicht auf die Ergebnisse, die wir erzielt haben, als ein 
wohlbegründeter erscheinen wird. 


VH. Oeffentliches Sanitätswesen. 

„,„7 J ° lln s> ßUliiigs, Vital statisti« of New-York City and Brooklyn, 
-f I y s PCrl0j of 8lx f eHrs eudl "g 81, 1890. Washington. 

vier Jahren ungefähr die Hälfte der Einwohner- 
kÄfffii 15301 Seelen); das Areal der Stadt New-York 
«elchK^tr q! 8 ?? n Dd i^ 890 Slch erweitern können; das Terrain, 

GnSr«4S.: Mt ?'? 0kIjn J geh0rt ’ ist vermöge seiner Lage in hohem 
Ä,“ le ! ™>8?rahj g und hat 1886 eine sehr bedeutende Vergrößerung 
nur ttVVnT m New ->ork der Acre für nahezu 59, in Brioklvn flb 
auszureichen hat. In jeder der 81828 Wohnungen 
ßrookta w mcht weniger als 18,52 Personen Platz finden; in 
lieh ic'ü80 Man. l | a 8 e 8 en dio 82 282 Wohnungen nur von durchschnitt- 
heträet'im wSÄ be “|>prucht Die Länge der gepflasterten Strassen 
nämlich “]7-, \?i ] hb d T V °? H'T ork nul ' 358 > in dem von Brooklyn mehr, 
New- York Hin »Jf 11, In der Beleuchtung und Wasserversorgung behauptet 
entfallen 56 17 gTösscr {l n Ansprüche: auf jede Strassenbeleuchtungsflamme 
74 ’ W Dersonen; jeder Einwohner 
"'»SSW \n TZ vLu gh . Ch n' 91 ;. - J eder Br o° k ljner nur 62,01 GaUonen 
circa 3005 des Canalisationsnetzes participiren in New-York 

Zähl der “J? 2122 Bewohner. Merkwürdig ähnlich ist die 

1000 Personen inV m , 4 , em 1000 Personen in New-York 5.00, auf 
städtischen t£J? r00klj ? 4 ’? 4 Wirtschaften cntfnllen. 757 Acre des 
demgegenüber zu iwrJüi- f m< D ln Brooklyn zu Begräbnissplätzen, und 685 
Benutzungen des New Vn*?* ^-? rks - ““gelegt, während die entsprechenden 
(Centralpark) ZtZZ» Tw Temtoriums sich auf 421 resp. 5101 Acre 
■hr Durchschnitt'für V*’ v *f ?o n di® Todesziffern anlangt, so ist 
S™oklT 2 541 flw 7'} 0r £ 28 ’ 47 (ohne Todtgeburten 26,31)1 - für 
'lass eine Reihe vnn ^ . P ro Mille. (Es ist bekannt, 

Minneapolis bis hinnni^^ 3e , r J^ mon wei t niedrigere Sterbeziffern — 
die klSsch Tr““ ', auf 44 ' 7G P™ Mille - aufweisen). Dass hier 
fufe beider Städte daS* f Iei J h . arti ^ en Verhältnisse zur Rang- 

?^mmen wThe diP lÄ Cheid 4 en u d ? erweist sieh aus den 

Thller (1877_187QA ^ J* br ®ssterblichkeit seit 1875 veranschaulichen: 

‘WYirk andL Gip /f (1881-1882) der Curven fallen für 
aus - Die Raeenverli °j k Z^j nae . zu völli g übereinstimmend 
-- tnisse der beiderseitigen Bewohner, die Erkrankungs- 


*! Deut?! medi J c ? D : Jali rbücher 1887. 

) eutsche mediem. Wochensehr. 1894, No. 


27. 


Zthi - u de - l \ eiuze . ll Jf JU Infectiunskrauklieiten sind es demnächst 
welche m allen jahreszeitlichen, topographischen und sonstigen Combi 
?55“ en T den verwiegenden Inhalt des bedeutenden statistischen Werkes 
Fa? 6 ■ ^ Usser tabellarischen, diagrammatischen, kartographischen 
f e HtUfsmittel der Anschauung reichlich in Anwendung Re 
u . ni de f Diteressenten das augenblickliche Eindringen in di! be- 
Mffi Ch ^ 1 “ t ? n i- U T> d n C - ZOgeiie ^ ^ oi'glcielie zu ermöglichen. Gerade durch diese 
“\ r hat Blll * n £ s aber em Material an Einzelheiten überwältigt, von 
dessen Masse und Umfang kein noch so langes Referat auch nur die 
entfernteste Vorstellung bieten könnte. 

, , ~ . Ba f m } französischen Senat soeben in erster Lesung angenommene 
ft*“ Arzt . vjichtige Gesetz über die Ausübung des Apotliekerberufes ent- 
lnnH f ^u US Bestimmungen. welche zum Theil auch in Deutsch- 

iwW?! tei \ d f Ud 'i ^aeh Art, 10 des Gesetzes ist jedes Ucberoiukommen 
zwischen Arzt, und Apotheker, durch welches ersterem ein Vortheil vom 
Verkauf von Hefimittelu gewährleistet wird, streng verboten. Aerzte 
ftX rZt ;, U ^ Heb v a S n ! en df,rfen . nicht gleichzeitig den Beruf eines Apo¬ 
thekers (durfte auch Hebammen eigentlich schwer fallen!) ausüben: jedoch 
darf der Arzt Kranken, zu denen er gerufen, Heilmittel verabfolgen, wenn 
die Patienten mindestens 6 Kilometer von jeder Apotheke entfernt wohnen, 
und auch Kranken, die ihn in seiner Wohnung consultiren, darf er Medi- 
camente abgeben, wenn erstere mindestens 6 Kilometer von einer Apotheke 
entfernt hegt. Die betreffenden Aerzte dürfen keinen offenen Laden für den 
V erkauf haben. lu dringenden Fällen dürfen Aerzte in ihrer oder der 
Kranken \\ ohnung gewisse, von der Verwaltung bestimmte Heilmittel ab¬ 
geben, selbst wenn eine oder mehrere Apotheken sieh am Orte befinden 
Die Apotheker dürfen bestimmte Substanzen nicht ohne ärztliche Ver- 
Oidnung ans Publicum abgeben. Aerztliche Verordnungen werden vom 
Apotheker nur dann copirt, „wenn derselbe sie aufheben zu müssen meint" 
(si le pharmacien croit devoir conserver). Die Gehörtretiing der einzelnen 
Vorschriften hat Geldstrafen von 100 bis 500 Francs im Gefolge. (Le 
Bull. med. 1894, No. 95.) George Meyer (Berlin). 


VIII. Das Diphtherieheilserum in den Pariser 
Hospitälern. 

Von Gertrud Gordon. 

Seitdem Roux im September vorigen Jahres auf dem Budapester 
Longress die denkwürdige Mittheilung über die von ihm im „Höpital des 
enfants malades“ in 300 Fällen erprobte Antitoxinbehandlung der Di- 
phtheiie gemacht, war in hiesigen medicinisclien Kreisen das Signal zur 
Einführung dieser Methode in die Praxis gegeben. Die Resultate der 
Roux sehen Experimente sind seiner Zeit ausführlich besprochen worden 
und wohl noch zu frisch in aller Gedächtnis, als dass ihre Wiederholung 
hier nothwendig wäre. Es sei mir aber doch ein kurzer Rückblick darauf 
zum Zwecke eines Vergleiches mit den betreffenden Statistiken der ver¬ 
gangenen Jahre gestattet. 

Vom 1 . Februar bis 24. Juli 1894 sind im „Höpital des enfants 
malades 300 mit wahrer Klebs-Loefflerscher Diphtherie behaftete 
Kinder vermittels der Scrumtherapie behandelt worden. Die in dieser 
Anstalt bis^ dahin übliche lokale Behandlung, bestehend in Pinselungen 
mit einem Gemisch von Glycerin und Salicvlsäure sowie in Ausspülungen 
mit Boraxwasser (eau boriquee), wurde daneben beibehalten. Das Serum 
als einzig neu liinzugekommenes Element konnte dahor nur allein als Ur¬ 
sache der in der Folge erzielten auffallend günstigen Resultate in Be¬ 
tracht kommen 3 ). Von diesen 300 Fällen haben 78 zum Exitus geführt, 
also 26 u /o, während in den Jahren 1890, 1891, 1892 und 1893 von 3971 
in die Diphtherieabtheilung desselben Hospitals aufgenommenen Kindern 
2029 gestorben -waren. Der Procentsatz der Totalsterblichkeit war 

1890 = 55,88 

1891 = 52.45 

1892 = 47,64 

1893 = 48,47 
Im Durchschnitt 51,71 %. 

Dieser Unterschied von 51,71 und 26 °/o sprach ebenso deutlich zu 
Gunsten des neuen Heilmittels, wie die Statistik des Hospitals Trousseau. 
wo zur seihen Zeit 520 diphtheriekranke, ohne Serum behandelte Kinder 
eine Sterblichkeit von 316, d. h. 60 %. gegeben halten. — Was den Ver¬ 
lauf der Diphtherie bei der Serumbehandlung anbetrifft, so ist bekannt, 
dass Roux in seinen Fällen nur die vorteilhaftesten Wirkungen des 
Antitoxins auf Allgemeinbefinden und Lokalerscheinungen gesehen hat. Der 
Zustand der kleinen Kranken besserte sich auffallend schnell; die Mem¬ 
branbildung wurde bereits 24 Stunden nach der ersten Einspritzung auf- 
gehalten; 36, höchstens 48 Stunden später stiesson sich die häutigen 
Beläge vollständig ab. Der Temperaturabfall zur Norm und die Herab¬ 
setzung der Pulsfrequenz erfolgten meistens am zweiten Tage nach der 
Inoculation; Albumen im Urin wurde weniger oft als früher constatirt 
und ebenso die postdiphtheritischen Complicationen. Während der Re- 
convalescenz hat Roux allerdings urticariaähnliche Ausschläge mit und 
ohne Fieber beobachtet. Er schrieb jedoch nur die letzteren der Wir¬ 
kung des Serums zu, während er die ersteren als infectiöse Erytheme 
betrachtete, wie man sie häufig im Gefolge der Anginen, besonders der 
Mischaffectionen von Diphtheriebacillen und Streptococcen sehen kann. 
Die verschiedenen croupösen Formen mit Bacterienassociationen haben 
Roux ebenfalls bedeutend günstigere Resultate infolge der Antitoxin- 
behandlung gegeben. Wenngleich die Sterblichkeit in diesen Fällen, be¬ 
sonders bei der Association mit Staphylococcen und Streptococcen noch 
immer eine ungemein hohe blieb: 63 °/o, so war sie doch gegen früher 

^ Roux et Martin. Annales de 1 ’Institut Pasteur. Octobre 1894. 


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50 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


^ ®, /° jj> esuil ken. Desgleichen wurde die Zahl der Tracheotomicen 
durch das Serum herabgesetzt. In den Jahren 1892 und 1893 wurden im 
Jiopital des enfants malades nicht weniger als 50 % operirt, während der 

dieser StatL^^ enmen ^ e Waren es nur ^° /0 * — Soviel zur Wiederholung 

Sehen wir nun, welche Resultate das Diphtherieheilseruin in’ der 
lolge denjenigen Klinikern gegeben hat, die dasselbe nach dem Erwachen 
aus dem allgemeinen Freudentaumel mit nüchterner Ueberlegung und in 
objectiver Weise aufseine Wirksamkeit hin prüfen konnten. Es liegt bis 
jetzt neuen mehreren kürzeren nur ein vollständiger bezüglicher Hospital- 
bericht vor. Um die Erfahrungen im Höpital des enfants malades zu ver¬ 
vollständigen, so hat Dr. Lebreton, Dirigent dor dortigen Diphtherie¬ 
station, von October bis Anfangs December im ganzen 242 Kinder mit 
Serum behandelt Dieselben haben 28 Todesfälle, also eine Totalsterblichkeit 
g f teUt \ em . Proc ? ntsatz , der auf 8 sänke, wenn davon die¬ 
jenigen Fälle abgerechnet würden, die infolge schwerer Complicationen von 
vornherein aussichtslos gewesen sind. Von den tracheotomirten Kindern 
w«n^ r c e -f° n i 34,7 i o 0 o Ve l* 0r ? U ‘ ~ Im Trousseau wird die Serum- 

1 ?i September v. J. angewandt. Bei dieser Gelegenheit 
oie Biphtherieabtheilung dort ein wenig reorganisirt worden, da die 
bis dahin herrschenden Zustände nicht melir haltbar waren. So war bei- 
2«nnrfi Se A der *^ 0SS0 ’ ? u 5 zwei SäIen bestehende Diphtheriepavillon der 
5nn a S Dte -S t 8,111 Anfänge desselben Jahres in derartigem Maasse 
, der , Br ? i ; cho P n . ou J mon ie heimgesucht, dass nicht weniger als 86% der 
^nf^w 0 mir l en — dl A es ? r Krankheit erlagen. Die erbärmliche den 
Pavfllin! - h re ianische11 . Anforderungen hohnsprechende Einrichtung des 
liI Sn,r erSC1 w’ . sowie die kolossale Ueberfüllung desselben anderer- 
WOh * m arater c Rei be an dieser unerlaubten Sterblichkeit 
SchuJd gewesen sein. Beiläufig erwähnt, herrschten und herrschen noch 


No. 3 


i^r nnf r/nrü, ptTic uug erwunnt, Herrschten und herrschen noch 
D 7 ht F« e ^ eS n at1 ?^ Hö P ital des enfants malades ähnliche 
W s ? 6n S p e Zustände. 1 ) Die Bronchopneumonie ist dort ebenfalls ein 
bestän^ger Gast und schon Roux, der während seiner Experimente dort 
hiH«™ Vl?l gen H d ! l t S0 trau !' 1 g™ Verhältnisse anzukämpfen hatte, hat 
Trousseau Iff ber , ® ,e Diphtherienbtheilimg im Hospital 

Halsaffeetlonroi nml T < er Weis ,° . 0I 'tf anislrt wordon, dass sämiutlicbe mit 
l^lventfvdniertimrVn tl ?n 1CrSCK ö' Ungen ein 8 T ' ,iefert ™ Kinder nach einer 
ffSht und «rit na 20 Seru ! n zunilcbsl in IsoliiTäimien unter- 
Ichleto ’ der h C bac *' cno ^°g’ st ‘hc Untersuchung der aus dem 

hatten in dL h n;Ä - Be gewonnenen Culturcn Diphtherie ergeben 
desseL^kamon ?nepa ^ 1 -“ ub<Jr gf ib rt wurden. IÄ den einen Saal 
dfe ÄaSönen^’ reinen Anginen und Larynxdiplitherieen, in den anderen 
die Miscnaftectionen. Desgleichen wurden, so weit es der Raum bestattete 
die Bronehopneumomeen isolirt. Unter diesen günstigeren Bedingungen 

geleimt und g wähi'end d f ^ ^ S « er b “ L Stöber Ä 
Siesefbe hat ihm plno T f ? 1 ’ ^/ n A 7 FäIlen die neua Methode erprobt. 

jjieseioe hat ihm eine Totülsterblichkeit von 12,5% beheben Drei Fälle 

geheilt ^während dreTander er ^C ter Tra cheotomie auffallend schnell 

?“ Ser “ m behandelt, ebenfalls zu voll- 
eSflber 2tfiÄrt haben. Legendre scheint der Serumbewegung 
fveLgleich das^ Ärf.f ge - ßeo ^ < l htu . n K 8 8 abe nicbt eingebttsst zu haben 

Äki,n S „ < e her, I LähmUngen ^ Nmr’enlctitnTede^tL'it Cch 
Ferner Ä‘Ä 

und giebt die AntitoxinbehlndluL seSmmTr^,^ Priivc , n . ti ' r [ I 1 j“tion 
logische Untersuchung zur a nur dort zu, wo die bacteno- 

sehen Bacillus ergebet Er Äbt s ch nur S<S “S ?lt deS Kleba 'Loeffler- 
rechtigt, „de mottai en bahnet undm^ ““J d „ 1CSei ? «»ssersten Falle be¬ 
wahrend der Monate OctobOTund Novi“ dan §erliypotI>«ique. 
unter der Leitung von Dr Moizard n„°™. mb , ar s tand dieselbe Station 
Wechsel bei den Lesern kein lW»mA. Danut dl0 ? er ^Sgo Dirigenten¬ 
den Kinderhospitalem infolge einer eTgenaiSt^ost’ ^ be ü? erk * t ’ dass in 
publique jeder innere Kliniker der Irin» g uS st ™,?^ der Assistance 
Diphtherieabtheilung leiten muss Di^M« ” aCh j a” 5 ! M ? nate hindurch die 
erwähnten Zeitraumes 231 Ser L < 1 ™ n' l“* ™>«Wb des oben 
verloren, also eine Totalsterblichk-Aif ^ enM ?. beb andelt und 34 davon 
vertheilen sich wie folgt: bllchkei t von 14 ,/ 1 % gehabt. Seino Fälle I 

Fälle haben ihm jedoch bef’de^ gewöhn 1 tU 8 iz- = °/°- Diese leichten 

Glycörine sublim^ ebenso g^te fSStaS^gegeb^^kenhansbehandlung mit 


2 Ann»ieB de l’Institut Pasteur. 
J ) Moizard et Perögraux. 


Gazetto des Hopitmix. 


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__ . 2 öo 1 oi lgi,ia mit Sta l )h ^ l °* l,ucl »Streptococcen 42 mit 6 Todesfällen 
— 14,4o ü /o. 

3. Einfacher Croup = 94 mit 17 Todesfällen = 18,47%. 

4. Croup mit Complicationen = 51 mit 9 Todesfällen = 17,64 %. 
Moizard hat ebenso wie Roux meistens schon 24 Stunden nach 

der ersten Einspritzung eine günstige Wirkung des Serums auf den lokalen 
Frocess constatirt. Er liess es in den Fällen, wo am zweiten Tage mit 
der Besserung des Allgemeinbefindens eine vorteilhafte Veränderung der 
Temperatur und des Pulses eintrat, bei einer Injection bewenden. Dieselbe 
hat in der Regel selbst die Larynxdiphtherieen zur Genesung geführt 
Die Injectionen (20 ccm) wurden drei, vier Tage und noch länger fortgesetzt’ 
wenn die Temperatur hoch, der Puls häufig und Albumen im Urin vor¬ 
handen war Die Kinder haben auf diose Weise im ganzen 20—120 ccm 
Serum erhalten. Was den Einfluss des letzteren auf Erscheinen und 
Dauer der Albuminurie betrifft, so behauptet Moizard, dieselbe vor dem 
Gebrauch der neuen Methode mit gleicher Häufigkeit beobachtet zu haben 
in seinen Fällen hat er sie 82 mal constatirt, und zwar dauerte sie 62 mal 
em bis vier Tage, sechsmal mehr als vier Tage, in 14 Fällen war sie 
mtermittent Moizard und Roux schreiben diese persistirenden Nieren- 
lasioneu nicht dem Antitoxin, sondern den diphtheritischeu Giften zu - 
Jn Bezug auf die Nothwendigkeit einer lokalen Behandlung neben dem 
d ,’ e Ansichten J ™ n , P oax und Moizard auseinander. 

^ P? n J e . de , okal ! Behandlung mit cmistischen oder 

nnriVi ® u . bstan ^p ist, da er infojge gleichzeitiger Anwendung von Serum 
fn, nn^thnbrfw drai ' * gehabt hat, hält der letztere dieselbe 

Fr bat ,. sich besonders dieser Mischung stets mit 
vortrefflichem Resultate bedient und niemals dabei irgend welche Er- 
f VO f D H.Vdrargyrismus beobachtet. - Moizard hatte keine 
^>7 e n n ^ / es ^ zuste } len ’ die später auftretenden Folgen der diphthe- 

hamllnnor ’ b ®, sondors dl ° Lähmungen, durch die Antitoxinbe¬ 

handlung verhütet werden können, er glaubt jedoch, dass derVergiftunffs- 
proeoss mföJge^ der rappen Beseitigung der lokalen Phänomene Weniger 
Sfn C1 K e t d Die beiden mitgetlieilten Fälle von Legendre 

wurde b Ä n im RnS 8 *t G f^ nÜ,eÜ bewieS01 !; Die Zabl der Tracheotomieen 
2?™® , aucl im Hospital Trousseau in überraschender Weise durch das 
äTS herabgesetzt. Auf 119 Fälle von Larynxdiphtlierie ist bei Moizard 
1 C,n il I f ntei : ve,lt,oa aö thig gewesen. 90 mal hat das Serum allein 
”• b rf‘ • sc f 1 Y® rc bälle zur Heilung zu fühi-en; 18 Kinder sind 
SlTur 1 ?’ ' mtubjrt und 2 intubirt und tracheotomirt worden. 
kSitl Pmifi“?!!! 18 ? 1 de J Einspritzung sind — flüchtige Eiytheme und 
leichte Empfindlichkeit an der Injectionsstelle abgerechnet — nicht waKr- 

wurden ^Dir-flte“’ s f lbst « or t nicht, wo mehr fls 120 ccm Serum injicirt 
fluend „nd l g T lne 5 R “ c . tl0aen jodoch waicn einige male recht auf- 
Mo zlr lt Sipf 7 , deU , 1C1 für u e ‘? e gifti * e Wirkung des Serums. 

“J ,, fc d,e f e Intoxicationsei'schemungen, die kürzere oder längere 

waren hierti T f n {«^P?«f‘j;aten, 33 mal beobachtet. Interesfant 
nff tnn i?rl! f h i iptS Ä ch lcb ^ Hautmanifcstutionen. Dieselben waren 
begleitet DifTrhV J om P e ™tur e, -höhung- und heftigen Gelenkschmerzen 
leläte^Ar ?Infort } ^ seharlach förmigen Ausschläge waren ziemlich 

schweren Allo-omo' *^ ed ? cb dle Poljpmrphen Exantheme, die mit ungemein 
L,r Z a AUgememerscheinungen emhergingen und in ihrem ganzen Ver¬ 

geh Zrt Utlg r",? iId Gin ? r WectioÄkmnkheit boten. Es handelte 
dinhtheriSe Anri«. I ™ em T ^ &hr[ ^s Mädchen, dessen leichte 
Acht Tap-e tsnöfAi* g w nacb einer Injection vollständig geschwunden wai’. 
HandrilXn P wlh P™, Slc >erylh 0 matöse Flecke auf dem Gesicht und den 
acht Tagen’ AUgemeinbefinden normal bUeb. Nach weiteren 

nlötzlieli^vnn ioft" nacb . der ofsten Injection) wurde das Kind 

Bewegung^ Schma f zeu rechten Hüftgelenk ergriffen, die jede 

ß9 5 a 1 tfnrS I kH ““ hten - I“ der Nacht trat starkes Fieber auf 
dei4L;T«r„’„ d .° lln , Um " D k d Erbrecben - Am folgenden Tage war 
auf Irust imd pL?" Poiymorphem Eiythem bedeckt: mächtige Flecke 
Ervthem a f k ä ™ beol “ rt « er Ausschlag auf dem Leib, papulöses 
Schulter and Hnk ‘.’üd Fussgelenken. Die Schmerzen dehnten sich auf dio 
ekwLli^Ä 0 ^?^ aus ’ dazu gesellte sich 24Stunden später 
Svmntemp m L Kräfteverfall, schneller Puls und intensive Dyspnoe. Diese 
einpm rWarSlv gen Q ? 1S v , nacb acbtl Tagen langsam zurück, das Kind in 
nate noch ninhf ^^ Schwächezustando lassend, dass es sich nach einem Mo- 
Fällft tFPhaHf ; rh ° f n konnt ' e - Moiz ard hat im ganzen fünf dieser schweren 
™ g t ln l alle durch A di ? glichen Erscheinungen gekennzeichnet 
fallender W«i< 3 o h T 811 Arthropathieen das Krankheitsbild in auf- 
Ä d MnY/ l?^ herrSChte ?ir °P tim istischorals sein College Legendre, 
das Wort rio ir demui Jg eacb l et den prophylaktischen Seruminjectionen 
atewlln t f l? lb ° n bäUe , es ^ Hos P ital Trousseau, wo trotz der 
sehr irilncticrA orslcbtsiaaassre Seln die Contaminitätsbedingungen noch 
koB^?ri^n^ e ft n * Sm t“ J die mit entz Endlichen Schlund- und Kehl- 
Stunden in x^? d6 j baben aRe vor ihrer Isolirung mehrere 

— keinen pin^e^ a^T ? äbe echten Diphtheriebacillen zugebracht 
die InociiGfirtn g Ansteckungsfalj gegeben. Jedoch scheint die durch 
Ein Kind mit 0 ,i e r’°? en u ^ m 5 n ? tä t nicht von langer Dauer zu sein, 
einen Mnnnt dar< 5 b em ® Injection geheilter Larynxdiphtherie wurde 

Seit dl l später mJ demselben Croup d’emblee wiider eingeliefert. - 
im HosStil 5 ecember v ’ J * ist Dr. Sevestre Chef der Diphtheriestation 
seiner I^Hp ou , ssea n- Derselbe hat, ohne eine ausführliche Statistik 
Mitthrilnno- in d i e ^ S1 , cb s P ater vorbehält, in einer vorläufigen 

sultate de? Antu A ca ^ en ¥. e der Medicin über dieselben günstigen Re- 
ihm ebenfalls hp^ X1I l b f e ^ and ir ng T ie se ^ ne ^ or & än ger berichtet. Die von 
traten Serienwpi e fl 0baC ^ teten ^ er g 1 i t,un g s Phänomene infolge der Injectionen 

Ä"äaL ,r den ^ chIU8S zieht ’ dafs das Se,um ™ n 

des ervffint a da f d f^ bier nxisfcirenden Kinderhospitäler, l’Hospice 
Zustände f.°, berr schen in demselben beinahe ideale 

aus ömer » kürzlich in der „Revue des maladies de l’enfance“ 


Original frnm 

UNIVERSITT OF MICHIGAN 




DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


17. Januar. 


veröffentlichten Arbeit von Dr. Hutine], dem Chef der medicinischen 
YbtheiJunc der genannten Anstalt hervorgeht, ist dort in den letzten 
zwei Jahren dank einer rigorosen Prophylaxe, — die in sorgfältigster Iso- 
lirung der Kranken und peinlicher Desinfection der mit denselben in Be¬ 
rührung gewesenen Gegenstände besteht, — der Procentsatz der Diphtherie¬ 
sterblichkeit auf Null gesunken. Nicht nur, dass unter der gesammten, 
aus etwa 3500 Kindern bestehenden Hospitalbevölkerung die Diphtherie 
L-in immer seltenerer Gast wird, so gelingt es dort auch, jeden frischen Fall 
durch die gewöhnliche Krankenhausbehandlung zu heilen. 

Wie aus den vorstehenden Mittheilungen ersichtlich, hat die Serum- 
therapie in den hiesigen Hospitälern die weitgehenden Erwartungen, die 
die ersten Experimentatoren dieses Mittels in Bezug auf dessen Heilkraft 
ausgesprochen, zum grössten Theil bestätigt. Sie hat sich in den 
meisten frisch zur Behandlung gelangten Fällen als unfehlbar bewährt 
und in den schwierigeren den Krankheitsverlauf in äusserst günstiger 
Weise beeinflusst. Seit einigen Wochen weist die im Steigen begriffene 
Piphtherieepidemie viel schwere Fälle auf, die Grenzen der Wirksamkeit 
des Serums werden daher unter veränderten Bedingungen festgestellt 
werden können. Die einen zweifeln nicht, dass das Mittel auch diese 
Probe siegreich bestehen werde, die anderen verhalten sich skeptischer. 
Qui vivra, verra! 


Lieicnte neuntische Erscheinungen zeigten sich am 29. November in Form 

df ? Fü . ss ® n ’ di® aber hei dem sonstigen relativen 
Wohlbefinden der Patientin nicht verboten, dass dieselbe am 30. das Bett 
veriiess. 

Das Hauptinteresse nahm vom 27. November an das Exanthem in 
Anspruch, das sich nun in folgender Weise weiter entwickelte. 

Am 28 November ist das Exanthem auf dem linken Oberarm wieder 
ganz tief roth, die Infiltration jedoch geringer, Schmerzen sind nicht mehr 
vorhanden. Am rechten Arm war immer noch eine leichte diffuse Röthung 
vorhanden, die an einzelnen Stellen, namentlich um die Haarfollikel, stärker 
rothe Punkte hervortreten liess. So blieb der Befund bis zum 30. No¬ 
vember, wo das Erythem am linken Arm wieder abzublassen begann. 

un d 2. December sah ich die Patientin nicht. Am 3 wurde 
ich zu ihr gerufen, weil sie sich wieder schlechter fühle. Sie klagte über 
Schmerzen m den Füssen und Knieen, in den Hand- und Ellenbogen¬ 
gelenken. Die Untersuchung ergab folgenden, höchst merkwürdigen Be¬ 
fund: Temperatur 37,9 (Nm. 5), Puls 84. Der ganze linke Oberarm tief 
scharlachroth, ebenso das linke Ellenbogengelenk und das linke Hand¬ 
gelenk. Ferner der rechte Oberarm schwach geröthet wie am 28. No¬ 
vember. Die Gegend des Ellenbogen- und Handgelenkes ebenfalls leicht 
geröthet. 


IX. Mitteilungen aus der Praxis über die 
Heilserumbehandlung der Diphtherie. 

Ein Fall ron Serumexanthem. 

Von Dr. Co 11a, praktischem Arzte zu Wriezen. 

Den seither publicirten Fällen von Exanthemen, die sich an die In- 
jection von Diphtherieantitoxinlösung angeschlossen haben, möchte ich 
den folgenden hinzufflgen, der in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerth ist. 

Fräulein A., 22 Jahre alt, bisher stets gesund, consultirte mich am 
22 . November wegen Schluckbeschwerden. Sie hatte sich an der Pflege 
ihrer Nichte betheiligt, die am 5. November an einer schweren Diphtherie 
erkrankt war und unter Anwendung von Antitoxin (einfache Dosis am 5., 
sodann je 1 g starke Dosis am 6. und 7. November) am 11. völlig genesen 
war. Die Inspection des Halses ergab, dass die junge Dame, offenbar in¬ 
folge ihres Pflegedienstes, ebenfalls an Diphtherie erkrankt war. 

Die rechte Tonsille zeigte einen pfennigstückgrossen, gelb-grünlich- 
weissen, festhaftenden Belag; die Patientin klagte über Kopfschmerzen, 
Mattigkeit in den Gliedern, Appetitlosigkeit und Schmerzen im Halse, 
besonders beim Schlucken. Ich empfahl ihr, sogleich nach Hause zu gehen 
nnd sich zu Bett legen. 

ßei meiner Visite, eine halbe Stunde später, hatte sie eine Tem¬ 
peratur von 39,8°. Ich injicirte sogleich, da die mittlere und starke Dosis 
nicht zu bekommen war, die einfache Dosis Antitoxinlösung, und zwar aus 
ausseren Gründen in den rechten Oberarm. Daneben verordnete ich 
urgeln mit Kalkwasser, Eispillen und Priessnitz’schen Halsumschlag. 
Be i meinem Besuche Abends 6‘/ 3 Uhr, vier Stunden nach der Injection, 
an sich eine ganz leichte, diffuse Röthe über den ganzen rechten Ober¬ 
arm verbreitet. Die subjectiven Beschwerden waren dieselben, die Kopf- 
1 T? sebr quälend ’ 80 dass ich zweimal 0,5 g Chinin zu nehmen 
liÜürH e v' , W0 / auf dleselben nachliessen und etwas Schlaf eintrat. Der 
weitere \ erlauf war folgender: 

vf>rfin^r^°AT^ er f r Jh 9 Uhr Temperatur 38,2; Schluckbeschwerden un- 
m rn- j gemembefind en wesentlich besser, Kopfschmerzen und Ziehen 
rirfroth/fc 8 ““ ^hwunden. Bdag sieht gelockert aus, zeigt eine 
rechton .Linke Mandel und Uvula intensiv geröthet. Am 

ObSntf n i kel schmerzhafte Drüsenschwellung. Der rechte 
verEt f DrUCk Uüd bei Be ™g un 8™ schmerzhaft; das Erythem un- 

stössfriJh^oh" *Q kr J ei JJP eratur 37,4°, der Belag der rechten Mandel 

twken Lr b 'nt, S0n ßi aUeS unv J erRndert ; nur ist die Zunge, die bisher 
trocken aber ohne Belag war, dick belegt, 

95 e \w flm K br ™ emperatur 98,2°. Lokale Befunde unverändert, 
die SchlucKw I empe ^ tu [ Subjectives Wohlbefinden bis auf 

rechten Tnnsill« er ^ en :. Oberhalb des fast abgestossenen Belages an der 
grünem eiI rv l r S ? D ^ < ? sse ’ neu erkrankte Stelle von weisslich- 

Maasse Hin) tv, r ? ie in ^ e Handel und das Zäpfchen in ausgedehntem 
erkrankt. Foetor ex ore. Es wird Mittags 11* 

(wieder die einf-irq^n* 0 ^ und zwar den linken Oberarm 

unverändert. 6 ^° S18, Erythem am rechten Arm ist noch 

Oberarme.^Di^rnf*^^ Patientin über Schmerzen im linken 

nähme der llint G L gal) e * ne den ganzen Oberarm mit Aus- 

Theil der VordSS^ ^erziehende, scharlachartige Röthe. Der obere 
i> cm lange 9 C 1 h™; f Ze i gt fl u lne . der lnjectionsstelle entsprechende, etwa 
• ge< - cm breite Infiltration. Der Oberarm wird mit Ichthyol ein- 


d “- * MltSn bosLhl^h™” ““ l “‘ ken 0berar,n sind vcl ' sl ' hwun 

F ° el n’I eiue scharfe Deraarcation - Starke 

^wasche^war äS.’ na °hdem das Ichthyol einige Stunden vorhe 
heller und nicht cran-, ^hj'hung des Oberarmes immer noch, wenn auc] 
\1I . L SO Olflus. 

jrizt an^krin^ieber ^lehr^’ nm ' Patientin über Mattigkeit, Voi 

?estört. Die^Dhth^in^fJ ^ e ^ngsverlaiif der Diphtherie von nun an un 
,lie SchlHckbeschwml!>if ° M f ssen Stessen sich bis znm 28. völlig ab 

Beschwerden besserten sich schnell, der Appetit hob sich 


Dieselben Verhältnisse zeigen sich an den Knie- und Fussgelenken, 
und zwar am markantesten am rechten Kniegelenk. Hier schnitt die 
dunkle Scharlachröthe etwa 3 cm überm Knie scharf ab gegen die blasse 
Haut des Oberschenkels. Eine Schwellung der gerötheten Haut war nicht 
vorhanden, was gerade hier an der scharfen Abgrenzung deutlich fest¬ 
zustellen war. Dagegen waren beide Kniegelenke und das rechte Fass¬ 
gelenk deutlich geschwollen, der rechte Fussrücken und das untere Drittel 
des rechten Unterschenkels leicht ödeinatös; dieses Oedem entsprach aber 
nicht der Ausbreitung der scharlachartigen Hautröthung. Alle genannten 
Gelenke waren bei Bewegungen schmerzhaft. 

Patientin erhält Natrium salicylicum und musste wieder das Bett hüten. 
Die zu Hause von mir vorgenommene Untersuchung des Urins ergab einen 
quantitativ nicht bestimmbaren Gehalt an Eiweiss. 

Am 4. December früh war die Haut über allen Gelenken stark ab¬ 
geblasst, an den beiden Oberarmen ebenfalls, doch war sie überall noch 
deutlich. Schmerzen, Schwellung und Oedem unverändert, ebenso der 
Urin. Temperatur früh 36,8, Abends 37,4. 

5. December. Röthung nur noch am linken Oberarm und über dem 
rechten Knie schwach angedeutet. Oedem geschwunden. Gelenkschmerzen 
unverändert. Urin ohne Eiweiss. Die schmerzhaften Gelenke werden mit 
Ichthyol eingepinselt. 

Am 6. December waren die Schmerzen fast geschwunden, und am 
7. December konnte die Patientin das Bett verlassen, da völliges sub- 
jectives Wohlbefinden bestand und objectiv keinerlei krankhafte Er¬ 
scheinungen mehr vorhanden waren. 

Der Krankheitsverlauf erscheint mir in mehrfacher Hinsicht be¬ 
merkenswerth. 

Einmal ist die Wirkung des Antitoxins interessant. Auf die erste 
Einspritzung der schwachen Dosis kommt der diphtheritische Process zum 
Stillstand, und die Allgemeinsymptome sind verschwunden. Was diese 
anlangt, so ist allerdings die innere Darreichung von Chinin mit in Be¬ 
tracht zu ziehen, so dass man eine reine Antitoxinwirkung hierbei nicht 
absolut sicher behaupten kann. Obwohl in allen übrigen von mir bisher 
mit Serum behandelten Fällen — es sind im ganzen otwa 15 — gerade 
die wohlthätige Wirkung auf das Allgemeinbefinden zu allererst augen¬ 
fällig wurde, gab ich hier doch noch Chinin nebenboi — eine einfache 
Concession an die Patientin, wozu der praktische Arzt ja oft genöthigt 
ist. Am zweiten Tage nach der ersten Einspritzung breitet sich der 
Process von neuem aus, offenbar weil die Heildosis zu schwach war, wird 
dann aber durch eine zweite Injection definitiv beseitigt. 

Der zweite Punkt, der Interesse bietet, ist das Exanthem und die 
Erscheinungen an den Gelenken, die im obigen eingehend geschildert 
wurden. Ich glaube, die Frage, ob wir es hier wirklich mit einem Serum¬ 
exanthem zu thun gehabt haben, kann bei reiflicher Ueberlegung nicht 
anders als mit ja beantwortet werden. Dass solche eigentümlichen Er¬ 
scheinungen der Diphtherie als solcher angehörten, habe ich nirgends er¬ 
wähnt gefunden, ein Chininexanthem ist wohl sicher ebenfalls auszu- 
schliessen. Ich gestehe allerdings, dass ich zuerst gar nicht an einen 
Zusammenhang mit dem Blutserum, sondern als ich, Ton neuem zur 
Kranken gerufen, die Gelenkerscheinungen vorfand, an den Ausbruch 
eines acuten Gelenkrheumatismus dachte. Indessen mussten die eigen¬ 
tümlichen Beziehungen der Erytheme zu denen an den Stellen der In- 
jectionen, sowie der Verlauf und der Mangel einer Temperaturerhöhung 
(nur am ersten Abend 37,9) meine Ansicht bald ändern. 


Meine kleine Mitteilung in No. 51 des letzten Jahrganges dieser 
Wochenschrift kann ich nun dahin vervollständigen, dass ausser jenen 
zwei beschriebenen Diphtheriefällen noch vier andere mit dem Behring- 
schen Heilserum von mir behandelt wurden. Indem ich mich der Wieder¬ 
gabe der Krankengeschichten enthalte, will ich nur kurz erwähnen, dass 
alle vier Fälle, von denen zwei schwere waren, zu schneller Genesung 
führten (in zwei Fällen äusserten die Patienten resp. ihre Angehörigen 
selbst ihr Erstaunen über die schnelle Wirkung); dass in drei Fällen 
Diphtheriebacillen mikroskopisch nachweisbar waren, in einem Falle nur 
Streptococcen; dass der Streptococcenfall langsamer heilte als die übrigen, 
aber doch prompt genug, mit Hülfe von Loeffler’scher Touschirung; 
endlich, dass irgend welche unmittelbaren oder sekundären Erscheinungen 
durch das Heilserum nicht veranlasst wurden. 

Wenn wir in dem Behring’schen Antitoxin ein Mittel haben sollten, 
welches imstande wäre, alle oder doch weitaus die Mehrzahl jener Er¬ 
krankungen zur schnellen Rückbildung zu bringeu. welche 1) zur Loefr- 


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UNIVERSETY OF MICHEGAN 




DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


No. 3 


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lor’schen Diphtherie gehören, 2) erst wenige Tage alt siud, 3) noch nicht 
den Kehlkopf und die Luftröhre betreffen; und wenn dieses Mittel nur 
selten beunruhigende, sehr selten wirklich gefährliche Erscheinungen her¬ 
vorriefe, so entspräche dasselbe meiner Ansicht nach allen billigen An¬ 
forderungen,. die mah ah bin Mittel gegen eine solche gefährliche Krank¬ 
heit stellen darf. Man darf dann immer noch hoffen, dass Nebenwirkungen 
durch Verbesserung in der Fabrikation noch seltener gemacht werden. 
Zur Kritik dieses in der Tliat wundervollen Mittels bitte ich daher ge¬ 
rechter Weise hauptsächlich auf solche Fälle zu achten, in denen obigen 
Anforderungen nicht genügt wurde. Nach solchen Füllen allein 
wolle man den Werth des Serums beurt.heilen. 

Ich habe aus einer mittelschweren Diphtherieepidemie, in welcher 
mir erst gegen Ende derselben das Heilserum, etwas früher das Looff- 
ler’sche lokale Desinficiens zur Verfügung stand, den Eindruck davon¬ 
getragen, dass wir heute, ausgerüstet mit diesen beiden Mitteln, den 
Kampf mit jener Seuche ungleich getroster aufnehmen können als ehe¬ 
dem. besonders wenn uns alle diphlherieverrlüchtigeu Halsaffectionen vom 
Publikum recht frühzeitig zur Behandlung gebracht werden. 

Salzhemmendorf, Neujahr 1895. Dr. Bachmaun. 

X. Erklärung. 

Wir erhalten folgende Zuschrift, der wir im Interesse der Sache 
bereitwillig Raum geben. D. Red. 

In No. 52 der Deutschen med. Wochenschrift 1894. S. 979, wird 
gesagt: „dass auch in Preussen auf diesem Gebiete (des Irretiwoseüs) 
noch manches zu wünschen übrig bleibt, ist durch einzelne bedauer¬ 
liche Vorkommnisse der letzten Zeit, wie durch den in jeder Beziehung 
beklagenswerthen Process Feldmann und durch die bisher un- 
widerlegt gebliebene Darstellung der Erlebnisse des katholischen 
Geistlichen Forbes im Alexianorkloster Mariaberg in Aachen 
in Erinnerung gebracht worden.“ Allerdings ist die Widerlegung dieser 
Darstellung in der Presse nicht erfolgt. Die Veröffentlichung der Wider- 
legung ist so lange unmöglich, als gerichtliche Untersuchungen und Ver¬ 
handlungen über die Angelegenheit schweben. Die Sachlage ist zur Zeit 
die, dass die Königliche Staatsanwaltschaft zu Aachen nach mehr als drei¬ 
monatlicher Untersuchung über den Fall Forbes die Untersuchung gegen 
die Anstalt eingestellt hat, dass die gegen diese Einstellung seitens 
des „Darstellers“, Gastwirth Mel läge zu Iserlohn, erhobene Berufung 
seitens der Königlichen Oberstaatsanwaltschaft verworfen worden ist, 
dass der seitens der Direktion der Anstalt Mariaberg schon im August 
vorigen Jahres gegen den p. Mel läge gestellte Strafantrag wegen ver- 
läumderischer Beleidigung durch die Königliche Staatsanwaltschaft zu 
Aachen der Königlichen Staatsanwaltschaft zu Hagen überwiesen worden 
und dass endlich die Königliche Staatsamvaltschaft zu Hagen seit 
jüngerer Zeit mit der Untersuchung gegen den p. Mel läge beschäftigt 
ist. Die Anstaltsdirection hat kein Mittel, den Verlauf der Untersuchung 
zu beschleunigen, sie hat aber auch keine Veranlassung, störend in die 
Untersuchung einzugreifen; je gründlicher die Untersuchung geführt wird, 
um so besser. Bevor jedoch die Untersuchungen und die eventuellen 
Gerichtsverhandlungen abgeschlossen sind, dürfte eine Verwerthung des 
„Falles Forbes 1 * als Material zu Reformvorschlägen recht verfrüht er¬ 
scheinen. ^ Ich bitte um Aufnahme dieser Erklärung, wenn gewünscht, mit 
meinem Namen, in die nächste Nummer, da die oben citirto Stelle leicht 
die Auslegung finden könnte, die Darstellung des Mellagc könne nicht 
widerlegt werden. Die Direktion hat es nicht für anständig gehalten, mit 
dem Mel läge sich in einen Zeitungskrieg einzulassen, muss aber er¬ 
warten, dass ihr dieses anständige Schweigen seitens der wissenschaft¬ 
lichen Litteratur nicht falsch ausgelegt werde. 

Der dirigirendo Arzt der Anstalt Mariaberg. 

Dr. Capellmann, Sanitätsrath. 


XI. Kleine Mittheilungen. 

, 77 B ® rlin * Die Kömglich Preussische Akademie der Wissen¬ 
schaften hat Herrn Professor Dr. A. Kossel zur Fortführung seiner 
Untersuchungen über die Chemie des Zellkerns die Summe von 1500 Mark 
bewilligt. 

«rA/ er Sit J zun &. der Berliner medicinischen Gesellschaft 
am 9. d. M. wurde Virchow fast einstimmig zum Vorsitzenden, die 
übrigenVorstandsmitglieder und die Mitglieder der Aufnahmecommission 
durch Acclamation wiedergewählt. 

ir vT» Du - rc t' kaiserliche Verordnung vom 81. December 1894 wird das 
Uiphtneriehcilsorum (Serum antidiphlhoricum) in die Zahl der 

— ™* »■ - Ät 

frei ~ u'; t ?, e n rä fi deDt i dw ' T l'™, viuz B ™“ d <® b >“'g hat in Sachen der 
n eien Arztw ahl bei den Berliner Ortskrankenkassen (Veml 

d, » e ,v"hh V ° C r nSChr - No ' 8 - S :M > »“f *« Eingabe des Veretos der frlh 
„.wählten Kassenärzte erwidert, dass er den Magistrat von Berlin an- 

weIche U znn^h.r ?n f ll< ' r Burc t hf«hrung der betreflenden Verfügung, gegen 
einstweilen '°™' cIlc, ’, Bcz '«hung Bedenken erlioben werden könnten, 

Erwägung z 7^iehen“ me " “ ^ A "8 e, «8 0 ” heit ei,10r 

ürzforT f^ CU °v m ” S H*- picl1 in Berlin aus bekannten hiesigen Spocial- 
aizten ein Verein für ärztliche Fortbildun-scursc“ -ebildot, 

untorThunhchor R Ufg ? bC f tellt ’ vor ^gswoise während des Semesters und 
f tl,,inl,chci Beschränkung der Theilnehmerzahl praktische Curso ab¬ 


zuhalten. Die Curse beginnen am 1. Februar 1895; wegen der Einzel¬ 
heiten verweisen wir auf das Inserat in No. 2 unseres Blattes, sowie auf 
die von dem Bureau des Vereins, der medicinischen Buchhandlung 
fenslih, Beriiii NW., Karlstrasse 32, zu beziehenden Vorlesungsverzeich¬ 
nisse. 

— Der Lebensversicherungsvorein für deutsche Aerzte 
erfüllt die Aufgabe, die Prämien für seine in Zahlungstiotb gerätheneil 
Mitglieder zu übernehmen. Im Jahre 1894 bezahlte der Verein für zwei 
Mitglieder 626,22 Mark Prämien und für sämmtliche Mitglieder wie in 
den letzten vier Jahren je 5 % ihrer Prämien. Im ganzen wurde bereits 
die Zahlung von mehr als 4500 Mark fälliger Prämien vom Vereinsfoud 
übernommen und ausserdem ca. 4000 Mark den Mitgliedern vergütet. 
Der Fond beträgt bereits rund 20 600 Mark, während die Summe säinmt- 
licher Jahresprämien 17 924 Mark ist, für eine Versicherungssumme von 
486 395 Mark und 700 Mark Rente. Der Eintritt als Vereinsmitglied 
erfolgt — mit Ausschluss der Vermittelung durch Agenten der Gesell¬ 
schaft — nach Anmeldung bei dom Unterzeichneten oder bei der New- 
Yorker Germania unter den allgemeinen, für Lebensversicherung bestehen¬ 
den Bedingungen. Anmeldungen bei der Gesellschaft (Berlin W.. Leip¬ 
ziger Platz 12) müssen den Zusatz enthalten: „Als Mitglied des Vereins 
für Lebensversicherung deutscher Aerzte“. Das Statut wird vom Unter¬ 
zeichneten oder der New-Yorker Germania eingesandt. Dr. L. Leh¬ 
mann, Sanitätsrath in Oeynhausen. 

— In einer interessanten kleinen Mittheilung an das Archiv für 
Laryngologie weist B. Fränkel (Berlin) nach, dass die keilförmigen 
Knorpel nicht von Wrisberg entdeckt worden sind und deshalb seinen 
Namen mit Unrecht tragen. Die erste Andeutung der erwähnten Knorpel 
hat Morgagni in seinen Adversaria anatomica geliefert, der zweite, der 
sie — anscheinend ohne Kenntniss der Morgagni’schen Notiz — neu 
entdeckt und ausführlich beschrieben hat, war der bedeutende holländi¬ 
sche 4natom Peter Camper (1770). Fränkel würde die Knorpel des¬ 
halb nach Camper benennen, wenn nicht bereits Morgagni sie vor 
Camper erwähnt hätte. Fränkel schlägt deshalb den — von Cuvier 
zuerst gebrauchten — Namen „keilförmige“ Knorpel vor. J. S. 

— Marburg. Der ordentliche Professor der Physiologie und Direktor 
des physiologischen Instituts Geh. Medicinalrath Dr. Külz ist gestorben. 

— Breslau. Der Privatdocent der Laryngo-Rhinologio und Ohren¬ 
heilkunde Prof. Dr. J. Gott stein ist gestorben. 

— Rostock. Am 10. December feierte Prof. Thierfelder seinen 
70. Geburtstag. 

— Wien. Die Wiener Aerztekammcr hat sich in Beantwortung 
eines vom Ministerium des Innern an sie gerichteten Fragebogens, be¬ 
treffend die Reform des Krankenkassenwesens, mit überwiegender Majorität 
für die freie Arztwahl ausgesprochen. 

Moskau. Die Vorbereitungen für den 1897 stattfindenden 
XII. Internationalen medicinischen Congress haben, wie der 
St. Petersburger medicinischen Wochenschrift mitgetheilt wird, bereits be¬ 
gonnen. Das Organisationscomite besteht aus sämmtlichen medicinischen 
Professoren der Moskauer Universität unter dem Vorsitz des Curators 
des Moskauer Lehrbezirks, Grafen Kapnist. Von diesem Comitb ist eine 
besondere Executivcommission unter dem Vorsitz des Professors der 
pathologischen Anatomie und derzeitigen Decans der medicinischen Facul- 
tät, Dr. Klein, gewählt worden, welche mit den Vorarbeiten für den 
Congress betraut ist. 

— Astley Cooper-Preis. Der nächste Triennialpreis von 300 
Pfund Sterling soll dem Autor der besten Abhandlung über „Die Ge¬ 
lenkkrankheiten, verursacht durch Syphilis und Gonorrhoe“ 
zuerkannt werden. — Bewerber haben ihre Arbeiten in englischer Sprache 
abgefasst oder, wenn in einer fremden Sprache, von einer onglischen 
Uebersetzung begleitet, vor dem 1. Januar 1898 an Guy’s Hospital in 
London zu richten. — Jede Arbeit muss mit einem Motto versehen und 
von einem versiegelten Couvert begleitet sein, welches den Namen und 
die Adresse des Verfassers enthält. Betreffs der weiteren Bedingungen 
wolle man sich an Dr. Haie White, 65 Harley Street, London W., wenden. 

— Zur medicinischen Publicistik. Im Verlage von Seitz 
& Schauer (München) erscheint seit dom 1. Januar d. J. „Der Sama¬ 
riter“, redigirt von Dr. H. Köhler, erstem Schriftführer der Münchener 
freiwilligen Rettungsgesollschaft. Die neue, monatlich zweimal erscheinende 
Zeitschrift will ein Organ für alle diejenigen sein, welche den Aufgaben 
der freiwilligen Krankenpflege, der Leistung erster Hülfe und des Rettungs¬ 
wesens dienen; sie will die Interessen der zahlreichen Rettungsgesell¬ 
schaften, Samaritervereine etc. als Fachorgan vertreten und die Verbindung 
zwischen den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften herstellen. — Unter 
den Herausgebern der Zeitschrift befinden sich u. a. Anger er (München), 
v.Esmarch (Kiel), Helferich (Greifswald), Lö w (Wien), Port (Würzburg), 
Schwalbe (Berlin), Strümpell (Erlangen), Kolo man Müller (Budapest). 

— Universitäten. Erlangen. Dr. Conrad Zenker, I. Assistent 
am pathologisch-anatomischen Institut, ist als Opfer seines Berufes einem 
Typhus erlegen. — Göttin gen. Privatdocent Dr. Nicolai er hat das 
Prädicat Professor erhalten. — Heidelberg. Privatdocent Dr. L. Weiss 
ist zum ausserordentlichen Professor ernannt. — Leipzig. Dr. Fried¬ 
rich hat sieh als Privatdocent für Chirurgie habilitirt. — Genua. 
Dr. A. Severi, a. o. Professor der gerichtlichen Medicin, ist zum ordent¬ 
lichen Professor ernannt. 


Auf einige Anfragen theilen wir mit, dass neben der 
jetzigen Normalausgabe des Börner’schen Reichsmedicinal- 
kalenders die frühere, in der die Kalendertafel fest gebunden 
ist, im Vorlage (Georg Thieme, Leipzig) vorräthig gehalten 
wird. 


Gedruckt bei Julius Bitteufeld in Berlin W, 


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Donnerstag _ 4 . _ 24. Januar 1896. 

DEUTSCHE ~ 


MEDIOINISCHE WOCHENSCHRIFT. 

Mit Berücksichtigung des deutschen Medicinalwesens nach amtlichen Mittheilungen, der öffent¬ 
lichen Gesundheitspflege und der Interessen des ärztlichen Standes. 

Begründet von Dr. Pani Börner. 


Einundzwanzigster Jahrgang. 

Verantwortlicher Redacteur: Prof. Dr. A. Eulenburg, Berlin. — Verlag: Georg Thieme, Leipzig-Berlin. 

Lichtenstein&Uee 3. Postadresse: Leipzig, Seeburgstr. 3L 


I. Ans dem Kinderkrankenhause in Leipzig. 

Die Serumbehandlung der Diphtherie. 1 ) 

Von Prof. 0. Soltmann. 

Nur ungern und gezwungen breche ich das Stillschweigen, 
das ich bisher deshalb in der brennenden Tagesfrage beobachtet 
habe, weil ich ausserstande bin, ein sicheres Urtheil über die 
Wirksamkeit und den Werth des Heilserums bei der menschlichen 
Diphtherie zu fällen, auch nicht glaube, dass ein solches nach dem 
Stande der Sache und wie die Versuche bisher angestellt sind, in 
der nächsten Zeit zu erwarten ist. Allein der Umstand, dass die 
Direktion des Kinderkrankenhauses vom Rath der Stadt Leipzig 
eine Unterstützung zu Heilserumszwecken erbeten und dieser darauf¬ 
hin verfügt hatte, um den Petenten gegenüber in dieser Frage 
Stellung nehmen zu können, dass ich einen Bericht über die bis¬ 
her im Kinderkrankenhause von uns mit dem Heilserum bei der 
Diphtherie erzielten Resultate bis zum Jahresschluss 1894 abzu- 
liefem hätte — wie denn auch meinerseits geschehen -—, dieser 
Imstand musste mich nunmehr veranlassen, auch den Collegen 
gegenüber aus der von mir beobachteten Reserve herauszutreten 
und die Resultate meiner Beobachtungen mitzutheilen. 

Ich beschränke mich im wesentlichen auf einen objectiven Be¬ 
richt über die Krankenbewegung und Mortalität der mit Serum be¬ 
handelten Kinder nach den einzelnen Monaten, füge die Besonder¬ 
heiten des Krankheitsverlaufs hinzu und gestatte mir zum Schluss 
cuuge Bemerkungen über das Heilserum selbst. 

, " lr !l a ^ ei1 ausschliesslich bei unseren Versuchen das von den 
liebster Farbwerken producirte Präparat Behrings in Anwen- 
j lfc ’ . Wle es von Behring und Ehrlich auf seinen 
, an m Frage kommenden „Antitoxin“ geprüft und in 
kftn»ilt 0rte nr ZU i.^’ Immunitätseinheiten in den Handel 

in a • o r benutzten nur die beiden Sorten I und II und haben 
en na °k Vorschrift zwei Dosen No. I hintereinander 

'^gespritzt. 

B , " nser ™ Bedauern waren wir in der Mehrzahl der Fälle 
n 6r w * e es der Entdecker wünschte, damit das Heil- 
f jj (J v-? ^ n< l ganz seine „specifisch“ heilende Wirkung entfalte, 
Im)* ei 4 ln de ? ersten drei Krankheitstagen der Serumbehand- 
(le?dPvnr i M^ erfen ’. glailben auch > dass dieser Wunsch ein pium 
Wirk-nint ®jk e h wd und dass, wenn an diese Bedingung die 

^ w S Heilserums geknöpft ist, der Werth desselben ein 

; ind 1 kter t B0m wird . Denn in der Mehrzahl der Fälle 

«ler Dinlithorfn aU ^-4 f^U^kt in der Lage, den Krankheitsbeginn 
Kinder P 7 nm Q - , mit Sicherheit zu bestimmen, ja wir erhalten die 
kuntr nm.Uri 1St v 61 ?? * n ei nem vorgerückten Stadium der Erkran- 
hoffnuno-cin v e l elb ® ^kon mehrere Tage bestanden, einige in 

geliefert ,^ u 5 tan d und sogar moribund ins Krankenhaus ein- 

iimner Serum zur w? wir 111 den vergangenen Monaten nicht 
phiren lm ,i C -, U VVerfügung, mussten zuweilen mehrmals telegra- 
urul endlioh m ei J )en ’ ebe vdr den kostbaren Stoff erhalten konnten, 
,,af teriolo£rischpn S TT n f Wlr , docb in . allen Fällen die Resultate der 
harten um Untersuchung mittels des Culturverfahrens ab- 
lung zu unt*r 7 i*u Wlr a ^ cb nur so i c ke Fälle der Serumbehand- 
ler, schenBa^>ill 1 l 0 eI ^ , dle Slcb durch die Anwesenheit desLoeff- 
^nnzeichnptfm n* 8 U1 ^? w eifelhaft ächte Fälle genuiner Diphtherie 
——- ‘ Uenn Behring sagt ja ausdrücklich, dass sein 

na ar gehaltenen 1 me di c h»sehen Gesellschaft zu Leipzig am 8. Ja- 


Heilserum nur bei dieser seine, also „specifische“ Wirkung ent¬ 
falte, indem es überall von der Blutbalm aus im Körper die krank- 
machenden Wirkungen der Diphtheriebacillen auf hebe und vernichte, 
ja sogar verhindere, ohne irgend wie schädigende Nebenwirkungen 
zu entfalten, dass es hingegen die Scharlachdiplitherie und die di- 
phtheroiden Anginen völlig unbeeinflusst lasse. Andererseits 
mussten wir freilich auch solche Fälle in den Kreis unserer Be¬ 
handlung ziehen, bei denen zwar ächte Diphtherie bestand, aber 
gleichzeitig eine Mischinfection vorlag; ich komme noch einmal 
darauf zurück. 

Auf der umstehenden Tabelle habe ich der leichteren Uebersicht 
wegen die Zahl sämmtlieher an Diphtherie in’s Krankenhaus auf¬ 
genommenen Fälle vom 1. April bis 31. December aufgeführt und 
habe diese, sowie die mit Heilserum behandelten, nach ihrer Form, 
d. h. Localisation in besondere Colonnen rubrieirt. 

Es geht hieraus zunächst in rein numerischer Beziehung her¬ 
vor, dass in den neun Monaten (April bis 31. December) im ganzen 
193 Kinder mit echter Diphtherie in Behandlung kamen, wovon 
50, d. h. 27 o/o mit Tode abgingen. In den vier ersten Monaten 
— wo die Serumbehandlung überhaupt nicht Anwendung fand, — 
betrug die Sterblichkeit 39,8 % (von 71 Kindern f 28); in 
den fünf letzten Monaten, wo die Mehrzahl der Kinder mit Serum 
behandelt wurde, dagegen 18 % (von 122 K. f 22). Und zwar 
entfallen hier 27,2 % (von 33,9) auf solche, die nicht, und nur 
14,6 % (von 89,13) auf solche Kinder, die seruminjicirt waren. 
Hier ist der Unterschied also ein sehr erheblicher. 

Vergleichen wir die verschiedenen Formen der Diphtherie nach 
ihrer Localisation, so sehen wir, was für Leipzig ziemlich charakte¬ 
ristisch ist gegenüber der Diphtherie an anderen Orten, dass die 
combinirte Rachenkehlkopfdiphtherie in Bezug auf die Zahl der Er¬ 
krankungsfälle und Todesfälle am höchsten steht. In den ersten vier 
| Monaten kamen 40 Fälle in Behandlung, davon starben 21, und unter 
i den 40 behandelten Fällen waren 34 intubirte, die mit einer Mor¬ 
talität von 21, d. h. 60 % verzeichnet waren. In den letzten 
fünf Monaten hatten wir unter 60 RachencroupFällen hingegen nur 
17 Todesfälle; unter 48 intubirten gingen 18, d. h. 37,5 °/o zu¬ 
grunde. Mit Serum intubirt waren von diesen 48 zusammen 41 
und starben 11, d. h. 27 %, ohne Serum intubirt waren 7 und 
starben 7, d. h. 100 %. Aus diesen scheinbar günstigen Differenz¬ 
ziffern bei der Serumbehandlung einen Rückschluss auf die Wirk¬ 
samkeit und den Heilwerth des Serums zu machen, ist aber 
ohne weiteres nicht gestattet. Einmal waren die 7 unter 7 
ohne Serum intubirten Verstorbenen überhaupt als verloren zu be¬ 
trachten gewesen, sie wurden zwar intubirt, um ihnen den qual¬ 
vollen Tod zu ersparen, sie wurden aber nicht injicirt, weil wir bei 
der Aussichtslosigkeit das theure Serum ersparen wollten. Sie 
würden also im anderen Fall ebenso gut die Todeszahl des Serums mit 
sieben Fällen belastet haben, und es gestaltet sich, wenn wir sie 
mitrechnen wollen, daß Verhältnis anders, wenn wir sämmtliche 
neun Monate in Betracht ziehen. Von 82 überhaupt Intubirten 
starben 39, d. h. 47,6 o/o, von 41 mit Serum Intubirten starben 
11, d. li. 27 % und von 41 ohne Serum Intubirten waren 28, 
d. h. 68 °/ 0 verloren. Aber diese Zahlen dürfen überhaupt nicht 
ausschliesslich zu Gunsten der Serumbehandlung gedeutet 
werden, weil nach allen mir zugegangenen Mittheilungen der Cha¬ 
rakter der Epidemie in den ersten vier Monaten ein ungleich bös¬ 
artigerer war, als in den letzten fünf Monaten, wofür auch die hohen 
Mörtalitätsziffern in den' ersten drei Monaten sprechen (60 %, 
26 °/o, 38 °/o). In den letzten Monaten war die Epidemie verhält- 


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DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. No. 4 


Tabelle. 


Mouat 

Aufnahme || 

Formen 
der Diphtherie 

N.R.J C. :R.C. 

Total 

gestorben 

g fcCQ 
S $ 

3 «5 

M a P—i 

Ja r 

O O N 

Gestorben an 

N.R.! C. li.C. 

1 

Serum 
bei Formen 

N.R.| c. n.c. 

Serumtod 
bei Formen 

N.R. C, R.C. 

Ohne 

Serum 

starben 

Intubation 

iusg.m.S. o. S. 

Intubation 

gestorben 

insg. m. S. J o. S. 

Verlauf 

April . . 

Mai . . . 

Juni . . . 

Juli . . . 

25 

15 

18 

13 

8 

5 

11 

6 

— 17 

— 10 

l 6 

— 6 

15 = 

60°/o 

4 = 
26,6% 
7 = 
38,8 % 
2 = 
15,4 °/ 0 

0. S. 
von 
71 

star¬ 
ben 
28 = 
39,8 
% 

1 

8 1— 12 

i 

— - - 4 

3 — 4 

l ! . ' l 

- -- 

1 

- 

16 — — 

8 — 

6 — — 

4 — — 

! v. 34 
- 112 

a II - 4 

2 •<-< 

s«. , 

mg -■ 4 

a b? 

Ja 2 — 1 

O m 1 

© 
fcß 

Belag. Membran. 
S. 28 o. S. 15 
Temperaturabfal 1 

18 ? 

Puls 

5 ruhig, u. kr. 1 ? 
Desc. C. Pneum. 

11 n. 3 v. 

August . 

September 

October . 

November 

December 

Bl 

30 

1 40 

1 - 
10% 

1 = 
10,9 0 o 
2 = 

7 0 o 

8 = 
18,5% 

10 = 
35,9% 

zum 
Theil 
Ser. 
von 
122 
star¬ 
ben 
22 = 
18% 

7 - 21 

2 3 

| — s 

S 2 12 

,7 

10 -2 11 

— 1 

i 

_ 2 

1 4 

- ‘i* 

o. S. 
33, 
ge¬ 
stor¬ 
ben 

9 = 
27,2 % 
S. 89. 
ge¬ 
stor¬ 
ben 
13 = 
14,6% 

34 : - — 

21 = 
60% 

von von von 

48 41 7 

star- star- star¬ 
ben ; ben ben 

18 =11 = 7 = 
37,5 % 27 % 100 % 

Albuminurie 
p. s. = 26 

19 7 

Collaps 4, Recidiv 3. 
Immunisation 1. 
Mischinfection von 
13 = 8 (Dec.). 
Todesfälle p.u. Serum 
in Tgn. ] gestorben 
1—4 | 6 = 46% 
Lähmungen 5,4 ni. S. 

10 

13 

28 

43 

28 

0 — 4 

4-9 

11 3 14 

24 - 19 

12 2 14 

- - — 1 

- -. 1 

2 — 6 

2 1 7 

3 

7 

12 

11 

15 

3 — 

7 

11 1 

8 3 

12 3 

Sa. 

122 

57 | 5 | 60 

50 = 
27 % 


4 1 17 

40 4 45 

89 

1 1 11 

13 


48 41 , 7 

von von 

82 41 

star- star¬ 
ben ben 

39 = 28 = 

47,6% 68% 

Scharlach 9. 

Masern 3. 
Intoxications- 
erythema 5. 
Intubations¬ 
abkürzung nicht 
bemerkbar. 

193 

87 6 ( 100 

11 1 ^ 38 

1 

82 


uissmässig leicht, erst im November wieder mehrten sich die 
schweren Fälle, die Mortalitiitsquote erhob sich von 10 °/ 0 und 
7 % auf 18,5 o/o und im December sogar auf 35,9 %, trotzdem 
fast alle Kinder unter Serumbehandlung standen. Die Bösartigkeit 
wurde ![zum Theil durch Scharlach — der in das Diphtheriehaus 
importirt wurde, — bedingt und zwang uns, auf kurze Zeit die Sta¬ 
tion zu schliessen. Ausserdem hatten wir mit zahlreichen Misch- 
infectionen zu thun, wodurch die Mortalitätsquote so ungünstig 
beeinflusst wurde. So konnten wir allein unter 13 Fällen, die 
daraufhin im Monat December untersucht wurden, 8 mal, theils 
in den Membranen, theils post mortem aus den Organen Strepto¬ 
coccen züchten. 

Ich lege auf die Zahlen bei einer derartigen Statistik über¬ 
haupt keinen grossen Werth, da dieselben von zu vielen Zufällig¬ 
keiten abhängen. Viel wichtiger als eine Statistik bezüglich 
der Mortalität erscheint es mir bei der Unkenntniss über die 
Wesenheit des Heilserums, wie sich der Krankheitsverlauf unter 
der Behandlung mit demselben gestaltet und ob wir hier bei dem 
Krankheitsprocess, den wir am Krankenbett Diphtherie nennen 
und bei dem wir an dem Vorhandensein des Loeffler’schen Ba¬ 
cillus allerdings festhalten müssen, Erscheinungen bemerken, welche 
die zur Heilung tendirende Wirkung des Mittels im Sinne eines 
„ Antitoxins“ erweisen, ohne dass wir demselben schädliche Neben¬ 
wirkungen zuschreiben müssen. 

In den meisten der bisherigen Mittheilungen wurde stets mit 
Nachdruck betont, dass sich fast immer eine beschleunigte Ablösung 
der Beläge und Membranen in Nase, Rachen und Kehlkopf geltend 
mache, ja sogar ein schnelles Zurückgehen der bronchitischen mit 
Dyspnoe verbundenen Erscheinungen. Unter den 89 mit Heilserum 
behandelten Fällen konnten auch wir das in der That in 28 Fällen 
verzeichnen, allein jedem erfahrenen Praktiker sind solche Vor¬ 
kommnisse auch ohnehin bekannt, und wir konnten die gleiche 
Erscheinung auch ohne Serumbehandlung in einer, wenn auch ge¬ 
ringeren Zahl, nämlich 15 mal beobachten. In der Mehrzahl der 
Fälle trat das ganz gewiss nicht ein. Andererseits haben wir, 
entgegen den Angaben anderer Beobachter, auch unter der 
Serumbehandlung descendirenden diphtheritischen Croup bis in die 
feinsten Bronchien und bis in die Alveolen hinein unter Bildung 
ausgedehnter pulmonaler Entzündungsheerde auftreten sehen (13 mal), 
und nur 3 mal konnten dieselben vor der Injection klinisch nach¬ 
gewiesen werden. Die Umwandlung aber der festen nicht expec- 
torirten Membranen in eine stark verflüssigte, breiige oder milchige 
Masse und Austapezirung der Alveolen kennzeichnete die nach der 
Serumbehandlung auftretende Pneumonie in der Leiche schon 
äusserlich durch die eigenartige Zeichnung meist als eine ächte 


Aspirationspneumoüie, wie ich sie dereinst aus gleicher, die Mem¬ 
bran verflüssigender Tendenz bei der unglückseligen Pilocarpin¬ 
behandlung der Diphtherie gesehen habe. 

Ein zweites Moment, das man auf die heileude und antitoxi¬ 
sche Wirkung des Serum bezog, war das schnell nach der Injec¬ 
tion und jäh nach Art einer Krise auftretende Absinken der Körper¬ 
temperatur. In einer Reihe von Fällen leichter und schwerer Art 
(18 von 89) konnten wir das bestätigen. Hier sank die Tempera¬ 
tur in 8—24 Stunden nach der Injection von 39—40° bis auf 
38—37,5° ab. Allein auch diese Erscheinung haben wir in einer 
Anzahl von Fällen beobachtet, die nicht unter der Serumbehand¬ 
lung gestanden, allerdings unter beiden Umständen nur bei reiner 
Rachen- resp. Nasenrachen-Diphtherie. Hinterher pflegte aber die 
Temperatur nicht selten wieder anzusteigen, um dann — wie über¬ 
haupt in der Mehrzahl der Fälle — allmählich in 6—14 Tagen 
lytisch abzuklingen. 

Die von vielen Seiten angegebene günstige Wirkung auf den 
Puls, die langsamere und kräftigere Welle konnten wir nur in 
fünf Fällen bemerken; in fast allen Fällen blieb der Puls schnell, 
oft klein und unregelmässig; von einem tonisirenden Einfluss des 
Serums auf das Herz war jedenfalls keine Rede. In vier Fällen 
hingegen konnten wir unerwartet, bald nach der Injection tödt- 
lichen Collaps bemerken. 

Albuminurie, ziemlich bedeutend und mehrere Tage anhaltend, 
konnte 26 mal, und zwar 19 mal in direktem Anschluss an die 
Injection verzeichnet werden. 

Exantheme wurden mehrfach beobachtet: sowohl Urticaria, 
meist von der Umgebung der Injectionsstelle ausgehend, zuweilen 
erst 6—8 Tage nach der Injection, als auch mehr oder weniger aus¬ 
gebreitete scharlachartige Erytheme, nach Art der Arzenei-Ex- 
antheme. -wie das auch jüngst von Widerhofer angegeben wurde, 
die sich aber vom Scharlach wesentlich unterschieden. Sie be¬ 
schränkten sich meist auf Rücken, Nates, unteren Theil des Ab¬ 
domens und Oberschenkel; sie waren ferner nicht von Temperatur¬ 
erhöhung begleitet, es folgte ihnen keine Abschuppung. Es fehlte 
die Scharlachzunge. Sie verliefen ausnahmslos günstig. 

Echter Scharlach begleitete neun mal, Masern drei mal die 
Diphtherie, und zwar folgten beide dieser. 

Postdiphtheritische Lähmungen — abgesehen von leichteren 
Gaumensegelparalysen — traten fünf mal in die Erscheinung, da¬ 
von entfallen aber vier Fälle auf seruminjicirte Kinder, und diese 
waren multiple und ernste. 

In drei Fällen bekamen wir nach der Abheilung aller Lokal- 
affectionen Recidive zu Gesicht. Ein Kind, das mit Serum im- 


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24. Januar. 

nlairt war erkrankte drei Wochen nachher an echter, wenn 
Üi'Jh Iflifihter' Diphtheria faucium. 

UCÜ Mit der frühzeitigen Injection hatten wir kein Glück. Unter 
Han 13 Serumtodesfällen gehören sechs, d. h. 46 %, solchen Kindern 

die mit annähernder Sicherheit in den ersten vier Krankheits- 
f; waren . Andererseits hatten wir auch mit der Spät- 

^fection günstige Resultate zu verzeichnen; so haben wir eine 
Reihe Ton Kindern am Leben erhalten, die am sochsten, achten, 
sogar vielleicht erst am zehnten Krankheitstage mit Serum be¬ 
handelt wurden. 

Schädliche Nebenwirkungen mit Sicherheit auf das Serum zu 
beziehen waren wir nicht in der Lage, allein wir müssen mit 
unserem Urtheil aus mancherlei Erscheinungen intra vitam und an 
der Leiche zurückhalten, ob solche ganz auszuschliessen sind. Nur 
das eine muss ich hier hervorheben, dass ich so hochgradige und 
eigenartige Degenerationen von Herz, Niere und Leber, und zwar 
in nicht vereinzelten Fällen, sonst nicht bei Diphtheritis zu Gesicht 
bekam. 

Ein Urtheil über die Wirksamkeit und den Heilwerth für das 
Serum abzugeben, scheint mir bislang ganz unmöglich. Die Zahl 
der beobachteten Fälle ist viel zu klein, die Zeit der klinischen 
Beobachtungen viel zu gering, Jeder einzelne Fall, jede Epidemie, 
die Oertlichkeit bietet soviel eigenartiges an sich, dass nur eine 
umfangreiche Sammelforschung aus den verschiedensten Orten, bei 
zahlreichen Epidemieen, die sich über eine grosse Zeitepoche er¬ 
streckt und ein grosses Zahlenmaterial aufzuweisen hat, einen an¬ 
nähernden Werth in dieser Frage beanspruchen darf. Allein selbst 
wenn diese Bedingung erfüllt wäre, ist damit noch nichts gewonnen, 
solange wir keine sichere Erklärung über die Art der Einwirkung 
des Heilserums auf den Zellorganismus des Menschen haben, bei 
einem Mittel, dessen Existenz im Blute überhaupt noch nicht er¬ 
wiesen ist. Denn dass die supponirte „Antitoxin“-Wirkung zum 
mindesten sehr fraglich ist, dafür sprechen schon die hochgradigen 
Degenerationen der Organe, trotz frühzeitiger Injection, und dafür 
sprechen vor allem die postdiphtheritischen Lähmungen. Auch 
geht das zum Theil aus den Mittheilungen von Roux hervor, wo¬ 
nach neutrale Gemische von Diphtherietoxin und Antitoxin den¬ 
noch Thiere „specifisch“ krank machen, wenn dieselben vorher ge¬ 
schwächt waren, was sich mit der angenommenen „Antitoxin- 
Wirkung" nicht vereinbaren lässt. Auch wird sich die Heilserum¬ 
therapie mit den Physiologen abzufinden haben, die bisher in dieser 
Frage überhaupt noch nicht das Wort ergriffen haben. 

Aber, da wir das Antitoxin als solches noch nicht kennen, 
über seinen pharmakodynamischen Werth auch garnicht urtheilen 
können, müssen wir auch bezüglich der Dosirungsfrage verlangen, 
dass dieselbe in anderer Weise fixirt wird, wie bisher. Dieselbe 
einfach nach den Zahlenwerthen vom Körpergewicht des Meer¬ 
schweinchens aus arithmetischer Progression in Immunitätsein- 
iieiten auf das Kilo Mensch zu übertragen, das scheint, mir nicht 
statthaft. Die Species Mensch verlangt docli eine andere Be¬ 
rücksichtigung. 

Auch in der Darstellung des Mittels müssen wir eine Aende- 
juug verlangen. Wenn das Heilserum vom Entdecker als ein sonst 
-indifferentes“, aber mit specifischer Heilwirkung versehenes Mittel 
— dann muss vor allen Dingen alles aus demselben 

u was Hicht indifferent und nicht zur Sache gehört, 
as Heilserum Behring’s aber ist ein Carbol-Heilserum, das unter 
,11,e m Zusatz von 0,5 % Carbolsäure in den Handel kommt. Nun, 
onn 8 P ro ^ n i ec Gon von 10,0 oder bei zwei Injectionen von 
- .pro dosi einen Gehalt von 0,05—0,1 Carbolsäure, also die Maximal- 
sis bei einem Erwachsenen! Kinder aber, und noch dazu in dem 
iiaL-Ün !r ! eIehem Mdirzahl zur Serumbehandlung kommen, sind 
l: u lca ® norm empfindlich gegen Carbolsäure, und die zahlreichen 
r m , ft ® ren , wie schweren Vergiftungen, die sowohl bei innerer, als 

er Anwendung der Carbolsäure und hier selbst bei sehr ver- 
7it 7 ^ 1 Losungen beobachtet und von Abelin, Kottmeyer, 
t n ö ’ 1 ne L BiHroth, Gense, Küster u. a. mitgetheilt sind, 
''rossan doch ^zu denken gehen, ob bei verhältnissmässig so 
schpirmTw» ° Sen ’ k ler in 8u bcutaner Injection, nicht gewisse Er- 
nurie u ^ V0T j ^ e ^ en des Pulses, der Temperatur, die Albumi- 
nicht bah W ’ darau * gezogen werden könnten. Wir wollen das 
"äre Hüt/ - eil j a ^ e \ n se lbst wenn das ganz auszuschliessen 
säure hai SU ^ r , doch ^cht vergessen, dass gerade die Carbol- 
stets eina J ° eh J ( n dl un g der Diphtherie sowohl intern als extern 
Dies wird „L° SSe gespielt hat und warm empfohlen wurde, 
von Abel nrwi SCawerer Waagschale fallen, wenn sich die 
suchuneen u ' .? ssermann mitgetheilten experimentellen Unter- 
die niemiic wonach das Blutserum von Erwachsenen, 

waren, an Diphtherie gelitten oder künstlich immunisirt 
ein Umstand d em ? 8ch ?^ en de Kraft gegen Diphtherie besitzt, 
haupt so 5 P ii’ er 68 begreiflich machte, warum Erwachsene über- 
von Diphtherie befallen werden — ganz abgesehen 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


_ __ _55 

von der grösseren lokalen Vulnerabilität der Rachen- und Kehlkopf¬ 
schleimhaut im Kindesalter überhaupt. Die Carbolsäure muss aus 
dem Heilserum entfernt werden! 1 ) 

Und endlich, daran müssen wir doch festhalten, dass die ar- 
tificielle, bei Thieren im Laboratorium erzeugte Injections- 
diphtherie nicht identisch ist mit der Infectionsdiphtherie, wie 
sie sich von einem lokalen Infectionsheerd aus als Krankheit,s- 
process am Krankenbett des Kindes abspielt. Wir müssen hier 
besonderen Nachdruck darauf legen, dass es sich, trotz der ätiolo¬ 
gischen Bedeutung des Loeffler’schen Bacillus für beide, bei der 
menschlichen Diphtherie um die combinirte Wirkung einer Mikro- 
benassociation handelt, gegen welche die Heilserumtherapie allein 
nichts ausrichten wird. Und selbst wenn das Heilserum, was wir 
alle hoffen möchten, das hält, was es verspricht, so wird sein Heil¬ 
werth immer nur ein bedingter sein, und wir werden vom prak¬ 
tischen und theoretischen Standpunkt aus die Anwendung desselben 
nur in Verbindung mit der Lokalbehandlung der Schleimhaut am 
Ansiedlungsheerd im Rachen, Kehlkopf und Nasenrachenraum be¬ 
fürworten müssen. Mit dieser eombinirten Behandlung sind wir 
vielleicht in der Lage, dem Feinde gewappneter gegenüberzu¬ 
treten und die Allgemeininfection sicherer hintanzuhalten, als wir 
dies bisher imstande sind. 

Jedenfalls haben wir die Verpflichtung, weitere Versuche mit 
dem Heilserum anzustellen, allein die Entscheidung über den 
Werth desselben liegt nicht allein in der klinischen Beobach¬ 
tung am Krankenbett und im Tkierexperiment, sondern sie'muss 
sich auch in den Räumen der physiologischen, pharmakologischen 
und pathologischen Institute — namentlich auch bezüglich der Or¬ 
ganveränderungen — abspielen und sie wird sich zum Theil in den 
von uns angegebenen Bahnen bewegen müssen. 


II. Ueber die neueren Fortschritte der 
chirurgischen Technik. 

Von Oberstabsarzt. Prof. Dr. A. Köhler iu Berlin. 

II. Specieller Theil. 2 ) 

Die durch Vervollkommnung der Untersuchungsmethoden 
möglich gewordenen Fortschritte Hessen rieh, wie wir gesehen 
haben, am besten an der Hirnehirurgie demonstriren; dem entspricht 
es nur, wenn wir auch hinsichtlich der chirurgischen Technik auf 
diesem Gebiete die zahlreichsten neuen Vorschläge an treffen. Mag 
die Hirnchirurgie von einigen und an einzelnen Stellen schon zu 
schnell vorwärts getrieben sein, mag deshalb hier und da (siehe 
Krön lein, Correspondenzblatt 1890, No. 1 und 2) eine Warnung, 
ein „kalter Wasserstrahl“ nöthig und nützlich sein — im allge¬ 
meinen ist dieser Zweig der Chirurgie in stetem Wachsen begriffen; 
jeder Tag bringt neue Vorschläge, und durch die gemeinsame 
Arbeit der verschiedenen medicinischen Disciplinen, durch die 
Leichtigkeit, mit welcher heute dio Erfahrungen der ganzen wissen¬ 
schaftlichen Welt gesammelt und kritisch verwerthet werden können, 
ist die Prüfung dieser zahlreichen neuen Vorschläge und die Ent¬ 
scheidung darüber, ob sie einen wirklichen und bleibenden Vortheil 
bedeuten, immer leichter geworden. Man sollte meinen, dass damit 
auch eine gewisse Stetigkeit des Fortschrittes gewährleistet sei 
und dass jene grossen Wechsel in der Werthschätzung bestimmter 
Eingriffe, wie z. B. der Trepanation, welche bald in den Himmel 
erhoben, bald als Verbrechen bezeichnet wurde, heute ausgeschlossen 
seien. Wir wollen uns dieser Meinung mit aller Vorsicht an- 
schliessen, wenn wir auch die Möglichkeit eines Wechsels im 
einzelnen zugeben müssen. Wie das Schicksal der Blutentziehungen, 
der Trepanation 3 ), der Transfusion 4 ), verschiedener Anästhetica und 
vieler moderner therapeutischer Vorschläge lehrt, können wir 
manches Neue und begeistert Empfohlene nicht sofort als fest ge¬ 
sicherten Besitz betrachten. 

Die neueren Fortschritte der chirurgischen Technik bei der 
Behandlung der Verletzungen, Entzündungen, Neu- und Miss¬ 
bildungen am Kopfe bestehen hauptsächlich in der Art der Ein¬ 
griffe, der Trepanation; der Methoden, der Instrumente, der 
Vermeidung von Schädeldefecten, der Deckung dieser De- 
fecte (Cranioplastik) und denjenigen Methoden, welche bei der 
Behandlung der Mikrocephalie, des Hydrocephalus und in 
einzelnen Fällen bei Geisteskrankheiten empfohlen sind. — Die 
Behandlung der Kopfverletzungen erfordert keine besondere 

<) Im Harn konnte ich das Phenol nach der Injection prompt nach- 
weisen (sowohl mit Bromwasser als mit Milton, Plügge u. s. w.i. 
selbstverständlich nach vorheriger Destillation des Harnes. 

*) Siehe diese Wochenschrift No. 1, S. 2. 

3) Ver|l. u. a. Fronmueller, Ueber die Wandlungen der Trepanation. 
Erlan^en^m den Abschnitt über Transfusion im Kriegs-Sanitätsbericht 1890. 

III A, 342 und 171 % 


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-DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


56 


Technik; sie erfolgt nach den Grundsätzen der allgemeinen Wund¬ 
behandlung, solange die Schädelkapsel unversehrt geblieben ist. 
Man wird, eventuell nach Abtragen gequetschter Ränder, nähen, 
wo überhaupt die Möglichkeit antiseptischer Säuberung vorliegt. 
Wie segensreich auf diesem Gebiete Anti- und Aseptik gewirkt 
haben, das wird durch die von allen Klinikern beobachtete auf¬ 
fallende Abnahme in der Häufigkeit von Himabseessen nach Kopf- 
oujfi^ 611 bewiesen. — Wie man verfahren soll, wenn die 
bchädelkapsel verletzt ist, darüber sind die Meinungen noch getheilt. 
Handelt es sich um einen offenen Bruch mit Depression, dann wird 
niemand säumen, diese zu beseitigen, Splitter zu entfernen u. s. w. 
(s. u. a. Marchand, Soc. de chir. Bd. XVni). Freilich schützt 
auch dieses primäre Döbridement nicht immer vor den Exostosen 
den Folgen unregelmässiger Callusbildung im Verlaufe der Heilung 
der Schädelbrüche, wie z. B. der von Berger beobachteto Fall 
(Sem. m6d. 1892, S. 415) beweist; doch sind das immerhin Aus¬ 
nahmen, und wir haben kein besseres Mittel, wenigstens in der 
Regel die Bildung schlechter Knochennarben und der darauf folgenden 
Reizungs- und Lähmungszustände, am häufigsten also die trauma¬ 
tische Rindenepilepsie zu vermeiden. Zweifelhafter ist der Eingriff 
bei einer Depression ohne Wunde; hier kann auch einmal die 
Vitrea stark gesplittert, die Meningea media verletzt sein u. s. w 
Dann werden aber deutliche Symptome dieser Complicationen be- 
Btjmmte energische Eingriffe erfordern. Bei allen Depressionen 
auch bei denjenigen, welche keine allgemeinen oder Herderscheinun¬ 
gen von beiten des Gehirns verursachen, ausnahmslos trepaniren 
zu lst ^ ol11 trotz des «Schutzes der Antiseptik“ nicht zu 

rechtfertigen. Man weiss ausserdem, dass das Gehirn sich an 
mässigen Druck gewöhnt. 

Die grossartigen Erfolge, welche auf dem Gebiete der 
uach Jackson benannten Rindenepilepsie in den letzten 
Jahrzehnten erzielt sind, können wir hier nur kurz erwähnen 
Diejenigen Fälle, in denen dabei vollständige Hoilun"- ein- 
trat, sind ja selten; aber imposant ist die Zahl derer, welche 
bedeutend gebessert wurden. Sie waren fast alle vor der Operation 
hulflos, zu keinem Erwerbe fähig, in den freien Intervallen in 
ewiger Angst vor dem unheimlichen Anfall, bei welchem sie mit 
™T m a BeWUSi ? Sem f . U l hlten und saben . dass ein Theil ihres Körpers 
“ a . ck de ' n ander « n lhrem Villen nicht mehr gehorchte und in 

lT rZh t e / U t Ungei1 ve . rfie1 ' bls mit der Ausbreitung des An¬ 
falles auch das Bewusstsein erlosch. Hier ist Grossartiges ge- 

vorb^nftff nd dle .. Beha " dl » n g der traumatischen Rindenepilepsie g - 

Fiü-mthnn? 111 - dl . Ser Form .r ka T nu als ß esiebertes chirurgisches 
Eigenthum eingetragen werden. Ist die Krankheit Folge einer Ver- 

’f dann V eS llabe ’ die Narbe aufzusuchen und bei der 
Trepanation von ihr auszugehen; das mag in vielen Fällen genüo-en 

leren C Snh«T e nu V* g T g ents P richt die »«ssere Narbe ’S 
mellt; es ist deshalb sicherer, sich an die 
Symptome zu halten und auf Grund derselben nach den oben an- 

-ff efc l 10den 1 die Stelle zu bestimmen, an welcher der 

unTr ^ e p 0 „ ffnetW ? rden S °\ In dem bekannten Falle vonBennet 
und Godlee, sowie m mehreren anderen, z. B dem Falle von 
Exostosen nach Säbelhieb auf der v. Bardelehen’önhop gr u 

theill^iJdK der h Hieb sohrä S von vorn nach hinten durch Weks'h- 
heile und Knochen gedrungen war, wurde mit Vortheil dieser Woo- 
eingeschJagen. Wenn man eine der Methoden der temporären Resection 
welcher S e if det ’- a 1 '*™ gr0SS611 Weichtbeilknochenlappen bilde” 

T niar* f. bber ^ lede £ eingelegt wird, dann ist natürlich eine genaue 
Locahsation vor dem Eingriff nicht nöthig. Ob man nun Exoftosen 
Verwachsungen, alte Blutgerinnsel, Cysten, Tumoren findet 

Im allgemeinen sind die Erfolg h P ; v 

ritener! m bronderfLi SO Ab g scLt g n ; ^ he He ‘ lu “« e !f siade ^ 

RihrenT a^hgend'einer 

sich mötorischeCeutren. ™ lh F er Peripherie befinden 

aus, welche die Läsion’ hervorruft^Wen*? 6 em2I ff en Heerdsymptome 
dann kann es verkommen de« hi W ?.r w a " T In 1,ier “'epanirt, 
legene Ursache der KräkkheR ^f« h ? 6ltl, f Ch “ nd in der ®«fe ge^ 
können wir nur die in ^ Nah! . ^ U ? den Wlrd ' Vorläufig 
Ueerde operativ angreifen- wie hüiKn G " Sfca “. z gelegenen 

"i».™. SSÄTif -z ä £ I 


No. 4 


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Zusammenstellungen über die bei Sectionen gefundenen Hirn¬ 
tumoren; dass nur ein kleiner Theil von diesen zu operiren ge¬ 
wesen wäre, fand u. a.Goodhart (Pathol. Soc. of London, Febr. 1886)• 
nach Seydel (XXI. Chirurgencongress 1892) wären von 500 Hirn¬ 
geschwülsten, welche bei Sectionen gefunden wurden, nur 11 also 
2 °/ 0 , zu operiren gewesen. — Wie man Hirnabscesse nicht be¬ 
handeln soll, lehrt ein Fall von Mas (Valencia) (Ref. in der 
Deutschen Zeitschrift für Chirurgie Bd. 39, S. 419), bei welchem 
der Abscess entleert, ausgespült und dann Dura und Haut — ver¬ 
näht wurden. Der Kranke lebte noch ca. acht Tage — Der 
neueste, den Himabscess und seine Behandlung betreffende Vor¬ 
schlag ist der von M. Schmidt (Langenbeck’s Archiv Bd 45V 
an der yermutheten Stelle wird der Schädel nur angebohrt und 
durch diese Oeffnung die diagnostische Gehirnpunction ausgeführt 
Das Resultat derselben ist für das weitere Vorgehen maassgebend! 

hL I ^ st J umen ^' rium zur Trepanation behaupten 
sich die alten Hand- und Bogentrepane neben den neu erfundenen 
und empfohlenen Meissein, Sägen und complicirteren Apparaten 
Im allgemeinen haben Hammer- und Meissei trotz der vielfach 
geäusserten Besorgniss, durch „Verhämmern“ des Gehirns Schaden 
zu stiften eine immer weitere Verwendung gefunden; diejenigen 
aber welche infolge dessen die Trepankrone aus den chirurgischen 
Bestecks ganz verbannen wollen, haben doch noch zahlreiche be¬ 
deutende Chirurgen gegen sich. So trepanirt Lucas Championni&re 
d ? r Krone; die Vereinigung zweier Trepanöffnungen be- 

März 1889 mt und Mei f sel ( s ‘ z * B - Archives möd. Beiges, 

März 1889 und XI. internationaler Congress 1894); ebenso empfiehlt 
Cant Lancet 7. März 1891, die Trephine; in England und 
Amerika sind bei einer grossen Zahl von Chirurgen —^ich nenne 
nur Horsley — Kronen mit grosser Oeffnung in Gebrauch. Auch 

benutz n t S (z W B S c ^deldach der Trepan noch vielfach 

benutzt (z B. Czerny, s. B. v. Beck jun., Beiträge zur Pathol 
U. Chir. des Gehirns, S. 101, Tübingen 1894; Küster Freie 
Veiemigung der Chirurgen Berlins 1888, u. a. m.). 

^tniVw M ° < ! ific f tione 'l des Trepans ist der etwas ältere, von 

Chir 1886 a No h 28 ”?£ chanotre P an “ (s. Centralbl. für 

H.I .ltÜ’v f .w d 1889, No. 27) zu erwähnen, welcher, ähnlich 

dio Knof-Ln«nrA atlV - trepal i.’ dle , 0effnun e heraushobelt, dabei aber 
CenMbf^f rMr er i«q| 1C M aU on mmt; ferner der von Ta uber im 
säet keffelfö™;™ st N °' 20 , empfohlene Torne-Trefin; dieser 
in di« T S ck ? a “S, welche nachher gut aufliegen, nicht 

hineinsinken. Neue Instrumente (Trepan) für die 
temporäre Resection empfiehlt Zuccaro, Gazz di Torino 1890 

benutzr e v e Ba n fdirn Tre r. IÜCke ?- Wird am häufigsten der Meissei 

des Meisseis «in« ! eben bat z « <besem Zweck an der einen Ecke 
aes Meisseis eine kurze stumpfe Sonde anbringen lassen welche 

m dt e T n e^ f en ^r he11 ™ d Dura Me/und dZ’ schützt 
FaraboenVs d«" h p Hoblme.sselzange, mit dem Pince-Trepan 
m?t d.m m •’ d , Cranl0t0m Poirier’s und Delvoie’s (1. c. S. 71) 

(CentralW fThh llZ gedeokten Säge Thomalla’s 

einer MnHifiöor U 'tr ??' ^ dem n^ iD kelmeisser von Lane, 

von S^lZr rw1«n de li B0h w ei f els (London 1893 ). der Kreissäge 
PiLV . (Wien. klin. Wochenschr. 1889, No. 49 und Knox 

der Journ -: A P riI 1893 ) und einer Modification desselben! 

en w3d« P r h«t!h r H n n r ff endt (XX ' Chirurgencongress 1898) können 
Resection b rtZth, 6erweitert od ^ Z -B- für die temporäre 
Umschnitten“ l b /“, heben f e Nnoohenstück schneller und sicherer 
möZh ist T?7 r l”’. a l S ., cs mit Hammer und Meissei allein 
für^sich nnH ^ nf u der letztere die grössere Einfachheit 
den Erfahreneren dw .9®^ abr des «Verhämmems“ scheint es nach 
stiin dZf r n Y. ag .n er ,r (Kölligsbtltte )' Czerny, Lauen- 
nicht so schlimm 09 W ° b dle Mehrzahl der Chirurgen anschliesst, 
"mmer besnnr« ^ ~ AI1 ? e mein üblich, wenn auch nicht 
arbeiten so dass er ? a ^ n ?’ lst ea w °hli mit dem Meissei schräg zu 
nachher ’ auiflinsfnd de[ " Torne-Trefin Tauber’s, die Ränder 

istes ,mme f vsn d be ff a \ In der v - Bardeleben’schen Klinik 
diese W^ii«. ® a gemacbt ' ebenso operirto Benda (siehe oben) auf 
Metzler v empfohlen wird das Verfahren von 

und von C R„ct rp 6r . g KV n ' klin - Wochenschr. 1890, No. 42) 
Sto benutz?« f 9 (CMtralbl. f. Chir. 1894, No. 44). - Eine feine 
de^rfur 1891 n! a dle H el J lp ° räre Resection a «ch Toison (Revue 

etwir comnliift!; T ? d J ° UrD - mM : deLUle 1890 ’ No - «)• Ein 

SchädflldnnW eS e P ?iJ r r. men< ' zur d * a g nost ischen Anbohrung des 
Schädeldaches empfiehlt Bradford in Boston (s. Ref. im Centralbl. 

schon auT d«r ?°^i! d °f de f Trepanation ergiebt sich manches 
können di« d MJH. r6 H tehende /! Aufzählu “& «euer Instrumente. Wir 
aus dem d S«hS T elntbellen in solche, bei denen ein Stück 

wöhnUche nwS^ t“ wM ~ das wäre die aIte g«- 

und hl nnWi?T- l0I1 i " nd ,hre moderne Verwandte, Craniectomie, 
Knochen v«Wld»t b0 ' h®T f n ?r - Kla i'P e " aus Weichtheilen und 
g ildet und durch Umlegen derselben nach aussen die 

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24. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


S Mdelhöhlc nur für die Zeit der Operation geöffnet wird — das 
’ t die osteoplastische temporäre Resection. Bei dieser entsteht 
kein Defect- bei jener kann der entstandene Defect auf sehr ver¬ 
diene ^ei se verschlossen werden (Cranioplastik); durch Reim- 
nlantation der heraustrepanirten Scheibe, durch „Pflastern“ der 
Dum mit den Stückchen desselben oder fremden Knochens, durch 
Umienverschiebung (Müller, König), durch Einpflanzen anderer 
Substanzen, z. B. von Celluloidplatten. Beabsichtigt man eine 
dauernde Drucken tlastung, dann wird man auf den Verschluss der 
Knochenl ucke lieber verzichten, so z. B. bei der Craniectomie 
we^en Mikrocephalie, auch zuweilen bei Trepanationen wegen 
Jackson’scher Epilepsie. Wie Lucas Championniöre mit¬ 
theilte, hat Vercherc in einem derartigen Falle ohne Reimplantation 
einen sehr günstigen Erfolg erzielt (Bullet, de la Soc. de chir. XVH). 
Natürlich wird man auch bei Hirnabscessen nicht an den sofortigen 
Verschluss der Trepanlüeke denken. 

Eine Lücke in den Schädelknochen kann bei unversehrter 
Dura, besonders bei jungen Personen, auch ohne Osteoplastik, im 
Laufe der Zeit einen knöchernen Verschluss bekommen, wie in 
neuerer Zeit u. a. ein von Carl Beck (Chicago), in seiner inter¬ 
essanten Arbeit': „Cranioplastic operations“ mitgetheilter Fall be¬ 
weist (The Journal of the Amer. med. Assoc., 15. December 1894; 
vergleiche auch Konrad, Würzburg, 1889: Ueber Regeneration 
der Knochendefecte des Schädels nach Trepanation). Dass man 
aber oft dahin gestrebt hat, diese Lücken möglichst bald durch 
einen festen Verschluss zu sichern, wird durch manche früheren 
Versuche (s. v. Bergmann’s Kopfverletzungen, S. 557) und ältere 
Andeutungen bewiesen. — Trepanlöcher, viereckige und runde, 
sind übrigens in zahlreichen Gräbern aus der Steinzeit gefunden. 1 ) 
In neuerer Zeit ist die Wiederempflanzung sehr häufig ausgeführt; 
in Thiervers liehen wurden die feineren Vorgänge bei der oft er¬ 
reichten glatten Einheilung untersucht, von einzelnen wurden 
Modificationen der einfachen Einpflanzung empfohlen. So machte 
Clark (Lancet, 6. Februar 1886, Trephining in epilepsy) die Zoll 
(licke Scheibe dünner, ehe er sie reponirte, und bohrte daneben zur 
Drainage ein kleines Loch für einige Catgutfäden. Cunes (Rif. 
med. 27. Januar 1891) machte die untere Fläche möglichst glatt, 
um Verwachsungen mit der Dura zu vermeiden; Walker (Med. 
Rep. 1890, No. 9) ist gegen alle Manipulationen der Art, weil er 
danach erst recht die Bildung von Osteophyten befürchtet. 
Interessant sind in dieser Beziehung die Versuche von Sacchi 
(Rif. med., 4. August 1898), nach welchen keine Verwachsung mit 
der Dura eintritt, wenn die Scheibe umgekehrt, das Periost nach 
innen eingepflanzt wird. Ausgedehnte Thierversuche stammen von 
Gu£rin (Bull, de l’Acad. 1888, No. 44); casuistische Mittheilungen 
von Pous (Th&se de Lyon 1891), Burrell (Boston med. Journ. 
1-9. März 1888), George St. George (Brit. med. Journ. 24. April 
1886, S. 779), Hoegh (Med. News 1890, No. 8), Saw r telle 
|| Centralbl. f. Chir. 1893, No. 24), Olmstedt (Ann. of surg. 
Nov. 1892, das „Pflastern“ der Dura mit zahlreichen Stückchen 
der zerkleinerten Scheibe), Gerstein (Chirurgencongress 1889, 
Linheilen eines ganz gelösten Stückchens). Aehnlich verfuhr 
*2£ te k einem Fall von offenem Schädelbruch (Berl.klin. Woehenschr. 
189d, No. 31) und Jackson (Boston med. Journ. 23. März 1898).— 
beber die von Kümmell und später von Senn empfohlene Ein¬ 
pflanzung von decalcinirten Knochen haben Darkschewitsch und 
weidenhammer (Ref. Centralbl. f. Chir. 1892, No. 41), Versuche 
angesteüt. — Zahlreich sind die Mittheilungen über Hetero - 
p a j tl “> jpeciell über die Einpflanzung fremden, unorganischen 
■ odtea Materials: A. Fraenkel berichtete Über gelungene Thier- 
versuehe mit Celluloid (Wien. klin. Woehenschr. 1890, No. 25 
f, ln ® ril ^ s Beitr-, Festschrift für Billroth). Hinterstoisser 
enda, 1891, No. 16 und 1894, No. 4), v. Eiseisberg (Internat, 
audschau1891, No. 14 und XX. Chirurgencongress), v. Frey 
. 1 . ' • ^ochenschr. 1894, No. 3) und Fillenbaum beob- 

n das Einheilen von Celluloidplatten in Schädeldefecten. 
Fäii/Iw^n s '. ^elvoie, 1. c. S. 314) musste in einem seiner 
hei tu 16 Lellll j 0 jdplatte wegen Eiterung wieder entfernen; auch 
Plastik * a ® 00, c ^ r ‘ XVIII) misslang diese Hetero- 
es c t f a ?’ ein ® Ansammlung von stinkendem serösem Eiter 
_ er kc hmbe ein. (Vergleiche auch Mosse, Sem. möd. 1893, 

No. 27. — ^orn/* ^ re P ana ^9 nei1, ü* Centralbl. f. Chir. 1894, 


Primitivp “ e P ana h°u sonst und jetzt. London 1894. — Mc Sec, 

Ürit. med Hopkins Hosp. Bull. 1894. — Horsley, 

“dt TreDaimtinTicxfll^ demonstrirte Schädel aus der Steinzeit 

b'ränes Wim^f 11 ^ 11 , d° r motorischen Region. — üartailhac, 
tion prthigtnrim, a if 6 d .° * a P 10rre » Annales möd. Jan. 1888; Trdpana- 
- Auch BrnrMi \ % 8 P 1 ^ Bullet, de l’Acad. de Clermont, Sept. 1890. 
P. Delvoip To Ü . m teressante derartige Befunde berichtet; vergl. 
voo n trepanation cranienne. Brüssel. 1893. wo noch die Arbeiten 


von p : 

Se ?del,~Aib‘u 


ruinifi». j S wttmenne, urussei, lcraa, wo noen aie ATDeuen 
ü, Alba citirt°si^| a ^ r °Ghampionniöre, Albert, Rose, 


S. 250 und Le Dentu, ebenda S. 51.) — Auch die Versuche mit 
anderem Material, mit Gips, Guttapercha, Lack, haben, wie wir 
aus der schon citirten Arbeit von C. Beck in Chicago sehen, 
wenigstens bei Thierversuchen schon zu recht bemerkenswerten 
Resultaten geführt. Wir wollen hierbei auf die interessante Notiz 
hinweisen, welche sich bei H. Dumas (Thöse de Paris 1889) findet, 
dass bei den Bewohnern der Südseeinseln die Trepanationsöffnungen 
durch dünne und glatte in die Lücken hineingepasste Scheiben von 
der Cocosnuss verschlossen werden. 

Von Arbeiten, welche die verschiedenen Methoden der Cranio¬ 
plastik besprechen, nennen wir: Moisson, Des differentes mdthodes d’ob- 
literation des pertes de substance du crfine (viel Litteratur!). Thöse de Paris 
1891. — Chipault, L’ostöopiastie cranienne. Gaz. des höp. 1893, No. 83. — 
Codivilla, lieber die Mittel, Schädeldefecte zu schliessen. Arcli. di orto- 
ped. 1892 (ist für die temporäre Resection. also eigentlich für Verhütung 
des Defectes). — Brentano, Ueber traumatische Schädeldefecte und ihre 
Deckung. Deutsche med. Woehenschr. 1894, No. 17. — Sacchi, Beiträge 
zur Schädelplastik. XI. intern. Congress und Rif. med. 1894, 7. Juni. 

Wo es sich nicht um die Herbeiführung einer dauernden 
Druckentlastung oder einer längeren Drainirung handelt, da ist 
auch keine eigentliche Craniectomie, folglich auch keine spätere 
Osteoplastik nöthig; in diesen Fällen wird immer mehr die so¬ 
fortige Autoplastik, die temporäre Resection, ausgeführt. Die da¬ 
für von Wagner (Königshütte) gegebenen Vorschriften (s. Central¬ 
blatt für Chirurgie 1889, No. 47 uud 1891, No. 2) gelten der 
Hauptsache nach noch heute; die Zahl der nach dieser Methode 
ausgeführten temporären osteoplastischen Schädelresectionen ist 
trotz der wenigen Jahre seit der ersten Empfehlung eine ganz be¬ 
trächtliche. Von den Modificationen beziehen sich einige auf das 
Fortlassen der kurzen Schenkel an der Basis des Lappens, andere 
machen diesen viereckig und benutzen besondere Instrumente zur 
Bildung des Knochenlappens (Toison, Zuccaro, Lane, Kroucli- 
koll, Paris 1893, Tauber, C. Beck u. s. w.; s. o.). Zwei von den 
neuen Vorschlägen für die temporäre Resection scheinen uns besonders 
wichtig und interessant; einer von Müller (Centralblatt für Chi¬ 
rurgie 1890, No. 4) welcher nicht die ganze Dicke, sondern nur 
die äusserste Schicht des Schädelknochens mit in den Lappen 
nimmt und die übrigen Schichten herausmeisselt; der andere von 
Scafi, Florenz 1893, auch empfohlen von Tassi (Ref. Central¬ 
blatt für Chirurgie 1893, No. 31), welcher an der Brücke des später 
zu bildenden Lappens in der ersten Sitzung Haut und Knochen 
lineär durchtrennt, die Hautwunde vernäht und nach einer Reiho 
von Tagen, wenn die Weicht heil wunde verheilt ist, die übrige 
Operation vornimmt und nun nicht mehr nöthig hat, die Brücke 
durchzubrechen. Müller war zu seiner, allerdings nicht leicht 
auszuführenden Modification durch die König’sche Methode der 
Rhinoplastik gekommen: König selbst hat nun in ganz ähnlicher 
Weise für manche Fälle von Schädeldefecten die Deckung durch 
einen, der Nachbarschaft entnommenen, Haut, Periost und obere 
Knoehenschicht enthaltenden, gestielten Lappen vorgeschlagen und 
ausgeführt. Der neue, bis in die Diploö reichende Defect wird, so 
weit es geht, durch die abgelöste Bedeckung des alten, ebenfalls 
in Form eines gestielten Lappens, oder durch Transplantationen 
bedeckt. (Centralblatt für Chirurgie 1890, No. 27.) Zahlreiche 
günstige Erfahrungen beweisen die Leistungsfähigkeit dieser Art 
Cranioplastik: Riegner, Deutsche medicinische Wochenschrift 1893, 
No. 28 (1 Fall); Schoenborn, XX. Chirurgencongress (1 Fall); 
Tietze-Mikulicz, XXI. Chirurgencongress (2 Fälle); Kehr, 
Centralblatt für Chirurgie 1893, No. 48 (1 Fall); Borelius, ebenda, 
No. 10 (2 Fälle); Slajmer, Wiener klinische Wochenschrift 1893, 
S. 218 (1 Fall). 

Ungefähr gleichzeitig mit diesen osteoplastischen Operationen, 
welche an Thieren von J. Wolff schon beinahe 20 Jahre vorher 
erprobt, aber nicht weiter verfolgt waren (s. Centralblatt für Chi- 
rurgie 1890, No. 1), trat Lannelongue mit dem Vorschläge auf, 
die Mikrocephalie und ihre Folgezustände operativ anzugreifen 
(Union möd. Juli 1890, Acad6mie des Sciences m6d. Juni 1890, 
VH. französischer Chirurgencongress 1891). — Zwei Meinungen 
sind es, welche einander hier gegenüberstehen: nach der einen 
(Bourneville, Ballot, R6gis, Bouchereau, Rouby, Gaz. 
des höp. 1892, No. 152 und Progr. m6d. 24. Juni 1893; Bene¬ 
dikt, Wiener medicinische Presse, 10. Juli 1892, • Wald oy er u. a.) 
ist die mangelhafte Entwickelung des Gehirns das Primäre und 
die Mikrocephalie ist nur eine Folge davon — dann würde eine 
Operation w r enig Zweck haben. Nach der anderen Meinung wird 
die Entwickelung des Gehirns durch eine frühzeitige Verknöche¬ 
rung und Wachsthumshemmung des Schädels aufgehalten — dann 
würde in der Craniectomie (oder Craniotomie) das einzige Mittel 
zur Besserung liegen. Beide Fälle sind denkbar; die Schwierigkeit 
liegt nur darin, sie zu unterscheiden, und diese Schwierigkeit wird 
dadurch nicht geringer, dass man von einer angeborenen und emei 
.erworbenen Mikrocephalie spricht. Es wird gar nicht so selten 
Vorkommen, dass man nicht entscheiden kann, welche roim man 


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Original fro-rri 

UNIVERSITY OF MICHIGAN 



58 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


vor sich hat; dann ist man auf Grund der zahlreichen 
bisher veröffentlichten Erfolge voll berechtigt, die 
Q^ er i a ^ 0n vorzilnebmen - Sie ist allerdings gefährlicher als 
bchädeloperationen aus anderen Ursachen; oft wurde Shok während 
des Meisseins, zuweilen der Tod kurz nach der Operation beobachtet. 
Dafür sind aber auch eine ganze Reihe von Besserungen dieses 
sonst ganz hoffnungslosen Zustandes durch den Eingriff verzeichnet. 
Wenn Akermann (Ueber die operative Behandlung der Mikro- 
cephalie Voikmann’s Sammlung klinischer Vorträge, Neue Folge, 

• Todesfälle bei 75, nach v. Bergmann’s Anmerkung auf 
.. , ? . un gefähr 70 Operirten, zusammenstellt, so ist dabei zu be¬ 

rücksichtigen, dass diejenigen Fälle selten sind, in denen gar kein 
Erfolg erzielt wurde 1 ). — Die operative Technik bei diesem Ein¬ 
griff ist sehr verschieden gewesen; Lannelongue selbst hat seine 
1 in eäre Craniektomie später durch lappenförmige Schnitte ersetzt 
um grossere Stücke des Schädeldaches mobil zu machen; Mac 
Xlmtock (Centralblatt für Chirurgie 1892, No. 12) legte in jedem 
oeitenwandbein eine Trepanöflnung an uud schnitt von hier aus 
suboutan nach vorn und nach hinten durch den Knochen hin- 
Postempsky Umschnitt ein Viereck, Hess aber in den 
Weichtheilen an den vier Ecken eine Brücke stehen, während der 
^fündigdurchschnitten wurde; Bauer (Ref. Central¬ 
blatt für Chirurgie 1890, No. 44) legte an jedem Seitenwandbein 
zwei Trepanöffnungen an und dufchsägte die Brücke zwischen 
ihnen; Jaboulay (Arch. prov. de chir. II) meisselte zwei parallele 
Kmnen und durchtrennte subcutan die Knochenbrücke an beiden 
tnfni? der ^ ; ni i t ?i T ^ pa 1 nati011 bilin6aire ); Gersuny löst das ganze 
kt Jw- ne Scha , ( ! el . dach 1 ab m der Art, wie es bei Sectionen üblich 
ist (Wiener medicmische Presse 1893, No. 3). Hier, wo es sich 
darum handelt die gesammte Entwickelung des Gehirns zu er- 
eichtern, wird man natürlich alles vermeiden, was einen früh- 
zeitigen \ erschloss der angelegten Spalten begünstigen könnte; 
mit h S ° das n ? er ' 0St ’ S0Weit es den S P a,fc üb ^brücken würde 
Sr folff' Dl - D £’ a T rd> weim sie 8 esund ist; nicht be- 

TT d 0e f nung , lm Knochen wo möglich so gemacht, dass sie 
der Hautwunde nicht ganz entspricht (Tillmanns u. a.). 

;i eim W1 . r f bo11 bei d er chirurgischen Behandlung der Idiotie 
nur selten auf klare Anzeigen hin operiren konnten, so ist dies 

Paralvse Ist d?r 7^ bei ^ sycho ? en ” nd bei der allgemeinen 
Jraraiyse. Ist der Zusammenhang einer Geisteskrankheit mit einer 

^ Kopfverletzung nachgewiesen und deuten Veränderungen 

am Schädel oder bestimmte Heerdsymptome auf eine Stelle welche 
ähnhch wm bei der traumatischen Epilepsie als Ausgangspunkt 
betrachtet werden kann, dann ist der Eingriff wohl als g berechtigt 

herbeT b e e führt nd So** T* mehrf ^ ch schon bedeutende Besserung 
neroeigetuhrt. So m dem von Stetter operirten Falle (Central® 
biatt für Chirurgie 1892, No. 20). Flührer beobachtete SIL 
einer Geisteskrankheit nach Trepanation und Entleerung einer 
Cyste unterhalb einer Narbe an der Stirn (Schussverletzun» drei 
Jahre vorher s. Lancet 1. Mai 1886). In dem von KeTfAiTr 
ErS ° f med ' iK IenC t 3 ’ Se P tember 1891) berichteten Falle war der 
D^rfnt« r vorüberge £ end ‘ In dem bekannten Falle, über welchen 
1887 Y (ZY v. den ! P? ng \« SS in Wasb ington (Lancet, 1. October 
wl; S p 654) benc , ht t 0fc6 ' handelte es sich um eine früher lebens 
lustige Perso n, welche während der Entwickelung eines Tumors 


No. 4 


Functionen nach der Operation Arch Drov^Ho ° ' P esserun g der cerebralen 
circnläre Craniektomie. Corr™ponden z hl a tt f ~ D ““ ont - Die 

A ngeYl!“ Bei^dnem' ffinde uni 

“■ öS Siürt 

loptica nach linearer Craniektomie Besserung bei Dementia epi- 

s. 310) verfugt über 7 Faie dZ,, ^ Wmiwarter (s. Delvoie, 1 . c., 
cranieller Blutung; zweimal kein zweimai am 7a ^ e der Operation an intra- 
Erfolg; allerdings erst kurze Zeit 7“^ Un - d eiDmal sehr guter 

nach der Craniektomie mehrefe malo Zn Y-n Wnnwarter implantirte 
Masson, Beitrag zum Studhl nl! geilulmdplatten in die Lücke. _ 
Lyon 1894. ^ Ötudlum d es Verfahrens bei der Craniektomie. 


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Gck igle 


im Stirnhirn melancholisch, reizbar und gedächtnisschwach ge¬ 
worden war und nach Entfernung des Tumors ihre frühere Sicher¬ 
heit und gute Stimmung wiederbekam. Wir können uns auf die 
kurze Hindeutung beschränken, da bei diesen operativen Eingriffen 
eine besondere Technik nicht erforderlich ist. Beschaffenheit, Stelle 
und Ausdehnung einer Narbe, einer Depression, Sitz und Grösse 
einer angenommenen intracraniellen Läsion sind für das operative 
Vorgehen maassgebend. (Vergl. Burckardt, Zeitschrift für Psycho¬ 
logie Bd. 47.) 

Anders steht es mit der letzten der uns hier interessirenden 
Operationen, mit der Entleerung der Hirnventrikel bei zu starker 
Ansammlung oder Spannung des Liquor cerebrospinalis. Hier 
handelt es sich um ganz bestimmte Stellen, an denen der Eingriff 
beginnt; ähnlich wie bei der Aufsuchung der zwei Hauptäste der 
Arteria meningea media nach Krönlein (Deutsche Zeitschrift für 
Chirurgie Bd. 23). Die Vorschriften des letzteren sind neuerdings 
von Steiner (Langenbeck’s Archiv Bd. 48) etwas modificirt- 
dieser legt die vordere Oeffnung etwas höher an, um diejenige 
Stelle zu vermeiden, an welcher die Arterie oft durch einen knöchernen 
Canal geht. Dass diese Stelle bei Krönlein’s (auch Voigt’s) 
Methode oft getroffen wird, habe ich bei Operationscursen in einer 
giossen Zahl von Fällen demonstriren können. Ob das einen 
grossen Nachtheil, z. B. bei der Entleerung lebensgefährlicher Hä¬ 
matome bildet, ist eine andere Frage; trotzdem kann man nach 
Sterners Vorschlag diese Oeffnung etwas höher anlegen — sofern 
dadurch nicht die Entleerung des Hämatoms erschwert wird 
Uebngens habe ich den mittleren, auch recht stattlichen Ast bei 
Operationscursen oft freilegen lassen; die Oeflhung liegt in der¬ 
selben Höhe wie die für den vorderen und hinteren Ast, vertical 
über dem äusseren Gehörgang. — Wenn man bei diesen Operationen 
die temporare Resection anwendet (vielleicht mit secundärem Ver¬ 
schluss der Oeffnung), dann ist eine genaue Localisation auch hier 
nicht nöthig. 

Für die Punction der Ventrikel, für welche wir in v. Berg¬ 
mann s chirurgischer Behandlung der Hirnkrankheiten einen inter¬ 
essanten Belag und eingehende Betrachtungen finden, geben Kocher, 
Delvoic (nach Winiwarter), Poirier, Keen, Le Fort u. a. 
specielle Vorschriften. Diejenige Stelle, an welcher die Dicke der 
bedeckenden Hirnschicht am geringsten ist, befindet sich in gleicher 
Hohe mit den Stellen für die Arteria meningea media, ungefähr in 
er o en genannten, für den mittleren Ast maassgebenden Partie 
!P nZ >,- Wemff nach hinten davon). Kocher hat diese Stelle, weil 
inm hier einmal die Drainage versagte, nicht wieder gewählt und 
den Ventrikel lieber von oben und vorn her, in der Furche 
rwYfiH ii* S - ter / weiter Stirnwindung, ca. 3 cm lateral von 

Jlu vT geöffnet, obgleich er hier durch eine 4—5 cm dicke 
och lebt hindurch punctiren musste; dieselbe Stelle hatte v. Berg'- 

lnterTi«f> eWä ?-£ een ’ ^roca, Poirier u. a. empfehlen die 
laterale Punction Dem oben erwähnten Vorschläge von M. Schmidt 
iur die diagnostische Hirnpunction entspricht Sahli’s Trepano- 
£77°, n zur Entleerung der Ventrikel; er macht die Oeffnung im 

welch« nUr S -°. gr0i 7 dass nachher die Canüle darin Platz hat, 
welche zur weiteren Entleerung hegen bleibt. (Klinische Vorträge 
«ich ’ ? 0 - 28 )- Kocher (Chirurgische Beiträge II, s. o.) äussert 
(rpmAi?!!?? uber die Aussichten der Ventrikelpunction bei all- 
blnti f~ P lle P s i? und Porencephalie; ebenso Wyss (Correspondenz- 
lenYJ ® cbwei . zer Aerzte, 15. April 1893). Beide empfehlen 
S S 6 D . ra “ a £ e ( v ygl. auch die Operationslehre von Kocher, 
Draino Wd rend Diller (Amer. Journ. Nov. 1892) sich gegen die 

beoheebtet aUSSpl ? Ch j B T f skolt med . Journ. 13. Jan 1894) 

ehrnnie - 6 der Blmc t* on und Drainage bei Hydrocephalia 

TnH Yn l m £rBesserung, welche drei Monate anhielt, dann erfolgte der 
ienJe v M r« gl 7: £ ee “ ( Med - News, 1- December 1888) giebt 
Themn ,. ® rs ® bri I^n für die Operation. Weitere Arbeiten über dieses 
c ? r e “ : Bo Hze (Halle 1893), Ein Beitrag zur operativen Be- 

o q 7 7 g des Hydrocephalus congenitus; Vautrin (Sem. mW. 1893, 
ii. J’, k^ r dm Behandlung des Hydrocephalus congenitus; 
cenbZnYY 61 “ 1 “ S - l 70 ’ Tre Pauation in einem Falle von Hydro- 
I A Tod nach fflnf Jasen); Broca (Rev. de chir. 

fvprcri Po 1G i oi^ ain ?^ e der Hirnventrikel bei Hydrocephalus 
HvdfL k i hbd 4 1891 ’ ? 0 ’ 15 ’ Zwei Fälle von Trepanation bei 
F^X^q^ 8ernU - S ’ v 1 ; Phocas ( Rev - d ®s mal. de l’enfance, 
Hjvnnff i T ^urgischeBehanälungdes Hydrocephalus; Parkin 
E, 1 ' JuR 1893 X Heber das Ablassei von Cerebrospinal- 
Drnpir bor Q K US d ? m suba J' acb Q°ida]en Raum, um den intracraniellen 
klinisnhfl w zase * ;zan - Hier ist auch die von Quincke (Berliner 

SSSn?*®. 891 > No. 38 und 39) empfohlene Lumbal- 
punction bei Hydrocephalus zu nennen. 

besn^henee ü- ns 7 er . D v ar . stellu P g hervorgeht, bilden die zuletzt 
biet* fne en Blrnkrallkbei tou ein noch nicht ganz gesichertes Ge¬ 
biet für unsere operativen Eingriffe; ebenso verhält es sich mit 

Original frnrri 

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^^Tanuar^ _ 

Her slleemeinen Epilepsie 1 ); sie ist der Trepanation zugänglich, 
wenn sie sich in ihren Symptomen der Jacks on’schen Form 
liiert wenn sie auf bestimmte erreichbare Centren zu beziehen 
ist In derselben Weise sind die heftigen, jeder Behandlung 
trotzenden und mit Wahrscheinlichkeit auf erhöhten intracraniellen 
Druck zu beziehenden Kopfschmerzen zu beurtheilen. Bei der 
operativen Behandlung dieser Zustände, zu denen wir noch die 
Vpoplexieen rechnen können (s. Braddon, Lancet 1887, 15. Oct.), 
muss wie v. Bergmann am Schluss seines öfter citirten Werkes 
sagt'mit. viel Kritik und viel Vorsicht gearbeitet werden, wenn 
sie einen wirklichen und bleibenden Fortschritt bedeuten soll. 

__ (Fortsetzung folgt.) 

ttt. Zur Technik der Cystoskopie. 

Von Dr. H. Lohnstein in Berlin. 

Abgesehen von den Fällen, in welchen die Vorbedingungen, 
die für eine erfolgreiche Cystoskopie unerlässlich sind, nicht zu 
erfüllen sind — hinreichende Weite der Harnröhre, Toleranz der 
Blase für eine bestimmte Menge Flüssigkeit, genügende Klarheit 
des Blaseninhaltes — können gelegentlich in der normalen Blase, 
viel häufiger jedoch unter pathologischen Verhältnissen Bedingungen 
eintreten, unter denen die Besichtigung gewisser Partieen der 
Blasen Schleimhaut erschwert oder überhaupt unmöglich wird. — 
So kommt es öfter vor, dass die hinteren Abschnitte der Blase 
durch den Schnabel des Cystoskops vorgewölbt und daher einer 
Besichtigung theilweisc oder gänzlich entzogen werden, indem die 
D 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


59 





der Glühlampe zugewandte Fläche der Schleimhaut zwar 
_ beleuchtet wird, aber wegen ihrer Lage zum Prisma 
ausserhalb des Gesichtsfeldes liegt, während die der Glüh¬ 
lampe abgewandte Fläche des Wulstes und seiner Um¬ 
gebung völlig im Dunkeln liegt, weil das durch den Wulst 
verdeckte Licht der Glühlampe das Gesichtsfeld des 
Cystoskops nicht beleuchten kann. 2 ) — Ein geübter Cysto- 
skopiker wird allerdings diese Schwierigkeit durch Herausziehen 
des Cystoskopes und durch gleichzeitige Drehung des Schaftes he¬ 
utigen. Dieses Auskunftsmittel versagt jedoch für einige Fälle, 
so z. B. bei der Besichtigung der Ureterenwülsto in den seltenen 
Fällen, in welchen sie sehr weit nach hinten liegen, so dass man 
liei jedem \ ersuche, sie in den Bereich des Prismas zu bringen, 
die hintere Blasenwand mit dem Schnabel vor sich herstülpen, 
w eiterhin dürften hierher alle die Fälle zu rechnen sein, in welchen 
die zusammenhängenden Ureterenwülste soweit hervorragen, dass 
da* Trigsnum eine flottirende Klappe bildet, deren hinterer Rand 
^on der Basis des Trigonum gebildet wird. 3 ) An den eben er¬ 
wähnten seliliessen sich Fälle von Prostatahypertrophie an, in 
weichen der sogenannte mittlere Lappen der Prostata als Tumor 
' 0 * ungleich massiger Gestalt in das Cavum der Blase hinein- 
ra *'..• Bie Verhältnisse werden hier dadurch noch ungünstiger, 
wei Hegen der bekannten Veränderungen der Regio prostatica 
« r ? e d * e Bewegung des Schaftes und die dadurch bedingte 
J a des und des Schnabels sehr ein- 

Jf L ’ Qm - ^) ^ U(dl Fremdkörper, Concremente, polypöse, von 
‘““t au sgehende Wucherungen haben eine gewisse 
[i® n ?’ S1 °h so zwischen Lampe und Prisma zu legen, dass sie 
Besichtigung im Wege stehen. 5 ) Unmöglich insbe- 
f) i p - ^ ln \r^ Besichtigung von Tumoren, wenn sie seitlich oder 
so fincc i Cr des ^ r ifi c ium internum urethrae gelegen sind, 
berühr«» 1 ir l V0 , rd f!’ en Flächen die Falten der Harnröhrenmündung 
tU]f’TPH 7 r>n/i An £ M ier Besichtigung der letzteren und ihrer 

zwischen P^ 1 ^ he,le J (1 ® s l la l b erschwert, weil die Geschwulst sich 
*Mscnen Bnsma und Lampe legt. 6 ) 

schrift ? U Tnni S i«oo* S Benedict, 1. C.; Kümmell, Diese Wochen- 
ohne Erfolli nln? d * bou l a y' Arch. prov. de chir. Bd. II (fünf Fälle 
fler Operation w J a ”u ( s - Sem. m6d. 8. April 1889), eine Heilung; bei 
■^gemeine Enileno- nicbts T Krankhaftes gefunden. Es handelte sich um 
war ebenfalls^™ ri!? ^ Zähmung der rechten Seite; die Trepanation 
Himchirur^io h wnhi em A Cht ' 1 wei . testei ? E eht auf a,len Gebieten 
Fdinb. mcd j 0 nm am er nut se men Vorschlägen; Siehe 

Nitzo T'A pn L 1 ? 94: 0n iutracranial surgeiy. 

’i Dittel’ dcr ^toskopie. S. 139. * 

;; ^‘»'| D cS S lÄ n dCT ? arnr0hre ' Wien 1872. 

1 e 1. c . S. 191. 
e 1- c. S. 196. 




Die genannten Uelbelstände haben offenbar ihre Ursache m 
der gegenseitigen Anordnung von Lampe und Prisma in Nitze’s 
bekannter Construction und lassen sich theilweise leicht beseitigen 
wenn man dem Instrument diejenige Form giebt, die ich im 
folgenden beschreiben werde. — Auf einen cystoskopisehen Schaft 
der m seiner Construction genau dem Nitze’schen Instrumente 
entspricht, wird eine Edisonlampe L aufgeschraubt, welche nach 
ihrer Befestigung die geradlinige Verlängerung des Schaftes bildet 
und sich oberhalb des Prismas P befindet. Um das Instrument 
in die Blase einführen zu können, ist die Lampe distalwärts mit 
einem Metallfortsatz S versehen, dessen Form und Dimensionen 
im allgemeinen dem Schnabel des Nitze’schen I-Cystoskopes ent¬ 
sprechen, je nach Bedürfniss jedoch beliebig geändert werden 
können. — Aeusserlich sieht dies Instrument genau so aus wie 
das Nitze’sche I-Cystoskop. Es unterscheidet sich jedoch von 
diesem durch die relative Lage von Prisma und Lampe zu ein¬ 
ander, sowie dadurch, dass der Schnabel des Instrumentes nur 
als Führung dient, ohne gleichzeitig die Lichtquelle zu enthalten. 
— Durch die also veränderte Lage der Lampe wird die Hellig¬ 
keit oder Deutlichkeit des im Gesichtsfeld erscheinenden Bildes, 
Avie zahlreiche \ ersuche gelehrt haben, niemals beeinträchtigt. 
Das Cystoskop in seiner jetzigen Gestalt ist daher in allen den¬ 
jenigen Fällen anAvendbar, in welchen man gegenwärtig das 
Nitze’sche I-Cystoskop benutzt. Aber auch überall da, wo 
infolge von Zwischenlagerung von Geweben oder Fremdkörpern 
zwischen Lampe und Prisma dieses Instrumentes die Deutlichkeit 
des Bildes leidet, ohne dass man immer imstande 
ist (z. B. in geAvissen Formen von Prostatahyper¬ 
trophie, abnormer Zurücklagerung der Ureteren¬ 
wülste u. a. m.), durch veränderte Stellung des 
Instrumentes die Deutlichkeit des Bildes zu corri- 
giren, erhält man, Avie sich aus obigen Aus¬ 
führungen ergiebt, bei Amvendung meines In¬ 
strumentes deutliche und helle Bilder. — Eine weitere, Avie ich 
glaube, nicht zu unterschätzende Erleichterung zumal weniger ge¬ 
übten Untersuchern bietet die beschriebene Modification insofern, 
als sie übermässige Erhitzung der Blasenwand durch zu grosse 
Annäherung des Schnabels an dieselbe verhindert. Dass dies nicht 
so seiton vorkommt, ergiebt sich unter anderem auch daraus, dass 
schon E. Hurry Fenwick mit Rücksicht hierauf an dem Lampen¬ 
gehäuse eine Anzahl Löcher anbringen liess, um so das Zustande¬ 
kommen derartiger Zufälle zu verhindern. 1 ) — Zumal bei Unter¬ 
suchung der weiblichen Blase kommt gelegentlich das am Blasen¬ 
boden dahingleitendo Instrument mit seiner Schnabelspitze der 
Wand zu nahe und verursacht, wenn sich die leuchtende Glüh¬ 
lampe in dem Schnabel befindet, den Patientinnen oft recht empfind¬ 
liche Schmerzen. Sind letztere auch ausnahmslos ohne ernstere 
Bedeutung, so erschweren sie immerhin den Gang der Untersuchung 
und setzen vor allem das Vertrauen des Patienten in die Gefahr¬ 
losigkeit der Methode herab. — Befindet sich die Lampe nicht 
im Schnabel, so bleibt derselbe stet« kühl oder wird doch nur 
sehr mässig erwärmt. Die Lampe selbst aber befindet sich selbst 
bei der grössten Annäherung des Schnabels an die Blasenwand 
stets in einem geAvissen Abstand von dieser. Verbrennungen sind 
also hier völlig ausgeschlossen. — Nicht der geringste Vorzug 
des Instrumentes bestellt endlich in der Leichtigkeit, mit Avelcher 
man dio Form und Dimensionen des Schnabels — durch ein¬ 
fachen Austausch verschieden geformter Glühlampenaufsätze — 
variiren kann. So lässt sich entsprechend den Veränderungen 
der Urethra posterior bei Prostatahypertrophie die Winkelgrösse 
zwischen Lampe und Schnabel, der Umfang des Schnabels, seine 
Form (cylindrisch, conisch) modificiren. Statt des in Winkel¬ 
stellung befindlichen geraden Schnabels lässt sich ein bogen¬ 
förmiger Ansatz anbringen, wenn dies im speciellen Falle passender 
zu sein scheint. Endlich erhält man dadurch, dass man den 
Schnabel nach einer anderen Richtung abbiegt, so dass er mehr 
oder weniger von der Lampe abge\\ T andt steht, ein Instrument, in 
dessen Gesichtsfeld bei der Anfangsstellung des Schaftes (je nach 
der Richtung, in welcher man den Schnabel abgebogen hatte) der 
Blasenboden, die Urethralwülste etc. erscheinen, ohne dass man 
erst nöthig hat, den Schaft hin und her zu drehen. Ueberdies ist 
ja diese unter normalen Verhältnissen leicht ausführbare Manipulation 
in gewissen Fällen, zumal bei Prostatahypertrophie sehr erschwert, 
so dass die angegebene Modification, die die Anschaffung nur eines 
Instrumentes mit einer Anzahl von verschieden geformten Lampen 
erfordert, willkommen sein dürfte. 2 ) 


*) E. Hurry Fenwick, The electric illumination of tho bladder and 
urethra. London 1889. . , 

9 ) Das Instrument ist in der beschriebenen Form bei v\ , A. tursen* 
mann (Berlin) angefertigt. 


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60 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


IV. lieber den Entwickelungsgang der Psy¬ 
chiatrie und über die Bedeutung des psychia¬ 
trischen Unterrichts für die wissenschaftliche 
und praktische Ausbildung der Aerzte. 

Antrittsvorlesung, gehalten hei Eröffnung der neubegründeten 
psychiatrischen Universitätsklinik zu Königsberg. 

Von Prof. Dr. Franz Meschede, Direktor der Klinik. 

(Schluss aus No. 3.) 

P QT U eb 6 r g an g der dämonischen Auffassung der geistes¬ 
kranken Zustände zu der geläuterten naturwissenschaftlichen hat 
sich nur allmählich und so zu sagen nur schrittweise vollzogen; 
es hat zweier Jahrhunderte bedurft, die letztere zu allgemeiner 
Anerkennung zu bringen, — nämlich der Zeit von etwa der Mitte 
des 16. Jahrhunderts bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhun¬ 
derts. Deutschland vor allem darf stolz darauf sein, dass es 
zwei deutsche Geistesheroen gewesen sind, denen in erster Linie 
der Ruhmestitel gebührt, als erste und erfolgreichste Kämpfer mit 
der ganzen Kraft ihrer Ueberzeugung gegen die blöden Verirrungen 
ihrer Zeit aufgetreten zu sein und die erste Bresche in die 
Burg der damals mächtigen Afterwissenschaft gelegt zu haben- 
es sind das der Doctor Johann Weyer (Joannes Wierus) und 
der Jesuit Graf v. Spee, wohlbekannt als Dichter der Trutz¬ 
nachtigall“ Von Wierus erschien im Jahre 1563 als” erster 
Weck- und Mahnruf die epochemachende Schrift: „De daemonum 
praestigns et incantationibusV) In dieser Abhandlung deckte 
Weyer den verhängnisvollen Irrthum seiner Zeit auf in bün¬ 
diger Weise den Nachweis führend, dass die grosse Mehrzahl der 
wegen vermeintlicher Zauberei Angeklagten und Verurtheilten 
lediglich geisteskranke oder sonst decrepide Personen gewesen seien 
Hie Schrift erregte ungeheures Aufsehen und gewann bald die 
grösste Verbreitung und Beachtung. Sie blieb denn auch nicht 
ohne Erfolg: Die Scheiterhaufen fingen an zu erlöschen, die 
Hexonprocesse wurden seltener. Ihre Wirkung war aber zu¬ 
nächst noch eine lokal beschränkte — von Gebiet zu Gebiet sich 

!!;li a u m h l ^ W ? lter vcrbreitende - Zu einem allgemeinen und 
nachhaltigen Umschwünge der Meinungen bedurfte es erst noch 
eines zweiten energischen Weck- und Mahnrufes, nämlich des 
Warnungsrufes, welchen der genannte Graf Spee durch seine im 

ribüfnli erS 1 chl " nen f. lind ,? n die rammte deutsche Nation ge¬ 
lichtete Flugschrift ertönen liess: „Cautio criminalis seu de pro- 
cessibus contra sagas über“, so heisst nämlich der Titel — und 
in deutscher Version: „Hochnothpeinliche Warmingsschrift über 
die F h«fl Pr0Ce , SSe ,: g ^Ü tet an alle Behörden Dentschlands, an 

r!i If* 1 / lhre Rathe ’ an die Riclltei ’ und die Advocaten 

Beichtiger, Redner und an das ganze Volk“. ’ 

Durch seine hochboredten, von tiefem Mitleid mit den un- 

IteiJhJrT Q ^ KraDk6n ’ deren w 80 manc he in seiner 
ßgensetiäft als Seelsorger zu ihrem letzten Gange hatte begleiten 

!,f w!’v 8: 'i 1 ' aeCn i“ Worte wurden dann auch die von dem Mahn- 

lufWejers noch unberührt gebliebenen Hexengläubigen endlich 

gründlich aus ihrer blöden Dämonenfurcht aufgerüttelt und zum 

der GefstTer ZeitenTf Intlmms Sehracht, in welchem solange 
.«»hi TT , l befangen gewesen war. Nunmehr vollzog sieh 
wwm 1? . Ums ® hwuu S d ® r Meinungen in beschleunigterem Tempo 
in das XVin Ch T h °\ De ^"Strömungen, die sich sogar noch bis 
T n . das V 11 - Jahrhundert geltend machten. Diesen etwa zwei 
ÜlviT-' 1 umfassenden Zeitraum von den letzten Decennien 

ls UeVeri 8 « *" dene -“ XV1IL Jahrhunderts kann man MgUch 
als Ueber gangspeno de betrachten, als die Zeit der Wiederkehr 

Stelle7er“nTschen llChen AuffaSSun S «er Seelenstörungen an 

nch Ärie^Ä näm : 


No. 4 


incantationibus, ac ^veneficiis ^Libri v^A ?i? e praesti &ü s daemonum et 

dico Basileao, per “m’Opirtnum 1563* °VsS? VlT “f 
Auflagen: deutscho TTnhArcnt,,,™ 7. • V 16 »chnft erlebte viele 

1586. Weyer, 1515 oder lölK, p Schl ™ 6n , ln den Jahren 1566 und 
geboren, war Leibarzt des Herzogs Wümum “ d ? r rT™,?, 2 Nor dbrabant 

st 1688 in Tecklenburg und 
V oyors von p rof c. Binz.) - ^ VgJ - die 1885 erschienene Biographie 


faltung der öffentlichen Fürsorge und der wissenschaftlichen und 
praktischen Psychiatrie überhaupt. 

Mit der Wiedergewinnung des naturwissenschaftlichen Stand¬ 
punktes, d. h. der Auffassung der Seelenstörungen lediglich als 
Manifestationen von Krankheitszuständen und Krankheits¬ 
processen hat sich begreiflicher Weise auch das Postulat einer 
curativen Behandlung der Seelengestörten geltend machen 
müssen. Demgemäss hat man dann auch nicht gesäumt, für dio 
noch heilbar erscheinenden Geisteskranken besondere Heil¬ 
anstalten theils in vorhandenen Gebäuden einzurichten _ theils 

neu zu erbauen. 

Als Vertreter dieser Richtung noch aus dem vorigen Jahr¬ 
hundert sind als besonders wichtig zu nennen für Deutschland 
Greding und besonders Langermann, 1 ) für Frankreich 
Pinel, 2 ) für England Cullen, Battie,») Haslam und Crichton 
für Italien Chiarugi. 4 ) ’ 

In gleichem Sinne haben dann auch in den ersten Decennien 
unseres Jahrhunderts eine Reihe hervorragender Aerzte o*ewirkt 
von denen besonders Pienitz in Sachsen und Jacobi in Sie»bur<* 
genannt sein mögen. ö ° 

Die Weiterentwickelung dieses Systems der reinen Heil¬ 
anstalten hat dann aber leider schon nach wenigen Decennien 
aus administrativen Rücksichten 5 ) eine Unterbrechung erfahren 
und zwar durch das System der sogenannten relativ ver¬ 
bundenen Irrenheil- und Pflegeanstalten, — ein System 
dessen ursprüngliche Idee: Unter Aufrechterhaltung des Princips 
der Trennung der heilbaren von den unheilbaren Geisteskranken 
behufs Herabminderung der Generalkosten, Gemeinschaft der ad¬ 
ministrativen Einrichtung, sich aber nicht consequent hat durch¬ 
führen lassen, vielmehr seine Entwickelung in der Richtun« <>-e- 
nommen hat, dass die planmässige Trennung der beiden Kategorieen 
von Geisteskranken immer weniger aufrecht erhalten worden ist 
und diese Anstalten somit mehr und mehr die Bedeutung und das 
Gepräge der sogenannten gemischten Anstalten erhalten haben 
und zwar solcher mit steigender Präponderanz der Unhoilbareu 
über die Heilbaren 6 ). 

inn f^ichwohl ist ein Rückblick auf das, was iu den letzten 
1UU Jahren in der Irrenfursorge geleistet worden ist, von höchstem 
Interesse — nicht allem wegen der Grossartigkeit dieser Leistungen, 
sondern auch wegen der Vielgestaltigkeit derselben. 

Ich muss mich hier darauf beschränken, die Haupttypen der 
verschiedenen Systeme geordneter Irrenfürsorge nur zu erwähnen 
Es sind da zunächst als sogenannte freiere Verpflegungsformen 
zu nennen die familiale Irrenpflege, wie sie seit langem in dem 
Dorfe Gheel m Belgien besteht und neuerdings in Schottland 
eine bemerkenswerthe Organisation gewonnen hat - jetzt auch in 
Deutschland vielfach versucht wird; ferner die colonialen und 
agncolen Etablissements, wie sie beispielsweise zuerst in 
Giermont m Frankreich eingerichtet worden sind; sodann die 
sogenannten geschlossenen Anstalten von welchen ausser den 
noch besteh enden reinen Heil- und reinen Pflegeanstalten 


*) Job. Gottfr. Langermann, in Maxen bei Dresden 1768 ireboren 
imO°zÄ Ar ^ Und Loi . ter der Irrenanstalt St, Georgen in Bayreuth! 
ist hftsrtniWa fu g des preussischen Medicinalwesens nach Berlin berufen, 
on S ™ 0 i p des Irrenwesens in Preisen 

“ “ " Schon im Jahie 1797 war von ihm dio für die curativo 

^ ^£!r lemaC T hende Abhandl ™S erschienen: „Dissortatio de methodo 
co ö noscendi curandique ammi morbos stabilienda.“ 

bis 1826) rZt an d6ü Anstalten Bic6tre «nd Salpetriore in Paris (1755 

Tr a™,? T ,T e ? en r 0 -; t L Wegen des von ihai durchgeführten Princips der 
o* T iiWo^vr er -A 61 y >areu von den unheilbaren Geisteskranken in 
Englands h^London. *** öffentlichen ’ 1751 neu erbauten Anstalt 

emnn2t I ^«wfi, hr * i 788 , zun ? Direktor der Anstalt St. Bouifacio in Florenz 
trisotnU k. du 1 ' 0 !* seine Heilerfolge und durch die zur psychia- 
klinisrh n« usbl * d H n £ de ^ Studirenden von ihm eingeftthrten 
\V} Psychiatrischen Curse. 

TTntJii ^ 81011 vor di e Aufgabe gestellt sah, auch für die 

^ dör unbeiR)aren ’ zumal der gemeingefährlichen In-en, 
zw^ An^r ZU t?„? l Sen ’ ist man ~ um die Kosten für eine neue 
u Hälft ? zu ei ‘ s P aren - auf die Idee verfallen, auch 
u1» h l?i ^ gef T hrüch ? n ’ emer geschlossenen Anstalt dringend bedürfenden 
brino-An inHom Tren dieselbe Anstalt mit den heilbaren unterzu- 
unhSlhnrnr. ™ ma \ da f Postulat der Trennung der heilbaren von den 
eiaubtß srhrm a * S durcbaus berechtigt anerkannte, demselben aber 

dad ? rch P nü geu zu können, dass man ik der sonst ge- 
Sw m p so ?. derte Krankengebäude für heübare und 

Fotei (üebe 5* • die Priucipielle Verkehrtheit und die üblen 

forschervfircjoTn rrUn StemS de . n b i erü ber von mir auf der Natur- 

Tagebl S 357 ) Ung ZU ^ a & de ^urg im Jahre 1884 gehaltenen Vortrag, 

und Pfl ? s p,’ Herzoglich Braunschweigische Irrenheil- 
Ivo tm 8 , S l865 - 1891 ’ - L - Meyer, Kün. Jahrbuch 


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24. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


61 


, tsächlich die oben erwähnten zahlreichen, meist mit Ackerbau 
und Handwerksbetrieb ausgestatteten relativ verbundenen 
Irrenheil* und Pflegeanstalten in Betracht kommen, weiter¬ 
hin aber auch diverse Specialanstalten, insbesondere solche in 
«teilender Zahl für Idioten und für Epileptische, vereinzelte 
iuch für Trinker und für irre Verbrecher zu nennen sind; 
von Bedeutung sind dann auch noch die Irrenabtheilungen 
in "rossen Krankenanstalten, aus welchen sich vielfach be¬ 
sondere Com munalirrenan st alten und vereinzelt auch psychia¬ 
trische Kliniken — wie ja auch die hiesige, heute eröffnete 
_ entwickelt haben. 

Zahlreich sind sodann die Pflegeanstalten, welche seitens 
inaniuehfacher, der Wohlthätigkeit gewidmeter weltlicher und re¬ 
ligiöser Stiftungen, insbesondere den unheilbaren und siechen Irren 
der ärmeren Bcvölkenmgsklasse eingeräumt sind, während die 
zahlreichen zum Theil als industrielle Unternehmungen modernen 
Stiles entstandenen Privatirrenanstalten hauptsächlich für Cur 
und Pflege der den wohlhabenden Klassen angehörenden Irren be¬ 
rechnet sind. Als besonders erfreuliche und wichtige Neuschöpfun¬ 
gen auf dem Gebiete des Irrenwesens und der Irrenfürsorge sind 
endlich die tlieils in grösseren Irren- oder communalen Kranken¬ 
anstalten eingerichteten, theils selbstständigen psychiatrischen 
Kliniken zu nennen. 

Der Ueberblick auf die zahlreichen und verschiedenartigen 
der Irrenfürsorge gewidmeten Schöpfungen dieses Jahrhunderts 
entrollt uns in der That ein grossartiges Bild von hoher cultureller 
Bedeutung. Ebenso interessant und lehrreich ist aber auch ein 
Rückblick auf die verschiedenen Entwickelungsphasen der irren- 
fürsorglichen Bestrebungen, wie sie in dem Wechsel der leitenden 
Ideen und im Wandel der Zeiten nacheinander zur Geltung ge¬ 
kommen sind. 

Batte man es in der ersten Zeit der wiodcrerwachten Psychiatrie 
als Hauptaufgabe der Irrenfürsorge betrachtet, die ihrer Vernunft 
beraubten Irren — tlieils ihrer Hilfsbedürftigkeit wegen, theils 
mit Rücksicht auf ihre Gemeingefährlichkeit — in sicheren Ge¬ 
wahrsam zu nehmen, so trat gegen Ende des vorigen und am 
Anfang unseres Jahrhunders ein anderes Postulat in den Vorder¬ 
grund der Bestrebungen, nämlich die Forderung, auch den Geistes¬ 
kranken. sofern sie noch für heilbar zu erachten, — ebenso wie 
anderen körperlich Kranken eine curative Behandlung zu ge¬ 
währen. Mehrere Decennien hindurch ist diese Forderuug das 
Hauptproblem und das tonangebende Leitmotiv gewesen — nicht 
ohne dass sich über das Wie und Wodurch ein lebhafter Streit 
der Meinungen und Schulen gelegentlich geltend gemacht hätte. 
Ltwa in der Mitte unseres Jahrhunderts war es dann wieder eine 
midere. durch den Schein der Neuheit frappirende Idee, welcher sich 
in erster Linie das allgemeine Interesse zuwandte und welcher denn 
auch bald sozusagen die Führung der irrenärztlichen Bestrebungen 
zufiel: es war das die Idee der Freiheit und die daraus herge¬ 
leitete Forderung, auch den Irren und Vernunftberaubten das 
grösstmöglichste Maass von Freiheit zu gewähren, insbesondere 
innen den unbeschränkten Gebrauch ihrer Giiedmaassen zu ge¬ 
statten und sic wenigstens von jeder mechanischen Beschrän¬ 
ke derselben freizulassen. „No restraint“ wurde nun die 
^:>ung — zunächst unter Conolly’s Führung in England — 
ann aber auch in den anderen Culturländern. Unter diesem 
Humanitären Feldgeschrei sind fast überall die mechanischen 
eac lrankungsapparate abgeschafft; ja, man ist dabei nicht 
6 r K „ uebpn; hat vielmehr vielfach auch die zur Verhütung 
H , in £|ücksfällen (Herabstürzen von Kranken aus den Fenstern) 
<ph raC - , ' ergitterungen wegen ihres gefängnissartigen Aus- 
so £ ar Umfriedigungsmauern perhorrescirt 
schliesslich, auch diesen Verzicht auf jede mechanische 
", ai J, un pemrichtuDg noch überbietend, zu dem „open door 
in k zu der Placirung von Irren in Gebäuden, 

Thfippi, n S1Ch kerne verschliessbaren Thüren befinden, bezw. alle 
löuren unverschlossen bleiben. 

erfahrenemf.* es ® Ideenrichtung hat den Wandel der Zeiten 
mehr in v ü ’ ] sc k° n lsfc neuerdings ein anderer Gesichtspunkt 
fürsorcrfl k ob *- or ^ er f run d getreten und primo loco für die Irren- 
Melir als in lmmei ! < * geworden: es ist das der ökonomische. 

__uvor ist m neuerer Zeit die Forderung betont wor- 

und dic^Vnwpnlin«?’ wo , ^ a . s No-restraiut gesefczlicli vorgeschrieben 
proscribirt wir mec hamschen Zwanges lange Zeit hindurch völlig 
treten und dmU, a neu . er( 11 9g s ein Umschwung der Meinungen einge- 
wsetz die Anw^i lm ^ a ^ re 1890 in Kraft getretene neue Irren- 
unter gewi<äcp n , mechanischer Beschränkungsmittol 

in °rd ii. dgU wiflru Stand i 6n ( z ' fc ei Kranken mit Trieb zum Selbst- 
Zf mgnng gekommnn ei j gestattet worden, weil man zu der Ueber- 
meebanilseho , aus Humanität doch vorzuziehen sei, 


härter anzuwenden, als durch die Gewalt der 

e ieuen. (Vgl. Annal. roed. psychol. 1890.)J 


den, die Arbeitskräfte der Irren ausgiebiger als bisher aus¬ 
zunutzen und demzufolge sind zahlreiche Irrenanstalten mit 
landwn-thschafthchen und gewerblichen Betrieben ausge¬ 
stattet, ja einzelne sogar von vornherein als landwirt¬ 
schaftliche Irrenanstalten eingerichtet, d. h. man hat «rosse 
Landgüter zu Irrenzwecken erworben und cUeselben (unter Fort¬ 
führung des gesammten landwirtschaftlichen Betriebes vorwie¬ 
gend mit Hülfe arbeitsfähiger Irren) mit den für eine Irren¬ 
anstalt nöthigen Baulichkeiten, Requisiten und dem entsprechenden 
Verwaltungs- und ärztlichen Personal ausgestattet. In dieselben 
hat man dann nicht allein grosse Massen unheilbarer, sondern 
auch heilbare Kranke untergebracht und letztere auch, soweit sie 
sich zu Feldarbeiten geeignot erwiesen, in Reih und Glied mit 
den unheilbaren gestellt, — von der Arbeit im Freien auch einen 
günstigen curativen Einfluss erhoöend! 

In neuester Zeit hat dann endlich auch mehr und mehr ein 
Postulat Beachtung gefunden, welches als nothwendige Ergän¬ 
zung aller anderen betrachtet werden muss: es ist das die 
Forderung, die Psychiatrie zum obligatorischen Unter¬ 
richts- und Prüfungsgegenstand und dadurch zum Gemein¬ 
gut aller Aerzte zu machen. Angesichts der Bedeutung, welche 
psychiatrische Erudition nicht allein für die allgemeine Bildung 
jedes Arztes 1 ) hat, sondern auch für eine richtige Behandlung 
frischer psychischer Erkrankungen, zumal in den ersten Phasen 
ihrer Entwickelung, sowie auch wegen der staatlich wich¬ 
tigen, prophylaktisch die geistige Entwickelung überwachenden 
Thätigkeit, welche der Arzt in seiner Stellung als Haus- und Fa- 
milienarzt auszuüben berufen ist^), muss die Forderung, die 
Psychiatrie zu einem obligatorischen Unterrichts- und Prüfungs¬ 
gegenstand zu machen, als durchaus berechtigt und sogar als 
recht dringlich erscheinen. 

Der letzterwähnte Gesichtspunkt scheint mir bei Ventilirung 
der Streitfrage des obligatorischen Unterrichts in der Psyohiatrio 
nocht nicht hinreichend gewürdigt zu sein; und doch ge¬ 
nügt der Hinweis auf das Problem der „D 6 gen 6 rescences phy- 
siques, intellectuelles et morales do l’espöce humaine“ — wie cs 

*) Es dürfte nicht ohne Interesse sein, liier zu constatiren. dass 
dieser Gesichtspunkt auch bereits in einem aus dem Ende des vorigen 
Jahrhunderts datirenden, an den vorerwähnten Dr. Langermann ge¬ 
richteten Ministerialerlasse seine Würdigung gefunden hat. In demselben 
heisst.es u. a.: „Bei dem genauen Zusammenhänge aller Theilo der 
Medicin unter sich und der Gewalt der Vernunft über den Körper lässt 
sich von der weiteren Ausbildung der psychischen Curmethode ein ent¬ 
scheidender Gewinn, nicht blos für die Cur der Irren, sondern auch für 
die ganze Medicin erwarten.“ (Nach einem Oitat bei Loidesdorf.) 

*) Diese culturell so hochwichtige Bedeutung psychiatrischer Erudition 
— wie sie für jeden Haus- und Familienarzt unentbehrlich ist — scheint 
auch dem Herrn B. Schultze, Professor der Geburtshülfe in Jena, der 
kürzlich ein allerdings auch nur bedingtes Votum gegen die Einführung 
der Psychiatrie als Prüfungsgegenstand abgegeben hat, vollständig ent¬ 
gangen zu sein; denn sonst würde er auch wohl nicht die fragwürdige 
Behauptung aufgestellt haben, dass psychische Kranke zu behandeln 
überhaupt nicht die Aufgabe der ausserhalb der Anstalton 
prakticirenden Aerzte sei (!). Wie absolut unbegründet ein solcher 
Ein wand ist, springt sofort in die Augen, wenn man erwägt, dass in 
Wirklichkeit eine sofortige Uebergabe psychisch Erkrankter in Irren¬ 
anstaltsbehandlung nur in relativ seltenen Fällen stattfindet und stattfinden 
kann, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle frischer psychischer Er¬ 
krankung daher thatsächlich eine hausärztliclie Behandlung für längere 
oder kürzere Zeitabschnitte Platz greifen muss; denn es ist ja weder 
gesetzlich zulässig, noch überhaupt möglich, jeden psychisch Er¬ 
krankten sogleich unmittelbar nach dem Hervortreten der ersten Krank¬ 
heitssymptome in eino Irrenanstalt zu verbringen, da vielmehr durch die 
nothwendige Erledigung der Vorbedingungen formeller und materieller 
Art immer ein gewisser Aufschub verursacht wird; ausserdem bedarf es 
in manchen Fällen einer lntemirung des Kranken in einer Irrenanstalt, 
überhaupt nicht; zahlreich sind sodann die Fälle, in denen eine sofortige 
lntemirung von den Angehörigen zunächst entschieden perhorrescirt und 
derselben erst nach kürzerer oder längerer Beobachtungszeit stattgegeben 
-wird. So kommt es, dass thatsächlich der grösste Theil der psychisch 
Erkrankten nicht allein während der Stadien der Vorboten und des wirk¬ 
lichen Ausbruches, sondern auch noch während der ersten Verlaufsphascn 
der Geisteskrankheit auf die Behandlung der ausserhalb der Irrenanstalten 
prakticirenden Aerzte angewiesen ist und dass in nicht seltenen Fällen 
denselben sogar die ganze Behandlung zufällt. Solange dieser Sachverhalt 
obwaltet — und es ist nicht abzusehen, wie sich daran etwas wesentliches 
ändern sollte —, so lange wird es in der That doch auch Aufgabe der 
ausserhalb der Irrenanstalten prakticirenden Aerzte sein, auch psychisch 
Erkrankte ärztlich.zu berathen und zu behandeln — und zwar 
gerade in den kritischen, für den späteren Verlauf so wichtigen Phasen der 
acuten Krankheitsentwickelung, in denen durch verkehrte Maassnahmen 
viel geschadet werden kann: Grund genug, um die für die unbeschränkte 
Ausübung der ärztlichen Praxis zu approbireuden Mediciner doch auch 
wenigstens mit den Grundthatsachen der Psychopathologie bekannt und 
mit den Hauptgesicktspunkten und Methoden der Behandlung psychisch 
Erkrankter vertraut zu machen. 


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62 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


von dem Psychiater Morel aufgestellt und in classischer Weise 
determinirt worden ist —, um erkennen zu lassen, dass die Be¬ 
deutung der psychiatrischen Wissenschaft eine viel umfassendere 
ist, als etwa nur für die Bedürfnisse der Rechtspflege einige 
psychiatrisch-sachverständige Gutachter auszubildon, -—- dass sie 
vor allem auch berufen ist, gegenüber dem wohl nicht mehr zu 
bestreitenden Anwachsen der „D 6 g 6 n 6 rescence“ sowohl für den 
Ausbau einer psychisch - anthropologischen Hygiene die 
Grundlinien festzustellen, als auch an der praktischen Verwerthung 
derselben in Familie und Staat einen wesentlichen Antheil zu 
nehmen. 

Wenn gegenwärtig auch nicht mehr Verirrungen in so grossem 
Maassstabe und so brutaler Art zu befürchten sind, wie sie sich 
im Mittelalter als Consequenz des verloren gegangenen Verständ¬ 
nisses geisteskranker Zustände ergeben haben, so bilden doch auch 
heut zu Tage noch oft genug unzulängliche und schiefe, auf 
mangelhafter psychiatrischer Erudition beruhende Beurteilungen 
geisteskranker Zustände die Quelle mannichfacher, für die Be¬ 
theiligten oft verhängnissvoller Missgriffe 1 ) auf ärztlichem 
j ui idischem nnd pädagogischem Gebiete. Dass man nun¬ 
mehr in voller Würdigung der immer mehr hervortretenden Be¬ 
deutung psychiatrischer Erudition für die gesammten Culturauf- 
gaben der Menschheit und zugleich im wohlverstandenen Interesse 
--sowohl der Erkrankten als der Ae rzte selbst — dem Postulato 
eines obligatorischen Unterrichts in der Psychiatrie 
durch successive Ausstattung der Universitäten mit psychiatrischen 
Kliniken nähergetreten ist, muss mit Freude begriisst und mit 
Hank anerkannt werden. 


No. 4 


V. Ueber die Entstehung der Geschwülste. 

Von Prof. Dr. Ribbert in Zürich. 

(Schluss aus No. 3 .) 

Wir kommen schliesslich zum Carcinom, bei dem wir wieder 
etwas länger verweilen wollen. Wir werfen hier die beiden Fragen 
auf, ob wir Anhaltspunkte dafür haben, dass durch Absnren- 
gung epithelialer Zellen Careinomo entstehen können 
und ob wir uns vorstellen und aus anatomischen Untersuchungen 
entnehmen können, dass bei der Bildung der Krebse Epithel¬ 
verlagerungen eine Rolle spielen. Beide Fragen können 

rTerTr + Meman £* nach bojaht werden - Für die Beantwortung 
Steh f un ® zwei . Gru ppen von Thatsachen zur Vei? 
t,ung. Die erste umfasst die Beobachtungen, nach denen im An- 
schloss an d le Exstirpation gutartiger epithelialer Tu- 
entstehen. In den bisher beschriebenen 
handeI te es sieh stets um Ovariencysten. Pfannen- 

betnnt ' Slch diese m Gegenstand beschäftigt und 

5° *’ dass zwar nicht alle m der Littoratur verzciehneten Beob- 
achtungen völlig einwandsfrei sind, vor allem, weil die histolo¬ 
gische Untersuchung des primären Tumors nicht immer genau 

eb!er g § emacllt dass "her immerhin einige unter ihnen auch 

ln “ strengen Kritik standhalten. Die Entwickelung des Carei- 
loms geht entweder in der Bauchhöhle oder in der Narbe der 
Laparotomiewunde vor sich. Pfannenstiel theilt eiuen in die 
letztere Kategorie gehörigen Fall mit. Mehrere Jahro nach Ent- 
der Ra„nb eS , klem< ? sti f cllen einfachen Ovarialtumors entstand in 
liu *? 10 - 1 ‘, al a e T- Episches Adenocarcinom. Pfannenstie 
sl ® k dcl " Meinung Olsliauscn’s an, dass die Bildung der 
Oarcmome darauf zurückzuführen sei, dass Epithelzellen aus® dem 
ndpr'- tl,? ?r w St °. m Slcl1 loslösten und entweder in die Bauchhöhle 
zen^tin dl L Wunde geriethen und weiter wuchernd einen Krebs er- 
ilio^i’n'ii i U1 ineint er, dass der letztere Vorgang nicht direkt an 
n;i ^r itheh r agerUng sich «nschliessen werdo, dass vielmehr zu 

dürfte T n i A . d H° m v Und daraus erst e!n Carcinom sich en?wicke“n 
dürfte. Ich halte diese Annahme nicht für unbedingt nöthio- hin 

- g ’ dass der Zusammenhang in einzelnen Fällen 

griffe.? au^ÄtiÄefdeTS imidisch-ürztlichen Miss- 

<■ GebnrSh. a ()SÄTiU PfaiMÄ 


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so ist, wie Pfannenstiel annimmt, dass also aus dem zunächst 
entstandenen Adenom ein Carcinom hervorgehen kann. Ueber diese 
Möglichkeit werden wir noch reden. Jedenfalls betrachte ich die 
hier besprochenen Beobachtungen als eine Stütze meiner Annahme. 

Ich bin nun selbst in der Lage, einen weiteren Beitrag zu 
liefern. Herr College Krönlein exstirpirte im Jahre 1892 einen 
Tumor der Bauchhöhle, der als einkammerige, völlig unverdächtige 
Urachuscyste aufgefasst werden musste und von Dösseker 1 ) in 
seiner Dissertation beschrieben wurde. Einige Zeit nachher ent¬ 
wickelte sich in der Bauchnarbe ein sehr rasch fortschreitendes 
Carcinom, dem die Patientin bald erlag. Die sehr umfangreichen 
Tumormassen ergaben das typische Bild eines aus weichen proto¬ 
plasmatischen Zellen zusammengesetzten Carcinoms. Interessant 
war es mir, dass das Epithel ausserordentlich viel vaeuoläre Ein¬ 
schlüsse enthielt, wie ich es bis dahin nur in Blasencarcinomen 
gesehen und beschrieben hatte. 2 ) Es schien mir das in Zusammen¬ 
hang damit zu stehen, dass der primäre Tumor eine Urachuscyste 
darstellte. Auch hier hatte ich keine andere Möglichkeit, den Fall 
zu deuten, als dass aus der bei der Operation geöffneten Cyste 
Epithel in die Bauchwunde verlagert worden war. Dafür, dass etwa 
auch hier nach der Vorstellung Pfannenstiel’s dem Krebs eine 
cystische Tumorbildung vorausgegangen wäre, ergaben sich keine 
Anhaltspunkte. 

Die zweite der hier in Betracht kommenden Gruppen von That¬ 
sachen enthält die Beobachtungen über die Metastasenbildung 
seitens gutartiger Adenome. Die ersten hierhergehörigen 
b älle betreffen die Struma der Schilddrüse. Sehr bekannt geworden 
ist die Beobachtung Cohnheim’s 3 ) von metastasirendem einfachem 
Gallertkropf. Freilich hat v. Recklinghausen 4 ) den Einwand er¬ 
hoben, dass es sich um einen Gallertkrebs gehandelt haben könne 
Indessen sind seitdem mehrere neue Fälle bekannt geworden bei 
denen es sich nur um die Frage handeln kann, ob nicht die Struma 
doch irgendwie bereits carcinomatös gewesen sei, ohne dass diese 
Beschaffenheit sich habe nachweisen lassen. So hat z. B. Pal tauf 
das Verhältniss darzustellen versucht. Allein dann sollten doch 
die Metastasen vor allem etwas von dem krebsigen Bau verrathen 
während gerade hier z. B. von Marchand r >) und Middeldorpf»)’ 
v. Eiselsberg-J) und Ewald») betont wird, dass die Metastasen 
durchaus den Bau einfacher Gallertstrumen darboten. Gerade aus 
diesem Umstande könnte aber vielleicht ein Einwand gegen meine 
Vorstellungen abgeleitet werden. Denn wenn keine Carcinome ent- 
standen, so könnte man sagen, dass somit auch kein Beweis für 
le Fähigkeit verlagerten Epithels zur Krebsbildung gegeben sei. 
Indessen ist zu beachten, dass thatsächlich ein metastasirtes, aus 
gutartiger Struma stammendes Epithel eine unbegrenzte Wucherungs- 
fähigkeit zeigte. Ob nun dabei auch das typische histologische 
lld eines Carcmoms entsteht, ist für meine Annahme, dass eben 
le aus dem organischen Zusammenhänge getrennten Epithelien 
eine erhöhte Wucherungsfähigkeit zeigen, ohne besondere Be- 
eu ung, denn es wird auch hier, wie bei den erwähnten Ovarien¬ 
cysten, die Art und Weise, wie das verlagerte Epithel wächst, 
ganz von den Bedingungen abhängen, die es an Ort und Stelle 
voründet. 

Aehnlich verhält es sich mit den Adenomen der Leber, 
le zeigen gelegentlich Neigung zu Metastasen, und zwar um so 
meiir, je ausgesprochener sie von dem normalen Typus des Organes 
a veic en. Aber auch solche, die in der Hauptsache diesen Bau 
16 ®igeben, können die gleiche Erscheinung zeigen, wie aus einem 
von i ohmann*) beschriebenen Falle hervorgeht. Wir werden 
uns über diese Metastasenbildung nicht wundern, wenn wir be- 
cilu 611 Vn SS y n \°k e n diese Adenome als Tumoren auffassten, die 
auf Grund einer Trennung vom Lebergewebe aus dem organi- 
sc en Zusammenhänge entwickeln und auf diese Weise in ein so 
lebhaftes V achsthum gerathen, dass sie auch, was ja in der Leber 
eic 1 poglich ist, in Gefässe und Lymphbahnen Vordringen, 
an. „ sicb . ferner ein Fal1 von Cystadenom des Hodens, 

f i 0r V%T + beschrieben wurde. Es handelte sich um ein ein- 
iacnes Gystadenom ohne carcinomverdächtige oder sarkomatöse 
ar leen. Der Patient ging fünf Vierteljahre später an cystischen 
Lungenmetastasen zugrunde. 

i, , Zuin Vergleiche mit allen diesen Beobachtungen eignet sich 
'j as an sica ! a meis k gutartige Enchondrom, welches gelegent- 

3 Tw!.? 6 Bei i r % e r z ? ,r Lchre von d en Urachuscysten, Zürich 1892. 

) Deutsche med. Wochenschrift 1891, S. 1179 
V Virchows Archiv Bd. 68. 

*) ibid. Band 70. 

?n lh n 5 k 1 |i a wn^ a “ d ’ A Ä 1 i ch . e ? Veroil1 zu Marburg. ?• März 1894. Der- 
selbe Fall wurde, von Middeldorpf beschrieben. 

) Archiv f. klm. Chirurgie Bd. 48. 

) Archiv f. klin. Chirurgie Bd. 46 u. 48. 
y Rcrhncr. klm. Wochenschrift 1892, No. 37. 

' iNa,lw,ß rck , s pathologisch-anatomische Mittheünngen, XVI. 


Original from 

university of michigan 



04. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


63 


ü,h infolge eines Vordringens in die 


Venen Metastasen bedingen 

kaDD Die beiden kurz besprochenen Gruppen von Metastasenbildung 
•heinen mir also mit ausreichender Bestimmtheit zu lehren, dass 
Fnithelien aus Tumoren, die nach ihrem anatomischen 
Hau durchaus gutartigen Neubildungen zugerechnet 
werden müssen, wenn sie aus dem organischen Zusammen¬ 
hang getrennt und verlagert werden, imstande sind, 
selbstständig zu wuchern und entweder Geschwülste, die 
niit den primären übereinstimmen, oder Carcinome zu 

^^Trifft das aber zu, so ist es nicht mehr weit bis zu der Vor¬ 
stellung dass auch Epithelien aus normalen Geweben, wenn 
sie in gleicher Weise abgesprengt und metastasirt werden, 
einer analogen Wucherung fähig sind, also Carcinome 
erzeugen können. Vorauszusetzen ist dabei, dass eine Er- 
nährungsunterbrechung fehlt oder nur kurz dauert und dass die 
Existenzbedingungen an dem neuen Orte durchaus günstige sind. 

Indessen sind noch einige Bedenken zu erörtern. Man wird 
vielleicht einmal den Ein wand erheben, dass eine Verlagerung 
normalen Epithels schwer denkbar sei. Bei den Analogieen der 
Ovariencysten und Adenome handelt es sich ja entweder um 
*ine operative Versprengung, oder darum, dass solche Zellen 
metastasirt würden, die schon in lebhafterer Wucherung begriffen 
seien und in Blut- und Lympbgefässe vordrfingen. In dieser Be¬ 
ziehung ist es allerdings kaum zufällig, dass gerade die Adenome 
Metastasen machen, die wie die der Schilddrüse zum Lymph- 
gefäss- und die der Leber zum Blutgefäss-System in naher Be¬ 
ziehung stehen. Allein jener Einwand wird natürlich hinfällig, 
wenn sich, wie ich es sogleich thun werde, das Zustandekommen 
einer Abspaltung der Epithelzellen unter bestimmten Bedingungen 
nachweiseu lässt. Es handelt sich dabei, wie wir sehen werden, 
zunächst nur um lokale Metastasen. 

Zweitens wird man anführen, dass lins ja Zellmetastasen be¬ 
reits bekannt sind, ohne dass Tumoren entstehen. Es sind das die 
Verschleppungen von Leberzellen, Knochenmarks- und 
l’lacentarriesenzell en. Aber ob gerade diese beiden letzteren 
Zellarten überhaupt eine lebhaftere Wachsthumsenergie besitzen, 
ist wohl fraglich, und was die Leberzellen angeht, so steht es ja 
fest, dass sie in der normalen Leber kaum jemals Mitosen zeigen. 
Es ist daher verständlich, dass sie, bei der Verschleppung mit dem 
Blutstrom unter immerhin abnorme Verhältnisse versetzt, die für 
gewöhnlich in ihnen schlummernde Wachsthumsenergie nicht ge¬ 
nügend zur Geltung bringen können, um einen Tumor zu erzeugen. 
Es ist ferner noch zu beachten, dass diese Zellverlagerungen meist 
hei krankhaften Zuständen auftreten, die gewöhnlich den Tod des 
Individuums zur Folge haben und jedenfalls einem abnormen Zell¬ 
wachsthum nicht günstig sind. 

Ist aber die Vermehrungsfähigkeit der metastasirten Zellen 
\ on Einfluss auf die spätere Wucherung, so werden wir, was die 
tarcinome angeht, eine Entwickelung derselben besonders von 
Seiten jener Epithelien erwarten, die andauernd in Prolife¬ 
ration begriffen sind, wie sie ja auch bei bereits bestehenden 
gutartigen epithelialen Tumoren vorhanden ist. In diesem Sinne 
möchte ich vorgreifend darauf hinweisen, dass Carcinome im all¬ 
gemeinen fast nur von Epithelien ausgehen, in denen be- 
& ändig oder unter bestimmten Verhältnissen (z. B. 

vu , ' ^ osen zu linden sind, also von dem Oberflächen- 
epi hei der Haut und der Schleimhäute, sowie vom Epithel der 
rusenausführungsgänge, ferner von den Drüsen des Darmes, des 
o ens, selten dagegen von Organen, in denen Kemtheilungen in 
-i * orm fehlen, also der Niere, der Leber, den Speicheldüsen. 

as> uu » das Zustandekommen der Epithelmetastasirung an- 
rfirt S °-f j irgend ein Trauma dazu geeignet. Zu- 

Tnm^ - • bemerken, dass ich auch bei allen anderen 

<!eltpn™ n Tj ei ? en i.^ rauma ^ 8e ^ en Einfluss für eine, vielleicht nicht 
\l ^.Betracht kommende Veranlassung zur Zellabspaltung halte. 
L, 61 f®“}. Carcil } om dürfte das Trauma im Sinne einer durch 
Rolle m' f irekt bewirkten Absprengung wenn auch nicht grosse 
Bedwitmf i • Da ° e S en le S e ich ihm insofern eine etwas grössere 
mein«r \P - bei ’ als es e * ne J ener Bedingungen ist, von denen die 
sache ripp 6 !? 11 -?? , nac ^ i iau P^ s ächlich in Betracht zu ziehende Ur- 
fleirpwpK 4 P lta ®IVerlagerung, nämlich eine subepitheliale Bin- 
gewebswucherung abhängig ist. 

larcinnm^ 11 !^ zu .einer Vorstellung über die Genese des 
haben .bereits in mehreren Mittheilungen besprochen 

aus das« j* r.^ e i ch h* er kurz berichten will. Ich ging davon 
f inoms j* . Bn . gen Theorieen über die Entstehung des Car- 
diejenigen, welche von einer Steigerung der Wachs- 

Vi. 17. CentrliM ®d. 135. Münch, med. Wochenschrift 1894, 
^entr&lbl. für patholog. Anatomie 1894, S. 697. 


thumseuergie des Epithels, wie diejenigen, welche vou einer Wider- 
standsabnahmo des Bindegewebes ausgehen, wie endlich die, welche 
beide Anschauungen zu vereinigen suchen, unzulänglich sind und 
sich nicht beweisen lassen. Es schien mir, dass man nur durch 
d£s Studium der frühesten Entwiekelungsstadien zu einem Resultat 
kommen könne. Dabei sah ich dann, dass der Anfang der Krebs¬ 
bildung nicht durch ein Eindringen des Epithels in das 
Bindegewebe gekennzeichnet ist, sondern dass die erste Er¬ 
scheinung in einer lebhaften Zellvermehrung des subepi¬ 
thelialen Bindegewebes besteht. Dadurch wird dio Epithel¬ 
decke emporgehoben, aber meist so, dass ihre in den Schnitten als 
Zapfen erscheinenden Leisten, indem ihre unteren Enden gleichsam 
von dem Bindegewebe festgehalten werden, eine oft erhebliche 
Verlängerung erfahren. Jedoch ist dieser Umstand ohne maas¬ 
gebende Bedeutung für die folgenden Processo. Diese sind näm¬ 
lich dadurch charakterisirt, dass die vermehrten Bindegewebs¬ 
zellen in das Epithel Vordringen und dasselbe, meist 
nur fleckw r eise, so durchsetzen, dass der Zusammen¬ 
hang der Epithelzellen vielfach gelöst wird und dass 
diese so isolirt, von den Bindegewebszellen umgeben 
und auf diese Weise in das zellreiche Bindegewebe ver¬ 
lagert werden. Da es sich nun um die beständig sich vermeh¬ 
renden Zellen des Rete handelt, so werden sie auch, da ihre Er¬ 
nährung keine Unterbrechung erfährt und da sie in womöglich 
noch günstigere Existenzbedingungen kommen, in ihrer Prolife¬ 
ration fortfahren. Weil sie nun aber ausser Zusammenhang 
mit der Epidermis sind, so können ihre Abkömmlinge nicht 
mehr wie in der Norm sich nach oben vorschieben, son¬ 
dern müssen nun so wachsen, wie es ihnen die Concurrenz mit 
den Bindegewebszellen erlaubt. Sie werden also in die Richtung 
des geringsten Widerstandes, in Saft- und Lymphspalten Vor¬ 
dringen, und auf diese Weise kommt der Carcinom zustande. Da¬ 
bei will ich zugestehen, dass durch die, als entzündliche aufzu- 
fassenden Bindegewebssprossen, die mit Hyperämie einhergehen, das 
Epithel schon vor seiner Isolirung und Metastasirung eino Steige¬ 
rung seiner Wucherungsfähigkeit erfahren kann. 

In jüngster Zeit hatte ich wieder Gelegenheit ein Carcinom 
in den ersten Anfangsstadien zu untersuchen. Es entwickelte sich 
als Theilerscheinung einer ausgedehnten Psoriasis linguao und 
war durch vereinzelte kleine, aber deutlich isolirte Alveolen in 
dem zellig-infiltrirten subepithelialen Bindegewebe ausgezeichnet. 
Auch in diesem Falle fand ich jenes Eindringen der Bindegewebs¬ 
zellen in das Epithel. Ich möchte aber hinzufügen, dass mir auf 
Grund dieses neuen Präparates noch ein etwas anderer Modus der 
Epithelzellenverlagerung möglich zu sein scheint. Er würde darin 
bestehen, dass die unteren Enden von Epithelzapfen, welche 
die eben erwähnte Verlängerung erfahren haben, von dem übrigen 
Epithel getrennt werden, sei es, dass der schmale 
Zapfen durch den Zug des nach aufwärts drängenden 
Gew r ebes gleichsam zerrissen wird, oder dass die Ab¬ 
trennung auch hier durch die vordringenden Bindegewebs¬ 
zellen erfolgt. 

Dies alles gilt zunächst nur für die Plattenepithelkrebse. An¬ 
dere bekommt man eben nur selten in den Anfangsstadien zu Ge¬ 
sicht. Indessen konnte ich ein Magencarcinom untersuchen 
(a. a. 0. Centralbl. f. path. Anat.), welches durchaus analogo Ver¬ 
hältnisse darbot. Die Schleimhaut war verdickt durch Zunahme 
des Bindegewebes und Längenwachsthum der Drüsen. An vielen 
Stellen innerhalb des verdickten Abschnittes waren die Drüsen 
durch Eindringen des zellig-infiltrirten Bindegewebes in Stücke 
zerlegt, dio aus einzelnen Zellen oder kleinen Zellgruppen be¬ 
standen. Die Bindegew r ebswucherung durchbrach nun an mehreren 
Orten dieMuscularis mucosae, und in ihr fanden sich ebenfalls kleinere 
und grössere Haufen von Epithelien. Das so zusammengesetzte 
Gewebe ging aber niemals tief unter die Muscularis mucosae herab, 
drang nirgendwo in die tieferen Schichten der Mucosa oder gar in 
die eigentliche Muskellage vor. Auch hier war also die Deutung 
gegeben, dass die Wucherung des Bindegewebes die Drüsenepithelien 
isolirte und dass diese dann bei weiterer Vermehrung in dem Binde¬ 
gewebe tiefer vordrangen. 

Durch alle diese Untersuchungen glaube ich die Möglich¬ 
keit einer Epithelverlagerung auch im Körper des Er¬ 
wachsenen nachgewiesen und ferner gezeigt zu haben, dass 
auch normales und nur vielleicht unter der Einwirkung lang dauern¬ 
der Entzündung in lebhaftere Proliferation gerathenes Epithel zur 
Carcinomentwickelung führen kann. Es hat nun gewiss keine 
Schwierigkeit, die besprochene Genese auf alle Arten von Carc-i- 
nomen zu übertragen. Insbesondere möchte ich es auch zweifel¬ 
haft lassen, ob die branchiogenen Carcinome sich direkt aus emei 
Wucherung von Epithelresten der Kiemenspalte oder nichtviei- 
mehr erst secundär aus Epithelien entwickeln, die durch Bindo- 
gewebswucherung aus dem Zusammenhänge von Kiemenflsteln onei 


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Original fro-m 

UNIVERSITY OF MICHIGAN 



64 


DEU TSCHE MED ICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


Kiemencyston abgetrennt wurden. Derselbe Gedanke liegt nahe 
bei der Entstehung von Krebsen aus Dermoidcysten, aus Adenomen 
und den paradentären Epithelkeimen von Malassez etc. Aber ich 
bin weiter der Meinung, dass jene Genese auch sonst noch Geltung 
haben kann. Ich denke hier besonders an die aus Nebennieren¬ 
abschnitten hergeleiteten Geschwülste der Niere. Ich hob 
oben hervor, dass die verlagerten Stücke durchaus nicht immer zu 
malignen Tumoren werden müssen, im Gegentheil meist unverändert 
bleiben oder nur Adenome bilden, und erklärte dies aus der orga¬ 
nischen Structur der abgesprengten Tlieile. Jene vielfach be¬ 
schriebenen Geschwülste entstehen meiner Meinung nach nur dann, 
wenn aus dem Zusammenhänge der verlagerten Abschnitte einzelne 
Zellen oder Zellgruppen abgetrennt werden und nun selbstständig 
wuchern. Für diese Vorstellung verwerthe ich einen histologischen 
Befund, den Dr. Ricker bei Untersuchung abgesprengter Neben- 
merentheile erhoben hat. Ein kleiner derartiger Abschnitt grenzte 
sich nur theilweise durch eine bindegewebige Kapsel gegen die 
Nieienrinde ab, an einer Stelle fehlte die Begrenzung, und hier 
lagen mehrere kleine Haufen von Nebennierenzellen in dem Nieren¬ 
gewebe mitten zwischen den Hameanälchen. Die Bindesubstanz 
der Niere war dabei nur wenig, aber stellenweise doch deutlich 
und war zellreich verbreitert. Nach meiner Vorstellung würde also 
aus solchen abgetrennten Zellen ein maligner Tumor haben hervor¬ 
gehen können. 

Was nun die Ursache der Bindegewebswucherung an¬ 
geht, welche zur Epithelmetastase führt, so wird sie vermuthlich 
sehr verschiedenartig sein können. In einem kleinen Theil der Fälle 
durfte wie ich ausgeführt habe, 1 ) eino subepithelial verlaufende 
lüberkulose anzuschuldigen sein, insbesondere diejenige Form 
die man als Lupus bezeichnet. Auf der Basis derselben ent¬ 
wickeln sich ja Carcinome nicht so selten. Gewiss könnte auch 
durch andere Mikroorganismen und vielleicht auch durch Pro¬ 
tozoen die besprochene Entzündung bedingt werden. Nur ist der 
Gelungen 2) ( er letzteren trotz YieIfacher Bemühungen bisher nicht 

Aber die Entzündung muss nicht parasitärer Natur sein. Sie 
kann auch aut manche andere Weise entstehen und hat so schon 
seit langem für die Genese des Carcinoms volle Beachtung ge- 

w de n' n Man deD i ke an die Paraffiu -> Theer- und Schornstein¬ 
fegerkrebse, an das Vorkommen des Carcinoms in Narben, Se¬ 
questerhöhlen auf eiternden Flächen, in der Gallenblase bei Gallen- 
ri;! men ’ m die K i‘ ebse d6S Verdauungstractus bei Potatoren, an 
die aus Magengeschwüren hervorgehenden Carcinome, an die an 
seborrhoische Zustande der Haut und an Psoriasis der Mund¬ 
schleimhaut anschliessenden Krebse, an die Lippenkrebse bei 
acr UC Litter e a tnr Allch zahlreiche, einzelne Beispiele lassen sich aus 
Q ■ b " •“ •«»***. 

««S rsr ;”3 ÄÄK': 

SÄÄi“ 8 * soin ’ über die Genese der t “ 

•I„f G , es ® hwüls * e .f nt stehen vor und nach der Geburt 
von nT r * h ®! lwelsen oder völligen Abtrennung 

'on Zellen oder Zellgruppen aus dem organischen Zu¬ 
sammenhang. Die abgespaltenen Keime, dem Einfluss 
eines in sich geschlossenen Zellverbandes entzogen 
wachsen sofern sie nur vermehrungsfähig sind g U nd 
ohne erheblichere Unterbrechung ihrer Ernährung 

ÄÄvSSJtSfÄ 

s^ssasaaf 

eine h^die^pidermis^'in^da^Schl 11 ' ?P*^ el ?^ en i welche durch 

&££ ÄSÄ 55 

würde. Nach Abschluss vnwtüh T fac . h ?? Wi derspruch stossen 
erster Hauser (Virchow’s Archiv BA ist . nun ^ 

stellungentgegengetreten, aber nicht auf K von^BeXcln^n 

.!} ?J® ncb * P e d. Wochenschr, 1894, No 17 

1 gl. meinen Aufsatz in dieser Wochenschrift 1894, No. 15. 


___ No. 4 

über beginnende Carcinome, die doch allein geeignet sind, 
die Frage der Histogenese zu lösen, sondern an der Hand 
seiner früheren bekannten Untersuchungen. Ich kann an dieser 
Stelle ausser dem wichtigsten Einwande nur weniges andere 
berühren und muss wegen genauerer Einzelheiten auf spätere 
Erörterungen verweisen. Hauser geht von der, meiner Meinung 
nach irrthümlichen, Ansicht aus, dass man die Entstehung eines 
Carcinoms auch noch am Rande gegen das normale Gewebe stu- 
diren könne, da hier die Epithelien resp. die Drüsen noch den Be¬ 
ginn der Tiefenwucherung zeigten. Er zeichnet demgemäss ein 
epitheliales Gebilde, welches er für eine in krebsiger Umwandlung 
begriffene Drüse erklärt. Ich muss dieser Auffassung widersprechen! 
Das einmal gebildete Carcinom wächst nicht dadurch in die Breite* 
dass am Rande immer neues, bis dahin normales Epithel in das* 
Bindegewebe eindringt, sondern so, dass die Wucherung der Krebs¬ 
zellen ausser nach unten auch seitlich tief unter das unveränderte 
Epithel und von hier aus auch nach aufwärts gegen das letztere 
erfolgt, welches dadurch schliesslich vernichtet wird. Für Hau- 
ser’s Abbildung, die übrigens nur seltene Verhältnisse wieder- 
giebt, da meist Krebs und normales Epithel scharf gegen einander 
abgesetzt sind, habe ich daher eine andere Erklärung. Ich sehe 
in dem Bilde keinen Beweis, dass es sich wirklich um eine Drüse 
handelt, es kann auch ein von unten und seitlich nach oben ge¬ 
wachsener Krebsstrang sein. Ist es aber wirklich eine Drüse, so 
ist sie meiner Ueberzeugung nach durch hineingedrungene Krebs¬ 
wucherung modificirt, jedenfalls nicht primär krebsig umgewandelt. 
Wie sollte es auch denkbar sein, dass eine solche Umwandlung 
nur einen Theil der Drüse in so äusserst scharfer Abgrenzung 
gegen das normale Epithel beträfe? Hauser lässt nun das Car¬ 
cinom auf Grund einer morphologischen und biologischen Aende- 
rung des Epithels entstehen und stimmt in diesem Sinne Han se¬ 
in ann ’ s Vorstellungen über die Anaplasie zu. Ich behaupte aber, 
dass alle die morphologischen Aenderungen erst im ausgebildeten 
Larcinom als Folge der geänderten Wachsthumsbedingungen auf- 
treten. In meinen Fällen beginnender Carcinome war von 
solchen Abnormitäten nichts zu sehen. Ich halte also 
durchaus an meinen Anschauungen fest, die sich auf bekannte 
r actoren stützen und nicht mit einer auf keine Weise erklärbaren, 
geheimnissvollen Aenderung der Eigenschaften des Epithels rechnen. 

Es mag schliesslich noch bemerkt sein, dass Bard auf dem 
letzten französischen Chirurgencongress den meinigen ähnliche An¬ 
schauungen über die Carcinomgenese vorgetragen hat. 


VI. Aus der Augenklinik des Herrn Prof. Dr. Hermann 
Cohn in Breslau. 

Ueber Entfernung von Eisensplittern aus der 
Tiefe des Auges mit dem Elektromagneten. 
Von Dr. Hugo Goldschmidt. 

(Schluss aus No. 3.) 

u f Fremdkörper in der Netzhaut dicht am Sehnerven, 

mit LicitschVin em Plektroma g n <>ten. Erhaltung des Auges 

loqq al j e Schmiedemeister Karl R. kommt am 10. October 

vor viAr tw K ? m . k des Herrn Prof. Cohn mit der Angabe, dass ihm 
0 -AfWAn e ^ en iJ eim Schmieden ein Eisensplitter an das linke Auge 
fin fLh,. v ®* r • £ ebrau chte bei der Arbeit einen Bohrer, den er in 
AiicrAniif? wobei die Spitze abflog. Man sieht am obem 

dl neb f en ä bla ? braune f Verfärbung nahe am Lidrande eine Oeff- 
AnfJkVinH* q, d er Innenseite im Knorpel eine schlitzförmige Oeffnung 
doulf bAiw’a q ? rke ^on der oberflächlichen Conjunctivalgofilsse, je- 
doch^kome Schmerzen, Auf dem verletzten linken Auge mit +0'5: 
S = ’ ■ * ■ ■ “ 


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Gck igle 


12’ rechts mit -f 0 ‘ 5 : S — 1. Sehnerv in der äusseren Hälfte durch 

Wolke verdat Bei Aufwärtsblick des Kranken sieht man mit 
Nftt^hnnt ^Ti? 1110 schuhsohlenfönnige Figur mit weissem Rande in der 
rsetzhaut. Therapie: vorläufig energisch Atropin. 

siebt man nacb Atropin eine derDurch- 
talft Spfmlffiff deS ® ber ®5 1 Lides vollkommen entsprechende, fast horizon- 
ThAil Sav Q^ 1 ! 11 ^ d ! r ? cIcra von . etwa 4 bis 5 mm Länge. Der obere 
dßr FrAm^K iabvUnd ° lst em won *£ erhabon. Man kann den Weg, den 
durch d ® n Glaskörper verfolgen, indem kleine, 
f}ln« 5 V«,.nA^a dei , aa ^ n d e » strichförmige Trübungen im oberen Theile des 
verschlJLrt .,§ eben * umgekehrten Bilde Sehnerv stark 

IZh «wWoteenbddung vor seiner äusseren Hälfte. Beim Blick 
sohlenfflrmio-A ^ äba des Sehnerven, nach unten von ihm, eine schuh- 
sdfinyATirlAm^T hellem Rande und dunklem, aber nicht metallisch 

u ps _vi Inhalt, der nach aussen hin ein wenig prominirt. Es wird 
Elektrnmno-nJ+^k kocalisationsbestimmung den Splitter mit dem 

. o des Meridionalschnitts zu entfernen. 

hArAif« ««rSi a i ^ as körpertrübungen fortgeschritten. Es wird heute 
chinesiVhAr Tn^ era ^ meT6n Hornhautrande mit Sublimatlösung und 
chinesischer Tusche nach Förster der horizontale Meridian bezeichnet, 

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UNIVERSETV OF MICHIGAN 



24. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


der für die morgen 


vorzonehmende, genaue Lbcalisations^eBtimmung von 


October Pupille gross, fast rund, Glaskörper noch trüber als 
-fern Veränderungen am Fremdkörper und seiner Lage zum Seh- 
mn nicht vorhanden. In der Nacht hat Patient über heftige Schmerzen 
wkla"t Alle Zeichen von Iritis und Cyclitis sind vorhanden, Spannung 
b jj^jj ganz gut. Da man den Fremdkörper im umgekehrten Bilde 
? der Nähe des Sehnerven, etwas nach aussen und unten von ihm, ge¬ 
sehen hatte, so musste er sich in Wirklichkeit etwas nach innen oben 
von ihm befinden. Es handelte sich also jetzt darum, diesen Punkt am 
Vuce möglichst genau zu bestimmen. Der horizontale Meridian war be¬ 
reife gestern mit Tusche markirt worden und nur noch der Punkt des 
horizontalen Meridians, in dessen unmittelbarer Nähe der Fremdkörper 
sieh befand, zu bestimmen. Dieser wird gegeben durch der Innenrand 
des Sehnerven. Der Umfang des Auges, der beim Emmetropen, sowie 
beim schwachen Myopen und Hyperopen (letzteres ist hier der Fall s. o.) 
als Kreis betrachtet werden kann, beträgt U = 2r n = 2 * 12 * 3, 141... = 
otwa 72 mm. Der halbe Umfang, d. h. die Entfernung der Hornhaut- 
mitte bis zum Schnittpunkt der optischen Axe mit dem Augenhinter- 
irrunde beträgt also etwa 36 mm. Davon geht ab die Breite der Papille 
= 2 mm + der Entfernung des äusseren Papillenrandes von jenem Schnitt¬ 
punkte = ebenfalls 2 mm, also zusammen 4 mm, 36—4 mm = 32 mm. 
Danach ist also der innere Rand des Sehnerven 32 mm vom Hornhaut- 
inittelpunkt, oder, den Halbmesser der Hornhaut = 6 mm genommen, 
26 mm vom inneren Homhautrande entfernt. Es musste also, um den 
Inneurand de» Sehnerven zu erreichen, der Schnitt 20 mm vom inneren 
Uornhautrande entfernt beginnen und 6 mm weit nach hinten geführt 


werden. 

Es wurde nun nach Cocain und Sublimatwaschung ein Einschnitt in 
die Conjunctiva hulbi gemacht und die Sehne des Musculus internus ge¬ 
löst. Die Bindehautwunde wurde dann bedeutend nach oben innen und 
unten innen erweitert, so dass die Wundlappen sich klappenartig über 
die Karunkel Zurückschlagen liesseD. Mittels Haken wird jetzt unter 
Messung mit einem halbkreisförmigen Maassstab der Bulbus so stark als 
möglich nach aussen rotirt. Die Messung ergab, dass nun ein Punkt 
zum Vorschein kam, der 18 mm hinter dem inneren Homhautrande lag. 
Nach der obigen Bestimmung musste also der Schnitt noch 2 mm weiter 
nach hinten beginnen. Mit dem Gräfe’schen Staarmesser wurde nun 
in etwa 9 langsamen Zügen die Sclera von vom nach hinten im horizon¬ 
talen Meridian durchschnitten, etwa 5 mm lang, und man musste sich 
nun ganz dicht am Sehnerven befinden. Der Glaskörper trat anfangs 
'<‘hr langsam aus. später etwas kräftiger als grosse Perle. 

Nun wurde der Elektromagnet eingeführt, nur nach hinten gerichtet, 
viermal vergebens. Kleine Pause. Hierauf bei abermaliger Einsenkung 
•diesmal nach hinten und oben) das charakteristische Geräusch, und bei 
;*hr langsamem Zurückziehen des etwa 4 mm weit eingeführten Magneten 
lolgte der Splitter. Allerdings entleerte sich bei diesen Magneteinführungen 
und dem W iederherausziehen Glaskörper in grösserer Menge. Das Eisen- 
>tQck war 5,5 nun lang, 2,5 mm breit, Gewicht 17.5 mg, die Kanten 
scharf, aber unregelmässig, die eine Seite roth, die andere schwarz. Kein 
.Metallglanz. 

Patient fing jetzt an zu collabiren, der Puls wurde schlecht, einen 
Augenblick kaum fühlbar. Belebende Mittel innerlich,, darauf hob sich 
der Puls wieder, so dass zum Schluss der Wundo geschritten werden 
konnte. Der Muskel wurde wieder angenäht und drei Bindehautnähte ge¬ 
macht, worauf sich freilich zeigte, dass der Bulbus sehr zusammen- 
gefallen war. Pupille etwas länglich oval, Iris nach hinten gezogen 
und der innere Hornhuutrand in der Nähe der Nähte stark retrahirt. 
Auge sehr empfindlich vor und nach der Operation, trotz Cocain. Bald 
nach Entfernung des Fremdkörpers sali Patient alles roth, Finger nur 
nach oben, geradeaus nicht. Spiegelung wegen Erschöpfung des Patienten 
unmöglich. Sublimatwaschung, Bettruhe, Prognosis dubia: 1) wegen der 
tdjm- des Glaskörperverlustes. 2) wegen Chorioidealblutung, 3) wegen 
vT/ ‘ e' 011 vor ° an denen Cyclitis. 4) weareu der langen Dauer der Operation 
11 U Munden). " 


u- , 18 V °^ r -. Bi . sher Verband nicht abgenommen. Keine Schmerzen* 
* '£ c p 1 Michkeitsdiagnose auf Collapsus oculi gestellt. Um so grösser 
. ie leberraschung, als nach Abnahme des Verbandes die Form des 
' Jf’i ei ° e '"-,7 die Kammer nicht vertieft war. Die Pupille ist 
7 'ihlt r ’ - ? n J un £! iva bulbi geröthet, aber kaum geschwollen. Patient 
taHoii ■ w , ger UD< * er kennt Gesichter. Bewegung nach innen 

ade| l° f 5 - Atropin, fester Verband. Anderes Auge offen 

Kammer 0ct , obe C Auge äusserlich gut, Pupille etwas länglich oval. 

vru kl ) . anuuu o scheint gut, jedenfalls nicht erheblich herab- 

Vie frr.iU i- , ®, eü keine Secretiou. Umgekehrtes Spiegelbild: 
unten »„/• ^‘nhsohlenförmige Figur mit weissem Rande, nur nach 
ir röä mnen von ihr noch ein Bluterguss von etwa drei Papillen- 
iiandp'eiiw. n . aussen von der erwähnten Figur, dicht an ihrem 

5fc hene e lclie ’ ueue ’ we * sse » zum Theil mit Pigment ver- 

Theil der nj* ^ . Ausserdem viele kleine Blutungen im oberen 
ina. Gesichtsfeld für Finger nach unten noch beschränkt, 
« gut. Zählt Finger auf 3 
ilQ d Druckverband. 

v "rnielirt,5r. C nrinu ^ er u “l ere innere Theil des Glaskörpers wimmelt von 
Haut, eicht bar lv n ^ en ’ bei Aufwärtsblick des Kranken etwas Netz- 
tautn&hte ent fern? 1 ' 6 ?' m * r J n äDernächster Nähe mühsam gezählt. Binde¬ 
rnden ‘ Ü0si chtsfeld sehr eingeschränkt, nur nach innen vor- 


m richtig, also S = etwa Atropin 


>Ulle iW°p e r pm^k.. ] re it von der früher beschriebenen Lagt 
orpers zeigt sich heute, nachdem die Blutergüss 


65 


grossen Theil resorbirt Bind, eine längliche» ^uerovale Figur, etwa drei 
Papillen im Durchmesser haltend, mit weissem Hofe. 

8. November. Finger nach innen gezählt. 

9. December. Auge reizlos, gut beweglich. Pupillenrand zoigt eine 
mediane Synechie. Spannung gut. Ausser der schuhsohlenförmigen Figur 
zahlreiche streifen- und fleckenförmige Blutungen im Glaskörper herum¬ 
schwimmend. Netzhautablösung nirgends zu entdecken, wohl aber massen¬ 
hafte Blutungen und hellere Stellen in der Netzhaut. Auge schmorzlos, 
auch auf Druck. Planspiegelreflex nur nach aussen gesehen. Sieht nur 
Finger in nächster Nähe wackeln. 

10. Januar 1894. Glaskörpertrübungen verringert. Im umgekehrten 
Bilde noch immer die schuhsohlenförmige Figur. Bei starkem Rechts : 
blick des Kranken eine längliche, weisse Stelle mit dunkelpigmentirtem 
Rande, wahrscheinlich dem Operationsschnitt entsprechend. Dicht über 
der Stelle, an welcher der Fremdkörper gesessen, scheint Netzhautablösung 
vorhanden. Spannung gut, keine Schmerzen, sieht Finger in nächster 
Nähe wackeln. 

6. Juli 1894. Patient kommt heute { 3 U Jahr nach der Verletzung) 
auf unsera Wunsch zur Beobachtung. Auge ganz reiz- und schmerzlos. 
Bei schwachem Lampenlicht zählt Patient auch ganz in der Nähe keine 
Finger mehr. Dagegen empfindet er schwache Concavspiegelreflexo. Plan¬ 
spiegelreflexe nur nach aussen. Bei hellem Tageslicht Fingerbewegungen. 
Pupülenreaction ohne Atropin nicht geprüft. Nach Atropin entsteht eine 
bohnenförmige Pupille. Längsdurchinesser 7—8, Querdurchmesser etwa 
6 mm. Am inneren Pupillenrande eine kleine, spitze, unlösbare, hintere 
Synechie. Bei Abwärtsblick des Kranken bei seitlicher Beleuchtung eine 
röthlichweisse Stelle hinter der Linse. Beim Blick geradeaus Trübungen 
im Glaskörper, aber keine Netzkautablösung. Mit dem Spiegel bei Rechts¬ 
blick eine sehr helle, weisse Stelle von etwa 3—4 Papillendurchmessern; 
bei stärkstem Innenblick kommt eine hellkarmoisinrothe Blutung, nicht 
weit entfernt von der eben erwähnten atrophischen Stelle (Schnittstelle) 
zum Vorschein. Weitere Details sind nicht zu erkennen wegen Trübungen. 
Spannung vielleicht etwas geringer als rechts. Auf dem gesunden Auge 
S = 1. H 1. 25. 

Die Operation hatte iu diesem Falle nur einen relativen Er¬ 
folg. Es wurde der Fremdkörper entfernt und der Augapfel in 
seiner Form erhalten, sowie die Gefahr, die dem Kranken für das 
andere Auge durch das Verweilen des Fremdkörpers im verletzten 
Auge drohte, wohl vollkommen beseitigt, für das Sehen aber so 
gut wie nichts gewonnen. Die schon vor der Operation vor¬ 
handene Cyclitis trug wohl das ihrige dazu bei. Vielleicht 
hätte sich der Glaskörperverlust in diesem Falle durch die Nar¬ 
kose vermeiden lassen; dass aber wiederholtes Eingehen mit dem 
Magneten Glaskörperverlust nicht zur Folge zu haben braucht., be¬ 
weisen die Erfahrungen bei den beiden ersten Kranken, die ohne 
Chloroform still hielten. Jedenfalls ersetzte sich der bedeutende 
Glaskörperverlust innerhalb weniger Tage vollständig wieder, ohne 
wie befürchtet wurde, zum Collapsus oculi zu führen; 

Von Interesse ist feiner in diesem Falle die genaue Lokalisa¬ 
tionsbestimmung des Fremdkörpers, die sich hier deckte mit der 
Bestimmung des Innenrandes des Sehnerven und dessen Schnitt¬ 
punkt mit dem horizontalen Meridian. Dicht nach innen oben von 
diesem Punkte lag der Splitter, der Magnet musste also ein klein 
wenig nach hinten und oben eingeführt werden. Vier Einführungen 
missglückten, weil der Magnet nur nach hinten eingeführt wurde, 
bei der ersten Einführung nach hinten und oben folgte dev Splitter 
sofort.- 


An die vorstehenden drei Krankengeschichten erlaube ich mir 
folgende Bemerkungen anzuknüpfen; Im Juni 1892, als der zweite 
hier beschriebene Fall sich ereignete, war noch nichts von Ha ab 
und Schloesser über die grossen Elektromagneten veröffentlicht 
worden. Schon damals versuchte Prof. Cohn, also ganz unab¬ 
hängig von diesen Autoren, im physikalischen Institut durch einen 
mächtigen Magneten, der mit einem Ruhmkorff’schen Apparat 
in Verbindung stand, den Fremdkörper in Bewegung zu setzen, 
aber vergebens. 


Die neueren Mittheilungen über die Missstände, welche der 
grosse Magnet hat, so wunderbar auch seine ersten Wirkungen 
erschienen, veranlassen uns, auch in Zukunft nur in dem Falle, dass 
uns der Hirschberg’sche Elektromagnet im Stich Hesse, das 
Haab’sche Instrument zu benutzen; denn die Anwendung dos 
letzteren ist nach verschiedenen Mitteilungen begleitet gewesen 
von starken Schmerzen, ja von Ohnmachtsanfällen, ferner 
von Herausreissen eines Stückes Regenbogenhaut. Auch 
versagte der Apparat in fünf Fällen von Schmidt-Rimplcr 
viermal; einmal gab er dem Fremdkörper eine falsche Richtung 
in’ö Corpus ciliare und rief so Cyclitis hervor. Der hohe Preis 
des Haab'sehen Instruments, 550 Franken, sein grosses Gewicht 
von beinahe zwei Centnern, der Preis von 100 Mark für den 
Schlösser’schen Magneten, und die Umständlichkeit der Anwen¬ 
dung sind ebenfalls bedeutende Nachteile. Dazu kommt noch, 
dass in mehreren Fällen schliesslich doch noch der kleine Elektro* 
magnet angewendet werden musste. . 

Nach unseren Erfahrungen müssen wir Hirsch hei g 
kommen darin beistimmen: 


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DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


1. Dass bei gut desinflcirtem Magneten und Instrumenten eine 
Eiterung durch die Operation nicht zu befürchten ist. (Wir 
tauchten unsere Instrumente vor der Operation stets in kochende 
Sodalösung.) 

2. Dass auch Splitter unter 10 mg in die Tiefe des Auges 
gelangen können. (Gewicht des Splitters in unserem ersten Falle 
2 mg.) 

3. Dass der kleine Magnet unentbehrlich ist. 

4. Dass derselbe den Fremdkörper nicht in falsche Bahnen lenkt. 

5. Dass man nicht statistisch die Erfolge verschiedener Ope¬ 
rateure vergleichen darf, da die endgültige Sehschärfe von den 
verschiedensten incomparabeln Factoren abhängt. 

Ausserdem fassen wir unsere Erfahrungen in folgende Schlüsse 
zusammen: 

1. Ist ein Eisensplitter mit Sicherheit im Auge anzunehmen, 
so soll in jedem Falle der Versuch zu seiner Entfernung gemacht 
werden. 

2. Die Hirschberg’sche Magnetsondirung hat ihre volle Be¬ 
rechtigung. und soll in allen frischen Fällen angewendet, nötigen¬ 
falls soll die Eingangsöffnung etwas erweitert werden. 

3. Bei sichtbarem und unbeweglichem Eisensplitter ist die ge¬ 
naue Lokalisationsbestimmung vorzimehinen und demgemäss 
zu operiren, wie in unserem dritten Falle ausführlich dargelegt 
worden ist. 

4; Die Häufigkeit des Eingehens darf nicht abschrecken von 
weiteren Versuchen, da selbst ein achtmaliges Eingehen die Er¬ 
zielung einer vollen Sehschärfe nicht hindert, wie unser erster 
Fall zeigt. 

5. Bei beweglichen Splittern im Glaskörper ist der Hirsch¬ 
berg’sche Meridionalschuitt in der Aequatorialgegend am Platze. 

6. Die Frage, ob Chloroform oder Cocain, lässt sich von vorn 

herein nicht entscheiden. Man soll erst cocainisiren und wenn 
das nicht ausreicht, die Chloroformnarkose nachfolgen lassen._ 

Aber eine viel höhere Aufgabe der Augenärzte als die Aus¬ 
bildung der feinsten Methoden zur Entfernung von Eisensplittern 
wäre das energische Vorgehen zur Verhütung der Eisen¬ 
verletzungen. Schon vor 26 Jahren hat H. Cohn („Ueber das 
Vorkommen von Augenverletzungen hei Metallarbeitern und eine 
neue Art von Schutzbrillen“,- Berl. klin. Wocli. 1868, No. 8 u. 9: 
vergl. auch Cohn’s Lehrbuch der Hygiene des Auges S. 700ff.)’ 
die Resultate mitgetheilt, welche er bei einer Untersuchung der 
Augen von 1283 Metallarbeitern gefunden hat. 95% erklärten 
dass ihnen wöchentlich, selbst täglich, kleine Splitter in’s Auge 
flögen, die ja glücklicherweise oft leicht zu entfernen sind. Fast 
die Hälfte von diesen Metallarbeitern hatte bereits ärztliche Hülfe 
nöthig gehabt. Auf 100 Arbeiter kamen 368 Tage gleich ein Jahr 
Arbeitsunfähigkeit, und durchschnittlich musste jeder Verletzte 
17 Tage feiern. Von 1000 Metallarbeitern büssten 28 einen Theil 
ihres Sehvermögens und 16 ein Auge völlig ein. Damals empfahl 
H. Cohn Schutzbrillen aus Glimmer, da sie leicht, billig unzer¬ 
brechlich und schlechte Wärmeleiter wären. Allein es zeigte sich 
dass sich der Glimmer bei grosser Hitze blättert und dadurch un¬ 
durchsichtiger wird, auch stets kleine Sprünge und Streifen be¬ 
kommt, schwerer als Glas zu putzen ist, dabei Buckeln erhält 
± S Sehschärfe hinter den Glimmerbrillen leidet. Daher 
führten sich diese Brillen nicht bei Metallarbeitern ein und blieben 
um- noch für die Feuerwehrmänner und Steinschläger in Gebrauch 
Snumelbauer, Scheidig, Wendsehuch und Goldfinger ir! 
m Cöln haben Schutzbrillen von dickem Glase hergestellt welche 
cmpfehlenswerth sind (näher beschrieben und abgebildet im Lehr- 
huch der Hyp d. Aug S. 714-17); allein Cohn machte die Be¬ 
obachtung, dass alle Arbeiter einen Widerwillen gegen Schutz¬ 
brillen, auch gegen die besten, haben. Er hörte oft von ihnen 

mlt !j or , BrlU ® 80 we “g mit Handschuhen arbeiten 
könnten, auch die gläsernen Schutzbrillen würden durchStaub 
und Schweiss beschmutzt, und die Arbeiter wünschen keine Brille 
da sie nicht fortwährend gefährdende Arbeit verrichten. 

Auch buchs, der jedem Arbeiter, der wegen Verletzung des 
Auges bei der Arbeit in seine Klinik in Lüttich kam, eine Schutz¬ 
brille schenkte, überzeugte sich bald, dass dieselben selbst von 
denen, die schon ein Auge verloren hatten, nicht benutzt wurden 
Die Bequemlichkeit wird eben der Sicherheit vorgezogen ' 

. , kann i*> cr also nur Zwang helfen. Die Unfallver- ' 
Sicherung in Deutschland fordert jetzt bei jeder Vedetzun^ den 
ivende* elS ’ dl 1 , vor S eselu 'ic'beiien Vorsichtsmaassregeln ano-e- i 
wenn keTne^Söhutzbrnir 1 ' 1 ! Invalidität , ftls selbstverschuldet nicht, < 
bereits lad TTnfäu b a- ge D trag ' n wurde - Auch werden mitunter 1 
auwaitechaft üblrveL Beaufs ! cht pr der Arbeiter der Staats- 
verMnderten D?W ’ Wen ” , Sle da ? Fortle e ei1 der Brille nicht , 

brauchbare nPm r SS d 5 Arbeitgeber seinen Arbeitern 
Schutzbrillen hm T en Q g ®^ en * Trotzdem sieht man herzlich wenig 
^cüutzbilllen bei den Schlossern und Schmieden. ^ a 


Es wäre jedoch höchst inhuman, diesen Arbeitern zur Strafe 
die freie ärztliche Behandlung und das Krankengeld zu entziehen, 
wenn sie ohne Brille verletzt werden. Die Folgen würden noch 
viel bedenklicher für die Augen werden. 

Die Augenärzte haben aber die Pflicht, die Arbeitgeber immer 
wieder von neuem darauf aufmerksam zu machen, dass sie die 
Arbeiter zum Brillentragen erziehen müssen. 

Die Eisensplitterverletzungen dürfen so wenig mehr Vorkommen, 
wie die Blennorrhoea neonatorum. Das muss durch Prophylaxe 
erreicht werden! 

VII. Oeffentlicltes Sanitfttswesen. 

— A. Oldendorff, Die Sterbllclikeitsverhältnisse Berlins mit be¬ 
sonderer Berücksichtigung der Verhandlungen der Berliner mediclni- 
sclien Gesellschaft über den Einfluss hygienischer Maassnahmen anf 
die Gesundheit Berlins. Oentralblatt für allgemeine Gesundheitspflege 
XIII, 9. u. 10. Heft. P 

Durch Vorlegung eines nicht unbedeutenden statistischen und son¬ 
stigen Materials hatte Th. Weyl zu beweisen versucht, dass 

a) der Gesundheitszustand Berlins sich im Laufe der jüngsten zwei 
Jahrzehnte wesentlich gebessert habe, — dass 

b) ein Nachlass gewisser, eine hohe Sterblichkeit bedingende;- 
Krankheiten unverkennbar. — und 

c) die Abnahme der Sterblichkeit den sanitären Maassnahmen, 
an erster Stelle der Wasserversorgung und Canalisation zu verdanken sei. 

Demgegenüber war die Behauptung aufgetaucht; mit der unverkenn¬ 
baren Abnahme der Sterblichkeit sei auch eine solche der Geburtenziffer 
gleich ausdrucksvoll markirt; letztere Herabminderung aber im Verein 
mit der Zuwanderung führe zu Alterationen der Alterszusammensetzung 
und Qualität der Bevölkerung; so wäre die attaquabelste Altersklasse an 
Zahl eingeschränkt und liefere nicht mehr so viele Todesopfer wie die 
frühere Composition; von einer Besserung des Gesundheitszustandes auf 
dem Wege der Assanirung könnte nicht die Rede sein. 

Oldendorff führt diese ungerechtfertigten Uebertreibungen auf das 
richtige Maass zurück. Ein Blick auf vorwurfsfreie Tabellen zeigt, dass un¬ 
abhängig von socialen Factoren die Sterblichkeit in Berlin während 
der letzten Jahrzehnte stetig abgenommen hat. Sie ist aber 
nicht allein in wohlhabenden, sondern auch in ärmeren Stadttheilen, nicht 
allein in Bezug auf die Säuglingsantheile, sondern in Bezug auf die Total¬ 
bevölkerung zurttckgegangen, wie Oldendorff’s Tabellen dies veranschau¬ 
lichen : die öconomisch-sociale Structur der Bevölkerung hat die Abnahme 
der Sterblichkeit nicht oder jedenfalls nicht wesentlich beeinflusst. 
Schon von Boeckh war hervorgehoben worden, dass Berechnungen der 
verschiedenen Todesursachen zur Gesammtbevölkerung insofern zu Irr- 
thümern Anlass geben können, als vermöge der ungleichen Zusammen¬ 
setzung der Bevölkerung das häufigere oder seltenere Vorkommen von 
Krankheiten, welche bestimmten Altersklassen vorzugsweise angehören, 
eben davon abhängt, ob diese Altersklassen schwächer oder stärker in 
der Bevölkerung vertreten sind. 

In Berlin nahmen im jüngsten Jahrzehnt zu: 

Masern . . um 0.8 pro Mille der Gesammtbevölkerung; 

Keuchhusten „ 0,1 „ „ 

Dagegen zeigten Herabminderungeu 
Lungen-und Brustfellentzündungen um 0,9 p.M. der Cxesammtbevölkeruug. 
Ruhr.14 , 


Bräunekrankheiten . . . . 

Scharlach. 

Lungenschwindsucht. 

Abdominaltyphus. 

Pocken . 

Durchfall und Brechdurchfall 


1,7 „ , 

2,2 . „ 

3,0 .. „ 

5.3 ., „ .. 

8,o ,. „ : 

15,3 „ „ 


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Vergleicht man nun schliesslich Berlin, welches in seinen Sanitäts- 
einnchtungen unentwegt vorgeschritten ist. mit Orten, denen ein solches 
V orschreiten während der zwei Jahrzehnte von 1870 bis 1890 nicht rnög- 
•ff "t, 1 "’ . so sich, dass besondere Umstände die günstige Sterbe¬ 
ziffer Berlins, die es erst während der namhaft gemachten Zeit errungen 
hat, verursacht haben müssen. Früher weit untenan stehend, hat Berlin 
hinsichtlich der allgemeinen Sterbeziffer unter 92 preussischen Städten 
imt über 20000 Einwohnern gegenwärtig die 28. Stelle inne; hinsicht- 
lß C !n er Sterbeziffer der unterjährigen Kinder die 9., unter den 
1b Ir ross Städten des Königreichs aber die 2. Stelle. Während 
Vo™- er in<w e Abnahme der Säuglingsmortalität 34 pro Mille (zwischen 
1875 1880 und 1886--1890) betrug, weist sie (in den nämlichen Zeit¬ 
raumen) für die Provinz Brandenburg eine Zunahme von 12 p. M. der 
geborenen auf und blieb im Staate Preussen auf der nämlichen Höhe. 

\\ le der Verbesserangsantheil der Entwässerung und verbesserten 
VVasserversorgung zu berechnen ist, darüber liefert Oldendorff ebenfalls 
einige^ labeilen, welche die Unterschiede der Sterblichkeit in caualisirten 
una nicht canalisirten Häusern veranschaulichen. 

Bei medicmalstatistischen Untersuchungen, complicirt wie sie stets 
sein werden, ist Vorsicht und Exactheit unbedingtes Erforderniss. „Man 
Uarl aber nicht über das Ziel hinausgehen und in eine Art von Hyper- 
exactitat verfallen, die schliesslich dazu führt, dass man den Wald vor 
lauter Bäumen nicht sieht.“ yV r . 

. jP er Regierungsrath des Cantons Zug hat unter dem 25. Juli 
vongen Jahres auf Antrag des Regierungsratlies nachstehende Verordnung, 
betreffend SchulgesnnUlieltspflege erlassen: 

, Schüler. § 1. Schuleintritt. Die Schulcommissionen haben 
u ur zu sorgen, dass alle Kinder der ersten Klasse 14 Tage nach Beginn 


Original fro-m 

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24. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


67 


, . q rhu i 0 jurci, ei^eii Arzt untersucht werden. Derselbe bezeichnet in 
\Lm schriftlichen Bericht an die Schulbehörde erstens diejenigen Kinder, 
ZiZ in f 0 i ff e mangelhafter körperlicher oder geistiger Entnickelung noch 
i- r a i,r zurückzlisteilen sind, zweitens diejenigen, welche wegen körper- 
li her oder listiger Fehler aus der Schule gänzlich entlassen werden 
Eliten. Die 'Entscheidung in allen diesen Fällen ist Sache der Schul- 

( ' omm . l!? 9 0n A nst ec kende Krankheiten. Erkrankt ein Kind an Pocken, 
Scharlach Croup oder Diphtheritis, so müssen sowohl dieses Kind, als 
; uch Kinder, welche in emer Haushaltung oder in Räumlichkeiten wohnen, 
wo solche Krankheiten herrschen, vom Schul- oder Kirchenbesuch so lange 
lerngehalten werden, bis durch ein ärztliches Zeugniss die Erlaubnis zum 
Wiederbesuch nachgewiesen wird. Bei Masern kommt diese Bestimmung 
nnr bei bösartigen Epidemieen zur Anwendung. Kinder mit ekelhaften 
Hautkrankheiten, Läusen oder Krätze dürfen bis zu ihrer Heilung die 
Schule nicht mehr besuchen. Kinder, deren Eltern für richtige Be¬ 
handlung nicht sorgen wollen oder können, sind dem Präsidenten der 
Schulcommission zu verzeigen, welcher für die Behandlung zu sorgen hat. 

II. Unterricht. §3. Stundenplan. Die Unterrichtsfächer sollen 
so aufeinander folgen, dass zwischen anstrengendem und weniger anstren¬ 
gendem Unterricht eine geeignete Abwechslung stattfindet. Fächer, welche 
das Denkvermögen mehr beanspruchen, sollen auf die ersten Stunden an¬ 
gesetzt werden. Mehr als drei Stunden ununterbrochener Unterricht, 
auch wenn Pausen dazwischen treten, sind auf der Stufe der Primär- und 
Secundarschule thunlichst zu vermeiden. An den Knaben- wie Mädchen- 
primarschulen sollen wöchentlich zwei halbe Tage frei gegeben werden. 

§ 4. Schreiben und Lesen. Es ist schon vom ersten Unterricht 
au darauf zu halten, dass die Entfernung des Auges von der Schrift nicht 
weniger als 30 cm betrage. Beim Schreiben sind spätestens von der 
zweiten Klasse an Papier, Feder und schwarze Tinte zu gebrauchen. Die 
Sehulwandtafeln sollen einen matten schwarzen Anstrich haben. Die 
Schäler sind nach ihrer Grösse auf die ihnen passenden Bänke zu ver¬ 
teilen. Kurzsichtige und schwerhörige Schüler sollen in die vordersten 
Plätze gesetzt werden. 

§ 5. Die Turnstunden sollen regelmässig durchgeführt und, wenn 
immer möglich, im Freien gehalten werden. 

§ 6. Pausen und Ventilation. Entweder soll nach jeder Schul¬ 
stunde eine Pause von zehn Minuten, oder in der Mitte eines Schulhalb¬ 
tages eine solche von 15 Minuten eintreten. Während derselben sind die 
Schüler durch den Lehrer zu überwachen. Dio Pause hat für alle im 
gleichen Schulhause befindlichen Klassen gleichzeitig stattzufinden. Wenn 
die Witterung es irgendwie erlaubt, müssen die Schüler sich ins Freie 
begeben, V ährend der Pausen sind die Zimmer durch Oeflnen der Fenster 
mit frischer Luft zu versehen. Nach Schluss der Schule und vor Wieder¬ 
beginn derselben ist floissig für gute Lüftung der Schulzimmer zu sorgen. 

§7. Hausaufgaben. In der I. und II. Klasse der Primarschule 
dürfen keine schriftlichen Hausaufgaben gegeben werden. In den oberen 
Klassen sind dieselben möglichst zu beschränken. Ueber die Sonn- und 
Festtage. sowie über die Mittagszeit dürfen in den Primarschulen keine 
schriftlichen Hausaufgaben gegeben werden. An den höheren Schulstufen 
'becundarschulen, Gymnasium und Industrieschule) ist die Ueberbürdung 
mit Hausaufgaben ebenfalls zu vermeiden. 

§ 8. Hitzferien. Wenn im Sommer während des Vormittags die 
lemperatur in den Schulzimmern am Schatten auf 27° C steigt und über 
'httag anhält, so sollen an den Primarschulen Nachmittags Ferien sein, 
oder Spaziergänge gemacht werden. 

III. Unterrichtslokale. § 9. Den zahlreichsten Klassen sind die 
geräumigsten Schulzimmer anzuweisen. 

§ 10. Die Unterrichtslokale sollen wöchentlich mindestens zweimal 
3 j TT .£ e ’ z ; nassem Sägemehl, gereinigt werden. Frühling 
una Herbst sind dieselben einer gründlichen Hauptreinigung zu unter- 
/ e /, en p f n . J®° em Schulzimmer soll an geeigneter Stelle ein Thermometer 

Celsius) angebracht werden. Erhebliche Abweichungen von der 

k .P^rtemperatur von 15° C sind von der Lehrerschaft in der 
>ehulchronikj5u bemerken. 

der 


AM: die sanitarisehe Einrichtung der Aborte, die Entleerung 

ABtnttgniben und die Reinhaltung der Abtritte haben die Schulbe- 


hr„^ 0B „77’; ^ Reinhaltung uer Auiriue nac 

£ io d tv* Lehrerschaft besondere Sorge zu tragen. 
5 w. Biese Verordnung tritt sofort in Kraft. 


VEL Mittheilungen aus der Praxis über die 
Heilserumbehandlung der Diphtherie. 

Zur Serumtherapie. ^ 

Von Dr. Taube in Leipzig. 

kuj/'T }^ ann sollen wir Serum injiciren? ist scheinbar auf das 
ist! Sobald Diphtherie bacteriologisch nachgewiesen 

tiker soll ,1S u < * ann . so ^ rt der Widerspruch gegeben. Der Prak- 
wird niit T?nnU 1CÜere M bacter iologischen Befund erweisen, und andererseits 
soll um fordert, das er so früh als möglich injiciren 

.irrt kann aber Mlscbl J f ® ction möglichst zu vermeiden. Selbst der Stadt¬ 
erhalten ein 7 nA° r ^ stunden kein sicheres bacteriologisches Resultat 
gradirrste VnJlilr ura ’ m w ®lchem bei geeigneten Organismen die hoch- 
mit , ents tehen kann. Es ergiebt sich hierdurch 

Fialle auf klinlÜi, 61 o dass wir * Ur die erste bijection in der Mehrzahl der 
•Jahren gerade inV™«“® an S ewiesen sind. Ich habe in den letzten 
die mir im Anfangsstadium zugekom- 
beobachtet und oschluss an die bacteriologische Untersuchung 

8irherheit biet«n ar * te die Eintheilung in folgende Formen die grösste 
i Wahre Diphtherie vor <rn Tiaäon 


* f- Bei Kindern Jus.zu 12 Jahren,.. 1. Eine oder beide 
Mandeln sind entweder vollständig oder streifenartig über¬ 
zogen, die Beläge bedecken die Lacunen und zeigen an den 
Enden die bekannte schloierartige Färbung. 

Die reine folliculäre Tonsillitis bleibt bei Kindern melir auf dio La¬ 
cunen beschränkt als bei Erwachsenen. Nicht zu selten tritt allerdings 
wahre Diphtherie nur als lacunäre Entzündung auf, und ich habe gerade 
bei dieser Form fast vollkommene Reinculturen von Diphtheriebacillen 
beobachten können, doch bleibt diese Art häufiger lacunär oder ver¬ 
breitet sich wenigstens so langsam weiter, dass die bacteriologische Unter¬ 
suchung abgewartet werden kann. Bei Scharlachdiphtherie vor Ausbruch 
des Exanthems ist eine intensivere Röthung der ganzen Rachenschleim¬ 
haut vorhanden. 

2. Die Tonsillen können nur lacunär erkrankt sein, doch 
zeigt sich schon ein Belag auf Gaumenbögen oder Zäpfchen. 

3. Die Tonsillen sind verschiedenartig, oft nur lacunär 
afficirt, hinter den Tonsillen und an der harten Rachenwand 
finden sich gleiche umschriebene Heerde. 

Bei dieser Art sind selbst für den älteren Praktiker, wie mir der 
bacteriologische Vergleich bewies, nicht immer Verwechselungen auszu- 
schliessen. Es kommen Erkrankungen besonders von Stomatitis aphthosa 
vor, welche sich nur auf den Tonsillen und der hinteren Rachenwand 
localisiren und besonders bei schlechter Abendbeleuchtung Diphtherie Vor¬ 
täuschen können. Etwas schützt hier die bei Aphthen hochgradigere all¬ 
gemeine Entzündung der Mundschleimhaut. Bei einem sehr zweifelhaften 
Falle würde ich aber doch zur Injection rathen, weil gerade hier eine sehr 
rasche Verbreitung auf Kehlkopf und Nasenschleimhaut stattzufinden pflegt. 
Die anderen Symptome sind unsicher, ich wies in früheren Arbeiten nach, 
dass sowohl Fieber als DrUsenschwellungen bei den schwersten Fällen fast 
vollkommen fehlen können. 

B. Bei einem Alter von über 12 Jahren iiyieire ich nur daun sofort, 
wenn ein Uebergang auf die Gaumenbögen stattgefunden hat. 

Selbstverständlich muss zugleich die bacteriologische Untersuchung 
erfolgen. Ich möchte dabei noch eine Methode beifügen, die sich wegen 
ihrer Einfachheit besonders für den Praktiker empfiehlt. Es ist gerade 
bei dem Anfangsstadium oft wünschenswert!^ direkt von der erkrankten 
Stelle Theile zu erhalten, und weiss jeder College, wie schwer es ist, bei 
kleinsten Kindern mit der Pincette vorzugehen. — Ich schneide mir 
längere dünne Holzstäbchen, kerbe dieselben an dem einen Ende vielfach 
ein und streiche damit über die erkrankten Tonsillen weg. Das betreffende 
Ende wird dann abgeschnitten und in Guttaperchapapier eingewickelt. Es 
bleibt dann stets so viel in den Zwischenräumen haften, dass genügendes 
Material zu allen Untersuchungen vorhanden ist. Holz und kochendes 
Wasser zum Sterilisiren ist schnell vorhanden, so dass es der Praktiker 
sofort an die nächste Untersuchungsstation versenden kann. 

Es bricht sich immer mehr die Anschauung Bahn, dass neben der 
Injection die örtliche Behandlung erfolgen muss. Zu diesem Zwecke weise 
ich nochmals auf die in dieser Wochenschrift (1892, No. 28) empfohlene 
Pinselung mit Pyoktanin (1:10) hin, weil dieselbe gerade bei der Strepto¬ 
coccenangina der Erwachsenen einen so sicheren Erfolg zeigt. Sie ist voll¬ 
kommen reizlos, ich pinsele wegen Soor oft wenige Wochen alte Kinder 
mit der gleichen concentrirteu Lösung. Es genügen durchschnittlich im 
Anfang nur wenige Pinselungen. 


IX. Eduard Külz f. 

Auf der Höhe fruchtbaren Schaffens und erfolgreichen Wirkens 
ist am 18. Januar er. im noch nicht vollendeten 50. Lebensjahre 
Rudolf Eduard Külz, ordentlicher Professor der Physiologie und 
Direktor des physiologischen Instituts in Marburg (Hessen), an 
einer Blinddarmperforation verschieden. 

Am 17. April 1845 in Deetz (Anhalt) geboren und. auf. dem 
Gymnasium zu Zerbst vorgebildet, begann er 1866 das raedicini- 
sche Studium in Berlin und setzte es in Würzburg, Giessen und 
Marburg fort. In Giessen war es Eckhard, der ihn in die Ex¬ 
perimentalphysiologie einführte und zu seiner Erstlingsarbeit 
„Beiträge zur Hydrurie und Melliturie“ anleitete. In Marburg legte 
er den Grund zu seiner praktisch-chemischen Ausbildung im La¬ 
boratorium von Carius. Daneben schloss er sich an den Leiter 
der medicinischen Klinik, Mannkopf, an, der, wie die Mehrzahl 
der Frerichs’schen Schüler, die klinisch-chemische Forschung be¬ 
vorzugte. 1870 und 1871 war Külz Assistent der medicinischen 
Klinik und wurde auf Grund einer chemischen Arbeit 1871 Dr. phil., 
sodann 1872 Dr. med. Die schon als Student begonnenen physio¬ 
logisch-chemischen Forschungen setzte er während seiner Assistenten¬ 
zeit nach der klinischen Richtung fort. Als erste Frucht dieser 
Studien veröffentlichte er seine medicinisehe Promotionssohrift 
„Die Harnsäureausscheidung beim Diabetes mellitus“. Dem Gebiet 
der Zuckerharnruhr blieb er weiterhin treu, auch noch, als er 
später sich der rein physiologischen Forschung zuwandte. Schon 
1872 habilitirte er sich für Physiologie, wurde 1877 zum ausser¬ 
ordentlichen Professor und 1879, als der um die Kenntniss des 
Blutes und der Lymphe verdiente, damals 72jährige ordentliche 
Professor der Physiologie, Hermann Nasse, zurücktrat, zum 
ordentlichen Professor und zugleich zum Direktor des physiologi¬ 
schen Instituts befördert. 1892 wurde ihm der Charakter als 
Geheimer Medicinalrath verliehen. . 

Die Lebensarbeit von Külz ist als sehr beträchtlich und /um 


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UNIVERSETY OF MICHEGAN 





DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


f>8 


weit übwwiegeftcfen -Theü- als hoehwertliig zu bezeichnen. Im An¬ 
fang- seiner Laufbahn standen im Vordergrund die Forschungen 
zur Kenntniss des Diabetes. Mit hervorragendem chemischen 
Wissen und Können ausgerüstet, hat er die Lehre vom Diabetes 
durch scharfe Beobachtungen und Versuche am kranken Menschen 
klinisch, chemisch und therapeutisch wesentlich gefördert. Die hier¬ 
auf bezüglichen Studien sind in den „Beiträgen zur Pathologie 
und Therapie des Diabetes“ zusammengefasst, die in zwei Bänden 
1874—1875 erschienen sind. Unter anderem hat er hier zuerst 
systematisch die verschiedenen Kohlehydrate auf ihre Fähigkeit, 
die Zuckerausscheidung zu steigern und den Eiweissumsatz zu be¬ 
schränken, geprüft und dabei gefunden, dass die Lävulose und 
das, Inulin am besten verwerthet werden und nur eine mässige 
Steigerung der Zuckerausfuhr bewirken. Ist ihm auch eine grund¬ 
legende Entdeckung, wie die des Phloridzin- und Pancreasdiabetes 
seitens v. Mering’s (zum Theil im Verein mit Minkowski), 
nicht gelungen, so hat er doch auch diese experimentell lier- 
zustellenden Diabetesformen durch eigene Versuche, zum Theil mit 
seinen Schülern (Wright, Sandmeyer) weiter ausgebaut und so 
wesentlich dazu beigetragen, die Zuckerharnruhr auf ihren jetzigen 
Stand des Wissens zu erheben. Auch hat er die Oxybuttersäure 
im Ham mancher Diabetiker entdeckt und inihr eine der haupt¬ 
sächlichen Ursachen für die verminderte Alkalescenz des Blutes 
solcher Kranken erkannt. 

Wo möglich noch umfangreicher sind seine Untersuchungen 
zur Olycogen- und Zuckerbildung. Ich nenne darunter die 
Studien über die Constitution des Leberglycogens, über die Be¬ 
ziehungen desselben zum Muskelglycogen, über den zeitlichen Ver¬ 
lauf ihrer Bildung und .Aufspeicherung, über den Einfluss der Ab¬ 
kühlung und Körperbewegung auf den Verbrauch von Glycogen, 
über die Glycogenbildner, über die quantitative Bestimmung des 
Glycogens, über das Verhalten desselben in Muskel und Leber nach 
dem Tode, Untersuchungen, die theils von ihm selbst, theils von 
seinen Schülern: R. Külz, Hergenhahn, Aldehoff, Vogel u. a. 
atisgeführt worden sind. Aus der jüngsten Zeit stammt der inter¬ 
essante Fund der ; Isomaltose unter den Verdauungsproducten von 
Amylum durch Mund- und Bauchspeichel. Von Bedeutung sind 
auch die Arbeiten über den Cliloral- und Chloroformharn und über 
die Bildung der gepaarten Glycuronsäuren. Daneben gehen Studien 
über Cystin und über die schwefelhaltigen Bestandteile der Galle 
wie des Harns. Was seine und die unter seiner Leitung aus¬ 
geführten Arbeiten kennzeichnet, das ist die Exactheit der Methodik 
und die Schärfe im chemischen Nachweis, so dass es auf Grund 
der präcisen Beschreibung Nachuntersuchern unschwer gelingen 
muss, die gemachten Angaben zu bestätigen. In der That ist kein 
Fall bekannt geworden, in dem ein Befund von Külz sich als 
tatsächlich irrig herausgestellt hätte. So wurde sein Institut zu 
einer bewährten Pflanzstätte für physiologische und pathologische 
Chemie. . . 

Nicht minder eifrig war Külz in-seiner Lehrthätigkeit. 
Unablässig war er bestrebt, seinen Vortrag durch Demonstrationen 
und Versuche möglichst anschaulich zu gestalten. Und wenn er 
nun ab und zu die Wahrnehmung machen musste, dass der Fleiss 
seiner Zuhörer in argem Missverhältniss zu der von ihm selbst für 
die Vorlesungen aufgewandten Mühe stand, dann befiel ihn schwerer 
Unmuth. In solcher Verstimmung liess er sich einmal zu 
Aeusserungen über den Unfleiss seiner Hörer hinreissen, welche 
im Sommer 1898 zu einem Confliet führten, der erst auf Ver¬ 
mittelung der Unterriohtsverwaltung durch einen für beide Theile 
annehmbaren Frieden beigelegt werden konnte. 

' Nach dem von amtlicher Stelle im „Staatsanzeiger“ Külz ge¬ 
widmeten Nachruf „verliert die preussische Unterrichtsverwaltung 
in ihm auch einen zuverlässigen und sachkundigen Berather“. 
Demzufolge muss sich Külz auch um den medicinischen Unter¬ 
richt an den preussischen Hochschulen grosse Verdienste erworben 
; häbem Zur Würdigung dieser Leistungen und zur Vevollständigung 
des Gesammtbildes wäre es von Bedeutung, in dieser Hinsicht 
mehr Thatsächliches zu wissen. 

Endlich ist noch seiner Thätigkeit als beratkender Arzt zu 
gedenken Obwohl die Vertreter der Physiologie als einer theoreti¬ 
schen Wissenschaft, wenigstens in Deutschland, Oesterreich, der 
bchweiz u. a., ärztliche Praxis in der Regel nicht ausüben, hat Bich 
Külz, dessen Forschungen, wie oben berührt, vom Diabetes aus- 
gegangen sind, auch weiterhin mit der Behandlung von Zuckerkranken 
beschäftigt und eine grosse, ihm fest vertrauende Clientei gewonnen 
Frei von dein, eine zeitlang üblichen Schematismus, alle Zucker- 
Kranken auf reine Fleischdiät zu setzen und die Kohlehydrate bis auf 
Wfnz^e Mengen auszuschliessen, war es Külz’s Verdienst, indi- 
-yMualisirend zu behandeln, dadurch, dass er bei jedem einzelnen 
m einem exacten Stoffwechsel versuch die Toleranz für Kohlehydrate 
leststellte und eine dementsprechende Menge von Amylaceen ge¬ 


No. 4 


Gedruckt bei Julia* 81ttenfeld in Berlin W. 


stattete. Gegen Carlsbader Curen, deren Nutzen in. tausenden von 
Diabetesfällen empirisch erwiesen ist, hatte er eine seltsame Ab¬ 
neigung. 

In gerechter Würdigung der Fähigkeiten und Leistungen des 
im besten Mannesalter Verblichenen muss man sagen, dass die 
Marburger Universität an ihm einen hervorragenden Lehrer, die 
deutsche Wissenschaft einen bewährten, fruchtbaren und sorg¬ 
fältigen Forscher verloren hat. Ehre seinem Andenken! 

__ I. Muuk. 

X. Kleine Mittheilungen. 

— Die gesetzliche Nothwendigkeit einer stärkeren Betonung der 
redacfcionellen Verantwortlichkeit hat Veranlassung dazu gegeben, dass 
von dieser Nummer an nur der Eine der beiden Herausgeber als 
für die Redaction verantwortlich zeichnen wird. Die anderweitigen 
redactionellen Verhältnisse der Wochenschrift bleiben im übrigen dadurch 
unverändert. 

— In der Sitzung des Vereins für innere Medicin am 21. Januar 
(Vorsitzender Herr Ohrtmann) wurde auf Antrag des Herrn Becher 
die Wahl einer Commission von 10 Mitgliedern — mit dem Rechte der 
Cooptation — beschlossen, um im Einvernehmen mit der Redaction der 
Deutschen med. Wochenschrift die von letzterer veranstaltete Sammel¬ 
forschung über das Diphtherieheilserum zu unterstützen und das Material 
wissenschaftlich zu bearbeiten. Vor der Tagesordnung legte Herr Benda 
das Präparat eines Falles vor, in dem der Tod durch ausgedehnte Fett- 
gewebsnekrose des Abdomen erfolgt war. Herr Klemperer demonstrirte 
mehrere Präparate von Magencarcinomen aus der Leyden’schen Klinik, in 
denen das angeblich specifische klinische Symptom des Milchsäurebefundes 
gefehlt hatto, so dass dieses Symptom, wenn auch häufig, doch nicht als 
constantes V r orkommniss gelten kann. Herr Oppenheim hielt den an¬ 
gekündigten Vortrag „Uber die Prognose der acuten nicht eiterigen En¬ 
cephalitis“ (derselbe wird in diesem Blatte veröffentlicht werden). 

— Dem a. o. Professor an der medicinischen Facultät der Universität 
Berlin Generalarzt a. D. Dr. Trautmann ist der Charakter als Geheimer 
Medicinalrath verliehen. 

Prof. Dr. A. Guttstadt ist zum Ersatz des durch den Tod aus¬ 
geschiedenen Geheimen Sanitätsraths Dr. S. Guttmann in die Bibliothek¬ 
commission der Berliner medicinischen Gesellschaft gewählt. 

— Die zur Neugestaltung des Berliner Rettungswesens von 
den Berliner Aerzten erwählte Commission hat in Gemeinschaft mit dem 
„Centralausschuss zur Neugestaltung dos Berliner Rettungs wesens“ weitere 
Schritte zum Ausbau desselben gethan, so ist u. a. ein gemeinsames Vor¬ 
gehen mit. den städtischen Behörden, Feuerwehr u. s. w. angebahnt worden. 
— Der vereinigte Ausschuss ist der Meinung, dass die von mehreren Seiten, 
z. B. von einzelnen Berufsgenossenschaften (Unfallstationen) ins Lebens ge¬ 
rufenen und noch in Aussicht genommenen Einrichtungen dem wirklichen 
Bedürfniss in keiner Weise genügen. Es sind übrigens Uber diese Ein¬ 
richtungen in letzter Zeit einige Notizen zur öffentlichen Kenntniss ge¬ 
langt, die geeignet sind, über die thatsächlichen Verhältnisse unrichtige 
Vorstellungen zu erwecken; eine aufklärendo Richtigstellung wird seitens 
des genannten Ausschusses in Bälde erfolgen. 

Marburg. Der Vorsteher der chemischen Abtheilung am physio¬ 
logischen Institut der Universität Berlin, Prof. Dr. A. Kos sei, ist als 
Professor der Hygiene nach Marburg berufen. 

Wien. In dem Arkadenhofe der Universität Wien wird ein 
Denkmal Theodor Billroth’s errichtet werden, welches dessen Familie 
gewidmet hat. Das Professorencollegium der medicinischen Facultät hat 
ferner beschlossen, für Skoda und Rokitansky Denkmäler ira Arkaden¬ 
hofe zu errichten. 

. Dr. Weissenberg, Badearzt in Kolberg, wird im Winter in 
Nervi prakticiren. 

“ -^ e r Verein hessischer Aerzte hat seinen Jahresbericht für 
aas Jahr 1894 erscheinen lassen. Demselben ist diesmal anlässlich der 
^ “0* October v. J. begangenen Feier des fünfzigjährigen Be¬ 
stehens des \ ereins ein Anhang beigegeben, der einen interessanten 
Rückblick auf die Thätigkeit desselben während der fünfzig Jahre seines 
Bestehens von Geheimrath Dr. Eigenbrodt und ein vollständiges Mit- 
gliederverzeichniss dos Vereins während dieser Periode enthält. 

. “ Auch in England macht sich die Uehorfüllung des ärztlichen 

btandeB immer mehr fühlbar. Nach dem „Medical Directory“ (Verlag 
von J. & A. Churchill) — dem englischen Reichs-Medicinalkalender — 
aie Zahl der augenblicklich in Grossbritannien prakticirenden Aerzte 
32 590 gegerf«8l772 im Jahre 1894 und 30 759 im Jahre 1893, das be- 
deutet eine Zunahme von 818, bezw. 1013 in den beiden Jahren. Von 

^0 Aerzten entfallen 5742 (5570 im Vorjahre) auf London, 15313 
(14 897) auf die Provinzen, 3224 (3107) auf Schottland, 2511 (2485) auf 
Irland, der Rest auf die Colonieen, Militär, Marine etc. Die „Lancet“ 
prognosticirt aus diesen Thatsachen eine demnächstige Abnahme des 
Studiums der Medicin. 

~ Zur medicinischen Publicistik. Die von Prof. W. F. Loe- 
bisch redegirte „Medicinisch-chirurgische Rundschau“ erscheint seit dem 
1. Januar d. J. unter dem Titel „Die Therapie der Gegenwart, medi¬ 
cinisch-chirurgische Rundschau für praktische Aerzte“ in veränderter Ge¬ 
staltung. Die neue Zeitschrift stellt sich die Aufgabe, die auf allen Gebieten 
der praktischen Heilkunde sich geltend machenden Fortschritte der Therapie 
dem Leser in kritischer Auswahl und rasch zu Uber mittein. Die alphabetische 
Anordnung der Artikel fördert die Uebersichtlichkeit in hohem Maasse. 
t U n iversität6D. Tübingen. Der Assistent am physiologischen 

Institut Dr. W. Nagel hat sich als Privatdocent für Physiologie habilitirt. 


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Original fro-rri 

UNIVERSITY OF MICHIGAN 




Donnerstag 


JV S. 


31. Januar 1895. 


DEUTSCHE 

MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 

Mit Berücksichtigung des deutschen Medicinalwesens nach amtlichen Mittheilungen, der öffent¬ 
lichen Gesundheitspflege und der Interessen des ärztlichen Standes . 0 

Begründet von Dr. Paul Börner. 


Einundzwanzigster Jahrgang. 


Verantwortlicher Redactenr: Prof. Dr. A. Eulenborg, Berlin. - Verlag: Georg TWeme, Leipzig-Berlin. 

Llchtonsteinallee 3. Postadresse: Leipzig, Seebnrgstr. 31 . 


L Einige neuere Ergebnisse aus dem Gebiete 
der Sinnesphysiologie. 

Von Prof. Dr. P. Grützner in Tübingen. 

Indem ich an dieser SteUe wesentlich für den Kreis der Aerzte 
einige mir allgemein wichtig scheinende Untersuchungen aus dem 
Gebiete der Sinnesphysiologie berichte, möchte ich gleich voraus¬ 
schicken, dass, soweit mir über diese oder ähnliche Thatsachen 
Erfahrungen zur Seite stehen, ich mich nicht bloss referirend, son¬ 
dern auch kritisirend verhalten will. 

Das wichtigste und verbreitetste aller sogenannten Gern ein¬ 
zeln nie dürfte dasjenige des Schmerzes sein. Der Schmerz 
wie alle anderen Gemeingefühle werden, wie Ernst Heinrich 
Weber m semem klassischen Artikel „Der Tastsinn und das Ge- 
memgefuhl in Wagner’s Handwörterbuch der Physiologie, Bd. 3 
auseinandersetzt, als Zustände unseres eigenen Körpers aufgefasst’ 
!L ¥er ? e ° i ubjcc f iTirt ' während ähnliche, ja vielleicht in ihrem 
Sf l“ o" ergl6Werth S r3ss ® ro Erregungen anderer Nerven, der 
S , r. SllmesnerT ? n wie d9s °P tious und Acusticus, von uns 
(lern dieser oder ihrer Endorgane empfunden, son- 

raäsiüitr der uns um S e beDden Aussenwelt zwangs- 

massig gedeutet, d. h. objectivirt werden. 

«itehf 1 i ^ allgemein herrschenden Ansichten ent- 

Wiblen Kfi^ erZhafto ^ mpflndUIlg d(um ' wenn ü 8 en,i welche 
lanm auf uns , er ® s ^ flr Pers ausreichend stark und ausreichend 
j' Lh LpfS ° he Art ® Te « t werden. Je d w sensible Nerv, 
na^entUrt Lf f TCrmittelt also bei schwacher Erregung 
die sMrifltl^Qi ErregUng fi T seinen epeeiflsehen Endorganen aus, 
ft s P t !™ S S 8 r PfiadUag '. W sehr starker dagegen Schmers 
^ iedf an ^H f „ Wahr l Chei,ll i ch ’ dass ”>ehrere Erregungen, 
braucht hinler»i?. d „/ Qr - S '? b nocb . keinen Schmerz zu erzeugen 
können mander 81c h summiren und Schmerzen auslösen 


und neu°erdi^ v A p ffaSSU ^. 18 ^ " un Tor eini & er Zeit Ch. Eichet 
Empfindungen^ Ge ? h i e md Verhältniss zu den 

Schmerzes g BerichT« P ^l °n d J? eiträ £ e zur Physiologie des 
Phys. Clas'se f 6 * 8 + ch f’ Gesellsch - der Wissensch., mathem.- 
des Gesetzes von u ^ e !j et ? n ’ welcher in weiterer Verfolgung 
der Ansicht gelang . , sp ® cifische ^ Energie jedweder Nervenfaser zu 
Binne8nerven g niemals Sta i’ k ? Erre gung der speciflschen 

die Erregung des ODti™a^ erZ T?? ndung führt ’ 80ndern ' sowie 
Acnsticn^ 1 nur Seh^IennröndmT Llchtem P find nng, diejenige des 
sondere Nerven * du <5 & u * 8 * w * veran lasst, es auch be- 

regung lediglich Schmerz nerven giebt, deren Er¬ 

wächst nach in del^FW e ^ Z ® agt ‘ Die ^ e Nerven weist v. Frey 
Punkten, w 0 di e basao^’ ^ n ^ em er dass an allen jenen 

di * zweckmässig- mit ^“^nerveä nicht vorhanden sind, 
spitzigen Nadeln nl!Lw g ? oder Seife erweichte Haut mit kleinen 
^merz entsteht wer den kann, ohne dass irgend wie 

unzweifelhafter Weise « ers *’ und zwar in ganz bestimmter, 
^chmerzpunkte wfmw W ? m von der Nadel sogenannte 

gereizt werden. Aifnh 60 Und < ^ e . 8 P ec idschen Schmerznerven 
“~~3 cm langen HaAron ^ man mit mellr °der weniger steifen, 
ve fr die Haut a Su dl ^ 8enkr0cht auf die Haut aufgesetzt 
I. Erey unterscheidet hi’ koD ! mt man zu denselben Ergebnissen. 
^ ^punkte, die nur der Haut *) Wärmepunkte, 

*** werden; 3) Drucknn^h + Ch ^ änne ’ beziehungsweise Kälte er- 
> Eckpunkte, die meistens in der Nähe der Haar¬ 


bälge geiegen ausschliesslich Druckempfindung auslösen, und 

nw? 1 ^? 01 !? 13 - 1111 ?« e i’ wel °he durch die Lage derHaarbälgo nicht be¬ 
einflusst, bei stärkeren Reizen lediglich Schmerz erzeugen 

Goldscheider (Ueber den Schmerz, Berlin 1894), dem wir 
nn Verein mit Büx die fundamentale Entdeckung der Kalt- und 
Warmpuntte auf der Haut verdanken, theilt den Standpunkt von 
v. b rey nicht vollkommen. Zunächst sind beide darin einig, dass 
Reizung der Temperaturpunkte mit Nadelstichen schmerzlos ist 
ferner, was Goldscheider schon früher beobachtet hatte, dass es 
gewisse Punkte in der Haut giebt, deren Berührung mit spitzen 
Gegenständen un Vergleich mit anderen Hautstellen sogleich das 
Gefühl eines Stiches und bei Verstärkung des Druckes ein unan- 
genehm lanzinirendes Stechen oder ein schmerzhaft drückendes 
Gefühl auslöst. Auch lokalisirte Reizung mit schwachen fara- 
dischen Strömen lässt diese „Schmerzpunkfce“ deutlich erkennen. 

Goldscheider sieht aber in diesen Schmerzpunkten nicht die 
Endigungen specifischer Schmerznerven, sondern mehr zufällige 
Anordnungen sensibler Nerven, die durch einen Stich ganz beson¬ 
ders stark oder in bedeutender Anzahl getroffen werden und da¬ 
durch Schmerz auslösen können. 

Ich muss sagen, dass mir diese Auffassung natürlicher er¬ 
scheint, als die Annahme besonderer Schmerznerven. Zunächst 
wiederholen sich hier im Kleinen doch wohl ganz ähnliche Ver¬ 
hältnisse, wie im Grossen. Nehmen wir einmal an, wir durch¬ 
stächen mit einer grösseren Nadel die Haut unseres Gesichtes oder 
führten zwei sehr nahegelegene Elektroden eines Induotions- 
apparates über dieselbe, so würden wir an den Stellen, wo viele 
sensible Nerven vereinigt sind, heftigste Schmerzen empfinden, an 
anderen dagegen sehr geringe oder gar keine, nebenbei bemerkt 
eine Thatsache, welche für Kältereizung bereits von E. H. Weber 
festgestellt worden ist. — Warum sollte es im Kleinen nicht 
ebenso sein? 

Des weiteren bemerkt Goldscheider, dass eben die Druck¬ 
punkte auch schmerzhaft sein können, sowie dass es Organe, z. B. 
das Peritoneum, giebt, die für gewöhnlich niemals schmerzen, son¬ 
dern erst in dem Zustande der Entzündung heftige Schmerzen 
auslösen. „Die Hypothese von den Schmerznerven würde also be¬ 
haupten, dass es nervöse Apparate gebe, deren Function lediglich 
für krankhafte Zustände angepasst sei.“ 

Dine weitere Frage ist nun die: Vermittelt starke Erregung 
der speciflschen Sinnesnerven Schmerzen, oder wird immer nur die 
speciflsche, vielleicht auch gar keine Empfindung durch derartige 
inadäquate Reizungen ausgelöst? Zunächst ist soviel über allen 
Zweifel erhaben, dass bestimmte Erregungen verschiedener speci¬ 
fischer Sinnesnerven und ihrer Endapparate, sowie der Endapparate 
für sich, und wohl auch der Nerven für sich durch inadäquate 
Reize zu den speciflschen Sinnesempfindüngen Veranlassung geben. 
Durch Druck auf den Augapfel erzeugen wir eine Lichtempfindung. 
Bei kräftigem Vorwärtsschieben des Unterkiefers (worauf auch ge¬ 
legentlich Herr Prof. Heidenhain aufmerksam machte) hören wir 
einen hohen singenden Ton, obwohl weder Licht noch Schall die 
entsprechenden Sinnesorgane getroffen hat. Aehnliches gilt für die 
elektrische Reizung. Ob nun entsprechende Verstärkung dieser 
oder anderer Reize, die ledigHch die Sinnesnerven treffen, Schmer¬ 
zen erzeugt, darauf müssen wir, glaube ich, mit einem Ignoramus 
antworten. 

Jeder Nervenstamm enthält ja so unendlich viele verschiedene 
einzelne Nervenfasern, dass eine isolirte Reizung specifischer Fasern 
überhaupt gär nicht möglich ist. Wenn nun aber eine starke Rei- 


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UNIVERSETY OF MICHIGAN 





70 DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT . No. 5 


zung specifischer Sinnesnerven und deren Endapparate, wie z. B. 
das Einstechen von Nadeln in Temperaturpunkto der Haut, keine 
speeifische Empfindung, ja vielleicht so gut wie gar keine Empfin¬ 
dung erzeugt, wenn die Durchschneidung des Nervus opticus keine 
Lichtempfindung auslöst, was behauptet worden ist, würden diese 
Thatsachen dagegen sprechen, dass diese Nerven unter anderen 
Umständen nicht doch Schmerzen auslösen könnten? Ich glaube 
keineswegs. Und ich möchte da an meine vielfältigen Versuche 
(Pflüger’s Archiv Bd. 53 und Bd. 58) erinnern, welche ergeben 
haben, dass ein und dieselben Heize auf verschiedene Nerven ausser¬ 
ordentlich verschieden wirken, so weit man eben die Wirkung an 
den Endapparaten nach weisen kann. Lösungen von Kalisalzen er¬ 
regen beispielsweise motorische Nerven nicht, oder richtiger aus- 
gedrückt, die durch die Kalisalze in den motorischen Nerven ge¬ 
setzte Erregung ist nicht imstande, die Muskeln zu einer Zu- 
sammenziekung zu bringen, wohl aber erzeugen dieselben Kalisalz- 
lösungen, auf sensible Nerven gebracht, intensiven Schmerz. Ganz 
ähnliche Erscheinungen kann man bei vielen anderen Heizungsailen 
beobachten. Es sind also die verschiedenen Nerven, oder besser 
gesagt ihre Endapparate auf sehr verschiedene Heizarten abge¬ 
stimmt, auch wenn auf dem Wege der zuleitenden Nerven die ver¬ 
schiedensten Reize stets in ganz gleicher Weise zu den End¬ 
apparaten geleitet würden, die Nerven selbst also verhältnissmässig 
indifferent oder gleichartig sich verhielten. 

Wenn nun aber irgend welche Verschiedenheiten in den 
Nervenstämmen selbst vorhanden sind, so dass der eine Nerven¬ 
stamm vielleicht besser schnell ansteigende, ein anderer besser 
langsam ansteigende Reize aufnimmt (was sicher bei verschiedenen 
Nerven der Fall ist), so müssten wohl die specifischen Sinnes¬ 
nerven am allermeisten derartige Verschiedenheiten darbieten; 
denn sie werden doch aller Wahrscheinlichkeit nach jeder in ganz 
besondererWeisein physiologische Erregung versetzt, der Acusticus 
z. B. anders als der Opticus, und dieser wieder anders als ein 
Tastnerv und so fort. Es wäre also gar nicht wunderbar, wenn 
sie auf andere als ihre adäquaten Reize überhaupt gar nicht 
reagirten, was ja in der That vielfach der Fall zu sein scheint. 
Das schliesst aber, wie ich glaube, keineswegs die Möglichkeit aus, 
dass sie, in bestimmter, von uns künstlich noch nicht herstellbarer 
Weise erregt, Schmerzempfindungen auslösen können. 

Ich möchte hier auf einen ganz einfachen Versuch aufmerksam 
machen, der mir noch nicht die genügende Beachtung gefunden 
zu haben scheint. Wenn einem durch Druck auf den Hüftnerv 
das Bein eingeschlafen ist, so wird eine einfache Berührung der 
Fusssohle beim Aufsetzen des Fusses schmerzhaft empfunden, wäh¬ 
rend natürlich sonst das Aufsetzen des Fusses vollkommen schmerzlos 
ist. Derselbe, früher vollkommen schmerzlose Reiz löst also jetzt 
einen heftigen Schmerz aus, offenbar weil er eine in besonderer, 
uns unbekannter Weise (durch den Druck) beeinflusste Nerven¬ 
stelle, die übrigens weit von dem Reizort entfernt ist, zu passiren 
hat. Oder sollten jetzt plötzlich infolge jenes Druckes auf den 
Nervenstamm wesentlich die Schmerzfasern durch jenen Berüh¬ 
rungsreiz der Fusssohle erregt bezw. leitungsfähig werden, während 
sie das vordem nicht waren? Die Fragte ist schwer zu entscheiden, 
jedenfalls zeigt uns diese Thatsache, dass ein ganz harmloser Reiz 
bei einer besonderen Stimmung des Nervenstammes sich so ver¬ 
ändern kann, dass er Schmerzen auslöst, ohne dass das Central¬ 
organ dabei irgendwie betheiligt ist; falls man nicht annehmen 
wollte, dass ein massiger Druck auf den Hüftnerven das Central¬ 
organ in erhöhte Erregbarkeit versetzt. 

Dies führt uns nun — ohne dass wir hier in Einzelheiten 
eintreten können — auf die centralen Ursachen des Schmerzes. 
Nach v. Frey müsste (was er zwar selbst nicht, wohl aber Rieh et 
[Recherches sur la sensibilitö, Paris 1877], der ebenfalls besondere 
Schmerznerven annimmt, bestimmt ausspricht) im Gehirn ein eigenes 
Schmerzcentrum existiren, in welches die Schmerznerven eintreten 
und das eben bei Erregung derselben uns schmerzhafte Sensationen 
vermittelte. Die Mehrzahl der Physiologen fasst wohl aber die 
Entstehung des Schmerzes so auf, dass eine in einem beliebigen 
sensiblen Nerv vorhandene Erregung nicht in diesem bleibt, son¬ 
dern gleich einem Fluss, der bei einer Ueberschwemmung aus 
seinem Bette heraustritt, so bei dem Durchgang durch die graue 
Substanz in dieser sich ausbreitet und die daselbst befindlichen 
Ganglienzellen erregt. Diese, gleich Apparaten mit Energievor- 
räthen, etwa kleinen Pulverfässchen, breiten noch auf eigene Faust, 
wenn man so sagen darf, die Erregung weiter aus, so dass, wenn 
überhaupt einmal ein Herausspringen aus der Leitung erfolgt ist, 
dann eine Beschränkung und begrenzte Lokalisation erschwert 
wird. Alle heftigeren und selbst ganz geringfügige Schmerzen 
haben wenn diese nur lange genug anhalten, die Tendenz sich 
auszubreiten und „auszustrahlen“. Mir persönlich sagt diese Auf¬ 
fassung deshalb besonders zu, weil wir ja ganz ähnliche Vorgänge 
auch in den motorischen Gebieten kennen. Ich brauche ja nur an 


die Wirkung des Strychnins zu erinnern. Ein Reiz, der vom Central¬ 
organ kommend, in irgend eine motorische Nervenfaser eintritt 
und sonst in dieser verbleibt, bricht infolge von Strychninvergif- 
tung gewissermaassen auch aus und breitet sich in den Ganglien¬ 
zellen auf viele Nerven aus. Statt der Bewegung eines Muskels 
sehen wir die ungeordnete Bewegung vieler, sehen wir einen all¬ 
gemeinen Krampf. 

Wie schon oben mitgetheilt, streben die neueren Arbeiten 
über die Physiologie der Sinnesnerven mehrfach danach, das Ge¬ 
setz von der specifischen Energie der Nervenfasern zu erweitern. 
Während bekanntlich Joh. Müller (Handbuch der Physiologie 
Bd. 1, S. 667, 1849) die für die gesammte Lehre von den Em¬ 
pfindungen grundlegende, noch jetzt durchaus gültige Anschauung 
entwickelte, dass die Empfindung nicht bestehe in einer „Leitung 
einer Qualität oder eines Zustandes der äusseren Körper zum Be¬ 
wusstsein, sondern in einer Leitung eines Zustandes unserer 
Nerven zum Bewusstsein, der durch eine äussere Ursache ver¬ 
anlasst sei“, während er weiter diesen Norven, da sie durch die 
verschiedensten Ursachen erregt, immer ihre specifischen Empfin¬ 
dungen, der Opticus z. B. Licht-, der Acusticus Gehörempfindung 
auslösten, „gewisse unveräusserliche Kräfte oder Qualitäten“ zu¬ 
schrieb, ist man heute geneigt, die Nerven als ziemlich gleicli- 
werthige und gleichartige Leitungsorgane anzusehen, die nur da¬ 
durch eine speeifische Energie gewinnen, dass sie in besondere 
centrale Apparate einmünden. Das steht nun meines Erachtens 
durchaus in keinem Widerspruch mit der Müller’schen Auffassung; 
denn die „gewisse unveräusserliche Kraft oder Qualität“ eines 
Sinnesnerven ist eben seine Endigung in feinem specifischen Central¬ 
organ. Wird dieses auf irgend eine Weise, auch aus sich selbst 
heraus, wie bei Hallueinationen, erregt, so haben wir die ent¬ 
sprechende Empfindung; tritt die Erregung von aussen auf irgend 
einem nervösen Wege heran, so haben wir im wesentlichen die¬ 
selbe, wenn auch vielleicht der Art oder Grösse nach verschiedene 
Empfindung. — „Bei über Kreuz verheilten Seh- und Hörnerven 
hörten wir, falls der Versuch gut gelänge, mit dem Auge den 
Blitz als Knall und sähen mit dem Ohr den Donner als Reihe 
von Lichteindrücken“, sagt du Bois-Reymond (Ueber die Grenzen 
des Naturerkennens, Leipzig 1882) in schöner, die Sache scharf 
charakterisirender Weise. 

Es liegen nun auch jetzt, wie Bernstein (Pflüger’s Archiv 
Bd. 57, S. 488) mit Recht ausführt, noch keine Thatsachen vor, 
welche die Lehre von der specifischen Energie zu erschüttern ver¬ 
mögen, die, zwar durchaus kein unumstössliches Dogma, doch 
der Physiologie noch lange Zeit als sichere Richtschnur dienen 
wird. Während nun diese Lehre darauf hinausläuft, dass in dem 
Centralorgan, in welches ja die verschiedenen sensiblen Nerven 
einmünden, auch ausserordentlich viele und dem Ort und der Art 
nach verschiedene centrale Apparate oder Ganglienzellen vor¬ 
handen sein müssen, deren jede in ziemlich gleicher Art, wenn 
auch in verschiedener Stärke erregt wird, so ist doch auch eine 
zweite Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, nämlich die, 
dass ein und dieselbe Nervenfaser durch verschiedene äussere Reize, 
sei es unmittelbar oder mittelbar von ihrem Endapparat erregt, 
diese ihre verschiedene Erregung in ein und dieselbe Ganglienzelle 
hineinleitete. Je nach der Verschiedenheit der Erregung würde 
dann auch die Empfindung eine verehiedene sein; träfe Licht den 
Nerv, beziehungsweise sein Endorgan, so würde das Geschöpf Licht 
empfinden, träfe ihn eine mechanische Erschütterung, so würde 
diese wahrgenommen und so fort. Die Lehre von den specifischen 
Energieen fordert also viele nervöse Apparate, einem Klavier ver¬ 
gleichbar mit seinen vielen Saiten, deren jede angeschlagen oder 
durch Resonanz in Mitschwingungen versetzt, immer nur denselben, 
mehr oder weniger lauten Klang giebt. Die andere Auffassung 
wäre einer einzigen Membran vergleichbar, die ähnlich dem Trommel¬ 
fell auf hohe und tiefe Töne gleich gut anspricht und in Mit¬ 
schwingungen versetzt wird. Dort brauchten wir sehr viele Fasern, 
beziehungsweise Ganglienzellen, von denen aber jede, sozusagen, 
nicht viel zu lernen hätte; denn jede von ihnen pfeift immer nur 
ein und dasselbe Lied. Hier würden wenige Ganglienzellen genügen, 
jede aber viele Melodieen beherrschen müssen. 

Es entsteht nun die Frage, ob auch diese zweite Einrichtung 
sich in dem menschlichen Körper, beziehungsweise in dem der 
Thiere verwirklicht findet. Von verschiedenen Forschern, nament¬ 
lich von Zoologen (Häckel), ist dies angenommen worden. Neuer¬ 
dings hat Nagel (Bibliotheca geologica 1894, Heft 18 und Pflüger’s 
Archiv Bd. 57) eingehende und umfassende Untersuchungen über 
derartige Sinnesorgane an niederen Thieren angestellt, die er 
Wechselsinnesorgane zu nennen vorschlägt, weil sie wechselweise 
mehreren Sinnen zugleich als Organ dienen. Ob nun hier aber 
wirklich ein und dieselbe Nervenfaser, beziehungsweise ihr End¬ 
apparat durch ganz verschiedene Reize in verschiedener Weise er¬ 
regt wird und diese verschiedenen Erregungen einer Ganglienzelle 


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31 Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


71 


zuleitet, ist meines Erachtens so lange eine offene Frage, bis man 
das eben zu beweisen imstande ist. Vorläufig kann man nur sagen, 
dass bestimmte Körpertheile eines niederen Thieres nicht bloss auf 
einen, sondern auf mehrere Sinnesreize reagiren. Aber das thut 
auch unsere Haut; denn ein kleiner Bezirk derselben — wenn er 
eben nicht gar zu klein ist — empfindet auch Kalt und Warm, 
Druck und Schmerz, und doch sollen in diesem kleinen Bezirk 
viererlei verschiedene Nerven vorhanden sein. Ich glaube, vom 
anatomischen Standpunkt wird man vielleicht aus der grösseren oder 
geringeren Menge von Nervenfasern und Ganglienzellen auf das 
Vorhandensein von specifischen Sinnesorganen oder von Wechsel- 
sinnesorganen einen, wenn auch natürlich keineswegs sicheren 
Schluss ziehen dürfen. Der anatomischen Prüfung scheint mir die 
Angelegenheit jedenfalls werth. 

An dieser Stelle sei noch auf die praktisch gewiss sehr wich¬ 
tigen und theoretisch höchst interessanten Studien und Versuche 
von L. Schleich (Schmerzlose Operationen, Berlin 1892) hinge¬ 
wiesen. Durch vielfache Bemühungen ist es ihm gelungen, eine 
lokale Anästhesie zu erzeugen, die ohne jede Gefahr vollkommen 
sicher wirkt und ausreichend lange anhält, um Operationen völlig 
schmerzlos auszuführen. Sie besteht im wesentlichen darin, dass 
man eine bestimmte Lösung intracutan (nicht subcutan) mit einer 
Pravaz schen Spritze einspritzt. Die Spritze steht hierbei parallel 
zur Haut und wird nur bis zur Verdeckung des Canülenschlitzes 
(also ziemlich oberflächlich) eingeführt. Durch das Einpressen von 
Flüssigkeit entsteht eine Quaddel, die völlig unempfindlich ist. An 
diese Quaddel anschliessend erzeugt man eine zweite, dritte u. s. w 
und kann auf diese Weise einen ziemlich grossen Hautbezirk völlig 
unempfindlich für Schmerzen machen. Die verwendete Flüssigkeit 
besteht aus Cocain, mur. 0,2 

Morph, mur. 0,025 
Natr. chlor. 0,2 

Aqu. destillat. 100,0 

Acid. carbol. (5%) gtt. 2. 

ist beachtenswert, dass physiologische Kochsalzlösung von 
0.6 % nicht anästhetisch wirkt, wenn man mit ihr die betreffenden 
Quaddeln erzeugt. Ganz schwache Kochsalzlösung von 0,2 °/o für 
r>ich, sowie reines Wasser wirken anästhetisch, erzeugen aber vorher, 
namentlich letzteres, starken Schmerz oder schmerzhafte Spannungen’ 
während der Zusatz jener äusserst geringen Mengen von Cocain 
und Morphium überhaupt gar keinen Schmerz, auch am Anfang 
nicht, entstehen lässt. Wir haben also hier sowohl eine mechanische, 
wie eme chemische Wirkung vor uns, welche die ergriffenen 
.Nervenstämme unerregbar macht, so dass man sie nachher schmerz¬ 
los durchsc-hneiden kann 


Der oben erwähnte weitere Ausbau des Gesetzes von den 
statischen Energieen ist nun, abgesehen von den bekannten An- 
p | UUD £ en Helmkoltz über die Wahrnehmung einzelner 
’ arten und Töne, zunächst zu finden in den Kalte und Warm- 
punjuen, beziehungsweise Nerven der Haut, von denen also nach 
St ? , von Ölix und Goldscheider die ersteren nur durch 
in'rfa« e*! e ^ eren nur dur °b Wärme erregt werden, dann weiter 
und r v merz Pp^ n beziehungsweise Schmerznerven von Richet 
in oi rey t T ei ^ r sehliesslich auf dem Gebiete des Geschmackes 
ü nd sor ^ältigen Arbeit von Oehrwall 
Arbeit w«» u Pd ; 1).. Der wesentliche Inhalt dieser 
L; 'p dann ’ da ? s verschiedene Papillen der Zungenspitze 
schmarVeonf ?*! zun S mit befeuchteten Pinseln verschiedene Ge- 
mit 'in,Wnn P ndu £? en vermittele, indem mit den einen nur Saures, 
anderen üUrh W , Blttere . s odes Süsses geschmeckt wird, mit noch 
Vziehiiiu^uS UP ir g ?! r nicb J t geschmeckt, sondern nur die Berührung 
Keizunir und ^ arm gefühlt wird. Isolirte elektrische 

der Anode Pa P lllen erzeugte ausser dem Gefühl von Hitze an 
falls neben Gesc b? ack > an der Kathode dagegen eben- 

Empfindun^ ÜW . von Hitze (seltener demjenigen kühlender 
Bptrpft i rzu S sw eise süssen und bittem Geschmack, 
hier die RemJi? sog ! nann ^ en elektrischen Geschmackes sei 
um fine unmit+piK^ 01n gesehaltet, dass es sich hierbei sicher nicht 
andern um ar ® p\ e ^ tr isehe Erregung der Geschmacksnerven, 
beziehuno-swei-P ^ lr ^ 1 ^J les Schmecken der Elektrolyte, der Säure 
^reichen 5 der bande1 ?* Stum P ft , man durch Be- 

iifschmackemnfin/ enSpi i? ndfc zwe iprocentiger Cocainlösung alle 
und anderen elektttefh vo iJ sfcä “ di ff ab » 80 erzeugt nach Oehrwall 
ein Gefühl von uu Sche Hurchströmung der Zunge dann lediglich 
-ocainisirte 7 m.™ ?? keine Geschmacksempfindung. Die 

0®hnÄ hl ? lbt an< * far Wärme empfindlich, 

"eise Endanmeotn ?- S0 ^ ene ^ verschiedene Nerven, beziehungs- 
"tanzen anzunphm«n F tv 8ÜSS " oder bitterschmeckende Sub- 
-Abschnitte dpr 7 „« ‘ P 1 ? bekannte Thatsache, dass die vorderen 
Hinteren datrewn gG , '? Wß item besser Saures als Bitteres, die 
,lip ' 01 Annahme ~^? G P GU ^ w ?sentlich Bitteres schmecken, scheint 


günstig zu sein. 


h«,n!f e w dingS ^ at o a V- Un aber neben dem C °cain noch einen 
höchst interessanten Stoff in den Blättern von Gymnema svlvestre 
einem ostindischen Schlinggewächs aus der FamüÄ AsklS 
d J® s ® g . en ^ te Gymnemasäure aufgefunden, welche in höchst 
eigenthumlicher Weise den Geschmack beeinflusst. Schon Hooper 
später Shore (The Journal of anat. and physiol., Tom 18 S 1911 
und andere überzeugten sich von der Richtigkeit der Angabe dass 
wenn man die getrockneten Blätter besagter Pflanze einige Zeit im 
Munde zerkaut, dann der Geschmack des Süssen auf dem von dem 
Safte der Blätter berührten Theil der Zunge vollständig ver¬ 
schwindet. Ich habe an mir und vielen anderen Personen diesen 
geradezu verblüffenden Versuch stets mit dem gleichen Ergebniss 
angestellt. Nachdem man eine kleine Menge der ein wenig bitter- 
lich scharfschmeckenden Blätter zerkaut und den Ueberrest aus 
dem Munde entfernt hat, ist Zucker ohne jeden Geschmack. Man 
glaubt ein vollständig geschmackloses Pulver zu zerkauen Süss- 
lidi-säuerlicke Früchtegelees, wie z. B. diejenigen von Quitten 
schmecken, weil ihnen jede Süssigkeit fehlt, so eigenthümlich wider¬ 
lich, dass ich sie nicht zu essen vermochte. 

Nach Hooper und namentlich nach Shore wirkt die Gym- 
nemasäure, wenn auch in viel geringerem Maasse und viel lang¬ 
samer auch auf die Empfindung des Bitteren, die ebenfaUs unter¬ 
drückt wird, während Bfrührungs- und Schraerzempfindung, sowie 
der Geschmack von salzigen und sauren Stoffen so gut wie gar 
nicht verändert wird. Hiernach stellt sich auch Shore auf den 
Standpunkt specifisch verschiedener Geschmacksnerven und End¬ 
apparate, und nimmt eben an, dass Gymnema wesentlich die durch 
rein süsse oder rein bittere Substanzen erregten Endigungen lähmt, 
die anderen aber unberührt lässt. 


Wie aber schon angedeutet, ist die Lehre von den specifischen 
Energieen der einzelnen Nerven am eingehendsten entwickelt in der 
von Helmholtz begründeten Hypothese über die Wahrnehmung 
einzelner Töne und Tongemische. Denn die Membrana basilaris 
der Schnecke soll hiernach gleich einer Harfe mit einer grossen 
Menge von Saiten, so mit einer grossen Menge von Resonatoren 
ausgestattet sein, die auf die verschiedensten Töne abgestimmt 
sind. Die ganze Membrana basilaris kann man sich nach Hensen, 
weil sie von der Mitte der Schnecke nach der Peripherie gespannt 
ist, als eine grosse Summe derartiger allerdings sehr kurzer Saiten 
vorstellen. Ein Ton von bestimmter Höhe setzt den entsprechenden 
Theil der Membrana basilaris in Mitschwingung, und diese Schwingung 
erregt den von diesem Theil der Membrana basilaris ausgehenden 
Nerven. Ein anderer Ton, der auch zu gleicher Zeit mit dem ersten 
angegeben werden kann, bringt einen anderen Theil der Membrana 
basilaris in Mitsckwingung, wodurch ein anderer, von diesem Theil 
ausgehender Nerv gereizt wird. Jeder verschiedene Ton erregt 
also mittelbar einen besonderen Nerven, und zwar schwingen die 
oberen Theile der Membrana basilaris (wenn man sicli die Schnecke 
mit ihrer Spitze nach oben gerichtet denkt) wesentlich hei den 
tiefen, die unteren bei den höheren Tönen, wofür anatomische, 
experimentelle und pathologische Thatsachen sprechen. 

Diese geradezu grossartige und überzeugende Hypothese, welche 
alle bis jetzt auf dem Gebiete der Tonempfindungen bekannten 
Thatsachen erklären konnte, scheint indess eine Thatsache nicht 
erklären zu können, nämlich das Hören der sogenannten Differenz¬ 
töne. Helmholtz erklärte das Zustandekommen dieser und der 
von ihm entdeckten Summationstöne — ohne dass ich hier auf 
Einzelheiten eingehen kann — im wesentlichen in der Weise, dass 
wenn zwei hohe und ausreichend starke Töne zu gleicher Zeit er¬ 
klingen, dann objectiv ausserhalb unseres Ohres diese Diflerenz- 
und Summationstöne erzeugt werden und dann von uns gehört 
werden können. 

Nun kann man aber, wie unter anderen König und Hermann 
(Pflüger’s Archiv Bd. 49 und 56) zeigten, die Differenztöne auch 
ganz deutlich hören bei schwachen primären Tönen, wie die¬ 
jenigen von Stimmgabeln. Von allen uns bekannten Resonatoren 
(auch denjenigen in unserm Ohr) würden aber durch die beiden 
primären Töne von, sagen wir m- und n-Schwingungen, nur die 
beiden ihnen zugehörigen Resonatoren von m- und n-Schwingungen, 
aber nicht der Resonator, der auf m- und n-Schwingungen resonirt, 
zum Mitklingen gebracht werden können. Da man nun aber tliat- 
sächlich diesen Differenzton hört, so muss man eben, wenn man 
nicht die ganze Resonatorenhypothese über den Haufen werfen 
will, annehmen, dass der Resonator von m-n-Schwingungen in Mit- 
schwingung versetzt worden ist. Wie ist das aber möglich? Nun, 
wenn man die Schwingungen der Luft bei dem Zusammenklang 
der beiden Töne von m- und n-Schwingungen genau untersucht 
und sie namentlich graphisch darstellt, so sieht man, dass thate 
sächlich m-n-mal in der Secundo ein Wellenberg des einen Tones 
genau auf einen Wellenberg des anderen Tones trifft, also eine 
Verstärkung der Gehörsempfindung eintreten muss. Aehnliches 
gilt natürlich von den Wellenthälern, was dann zu einer Schwächung 


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Original fro-rri 

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DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


72 


No. 5 


der Gehörsempfindung führt. Diese periodische Zu- und Abnahme 
der Klangmassen, welche m-n-mal in der Secunde erfolgt und die 
hei langsamerer Folge unter dem Namen der Stösse längst bekannt 
ist, erzeugt also, wie schon Young und Tartini annahmen, den 
Differenzton. 

Damit ist aber immer noch nicht erklärt, warum durch dieses 
in-n-mal in der Secunde erfolgende Zu- und Abschwellen der Ton¬ 
massen der Resonator in unserem Ohr, das eben auf m-n- 
Schwingungen antwortet, in Erregung versetzt wird. Um dieses 
zu verstehen, macht Hermann zu der Helmholtz’schen Resonanz¬ 
hypothese den Zusatz, dass nicht bloss jeder Resonator durch Ver¬ 
mittelung einer Nervenzelle, die er Zählzelle nennt, auf seine 
Acusticusfaser wirkt, sondern dass die Zählzellen auch noch mit 
allen anderen Resonatoren verbunden sind. Der Ton von n-Schwin- 
gungen wird also, mag er isolirt oder als Partialton eines Klanges 
einwirken, nur den Resonater von n-Schwingungen und dessen 
Zählzellen und Hörnervenfaser erregen; denn obwohl die Erregung 
auch allen übrigen Zählzellen zugeleitet wird, reagiren dieselben 
nicht. Wenn aber der Ton von Schwingungen r-mal in der Se¬ 
cunde zu- und abnimmt, so wird er ausser dem Resonator und 
der Zählzelle von n-Schwingungen auch die Zählzelle von r-Schwin- 
gungen in Erregung versetzen, und es wird der Intermittenzton von 
r-Schwingungen gehört werden, gerade so als wenn dessen eigener 
Resonator angesprochen würde. 


Eine weitere, unleugbare Schwierigkeit hat nun aber die Re¬ 
sonanzhypothese von Helmholtz auch in der ungemeinen Klein¬ 
heit der resonirenden Gebilde in dem Canalis cochlearis der Schnecke. 
Wie kann man diesen winzigen Gebilden so tiefe Eigentöne zu¬ 
schreiben, wie wir sie doch thatsächlich hören? Aber auch für 
diese Schwierigkeit findet Hermann einen Ausweg, indem er darauf 
hinweist, dass es sich bei den nervösen Endapparaten der Hör- 
uerven nicht nothwendigerweise um mechanische Elasticität zu 
handeln brauche, sondern dass auch nervöse Gebilde in ganz 
gleicher Weise auf den Schall zerlegend wirken können, wie 
ein um eine Mittellage hin und herschwingendes elastisches Ge¬ 
bilde ebenfalls Abweichungen von seinem Gleichgewichtszustände 
nacli. zwei entgegengesetzten Richtungen, gewissermaassen einer 
positiven und einer negativen Richtung zeigen kanu. Diese Annahme 
kann man sehr wohl von den nervösen Endapparaten machen 
welche, wie sich Hering ausdrücken würde, bei Erregung sich in 
bestimmter Weise zersetzen, sich dissimiliren; bei dem Ueber- 
gang zur Ruhe aber sich wieder neu bilden, assimiliren würden 
während im Zustande der Ruhe selbst gleich wie bei einem 
elastischen Körper in seiner Mittellage die beiden entgegengesetzten 
Processe sich genau die Waage halten. 

Nun sind neben den genannten Hypothesen noch verschiedene 
andere auch von namhafter Seite aufgestellt worden Nur einer 
soll hier noch besonders gedacht werden. Schon Dove und viele 
Forscher nach ihm beschrieben folgenden Versuch. Hält man vor 
das eine Ohr eine klingende Stimmgabel, die man nur mit diesem 
Ohre, und vor das andere Ohr eine andere ebenfalls klingende 
Stimmgabel, die man auch nur mit dem ihr nahen, anderen Ohre 
hören kann, so nimmt man, falls die beiden Stimmgabelklänge 
Schwankungen veranlassen, diese Schwankungen auch auf diese 
Weise wahr Diese Thatsache, welche neuerdings von Bernstein 
und Ewald (Pflüger s Archiv Bd. 57) genauer untersucht und von 
über allen Zweifel sichergestellt wurde, soll nun nach 
Wundt (Philosoph. Studien Bd. 8) beweisen, dass auch innerhalb 
dieser nervösen Apparate, d. h. der Nervenstämme und der Cen- 
«W 6 f re ^ n & s 7 orgänge eine der Schwingungsperiode der 
Schallwellen entsprechende oscillatorische Form besitzen Wundt 
kommt dann weiterhin zu der Anschauung, dass der Gehörnerv 
unmittelbar durch den Schall erregbar sei, wie er ja wohl auch 
von seinem physiologischen Endapparat in der Schnecke durch 
mechanische Erschütterungen in Erregung versetzt würde Im 
ÄT/ 1 hat hl “ Jede Schallreizung einen doppelten An 
Ä Uük \ eme S.. lm Ecsonanzapparat der Schnecke und einen 
zweiten m dem Hornerven selber, dessen einzelne Fäserchen ganz 
abweichend von anderen Sinnesnerven in feinen Knochencanllen 
eingeschlossen sind Dem ersten entspricht vorzugsweise die Lei 
tw™ T , romme1 ^ 11 ’ Gehörknöchelchen, Labyrinthwasser, Cortisches 
Oi^an, dem zweiten die Leitung: Kopfknochen, Spindel der Schnecke 
Hornerv. Der erste Apparat vertheilt die Tonerregung auTver 

-.ÄStÄi'ÄÄ 

ÄÄÄJS aÄCSS- 

die unmittelbar hier anschliesst, ist natürlich 

reebär? Tcln ,if 0 ™% l !™" lt( ; elbai ' d,,rch Tonschwingungen er- 
a 6111 Thler oder ein Mensch noch etwas hören 

vonptän(liff J femt P mW - d . M ? eh ? rnerT ®> da ? heisst, die Schnecke,’ 
ff ' dei ngend wie pathologisch zerstört ist? Auf 


diese Frage ist nun in neuerer Zeit die im allerhöchsten Maasse 
überraschende Antwort gegeben worden, dass thatsächlich der 
Stamm des Acusticus durch den Schall erregbar ist. Ewald in 
Strassburg (Pflüger’s Archiv Bd. 41, 44 und 59 und Berliner klini¬ 
sche Wochenschrift 1890, No. 82) hat Tauben auf die sorgfältigste 
Weise alle Endapparate der Gehörnerven beider Seiten entfernt, 
so dass man alle abgeschnittenen Stümpfe auf das deutlichste 
sehen konnte, und diesen Tauben mit Ausschluss aller erdenklichen 
Fehlerquellen (Vermeidung von Erschütterungen, Anblasen, Gesichts¬ 
eindrücken u. s. w.) Töne zugeleitet. Sie haben nahezu regelmässig 
auf dieselben reagirt, indem sie, namentlich wenn sie schliefen, 
plötzlich den Kopf hoben, die Augen öffneten, sich umsahen, die 

Federn niederlegten und nicht selten einige Schritte machten. 

Wundt (Philos. Studien Bd. 9), welchem Ewald eine derartig 
operirte Taube zugesendet hatte, bestätigte im wesentlichen die 
Angaben Ewald’s. Auch die von Wundt untersuchte labyrinth¬ 
lose Taube reagirte auf die verschiedensten Klänge und Ge¬ 

räusche. 

Auf das allerentschiedenste traten gegen die Ewald’schen 
Deutungen auf He ns en (Archiv für Ohrenheilkunde Bd. 35), sowie 
Bernstein und sein Schüler Matte (Pflüger’s Archiv Bd. 57). 
Matte hat den Tauben die Labyrinthe ebenfalls vollständig ent¬ 
fernt, — w r as Ewald allerdings bezweifelt, da sie sich anders be¬ 
nahmen, als die Ewald’schen und beständig Kopfbewegungen 
machten, mit den Augen zwinkerten u. s. w., während die Ewald- 
scheu Tauben sich gerade durch ihre vollkommene Bewegungs¬ 
losigkeit auszeichneten — und giebt an, dass sie vollkommen taub 
sind und in keiner Weise auf einen Pistolenschuss reagiren. Zu¬ 
dem findet Matte, dass der Gehörnerv nach Entfernung seiner 
Endorgane, die auch Ganglienzellen enthalten, entartet. Sollte nun 
auch solch’ ein entarteter Nerv noch Erregungen leiten können? 
Das ist doch höchst unwahrscheinlich. 

Ich kann aus eigener Erfahrung und Anschauung ein Urtheil 
über diese Frage nicht abgeben. Aber auf einen Punkt möchte 
ich doch noch hinweisen, der mir merkwürdig scheint. Ewald 
findet, dass seine Tauben wesentlich auf ein gedehntes „Uh“ re¬ 
agiren, dass sie aber z. B. gar nicht reagirten auf ein kratzendes 
Geräusch, das an den Stäben des Käfigs erzeugt und von Ewald 
„deutlich aus der Entfernung“ gehört wurde. Sollte hierin nicht 
der Schlüssel für diese merkwürdige Thatsache liegen? Denn als 
vollkommen sicher müssen wir meiner Meinung nach Folgendes an- 
sehen: 1) Die Tauben waren vollkommen operirt. 2) Sie reagirten 
wesentlich auf bestimmte, nicht auf alle Schalleindrücke. Sollten 
da nicht die Federn, oder Federstümpfe, oder irgend welche Re¬ 
sonatoren in den hohlen Knochen oder anderen Hohlräumen der 
lauben gerade bei bestimmten Tönen in Mitschwingungen versetzt 
worden sein, welche Erzitterungen dann das Thier gefühlt hat? 
Ehe ich glaube, dass ein fettig entarteter Nerv erregt werden 
Q+ ni i’u , ammere m i°h wie ein Ertrinkender selbst an einen 
Strohhalm, der auf dem Wasser schwimmt, und denke an alle mög¬ 
lichen anderen Erklärungsversuche eher, als den eben genannten. 

Wie mögen sich wohl junge Tauben verhalten, die noch keine 
hohlen Knochen und noch wenig entwickelte Luftsäcke haben und 
noch mcht fliegen können? 

Auch kann ich in dem Zustandekommen von Schwebungen in 
k 0 * Erklärungen von zwei nur mit je einem Ohr 
gehörten Tönen ebenso wenig wie Bernstein irgend einen zwin¬ 
genden Grund gegen die specifische Energie der Gehörnerven er¬ 
blicken, mag die Periode des erregten Gehörnerven derjenigen des 
sie erregenden Tones gleich sein oder sonst irgend ein „Tonzeichen“ 
von dem peripheren Endapparat aus erhalten. Die schliessliche 
Erregung kommt aber doch in einem Centralorgan zustande, mag 
nun dieses nur von einem Ohr oder von beiden aus erregt wer- 
den; es steht doch selbstverständlich mit beiden Ohren in functio- 
neller Verbindung. Spricht denn die binoculare Farbenmischung 
gegen die Dreifaser- oder Farbentheorie von Helmholtz? 

Mit ein paar Worten sei schliesslich hier noch einer Arbeit 
von E. Weinland (Arch. für Ohrenheilk. Bd. 37) gedacht, welcher 
mehr auf anatomisch speculativem, als auf experimentellem Wege 
ou« i j S( J auun ff kommt, dass die Wahrnehmung der Höhe und 
otärke des Schalles durch die Basilarmembran zustande kommt, 
aut welche er nicht durch das Trommelfell und die Gehörknöchel- 
chen, sondern mit Durchsetzung derselben (so dass diese für die 
Aufnahme und Leitung des Schalles keine Bedeutung hätten), durch 
die Membran des runden Fensters in die Schnecke gelangt. Das 
Trommelfell hingegen dient zur Wahrnehmung der Schallrichtung, 
mdem auch wenn nur ein Ohr vom Schall getroffen wird, dann 
die bchallnchtung erkannt werden könne, weil bestimmten Sehall- 
nchtungen die Erregung ganz bestimmter Theile des Trommelfells 
entspricht. Ob die Beweise für die Auffassungen durchweg aus- 
i eichende sind, wird wohl erst die Zukunft lehren müssen. 

Ich wende mich zum Schluss noch zu einigen Arbeiten aus 


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DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


, , (der physiologischen Optik. Noch immer beherrscht 
w ie mail sich das Sehen der verschiedenen Farben und 
E iligkeiten zu erklären hat, die Gemüther vieler zum Theil her¬ 
vorragender Forscher. Diese strittige Frage Wer ausführlich zu 
i»'handeln ist nicht der Ort. Doch scheint mir die Helmholtz’sche 
ilrHfa-ertheorie, wenn man sie nicht durch stets neue Hülfshypo- 
tiieseu'ergänzen und erweitern will, für eine Menge von Erschei- 
mnmui sich als unzureichend zu erweisen und immer meW* und 
m ,hr die Anschauung von Hering an Gebiet zu gewinnen. Zu- 
ii iclHt dürfte es — wie ich wenigstens glaube — sicher sein, dass 
,li». Empfindung von weiss und schwarz, beziehungsweise von hell 
und dunkel von denjenigen der einzelnen Farben ganz verschieden 
und etwas ganz für sich bestehendes ist und dass die Empfindung 
wt iss nicht durch gleichzeitige und gleichstarke Erregung dreier, 

und für sich Farben empfindender Elemente erzeugt wird. Dem 
widerspricht natürlich nicht etwa die Thatsache, dass zwei ver¬ 
schiedene Farben, sagen wir gelb und blau, gemischt weiss be¬ 
ziehungsweise grau ergeben; denn in jeder Farbe ist eben eine ge¬ 
wisse Menge weiss enthalten, die dann bei der Mischung übrig 

l, leiht. Dass die Weiss-Schwarzempfindung etwas ganz besonderes, 
für sich bestehendes ist, dafür scheinen mir zu sprechen die Wahr¬ 
nehmung der Farben und Helligkeiten mit den mittleren (Fovea 
centralis) und den peripheren Theilen der Retina, ferner die Ver¬ 
änderung beziehungsweise das Verschwinden der Farben bei ge- 
riiiifi-r Beleuchtung und schliesslich die pathologischen Fälle der 
Fiirbenblimlheit bei sonst normalen oder krankhaft- (durch Netz- 
h.iritahlösung u. s. w.) veränderten Augen. Denn aus allen diesen \ 
Beobachtungen geht ehen hervor, dass die Empfindung der Heilig- j 
keit und Dunkelheit besteht oder bestehen kann, während jegliche 
Farhcnenipfindung verschwunden ist. 

'Weiter möchte ich hier auf eine, wie mir scheint, beachtens- 
werthr Arbeit von Ebbinghaus (Zeitschr. fürPsychol. u. Physiol. 
der Sinnesorgane, Bd. 5) hinweisen, an welche dann weitere von 
König (Berliner Akademieberichte, Bd. 30) und von Kries (Be¬ 
richte der naturforsch. Gesellseh. in Freiburg i. B. Bd. 9), sowie 
von Hering (Pflüger’s Arch. Bd. 59) anknüpfen. Ebbing¬ 
haus sagt ganz mit Recht, dass der Sehpurpur bei seiner Ent¬ 
deckung mit überschwenglichen Hoffnungen begrüsst, dann aber, 
weil man ihn in den Macula lutea, der Stelle des deutlichsten 
Farbensehens, nicht auffinden konnte, mit um so stärkerer Nicht¬ 
achtung gestraft wurde. Und doch, meine ich, muss sich jeder nur 
irgendwie Urtheilsfähige sagen, dass, wenn man in der Camera 
idt>( ura des Auges, wie in derjenigen des Photographen eine licht¬ 
empfindliche Platte findet, diese lichtempfindliche Platte etwas zu 
bedeuten hat und als wichtiger Factor in jede Theorie der Hellig- 
keifj- oder Farbenwahrnehmung mit einbezogen werden muts. 
Dieses geschieht nun unter Heranziehung einer zweiten sicherge- 
drlltcn Thatsache, auf welche ebenfalls wesentlich Hering die Auf¬ 
merksamkeit der Forscher gelenkt hat. Es ist dies die Thatsache, 
dass sozusagen nicht eine einzige beschränkte Stelle der Netzhaut 
gereizt werden kann, ohne dass nicht die gesammte Netzhaut an 
da stT Erregung in bestimmter Weise Antheil nimmt. So fand z. B. 

. ^ Hck, dass ein genügend kleiner farbiger Punkt als solcher 
nicht erkannt werden kann, wohl aber dann, wenn in 
ziemlicher Entfernung von diesem dem Auge andere gleich gefärbte 
kleine Punkte dargeboten werden. Es bildet eben, um Hering’s 
eigene Worte zu gebrauchen, einen Hauptschlüssel zum Verständ- 

m. -j des Sehactes die Thatsache, dass das nervöse Sehorgan inbe- 
üeil seiner Functionen ein organisches Ganze darstellt, dass der 
jeweilige Zustand eines seiner Theile mitbestimmend ist für den 
/0>innd der übrigen, insbesondere der nächstbenachbarten, und 
mu F au ^ e * nen ^ z ’ ^ er nur e ^ nen Theil des Organs trifft, 

n *c t bloss der letztere, sondern das ganze Organ antwortet. 

■ o werden jetzt wieder durch die oben genannten Arbeiten, 
nne ass ich hier in Einzelheiten eintreten kann, der Sehpurpur 
Seh uk VeiS • ^ enen Sehsubstanzen, wie das aus ihm sich bildende 
•l a !! s ^rem unverdienten Dunkel hervorgezogen und wird 
böt? 16 j^ en o e hührende Rolle bei der Wahrnehmung von Hellig- 
kl,e " un( i Farben zugeschrieben. 

T . der Accommodation des menschlichen Auges macht 

Bd o, r . nin ? (Ztschr. für Psychol. u. Physiol. der Sinnesorgane 
p-K. 1 ! 1 , ei ? er iüfrressanten Untersuchung auf die verschiedenen 
dation VJ* T i 1Ü ®^cheii aufmerksam, die sich bei der Accommo- 
Li nse rrfifr p an , nter verändern, und behauptet, dass die 

l ebe. Hi 06 ? Lnde der A ccom nH>dation sich nach unten verschiebt. 
BeeriPfl,“ cc , 0T1 ™odation des Vogel-und des Fischauges berichtet 
vollzieht ^ er S ^ 1C ^‘ 53 und 58). Diejenige der Vogelaugen 

»luri-h Vprf l i lm wesent üehen so wie die des menschlichen Auges 
vorderen pig ! ri,n ^. en der Linse, welche dicker wird und in ihrer 
etwas Sle k st,är ker krümmt. Hierzu kommt aber noch 

Me h „Lj, pS? 8 - Es ändert sich nämlich bei vielen Vögeln 
r ivfümmungsradius, die Hornhaut, die durch Muskel¬ 


zug an ihren peripheren Theilen abgeflacht, in ihren centralen da¬ 
gegen stärker gekrümmt wird. Hierdurch wird natürlich die Brech¬ 
kraft des Auges auch noch vermehrt. Höchst eigentümlich ist 
nun die^Accommodation der Fische, die im normalen Zustand gut 
in die Nähe sehen und kurzsichtig sind. Sie besitzen eine Accom¬ 
modation in die Ferne und müssen, um deutlich in die Ferne zu 
sehen, activ accommodiren. Dies geschieht in der Weise, dass die 
Linse nicht ihre Gestalt, sondern ihren Ort verlässt und sich der 
Netzhaut nähert, gerade wie auch der Photograph, um ein deut¬ 
liches Bild von einem feinen Gegenstand auf seine Platte zu be¬ 
kommen, die Linse, wenn sie auf einen nahen Gegenstand einge¬ 
stellt war, der Platte nähern muss. Am schnellsten geschieht diese 
Ortsveränderung der Linse bei den schnell schwimmenden Fischen, 
am trägsten und langsamsten bei den wenig beweglichen auf Beute 
lauernden Grundfischen. Bei dieser Ortsbewegung der Linse be¬ 
wegt sich auch ein wenig das Bild auf der Netzhaut, so dass die 
Fische vielleicht das Vermögen besitzen, innerhalb eines beschränkten 
Gebietes umherzublicken, ohne das Auge zu bewegen. 

Was schliesslich noch das Sehen der Insecten anbelangt, so 
sei bemerkt, dass Exner (Die Physiologie der facettirten Augen) 
durch sorgfältige und schöne Untersuchungen die alte Theorie von 
Joh. Müller wieder neu begründet hat, dass nämlich im Insecten- 
auge nicht eine Unmenge kleiner Bildchen entstehen, sondern ein 
einziges grösseres, aber aufrechtes, welches man hei gewissen In- 
seetenaugen unmittelbar sehen und photographiren kann. 

EL Aus der Poliklinik für Magen- und Darmkrankheiten 
von Dr. I. Boas in Berlin. 

Zur Kenntniss des Mageninhalts beim 
Carcinoma ventriculi. 1 ) 

Von Dr. Bruno Oppler, Specialarzt in Breslau, 

früherem Assistenten der Poliklinik. 

Je weiter wir in der Kenntniss von der Beschaffenheit des 
Mageninhalts bei den verschiedenen Erkrankungen des Magens 
fortschreiten, um so augenfälliger tritt hervor, dass vor allem der 
Inhalt des carcinomatösen Magens nach mancher Richtung hin eine 
Sonderstellung einnimmt, dass ihm in verschiedenen Beziehungen 
Eigenschaften zukommen, die ihn von anderen unterscheiden und 
es ermöglichen, in einer Reihe von Fällen aus seiner Untersuchung 
allein die Diagnose des Carcinoms mit Sicherheit zu stellen. 

Von welcher Wichtigkeit das ist, liegt auf der Hand. Einer¬ 
seits nämlich treten in vielen Fällen die sogenannten „classischen“ 
Zeichen des Carcinoms, insbesondere der Tumor, erst relativ spät 
in die Erscheinung (resp. ist er häufig erst nach geraumer Zeit 
durch die Palpation mit Sicherheit als dem Magen angehörig zu 
erweisen), andererseits kommt es, bei der heute fast vollendeten 
Technik der Operation selbst, für die Bürgschaft des Erfolges zum 
grössten Theil nur noch darauf an, die Fälle möglichst frühzeitig, 
ehe noch Metastasen aufgetreten sind, Adhäsionen sich gebildet 
haben oder die Kachexie nennenswerthe Grade erreicht hat, dem 
Chirurgen übergeben zu können. 

Aber schon ehe die Erfolge der modernen Abdominalchirurgic 
die Frühdiagnose des Magencarcinoms zur unabweisbaren Pflicht 
jedes denkenden Arztes machten, hatte man dem Verhalten des 
Mageninhalts bei dieser Erkrankung bereits die gebührende Auf¬ 
merksamkeit zu schenken begonnen. 

Nachdem erst festgestellt war, dass der Inhalt des normalen 
Magens in einer gewissen Phase der Verdauungsperiode freie Salz¬ 
säure enthält, konnte es nicht lange unbemerkt bleiben, dass die¬ 
selbe im Inhalt des carcinomatösen Magens nicht selten fehle, und 
man staud nicht an, dies Verhalten für das Magencarcinom als 
pathognomonisch zu erklären. Es hat sich seitdem herausgestellt, 
dass einerseits beim Careinom dieser Befund in vielen Fällen nicht 
erhoben wird, andererseits eine Reihe consumirender Krankheiten 
wie Tuberkulose, maligne Neoplasmen, schwere Chlorosen etc., ferner 
die Gastritis chronica in ihren höheren Graden und gewisse Neurosen 
des Magens ebenfalls mit Schwund der freien Salzsäure vergesell¬ 
schaftet sein können. So darf es denn heute als sicher gelten, dass 
ihr Fehlen beim Magencarcinom nichts Specifisches, sondern der 
Ausdruck der allgemeinen Kachexie resp. der durch den inadäquaten 
Reiz des Neoplasmas in relativ frühem Stadium gesetzten 
Gastritis ist. 

Man fahndete nun nach anderen Kennzeichen chemischer 
Natur, doch was man fand, wie z. B. das häufige Vorkommen ver¬ 
änderten Blutes (das schon lange bekannte „kaffeesatzähnliche* Aiih- 
sehen des Mageninhalts hervorrufend), organischer Säuren u. a. m. 

') Nach einem, in der medicinischen Section der Schlesischen Ge¬ 
sellschaft für vaterländische Cultur gehaltenen Vorträge. 


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Original fro-m 

UNIVERSITY OF MICHIGAN 



74 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


No. 5 


war entweder gelegentlich auch hei anderen Magenaffectionen zu 
eonstatiren oder nicht über jeden Zweifel festgestellt. 

So standen die Dinge, als Boas 1 ) zuerst nachdrücklich be¬ 
tonte, dass zwar bei den verschiedensten Magenaffectionen und 
auch im normalen Magen gelegentlich sich Milchsäure finde, dass 
aber irgend wie erhebliche Mengen sich nur beim Carcinoma ven- 
triculi nach weisen lassen, dass nur beim Carcinom Milchsäure 
producirt wird. Er führte nach Einverleibung einer milchsäure¬ 
freien Mahlzeit durch eine von ihm angegebene neue Methode 2 ) 
zur qualitativen und quantitativen Bestimmung der Milchsäure 
(die Uffelmann’sche Reaction erscheint ihrer zahlreichen Fehler¬ 
quellen wegen als wissenschaftliche Methode ungeeignet, wenn sie 
auch für praktische Zwecke noch immer den Werth einer brauch¬ 
baren Orientiruugsprobe behält) an einer Reihe von Fällen den 
stringenten Nachweis der Milchsäureproduction und behauptete 
schliesslich an der Hand einer grösseren Zahl negativ ausgefallener 
Untersuchungen bei anderen Magonaflectionen, dass dies Verhalten 
sich nur beim Carcinoma ventriculi finde, also für dieses charakte¬ 
ristisch sei,^) eine Ansicht, der sich auch Hammer schlag, 4 ) 
Schüle r ’) und neuerdings Strauss 6 ) angeschlossn haben. Eine sehr 
grosse Anzahl von Untersuchungen, die ich darüber in der Poliklinik 
angestellt habe, haben diese Angaben im vollsten Umfange bestätigt, 
so dass ich den Behauptungen von Boas vollkommen beipflichten 
kann. Zwei Fälle von Pylorushypertrophie, bei denen Milchsäure 
im Mageninhalt constatirt wurde, vermögen nach meiner An¬ 
sicht den Werth dieses diagnostischen Zeichens nicht herabzu¬ 
setzen, da sich in diesen noch dazu extrem seltenen Fällen der 
Nachweis nur auf das Uffelmann’sche Reagens, und zwar ohne 
die Gautele der milchsäurefreien Mahlzeit stützt. Auch bei den 
in der vorerwähnten Arbeit von Strauss angeführten "wenigen 
hällen von positivem Milchsäurebefund, welche nicht Carcinome be¬ 
treffen, kann man den gleichen Einwand machen. 

Allerdings beweist das Nichtvorhandensein von Milchsäure im 
Mageninhalt nichts gegen Carcinom, denn nur in einer gewissen 
Anzahl von Fällen lässt sie sich nachweisen. Einmal nämlich 
muss die Production von freier Salzsäure versiegt sein, damit 
Milchsäuregährung sich zu etabliren vermag, und ferner gehört 
als nothwendiges Postulat, wie es scheint, ein gewisses Maass ver¬ 
ringerter motorischer Thäfigkeit, eine Stagnation von bestimmtem 
Umfange dazu Es sind fast immer die Fälle von careinomatöser 


- - ~ ^ *ci.uü vun carcmomaioser 

1 ylonissteno.se, welche die höchsten Grade der Milchsäurebildung 
zeigen (nachdem die freie Salzsäure verschwunden ist), während 
der Nachweis bei den Carcinomen der Curvaturen und der Magen- 
wande auch bei versiegter Salzsäureproduction nicht geüno-t so¬ 
lange die Motilität gut ist. Sobald sie jedoch durchInfiltration 
der Musculans rmt Tumormassen anfängt Noth zu leiden, beginnt 
die Milchsäurebildung, um im gleichen Schritt mit der motorischen 
insiifficienz über Mittelwerthe hinweg die höchsten Grade zu er¬ 
reichen wie diese, auch ohne dass mechanischer Pylorusversclduss 
TW £ h ^ lkallscb aachweisbare Erweiterung des Magens besteht. 
Dies Veihalten finden wir jedoch erst nach längerem Bestehen des 
Neoplasmas und durchaus nicht bei allen Carcinomen des Magen- 
korpers; ein Theil derselben lässt uns bis zum Schluss die Milch¬ 
säure vermissen Mehrmals konnte ich in Fällen von Pylorus- 

S ' fl'L bei i de “ ei V a die Stagnation sich früher geltend 
zu machen pflegt als die durch das Neoplasma bedingte Gastritis 
bis zum Verschwinden der freien Salzsäure gediehen ist beob¬ 
achten, dass die Milchsäuregährung gleichsam nur auf diesen Mo- 
ment gewartet zu haben schien, um dann sofort mit grosser In¬ 
tensität einzusetzen. ausser ±n- 

h . Hl f aU< S vie , lleicbt der Ort darauf hinzuweisen, dass ein 
,?' l i tar , tlgen A Ektasieen nicht gar so seltenes Vorkommniss*) 
? as Auftreten von Schwefelwasserstoff im Mageninhalt 
bei Ektasieen resp. Motilitätsstörungen auf der Basis eines Ca£ 
emoms meines \\ lssens noch nicht beobachtet ist. Auch ich habe 
tes ^ erhalten bei den Fällen der ersten Kategorie häuflo- hei 

nachdem v tZt °r n n , ie Stunden, obwohl man mefuen soUteHlass 
nach dem V erschwinden der freien Salzsäure, die ja allerdings”die 

WochLi°h a r S 'l8 r 93 Ut Nt e 43. ed ' Wochenschr - 1892 ’ No. 17 u. Münch, med. 

jj pl: z Ä f 

med. ^Wochenschr. 1894.°No Z, 38. ldgn0Stlk dos Magencarcinoms. Münch. 

deutun ) g^ t Zeit.sch r U f el S n 1 Med U| H T* ’ hre diagnostische Be ‘ 

ftt i893 ’ n °- 31 - 

Central bl. * "inn.Med. 1894fhV°50. enSChr ' 1892, No ’ 49 un(i Zawadski, 


Eiweissfäulniss auch nicht ganz zu hindern vermag, die letztere 
noch weit höhere Grade erreichen müsste. Dagegen hat Strauss 1 ) 
darauf hingewiesen, dass beim Pyloruscarcinom Neigung zu Gas- 
gährung besteht, welche besonders nach Vermehrung des »ähr- 
fähigen Substrates durch Hinzufügen von Traubenzucker °zum 
Mageninhalt sich deutlich erweisen lässt. Er glaubt, dass dies 
Verhalten geeignet ist, bei vorhandener Milchsäure die Diagnose 
noch mehr zu sichern. 


Die Untersuchung des Labfermentes und Labzymogens hat 
noch nichts für das Magencarcinom Charakteristisches ergeben. 
Ein Versiegen resp. eine Verminderung derselben findet man bei 
den mit Atrophie der Drüsenelemente einhergehenden Gastritiden 
in ihren vorgeschrittenen Stadien; das Carcinom verhält sich im all¬ 
gemeinen ebenso. Ein gleiches Verhalten nahm man bisher für das 
Pepsin au. In neuester Zeit hat jedoch Hammerschlag 2 ) be¬ 
hauptet, dass der frühzeitige Pepsinmangel ein wichtiges diagnosti¬ 
sches Zeichen für das Carcinoma ventriculi darstelle. Ich kann 
mich dem auf Grund eigener, nach anderer Methodik angestellter 
Versuche, über die demnächst an anderer Stelle ausführlich be¬ 
richtet werden soll, nicht unbedingt anschliessen. Wohl habe auch 
ich Fälle von verringerter Pepsinbildung (wie jedoch z. B. auch 
bei der chronischen Gastritis) gefunden, andererseits aber auch 
solche, bei welchen trotz sicheren Pyloruscarcinoms die Pepsin- 
production in ungeminderter Stärke erkalten war. Zum wenigsten 
wäre also der Werth dieses Symptoms für die Diagnose sehr ein¬ 
zuschränken. 

Weit weniger als die chemische hat die mikroskopische Er¬ 
forschung des Mageninhalts bisher für die Diagnose zu leisten 
vermocht. Zwar ist das Vorkommen von Geschwulstpartikeln und 
Krebszellnestern kein so extrem seltener Befund, als man noch 
vielfach anzunehmen geneigt ist, und ich habe Gelegenheit gehabt, 
beides mehrfach zu beobachten; doch werden die Fälle, in denen 
ein solches Ereigniss bei vorher nicht nachweisbarem Tumor die 
Diagnose sichert, naturgemäss stets zu den seltenen zählen müssen 
Ich habe es daher für angezeigt gehalten, anderen Elementen, die 
bisher keine genügende Beachtung gefunden haben, grössere Auf¬ 
merksamkeit zu schenken, und zwar den Mikroorganismen, und 
habe dabei folgendes feststellen können. 

So wenig man bei mikroskopischer Untersuchung in den 
ageninhalten verschiedenster Herkunft die Mikroorganismen je 
ganz vermisst, so selten ist es doch, dass sie das Gesichtsfeld 
vor allen anderen Elementen vorwiegend beherrschen. Wenn ich 
voHäufig von Hefe und Sarcina ventriculi absehc, so habe ich das 
bisher überhaupt nur beim Carcinom gefunden. Hier ist es nun 
lauptsäcklich eine, wie es scheint, ganz bestimmte Art von ziem¬ 
lich schlanken Stäbchen, die sich zu langen Fäden und Zickzack¬ 
linien gruppiren, welche im Gesichtsfelde so vorherrscht, dass sie 
J0d( l.n J ! ,Cke , 1 ZW1 f llei1 deu übri S en Elementen (Nahrungsresten etc.) 
ausfullt und sich mitunter zu dichten Rasen verfilzt. Vermuthlich 
ibt es ein Saprophyt, den zu züchten mir leider bisher trotz viel- 
ac ler V ersuche nicht gelungen ist. Diese üppige Bacterienvegeta- 
uon smht man ebenfalls vorwiegend bei Carcinomen, deren Magen- 
do , r freie ! 1 Salzsäure die Zeichen stark verrin- 
^eiter Motilität zeigt, also in den Fällen, wo auch Milchsäure pro- 
ducirt wird, während ich im stagnirenden (allerdings meist reichlich 
tieie balzsäure enthaltenden) Mageninhalt bei gutartiger Pylorus- 
s enose odei atonischer Gastrektasie stets vergeblich danach 
hab ^ 11 Il l beiden Arten von Fällen finden sich neben- 
Auge fallen 610 ^ 1C ^ lm< * ^paltpilzspecies, welche weniger in’s 

^ oss i er Menge kommt ferner bei motorischer Insufficienz 
notieren Grades (Pylorusstenose, atonische Gastrektasie) auf gut¬ 
artiger Basis die Sarcina ventriculi vor. Und zwar nur hier regel- 
mmssig, wie ich an anderer Stelle 3 ) bereits betont habe, während 
x'fn bei andere . n Magenaffectionen (Gastritis, Ulcus, Myasthenie, 
imirosen, Ptosis etc.) einen mehr gelegentlichen Befund darstellt 
n t 1 ^ 1 ! 101 ^ nur in Ausna kmefällen angetroffen wird. In 
. ebrbliche4 ‘n aber wird unter den Erkrankungen des 
«Mf el T r enei1 Ö1C1 lläufi £ Sarci ne findet, auch das Carcinom 
aiiigezänlt. Um so mehr musste es mich Wunder nehmen, dass ich 
m Za - 1 Fällen, bei denen durch erhebliche Stagnation des 

Mageninhalts die günstigsten Bedingungen für ihr Vorkommen 
gegeoen schienen, mich niemals davon überzeugen konnte, ganz zu 
sc weigen von denen, wo motorische Functionstüchtigkeit es von 
vornherein unwahrscheinlich machte. Selbst nach tagelang 
fortgesetz tem Eingiessen erheblicher Mengen Rein- 

*) Strauss, 1. c. 

“) Hammerschlag, 1. c. 

1894 N?29 ler ’ Ü6ber Sarcina ventriculi - Münch, med. Wochenschr. 


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31. Januar. 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


75 


Itur von Sarcina ventriculi vermochte ich in diesen 
Fällen ?4 Stunden später ira Mageninhalt weder mit 
lern Mikroskop, noch durch Cultu; 1 je Sarcine nacli- 

•fiien. Vor kurzer Zeit jedoch habe auch ich den fraglichen 
Mikrococcus bei zwei Magenearcinomen in reichlicher Zahl gefunden, 
jedoch keine Spur der oben beschriebenen Stäbchen. Beide male 
war bei erheblicher Stagnation der Ingesta noch freie Salzsäure, 
aber keine Milchsäure vorhanden. Mit dem Fortschreiten des Neo- 
plasmas nahm jene nach und nach ab, um eines Tages ganz zu 
rerscli'vindeii und dieser das Feld zu räumen. Jetzt traten auch 
wie mit einem Schlage die erwähnten Bacterienfäden auf, während 
innerhalb weniger Tage die Sarcine für immer verschwand. 

Diese beiden Fälle, deren Krankheitsgeschichten ich des grossen 
Interesses halber, das sie bieten, kurz reproduciren werde, sind 
vielleicht geeignet, die Angaben der Autoren und meine früheren 
Beobachtungen in Einklang zu bringen, sowie über diese eompli- 
eirtou Verhältnisse etwas Licht zu verbreiten. 

Die Sarcine, welche ja, wie wir wissen, durch die Anwesen¬ 
heit freier Salzsäure in ihrem Wachsthum nicht beeinträchtigt 
wird, findet — gefördert durch die Stagnation — im Mageninhalt 
des Careinoms auch unter dieser Bedingung ihr Fortkommen; 
solche F'älle können es nur sein, welche die Autoren bei ihren 
Angaben ira Auge haben. Andererseits schafft die freie Salzsäure 
für das Wachsthum jener Saprophyten zu ungünstige Verhältnisse, 
als dass sie aufkommen könnten. Mit dem Verschwinden der Salz¬ 
säure aber und der Etablirung der Milchsäuregährung wird der 
Boden für das Fortkommen der Bacterien günstiger, und sie ver¬ 
drängen die bisher dominirende Sarcine gänzlich. In solchen vor¬ 
geschrittenen Fällen von Carcinom mit gestörter motorischer Func¬ 
tion also wird man diese stets, jene selten oder nie vermissen. 
Die Kenutniss dieses Verhaltens muss nach meiner Ansicht der 
differentiellen Diagnose von Nutzen werden. 


Fall 1. A. L., Cigarrenmacher in B., 84 Jahre alt, war bis auf 
einen im achtzehnten Jahre überstandenen Abdominaltyphus stets gesund. 
Sein jetziges Leiden besteht angeblich seit acht Jahren; es begann un- 
merklich und verschlimmerte sich allmählich. Anfänglich traten mehrere 
Stunden nach dem Essen drückende Schmerzen in der Magengegend. 
Wasserzusamroenlaufen im Munde, mitunter Uebelkeit auf; Stuhlgang 
theils verstopft, theils diarrhoisch. So zog sich das Leiden, unterbrochen 
durch wochenlango Pausen besseren Befindens, mehrere Jahre hin. Seit 
einem Jahre macht sich eine erhebliche Verschlimmerung geltend. Die 
Schmerzen sind viel stärker geworden, durch Erbrechen erfolgt Erleichte¬ 
rung. Das Erbrochene ist sehr reichlich, enthält Speisen (mitunter selbst 
vom Tage vorher), besteht aber häufig auch nur aus Schleim. Fleisch ist 
dem Patienten widerlich, er lebt meist von Flüssigkeiten, gewisse Speisen 
oJhst. Choeolade, Kuchen) verursachen sofort Schmerzen und Erbrechen. 
Bei leerem Magen befindet er sich wohl. Das Erbrechen sistirt mitunter 
wochenlang. Nie Blut im Erbrochenen oder in den Fäces. Keinerlei 
andere Beschwerden. 

. , Status 19. August 1898: Blasser, etwas abgemagerter Patient, 
jedoch nicht kachektisch. Brustorgane. Leber, Milz. Nieren zeigen keinerlei 
Abweichungen von der Norm. Kleine Curvatur steht ein wenig oberhalb 
Jr r Kabellinie, grosse handbreit darunter. Kein Tumor. Im nüchternen 
Jagen finden sich grosse Mengen Speisereste, welche Hefe und Sar¬ 
cine. aber keine Bacterien enthalten; Congo- und Tropäolinreaction +; 
_loroglucm -\anillin + ; Uffelm ann’sche Reaction —; Gesammt- 
a .HCl bezogen, 0,1898 %). Harn frei von Eiweiss und 

nl; T j a j m .°o !obin gchalt (nach Gowers) 50%. Therapie: Diät von 
dextnnirten Mehlen etc.; tägliche Magenausspülungen. 

b ^ t u mb ^o ^ 93 ' Keinerlei Besserung. Patient hat in der Be- 
J.andlung bisher 18 Pfd. abgenommen. 

er ^ an an d er kleinen Curvatur einen strang- 
,] Pr fr. ' ,? ln " D ? e 1 r ^ 1 ^ D ' respiratorisch verschieblichen Tumor, der in 
sorrrfähiSl? T S1C .^ fixiren ^st. — Patient hat gestern Abend nach 
ioVhr tL 4??P ülDn g z V e ‘ Teller Hafermehlsuppe genossen; heute 
C onfrf Tm a - ^^ »rünlichen Inhalts noch im Magen. Reactionen auf 
r ?!? D ’ Pblar °ffl uc in-Vanillin negativ, mit Lakmus stark 
Milchsäure maDn SCbe Peact * on stark - Quantitativ bestimmt 3,5 % 0 

cnthaIt'cn^l C .. mb r nUcbteraen Magen reichlich Reste. Sie 

viel BactVrion. 16 HC1 ’ viel Milchsäu ™’ keine Sarcine, sehr 

her Tamnr h L- i a ^ en ^ ba l tsun ! ereuckun & cn ergeben stets dasselbe Resultat, 
endlich zu r.inor deutlicher palpabel. Der Patient entschliesst sich 

20-October lftQq ter r ltS + Seit langem aQ gerathenen Operation, 
iiuf Pvlorus nnä n°j ^ astr ® enter ostomie. Der Tumor, welcher bereits 
vollkommen und • übergegriffen hat, verlegt das Lumen fast 

Knötchen. B e { S q F ^ exulcerirt. An der hinteren Magenwand zwei 


Stelle ein. 

22. Octobcr 1 


reisst das morsche Gewebe 


1893. Exitus letalis infolge von Sepsis. 

ffctind; seU 1880 »i’ ^ rascbk enkutscher in B., 47 Jahre alt, war meist 
s cit Optobe- 1 SQ 9 frku lbn recidivirender „Gelenkrheumatismus“, 

‘teilt, sieh hin „«T ■ ? 81 , c , h eigentlich erst krank. Um diese Zeit 
• r neh dem Fs^on "TU r "Magendrücken (mitunter selbst Schmerzen) 

’ we *ehes immer häufiger wurde; andere Beschwerden 


traten nicht auf. insbesondere war der Appetit stets vortrefflich Februar 
1894 änderte sich das Krankheitsbild. Patient musste ab und zu er¬ 
brechen, nach und nach häufiger, in der letzten Zeit täglich, dabei ver¬ 
schlimmerten sich Schmerzen und Uebelkritou. Patient wurde nun immer 
matter und schwächer, obwohl der Appetit nicht nachlioss. Jetzt (25 Juni 
1894) leidet Patient an häufigem saurem Aufstossen. Sodbrennen. Üebcl- 
koiten nach jedem Essen. Magendrücken und Magenschnicrzen. Er muss 
täglich mehrmals erbrechen, meist etwa eine Stunde nach dem Essen, 
mitunter Nachts, auch früh nüchtern Speisen vom Tage vorhor; das Er¬ 
brochene schäumt stark, schmeckt und riecht sauer und besteht aus 
Speisen mit Schleim gemischt; nach dem Brechact fühlt Patient Er¬ 
leichterung. Nie Blut im Erbrochenen. Appetit gut; Stuhlgang hoch¬ 
gradig obstipirt. Nie Oedeme. Grosse Mattigkeit und Schwäche? 

Status 25. Juni 1894: Patient sehr abgomagert, sieht leidend, doch 
nicht gerade kachektisch aus. Die ßnistorgane zeigen keinerlei Ab¬ 
weichungen von der Norm, ebenso Leber, Milz, Nieren. — Starkes 
Plätscher- und Succussionsgeräusch von zwei Querfinger breit oberhalb 
der Nabellinio bis fast zur Symphyse. Der Magen zeichnet in diesem 
Bezirk durch Selbstaufblähung (Gasgährung) seine Contouren deutlich ab 
(Querdurchmesser 27 enj und zeigt häufige, nach dem Pvlorus zu ver¬ 
laufende peristaltischo Wellen. In der Pylorusgcgend fühlt man einen 
reichlich wallnussgrosson, nach allen Seiten hin frei beweglichen Tumor. 
— Im nüchternen Magen finden sich reichlich Speisereste von kafleesatz- 
ähnlichem Aussehen, welche auf Lakmus stark sauer, auf Congo und 
Phloroglucin-Vanillin schwach reagiren. Massige Uffelmann’sche Re¬ 
action. Hefe. Sarcine. keine Bacterien. 

27. Juni 1894. Der Mageninhalt reagirt auf Congo +. Tropäolin 0, 
Phloroglucin-Vanillin schwach, aber deutlich, Uffelmann 0. 
Befund sonst wie obon. 

2. Juli 1894 und die folgenden Tage: Congo +, Tropäolin 0. Phloro- 
glucin-\anillin 0. Uffelmann H — K Hefe. Sarcine. mässig viel Bacterien. 
Reichlich gebundene Salzsäure (Hebner-Seemann). 

6. Juli 1894. Durchleuchtung des Magens ergiebt Tiefstand und 
Vergrösserung. 

9. Juli 1894. Infolge täglicher Ausspülung des nüchternen Magens 
hat das Erbrechen gänzlich nachgelassen, Patient magert jedoch zusehends 
ab. Der Tumor ist wenig vergrössort. Im Mageninhalt keine freie 
Salzsäure mehr. Uffelmann’sche Reaction stark. Keino Sarcine 
mehr, massenhaft Bacterienfäden. Von jetzt ab dauernder Befund: 
Freie Salzsäure und Sarcine nicht mehr nachweisbar, dagegen 
wird reichlich Milchsäure producirt (nach Mehlsuppe 3.5°/ii»), und es 
finden sich stets grosse Massen von Bacterien in langen Fäden. 
Patient entschliesst sich zur Operation. 

26. Juli 1894. Resection des Pylorus: Operation nach Kocher. 
Der Tumor beschrankt sich scheinbar völlig auf den PylÄmsrintr und i>t 
ziemlich frei beweglich. Metastasen nicht zu bemerken. Das Lumen des 
Pylorus kaum hleistittstark. (Die mikroskopische Untersuchung des Tumors 
ergiebt ein Drüsencarcinom.) 

5. September 1894. Narbe fest, kein Tumor zu fühlen. Keine’ 
subjectiven Beschwerden. Gewichtszunahme 20 Pfund. Im nüchternen 
Magen 10 ccm wasserklareu Inhalts, der reichlich freie Salzsäure enthält. 
Eine Stunde nach Probefrühstttck etwa 100 ccm leidlich chymificirten 
Inhalts im Magen, reichlich gebundene, keine freie Salzsäure, keine Milch¬ 
säure, weder Sarcine, noch Bacterien. 

Patient hat bis jetzt (November 1894) 50 Pfund zugenommen, isst 
und verträgt alles ohne Auswahl und geht seinem Berufe nach. Der 
Magen hat sich verkleinert, auch die secretorische Function hat sich 
völlig wiederhergestellt. 


Wenn wir nun noch einmal die Kennzeichen des Mageninhalts 
beim Carcinoma ventriculi kurz zusammenfassen, so sind es 
folgende: 

1. Bei intacter motorischer Function (Carcinome der Curvaturen 
und Magenwände): Häufig fehlt die freie Salzsäure, in seltenen 
Fällen findet sich Milchsäureproduction, mitunter Geschwulst¬ 
partikel, Bacterienrasen, nie Sarcine. 

2. Bei stark gestörter motorischer Function: a) Freie Salz¬ 
säure ist noch vorhanden (beginnende Pyloruscarcinome); dann finden 
sich auch Sarcine und mitunter Geschwulstpartikel etc.; nie Milch¬ 
säureproduction und fadenbildende Bacterien. 

b) Freie Salzsäure ist nicht mehr vorhanden (vorgeschrittene 
Pylorus- und Curvaturen- resp. Magenwandcarcinome); man findet 
dann starke Milchsäureproduction und zahlreiche Bacterienketten 
(mitunter Gesellwulstpartikel etc.), eventuell Neigung zu Gas¬ 
gährung, nie Sarcine. 

Die Fälle unter 2a können bei längerer Krankheitsdauer in die 
unter 2b übergehen. Die Fälle unter 1 gehen oft in die unter 2b 
über bei genügend langer Lebensdauer (auch ohne dass Pylorus¬ 
stenose eintritt). 

Wie sich das Ulcus carcinomatosum verhält, darüber fehlen 
mir eigene Erfahrungen. 

Zum Schluss ist es mir eine angenehme Pflicht, Herrn Dr. 
Boas für die freundliche Ueberlassung des Materials meinen ver¬ 
bindlichsten Dank auszusprechen. 



Original frorri 

UNIVERSITY OF MICHIGAN 




76 


DEUTSCHE MEDICINISCHE WOCHENSCHRIFT. 


No. 5 


III. Aus dem alten Allgemeinen Krankenhause in Hamburg, 
Abtheilung III, Oberarzt Dr. Engel-Reimers. 

Untersuchungen über die Residuen recenter 
Syphilis bei Weibern bezüglich ihrer Häufig¬ 
keit und ihrer diagnostischen Bedeutung. 

Von Dr. med. 0. Palmer. 

Die vorliegende Arbeit verfolgt einen rein praktischen Zweck. 
Wenn von Residuen des syphilitischen Krankheitsprocesses die 
Rede ist, so sollen damit nicht die feineren, nur mit Hülfe genauer 
Untersuchungsmethoden diagnosticirbaren anatomischen Verände¬ 
rungen des Organismus, wie die des Nervensystems, des Augen- 
hintergrundes etc., verstanden werden, sondern nur die gröberen 
augenfälligen Merkmale einer überstandenen Lues. 

Gerade letztere sind es ja, die dem praktischen Arzt im all¬ 
gemeinen, dem mit medieinal polizeilichen Untersuchungen betrauten 
Arzt im besonderen, von grösster Wichtigkeit sind bei Entschei¬ 
dung der Frage, ob eine Person luetisch war oder nicht. Ich er¬ 
wähne nur das wichtigste und am meisten ins praktische Leben 
eingreifende Kapitel der Ammenuntersuchung. 

Giebt es überhaupt bei syphilitisch inficirten Personen, die so¬ 
fort einer energischen Schmierern* unterworfen wurden, nach einer 
bestimmten Zeit, noch Stigmata des luetischen Processes, und wie 
lange bestehen diese? Giebt es ferner einen Complex solcher Stig¬ 
mata, der uns mit aller Bestimmtheit die Diagnose einer durch¬ 
gemachten Lues zu stellen berechtigt? 

Deiaitige Fragen lassen sich nur an der Hand eines grossen 
Materials beantworten, wie es mir durch die Güte des Herrn 
Dr. Engel-Reimers am alten allgemeinen Krankenhause zu Ham¬ 
burg zur Verfügung stand. Es wurden im ganzen 600 Weiber bei 
ihrem Abgang untersucht, von denen absolut feststand, dass sie 
syphilitisch waren und von denen in der Regel auch die Zeit der 
Infection bekannt war. Zur Hälfte recrutirten sich diese Weiber aus 
Pueilen, zur Hälfte aus Umliertreiberinnen und freiwillig auf die Ab¬ 
theilung gekommenen, und zwar wurde mit vollem Vorbedacht gerade 
diese Auswahl aus zwei verschiedenen Abteilungen vorgenommen 
um den Contrast besser hervortreten zu lassen, der sich darin zeigte’ 
ob, wie bei den Pueilen, eine Person bei jedem neuen Ausbruch 
der Krankheit gründlich behandelt war oder ob, wie bei den Umher- 
treibermnen und freiwillig gekommenen, das Leiden längere Zeit 
vernachlässigt resp. verborgen gehalten wurde: In letzterem Falle 
konnten Residuen des luetischen Processes fast regelmässig con- 
statirt werden während es bei den Pueilen gemeiniglich Mühe 
kostete, besonders typische Spuren aufzufinden. 

In besondere Tabellen, auf deren linker Seite alle anamnesfi- 
sekon Daten wie Zeit und Ort des Primäraffectes, Auftreten der 
»eeundären Erscheinungen, Art der Exantheme, Anzahl der durch- 
gemachten Euren etc. notirt waren, wurde auf der rechten Seite 
-etra "en Pr0CheUde Befund der Ul > te ''^chmig beim Abgang ein- 

Die tiefgehenden Veränderungen des tertiären Stadiums wie 

Gaumenperforatiou Kuoelienveränderungon, Narben ulcerirter Gum- 
mata, wurden bei dem praktischen Zweck, den wir im Auge hatten 

rvni'lr i V i'| Be a raCb r t geZOgei1 ’ weil sie ja a " und für sich schon 
typische Bilder der Lues vorstellen und weil es vor allen Dingen 

“ ank , am - zu entscheiden, wie sich das contagiüse Früli- 
Oadium der Syphilis m dieser von den Specialisten merkwürdige - 
T\eise vernachlässigten Richtung verhält. ® 

p _. J!" te ^ f de “ Re . sidu ® n nu “ wurde in erster Linie die Narbe des 
Primaraffects ms Auge gefasst. Soweit die Localisation nach 
den anamnestischen Aufzeichnungen bekannt war liess in i 
meisten Fällen die Narbe desselben constaton eVeZich a“ baU 
livider, bald braunrother Verfärbung. An den äussere„ r r 
bleibt die Narbe als solche noch bis zum Schluss des ersten Halb 1 
jahres sichtbar, dem gegenüber pflegen die Narben auf den Schern 

Kenuzeich.n bei Enteeiieidung'iter'Fra". ob ^si - 

tisch es oder irgend ein anderes^Jlcus gehandelt hat niUiü? IT' 
meisten Fällen nur kurze Zeit. Dref Monate nos/fnlft m de " 
sie nur ausnahmsweise vorhanden, dreimal konnte !M h™ 

zrsr sä a: wH? =* 

Betrachtet man den alIrremninon ., 

der luetisch inßcirt Gewesenen, .so ist bei 80% "j.ne'Sw'oder 


geringere Chlorose zu constatireu, Blässe der Haut und Schleim¬ 
häute, Nonnensausen, Horzpalpitationon. Selbst Mädchen vom 
Lande, die sich zur Zeit des Primäraffectes einer blühenden Ge¬ 
sundheit erfreuten, boten während des seeundären Stadiums das 
typische Bild der Chlorose. 

In etwa 45 % der Fälle fand sich mit der Chlorose vereint 
eine deutlich ausgeprägte Struma, besonders in einer Vergrösse- 
rung der Seitenlappen bestehend. Als Zeichen der Frühperiode bei 
Lues ist die Struma von Herrn Dr. Engel-Reimers in den 
Annalen der Hamburger Krankenhäuser des Längeren besprochen 
worden. Interessant ist jedenfalls, dass diese in der Frühperiodo 
auftretende Struma Jahre lang persistirt und nicht durch Schmier- 
curen in ihrem Volumen reducirt wird. Je mehr man bei der Unter¬ 
suchung auf diese Struma achtete, desto mehr wurde sie auch 
constatirt. Jedenfalls kann sie in vielen Fällen mit anderen Merk¬ 
malen zusammen ein diagnostisches Hülfsinittel abgeben. 

Ohne Zweifel ist auch die Hypertrophie und eigentüm¬ 
lich gitterartige Zerklüftung der Tonsillen, wie sie nach 
keiner anderen Krankheit sich auszubildon pflegt, als wichtiges 
Stigma für durchgemachte Lues zu betrachten. Ist auch die Hyper¬ 
trophie für sich allein nicht gerade charakteristisch, so ist doch 
die eigenthümliche Zerklüftung und das gitterartige Aussehen der 
Oberfläche nicht zu verkennen und muss als verdächtiges Moment 
aufgefasst werden. Das Bild verdankt, seine Entstehung in erster 
Linie den diphtheroiden Schleimpapeln und bildet sich im Verlaufe 
des ersten Jahres nach der Infection aus. In etwa 60 °/ 0 konnte 
dieses Residuum nachgewiesen werden. 

Was die Drüsenschwelliing* als Ueberbleibsel des luetischen 
Processes anbelangt, so bildet sich dieselbe im Laufe der Jahre 
an ei ™? 11 £ ründlichen Sehmiercuren fast vollkommen zurück. Bei 
JO u /o der FäHe war bereits nach Ablauf von drei Jahren nach der 
Infection überhaupt, keine Drüsenschwellung mehr zu constatireu. 
Ls waren dies ausschliesslich Pueilen, die energische Curen durch¬ 
gemacht hatten. In 70 % fanden sich Drüsenschwellungen, und 
zwar eine allgemeine bei vernachlässigten Fällen in etwa 10 0 0 
Am meisten waren die Inguinal- und Cervicaldriisen betheiligt’ 
erstere m 60 %, letztere in 45 %. Submaxillardrüsenschwellung 
fand sich m etwa 10 % der Fälle. 

Welcher Art sind die Residuen syphilitischer Efflo- 
rescenzen auf Haut und Schleimhäuten und welchen Werth 
haben sie in diagnostischer Beziehung? Hier haben wir es je nach 
üer Art der Efflorescenzen entweder mit Narben oder mit Pigment- 
flecken zu thim. Was die Exantheme anbelangt, so hinterlassen 
sie sämmtlich an Stelle des Exanthems Pigmentsyphilide. Nur das 
pk CU l f Syphilid, die Roseola, blasst ab ohne Pigmentbildung. 
Charakteristische, ohne weiteres durch ihren Sitz (Nasenflügel, 
Grenze der behaarten Kopfhaut, Handteller und Fusssohlen) oder 
lhie Anordnung auf Syphilis hinweisende Pigmentflecke als Re- 
f lc . U e? V on s P ocl fischen Exanthemen fanden sich im ersten Jahre 
Z ? 1 im zweiten Jahre bei 25 °/o und über das zweite Jahr 

hinaus nur noch bei 5 °/ 0 der untersuchten Fälle. 

Man kann mithin als Ergebnis« unserer Untersuchung be- 
Dachten, dass dmse wichtigen Stigmata, wo sie vorhanden sind, 
lur eine Syphilis sprechen, die nicht älter als zwei Jahre ist die 
i ° n Ch m / ler vollen Contagiosität befindet, Uebrigens 
gemerkt werden, dass die Spuren einer Psoriasis palmaris 
halb <* Jahr hach der Behandlung geschwunden 

Am charakteristischsten bleiben die Narben der breiten 
7 °t?T. mi f en gl 1 ' osseu Labien und um den After herum be- 
linh 1 bis zehnpfennigstückgrosse pigmentlose, gemeinig- 
o*#»hpn r 1S f e evi 1 1 ^ e Hautsteilen, von einem pigmentirten Saum uin- 
fehwinu 16 0111 i da f typiscbe Lild dieser Residuen. Aber auch sie 
T»hP 0 " a “ h klh ; 2e !,' er oder Engerer Zeit. Länger wie zwei 
„ , t , ren E L le a t }® 1 diirehgemacliten Schmiercuren nicht. mein 1 zu 

iXlf p, I f 11 11 50 /o , fanden sie sieh bis zum Ende des zweiten 
llmml ' on Ebenfalls scheint eine Verdickung der den After radiär 
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